Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Einen Chip implantieren und aufwachen

Frage: Die Menschen in Schweden sind total begeistert vom Biohacking. Biohacking bedeutet, sich einen Chip von der Größe eines Reiskorns unter die Haut implantieren zu lassen, auf dem persönliche Daten wie Bankkartennummern, Passnummern und andere Dokumente gespeichert sind. Die Skandinavier behaupten, dass ihr Leben dadurch viel einfacher geworden ist.

Wohin führt diese zunehmende Vereinfachung?

Antwort: Ich denke, dass die Menschen dadurch eine große Leere in ihrem Inneren empfinden werden. Sie werden gezwungen sein, etwas dagegen zu unternehmen. Da helfen auch keine Chips mehr. Sie müssen irgendwie eine Quelle der Erfüllung für sich finden.

Der Mensch wird vor der ewigen Frage stehen: „Wo bin ich? Wozu bin ich da? Was hat das alles für einen Sinn? Was haben mir all meine Chips, Computerbildschirme und Telefone gebracht? Führt das alles dazu, dass ich alles vor mir habe, dass ich auf einem kleinen oder großen Bildschirm praktisch die ganze Welt sehen kann, dass ich mit allen in Kontakt treten kann. Und was dann? Wozu? Und jetzt sitze ich vor einem leeren Bildschirm und weiß nicht, was ich mit mir selbst und mit ihnen anfangen soll.“

Das ist gut. Das wird uns dazu bringen, die richtige, echte Antwort auf die Frage zu suchen: „Wozu das alles?“

Frage: Kommt ein Mensch, der sich diese Frage stellt, zu einer Antwort?

Antwort: Er muss zu einer Antwort kommen. Nicht sofort, er wird leiden, suchen, aber das ist der richtige Weg. Er wird nach einer Antwort über sich selbst suchen! „Wo bin ich, wo ist mein Platz in dieser Welt?“ Das ist eine unglaubliche Suche und Erkenntnis!

Frage: Wo ist hier das Glück?

Antwort: Das Glück liegt darin, dass er die Antwort finden wird. Er wird plötzlich entdecken, dass es eine solche Kraft, einen solchen Gedanken gibt, der auf diese Frage wartet und bereit ist, sie zu beantworten. Das ist ein Treffen, ein Rendezvous mit seinem Geist.

Frage: Wird der Mensch verstehen, dass genau dieser Geist ihn zu dieser Begegnung geführt hat?

Antwort: Ja. Und dann wird er alles sehen, alles erkennen. Es wird wie eine Offenbarung der Welt sein – vom Anfang, von der Entstehung bis zum Ende und alles zusammen! Alles wird klar werden.

[#242016]

Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Das Gespräch des Schöpfers mit dem geliebten Geschöpf

Wenn ich beginne, meine Beziehung zur ganzen Welt zu korrigieren – zu allen anderen Seelen, zu meinen Freunden in der Gruppe und beim Studium –, entdecke ich plötzlich, dass es nur mich und den Schöpfer gibt – und sonst niemanden …

Das bedeutet: Alle Freunde, die ganze Welt, die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur, die Menschen, die Seelen – all das sind im Grunde Erscheinungsformen des Schöpfers mir gegenüber. Denn der Schöpfer kann sich mir nicht als Licht ohne Gefäß (Kli) offenbaren – ich hätte nichts, womit ich Ihn wahrnehmen könnte.

Deshalb teilt der Schöpfer die Schöpfung in zwei Teile: das Geschöpf selbst, seine Seele – und alle übrigen Wünsche außerhalb dieses Geschöpfes, die dem Schöpfer zugeordnet sind.

Der hebräische Begriff für Schöpfer, Bore, setzt sich zusammen aus den Worten Bo – Re, also: „Komm und sieh“. Wenn sich das Geschöpf mit diesem scheinbar äußeren Kli verbindet, drückt es dadurch seine Beziehung zum Schöpfer aus – und in diesem Gefäß offenbart sich das Licht. All dies gibt dem Geschöpf die Möglichkeit, die Höhere Kraft zu enthüllen.

