Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Auf direktem Weg zum Schöpfer

Aus einem Brief von Baal Sulam an seine Schüler (Nr. 52): „Ruft Ihn an, während Er nahe ist“ – das heißt, wenn ihr den Schöpfer ruft, um Ihm nähern zu kommen, so wisset, dass Er euch bereits nahe ist.  Andernfalls würdet ihr Ihn nicht rufen. Dies ist auch die Bedeutung des Verses: „Noch bevor sie rufen, werde Ich antworten“, das heißt, wie oben gesagt, wenn ihr Ihn ruft, hat Er euch bereits erweckt, Ihn zu rufen…

Es ist selbstverständlich, dass dieses Wissen den Menschen darin stärkt, sein Herz mehr auszuschütten, denn es gibt keine größere Ehre als wenn der König der Welt ihm aufmerksam zuhört. Das gleicht den Worten der Weisen: „Der Schöpfer sehnt sich nach den Gebeten der Gerechten“, denn durch die Sehnsucht des Schöpfers nach dem Ruf des Menschen erwacht im Menschen große Kraft und Sehnsucht, den Schöpfer zu begehren, wie es heißt: „Wie das Wasser das Angesicht spiegelt, so spiegelt das Herz des Menschen den Menschen.“ Es zeigt sich, dass das Sprechen des Gebets und das Hören des Gebets einander ergänzen und sich zu einem vollständigen Maß vereinen. Das ist die Bedeutung der Worte: „Ein Wind wird ziehen und ein Wind wird kommen.“ Achte auf diese Dinge, denn sie sind die grundlegenden Prinzipien auf dem Weg des Schöpfers

 Wir müssen die direkte Welle finden, die zum Schöpfer und von Ihm zurückführt, um zu fühlen, dass wir mit Ihm auf einem gemeinsamen Kommunikationskanal sind, wie es heißt: „Ich zu meinem Geliebten, und der Geliebte zu mir.“ Alles, was in mir geschieht, kommt von Ihm, und wenn ich Ihm richtig antworten will, muss ich mich mit Ihm verbinden und in Ihm die richtige Antwort darauf finden, wie ich Ihm antworten soll.

In dieser ersten Welle der Verbindung, die ursprünglich von Ihm ausgeht, muss ich suchen, wie ich Ihm auf derselben Welle richtig antworten kann – so, dass alles bei Ihm endet. Auf diese Weise erhalte ich vom Schöpfer meine Form. Er lehrt mich ständig, und ich bitte Ihn immer wieder, mir zu zeigen, wie ich sein soll, wie ich Ihm antworten soll, wie ich reagieren soll.

Wenn ein Mensch ununterbrochen an diesem Punkt arbeitet, stellt sich heraus, dass er immer ausschließlich diesen einen Punkt der Trennung vom Schöpfer hat – den einzigen Punkt, an dem er das Gefühl hat, nicht zum Schöpfer zu gehören. Genau von diesem Punkt aus möchte er den Schöpfer als denjenigen offenbaren, der im Menschen alle möglichen Eigenschaften, Fragen und Bitten formt und dabei verschiedene äußere und innere Bedingungen für ihn schafft.

Auf diese Weise geschieht alles durch den Schöpfer, und der Mensch ist lediglich jener Punkt, der dies unterscheidet und wahrnimmt. Von diesem Punkt aus wendet sich der Mensch an den Schöpfer und fragt, was er als Nächstes tun soll, wie er reagieren soll. Er verbleibt stets an diesem einen entscheidenden Punkt der Entscheidung. Es stellt sich also heraus, dass alles, was der Mensch hat, vom Schöpfer kommt.

Deshalb muss man in jedem Augenblick versuchen zu verstehen, dass alles, was in mir spricht, nur der Schöpfer ist. Und wie ich darauf reagieren werde – das ist ebenfalls Er. So werde ich erkennen, dass „es nichts außer Ihm gibt“.

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Aus der Vorbereitung auf den Unterricht

 



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Das Fest der Gabe der Tora gibt es jeden Tag!

Frage: Wenn wir die Tora bereits am Berg Sinai erhalten haben, warum müssen wir sie dann jedes Jahr am Schawuot erneut empfangen?

