Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Das 125-stufige Getriebe

Wir wollen heute zwischen uns eine noch größere Einheit erreichen. Die Vorbereitungsetappe, die viele Jahre dauerte, ist beendet. Früher hätten Sie diese Herausforderung niemals ernsthaft wahrgenommen, und heute passen die äußerlichen Bedingungen in der Welt, die inneren Bedingungen in Israel, in der Gruppe und in jedem „mehr oder weniger zu den Anforderungen, den erhöhten Gang einzuschalten“. Die Zeit ist eben angebrochen.

Frage: Haben wir diese Beschleunigung schon begonnen?

Meine Antwort: Einige bleiben immer noch in der „Leergangposition“, und andere kommen mit uns voran. Jeder bestimmt selbst, in welcher Geschwindigkeit er sich vorwärts bewegen will.

Frage: Kann der Mensch sie messen?

Meine Antwort: Er kann nichts messen, jedoch liegt alles in seinen Händen: inwiefern er mit der Gruppe, mit dem Lehrer verbunden ist, eben damit, was wir alle zusammen tun. Einige schlafen noch, und einige schließen sich dem Prozess mit allen Kräften an und empfinden jeden Tag „die Beschleunigung“. Alles hängt vom Maß des Einverständnisses des Menschen mit diesem Prozess ab, und zwar trotz des eigenen Verlangens. Somit suche nicht nach dem Schlupfloch, sondern handele sofort.

Auszug aus dem Unterricht nach „der Lehre der Zehn Sefirot“ „, 10.10.2012



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Das Wunder des grenzenlosen Genusses

Frage: Jedes beliebige System soll Grenzen haben. Wenn das Universum keine Grenzen hat, wo befinde ich mich dann hier?

Meine Antwort: Die Grenzen existieren nur in meinem Bewusstsein und nirgendwo sonst! Wenn ich in meinem Herzen alle Menschen einschließe, dann erreiche ich auf diese Weise die Unendlichkeit. Was bedeutet die Unendlichkeit? Die Unendlichkeit ist die Realisierung aller Eigenschaften, die sich in mir befinden. Das heißt , die Unendlichkeit ist der Zustand, in welchem ich mich mit allen übrigen Wesen in der ständigen und absoluten Einigkeit befinde. Ich schließe alle ein, ich lebe in allen Menschen.

Frage: Damit wird aber nicht das physische Niveau gemeint?

Meine Antwort: Was ist der Unterschied zwischen dem physischen und dem anderen Niveau? Wie lebe ich jetzt? Diese Welt befindet sich in mir, in meinen Empfindungen. Wenn wir die Tastsinne entfernen würden, dann würde uns von den Empfindungen nichts mehr übrig bleiben. Wird diese Welt weiterhin existieren? Wer kann mir sagen, dass sie überhaupt existiert?

Wenn der Mensch alles in sich aufnimmt, dann geht er in den Zustand ein, welcher als „die Welt der Unendlichkeit“ bezeichnet wird und als der vollkommene Zustand gilt.

An dieser Stelle kehren wir wieder zum Zustand „des geschlossenen Systems“ zurück, welcher die Sphäre, den Kreis darstellt. Das runde System, das in sich die ganzen Empörungen, welche darin nur entstehen können, einschließt, ist vollkommen.

Kommentar: Sie benutzen solche Bezeichnungen, wie „die Sphäre“ und „der Kreis“, welche immer über eine eingeschränkte Oberfläche verfügen.

Meine Antwort: Es ist nicht ein eingeschränktes System, sondern im Gegenteil, es schließt in sich alles ein. Es gibt nichts außerhalb! Darin gibt es keine Beschränkung, weil ich absolut mit allen verbunden bin. Wenn ich ein Verlangen nach dem Glas Wasser haben werde, das ich dann austrinken werde, wird mein Genuss dann vollständig sein? Werde ich dabei noch irgendwelche anderen Empfindungen oder Verlangen haben, ob es außerhalb noch etwas geben wird oder nicht?

Kommentar: Wenn der Umfang des Verlangens der Größe des Glases entspricht, dann nicht.

Meine Antwort: Genau diese Aussage trifft alles. Das heißt, wir sollen den maximalen Punkt unserer Entwicklung erreichen, und dieser Zustand wird die Unendlichkeit sein, mit anderen Worten, die Grenzenlosigkeit .