Dann beginnt das Geschöpf, die „Sprache“ des Schöpfers zu verstehen – das Gespräch, das der Schöpfer mit ihm führt. Manchmal scheint es ihm, als sei dieses „äußere“ Kli höher, über ihm, manchmal niedriger, unter ihm. Manchmal erscheint ihm die Welt wie ein leerer Raum, in dem es absolut nichts gibt. Aber wenn das Geschöpf versteht, dass der Schöpfer für es absichtlich diesen leeren Raum freigemacht hat, damit es ihn selbst mit seinem Verlangen zu geben füllen kann – dann hat es ein Arbeitsfeld erhalten.

In dieser Leere fehlt das Licht des Glaubens, das Licht des Gebens – Chassadim. Und wenn das Geschöpf bereits in der Lage ist, diesen leeren Raum mit dem Licht von Chassadim zu füllen, dann verbindet es sich dadurch mit dem Schöpfer und kann darin auch das Licht von Chochma (Weisheit) offenbaren.

Und es gibt auch umgekehrte Zustände, in denen der Schöpfer das Geschöpf spüren lässt, dass es erfüllt ist. Zuerst fühlt es sich an, als würde man vor einem gewaltigen Licht stehen, das sich aber noch außerhalb von einem befindet – dieses Empfinden wird uns in den ersten neun Sefirot (den TET Rishonot) gegeben.

Der Mensch muss auf diesen Genuss ein Zimzum (eine Einschränkung) machen, seine innere Grenze – bis zu welcher er das Licht aufnehmen kann – auf die Höhe von Nikwej Ejnaim (Öffnungen der Augen) anheben und in den drei Linien arbeiten, um mit dem Massach (Schirm) dieses Licht zu messen, das vor ihm steht – um zu klären, inwieweit man es um des Gebens willen annehmen kann.

So schreiten wir voran, durchlaufen verschiedene Zustände – oft auch unbewusst. Aber sie offenbaren sich nur unter der Bedingung, dass wir nicht vergessen: Es gibt nur ein Licht und ein Gefäß – das für uns in viele Teile aufgeteilt wurde, die wir nach und nach mit der Absicht zu geben an uns anschließen müssen.

Auf diesem Weg stehen uns zwei Hauptetappen bevor:

  1. Die Stufe von Bina (Chafez Chessed, das Verlangen nach Barmherzigkeit), auf der der Mensch noch nicht wirklich in Verbindung mit anderen treten kann. Er lernt lediglich, seinem Egoismus zu widerstehen, sich über seine Wünsche, über all seine enthüllte böse Neigung zu erheben, und erlangt so die Gefäße von GE (Galgalta we Ejnaim – Kopf und Augen).

  2. Danach beginnt er mit der ”Verbindung der Eigenschaften der Barmherzigkeit und des Gerichts“  zu arbeiten– das heißt, er beginnt auch seine empfangenden Wünsche, die in ihn eingeschlossen sind, zum Geben zu nutzen.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash

Die Weisheit der Schöpfung ergründen

Frage: Die gesamte Realität beinhaltet das Licht und das Kli, den Schöpfer und die Schöpfung, mich und den Nächsten. Warum erscheint der Sohar dann so schwer und verwirrend?

Meine Antwort: Der Sohar erscheint nur uns schwer und verwirrend, weil wir nicht das gesamte Bild sehen. Uns kommen „ich“ und „die Welt“, meine Verlangen, meine Gedanken, Kräfte, die in dieser ganzen Realität wirken, und Erfüllungen in ihr getrennt voneinander, zerbrochen vor. Aus diesem Grund zeichnet mir diese Kraft des Zerbrechens ein äußerst kompliziertes, verwirrendes Bild. Und alles nur, weil ich das nicht miteinander vereint sehe, und die Trennung bringt mir die Verwirrung.

In dem Maße, in dem wir fähig sind, nicht im Verstand (er nützt nichts!), sondern in den Gefühlen, also in den korrigierteren Kelim/Verlangen alle diese Details der Wahrnehmung vereint zu erkennen – ich, der Nächste, der Schöpfer, das Studium, die Gruppe, die Umgebung, alles, was existiert -, also in dem Maße, in dem ich mich danach sehne, all das zu vereinen, bringen mir diese Anstrengungen das Licht. Und das Licht bringt mich zum Betrachten eines einheitlicheren Bildes, in dem sich alle Elemente allmählich zu verbinden beginnen.

