Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie ''

Welches Gefäß eignet sich für das Licht?

Der Schöpfer erfüllt alles, Er ist überall. Wir befinden uns im Ozean des höheren Lichts, der höheren Kraft, die gut ist und alles durchdringt. Doch wir können sie nur in dem Maße spüren, wie wir ein geeignetes Kli, ein Gefäß, dafür haben. Denn man kann nicht mit einem Sack, der für Mehl gedacht ist, Wasser schöpfen. Was für ein Kli ist also geeignet, um den Schöpfer zu spüren, die höhere Kraft wahrzunehmen und sie sogar zu messen?

Dieses spirituelle Gefäß ist die Furcht. Stattdessen bringen wir jedoch ein Kli, das völlig ungeeignet ist für die Offenbarung des Schöpfers, und deshalb leben wir in Dunkelheit. Das einzige Problem liegt im Gefäß, denn der Schöpfer erfüllt die gesamte Realität. Es gibt nichts außer dem Schöpfer – Er ist die gemeinsame Kraft der Natur.

Die ganze Freude des Schöpfers besteht darin, sich den Geschöpfen zu offenbaren, denn nur so kann Er ihnen Genuss schenken. Im Moment wirkt Er im Verborgenen auf uns ein, was Ihm jedoch keine Freude bereitet. Deshalb wollen wir den Schöpfer offenbaren und von Ihm erfüllt werden – um Ihm Freude zu bereiten. Das bedeutet: Wir sehnen uns nicht danach, das höhere Licht in uns selbst zu empfangen, sondern wir möchten dem Schöpfer die Möglichkeit geben, uns zu erfüllen.

Wir wollen unsere Liebe zum Schöpfer ausdrücken, damit Er Seine Liebe zu den Geschöpfen offenbaren kann. All das geschieht durch die gegenseitige Kraft des Gebens – durch das reflektierte Licht von Seiten der Geschöpfe und durch das direkte Licht von Seiten des Schöpfers.

Deshalb müssen wir ein Gefäß für die Offenbarung des Schöpfers aufbauen, das „Furcht vor dem Schöpfer“ genannt wird. Das heißt, wir fürchten, Ihm nicht die Bedingungen geben zu können, um uns zu erfüllen.

Wir möchten uns dem Schöpfer hingeben, damit Er uns erfüllt, sich an uns erfreut und mit uns macht, was Er will. Deshalb beschränken wir zuerst unser Ego, den Willen, Genuss für uns selbst zu empfangen, und geben uns dann dem Schöpfer hin – im Glauben über dem Verstand. In dem Maße wird der Schöpfer unser Kli korrigieren und es füllen können.

Der Schöpfer weiß, wie Er uns in ein Gefäß verwandeln kann, das für Sein Licht geeignet ist. Das ist überhaupt nicht einfach, denn es gibt viele verschiedene Lichter, für die jeweils unterschiedliche Gefäße nötig sind – so wie man für Wasser, Mehl und Getreide jeweils andere Behälter braucht. Für jede Füllung gibt es ein geeignetes Gefäß, und wir selbst sind nicht in der Lage, es zu erschaffen; nur der Schöpfer kann das. Doch Er wird es in dem Maße tun, wie wir uns selbst annullieren.

[289160]

Aus dem täglichen Unterricht zum Artikel vom Baal HaSulam, Shamati 38, „Die Furcht vor dem Schöpfer ist sein Schatz“.

„Nach seinem Schatten sehnte ich mich“

Artikel „Was ist der Unterschied zwischen dem Schatten der Heiligkeit und dem von Sitra Achra?

(„Shamati“, Nr. 8): Der Schatten der Klipa heißt: „Ein anderer Gott ist unfruchtbar und kann keine Früchte tragen“, während es über die Heiligkeit (Kedusha) heißt: „Seinen Schatten begehrte ich, und ich sitze, und seine Frucht ist für meinen Gaumen süß“, das heißt, er sagt, dass alle Verhüllungen und Leiden, die er verspürt, aus dem Grunde kommen, dass der Schöpfer ihm diese Zustände schickte, damit er Raum haben würde, Arbeit über dem Verstand zu verrichten.