Kommentar: Der Zustand des maximalen Verlangens und des maximalen Genusses?

Meine Antwort: Es können nur zehn Gramm sein, aber wenn der Wunsch vollständig realisiert wird, dann fühlt man die Unendlichkeit – Endlosigkeit, da mich nichts mehr beschränkt. Und was kommt danach? – Nur diese zehn Gramm. Und ich weiß nicht nichts mehr, weil ich keine Empfindungen und keine Bedürfnisse mehr habe. Ich sehe nicht, was danach kommt. Ich bin mit meiner Vernunft und in meinen Wünschen in einer solchen Weise geschaffen, dass ich mir nichts anderes vorstellen kann.

Frage: Sie sagten einst, dass in der Sekunde, in der sich unser Verlangen vollständig füllt, es verloren geht. Somit geht es nur um den unendlichen Tod der Wünsche?

Meine Antwort: Es geht nicht um mein persönliches Verlangen, das nach der egoistischen Füllung neutralisiert wird. Angenommen, du hast 200 Gramm Kaffee gewollt und nach dem Austrinken sind sowohl der Wunsch als auch der Genuss verlorengegangen.

Wenn ich mit den Milliarden der übrigen Menschen verbunden bin, dann haben wir gemeinsame Verlangen, die uns ständig gegenseitig bereichern. Das ist ein dynamisches System, das ewig lebt. Dieses System ist selbst genügsam und absolut, gerade deshalb, weil es vollständig auf dem gegenseitigen Einschluss aufgebaut ist. Es ist eben das analoge System, ein Wunder, das in unserer Welt nicht existiert.

Auszug aus der TV-Sendung „Integrale Welt. Die Formel der integralen Gesellschaft“, 03.07.2012



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Das Geheimnis des allgemeinen Systems

Wir sollen aufklären, welche Bedingungen und Gesetze, welche Arten der Beziehungen zwischen uns existieren sollen, damit wir unsere Wechselbeziehungen im Ganzen, in Form eines spirituellen Systems empfinden können. Darin soll sich jeder Einzelne annullieren und mit den anderen verbinden, um sich mit ihren Verlangen, Süchten, Gedanken und Zielen – wie mit den eigenen – zu verschmelzen.

Jeder ersetzt oder annulliert sein Verlangen: er verliert somit seine eigenen Umrisse. „Für mich persönlich ist nichts mehr notwendig. Ich will mir deine Wünsche aneignen, um sie für dich zu verwirklichen.“ Anders gesagt, „kleide ich mich in die Form des Gebens ein“, als ob ich die neue Kleidung tragen würde. Folglich verwandelt sich mein Verlangen in Rohstoff, in die formlose Masse. Sie verfügt über die Macht und das Potential, so dass der andere Mensch mich jetzt auf das ausrichten kann, was für ihn gut ist.

Somit ist „der Arbeiter des Schöpfers“ ein Mensch, der sich für einen Dienst, dem Geben, entscheidet. Dank dieser Entscheidung können wir miteinander im spirituellen Netz verbunden sein, wo jeder nur die Wünsche der anderen Menschen realisiert.

Später erkenne ich, dass es keine fremden Verlangen sind. Nachdem ich beginne, aus mir herauszugehen, fühle ich sofort, dass dieses System über ein gegenseitiges, allgemeines Verlangen verfügt. Es zeigt sich, dass in diesem System die Harmonie herrscht und dieser besondere Wunsch nicht nur der „Hand“ oder dem „Bein“, nicht nur einem Teil eigen ist, sondern für alle Systemglieder zugänglich ist. Ich offenbare, dass dieses System über eine Vernunft und ein Herz verfügt. Ich begreife dieses System, bekomme die Anweisungen und Absichten, wonach ich mich mit diesem Höheren System, anhand der eigener Absicht, verbinde.

Das ist eben die Verbindung mit dem Schöpfer. Sie kommt jedoch nur dann zustande, wenn ich den allgemeinen „Körper“, die allgemeine Harmonie des gegenseitigen Gebens, erkannt habe.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 05.10.2012



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Verbreitung: jeder nach seinen Fähigkeiten

Frage: Nachdem wir die nächste Stufe auf dem Kongress erreicht haben, wird die Arbeit in der Gruppe tiefer und stärker sein. Was ist aber mit der Verbreitung für die 99%?

Meine Antwort: Wir müssen verbreiten.

