Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Wichtiger als das Leben

Im Laufe der Diskussion erfahren die Menschen in der Gruppe der integralen Erziehung ernsthafte Veränderungen. Man sieht, welche schnelle Entwicklung sie durchlaufen. Denn all die Dinge, die sie dabei lernen – sind nicht einfach nur ein Lernmaterial. Durch die innere Arbeit rufen wir die verborgenen Kräfte der Natur in uns hervor.

Wenn wir über die nächste Stufe sprechen, dann stehen die Kräfte dieser Stufe, dieses Feldes, mit uns in Wechselwirkung und rufen in uns heftige Reaktionen und einen turbulenten Wandel hervor. Die Menschen gehen durch sehr ernsthafte innere Prozesse.

Und wenn sie sich voneinender verabschieden, dann spüren sie, wie sehr ihnen diese Art der Kommunikation fehlt. Es ist daher notwendig, sich so zu organisieren, dass ihnen diese virtuelle Verbindung, die sie zusammen korrigieren können, erhalten bleibt.

Dies ist darum sehr wichtig, weil sie sich von etwas Großem trennen, was für sie allmählich wichtiger als das Leben wird.

Wenn die Gruppen beginnen, dieses innere Leben zu leben, dann schließen sie sich einer neuen Quelle an, der nächsten Ebene der Existenz. Die Trennung des Menschen von der Gruppe kann so dramatisch werden, dass wir darüber nachdenken müssen, wie der Prozess der Distanzierung abzuwenden ist, oder einen Ersatz finden – sonst wird sich der Mensch so fühlen, als ob er im Sterben liegen würde.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 05.03.2012



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Schluss mit Verschweigen

Was auch immer sich in meinem Leben ereignen mag, ich muss verstehen, dass es von der Höheren Kraft kommt, die zweifelsohne über alles herrscht. Doch noch zeigt sie sich mir nicht als solche, sondern verhüllt, und deshalb empfinde ich Leiden.

Der Schöpfer ist gut und tut Gutes, doch mir gegenüber zeigt Er sich durch einen „Filter“, der alles Gute in etwas Unangenehmes und Hässliches verwandelt. Die Dicke dieses „Filters“ bezeichne ich als „einfache Verhüllung“. Mehr noch: der Schöpfer kann einen weiteren „Filter“ einbauen und mich in die doppelte Verhüllung schicken – und das wird viel schlimmer sein.

Wie kann ich also nun den Vorhang, der das Gute des Schöpfers ins Böse verwandelt, wegmachen? Dafür bitte ich: „Korrigiere mich! Jedoch nicht, damit ich mich von den negativen Empfindungen befreie. Im Gegenteil, sie helfen mir, treiben mich voran. Ohne sie hätte ich überhaupt an etwas ganz anderes gedacht. Sie richten mich zu Dir aus – zu der Quelle dessen, was mir als Böse erscheint. Aus diesem Grund bitte ich um Hilfe – um nicht zu spüren, dass etwas Schlimmes von Dir kommt.

Ich möchte mich nicht hinter dem „Filter“, sondern davor befinden, im direkten Kontakt zu Dir. Nicht um der guten Empfindungen willen, sondern um Dich als gut zu erkennen. Ich möchte Dich preisen, und im Moment verfluche ich Dich wider Willen. Mein Fleisch schreit darum: Mir geht es schlecht und ich verfluche die Quelle dieses Übels. Aber Du hast mir doch das Gefühl gegeben, dass das Böse von Dir kommt. Du verschweigst mir etwas, halb enthüllt und halb verhüllt. Doch ich will Dich nicht mehr verfluchen“.

Frage: Wo ist hier der Platz der Gruppe? Ich kann auch ohne sie um all das bitten.

