Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wie man die spirituelle Entwicklung beschleunigen kann

Frage: Wenn ein Mensch bereits den Weg des Gebens eingeschlagen hat, wie kann er dann seine Entwicklung beschleunigen?

Antwort: Viel lesen. Am Anfang versteht ein Mensch noch nicht, was mit „Freunden“ gemeint ist, was die gemeinsame Arbeit bedeutet und was überhaupt von ihm erwartet wird. Manche erfassen dies aufgrund ihrer natürlichen Veranlagung relativ schnell. Bei anderen ist die Natur jedoch nicht darauf ausgerichtet, sich mit anderen zu verbinden und gemeinsam mit ihnen zu arbeiten. Es gibt Menschen, die von ihrem Charakter her eher Beobachter und Betrachter sind. Deshalb ist es in der ersten Phase besonders wichtig, viel zu lesen.

Heutzutage beschleunigt sich der Entwicklungsprozess, aber dennoch muss der Mensch im ersten Jahr wie ein “Fleischwolf “die verschiedenen Artikel und Briefe von Baal HaSulam und Rabash in sich verarbeiten, sie in sich aufnehmen und wiederholen, um so viel Material wie möglich zu verinnerlichen.

Es spielt keine Rolle, ob man vieles vergisst, nicht versteht oder nicht darüber nachdenkt – darüber wird man später nachdenken, denn am Anfang ist man dazu noch nicht in der Lage. Zunächst muss man einfach das Geschriebene lesen, sich dafür öffnen und sich mit diesem Wissen füllen. Mit der Zeit beginnt das Gelesene zu wirken. Durch sein anfängliches Streben stellt der Mensch bereits beim Lesen eine Verbindung zum umgebenden Licht her. Wenn er auf diese Weise genügend Erfahrung gesammelt hat – nach einigen Monaten, einem halben Jahr oder einem Jahr –, wird er beginnen, mit dem Gelernten richtig zu arbeiten.

Für manche Menschen ist es besser, statt all dieses Lesens mehr in der Gemeinschaft/ Gruppe mitzuarbeiten, doch das eine ist ohne das andere nicht möglich. Man muss beides miteinander abwechseln; in welchem Verhältnis hängt vom Charakter des Menschen ab. Sowohl die Arbeit zum Nutzen der Gruppe als auch das Studium sollten in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. 

Abwechslung ist notwendig, und in welchem Verhältnis – das hängt vom Charakter des Menschen ab. Sowohl die Arbeit zum Wohle der Gruppe als auch das Lernen sollten in einem bestimmten Verhältnis zueinander stehen. Kurz gesagt: Um die Entwicklung zu beschleunigen, kann man besonders am Anfang sehr viel lesen. Später sollte man dagegen mehr arbeiten und darüber nachdenken: Warum tue ich das? Auf den fortgeschritteneren Stufen muss man mehr für die Gesellschaft bzw. Gruppe arbeiten, denn dann steht man vor schwierigen Fragen und Problemen. Ihre Überwindung hilft dabei, weiter voranzukommen. 

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Aus einem Unterricht von Rabash, 14.08.`26

 

Wie man die Entwicklung beschleunigt

Rabash schreibt in seinen Artikeln, dass man jedes Mal die Gesellschaft oder die Gruppe verändern muss, da dies der einzige Faktor ist, der die Entwicklung beschleunigen kann. Doch was bedeutet „beschleunigen“eigentlich? Es verändert nichts an den Zuständen selbst. Die Reshimot befinden sich bereits in uns, und wir müssen alle „geplanten“ Zustände durchlaufen. Die Frage ist nur, wie schnell wir sie durchlaufen und welche Einstellung wir dabei zu ihnen haben. 

Wenn wir einen bestimmten Zustand durchleben und ihm positiv gegenüberstehen, das heißt, uns bewusst ist, dass er mit unserer Entwicklung zusammenhängt, dann empfinden wir das Geschehene  als etwas Gutes, Positives. Wenn wir jedoch etwas nicht durchleben wollen und durch Leiden dazu gezwungen werden, dann empfindet man das Geschehen als negativ. Unser inneres, persönliches Empfinden verändert sich entsprechend unserer Einstellung zu dem, was geschieht.

Man kann das mit einer Operation vergleichen. Ich hatte Atembeschwerden und wartete zwei Wochen auf die Operation. Wenn ich nicht gelitten hätte und man mir einfach gesagt hätte: „Du musst dich hinlegen, und wir werden dich operieren“, worin hätte dann der Unterschied bestanden?