Diejenigen in der Gruppe, die glauben, verbreiten zu können, müssen es tun, und diejenigen, die Spiele erfinden oder Material vorbereiten können, müssen das tun. Das heißt, die Menschen in der Gruppe müssen ihre Aufgaben aufteilen – jeder soll eine bestimmte Arbeit leisten, um die 99% zu bedienen. Es gibt Menschen, die an die Bevölkerung herantreten können.

In vielen Fällen sind Frauen sogar besser als Männer: sie rufen keine Ablehnung hervor, machen die Menschen nicht stutzig, lösen nicht so viele Fragen aus.

Ich bin der Meinung, man müsse jedem, der kann, die Möglichkeit geben, sich an der Verbreitung zu beteiligen. Man darf den Menschen nicht zwingen, wenn er Angst hat, wenn er keine innere Grundlage hat, um an die Bevölkerung heranzutreten, wenn er sich nicht richtig positionieren kann. Unterrichten erfordert immerhin ein gewisses Talent, und der Mensch muss es haben. Natürlich kann man ihm das beibringen, doch dafür muss eine gewisse Grundlage bereits vorhanden sein.

Findet heraus, wer in der Gruppe wirklich in der Lage ist, sich mit der Verbreitung zu beschäftigen, und investiert in sie. Und wer es nicht kann, muss es auch nicht. Zwingt sie nicht. Sie können helfen, etwas hinstellen, holen – auch das ist eine sehr große und wichtige Arbeit, ebenso gut wie die andere. Ihr müsst den Möglichkeiten, die ihr habt, ernsthaft gegenübertreten und sie nicht ausbremsen.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 23.09.2012



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Die Welt der Unendlichkeit hinter den einfachen Worten erkennen

Sich mit dem Freund zu verbinden bedeutet nicht, seinem Verstand zu folgen. Wenn ich mich beuge und dem, was er sagt, Gehör schenke, bedeutet es nicht, dass ich dann das, was er gesagt hat, tun soll. Ich muss meinen Egoismus annullieren, doch das bedeutet nicht, dass ich seine Ratschläge annehmen soll.

Ich annulliere mich in Bezug auf die innere Verbindung, die zwischen uns existiert. Das ist etwas ganz anderes. Ich höre zu, was er sagt, und muss es annehmen, als etwas, was von einem großen Menschen kommt, vor dem ich mich beuge, weil ich seine innere Stufe enthülle – dort, wo er sich auf der spirituellen Höhe befindet, denn in jedem von uns ist die Unendlichkeit enthalten. In Bezug auf diese spirituelle Stufe annulliere ich mich tatsächlich vor dem Freund – doch nicht in Bezug auf seine materiellen Ansichten.

Das ist eine sehr wichtige Feinheit. Wir verstehen nicht, dass in den Beziehungen zwischen uns alle Welten bis hin zu der Welt der Unendlichkeit enthalten sind.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 05.10.2012




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Fünf Sekunden Leben am Tag

Die Freunde müssen dafür sorgen, dass ich nicht abstürze und ständig an mich denken. Ich muss sie dafür bezahlen, denn sie brauchen die gleiche Unterstützung. Nur wenn wir uns gegenseitig Sorgen umeinander machen, wird keiner von uns abstürzen und das Ziel aus den Augen verlieren. Wir werden einander halten.

Wir haben keine Chance, etwas zu erreichen, wenn nicht jeder alle anderen unterstützt. Anderenfalls werden wir nicht dem Egoismus entkommen können. Genau darin besteht die gegenseitige Bürgschaft.

Wenn ich nicht in der Lage bin, an die andren zu denken, dann bedeutet das, dass sie nicht an mich denken. Das ist sowohl die Ursache als auch die Wirkung, die in der Bedingung unseres gemeinsamen Bundes zusammen existieren – und dann befindet sich der Schöpfer in ihm und erfüllt diesen Vertrag. Und ohne das vergessen wir ihn ganz bestimmt und beginnen, andere Berechnungen zu führen, während wir glauben, voranzukommen, und so vergehen Jahre.

Der Mensch ist nicht dazu in der Lage, sich selbst auf dem rechten Weg zu halten. Wisst ihr, wie viele Augenblicke wir an einem Tag zählen können, in denen wir wirklich vorankommen? Höchstens drei bis fünf Sekunden! Es sind so wenige, weil nicht jeder die Unterstützung von außen hat.