Meine Antwort: Versuch es. Wenn du damit anfängst, kommst du durcheinander und erkennst, dass die wahre Bitte nur in der Gruppe möglich ist. Dort bist du sicher vor den Fehlern, dort bittest du wirklich den Schöpfer um die Korrektur, entgegen deinen Verlangen, ob gut oder böse. Letztendlich gibt dir die Gruppe Klarheit: worum genau bittest du, was genau willst du, an wen genau wendest du dich. Das ist der Sinn der Sache.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Verhüllung und Enthüllung des Angesichts des Schöpfers“, 02.10.2012



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Machsom – die psychologische Barriere

Machsom ist jener psychologischer Punkt, bis zu dem ich für den eigenen Genuss arbeite und danach für den Genuss des Schöpfers, oder meines Nächsten – für Jemanden außer mir. Genau das soll ich erreichen.

Diese Grenze, diese Stufe heißt „Machsom“. Diese Grenze zwischen unserer Welt und der spirituellen Welt ist rein psychologisch. Wenn ich mich nur um mich sorge und trotz der Bestrebung zum Schöpfer dennoch eigennützig handle, dann befindet sich mein Zustand unter der Linie des Machsom und heißt „lo lischma“. Wenn ich den Zustand erreiche, in dem ich nur an den Genuss des Schöpfers denke, damit alle Genüsse nicht eigennützig sind, dann bin ich, mein Verlangen und die Absichten, schon über dem Machsom, und dieser Zustand heißt „“lischma“.

Der Machsom ist ein psychologischer Punkt, den ich überschreiten soll, um mich dann schon im spirituellen, in der Absicht des Gebens zu befinden. Und dann, wenn ich mich schon über dem Machsom befinde, soll ich immer mehr Verlangen und Absichten über den Machsom erheben.

Oder man kann es anders sagen: infolge der in mir wachsenden Selbstsucht und aller wachsenden Genüsse, erhebe ich den Punkt meines Machsoms höher, bis ich aufgrund des ganzen Verlangens zu genießen, dass in Form eines bösen Anfangs stufenweise offenbart wird, den Punkt des Machsoms bis ins Unendliche erhebe, damit alle meine Verlangen wahrhaftig auf das Geben gerichtet sind.

Es hat keine Bedeutung, wie man sich ausdrückt: die Absichten über den Machom zu erheben oder die Bedingung des Machsoms, bis ins Unendliche zu erheben – es ist wichtig, dass ich trotz den wachsenden Verlangen, an der Korrektur der Absicht und ihrer Nutzung nicht für mich, sondern für die Anderen / den Schöpfer arbeite.



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Wie können wir unabhängig vom Resultat arbeiten

Kongress in Italien. Lektion 2

Frage: Auf dem Kongress spüre ich, dass die Gruppe ein kleiner Teil von etwas Riesigem ist. Wie können wir dieses Feuer auch in der Verbreitung bewahren? Wie können wir daran denken, dass es die Gruppe gibt, dass hinter uns etwas sehr Großes steht, dass gerade die Einheit der Freunde die Arbeit mit Sinn erfüllt?

Meine Antwort: Auf dem Kongress spüren wir eine große Kraft, wir schauen auf die Bildschirme und sehen Freunde aus der ganzen Welt. Mit uns zusammen sind Hunderte Gruppen und Tausende Freunde, die wir noch nicht einmal kennen. Natürlich lässt uns das etwas wahrnehmen. Doch wir sollten versuchen, unseren Treibstoff nicht daraus zu schöpfen, sondern dadurch zu erhalten, dass wir die Menschheit der Enthüllung näher bringen.

Im Grunde genommen, fragst du genau das: woher können wir Treibstoff bekommen? Selbstverständlich nährt uns am Anfang die Begeisterung von der großen Gruppe: hier kennen und ermuntern mich alle, alle sehen, was ich tue, und zusammen wollen wir die Welt verändern. Kurz gesagt: hier arbeitet die Kraft des Egoismus.

Doch dann verändert sich die Werteskala in uns. Du hast dich angestrengt, du hast gehandelt, auch wenn es egoistisch war, du wolltest deine Überzeugungen der ganzen Welt vermitteln – und plötzlich stellst du fest, dass der Treibstoff zu Ende ist.

So ändert sich das Reshimo. Denn es gibt nichts, was sich sonst ändern könnte. Unser Reshimo ist der einzige schwimmende Parameter, die einzige variable Größe. Und nun ändert es sich, um dir die Möglichkeit zu geben, nicht egoistisch zu arbeiten, ohne der Welt deine Meinung aufzwingen, das eigene Recht beweisen und das Ruder führen zu wollen.