Antwort: Es geht hier nicht um eine materielle Handlung, nicht darum, dass wir tatsächlich physisch am Berg Sinai waren.

Es heißt, dass der Mensch sich jeden Tag vorstellen soll, wie er aus Ägypten auszieht. Er muss jeden Tag die Zehn Gebote hören, als würde er sie immer wieder neu empfangen.

Und das ist tatsächlich so. Denn unser Ego, unser Verlangen nach Genuss, erneuert sich jedes Mal, und als Gegengewicht dazu müssen wir ständig das Verlangen nach Geben, nach Liebe und die Kraft der Liebe wecken. Deshalb wird uns jeden Tag die Tora geschenkt.

Aber jetzt befinden wir uns im Exil, d. h. in einem Zustand, in dem wir diese gute Kraft, die vor uns verborgen ist, nicht fühlen. Und wir können sie nur mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala offenbaren, die bis vor kurzem ebenfalls absichtlich verborgen war.

Frage: Was ist der Zusammenhang zwischen der Tora und der Wissenschaft der Kabbala?

Antwort: Die Kabbala wird als die wahre Tora oder als Wissenschaft des Lichts bezeichnet, denn genau sie ist dazu bestimmt, aus der Tora, aus unserem Leben und aus der Natur die gute Kraft, die Kraft des Gebens und der Liebe, zu entnehmen und die Bürgschaft, die Einheit zwischen uns, zu verwirklichen.

Ohne sie können wir das nicht umsetzen, wir haben keine Methode, die uns helfen könnte, uns auf eine gute Art und Weise mit anderen zu vereinen. Seit Jahrzehnten versuchen wir das in Israel, und es wird nur noch schlimmer. Wir sind bereits an einem Punkt angelangt, den man nicht länger ertragen kann.

Die Kabbala offenbart uns jedoch die Kraft des Guten, die verbindende Kraft der Liebe, und gibt uns die Möglichkeit, sie zu nutzen. Überall dort, wo sich das Böse zeigt, beginnen wir zu spüren, wie wir es mit der Kraft des Guten ausgleichen können.

Dann haben wir bereits zwei Kräfte, mit deren Hilfe wir uns in die richtige Richtung bewegen können – hin zu Vereinigung, Liebe, Vollkommenheit und einer guten Entwicklung.

Aus der Sendung beim Rundfunksender 103FM

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Das Tempo des Fortschritts beschleunigen

Unsere einzige Wahl besteht darin, das Tempo des Fortschritts zu beschleunigen.

Nehmen wir an, diese Welt würde bei ihrem derzeitigen Tempo erst in 100.000 Jahren zur Endkorrektur gelangen. In seinen früheren Kreisläufen hat der Mensch einen Teil des Weges auf natürliche Weise zurückgelegt, und jetzt kann er gemeinsam mit der Welt den gesamten Weg, der bis zur Endkorrektur noch verbleibt, schneller zurücklegen – zum Beispiel nicht in 70.000 Jahren, sondern in 7–10 Jahren.

Wie können wir uns also nicht beeilen? Die einzige Wahl, die wir haben, ist: Gas geben oder halt nicht. Dem Menschen kommt es so vor, als müsse er etwas Außergewöhnliches tun, aber man muss einfach dasselbe tun, nur schneller.

Geschwindigkeit, Rhythmus, Tempo – das ist der Einsatz innerer Anstrengung für das, was ich benötige. Zum Beispiel: Um mich noch etwas mehr mit einem Freund zu verbinden, setze ich mich selbst mehr unter Druck. Noch etwas mehr lernen – ich setze mich wieder unter Druck. Das heißt, all das Gleiche zu tun, aber mit größerer Anstrengung.

Was bringt es, wenn ich von einer Ecke zur anderen laufe? Was kommt dabei heraus außer Wind? Unter Geschwindigkeit versteht man den Einsatz eigener Anstrengung in jeder Kleinigkeit, die ich erforschen und präzisieren muss.