Mein Gefäß des Verlangens befindet sich außerhalb von mir, und ich muss dafür sorgen, dass ich es an mich anschließe. Wenn nicht jeder in Bezug auf die anderen auf diese Weise handelt, dann arbeitet er nicht richtig und zieht deshalb kein Licht, das zur Quelle zurückführt, an. Denn das Licht wirkt nur innerhalb unserer gegenseitigen Fürsorge. Es kommt auf dieser Grundlage, als Antwort auf solche Bestrebungen.

Und wenn es solche Bestrebungen nicht gibt, dann befindet sich das Licht um uns herum im Zustand des passiven Wartens. Mit dessen Größe ist die ganze Welt erfüllt, doch wir müssen es selbst aktivieren. Wir müssen für diese wichtigsten Bedingungen sorgen: Die Bürgschaft besteht in unserer allumfassenden Abhängigkeit voneinander und der Verpflichtung allen gegenüber. Und ohne das erlangt keiner von uns Erfolg, selbst wenn wir das vom egoistischen Standpunkt her betrachten, geschweige denn, wenn es um hohe Absichten geht.

Auszug aus dem Gespräch über die innere Arbeit, 30.09.2012



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Nur das Licht gewinnt die Oberhand über den eingefleischten Sünder

Frage: Womit beginnt die wahre Forderung nach Geben? Wie kann ich den eingefleischten Sünder in mir besiegen?

Meine Antwort: Es gibt keine wahre Forderung nach Geben in uns und es kann auch keine geben, solange das Licht nicht auf uns einwirkt. Wenn das Licht kommt, wirst du staunen: Ist sie denn wirklich so, die Eigenschaft des Gebens – im Gegensatz zu allem, was du bis jetzt gefühlt hast.

Das ist etwas vollkommen anderes. Der Mensch in unserer Realität hat keine vorhergehende Vorbereitung und keine früheren Empfindungen dieser Art. Und wenn diese feine Empfindung in ihm entsteht, beginnt er sogar noch unbewusst zu handeln, um sich ihr zu nähern. Sein ganzes Leben, seine ganzen Einstellungen und die ganzen Geschehnisse beginnt er plötzlich allein diesem Ziel – der Erreichung des Tropfens der Verschmelzung mit dem Höheren – anzuschließen.

Zum ersten Mal erwacht in ihm das innere Bestreben nach etwas, was von ihm getrennt existiert. Von diesem Moment an beginnt er sich zu entwickeln.

Es ist unmöglich, diese Empfindung in Worte zu fassen. Doch der Mensch kann nicht erwachen, wenn das höhere Licht ihn nicht erweckt. Derjenige, der sie bereits gekostet hat, versteht, wovon die Rede ist, und solange er das nicht selbst erlebt hat, wird er das nicht verstehen.

Deshalb ist es nicht möglich, um das wahre Geben zu bitten, solange man diese Eigenschaft nicht erlangt hat. Doch aufgrund dieses Spiels kommen wir voran. Und wenn der Mensch alle notwendigen Forderungen erfüllt hat, ohne im Vorhinein zu wissen, wie er das tun soll, erlebt er eine innere Offenbarung, als würde ein Lichtfunken aufblitzen, und er beginnt wahrzunehmen, dass es etwas gibt, was von dieser ganzen Welt getrennt existiert. Und genau das ist das Geben.

Wir müssen nur alles Mögliche, was in unserer Kraft liegt, dafür tun. Und wir kommen dieser Offenbarung immer näher, dessen bin ich mir sicher. Doch mit welcher Geschwindigkeit wir das tun, muss jeder sich selbst fragen.

Auszug aus dem Gespräch über die innere Arbeit, 30.09.2012



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Schlendern die Teilchen meiner Seele auf den Straßen?

Frage: Wie kann man im alltäglichen Leben (auf der Straße, im Verkehr usw.) die spirituelle Arbeit optimal ausüben?

Meine Antwort: Ich versuche, alles durch das System der Vereinigung, durch das System der gegenseitigen Ergänzung anzuschauen. Mich interessiert, ob ich durch alles, was ich vor mir sehen werde, eine Erscheinungsform der Wechselwirkung zweier entgegengesetzter Kräfte erkennen werde, die mir auf diese Weise allerlei Bilder zeichnen.