Aus der Verbindung all dieser Gegensätze, die zu unterstützenden und miteinander verbundenen werden, resultiert die ganze Weisheit. Je weiter voneinander entfernt und entgegengesetzter diese ganzen Details des Bildes der Realität, die ich nun miteinander verbinden und einander unterstützend und ergänzend sehe, früher waren, desto tiefer ergründe ich den Schöpfungsgedanken, das Schöpfungsprogramm, den Prozess, den wir durchlaufen.

Aus diesen Gegensätzen heraus fange ich an zu leben, diese erstaunliche Weisheit wahrzunehmen, die höhere Lenkung zusammenzufassen und sie auf die Einzige Kraft zu beziehen.

All das geschieht infolge der Einwirkung des Lichts auf meine zerbrochenen Verlangen und Gedanken, wenn ich will, dass es sie vereint.

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Auszug aus dem Sohar-Unterricht. Das Vorwort

Adaption der Kabbala

Frage: Sie sind der Lehrer. Wer kann Sie beim Unterrichten ersetzen?

Antwort: Ich denke nicht, dass das überhaupt notwendig sein wird. Es gibt etwa zwanzigtausend aufgezeichnete Lektionen, die eine enorme Menge an Wissen, Ratschläge und Übungen zur Kabbala enthalten, die studiert und umgesetzt werden können.

Solange ich die Möglichkeit habe, voranzuschreiten, werde ich das tun. Sobald ich aufhöre, ist nichts Weiteres erforderlich. Die Menschen können alle Lektionen und Vorträge aus dem Archiv nehmen und systematisch studieren. Das Material reicht für zehn Jahre im Voraus aus, sodass man sich keine Sorgen machen muss. Das ist vollkommen ausreichend, um alle Ziele zu erreichen.

Dennoch bemühe ich mich täglich, etwas Neues zu vermitteln, indem ich immer anschauliche Beispiele finde, einfache Ausdrücke und Formulierungen, um den Stoff verständlicher zu machen.

In der Kabbala ist die Einfachheit das Wichtigste. Es ist nicht wie in der Philosophie oder in anderen Wissenschaften, bei denen es darum geht, zu verwirren oder komplizierte Theorien aufzustellen. Es geht um hohe, entfernte, kaum wahrnehmbare Bilder und Gedanken, die mit den gewöhnlichen Sinnen, dem Herz und dem Verstand kaum erfassbar sind. Diese müssen so nah wie möglich am Menschen ausgedrückt werden, und zwar an den normalen Menschen, da die Kabbala heute für die breite Masse bestimmt ist. 

Deshalb versuche ich heute, sie der breiten Öffentlichkeit näherzubringen. Der große Kabbalist des 12. Jahrhunderts, Rambam, schrieb, dass unsere Methode so entwickelt werden muss, dass sie so einfach ist, dass sie für Frauen, Kinder und Ungebildete – für alle geeignet ist. Nicht nur für große Denker oder einer kleinen Elite, sondern für jeden Menschen auf der Welt.

Grundsätzlich ist jeder verpflichtet, seine Natur zu korrigieren und den korrigierten Zustand- die Stufe des Schöpfers- zu erreichen. Das ist die Essenz unserer Generation. Vielleicht nicht in dieser, sondern in der nächsten Generation, aber innerhalb der nächsten Jahrzehnte müssen wir dieses Ziel erreichen.

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Aus dem Gespräch „Mein Telefon klingelte“, 20000 Lektionen

 

Eine neue Art der Verbindung

Bemerkung: In unserer Zeit kommunizieren die Menschen immer weniger miteinander. Sie starren in ihre Handys und Computer und tauschen nur noch Emojis aus.

Antwort: Das dient dazu, die Illusion von Kommunikation zu erschaffen. Jemand schreibt dir etwas, du antwortest irgendwie, liest es halb, tippst irgendwas zurück – und das war’s, man „hat sich ausgetauscht“.