Schließlich will er um das Geben willen arbeiten, also um dem Schöpfer Freude zu bereiten und deshalb fühlt er bei dieser Arbeit keinen Nachteil – er ist mit der Lenkung des Schöpfers einverstanden und nimmt mit ganzem Herzen und ganzer Seele das Gefühl der Wirklichkeit an, das der Schöpfer ihm bei dieser Arbeit geben will. Er schaut nicht auf das, was er selbst genießen könnte – sondern sucht danach, womit er dem Schöpfer Freude bereiten kann. Und so kommt es, dass ein solcher Schatten ihm Leben schenkt.

Glaube über dem Verstand bedeutet, alles, was einem widerfährt, als vom Schöpfer gesandt wahrzunehmen, als die einzige Kraft, außer der es nichts gibt. Sie ist gut und Gutes tuend, auch wenn man etwas anderes empfindet.

Die ganze Arbeit besteht darin, zu erkennen, dass wir nichts tun und nichts tun wollen: weder äußerlich, noch innerlich, weder mit unseren Händen, noch mit unseren Füßen, weder mit Werkzeugen dieser Welt, noch mit unseren inneren Wünschen und Gedanken, sondern mit allem einverstanden sind, was wir im Augenblick haben. Dieser Moment wird Ende der Korrektur genannt.

Bis wir ein solches Gefühl erreicht haben, dass wir uns im besten Zustand befinden, unter der Kontrolle einer guten Kraft, die sowohl den Sündern als auch den Gerechten Gutes bringt, wird es Schatten in der Welt geben.

Der Schöpfer wird uns solange in solche Zustände bringen, bis wir das Verlangen verspüren, sie zu verändern. Zuerst wollen wir die Welt ändern, dann wollen wir uns selbst ändern. Doch am Ende verstehen wir, dass unsere ganze Arbeit genau das Gegenteil ist: unsere Einstellung und Wahrnehmung gegenüber der höheren Lenkung, dem Herrn der Welt, zu verändern – damit wir uns nach seinem Schatten sehnen.

Alles, was wir empfangen wird für uns begehrenswert, auch wenn es in einer unangenehmen Form kommt – schließlich ist es ein Schatten, eine Verhüllung. Doch wir arbeiten über dem Verstand hinaus, damit diese Früchte für uns süß werden. Darin besteht unsere ganze Korrektur.

Alles beginnt damit, dass wir alles was geschieht, als vom Schöpfer kommend wahrnehmen – nicht als leere Worte, sondern im Inneren spürbar. Man muss den Schöpfer nicht bitten sich zu offenbaren, sondern nur in der Lage sein zu erkennen, dass alles von ihm kommt. Dann wird es für den Menschen sehr angenehm sein, mit dem Glauben über dem Verstand zu arbeiten und alle schlechten Zustände als die Besten, die Unangenehmen als Angenehme zu akzeptieren – bis sie ihm alle süß sind.

Das bedeutet, dass er den Glauben erlangt hat. Es ändert sich absolut nichts in der Welt, nur die vollkommene Lenkung des Schöpfers wird dem Menschen offenbart. Das allein macht diese Welt zu einer höheren, vollkommeneren Welt.

Es stellt sich heraus, dass keine äußeren Veränderungen notwendig sind – es ist keine Arbeit erforderlich: weder äußerliche, materielle, mit Händen und Füßen, noch solche Arbeit, wie wir sie uns unter spiritueller Arbeit vorstellen. Letztlich läuft alles auf einen Zustand hinaus: den Kontakt des Menschen mit der verhüllten Lenkung. Er möchte diesen Kontakt ständig aufrechterhalten und verlangt keine Veränderung: Er möchte in der Verhüllung bleiben.

Davor bat er um die Offenbarung, doch nun will er die Verhüllung bewahren. All seine Energie, mit der er nach Offenbarung suchte, all sein Verlangen, wendet er im Gegenteil dazu an, sie zu verhindern. Schließlich kann die Offenbarung all sein selbstloses Streben, seine ganze Beziehung zum Schöpfer zunichtemachen, ihn seiner Arbeit über dem Verstand berauben. Deshalb möchte er das Maß der Entfernung, der Sehnsucht, die er empfunden hat, bewahren, um ständig mit dem Schöpfer verbunden zu sein.

