Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die unendliche Welt: Der Schirm und das reflektierte Licht

Frage: Was ist das für ein Prinzip des „Schirms“ und des „reflektierten Lichts“? Warum ist die Schöpfung genau danach aufgebaut?

Antwort: Dieses Prinzip beschreibt den Egoismus, der beginnt, sich selbst zu widersprechen. Der Mensch erhebt sich über sein egoistisches Verlangen, um nicht mehr für den eigenen Vorteil zu handeln, sondern einzig und allein zu geben. Statt andere auszunutzen, strebt er danach, sich selbst in den Dienst am Nächsten zu stellen. Das wird als „Schirm“ und „reflektiertes Licht“ bezeichnet.

Frage: Warum ist es notwendig, ein solches System aufzubauen, um den Schöpfer zu offenbaren?

Antwort: Anders kann man den Schöpfer nicht empfinden. Der Mensch besitzt nicht dieselben Eigenschaften wie der Schöpfer. Alle Empfindungen – selbst in unserer materiellen Welt – beruhen auf der Ähnlichkeit zwischen dem Wahrnehmenden und dem Wahrgenommenen. Der Mensch kann nur das empfinden, wofür seine inneren Sinnesorgane ausgerichtet sind.

Unsere Sinne sind nicht auf Radiowellen eingestellt – deshalb nehmen wir sie nicht wahr. Sie reagieren nur auf Schallwellen – also nehmen wir diese wahr. Dasselbe gilt für alle anderen Sinne – das Sehen, Riechen, Fühlen usw.

Um den Schöpfer zu offenbaren, muss der Mensch die Eigenschaften des Gebens erlangen. Nur in der Ähnlichkeit der Form entsteht die Empfindung des Schöpfers.

Bemerkung: Aber alle alten Schriften beschreiben dieses System sehr detailliert das Sie mit zwei Worten zusammenfassen: Schirm und reflektiertes Licht?

Antwort: Diese Schriften sind nicht alt – sie sind zeitlos. Sie wurden lediglich vor langer Zeit niedergeschrieben, aber ihr Inhalt steht außerhalb der Zeit.

Sie vermitteln uns eine unermessliche Fülle an Weisheit – solch subtile und feine Nuancen, dass der Mensch sie sich kaum vorstellen kann.

Wenn wir heute gerade einmal in der Lage sind, zwei Begriffe zu fassen – „Schirm“ und „reflektiertes Licht“ –, dann werden sich diese Worte später mit einer wunderbaren, unendlichen Welt verbinden: mit all ihren Farben, Klängen, Gegensätzen, die sich zu einer vollkommenen Einheit vereinen.

Der Mensch wird ein ganzes Buch benötigen, um allein diese zwei Zustände in ihrer Tiefe zu beschreiben.

Tatsächlich gibt es nichts anderes. Unser Egoismus, über dem sich ein Schirm befindet, um ihn in die entgegengesetzte Richtung – zum Geben – zu benutzen, nennt man „reflektiertes Licht“. Und das ist milliardenfach größer als unsere Welt!

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Aus dem Gespräch „Mein Telefon hat geklingelt. Ein Bild des Schöpfers”

 

Stufen der Hingabe der Seele

Wir haben keine eigenen Kräfte, weder positive noch negative, weder eine rechte noch linke Linie. Wir erhalten alles von oben und müssen daher ständig mit der höheren Kraft in Verbindung bleiben. Alles was ich habe, kommt von ihr und ich muss mich an die Mittellinie halten, das heißt, ihr treu zu bleiben.

Das bedeutet, dass ich alles der höheren Kraft zuschreibe und von ihr beide Kräfte, die linke und die rechte, sowie die gesamte Wissenschaft und alle Ratschläge empfange, die es mir ermöglichen, diese beiden Kräfte zu vereinen, damit sie sich in mir vermischen und beginnen, aus mir einen Menschen, Adam, zu formen.

Wir empfangen vom Schöpfer die egoistische Kraft und die Absicht zu Geben sowie die Methode, die es uns ermöglicht, dass eine mit dem anderen zu verbinden und aus uns ein Ebenbild des Schöpfers zu formen, der „Mensch“ genannt wird- Adam.