Frage: Und was bedeutet Kommunikation aus der Sicht der Kabbalisten?

Antwort: Kabbalistische Kommunikation ist um ein Vielfaches höher.

Wenn wir miteinander in Kontakt treten, sprechen wir darüber, wie wir unsere inneren Empfindungen so abstimmen können, dass sie in Einklang kommen – sodass wir einander verstehen. Das geschieht nicht nur über Schrift, Ton oder andere Informationskanäle – nicht nur über die sinnlichen Verbindungen zwischen uns. Wir streben danach, uns auf eine gemeinsame spirituelle Wellenlänge einzuschwingen – auf die Welle, mit der das ganze Universum erfüllt ist.

Wir versuchen, eine Ebene der gemeinsamen Schwingung zu erreichen, auf der wir sie alle gemeinsam spüren können – jeder auf seine Weise. So wie wir alle dieselbe Melodie hören und sie jeder nach seinen eigenen Eigenschaften empfindet, und dennoch gibt es etwas Gemeinsames: Etwas Gemeinsames in der Melodie, die aus einer Quelle stammt und in uns verschiedene, aber in Bezug auf die Quelle adäquate Reaktionen hervorruft. Deshalb begegnen wir uns in ihr.

Wir bleiben verschieden – aber wir fühlen diese Unterschiede zueinander. Und das Wichtigste ist: Wenn jeder von uns sich mit der Quelle verbindet, dann verbindet uns gerade diese Quelle miteinander. In ihr sind wir gleich.

Andernfalls könnten wir überhaupt nicht miteinander kommunizieren – und würden entdecken, dass wir nur noch über Mobiltelefone kommunizieren können.

Deshalb ist die kabbalistische Kommunikation völlig anders – sie geschieht ohne Worte. Wir senden einander keine Nachrichten, sondern versuchen gemeinsam, auf dieselbe Wellenlänge zu kommen, das Feld des Schöpfers zu offenbaren und uns darin zu befinden.

Frage: Was bringt uns dazu, auf diese Weise zu kommunizieren? Wir sehen doch, dass die Menschheit heute gar nicht mehr miteinander in Kontakt treten will.

Antwort: Das stimmt – der Mensch will überhaupt nicht mit anderen kommunizieren. Nur wenn es ihn beruhigt und erfüllt. Im Grunde genommen braucht er keinen Austausch.

Aber in der Kabbala ist das etwas ganz anderes, denn dabei erkennen wir unser inneres, spirituelles Leben. Wir enthüllen einen ewigen, unveränderlichen Zustand, der sich ständig erhöht und alles Existierende in sich einschließt – etwas, das ein gewöhnlicher Mensch nicht wahrnimmt.

Wenn wir anfangen zu begreifen, was uns durch die Kabbala offenbart wird, ist das überwältigend. Dann hören wir auf, uns mit technischen Kommunikationsmitteln zu beschäftigen, und versuchen stattdessen, im Zehner durch Gedanken- und Gefühlskontakt Verbindung zu schaffen. Dieser Kontakt umfasst die ganze Wirklichkeit – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft –, mit uns und mit der ganzen Menschheit.
Das ist eine vollkommen andere Art der Verbindung.

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Aus dem russischen Unterricht vom 22.10.2017

Übergang von Welt zu Welt

Wir alle befinden uns im Zustand des „Exils“ – dem Exil vom Empfinden und Erkennen des Schöpfers, der höheren, spirituellen Welt. Es gibt nur zwei Zustände: Exil und Erlösung.

Da wir uns im Zustand befinden, in dem der Schöpfer verborgen ist, erleben wir eine Realität, wie sie sich uns derzeit zeigt – vergänglich und veränderlich unter dem Einfluss der Naturgesetze.

Doch es gibt eine spirituelle Realität, in die wir aufsteigen können. Dort gelten andere Zeiten und Definitionen, und wir erheben uns über Zeit, Bewegung und Raum.

Wie also erfolgt der Übergang von dieser Welt, der materiellen Realität, die durch unsere physischen Sinnesorgane wahrgenommen wird, in die spirituelle Realität? Dafür müssen wir spirituelle Sinnesorgane entwickeln, mit denen wir die spirituelle Welt wahrnehmen können.