[113293]

Aus der Unterrichtsvorbereitung

 

In die Welt der Absichten eintreten

Frage: Warum sagten Sie, dass sich der Raum der Absichten am Anfang wie der Tod anfühlt und dann wie das Leben?

Antwort: Die Schwierigkeit besteht darin, rund um die Uhr mit den Gedanken an den Schöpfer zu leben – das wirkt ermüdend, man erkennt zunächst weder Sinn noch Nutzen.

Dem Menschen fehlt ein innerer Halt: Der Schöpfer ist ihm (noch) nicht offenbart worden. Er spürt nicht, dass die Beziehung zu Ihm das eigentliche Leben ist. Sie erfüllt ihn nicht; er lebt nicht in einer Wirklichkeit, in der er ständig mit dem Schöpfer verbunden ist. 

Die materielle Welt erscheint ihm weiterhin lebendig – voller Menschen, voller Ereignisse. Mit zunehmender Entwicklung erkennt er jedoch: Diese Welt ist leblos wie Stein. Die Menschen darin handeln nicht aus freiem Willen; sie sind nur Wirkungen von Kräften, nicht deren Ursprung.

Tritt der Mensch in die Welt der Absicht ein- denn alle spirituellen Welten, von

Assija, Brija, Jezira und Azilut bis Adam Kadmon und sogar die Unendlichkeit, bestehen aus Absichten –, beginnt er das wahre Leben zu empfinden: ein ewiges, vollkommenes Dasein, das unbegrenzt Entwicklung‑, Erkenntnis‑ und Verwirklichungsmöglichkeiten birgt. Nichts ist ihm von außen auferlegt; alles hängt allein von ihm ab. Das ist das wahre Leben. 

Doch solange er noch außerhalb dieser Welt der Absicht steht, wirkt der ständige Gedanke an den Schöpfer – die Fragen „Wie soll ich an Ihn denken? Was will Er von mir?“ – fast erdrückend, wie ein innerer Tod. Was der Schöpfer von ihm verlangt, fühlt sich leer und schwer an, da er darin noch keine Erfüllung, keine Lebenskraft spürt.

[345177]

Aus dem Unterricht zum Artikel „Bürgschaft“

 

Die verborgene Kraft der Tora

Frage: Kann man sagen, dass die großen Kabbalisten, die eine Verbindung zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung erlangt haben und Bücher für uns verfassten, somit die Methode schufen, die man Tora nennt?

Antwort: Diese großen Kabbalisten haben Bücher für uns geschrieben. Es sind keine gewöhnlichen Bücher, sondern eine Offenbarung der Verbindung zwischen ihnen und dem Schöpfer. Sie gaben uns die Möglichkeit, diese Verbindung durch Buchstaben und Worte auf Papier geschrieben, zu begreifen, an dieser Verbindung teilzuhaben- so können wir auch ein Teil dieser Verbindung werden.

Denn was ist schon ein Buch mit dem darin geschriebenen Wort? Ohne ein inneres Verständnis ist es wie für ein Baby das etwas berührt, dessen Bedeutung es noch nicht versteht.  Doch wenn der Mensch sich durch das Buch mit den Kabbalisten verbinden möchte, beginnt er bereits, die spirituelle Kraft zu nutzen, die sie durch ihre Verbindung erschaffen haben.

In diesem Sinn haben sie die Tora erschaffen. Tatsächlich wurde die Tora gegeben, um den Egoismus genau durch diese Kabbalisten und die besonderen Seelen zu korrigieren, die uns auf diese Gelegenheit vorbereitet haben: die Verbindung zwischen ihnen. Hätten sie nicht gehandelt, wären wir selbst nicht in der Lage gewesen, die Korrektur zu erreichen, keine Verbindung zwischen uns aufzubauen, um das Licht zu erwecken, das zur Quelle zurückführt.  