Das ist wirklich ein Wunder. Ich erinnere mich, wie ich zu dieser Operation kam. Ich konnte es kaum noch erwarten. Ich legte mich auf den Operationstisch und wartete nur darauf, dass man mir schnell die Narkose gab, damit ich als ein anderer Mensch wieder aufwachen würde. So war es tatsächlich! Das war ein sehr interessantes Gefühl. Ich empfand eine große Freude, als ich mich auf diesen Tisch legte! Ich hatte überhaupt keine  Angst, ich wollte nur, dass dieser Zustand so schnell wie möglich zu Ende geht.

Das beschleunigt die Zeit und gleichzeitig empfindet der Mensch Genuss statt Leiden.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash, 04.08.2026

 

Du bist dort, wo deine Gedanken sind

Frage: Hat es eine schützende Wirkung, wenn man sich immer wieder – laut oder in Gedanken – sagt: „Es gibt niemanden außer dem Schöpfer“? Oder handelt es sich dabei lediglich um psychologische Selbsttäuschung?

Antwort: Nein, das ist nicht nur Psychologie. Der Mensch ist so aufgebaut. Wenn man in allen Lebenslagen immer wieder wiederholt: „Es gibt niemanden außer Ihm“, kann man sich nicht vorstellen, was einen das alles lehren wird.

Das ist kein Mantra, das man  gedankenlos aufsagt: Man hat dir „Abrakadabra“ gesagt – und du wiederholst es.

Wenn man versucht, jeden physischen Zustand dieser Welt mit seiner Quelle zu verbinden, wenn man die Gruppe und den Schöpfer miteinander in Beziehung setzt,  dann hält das einen ständig  in der richtigen Ausrichtung und führt Schritt für Schritt voran.

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Aus einer Lektion in russischer Sprache

 

Die einzige freie Wahl

Wenn meine Gedanken, mein Zustand und meine Handlungen vom Schöpfer ausgehen und auch das, was ich jemals wollen und denken werde, sowie das, was ich in der Vergangenheit gedacht und gewollt habe, ebenfalls von Ihm ausgeht – dann stellt sich erneut die Frage: Wer und was bin ich?

Darüber wird im Artikel „Freiheit des Willens“ gesprochen, in dem Baal Sulam erklärt, dass der Mensch in Wirklichkeit eine Maschine ist. Auf physiologischer, biologischer Ebene können wir das nachvollziehen.

Aber wenn sowohl die Gedanken als auch die Wünsche des Menschen nicht seine eigenen sind und der Mensch selbst das Ergebnis der Gesellschaft und des Einflusses von oben ist, was bleibt dann noch übrig? Baal Sulam sagt in diesem Artikel, dass der Mensch in unserer Welt nur in einer Sache die freie Wahl hat: von der Gruppe den Eindruck von der Größe des Ziels zu erhalten, um zu diesem zu gelangen.

Ich habe bereits erklärt, dass oben alles miteinander verbunden ist und man von dort aus durch die Freunde die notwendige Kraft erlangen kann. Nur das hängt vom Menschen ab. Alles andere in dieser Welt hängt nicht von ihm ab.

Wir verstehen nicht, inwieweit die Entscheidung über jede Handlung, über alles was wir zu jedem Zeitpunkt tun möchten – ob wir uns hinsetzen oder aufstehen, etwas trinken oder essen, schlafen oder irgendwo hinfahren, in den Bus steigen oder nicht, und so weiter – wir können nicht den kleinsten fremden Wunsch, keinen einzigen äußeren Grund einbringen, der nicht in unserem Inneren vorhanden wäre.

Und nur aus dem Grund, dass mir der Verlauf dieses inneren Prozesses unbekannt und unverständlich ist, scheint es mir, als würde ich selbst entscheiden, suchen, nachdenken, etwas berechnen und abwägen.

All das liegt lediglich an der Ungewissheit; nur wegen ihr ist mir nicht klar, wie das alles tatsächlich abläuft.

Das ähnelt der Situation, wenn wir ein Baby betrachten und wissen, was es im nächsten Augenblick tun wird. Genauso ist es auch mit uns. Nur wird dies um ein Vielfaches klarer werden, wenn wir eine Stufe höher steigen. Deshalb ist es sinnvoll, sich nicht mit Unsinn zu beschäftigen, sondern diesen kleinen Punkt zu nutzen, diese ganz kleine Öffnung, durch die wir die äußere Kraft in uns, in unser Kli, hereinlassen können, um voranzukommen. Diese Kraft ist die Größe des Schöpfers, die wir von unseren Freunden erhalten. Wenn ein Mensch sich um diesen Punkt kümmert und stets danach strebt, durch ihn immer mehr anzuziehen, dann wird es ihm gelingen. Ich möchte hinzufügen, dass als „Freund“ nicht nur Gleichgesinnte aus der Gruppe bezeichnet werden, sondern auch die Urquellen und deren Autoren. Ein Mensch kann einfach dasitzen und kabbalistische Musik hören oder eine Aufnahme von dem, was Kabbalisten sagen, ohne die Sprache zu verstehen, in der sie sprechen. Das nennt man äußere Kraft. Und das ist das Einzige, was von uns abhängt. Alles andere ist nichts weiter als Einbildung und Fantasie.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 05.07.2026