Das Wichtigste dabei ist, sich zu annullieren, um Kräfte und Absichten aus der höchsten Quelle vom Schöpfer zu empfangen. Indem wir die Materie (den Wunsch zu genießen) mit der Form der Materie (die Absicht zu geben) verbinden, bilden wir aus dieser Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens die mittlere Linie, die um das Geben willen empfängt- den Menschen, den Adam.

In unserem Inneren wird es die Kraft des Empfangens geben, mit der der Schöpfer uns erschaffen hat und die er nach und nach stufenweise hinzufügt. Wir müssen dieser Materie die Form des Gebens verleihen, die wir ebenfalls vom Schöpfer erhalten.

Die richtige Arbeit besteht darin, den Schöpfer um beide Kräfte zu bitten: die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens, indem wir die Zeit beschleunigen, was als „sie heiligen“ bezeichnet wird. Dann schreiten wir in der mittleren Linie voran, korrigieren uns und wenden uns an den Schöpfer, noch bevor Er sich an uns wendet.

Durch die richtige Kombination der beiden gegensätzlichen Kräfte: der Kraft des Gebens und der Kraft des Empfangens, ohne das eine davon überwiegt, sondern indem wir ihre optimale Kombination in der mittleren Linie schaffen, gestalten wir uns selbst in der Form des Gebens. Gemäß diesem angenommenen Bild nähern wir uns mit unseren inneren Eigenschaften immer mehr dem Schöpfer an, identifizieren uns mit Ihm und verbinden uns mit Ihm, gelangen zu einer Umarmung und Einheit, einer grenzenlosen Verschmelzung.

All dies geschieht dank der Hingabe der Seele, denn wir haben nicht das Gefühl, dass wir irgendetwas Persönliches besitzen das frei von der Macht des Schöpfers ist. Wir wollen uns unter seiner vollständigen Macht befinden, denn das ist die Wahrheit. Nur ist sie vor uns verborgen und wir streben danach, sie zu enthüllen.

Auf jeder erreichten Stufe entdecken wir, dass der Schöpfer über uns herrscht. Als Ergebnis unserer eigenen Bemühungen wird offenbart, dass der Schöpfer uns erfüllt und uns keinen Freiraum lässt. All dies ist das Ergebnis der Hingabe der Seele, in dem Maße, in dem ich als Mensch bezeichnet werde.

Um die richtige Beziehung zum Schöpfer herzustellen, die als Hingabe der Seele bezeichnet wird, müssen wir zunächst dieselben Übungen im Zehner in Bezug auf unsere Freunde durchführen.

Der Schöpfer hat dieses Labor für uns geschaffen, damit wir dies praktisch spüren und verwirklichen können, indem wir Unterstützung und kritische Bewertung von den Anderen dafür erhalten, wie wir auf dem Weg zur Hingabe der Seele vorankommen. Wenn ich sehe, was mir fehlt, um dem Zehner treu zu sein, kann ich verstehen, was mir für die Hingabe an den Schöpfer fehlt.

Es gibt verschiedene Stufen der Hingabe, die zu Stufen einer spirituellen Leiter werden. Das Erfassen des Schöpfers erfolgt in dem Maße der Hingabe der Seele, die wir ihm gegenüber erreichen konnten.

Wenn wir nach Hingabe der Seele streben, richtet sie uns richtig auf den Schöpfer aus und gibt uns eine genaue Richtung vor, wie der Polarstern oder die Kompassnadel, die immer nach Norden zeigt, wohin wir uns immer bewegen müssen und woran wir uns überprüfen müssen.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Liebe bedeckt alle Sünden“

 

Warum der Schöpfer und nicht Gott?

Frage: Warum nennen Sie den Schöpfer immer Schöpfer und nicht Gott?“

Antwort: Weil der Begriff „Gott“, der in allen Religionen, Glaubensrichtungen und Kulturen verwendet wird- oft verbunden mit ganz unterschiedlichen, manchmal widersprüchlichen Vorstellungen. Schöpfer hingegen steht für eine bestimmte, klare Bedeutung: Er ist die höchste, einzige, vollkommene Kraft, die uns zu einem bestimmten Zweck erschaffen hat. Gott gilt allgemein als etwas, das über uns steht und irgendwie das Weltgeschehen lenkt.