Es gilt ein einfaches physikalisches Gesetz: Wenn man die Eigenschaft des Gebens hat, leuchtet in einem das Licht; wenn man die Eigenschaft des Gebens nicht hat, leuchtet kein Licht in einem.

Deshalb ist es entscheidend, die Weisheit der Kabbala durch authentische Bücher zu studieren. Ohne dieses Studium kann der Mensch das korrigierende Licht nicht erreichen.

Er kann zwar Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen und versuchen, eine schöne Welt zu schaffen – aber er wird nicht die Kraft des Lichts, die Kraft der Korrektur erhalten. Er muss mit dem System verbunden sein das die wahren Bücher nutzt, die Gruppe, das Verständnis, die Verbindung gemäß den Anweisungen der Kabbalisten. Andernfalls ist es unmöglich, zur Korrektur zu gelangen.

[4347]

Bis die Gewohnheit zur zweiten Natur wird

Wir müssen uns ständig, jeden Tag, nach oben arbeiten und auf diese Weise alle Probleme überwinden.

Wenn man Gefallen an etwas findet, fällt es leichter, eine Gewohnheit zu entwickeln. Um auf den Geschmack des Gebens zu kommen, muss man sich an die Freunde festhalten, mit ihnen darüber reden, diskutieren, und dann wird man verstehen, wie man leichter eine höhere Stufe erreichen kann.

Das Ergebnis einer Gewohnheit sollen eine gute Verbindung und Zuneigung sein.

Frage: Ich habe das Gefühl, dass ich nur aus Gewohnheit, zum Unterricht und zu den Treffen gehe, aber es ist, als ob das noch kein wirkliches Verlangen wäre.

Antwort: Das ist richtig. Das wird so bleiben, bis dir der Sinn dieser Handlungen klar wird.

Du musst weitermachen, bis die Gewohnheit zur zweiten Natur wird.

[316601]

Aus dem Unterricht zum Thema „Gewohnheit wird zur zweiten Natur“

 

Und nur die Helden werden das Schloss des Königs betreten…

Kommentar: Baal HaSulam, Einführung zur Lehre der Zehn Sefirot:
„Und nur die Helden unter ihnen, die ein gewisses Maß an Geduld hatten, überwanden die Wächter, öffneten den Eingang und wurden sofort gewürdigt, das Antlitz des Königs zu erblicken…“

Frage: Was ist “das Maß an Geduld“?

Antwort: Ein Mensch kommt zur Kabbala, brennt vor Ungeduld, alles auf einmal zu erlangen. Wenn es ihm nicht gelingt, wird er wütend auf sich, auf den Schöpfer und auf die ganze Welt. So zeigt sich sein gesundes, starkes egoistisches Verlangen, das erkennt, dass es keine Chance hat, sich zu erfüllen, da es im völligem Gegensatz zur Quelle der Erfüllung steht.

Ein gewisses Maß an Geduld bildet sich im Menschen, wenn er zu verstehen beginnt, worin der spirituelle Weg besteht, die Notwendigkeit jeder seiner Etappe erkennt und wie mit einer Pinzette, gezielt alle angesammelten Eindrücke sammelt – im Bewusstsein, dass er ohne sie das„Lego- Stück“ seiner Seele nicht zusammensetzen kann.

Schließlich besteht die menschliche Seele aus Tausenden verschiedenen Teilen, von denen jedes bearbeitet werden muss. Daher ist es unmöglich, eine Stufe zu überspringen.

Baal HaSulam schreibt, dass derjenige, der den langen Weg der Korrektur geht, mehr gewinnt, da er tiefere Klärungen vornimmt. Denn unsere gemeinsame Seele ist kein einfaches zweidimensionales Puzzle, sondern eine komplexe Struktur, die sich in alle Richtungen ausdehnt,  in die Tiefe  erstreckt, denn jede Seele muss alle Seelen einschließen.

Es handelt sich um einen multidimensionalen spirituellen Raum, in dem der Mensch mit seinem Wesen vollständig mit jeder anderen Seele verbunden ist, als gäbe es außer ihr niemanden. Deshalb muss der Mensch sehr große Klärungen vornehmen.