 

Der Geist des Lebens, voller Hoffnung

Rabash, Artikel Was wir in der Versammlung der Freunde suchen sollen “: jeder Einzelne muss sich bemühen, der Gemeinschaft Lebensgeist und volle Hoffnung zu bringen um Schwung in sie zu bringen, sodass jeder aus der Gemeinschaft sich sagen kann: Jetzt beschreibe ich ein neues Blatt in der Arbeit. Bevor er zur Gemeinschaft kam, war er über das Vorankommen in der Arbeit des Schöpfers enttäuscht

– aufgrund seiner eigenen Schwäche und mangelnden Motivation.

„Doch wenn er zur Gruppe kommt, muss er dort ein „loderndes Feuer“ spüren, das ihn von innen heraus verbrennt und ihn in die Gruppe hineinzieht, die auf ihn einwirkt, ohne ihn zu fragen, denn er ist nicht in der Lage, den Freunden zu widerstehen.

…nun hat die Gruppe ihm einen Lebensgeist voller Hoffnung eingehaucht, und dank der Gruppe hat er das Selbstvertrauen und die Kraft gefunden, durchzuhalten, denn nun spürt er, dass er fähig ist, Vollkommenheit zu erreichen.

Wenn in der Gruppe dieser Geist fehlt, gibt es keine Hoffnung, irgendetwas zu erreichen. In Artikel 225 „Sich selbst erheben“ aus dem Buch „Shamati“ heißt es: Es ist unmöglich, sich selbst zu erheben und aus seinem Kreis – aus seinem Umfeld – auszubrechen. Jeder kommt nur gemeinsam mit der Gruppe voran. Wenn ich der Gruppe keine gute Stimmung vermittle, werde ich sie auch nicht haben. Wenn ich nicht will, dass die Gruppe vorankommt, komme auch ich nicht voran, denn wir werden kein gemeinsames Verlangen/Kli schaffen.

Je mehr wir darüber sprechen und uns zwingen, dies immer tiefer zu verstehen, desto klarer beginnen wir, die spirituelle Realität zu erkennen – die uns verhasst ist, die uns entgegensteht, die unerwünscht ist, aber dennoch existiert. Dann werden wir beginnen, sie als wirklich wichtig und erhaben zu erkennen.

Das Wichtigste ist – auch wenn es unangenehm ist –, jeder spirituellen Handlung und jedem spirituellen Zustand seine wahre Definition zu geben – dass es sich um Geben und Nächstenliebe innerhalb der Gruppe handelt, um die Vereinigung zur Erlangung des Schöpfers, um die Kraft unseres gemeinsamen Gebens und Liebe.

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Aus dem Unterricht 8. des Kongresses „We!“, New Jersey

 

Der Beschleuniger der spirituellen Entwicklung

Kommentar: Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen.“ Es ist klar, dass jeder von uns denselben bösen Trieb hat.

Meine Antwort: Nein, jeder von uns ist anders als die anderen. Baal HaSulam schreibt im Artikel „Freiheit des Willens“, dass wir alle aus unterschiedlichen Punkten von Adam HaRishon stammen, und es ist uns verboten, jemanden zu unterdrücken, ihn zu etwas zu zwingen, ihn zu verändern, uns in die Kultur anderer Menschen einzumischen oder sogenannten primitiven Völkern gewaltsam Fortschritt aufzuzwingen.

Jeder sollte sich entsprechend seinen persönlichen Eigenschaften entwickeln, denn nur so kann er sein Verlangen zu empfangen verwirklichen. Jeder ist eine eigenständige Schöpfung, und selbst wenn er es wollte, kann er sein Verlangen zu empfangen, seinen Ausgangspunkt, nicht verändern.

Baal HaSulam erklärt, was ein Ausgangspunkt ist und welches Programm seine Entwicklung bestimmt. Es gibt eine vorgegebene Ordnung der Einflüsse in der Gesellschaft sowie Gesetze der Entwicklung der Umgebung; der Mensch kann sich dort nicht gewaltsam einmischen und etwas verändern. Die einzige Veränderung betrifft die äußere Form unter dem Einfluss der Gruppe.

Doch die Veränderung der äußeren Form bedeutet nicht, dass der Mensch zusätzliche Verlangen oder Eigenschaften erwirbt, die vorher nicht in ihm vorhanden waren. Er erlangt vielmehr eine Begeisterung, ein Verlangen nach der Quelle, die er erreichen muss. Dies dient ihm als zusätzlicher Treibstoff, um seine Entwicklung und den Prozess der Korrektur zu beschleunigen. Doch er erwirbt dadurch keine neuen Kelim, keine neuen Eigenschaften oder Gedanken.