Selbst im tierischen Körper, noch während des Lebens in dieser Welt, können wir parallel zur materiellen Realität auch die spirituelle Realität empfinden. Und letztlich wird die materielle Realität verschwinden, und wir alle werden in die spirituelle Welt eintreten.

Wie erreichen wir die Erlösung von unserem Egoismus, der uns gegenwärtig an die Wahrnehmung allein dieser Welt bindet? Nach dem Plan des Schöpfers bereitet uns der Egoismus verschiedene Probleme und Leiden, um uns zu zwingen, aufzusteigen und diese Welt zu verlassen. Denn würden wir uns darin ständig wohlfühlen, blieben wir für immer in diesen kleinen egoistischen Wünschen gefangen.

Der Schöpfer will, dass wir uns entwickeln, und deshalb erweckt Er in uns durch verschiedene Probleme und Leiden das Bedürfnis, unseren Zustand zu verändern. Zugleich weist Er uns eine Richtung zur Veränderung, indem Er zwischen uns egoistische Beziehungen erweckt, die uns zur Erkenntnis führen, dass wir zu einer anderen Wahrnehmung der Welt aufsteigen müssen – zu einer Realität, die über unserem Verstand liegt.

Der Übergang von Welt zu Welt hängt davon ab, ob der Mensch die Realität persönlich, individuell wahrnimmt, also so, wie wir sie heute sehen. Durch persönliche Wahrnehmung ist es unmöglich, die Welt anders zu empfinden. Oder aber der Mensch beginnt, sich mit anderen zu verbinden und nimmt die Realität aus dieser Verbindung heraus wahr.

Er beginnt, nicht an sich selbst zu denken, sondern daran, was gut für die Gruppe, für den Zehner oder sogar für die ganze Menschheit ist. Er identifiziert sich mit den anderen, außerhalb seiner selbst, und beginnt, die Realität durch sie wahrzunehmen. Das ist bereits eine spirituelle Wahrnehmung der Realität, denn er erhebt sich über seinen Egoismus, das Verlangen zu genießen, welches als „Körper“ bezeichnet wird, hin zu einer anderen Wahrnehmung im gemeinsamen Verlangen zwischen ihm und den anderen – dem, was „Seele“ genannt wird.

So erlangt er eine neue Wahrnehmung der Realität. Der Übergang von der körperlichen zur spirituellen Wahrnehmung der Realität ist also der Aufstieg von der innerlich persönlichen Empfindung hin zur gemeinsamen Empfindung der Gruppe, vom Empfinden des „Ich“ zum „Wir“. Und je größer dieses „WIR“ ist, desto stärker ist das Empfinden der spirituellen Realität – ewig und vollkommen, unabhängig von der persönlichen Wahrnehmung des Menschen.

Das wird die neue, wahre Wahrnehmung der einzig existierenden Realität sein. Was wir jetzt erleben, ist eine eingebildete Realität, und unsere gesamte Welt ist eine Illusion, die in unseren materiellen Sinnesorganen durch egoistische Wünsche entsteht, die alles zu sich hinziehen wollen. Eine solche Realität existiert nur in unserer Vorstellung.

Wenn wir von der materiellen zur spirituellen Wahrnehmung der Welt aufsteigen, fühlen wir, als würden wir aus einem Traum erwachen. Derzeit befinden wir uns wie im Schlaf – und wir müssen aufwachen.

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Aus dem Unterricht zum Artikel von Baal HaSulam „Das Erbe des Landes“

Wir waren wie in einem Traum

Die Wahrheit ist, dass der Schöpfer das gesamte Universum ausfüllt. Die Wahrheit (Emet) besteht aus den Buchstaben Alef-Mem-Tav, also aus den drei Kräften, die in der Schöpfung existieren. „Alef“ ist der erste Buchstabe des Alphabets, Keter, der Schöpfer. „Tav“ ist der letzte Buchstabe des Alphabets, Malchut. Und „Mem“ ist in der Mitte, Bina, und verbindet Keter und Malchut.