Das nächste Reshimo lässt dich altruistischer denken: „An der Spitze sind weder wir noch ich. Soll niemand wissen, soll noch nicht einmal ich selbst wissen, ob ich irgendwelche Ergebnisse erziele“. Diese Herangehensweise ist bereits näher an der Spiritualität. Auf diese Weise will man dich vorankommen lassen.

Hier ist eine stärkere Unterstützung der Umgebung notwendig. Wenn du dich in der Verbindung zu den Freunden stärkst, wirst du spüren, dass du Kraft hast, und zwar eine reinere als früher: „Mir ist es wirklich egal, ob meine Arbeit Früchte trägt oder nicht. Ich muss nicht wie die Sportler Ergebnisse sehen. Ich möchte meine Augen schließen und nur in einer Richtung handeln – in Richtung Geben, ohne den „Posteingang“ zu kontrollieren. Es ist unwichtig, wen ich erreicht habe und inwieweit er sich verändert hat. Ich spüre, was ich in die Welt hinaustragen kann, ich stärke meine Verbindung zu den Freunden und wende mich nach außen. Und als Antwort bekomme ich nichts“.

Woher bekommst du dann die Energie? Denn in einem solchen Zustand bleibt der Mensch wie ein Motor ohne Benzin. Er hat keine treibende Kraft, er braucht Feedback. Genau hier fängt er an, aus seinem Inneren zu verlangen: „Ich muss mich in der Kraft des Gebens sehen!“ Es ist so, als würde man einen normalen Motor gegen einen elektrischen austauschen, als würde man vom Benzin auf Elektrizität oder eine andere Art Energie umsteigen. Das ist das, wonach du verlangst: „Ich möchte, dass das Verlangen zu geben sich in mir öffnet! Wenn ich momentan in meinem Verlangen zu empfangen nicht in der Lage bin, zu arbeiten, dann brauche ich das Verlangen zu geben!“

Und dann wirst du es erhalten.

Auszug aus der 2. Lektion des Kongresses in Italien, 30.09.2012



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Eine Bitte um die Wiederbelebung der Toten

Gerade ist ein sehr starker Kongress zu Ende gegangen, und wir fühlen uns müde, gleichgültig, schläfrig, als würde uns eine schwere Wolke umhüllen und zu schwermütigen Greisen machen.

Der Schöpfer nimmt uns das egoistische Verlangen – den Treibstoff, der uns vorangetrieben hat – weg. Davor brannte dieses Verlangen in uns, wir strebten nach der spirituellen Belohnung und sehnten uns nach dem Kampf, um die spirituelle Welt zu erobern. Jeder kam sich selbst wie ein Held vor. Doch er war ein Held, weil in ihm der Egoismus brannte, der ihn zu Errungenschaften vorantrieb.

Der Schöpfer möchte dir helfen und nimmt dir diesen Egoismus weg, damit du an dessen Stelle eine andere Kraft betätigst. Nun musst du, anstatt von hinten angetrieben zu werden, dich selbst von der Größe des Ziels begeistern lassen, damit es dich nach vorne zieht.

Jetzt hast du eine solche Gelegenheit, doch du sagst, dass du keine Kraft und keine Lust hast. Du erinnerst dich, dass du einst vor Verlangen branntest – doch dieses Verlangen war nicht deins, sondern von oben geschenkt. Du wurdest von oben getrieben und in die Gruppe und zu der Kabbala geführt.

Jetzt ist das Verlangen verschwunden und du denkst, dass es besser wäre, die Gruppe zu verlassen und mit der Kabbala aufzuhören, denn sie zieht nicht mehr an. Und wenn es so ist, dann ist an ihr offensichtlich etwas falsch. Jeder urteilt nach seiner eigenen Verdorbenheit.