Wenn ich mich auf einem Seminar befinde und vor mir meine neuen Freunde, Partner und Konkurrenten sitzen, wenn ich daran denke, wer von uns besser und wer schlechter antwortet – wie können wir uns einander ergänzen? Wie können wir alle zusammen spielen, um die richtigen Antworten zu finden? ; denn hier existieren viel Verwandtschaft und viele Gegenteile.

Wenn ich mich auf der Straße befinde, warum kann ich dann in jedem, der in mir irgendwelche Gefühle erweckt, einen solchen Partner sehen? Ob ich gegen oder für ihn bin, hat hier keine Bedeutung; denn es ist wichtig, wie ich darauf reagiere. Kann ich diesen Menschen wie meinen Nächsten betrachten? Meine Selbstsucht erlaubt es mir nicht. Wenn ich ihn anders angeschaut und in ihm einen geliebten Menschen gesehen hätte, dann hätte ich sofort meine Beziehung zu ihm geändert.

Man soll also anhand solcher spielerischen Art und Weise mittels des Gebens und des Empfangens die Beziehungen mit anderen klären. Dann werdet ihr flexibler sein, ihr werdet eine sensiblere Sichtweise in Bezug auf diese Welt finden.

Aber die Hauptsache ist natürlich, dass ihr durch diesen Blick beginnen werdet, die lenkende Kraft zu sehen, die euch dieses Bild zeigt, um darin eine Erscheinungsform des Schöpfers, eine lenkende Kraft, zu erkennen.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 23.09.2012



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Das Pulsieren des Lebens

Die Aufstiege und die Abstiege sind ein Lebenszeichen. Der Wechsel der Jahreszeiten, die zyklischen Veränderungen in der Natur und in den Menschen, die lebenswichtigen Kreisläufe, die weltweiten Krisen, die Wirtschaftsaufstiege sowie die Rezessionen sind vom Leben untrennbar.

Es ist unmöglich, in der ständigen Strömung voranzukommen, sofern wir uns nicht die ganze Zeit weiter entwickeln. Das Leben ist eine Entwicklung, die nur infolge der Rezession und der Erweiterung möglich ist. Darin besteht das Geheimnis des Lebens.

Gerade dies geschieht jetzt mit uns. Der Schöpfer nimmt uns die Selbstsucht weg und hinterlässt uns nichts – daraufhin erfolgt die Kompression, die Ausatmung. So ermöglicht Er uns jetzt selbst, eine eigene Ausdehnung zu begehen. Später presst Er uns wieder zusammen, und wir sollen erneut ausgedehnt werden.

Auf Kosten solcher Handlungen, der Kompression und der Ausdehnung, geschieht „die Atmung“, die als Pulsieren des Lebens bezeichnet wird.

Auszug aus dem Unterricht nach „der Lehre der Zehn Sefirot“ „, 24.09.2012



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Die Sinfonie der Gegensätze

Kongress der Einheit. Lektion2

Wir sollen uns jedes Mal unseren folgenden Zustand vorstellen, wenn wir ihn erlangen wollen. Denn er existiert noch nicht: es gibt keine spirituelle Welt, es gibt keinen Schöpfer, es gibt nichts – ich baue alles in mir auf und alles hängt nur von mir, von meiner „Vorstellungskraft“ ab. Um auf die höheren Niveaus aufsteigen zu können, soll ich sie gedanklich bilden, sie mir vorstellen: „Wie kann meine nächste Stufe des Aufstiegs aussehen?“

Meine nächste Stufe ist die folgende: es gibt nicht „uns“, sondern es gibt nur mich, und alle sind in mir, alle sind – meine Teile. Nachdem ich jedesmal auf die neue Stufe aufsteige, sehe ich die ganze Welt in mir, in meiner Wahrnehmung, in meiner Empfindung.

Und dann sehe ich die Welt wieder zerbrochen, einzeln, in verschiedene entgegengesetzte Zustände zerstückelt. Ich soll die Teile wieder sammeln, in meinem Inneren ohne Unterschiede nach Liebe und Einheit streben.

So steige ich die 125 Stufen auf, erhöhe jedes Mal den Umfang, „das Bild meiner Wahrnehmung“. Jedes Mal schaue ich mit größerer Aufnahmefähigkeit in die Tiefe des Zerbrechens hinein und korrigiere es im entsprechenden Ausmaß. Denn gerade meine Wahrnehmung, meine Empfindung, welche die Einheit in Scherben auf die von mir entfernten, entgegengesetzten und verhassten Teile aufteilt, ist zerbrochen.