Der Schöpfer hingegen erschafft. In jedem Moment erschafft Er diese Welt, aufs Neue. Das macht Ihn zu einem viel persönlicheren Begriff.

Gott erscheint als etwas Entferntes, Abstraktes – als eine Existenz außerhalb von mir. Der Schöpfer dagegen ist eine Kraft, die mich verpflichtet, antreibt und etwas von mir erwartet.

Frage: Was erwartet er vom Menschen?

Antwort: Dass der Mensch beginnt, Korrekturen von Ihm zu fordern, dass er erkennt, wie vollständig er von dieser Kraft abhängig ist und nur der Schöpfer den Menschen in jenen Zustand führen kann, indem er Ihm ähnlicher wird.

Ich bitte Ihn – und Er tut es.
Stellen Sie sich das vor: Einerseits sind wir vollkommen machtlos, andererseits liegt die Lenkung der Realität genau in unserer Hand.

Frage: Das heißt, dass der Mensch selbst nichts tun kann?

Antwort: Ganz richtig – aber auch ohne den Menschen geschieht nichts. Man kann allein nichts bewirken, aber ohne zu bitten, zu fordern, zu zeigen, was fehlt – passiert auch nichts. Es ist eine Partnerschaft.

Frage: Wie bittet man den Schöpfer? Wie bringt man Ihn zum Handeln?

Antwort: Man zwingt Ihn! Es steht geschrieben: „Meine Söhne haben Mich besiegt.“ Erst durch diesen inneren Drang, dieses echte Verlangen, beginnen wir zu spüren, dass wir wirklich Seine Kinder sind und dass Er uns genau dafür erschaffen hat. Das ist,  im wahrsten Sinne, überwältigend.

Frage: Am Anfang haben Sie „nicht Gott“ gesagt, da Gott für alle Menschen eine eigene Vorstellung ist. Wollen Sie nicht, dass der Mensch diese Vorstellung hat?

Antwort: Ja, genau. Der Schöpfer ist der, der erschafft – ständig, in jedem Moment. Er belebt und erneuert unaufhörlich die gesamte Schöpfung.
Deshalb müssen wir jede Minute darauf reagieren, diese Kraft fühlen und das Wirken des Schöpfers in jedem Augenblick erkennen. Das hebräische Wort für Schöpfer – Bo-u-re – bedeutet: „Komm und sieh“. Es fordert zur aktiven Entdeckung auf. Es ist ein Begriff voller Bewegung, Entwicklung und innerem Fortschritt.

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Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Gemeinsam besiegen wir die bösen Kräfte, die auf dem Weg zur Liebe stehen

In unserer Welt verläuft die ganze Arbeit an der Erkenntnis der Größe des Schöpfers, der spirituellen Eigenschaften, der Wichtigkeit des Ziels in der Gruppe. Das muss als Treibstoff für unser Vorankommen zur Wichtigkeit des Gebens und der Liebe dienen. Und natürlich werden wir spüren, dass wir uns verändern, dass in uns verschiedene Verschiebungen, Veränderungen zum Besseren, sprich in Richtung Geben stattfinden.

Doch zugleich offenbart sich uns die linke Linie: alle möglichen Enttäuschungen, Rückschläge, Probleme in Bezug auf die Gruppe, den Schöpfer, den Lehrer, die Methodik – auf alles, was wir mit der Erreichung des Ziels in Verbindung bringen. Und wenn wir die Wichtigkeit der Spiritualität in uns entwickelt haben, sehen wir den Pharao und alle Sünder, die sich in der linken Linie offenbaren – von dem Kleinsten bis zum Größten, wie die Tora sie beschreibt: Bileam, Balak und alle anderen.

Der Pharao oder die Schlange ist die allgemeine Bezeichnung für alle Sünder. Alle diese egoistischen Kräfte enthüllen sich in der linken Linie. Und das Wichtigste, was den Charakter dieser bösen Kräfte bestimmt, ist der Stolz, der sie fragen lässt: „Wozu braucht ihr die spirituelle Arbeit? Wer ist der Schöpfer, dass ich auf Ihn höre?“

Das ist der riesige menschliche Stolz, der sich gegen den Schöpfer erhebt und schreit: „Ich werde herrschen!“ Auf diese Weise offenbart sich das dem Menschen. Und in dem Maße, in dem er ihn korrigiert, beginnt er die Größe des Schöpfers zu erkennen und begreift dann, dass der Schöpfer gerade durch seine Bescheidenheit groß ist. Der Mensch beginnt, Bescheidenheit als die wichtigste Eigenschaft zu schätzen, denn sie bedeutet Vollkommenheit.