Und es ist klar, dass, wenn du keine Motivation hast, du nicht in der Lage bist, voranzukommen. Keine einzige Maschine kann ohne Treibstoff funktionieren. Doch wende dich an die Gruppe, an die Bücher, an das Studium – verlange Hilfe von ihnen! Wende dich an den Schöpfer!

Wenn du keine Kraft zu einer solchen Bitte hast, dann fehlt hier die gemeinsame Kraft, die gegenseitige Bürgschaft. Und wenn du um dich herum Freunde siehst, aus denen der Lebensgeist entwichen ist, dann weine wenigstens wie auf einer Beerdigung, dass du solche Freunde verloren hast! Schau, was für ein steinernes Herz – auf jedem liegt ein schwerer Grabstein, der nicht wegzuschieben ist.

Einst brannten sie vor Verlangen und jetzt können sie nur beweint werden. Bald wirst auch du in diese Grube fallen. Doch wenn wir uns im Vorhinein vorbereiten, um einander zu helfen, dann können wir uns aus allen Abstiegen erheben. Und nicht nur aus einer solchen Gleichgültigkeit wie jetzt, sondern auch, wenn wahrer Hass zwischen uns entbrennt. Heute wurde uns nur ein Bonbon weggenommen, wir aber sind es gewohnt, hinter etwas Süßem, etwas Glänzendem und Anziehendem herzulaufen.

Nur die Kraft der Gruppe kann in uns Verlangen aus dem Nichts entbrennen lassen. Im Moment haben wir dieses Verlangen nicht und es kann von nirgendwoher kommen. Doch wir müssen es künstlich entfachen, als würden wir ein Geschäft auf die Beine stellen wollen und Werbung für unsere Ware machen. Das muss zu unserem gemeinsamen spirituellen Geschäft werden und letztendlich ein solches Bedürfnis in uns hervorrufen, dass wir vor Verlangen verbrennen. Doch diesem muss nicht unbedingt etwas zu Grunde liegen.

Manche harren nächtelang vor den Geschäften aus, um sich ein neues iPhone 5 zu kaufen. Lernt daraus, wie Werbung für etwas gemacht wird, indem völlig künstliche Bedürfnisse erweckt werden. Denn genauso künstlich erscheint das spirituelle Ziel für unseren Egoismus.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Talmud Esser HaSefirot, 24.09.2012



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Wenn es keinen Schatten gibt, dann gibt es auch keine Sonne.

In der Bibel steht, dass die Frau aus der Rippe des Mannes erschaffen wurde. In der ursprünglichen hebräischen Sprache bedeutet das Wort „Rippe“ Rippe und Schatten.

D.h. die Frau wurde als Abbild des Mannes erschaffen und muss ihm auf diese Weise helfen, ihn unterstützen, zustimmen und beraten. Dort heißt es auch: „Hör auf die Frau.“

Sie muss etwas von einer Mutter, Hausfrau und etwas von einer Herrscherin haben. Sie muss das Gefühl haben, dass das Haus ihr Bereich ist und sie dort das Sagen hat. Und ihr Mann kümmert sich um den Rest außerhalb des Hauses.

Der Mann muss der Frau in allen Angelegenheiten, was die gemeinsame Führung des Haushaltes angeht, gehorchen und sie ihn bei der Lösung anderer Probleme unterstützen. Genauso müssen sie sich gegenseitig ergänzen, dass alles im Einklang mit den biblischen Äußerungen ist, sodass die Frau wie sein Schatten existiert. Wenn es keinen Schatten gibt, dann gibt es keine Sonne. Das ist so eine Allegorie, die man in der Psychologie sehr integral weiter entwickeln kann: Wenn ein Mann und eine Frau so existieren, dann scheint die Sonne auf sie – und so entwickeln sie sich.

Aus dem Gespräch über die integrale Erziehung. 05.03.2012



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Zwinge nicht die anderen dich mitzuschleppen!

Wenn du während des Abstiegs keine richtige Handlung ausführst, errichtest du eine doppelte Sperre vor dir. Eine Hürde solltest du bei der Enthüllung einer neuen Leere überwinden, doch du hast sie weggestoßen und gesagt, dass du dazu nicht imstande bist.