So wie du jetzt zweieinhalb Stunden im Unterricht sitzt, so bemühe dich, gefasster und konzentrierter auf den Unterricht und sein Ziel zu sein – und nichts darüber hinaus. Damit diese Absicht nicht verschwindet, halte sie ständig fest. Vor dir müssen nur der Unterricht und sein Ziel stehen. Und das bedeutet bereits, dass du auf dem richtigen Weg bist. Wenn du dich in diesen Gedanken vertiefst und Angst hast, ihn zu verlieren, dann erhöhst du die Geschwindigkeit.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash von 11.05.2026

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Gab es die Durchquerung des Roten Meeres?

Frage: Gab es in der Geschichte wirklich ein solches Wunder, bei dem sich das Rote Meer teilte und das Volk Israel, das vor dem Pharao floh, hindurchließ?

Antwort: Die Tora berichtet nicht von Ereignissen unserer materiellen Welt. Sie spricht nur davon, was zwischen unseren Seelen geschieht. In diesem Sinne haben wir einen Zustand durchlaufen, der als Durchquerung des Roten Meeres bezeichnet wird.

Der Auszug aus Ägypten und die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei – das ist die Befreiung von der Macht des eigenen Egoismus, des „Engels des Todes“. Und auf dem Weg zu dieser Freiheit durchlaufen wir einen bestimmten Übergang, der als Durchquerung des Roten Meeres bezeichnet wird. Er bedeutet das Ende Ägyptens, das Ende unseres Egoismus, nach dem wir ein freies Volk werden können.

In der Natur verbirgt sich eine besondere Kraft der Einheit, die als Schöpfer bezeichnet wird. Und wenn wir uns bemühen, uns zu vereinen, uns gegen unseren Willen einander anzunähern, dann offenbaren wir in diesen Bemühungen eine höhere Kraft, die den Zustand der „Durchquerung des Roten Meeres“ bewirkt. Sie führt uns von der egoistischen Natur hin zur Natur des Gebens und der Liebe.

Aus der Sendung auf dem Rundfunkkanal 103FM

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Den Verstand auf Wahrheit und Lüge einstellen

Wahrheit und Lüge tauschen im Handumdrehen die Plätze. Wir hören eine bestimmte Meinung und halten sie für wahr. Und dann hören wir plötzlich etwas anderes und klammern uns daran, als wäre es wahr, während uns das, was vorher war, bereits als Lüge erscheint. Wahrheit und Lüge wechseln mit enormer Geschwindigkeit, und sogar das Gefühl von süß und bitter verändert sich, wenn auch nicht ganz so schnell.

Es stellt sich also heraus, dass es in der Realität nichts Absolutes gibt. Ich kann nie sagen, dass genau das hier süß ist, denn vielleicht schmeckt es mir morgen wegen meiner schlechten Laune schon bitter. Oder ich stelle plötzlich fest, dass Zucker mir sehr schadet, mich regelrecht umbringt, und ich kann ihn nicht einmal mehr ansehen. Er wird mir nicht süß, sondern bitter vorkommen, so sehr werde ich Angst haben, etwas Schädliches zu essen. Diese Angst wird meinen gesamten Geschmackssinn verändern.

Und wie sollen wir dann eine endgültige Entscheidung darüber treffen, was als süß oder bitter zu betrachten ist und was als Wahrheit oder Lüge? Wahrheit und Lüge klären sich im Verstand, während sich süß und bitter im Herzen, im Verlangen, entscheiden. Deshalb muss man am Herzen arbeiten, damit es nach Geben und nicht nach Empfangen strebt.

Das ist bereits eine Art Maßstab, ein Bewertungssystem, anhand dessen man sich selbst einschätzen kann. Derzeit bedeutet „Wahrheit“ für uns, so viel wie möglich für uns selbst zu gewinnen, zu verdienen. Und dort wo wir verlieren – das nennen wir Lüge. So betrachtet der gewöhnliche Mensch das Leben mit einem „korrupten“ Blick. Der Egoismus verschleiert ihm die Augen und lässt ihn nicht erkennen, wo die wirkliche Wahrheit liegt und wo die Lüge. Was ihm nützt, nennt er Wahrheit, und was ihm nicht nützt, nennt er Lüge.