Doch die Bescheidenheit ist nur eine Stufe von Bina. Und später entsteht über ihr der Zusatz – das Geben auf der Grundlage der Bescheidenheit. Die Bescheidenheit des Menschen in Bezug auf die anderen zeigt sich in seiner Bereitschaft, ihnen zu dienen. Und dann erreicht er die „Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst“ – die wahre Liebe.

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Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel

 

Bedingungen für die Offenbarung der Handlungen des Schöpfers

Wie können wir damit beginnen, den Schöpfer innerhalb der Verbindung mit den Freunden in der Zehnergruppe zu empfinden? Die Hauptarbeit besteht darin, alle Besonderheiten unserer Annäherung und Trennung auf der Gefühlslebene zu klären. Wenn wir praktisch versuchen, die richtigen Beziehungen zwischen den Freunden herzustellen, dann beginnen wir, innerhalb dieser Handlungen den Schöpfer zu spüren.

Wenn wir diese Anstrengungen nicht gemeinsam unternehmen, wie können wir dann den Schöpfer erschaffen? Es steht geschrieben: „Ihr habt mich erschaffen“, das bedeutet, dass wir den Schöpfer formen. Wir müssen uns so eng miteinander verbinden, dass wir beginnen zu verstehen, was „der Schöpfer“ wirklich bedeutet.

Der Schöpfer muss wie ein Legostein aus unseren Wünschen zusammengesetzt werden. Wenn wir trotz unserer gegenseitigen Abstoßung versuchen, uns darüber zu verbinden, dann werden wir, indem wir diese beiden Zustände zusammen herausfinden: Bruch und Verbindung, Trennung und Annäherung, anfangen zu erkennen, wer der Schöpfer ist, den wir als Ergebnis unserer Handlungen formen und aufbauen.

Wenn wir keine Zehnergruppe haben und somit keine Möglichkeit haben, den Schöpfer darin aufzubauen, dann gibt es keine Chance oder Hoffnung, dass Er sich jemals offenbaren wird. Wenn wir das Bild des Schöpfers nicht gemeinsam, mit unseren Freunden aus unseren „inneren Bausteinen“ zusammensetzen, können wir Ihn nicht offenbaren. Wir stehen unmittelbar vor der Möglichkeit, den Schöpfer zu erschaffen – und tun es nicht!

Der Schöpfer wird „komm und sieh“ (Bo-Re) genannt. Wenn wir unsere Einheit mit dem Wunsch und der Absicht gestalten, etwas Ganzes zu erschaffen, dann beginnen wir zu spüren, wie dieses gemeinsame Ganze zum Leben erwacht.

Stellen wir uns vor, wir nehmen aus der Natur unbelebte Teilchen, Atome, die nur aus positiven und negativen Ladungen bestehen – und verbinden sie miteinander. Plötzlich entsteht etwas Lebendiges und sich Entwickelndes. Die Atome verbinden sich so, dass eine organische Molekularlstruktur entsteht – lebendige Materie, in der das Geheimnis des Lebens verborgen liegt. In der DNA sind alle Grundlagen und Geheimnisse der Schöpfung enthalten. Aber woher stammt diese Lebenskraft?

Wie kommt es, dass sich leblose Teilchen – Protonen, Elektronen, Neutronen, Mesonen – so verbinden, dass in ihnen plötzlich eine Kraft erscheint, die wir „Leben“ nennen? Wir verstehen das nicht. Wir sehen nur, dass aus toten Bausteinen, wie man sie für ein Haus verwenden könnte, plötzlich etwas Lebendiges entsteht, das sich selbst formt und wächst.

In diesen Verbindungen erwacht die Kraft des Schöpfers – die Schöpfungskraft – und beginnt, alles miteinander zu verbinden. Unsere Aufgabe besteht lediglich darin, die Bedingungen dafür zu schaffen – also dem Schöpfer die Möglichkeit zu geben, sich zu offenbaren. Dann beginnt die Formung von selbst. Das ist der „Maase Bereschit“, der „Akt der Schöpfung“.