Jetzt musst du warten, bis der Schöpfer sich wieder an dich wendet, das heißt, es werden sich in dir neue Bedingungen für die Korrektur des gleichen Problems, aber in einer anderen Form enthüllen. Der Schöpfer tauscht einen Engel, eine Kraft durch eine andere aus und gibt dem Menschen eine neue Gelegenheit, voranzukommen.

Der Mensch agiert innerhalb eines vollkommenen Systems und muss seinen Teil in diesem System, der von ihm abhängt, ergänzen, um das Bestehen des gesamten Systems zu gewährleisten und es zu dem Ziel voranzutreiben. Diese Bewegung findet im gesamten System statt, in dem jedes Element erwacht und von den anderen abhängig ist, entsprechend der Reihenfolge der Korrektur von unten nach oben, entlang der Kette von Informationsgenen (Reshimot).

Wenn der Mensch aber sein Reshimo nicht realisiert, was wird dann geschehen? Daraus folgt, dass die anderen gezwungen sind, seine Arbeit für ihn zu machen. Aus diesem Grund schadet der Mensch allen sehr, wenn er Aufgaben, die ihm gestellt werden, nicht erfüllt. Damit schadet er dem gesamten System, der ganzen Gruppe. Er lässt die Gruppe nicht vorankommen und lässt sie quasi Strafrunden drehen, indem er sie zwingt, zusätzliche Korrekturen zu vollbringen, um das zu vervollständigen, was er nicht tun konnte.

Sie müssen ihn auf ihrem Rücken mitschleppen, wie in einem Kampf, wenn ein Schwerverletzter mitgetragen werden muss. Das ist ein sehr trauriger Zustand für die Gruppe.

Da das ganze System geschlossen ist und die Reihenfolge der Reshimot bestimmt, wer als erster handeln muss, wer danach und wie wir miteinander verbunden sind, hängen unsere Handlungen voneinander ab und ergänzen einander. Dadurch, dass du deine Aufgabe nicht rechtzeitig erfüllst, bewegst du dich selbst und die Welt in Richtung Schuld statt Rechtfertigung.

Du stehst genau an der Waagenzunge und neigst sie mal zu einer Seite mal zur anderen und trägst dadurch die Verantwortung für die ganze Welt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 24.09.2012



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Die Bürgschaft ist eine Bedingung für die spirituelle Geburt

Dank der gegenseitigen Bürgschaft erreicht der Mensch einen solchen Zustand, in dem er spürt, dass alle ihn unterstützen, um ihn mit dem Nötigsten zu versorgen. Und dann wird er in der Lage sein, an die anderen zu denken – nur unter dieser Bedingung wird er sich über seinen Egoismus erheben können.

Es gibt keine anderen Kräfte. Das Ego ist die einzige Kraft, die über uns herrscht, und nur die Gruppe ist dazu in der Lage, sie zu neutralisieren.

Wenn die Gruppe meinen Egoismus nicht annulliert, werde ich es selbst nie können. Ich werde für immer in ihm begraben sein und nicht auf die Welt kommen können, nicht aus ihm rauskommen können. Die Bürgschaft ist für mich ein Gesetz des Lebens, eine Bedingung für meine spirituelle Geburt.

Solange ich von der Gruppe kein Gefühl des völligen Versorgtseins, der Sicherheit, der Geborgenheit bekommen habe, werde ich mich nicht über mich selbst erheben können. Im Grunde genommen bedeutet genau das die Bürgschaft, die in mir ein solches Gefühl entstehen lässt – das hängt nicht mehr von mir ab. Wenn die Freunde mich mit ihrer Bürgschaft beeinflussen, spüre ich, dass ich ganz damit aufhöre, an mich selbst zu denken. Auf diese Weise funktioniert das.

Man könnte es mit einem Kleinkind vergleichen, das sich in den Armen seiner Mutter geborgen fühlt und keine Sorgen hat. Es glaubt instinktiv daran, dass es mit allem Nötigen versorgt wird. Genau so muss ich mich fühlen – wie ein Kind in den Armen der Gruppe, das alle Sorgen, alle Gedanken, alle Befürchtungen, alle Fragen vergisst.