Es ist notwendig zu erkennen, dass die Wahrheit nicht so ist, wie sie uns nach unserer Meinung und unserem Gefühl erscheint. Wie es heißt: „Sie haben Augen, aber sehen nicht; sie haben Ohren, aber hören nicht. Das heißt, wir fühlen nicht, wo wir sind, wie die Blinden und Tauben, wir fühlen die wahre Welt nicht und dringen durch Tasten in sie ein.

Aber genau hier liegt die Lösung. Der Schöpfer hat diese Verhüllung absichtlich geschaffen, damit wir die Vollkommenheit erreichen können, nämlich von der Verhüllung zur Enthüllung, vom Wissen zum Glauben über dem Wissen, von Malchut zu Bina, vom Empfangen zum Geben.

Der Mensch glaubt, dass er die äußere Welt erlebt, aber in Wirklichkeit ist er in sich selbst gefangen und fühlt von innen heraus. Die gesamte Realität existiert in uns. Das ganze Universum, die Galaxien, die Sterne, die Planeten und die Erde mit allem, was sich darauf befindet, ist alles „ich“.

Es ist, als hätte ich das Bewusstsein verloren oder würde schlafen und träumen. Manchmal träume ich, dass ich irgendwohin gehe und etwas tue, als wäre es real. Aber dann wache ich auf und sehe, dass die wahre Realität überhaupt nicht mit meinen Träumen übereinstimmt.

Und das Gleiche passiert mit uns, wenn wir uns dem Spirituellen öffnen. Auch wir verstehen, dass wir in einem Traum waren, aber jetzt sind wir aufgewacht und sehen die wahre Realität.

Glaube über dem Verstand bedeutet zu erkennen, dass die Wirklichkeit nicht so ist, wie ich sie mir jetzt vorstelle. In Wirklichkeit bin ich im Inneren des Schöpfers, der höheren Kraft, die mich kontrolliert. Und die riesige Welt vor mir ist in mir, und ich muss die Kraft des Schöpfers anziehen, um meine Welt zu erfüllen und alles in Ordnung zu bringen.

Man sollte alles tun, um den Schöpfer zu offenbaren, der das ganze Universum erfüllt. Und das ist nur durch den Zehner möglich, indem man in den Freunden verschwindet und sich in ihnen auflöst, sie so sehr in sich aufnimmt, dass man spürt, dass hinter all den Freunden der Schöpfer steht und darauf wartet, dass man ihn offenbart.

So beginne ich, das Licht des Glaubens zu begreifen, das heißt, das Gefühl des Schöpfers. Dies nennt man Glauben über dem Verstand. Das Wissen war meine frühere Wahrnehmung der Realität, so wie die Augen sahen und die Ohren hörten. Doch jetzt beginne ich, die Wirklichkeit jenseits der physischen Wahrnehmung zu spüren, und durch meine Freunde gelange ich zur Enthüllung des Schöpfers, der mein spirituelles Kli, die zehn Sefirot meiner Seele, erfüllt.

So kommt man zur ersten spirituellen Offenbarung und von dort aus schreitet man immer weiter voran.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube ist höher als Wissen“

Entwicklung des Gefühls der Einzigartigkeit des Schöpfers

Frage: Wie sollte man auf das Auftreten physischer Probleme im Leben reagieren?

Antwort: Wenn ein physisches Problem vor mir auftaucht, sollte ich es physisch lösen, während ich gleichzeitig verstehe, dass es mir vom Schöpfer gegeben wird. Dies sollte mich ständig daran erinnern, dass „es niemanden außer Ihm gibt“ und dass sowohl gute als auch schlechte Probleme von Ihm ausgehen.

Unser Hauptproblem besteht darin, die Welt als ein vom Schöpfer gesandtes Bild wahrzunehmen und alles, was uns widerfährt, mit Ihm in Verbindung zu bringen. Es gibt keine andere Kraft in der Welt, die alles lenkt. Alles, was uns als von Ihm getrennt erscheint, wird absichtlich vom Schöpfer geschaffen, um uns zu verwirren.