Deshalb liegt unsere Aufgabe nicht darin, in die Arbeit des Schöpfers einzugreifen, sondern darin, die richtigen Bedingungen für die Offenbarung der höheren Kraft zu schaffen.

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Aus dem Unterricht zum Artikel Nr. 19 aus dem Buch „Shamati“

 

 

Wie kann man die Nacht zum Tag machen?

Frage: Sollten wir nach dem Tag des Schöpfers, d.h. nach seiner Offenbarung, streben?

Antwort: Natürlich sollten wir das. Der Schöpfer wünscht es und wir sollten es uns wünschen.

Frage: Wie können wir den Tag des Schöpfers so gestalten, dass er für uns nicht zur Nacht wird? Denn noch sind wir wie eine Fledermaus in einem egoistischen Verlangen gefangen.

Antwort: Das hängt nicht von deiner Erfahrung in der Kabbala ab, sondern nur von deiner Einstellung. Wenn du in einem bestimmten Zustand bist und die Nacht zum Tag verwandeln möchtest, solltest du einfach versuchen, dir vorzustellen, dass der Schöpfer jetzt vor dir steht, dass Er sich dir offenbart, dass Er möchte, dass du Ihn mit all deinen Sinnen wahrnimmst und Ihm dich Ihm annäherst.

Frage: Angenommen, ich habe ein Problem, etwas Unangenehmes in meinem Leben. Wie kann ich diesen Zustand der Nacht zum Tag machen?

Antwort: Dafür musst du dich dem Schöpfer zuwenden und versuchen, Ihn zu fühlen als ob das, was du jetzt spürst, von Ihm kommt. Die Frage ist dann, wie wir anfangen, den Schöpfer anstatt die Nacht zu spüren? Versuche es und du wirst sehen, dass es gar nicht so schwer ist.

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Aus dem Unterricht nach den Notizen von Rabash

 

Spirituelles Schlachtfeld

Frage: Was soll der Mensch tun, wenn er seinen eigenen bösen Trieb nicht spürt, oder im Gegenteil, wenn er ihn spürt, aber nichts dagegen hat, es sogar genießt und immer mehr empfangen möchte?

Antwort: Er muss eine innere Analyse durchführen. Alles in ihm, was ihn dem Ziel der Schöpfung näherbringt, ist sein guter Trieb. Alles, was ihn in irgendeiner Form vom Ziel der Schöpfung entfernt, ist der böse Trieb.

Der Mensch soll sich daher jeden Tag, vom Morgen bis zum Abend und auch am Ende des Tages, vorstellen, dass er unter der Herrschaft des guten Triebes steht. Darum geht es in seinem Tagesverlauf, das ist der Kampf, den er führt.

Frage: Es hieß, dass der Morgenunterricht ein Schlachtfeld ist. Aber tagsüber haben wir auch Seminare in Zehnern, Freundestreffen, Gruppenaktivitäten. Ist das ebenfalls Teil unseres Schlachtfeldes?

Antwort: Ja, das ist euer spirituelles Schlachtfeld. Ihr müsst euch nicht mit dem Feind auseinandersetzen, denn euer Kampf besteht darin, dass ihr euch miteinander verbindet, um dadurch eure tieferen, negativen Eigenschaften zu offenbaren. Genau das ist das Schlachtfeld.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Den Krieg gewinnen“, 20.06.2025.

 

Von Angesicht zu Angesicht mit dem Feind

Wir müssen verstehen, dass unser Egoismus vom Schöpfer geschaffen und von Ihm gelenkt wird. Wir müssen unsererseits gegen unseren bösen Trieb kämpfen, versuchen, ihn der Lenkung des Schöpfers zu entziehen und diesen Kampf nicht aufgeben, bis wir die Möglichkeit haben, ihn zu gewinnen.

Der böse Trieb handelt immer gegen den Schöpfer und versucht, Ihn vor uns zu verbergen. Der Mensch muss sich vorstellen, dass er die ganze Zeit dem Feind, seinem bösen Trieb, gegenübersteht.

Selbst wenn er dem Egoismus verfällt, versucht er, ihm zu entkommen und ihn danach zu besiegen. Das heißt, dass er in jedem noch so schwierigen Zustand, den er durchläuft, versucht, den wahren Feind zu erkennen.