Das Maß an Geduld bedeutet also nicht das Maß der Zurückhaltung oder das Gegenteil – die Ungeduld. Der Schöpfer ist ein unveränderliches Naturgesetz und nichts wird dem Menschen helfen. Man kann eine Maschine anschreien, die man nicht in Gang setzen kann, aber es wird sich nichts ändern.

Das Maß an Geduld besteht darin, dass der Mensch mithilfe der Umgebung versucht, den richtigen Zugang zu seinem spirituellen Fortschritt zu finden.

Mit anderen Worten, solange wir nicht alle miteinander verbunden sind, wird unser Kli/ Verlangen nicht vollkommen sein und wir werden nicht in den Palast des Schöpfers eintreten können. Wir müssen ein gewisses Mindestmaß an Verlangen erreichen, das so genannte „S’eah“ – erreichen, das erfordert Geduld.

Der Mensch muss sich ständig an die Gruppe wenden und sie um Unterstützung bitten, um von ihnen Geduld zu lernen. Es wird nur „Geduld“ genannt, in Wirklichkeit ist es ein gegenseitiges Einbeziehen in die anderen.

Geduld bedeutet, dass dem Menschen bewusst ist, dass er die Spiritualität nicht vor den anderen erlangen wird. Er muss sich mit ihnen verbinden, sie vorantreiben, und dann wird er die spirituelle Welt betreten.

Gerade das Wissen, dass man der Letzte ist, nennt man “das Maß an Geduld“. Es ist eine sehr wichtige Eigenschaft, die aus dem Verständnis hervorgeht, dass es nichts anderes gibt außer dem einen Kli/Verlangen und dem Licht und dass man nur dazu da ist, sie zur Verbindung zu bringen.

Wenn alle danach streben, den Berg zum Palast des Königs zu erklimmen, dann rennt man nicht voraus, sondern schiebt die Freunde von hinten an. Selbst ist man der Letzte. Wenn der Mensch dazu bereit ist, bedeutet das, dass er ein Maß an Geduld hat. Wenn man allen hilft, dann wird man, nachdem sie korrigiert sind, auch korrigiert sein.

Niemand kann die Korrektur früher erreichen als das Umfeld. Das nennt man, dass ein Mensch sich nicht höher erheben kann als sein Kreis – denn es ist ein ganzheitliches System, in dem alle Teile miteinander verbunden sind. Wie kann dann ein Teil korrigiert werden, während ein anderes es noch nicht wird?

Je mehr man sich also bemüht, seine Umgebung zu erheben, desto mehr erhebt man sich selbst. Nur ein solcher Ansatz führt zum Erfolg.

Außerdem misst sich das Maß an Geduld eines Menschen daran, wie gut er die Leiden, die durch das Zurückhalten seiner Selbst entstehen, in Geben und Freude umwandelt. Dann wird das Maß der Geduld, das während dieser Arbeit „standgehalten“ hat, in ein großes Kli/Verlangen verwandelt.

Denn jegliche Ungeduld ist der wahre Ausdruck des Egos, das „brennt“, sich selbst erfüllen will und alles hasst, was es daran hindert, die Erfüllung zu erreichen. Das Maß der Geduld eines Menschen zügelt sozusagen dieses Ego, korrigiert es und ist das Kriterium für den spirituellen Fortschritt eines Menschen.

Letztlich ist das Maß an Geduld die, unkorrigierten Kelim/Verlangen, die zwischen mir und dem Schöpfer stehen. Denn darin erlebe ich die Ungeduld.

[37071]

(Aus dem Unterricht zum Artikel „Einführung zur Lehre der Zehn Sefirot“, 25.02.2011)

 

Es gibt keine Seele, die nicht einen Zerbruch durchlaufen hätte

Frage: Ist es notwendig, zuerst zum AHAP zu gehen, um Galgalta we Ejnaim (GE) zu korrigieren?