Warum verwirrt Er uns? – Damit wir in uns ein scharfes Gefühl für Seine Einzigartigkeit entwickeln. Dann werden wir beginnen, Seine Manifestation in allem, was uns umgibt, zu spüren. Sowohl das, was in uns im Herzen und Verstand existiert, als auch das, was außerhalb von uns in der unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Natur existiert, wird allein von Ihm geschaffen, bestimmt und gesandt.

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Baal HaSulam und mein Interview im amerikanischen Radio (Teil 2)

Es ist notwendig, den Schöpfer zu verhüllen und, dass Er gleichzeitig wirklich in uns ist und jede Zelle, jedes Verlangen, jedes Molekül, jedes Atom kontrolliert – alles, was in uns geschieht. Es ist das allgemeine Gesetz der Schöpfung, das allgemeine Licht, das alles Verlangen erschaffen hat, das jeden Teil davon beherrscht, es füllt, hineingeht, hinausgeht, usw.

Es ist das Überlaufen des Lichts innerhalb des Verlangens, das dieses Verlangen durch alle Stadien trägt, die Metamorphose vom absoluten Egoismus zum absoluten Altruismus. Die persönliche Lenkung des Schöpfers ist uns absichtlich verborgen, sie kann nur in dem Maße enthüllt werden, in dem wir sie entdecken, richtig einschätzen, ihr zustimmen, sie mit unserem Herzen vollständig rechtfertigen können.

Wenn ich es entdecke, werde ich sagen: „Gott sei Dank, der Schöpfer tut es!“, – und mich ihm hingebe… Es ist gut, dass Er es in mir tut. Ich bin mit Seinem Handeln völlig einverstanden. Mehr und mehr werde ich mir bewusst, was in mir vorgeht, in meinen Gedanken, in meinen Wünschen. Und alles, was in mir aufgewühlt wird, alle meine Reaktionen – all das fange ich an, dem Schöpfer zuzuschreiben, und befreie mich so von jeder vermeintlichen Beteiligung an diesem Prozess.

Ein solcher Zustand wird „ubar“ – Embrio – genannt. Unsere Handlungen in diesem Zustand sind vergleichbar mit den Handlungen eines physischen Fötus, wenn er sich im Inneren der Mutter befindet und sich entwickelt. Der Fötus ist absolut nicht an irgendetwas beteiligt, er wird nicht nach etwas gefragt. Was notwendig ist, kommt in ihn hinein, was notwendig ist, verlässt ihn, und die Hauptsache ist, dass er sich im Inneren entwickelt.

Wenn der Mensch, nachdem er sich von dem Wunsch befreit hat, sich in die Lenkung einzumischen, bereit ist, sich vollständig dem Schöpfer zu überlassen…. Was bedeutet es, sich zu „überlassen“? – Wenn ich auf der minimalsten Ebene für alles bereit bin – das nennt man einen Punkt, einen Samen, eine Keimung , ein Reschimo.

Und dann muss ich, trotz meines Egoismus, anfangen zu spüren, dass ich mich dem Schöpfer ganz hingebe. Das ist eine unsagbar harte Arbeit. Unbeschreiblich schwer.

Denn weder Wissen, noch Glaube, noch Wünsche, noch irgendwelche Definitionen, Prinzipien, die wir heute verstehen, können uns hier überhaupt helfen. Das ist eine Veränderung, eine innere Natur, in der Tat. Nun, wir werden dazu kommen.

Wir befinden uns jetzt in einem Zustand, in dem der Schöpfer völlig vor uns verborgen ist. Man sagt uns, dass er uns vollständig kontrolliert, aber wir können diese Kontrolle nur in dem Maße entdecken, wie wir sie rechtfertigen, dass wir uns dieser Kontrolle tatsächlich hingeben wollen und nichts anderes als Ihn wünschen.

Was auch immer im nächsten Moment geschieht, wenn der Schöpfer es tut, d. h. die Eigenschaft der Hingabe – ich wünsche es mir mehr als alles andere. Ich schließe die Augen und beteilige mich überhaupt nicht an den Mitteln, an der Handlung, an den Folgen und an dem, was am Ende dabei herauskommt.