Unser ganzer Fortschritt besteht darin, dass wir immer mehr Kraft erhalten, unseren bösen Trieb zu beherrschen. Deshalb müssen wir unser Bestes für diesen Sieg unternehmen, indem wir mit diesem Gedanken schlafen gehen und aufwachen.

Wir müssen versuchen, diesen bösen Trieb zu identifizieren, die Kraft, die uns daran hindert, uns dem Schöpfer anzunähern, uns mit ihm zu verbinden und den Schöpfer bitten, uns zu helfen, diesen Feind zu besiegen. Darum geht es im Krieg.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Den Krieg gewinnen“, 19.06.2025.

 

Wofür betet ein Kabbalist, wenn es in der Welt Krieg gibt?

Kommentar: Ich werde gefragt, wofür betet ein Kabbalist, wenn es in der Welt Krieg gibt? Der Kabbalist weiß, dass der wahre Krieg nicht irgendwo in der Welt stattfindet, sondern in unseren Herzen. Deshalb bittet er im Gebet darum, dass dieser innere Krieg aufhört – dass wir den Hass, der uns trennt, verabscheuen und versuchen, uns wie ein Mensch mit einem Herzen zu verbinden. Nur so können wir diesen Krieg überwinden.

Der Sinn des Krieges ist es, die Größe des Schöpfers zu offenbaren und ihn über alle anderen Ziele und Verbindungen, die jeder von uns verfolgt, zu erheben. Erst wenn sich in uns, unseren Herzen eine echte Verbindung zueinander entfaltet, können wir sicher sein, dass wir unseren bösen Trieb besiegt haben.

Wenn der Krieg nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich, in der materiellen Welt stattfindet, dann bleibt uns keine andere Wahl, als die gute Beziehung zwischen uns zu offenbaren, indem wir herausfinden, was uns alle daran hindert, uns als ein Mensch mit einem Herzen zu verbinden.

Auf jeder Stufe sind viele Kräfte am Werk, die uns voneinander entfernen und unsere Verbindung erschweren. Wir müssen sie bekämpfen und nach den Kräften suchen, die uns helfen, einander näher zu kommen und uns zu verbinden, indem wir die Kräfte des Krieges besiegen.

Jede Kraft des Krieges zielt darauf ab, uns zu trennen und zu isolieren. Doch wenn der Mensch nicht mit anderen verbunden ist, dann hat er überhaupt keine Kraft, eine totale Null. Denn die Stärke eines Menschen ist eine Folge seiner Verbindung mit anderen. Trennt er sich davon, bleibt nur Leere. Deshalb müssen wir unablässig an die Einheit denken und für sie kämpfen.

Wenn wir echten Frieden in der Welt wollen, müssen wir uns vorstellen, dass wir alle in einer so engen Verbindung miteinander stehen, dass sie den Schöpfer dazu bewegt, sich in unserer Mitte zu offenbaren. So überwinden wir Schritt für Schritt die trennenden Kräfte – bis wir schließlich erkennen, dass wir alle miteinander verbunden sind und der Schöpfer im Zentrum unserer Einheit wohnt.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Siegen im Krieg“,

 

Wenn wir den Schöpfer empfinden wollen

In der Schatzkammer des Schöpfers gibt es alles – außer der Ehrfurcht vor dem Schöpfer. Diese müssen wir selbst in uns erzeugen. Das bedeutet, dass wir unser egoistisches Verlangen in Furcht verwandeln müssen – aus dem Verständnis heraus, dass wir niemals zur Eigenschaft des Gebens gelangen werden, wenn der Schöpfer uns kein Kli (Gefäß) dafür baut.

Es gibt viele Arten von Angst: Einer fürchtet sich vor der Bank wegen großer Schulden, ein anderer hat sich danebenbenommen und hat Angst vor der Polizei. Und alle von uns fürchten sich vor der Meinung der Gesellschaft, vor dem, was andere über uns sagen könnten. Wir sind in strenge Rahmenbedingungen gepresst, die uns die Regeln des Lebens diktieren – und innerhalb dieser leben wir.