Mir bleibt kein einziger Faden, der in meine eigene Richtung führt, als würde ich in der Luft schweben. Von diesem Moment an bin ich in der Lage, an die anderen zu denken.

Die Rede ist von den unverbrüchlichen Gesetzen, von den Kräften, die auf uns einwirken. Das sind keine Phantasien oder wage Vermutungen von mir. Wenn die Kraft der Bürgschaft auf mich einwirkt, werde ich unbedingt von mir selbst abschalten können. Und das hängt nicht davon ab, ob ich das möchte oder nicht. Wenn die Freunde mit so einer Kraft auf mich einwirken, befreie ich mich von der Macht meines Egos. Von diesem Moment an bin ich in der Lage, an den Nächsten zu denken.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 24.09.2012



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Unterschätzte Rolle der Praxis

Frage: Wozu brauchen die Massen der Menschen die Arbeit in der Gruppe, wenn man ihnen einfach ein Buch zum Lesen geben kann, in welchem alles erklärt wird?

Meine Antwort: Und wo werden dann die Menschen das Kli / Gefäß erschaffen, wo beginnen sie die höhere Kraft zu fühlen? Sie benötigen die Praxis!

Selbst wenn sie nichts mit Kabbala zu tun haben, sollen sie trotzdem spüren, dass in der Einheit eine besondere Kraft liegt, mit welcher sie die Welt und sich selbst ändern können, alles drumherum umgestalten, alles schärfer sehen. Mit Hilfe dieser Kraft, der Eigenschaft des Gebens, fangen sie an, wie mit Röntgenstrahlen in die Tiefe der Geschichte und in die Materie zu sehen. Sie erheben sich über Zeit, Ort und Bewegung in die nächste Dimension. Und wenn sie das nicht untereinander praktizieren, sondern das Buch liegend auf dem Sofa lesen, dann wird sich dadurch nichts ändern.

Das Lesen ist gut für die Vorbereitung, für das
„Aufwärmen“, aber nicht für die Realisierung.

Frage: Also müssen die physischen Treffen unbedingt stattfinden?

Meine Antwort: Ja, die Kabbalisten praktizieren diese Treffen von alters her, weil der Kontakt zwischen den Menschen erforderlich ist – er soll genau hier, wahrhaftig, umgesetzt werden.
Der Schöpfer zeigt sich nicht in einem Menschen, er zeigt sich nur im Kontakt zwischen den Menschen. Deshalb soll außer dir mindestens noch eine weitere Person dabei sein. Es ist jedoch schwierig, zu zweit zusammenzuarbeiten. Zehn Menschen sind dafür ideal.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht 26.08.2012



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Ein Gebet um das Unmögliche

Unity Kongress. Vorgespräch

Der Unterschied zwischen allen Handlungen besteht nur darin, ob sie zum Schöpfer führen oder nicht. Der Schöpfer kann nicht enthüllt werden, wenn davor keine Verbindung unter allen stattgefunden hat, ohne jegliche Unterschiede, zum allgemeinen Wohl von allen, so dass ich selbst nicht mehr existiere – ich führe nur diese Handlungen aus und denke nicht mehr an mich selbst. Und ich sehe und weiß noch nicht einmal, was genau ich gemacht habe. Ich brauche das nicht, anderenfalls könnte ich womöglich damit beginnen, einen Genuss aus meinen Verdiensten zu ziehen.

Das spiegelt ein wenig wider, was Geben bedeutet. Und natürlich ist es nicht möglich, solche Eigenschaften zu erlangen. Indem wir es immer mehr für uns klären, vergewissern wir uns dessen Unmöglichkeit und beginnen allmählich zu verstehen, dass es zu uns von irgendwo außerhalb kommen muss.

Je mehr wir uns anstrengen und sehen, dass wir dazu nicht in der Lage sind, desto offensichtlicher wird es für uns, dass hier nur die höhere Kraft, etwas Unreales, helfen kann. Und dann verlangen wir, dass es geschieht. Das ist bereits ein Gebet.

Auszug aus dem Gespräch vor dem Kongress, 20.09.2012



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