Antwort: Wenn man über die Korrektur der Kelim spricht, besteht jedes Kli, dessen Korrektur wir in Angriff nehmen, selbst das hellste, aus vier Teilen: GE, AHaP, GE im AHaP und dem AHaP im GE.

Obwohl das Licht auf allen Kelim einwirkt, werden die hellsten zuerst erweckt, da sie nach der Regel der Übereinstimmung der Eigenschaften sich näher an der Korrektur befinden. Wie äußert sich die Tatsache, dass die Gefäße des Gebens in ihnen gewichtiger sind als die Gefäße des Empfangens? Das ist schwer zu erklären.

Einerseits ist derjenige, der einen Schirm besaß und sich höher befand, sehr tief gefallen, andererseits ist derjenige, der in der Eigenschaft des Gebens verharrte und von Natur aus nahe an Bina war, kaum gefallen. Die Kelim ohne Schirm sind zwar verdorben, aber nicht in demselben Maße wie die empfangenden Kelim, die einen Schirm besitzen, sich dadurch sehr hoch befinden, aber ohne Schirm schrecklich sind und sehr tief absteigen.

Wir dürfen diese Berechnungen in der Praxis nicht anstellen, wenn wir mit der Korrektur beginnen. Das Licht erweckt, klärt, sortiert die Kelim und korrigiert sie. Deshalb schließt sich derjenige, der spürt, dass er der Korrektur nahe ist, selbst an und fühlt sich daran beteiligt.

Deshalb können wir zu diesem Zeitpunkt keine genaue Berechnung vornehmen. In den Körpern gab es keinen derartigen Zerbruch. Es gibt Menschen, die vom „körperlichen“ Standpunkt aus als Juden bezeichnet werden und es gibt solche, die als Völker der Welt bezeichnet werden.

Unter beiden gibt es solche, die sich nicht miteinander, d.h. im Lauf der Zeit untereinander vermischt haben, es gab keine Mischehen.

Das Zerbrechen fand immerhin in den Seelen statt! Eine Erklärung wird dafür nicht geliefert. Die Kabbalisten wollen dieses Thema nicht ansprechen.

Man kann auf dieser Grundlage keine Haltung gegenüber der Welt einnehmen, schon deshalb nicht, weil man nicht weiss, wo die verlorenen Generationen sind, wie sie den Zerbruch durchgemacht haben. Man. kann keine Haltung aufbauen, die auf der Grundlage der Äußerlichkeiten einer Sache basiert. Man muss es einfach als Tatsache akzeptieren: Wenn man über die Seelen spricht, gibt es keine Seele, die nicht in ihrer Gesamtheit, mit all ihren Teilen, den Zerbruch durchgemacht hat.

Es ist eine Tatsache, dass das Licht korrigiert und zur Quelle zurückführt. Daher werden die Menschen, die nicht verbunden sind, zur Korrektur erweckt. Es ist eine Frage der Zeit, ob das früher oder später geschieht.

[344775]

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Bürgschaft“

 

Basierend auf Absicht

Frage: Womit beginnt die Entwicklung von unserem gegenwärtigen Zustand?

Antwort: Wir müssen unsere Handlungen nicht verändern, sondern ihnen vielmehr die richtige Absicht geben. Das ist der grundlegende Unterschied.

Der Mensch begeht weder gute noch schlechte Taten, alle seine Verlangen bleiben bestehen und müssen erfüllt werden. So wie es vor der ersten Einschränkung, als Malchut noch erfüllt war, gewesen war, so wird es auch am Ende der Korrektur sein. Durch die erste Einschränkung wird jedes Verlangen, mit der Absicht zu geben, erbaut.

Das heißt, der Mensch sollte sich nicht auf seine Handlungen konzentrieren. Der Schwerpunkt liegt auf der inneren Verbindung mit dem Schöpfer. Man lehrt den Menschen nicht, was er tun soll, sondern wie er die Verbindung mit dem Schöpfer herstellen kann. Wenn er den Wunsch verspürt, eine Verbindung zum Schöpfer herzustellen, dann ist die Verschmelzung mit Ihm sein Endziel. Er muss einen Weg für diese Verbindung finden – das ist das sogenannte „Ende des Seils“. 