Wir müssen jedoch ein objektives Maß nehmen, das außerhalb von uns liegt – nämlich das Maß des Gebens, an dem wir unsere Wahrheit und Lüge messen können, wenn wir unseren Verstand richtig ausrichten. Diese Möglichkeit bietet uns unsere Umgebung. Deshalb kam es zum Zerbrechen des Verlangens, das jeden von allen anderen getrennt und in seinem Egoismus gefangen zurückließ. Wenn ich mich hingegen gemäß den kabbalistischen Prinzipien mit der Gemeinschaft verbinde, wird dies für mich die Wahrheit sein.

Je mehr ich von mir selbst loslassen und mich mit meinen Mitmenschen verbinden kann, dann werde ich in ihnen diesen Maßstab, die Wahrheit, erkennen. Mich selbst hingegen werde ich im Hinblick auf diese Wahrheit in der Lüge erkennen. Das ist das Hauptziel unserer Arbeit in der Gruppe: uns richtig auf die Wahrheit einzustellen, uns in Bezug auf sie zu annullieren– so, dass Wahrheit und das Geben für uns zu einem einzigen Begriff werden. Das Geben ist meine Verbindung mit der Gruppe: Je mehr ich mich ihr hingebe, desto mehr nähere ich mich der Wahrheit, das heißt dem Geben.

Das ist das Allererste, was wir mit uns selbst tun müssen. Und dann werden wir sicher sein, dass wir aus Sicht des Verstandes den richtigen Kurs und die richtige Richtung einschlagen.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“

 



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Man sollte nichts bereuen

Frage: Menschen im Alter von etwa 70 Jahren wurde die Frage gestellt: „Was bereuen Sie, wenn Sie auf Ihr Leben zurückblicken?“

Die fünf häufigsten Antworten waren:. Die Befragten gaben an, dass sie zu wenig gereist seien, sich nicht ausreichend um ihre Gesundheit gekümmert hätten und ihrer Familie und ihren Kindern nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt hätten.

An erster Stelle stand jedoch Folgendes: Sie hatten den größten Teil ihres Lebens mit einer Tätigkeit verbracht, die sie nicht liebten, und es fehlte ihnen an Kraft und Entschlossenheit, etwas daran zu ändern.

Was meinen Sie: Ist das nach Ihrer Meinung das Schwerwiegendste, was man am Ende seines Lebens bereuen kann?

Antwort: Natürlich ist das insgesamt ein sehr schweres Leben, wenn jemand einer Tätigkeit nachgeht, die er nicht liebt, und sich damit nie wirklich identifizieren kann. Besonders tragisch wird es, wenn ihm zugleich die Kraft fehlt, etwas daran zu ändern.

Frage:  Kann eine ungeliebte Arbeit irgendwann zu einer geliebten werden?

Antwort: Das ist möglich. Man muss sich intensiver mit ihr beschäftigen, tiefer in sie eintauchen und sich ihr mit ganzem Herzen widmen. Dann kann sich die Einstellung dazu ändern.

Frage: Das heißt, man könnte sich sagen: „Ich kann diese Arbeit im Moment nicht aufgeben, aber ich kann versuchen, sie lieben zu lernen“?

Antwort: Das ist möglich. Indem man sich vertieft, wird man zum Meister seines Fachs.  

Kommentar: Aber sie bleibt trotzdem ungeliebt.

Antwort: Das liegt daran, dass man sich ihr nicht mit Hingabe, von ganzem Herzen, gewidmet hat.

Frage: Warum hat niemand geantwortet: „Ich bedaure, dass ich nicht nach dem Sinn des Lebens gesucht habe“?

Antwort: Die Menschen suchen danach – meist still und unauffällig. Doch dieses Bedürfnis steht oft nicht an erster Stelle, sondern irgendwo weiter hinten. Jeder Mensch sollte versuchen, in seinem Leben nach dem Sinn zu suchen. Das ist wichtig. Ohne Sinn erscheint das Leben leer. Ob man ihn findet und welche Form dieser Sinn annimmt, hängt letztlich von jedem Einzelnen ab.

Frage: Bedeutet das, dass jeder seinen eigenen Sinn des Lebens finden kann – einen großen oder kleinen, tiefen oder eher einfachen?