Baal HaSulam und mein Interview im amerikanischen Radio (Teil 1)

Baal HaSulam schreibt: “Alle glauben an die persönliche Lenkung der Schöpfung durch den Schöpfer, aber sie verschmelzen nicht mit dieser Lenkung, weil es für sie schwierig ist, einen unreinen, unfreundlichen Gedanken oder eine Handlung, die ihnen oder vor ihnen geschieht, dem Schöpfer zuzuschreiben, der der Höchste und Beste ist.

Weil wir den Schöpfer immer noch als etwas Höheres über uns wahrnehmen, und wir nicht glauben können, dass dieses Höhere so niedere, so entgegengesetzte Eigenschaften, Handlungen, Motive, Absichten, Gedanken beinhalten kann. Deshalb können wir nicht alles, was uns und der ganzen Welt widerfährt, dem Schöpfer zuschreiben.

Einmal hatte ich ein Interview im amerikanischen Radio, wo ich mit einem Chabad Rabbi zusammengebracht wurde und er begann, mit mir zusammen zu erklären, was Kabbala ist. Natürlich kamen wir nicht zu einer Einigung. Das Wichtigste, was man einem Menschen erklären muss, ist, dass der Schöpfer die Eine Kraft ist. Man kann nicht von Ihm wegkommen, man muss Ihn entdecken, Ihn offenbaren, man muss mit Ihm verbunden sein, man muss irgendwie den Kontakt zu Ihm finden. Du kommst einfach nicht darum herum. Die Verbindung, sie ist die Einzige, die alles kontrolliert und handelt.

“Nein, sie ist nicht die Einzige."
“Und warum nicht?”
“Schlechte Dinge kommen nicht vom Schöpfer".
“Und von wem kommen sie? Könnte es noch einen Vater, einen Sohn, einen heiligen Geist und tausend andere Götter geben? Wie in Indien oder im alten Griechenland?”
“Nein. Aber nicht vom Schöpfer.”
“Von wem dann?!”
“Vom Menschen.”
“Also handelt der Mensch auf eigene Faust? Ist es nicht der Schöpfer, der alles kontrolliert? "Es gibt niemanden außer Ihm", sind das nur schöne Worte?”

Er schwieg, ich setzte das Gespräch fort, aber ich wurde nie wieder zum weiteren Radiointerview eingeladen…..

Was will ich damit sagen? Im Grunde hat er Recht. Wir sind von Natur aus so geschaffen, dass wir schlechte Handlungen nicht dem Schöpfer zuschreiben können. Eine Katastrophe – sechs Millionen verbrannte Menschen – vom Schöpfer? Wie kann das sein? Viele Menschen haben die Religion verlassen, weil ihnen ein Unglück widerfahren ist und es unvorstellbar für sie ist, dass der Schöpfer so etwas zugelassen hat.

Wir können also nicht alles, was uns widerfährt, auf den Schöpfer zurückführen. Das ist unser Problem, und dieses Problem besteht auch für diejenigen, die sich bereits in der Vorstufe des Erkennens der Höheren Welt befinden, d.h. im Vor-Machsom-Zustand. Es ist immer noch sehr schwierig für uns, alles, was uns widerfährt, dem Schöpfer zuzuschreiben.

Habe ich keinen freien Willen? Ich kann es mir  nicht vorstellen. Also ist alles, was jetzt in mir wirkt – körperlich, moralisch, geistig – nicht ich. In all dem muss ich den Schöpfer sehen, der in mir sitzt und die Fäden zieht, alles kontrolliert, mir den einen oder anderen Wunsch vermasselt, der Schrauben und Muttern aller Art in mir dreht, und ich verhalte mich dementsprechend nach außen hin.

Das ist sehr schwierig. Eigentlich ist es unmöglich, nur nach dem inneren Verständnis zu handeln. Man kann wahrscheinlich verrückt werden, das ist sicher, man ist nicht in der Lage, das zu tun.

Und es ist gut, dass es vor uns verborgen wird, sonst würden wir zombifiziert werden, wir würden uns in einem Zustand absoluter Unfreiheit fühlen, und dann hätten wir keine andere Möglichkeit, etwas zu tun, vermeintlich unabhängig.

Aus der Kongresslektion „Die Früchte der Weisheit“, Brief 1