Genau das lernt der Mensch: Wie man das „Ende des Seils“ ergreift, wie man kontinuierlich an diesem Seil der Absichten aufsteigt. 

Das Erklimmen dieses „Seils“ der Absicht wird als das Erklimmen der spirituellen Leiter von Welt zu Welt bezeichnet, bis man hundert Prozent Absicht, hundert Prozent Verbindung erreicht.

Was die Wünsche des Menschen betrifft, so wird sich die Art seiner Handlungen entsprechend seiner Absicht ändern, doch die Handlungen selbst bleiben unverändert. Er wird weiterhin essen, trinken, Nachkommen zeugen, arbeiten – alles wird so bleiben. 

Ausschließlich durch die innere Absicht wird der Mensch seine Handlungen auf natürliche Weise anpassen. Er braucht sich nicht einzuschränken. Dies wird dadurch geschehen, dass seine innere Welt eine andere Beziehung zwischen Gedanken und Handlungen herstellen und sie filtern wird, aber nur auf der Grundlage seiner inneren Entwicklung, ohne jegliche äußere Unterdrückung von unserer oder einer anderen Seite.

Wir sehen, wie nutzlos Unterdrückung ist. Was kann die Polizei tun? Was können alle Gefängnisse der Welt erreichen? Nichts! Erziehung kann nur auf einem persönlichen Vorbild beruhen. Das Ziel ist es, dem Menschen eine Verbindung zur Höheren Kraft zu vermitteln, von der er alles erhält. Dadurch wird sich der Mensch letztlich verändern.

Es ist unmöglich, den Menschen mit anderen Mitteln zu verändern. Wir haben in der Geschichte alle möglichen Methoden gesehen und keine hat funktioniert – keine! Man hat im Universum überhaupt nichts zu tun, außer seine Absicht zu verändern.

[344677]

Aus der Lektion zum Artikel „Bürgschaft“

 

Spirituelle Reifung

Kommentar: Ursprünglich, wenn man einen Menschen zu lehren beginnt, ihm erklärt, dass auf der spirituellen Stufe, die „Frau, Sklave oder Kind“ genannt wird, es notwendig ist,für den Schöpfer aus Furcht zu arbeiten… (Rabash, „Shlavej Sulam“, „Halber schekel“ (1))  

Die spirituellen Stufen, die als „Frau, Alter Mensch oder Kind“ bezeichnet werden, sind abhängige Zustände eines Menschen, denn eine Frau ist abhängig von einem Mann, das Kind von den Eltern, ein Alter Mensch von der Hilfe der Jungen.  

Es gibt auch den Zustand „Sklave“, der von seinem Herrn, d.h. von seinem Egoismus abhängig ist. Aus diesem Grund ist es wichtig, jedem Menschen mit Feingefühl zu begegnen und ihm zu erklären, dass die Kabbala seine Entwicklung fördert.

Die Kabbala kann ihm helfen, besser zu verstehen, wie er sich in dieser Welt verhalten soll. Der Mensch spekuliert bereits: Wenn ich verstehe, wie ich in dieser Welt handeln soll, kann ich reicher, stärker, erfolgreicher und gesünder werden.  

Es wird gesagt,dass man aus Angst vor dem Schöpfer arbeiten soll – also Angst vor Verlust, Versagen oder dem Nicht-Erhalten einer Belohnung. 

Aber wenn dieser Mensch spirituell reift und Weisheit erlangt, kann man ihm bereits erklären, dass es notwendig ist, für den Schöpfer zu arbeiten und ihm allmählich die Geheimnisse der Tora offenbaren.  

Hier beginnt eine äußerst feine Übergangsphase, eine dramatische Situation, ein schwieriger Punkt: Der Mensch erkennt, dass sich die ganze Welt in einem absolut unkontrollierbaren Zustand der Verwirrung befindet. Alles wird von einem flüchtigen Egoismus gesteuert, der in jedem Moment nach allem greift, was er bekommen kann. Dieser Zustand wird Dunkelheit genannt.