Antwort: Ja. Entscheidend ist jedoch, die Suche nicht aufzugeben. Es geht nicht darum, sich mit allem abzufinden, sondern darum, weiterzufragen und weiterzumachen.

Frage: Sagen Sie das aus der Perspektive, dass wir bereits zu einem bestimmten Sinn des Lebens gelangt sind? Antwort: Wir nähern uns diesem Sinn an, wir werden ihm näherkommen und wir werden auch künftig weiter nach ihm streben. Ohne diese Suche kann ein Mensch nicht wirklich leben; es wäre lediglich ein bloßes Dasein. Das gehört zu unserer menschlichen Natur.

Frage: Gibt es etwas in Ihrem Leben, das Sie bereuen?

Antwort:Nein. Obwohl ich eigentlich sehr vieles bereuen müsste.

Frage: Und dennoch bereuen Sie nichts? Wie gelingt es Ihnen, so zu leben, ohne zu bereuen? Wie schneiden Sie das einfach ab?

Antwort: Ganz einfach: „Das Recht, die Jahre zu vergessen, das Recht, die Stunden zu wählen. „Das Recht zu wählen, wie man lebt, indem man das Leben auf die Waage legt.“

Daran lässt sich nichts ändern. Ich persönlich betrachte das sehr philosophisch: Es erleichtert nicht nur – obwohl es das tatsächlich tut, sondern es muss so sein.

Frage: Hat die Erkenntnis „Es muss so sein“ Ihre Sicht auf das Leben geprägt?

Antwort: Ja. Es hat meine Haltung zum Leben und zur Welt wesentlich beeinflusst. Was ich tun kann, das tue ich. Was ich geben kann, das gebe ich.

Ich hoffe, dass ich mit dem, was ich der Welt gebe, einen kleinen Beitrag dazu leiste, sie besser zu machen. Die Welt und die Menschen sind mir nicht gleichgültig. Ich wünsche mir, dass sie die Wirklichkeit etwas klarer sehen, dass sie ihre Augen ein wenig weiter öffnen.  

[318075]

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 



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Die Bereitschaft, im Glauben über den Verstand zu gehen

Der Glaube über dem Wissen  ist kein Gewinn für den Verstand, sondern der Erhalt einer anderen Fähigkeit, die wir nicht besitzen. Es ist ein anderer, übernatürlicher Kanal, ein sechster Sinn, Spiritualität, die Korrektur vom Kli des Empfangs, die Kraft von Bina. Wie gelangt man dazu? Durch Nachdenken, Arbeit, Höhen und Tiefen.

Frage: Warum beschäftigen wir uns damit, wenn doch im Voraus bekannt ist, dass all dies der Schöpfer tut?

Antwort: Warum bist du dir so sicher, dass der Schöpfer dies tut? Denn für dich sind das alles nur Bezeichnungen, leere Worte, du lebst nicht darin. Es steht geschrieben, dass es eine höhere Kraft gibt, die alles lenkt, „es gibt niemanden außer Ihm“. Na und? Du hast davon gehört, aber du lebst nicht in dieser Offenbarung, identifizierst dich nicht damit.

Dabei bestimmt diese Identifikation all unsere Gedanken und Handlungen. Ich fühle mich wie ein Handschuh, der auf die Hand des Schöpfers gestülpt ist. Er bestimmt alles, was in mir geschieht, angefangen bei der Bewegung der Atome bis hin zur Bewegung der Gedanken und Wünsche. Von Ihm hängt jedes Ergebnis ab, sowohl am Anfang als auch am Ende. So spüre ich die Manifestation des Schöpfers in mir.

Kann ich behaupten, dass der Schöpfer der König ist, wenn ich das nicht habe? Kann ich sagen, dass ich damit einverstanden bin? Würde ich selbst, ohne Zwang, dasselbe tun, was Er tut? Das ist alles leeres Gerede. Ich weiß nicht, wer Er ist.

Deshalb sagt Rabash, dass es einen König der ganzen Welt gibt und einen König Israels. Über den König der ganzen Welt sagen alle: Der Schöpfer ist groß!