Doch gerade dieser Druck – von der unbelebten Natur, der pflanzlichen und tierischen Welt und den Menschen – ist es, der uns das Gefühl gibt, lebendig zu sein. Wenn ich ihre Reaktionen nicht spüren würde, würde ich auch diese Welt nicht empfinden. Einerseits bedrückt mich dieser Druck durch mein Umfeld, andererseits bestimmt gerade dieser Druck den Ort meines Daseins – sonst würde ich ihn gar nicht spüren.

Wenn wir also den Schöpfer empfinden wollen, müssen wir spüren, wie Er Druck auf uns ausübt – und in welchem Maß wir im Gegenzug auf Ihn einwirken können. Das bedeutet, eine gegenseitige Verbindung mit Ihm einzugehen.

Wir fürchten uns vor allem Möglichen: vor Problemen in der Schule, in die unser Kind geht, vor Polizei, Ärzten, Vorgesetzten bei der Arbeit, vor den Krankheiten und tausend weiteren möglichen Unannehmlichkeiten. Doch wir merken nicht einmal, wie sehr uns diese Angst lebendig macht.

Denn im Grunde genommen treibt uns nur ein primitives Verlangen an: das Verlangen nach Genuss, das Verlangen, zu empfangen. Und wenn wir spüren, wie das Umfeld ständig Druck auf uns ausübt und uns formt, dann fühlen wir uns lebendig in dieser Welt.

Wenn wir aber in einer anderen, höheren Welt leben wollen, müssen wir in uns Kelim (Gefäße) für deren Wahrnehmung entwickeln. In unserer Welt fürchten wir uns vor der unbelebten Natur (Klima, Stürme usw.), vor der pflanzlichen Natur (Ernte, Nahrung), vor Tieren und Menschen. Letztlich empfinden wir uns als lebendig durch Angst und Druck, die wir von außen spüren – und merken es nicht einmal.

Diese Angst bestimmt unser ganzes Bild vom Leben, die Form der Welt, des Daseins. Wenn der Druck durch das Umfeld verschwinden würde, wenn ich nicht mehr spüren würde, dass ich andere brauche, sie will oder mich vor ihnen fürchte – dann würde ich die Realität nicht mehr fühlen. Und genau deshalb spüren wir den Schöpfer nicht. Wir müssen in uns Furcht oder Empfindsamkeit gegenüber dem Schöpfer entwickeln.

Wenn ich eine andere Realität spüren will – die als Höhere Welt bezeichnet wird, also die Welten Assija, Yezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon, die Welt der Unendlichkeit –, dann muss ich mich jedes Mal verändern und mich fragen, welche Verlangen, welche Ängste und welche Klärungen ich gegenüber der äußeren Umgebung haben sollte.

Die Kabbalisten sagen: Wir haben keinen Grund zur Sorge, denn der Schöpfer ist gut und tut Gutes. Es gibt also nichts, wovor wir uns fürchten müssten. Nur eines ist entscheidend: Wenn wir Seine Güte empfinden wollen, müssen wir ein entsprechendes Kli erschaffen – den Wunsch, Ihm Gutes zu tun. Dann, gemäß der Ähnlichkeit unserer Eigenschaften, werden wir den Schöpfer empfinden und erkennen, dass es keinen besseren Zustand als diesen gibt. Er wird uns Sicherheit, Genuss, Erfüllung bringen – wir müssen dem Schöpfer nur wohlwollend begegnen.

Das Kli, um die Höhere Welt, den Schöpfer, zu spüren, ist die Ehrfurcht vor dem Schöpfer. Doch eigentlich habe ich nichts, wovor ich mich vor dem Schöpfer fürchten müsste – denn Er wird mir nichts Böses tun. Nur ich selbst schade mir durch meinen Egoismus. Je nachdem, ob ich den bösen oder den guten Trieb wähle, wird mir das Licht, das vom Schöpfer kommt, als Licht oder als Dunkelheit erscheinen. Alles hängt von mir ab.

Wenn ich mit einem passenden Kli in die Schatzkammer des Königs eintrete, kann ich darin einen Teil des Lichts empfangen – und jedes Mal mehr. Der Schöpfer wünscht sich, dass wir Seine ganze Schatzkammer, das gesamte unendliche Licht, in uns aufnehmen – also die Stufen der Leiter bis zur Welt der Unendlichkeit aufsteigen.

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Aus einem Unterricht zum Artikel Shamati 38.

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