In diesem schwarzen Punkt fühlt der Mensch völlige Hoffnungslosigkeit, Verwirrung, Verlust der Selbstkontrolle, von anderen, vom Schicksal. Er sieht, dass alle wie Kaulquappen im Wasser hin und her schwimmen und er kann so ein Leben nicht mehr ertragen.  

Er fühlt sich in der Dunkelheit und versucht, aus ihr herauszukommen, er schreit zum Schöpfer: „Was soll ich tun?!“ In diesem Moment beginnt die höhere Kraft, die Erkenntnisse allmählich zu offenbaren und so kommt es zur Enthüllung des Schöpfers.

Wenn sich dem Menschen das höhere Gesetz offenbart, sieht er deutlich das in unserer Welt herrschende Chaos im Vergleich zur Harmonie. Das ist das Drama – Arbeiten in Spaltung: auf der einen Seite das höchste Gesetz, auf der anderen Seite das völlige Chaos. Das ist der beste Zustand des Menschen, denn hier  spürt er die Hilfe des Schöpfers, die Rettung.  

Und er dankt dem Schöpfer für diesen schwarzen Zustand, denn es ist unmöglich, mit dem rechten Fuß ohne den linken Fuß vorwärts zu kommen. Wenn er das versteht, wartet er auf beides, auf das Gute und auf das Schlechte. Er nimmt beide Zustände richtig wahr, da er erkennt, dass der spirituelle Weg genau dazwischen liegt, in der Mitte.  

[225912]

Aus der Fernsehsendung  „Die letzte Generation“,  

Die flüchtigen Gedanken quer durch „Shamati“ – Über den Granatapfel

Der Granatapfel (Rimon) stammt vom Wort „Erhebung“ (Romemut). Wenn ich die Eigenschaft des Gebens in meinen Augen hervorhebe, dann kann ich mich über alle persönlichen Berechnungen erheben.

Woher ist diese Größe der Eigenschaft des Gebens zu nehmen? Nur wenn ich mich unter den Einfluss der Umgebung stelle, dann wird zu mir die äußerliche Kraft von allen Freunden kommen und mir „eine Gehirnwäsche“ verpassen, in mein Herz eindringen und dafür sorgen, dass ich die Eigenschaft des Gebens als das Wichtigste empfinde.

Wir befinden uns im Ozean des Lichtes, aber empfinden ihn nicht, weil wir ihn vernachlässigen. Wie ist seine Wichtigkeit zu steigern, um ihn folglich empfinden zu können? In jedem beliebigen Beruf ist das Wichtigste, sogar beim winzigsten Detail peinlich genau zu sein, wobei die anderen Menschen, die keine Spezialisten sind, dieses Detail vernachlässigen würden. Als ein Schneider kann ich beim Anblick eines beliebigen Kleidungstückes darüber alles erzählen, von wem und wie es genäht wurde. Und wenn ich kein Schneider bin, dann ist es für mich einfach ein Stück Stoff.

Wir befinden uns jetzt im Meer des Lichtes, aber haben keine Fähigkeit, es zu sehen, weil es uns an der Wichtigkeit mangelt. Warum? Dieses Licht, die Eigenschaft des Gebens ist von mir sehr weit entfernt. Ich habe kein Verlangen danach und werde sie auch weiterhin nicht wollen.

Nur wenn die äußerliche Kraft eingeschaltet wird, und mein Verstand und Herz berührt werden, wenn sie mich zum Nachdenken bringt und mich ununterbrochen beeinflusst, dann werde ich im Endeffekt sagen:“ ja, ich will!“ wonach das Licht offenbart wird.

Es bedeutet, dass ich das Gefäß für die Eigenschaft des Gebens vorbereitet habe, das als „die Wichtigkeit“ genannt wird, in dem „das Licht“ offenbart wird.

Daraus wird klar, wie wichtig es ist, die richtigen Definitionen, die richtige Erläuterung der Wörter zu haben. In der Spiritualität ist das das Geheimnis des Erfolges.

Auszug aus der 6. Lektion des Kongresses in Toronto

Pages:  Prev 1 2 Next