Den König Israels begreift man durch echtes Streben nach Ihm – „Yashar Kel“, direkt zum Schöpfer. Streben bedeutet die Bereitschaft, sein Wissen beiseite zu lassen und im Glauben über dem Verstand zu gehen. Darin liegt der Unterschied zwischen der Sichtweise der Tora und der Sichtweise der Massen.

Es reicht nicht aus, das nur zu sagen. Alle glauben, dass sie sich bereits in der Endkorrektur befinden, während die Zustände Israels durch sehr ernsthafte Arbeit erreicht werden, indem sie all ihre Wünsche und Absichten gegenüber dem Schöpfer so ausrichten, dass sie wie die Seinen werden. Erst dann gelangen sie zu dem Zustand, in dem sie sagen können, dass der Schöpfer der König der ganzen Welt ist.

Was ist die Welt? Die Welt ist mein ganzes Ich, und ich habe geprüft und gespürt und stimme zu, dass Er mich führt. Und worin besteht diese Zustimmung? Darin, dass ich selbst dann, wenn Er nicht existieren würde, dennoch dasselbe tun würde. So erschaffe ich das Bild des Schöpfers in mir. Das bedeutet, dass ich von Null bis zur Unendlichkeit wachse. Ich wachse und erreiche Seine Stufe.

[357750]

Aus der Lektion nach einem Artikel von Rabash, 10.062026

 



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Vom Mittel – zur Ursache

Frage: Was ist die Hilfe des Schöpfers?

Antwort: Wenn ein Mensch versucht, Liebe und Einheit anstelle von Hass und Ablehnung zu erreichen, wird er feststellen, dass dies aus eigener Kraft unmöglich ist. Gute Absichten führen jedes Mal zum Gegenteil.

Anfangs wird der Mensch bei seinen erfolglosen Bemühungen das Gefühl haben, dass dies wegen ihm geschieht. Später werden ihm dieselben Anstrengungen zeigen, dass die Ursache in einer äußeren Kraft liegt.

Mit der Zeit und durch immer neue Eindrücke wird er dann feststellen, dass es sich nicht um irgendeine fremde Kraft handelt, sondern um die Höhere Kraft, die ihn auf diese Weise lenkt und durch verschiedene Lebenssituationen eine negative Haltung gegenüber anderen in ihm hervorruft.

Dadurch beginnt der Mensch, den Schöpfer als Ursache sowohl der negativen als auch der positiven Zustände wahrzunehmen. Es erkennt, dass nur der Schöpfer die Fähigkeit besitzt, die Gegensätze miteinander zu verbinden. Ohne die Hilfe des Höheren Lichts kann der Mensch die beiden entgegengesetzten Eigenschaften nicht in sich verbinden. Doch auch dies ist nur eine Zwischenstufe. Anfangs sucht der Mensch die Korrektur, um sich besser zu fühlen und seine inneren Zustände in Ordnung zu bringen. Bis dahin war ihm seine schlechte Einstellung gegenüber den Mitmenschen unangenehm.  Später verändert sich seine Absicht: Er möchte alle Zustände, selbst die unangenehmen und widersprüchlichen, als Mittel nutzen, um eine Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer zu erlangen. Die Vereinigung der Gegensätze soll nicht zu seinem persönlichen Wohl erfolgen, sondern zur Offenbarung des Schöpfers. So steigt der Mensch Stufe für Stufe die spirituelle Leiter empor. Zunächst bemüht er sich, seine Kelim (Gefäße, Verlangen) zu korrigieren. Später nutzt er die korrigierten Kelim, um eine richtige Beziehung zum Schöpfer aufzubauen. Schritt für Schritt wandelt sich seine Sichtweise: vom Mittel zur Ursache, von der Korrektur des Verlangen zur Erkenntnis des Zwecks der Korrektur.

Denn das Ziel besteht nicht darin, die Fülle im eigenen Kli zu genießen, sondern durch die Arbeit die höhere Wurzel zu erreichen. Dann verändert sich die Einstellung: Hinter der Verbindung von Bina und Malchut entdeckt man Keter, die Spitze des Buchstabens Jod (י), mit der der Buchstabe Alef (א) beginnt – ein Symbol unserer Arbeit und unseres Aufstiegs auf der Diagonalen. 