In „der Einführung zum Buch Sohar“ schreibt Baal HaSulam: Wir sollen dem Schöpfer dafür dankbar sein, dass Er in unserem Gehirn „diesen polierten Spiegel“ geschaffen hat, der es uns ermöglicht, alles außerhalb von uns zu sehen und zu begreifen. Denn dadurch hat Er uns die Kraft gegeben, jede Sache mittels der Vernunft zu begreifen, sie mit klarem Verstand von innen und außen zu beurteilen. Anderenfalls würde es uns an der Vielfalt des Wissens mangeln.

Anders gesagt, hätten wir den einzig wahrhaften und allein existierenden Zustand nicht begriffen. Wir könnten uns ihm nicht nähern, um seine Tiefe zu verstehen und zu fühlen, wenn wir nicht durch das Zerbrechen gegangen wären.

Deshalb ist der wahre Zustand absichtlich in Stückchen zerbrochen, wobei jedes von ihnen dem anderen entgegengesetzt ist. Alles, was einst verbunden war, ist jetzt geteilt; die gleichen Teile sind jetzt entgegengesetzt und das alles in solchen Formen, die wir uns noch nicht vorstellen können.

Wir bemühen uns jetzt, sie anhand eigener Anstrengungen zu verbinden, indem wir den Kopf beugen und den Freunden zustimmen. Ich will die Abstände zwischen ihnen entfernen – damit sie in mir, dank meiner Liebe und der richtigen Beziehung, vereinigt werden. Durch meine Absicht erlange ich das tiefe Verständnis für das Wesen von Malchut der Welt der Unendlichkeit, die meine einheitliche Seele ist.

Die Tiefe der Wahrnehmung wird gerade dank dessen erreicht, dass wir das Zerbrechen und die ihm entgegengesetzte Ganzheit offenbaren. Der Bruch zwischen ihnen ist so riesig, dass es besonderer Instrumente bedarf, und zwar der Gefäße des Empfangens. Und deshalb wird gesagt, dass wir unsere Gefäße “ 620 Mal“ vergrößern sollen – d.h., in ihnen eine solche Tiefe erreichen, die mit der Unendlichkeit verglichen werden kann. Und außerdem offenbaren wir im Gefälle zwischen zwei Zuständen – dem zerbrochenen und dem ganzen Zustand – die Lichter NaRaNChaY.

Alles in unserer Welt empfinden wir anhand der Gegensätze: Bitternis – Süße, Finsternis – Licht, Hass – Liebe usw. Das betrifft sogar die Musik und die Farbenwahrnehmung – jede Sache begreifen wir auf dem Gefälle zwischen ihrer beschädigten und korrigierten Form. Das eine ist immer gegenüber dem anderen.

Somit war die Unendlichkeit früher auch vollkommen, aber es geht um unser Begreifen: Wenn wir etwas ohne Gegenteil empfinden, dann können wir nur das winzige Licht Nefesch de-Nefesch fühlen. In unserer Welt gibt es kein einziges Stoffteilchen, in dem es nicht zwei Pole, den Plus- und den Minuspol, gäbe. Sogar die negative Ladung des Elektrons oder die positive Ladung des Positrons verbirgt in ihrem Inneren die Gegenteile, die wir noch offenbaren werden. Nach dem Zerbrechen gibt es kein Körnchen, in dem es nicht seinen Antipode gäbe, obwohl er uns nur in einem Aspekt, in einem Rand offenbart wird.

Und deshalb existierte das Geschöpf in der Bewußtlosigkeit, im vollen Unverständnis, als es sich ursprünglich in der Unendlichkeit befand. Denn es hatte keinen Vergleich, keinen Raum zwischen zwei Polen – keinen Ort für die Gedanken und die Wahrnehmung.

Deshalb ist die Unendlichkeit in der Welt Nekudim in Teile zerbrochen – so dass wir sie jetzt in der Tiefe verstehen und empfinden können. Es ist eben das Begreifen der Realität, das wir anstreben. Das ist unser Leben – die eigenartige Harmonie, die Sinfonie von Minus und Plus, in der das ganze Begreifen, das ganze Verständnis zwischen den Erscheinungsformen zweier Zustände liegt: dem zerbrochenen und dem ganzheitlichen.

Auszug aus der 2. Lektion des Kongresses im Norden, 20.09.2012



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