[31954]

Aus einem Unterricht zu einem Artikel von Rabash

 



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Die Leiter der Wünsche

Frage: Unsere Wünsche werden immer größer. Wie können wir aus ihnen eine Leiter machen, auf der man nur hinaufsteigen und den kontinuierlichen Aufstieg fühlen kann?

Antwort: Im Universum gibt es zwei Zustände: absolutes Geben und absolutes Empfangen. Der Abstand zwischen ihnen wird als „Leiter“ bezeichnet, auf deren jeder Stufe immer größere Wünsche stehen, und je höher man steigt, desto mehr gewinnen sie an der Absicht zum Geben.

Das Verlangen selbst ist das Verlangen nach Empfangen, während die Leiter die Absicht „um des Gebens willen“ verkörpert.

Tatsächlich sind wir von Natur aus so geschaffen, dass wir nur an uns selbst denken und alle Wünsche für uns selbst nutzen. Da wir nicht in der Lage sind, etwas zu geben, können wir nur von anderen empfangen.

Doch wenn wir mit Hilfe der Kabbala eine besondere Energie des Gebens anziehen, beginnt diese, auf unser allgemeines egoistisches Verlangen einzuwirken und es Schritt für Schritt zu korrigieren, indem sie die Eigenschaft des Gebens mit der Eigenschaft des Empfangens verbindet.

Das Höhere Licht wirkt auf das Verlangen nach Empfang ein und unterteilt es in 125 Stufen der Korrektur, aus denen sich eine Leiter bildet, die „Leiter von Jakob“ genannt wird. Auf diese Weise korrigieren wir uns nach und nach bis hin zum vollkommenen Geben und verwandeln unseren gesamten, enormen Egoismus in die Eigenschaft des Empfangens um zu geben.

Indem wir die beiden grundlegenden Eigenschaften der Schöpfung – Empfangen und Geben – nutzen, erreichen wir die Gleichheit an den Schöpfer. Dabei verschwinden wir nicht in Ihm, denn einerseits bleibt unser Wunsch zu empfangen erhalten und nimmt lediglich die äußere Form des Gebens an.

Doch das Empfangen um des Gebens willen macht uns dem Schöpfer ähnlich. Das heißt, äußerlich werden wir Ihm ähnlich, während wir innerlich aus dem Wunsch zu empfangen bestehen. Darin liegt die gesamte Korrektur.

[161780]

Aus der Fernsehsendung „Gespräche mit Michael Laitman“

 



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Mach Platz für den Schöpfer!

Kommentar: Willst du, dass Platz für den Schöpfer ist? Dann mach Platz! Tritt ein wenig zur Seite, mach Platz für Ihn! Das bedeutet die Einschränkung des eigenen Egos.

Dränge deinen Egoismus zurück, begrenze ihn und ziehe dich zurück, damit ein Raum für den Anderen entsteht. Wir müssen uns so weit einschränken, dass wir alle gemeinsam in einen zentralen Punkt der Schöpfung hineinpassen. Der ganze riesige Raum um uns herum, befreit von unserem Egoismus, wird zu einem Ort, den wir dem Schöpfer überlassen. Deshalb wird der Schöpfer „der Ort“ genannt.

In dem Maße, in dem wir unser egoistisches Verlangen zurücknehmen, machen wir Platz für den Schöpfer.

Wir verdichten all unsere egoistischen Wünsche zu einem einzigen Punkt, von dem der Schöpfer sagte: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen.“ Tatsächlich hat Er nichts anderes erschaffen als diesen Punkt, aus dem wir existieren. Und alles andere außer ihm sind Eigenschaften des Schöpfers.

Indem wir den gesamten Raum – bis auf diesen zentralen Punkt – von unserem Egoismus befreien, können wir uns an diesem Ort mit dem Schöpfer verbinden. So offenbaren wir Ihn in diesem Raum. Mit anderen Worten: Wir setzen Ihn als König über uns ein, damit Er über dem gesamten Ort herrscht. Wir geben Ihm den Platz, sich zu offenbaren und die gesamte Wirklichkeit zu lenken.

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Aus der Lektion „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala (Pticha)“ 16.02.2022

 



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