Es beschleunigt lediglich das Hervortreten dieser bereits vorhandenen Eigenschaften und bestimmt die Geschwindigkeit ihrer Entwicklung. Deshalb ist es entscheidend, sich zur Gruppe, zu den Meinungen der Freunde und zur gesamten Struktur der Gruppe mit dem Verständnis zu verhalten, dass alles, was wir von ihr erhalten, ausschließlich als Beschleuniger, als Katalysator dient, der uns Energie zum Handeln gibt.

Doch dieser Beschleuniger besitzt keinen eigenen Charakter; er gibt nur einen zusätzlichen Impuls in die Richtung, in die ich mich bereits bewege. Ich wähle, wohin ich gehe – nicht er. Dasselbe erwarte ich von der Gruppe. Das heißt, ich muss zur Gruppe kommen und zusätzliche Kräfte in der von mir bereits gewählten Richtung verlangen, anstatt dass die Gruppe zu mir kommt und versucht, mich zu „indoktrinieren“.

Jede „Beeinflussung“ durch die Gruppe sollte nur darin bestehen, meine gewählte Richtung zu stärken. Andernfalls wäre es keine freie Wahl. Andernfalls wäre es eine Gruppe, die den Einzelnen unterdrückt.

Sie muss mir keine neuen Ideen bringen. Sie sollte mir lediglich helfen, das zu festigen, was ich bereits habe. Deshalb heißt es, dass jeder von uns der Gruppe geben und entsprechend seiner Investition zurückerhalten soll – nur um ein Vielfaches mehr.

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Aus dem täglichen Kabbalaunterricht vom 13.02.2026, Rabash, Artikel 18 (1987), „Was ist die Vorbereitung auf das Empfangen der Tora? – 2“

Die Familie des Schöpfers

Frage: Wenn ich über den Verstand hinausgehe, bedeutet das dann, dass ich durch den Verstand der Gruppe geleitet werde?

Antwort: Es gibt keine Gruppe außerhalb von mir. Die Gruppe wird in meinem Inneren „dargestellt”, genau wie die gesamte Realität.

Der Begriff „Gruppe” sollte als etwas von oben gegebenes verstanden werden. So lässt der Schöpfer mich meine Freunde sehen, damit ich durch den Aufbau von Beziehungen zu ihnen meine Beziehung zu Ihm aufbaue.

Zuerst strebe ich nach dem Schöpfer. Und Er stellt mir sozusagen eine Bedingung: „Willst du eine Verbindung zu Mir finden? Dann mach dich bitte zuerst beliebt und komm denen näher, die Mir nahestehen. Sie, die Gruppe, zu der Ich dich geführt habe, sind Meine Familie.

Willst du mir etwas Gutes tun? Ich werde nichts von dir annehmen, sondern schauen, wie du zu ihnen stehst, wie du ihnen Geschenke machst, wie gut du zu ihnen bist. Zeig deine Liebe zu meiner Familie – dann wirst du für Mich wichtig und wertvoll.“

Hier zeigt sich, ob du wirklich eine uneigennützige Nähe zum Schöpfer willst oder ob du egoistische Absichten hast.

Wenn du gut zu deinen Freunden bist, egal wie sie dir erscheinen, wenn du ihnen näherkommst – dann willst du wirklich auch dem Schöpfer nah sein.

Wenn du aber nicht in der Lage bist, dich ihnen anzunähern, dann treibt dich eine egoistische Berechnung zum Schöpfer, die nicht zum Wohl des Schöpfers ist, und du bleibst ausgeschlossen.

So sollten wir die ganze Welt betrachten: Der Schöpfer präsentiert uns die Realität als ein Mittel, das uns hilft, uns zu verändern und zu voller Übereinstimmung mit Ihm zu gelangen.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash

 

Eine schwierige Überprüfung

Jeder muss sich selbst prüfen, inwieweit er sich um der Gruppe willen anstrengt.
(Rabash, Artikel 17 „Die Agenda der Versammlung“)

Frage: Nehmen wir an, äußerlich ist zu sehen, dass alle irgendeine Arbeit leisten – entsprechend ihren Charaktereigenschaften, Möglichkeiten und ihrer freien Zeit. Aber kann man denn die innere Arbeit eines Menschen überprüfen, seine Gedanken?  Wie kann man das überprüfen?

Antwort: Ja, dennoch kann man prüfen, wie sehr der Mensch damit beschäftigt ist, dass er jetzt zu einer Versammlung kommt, dass er bereit ist, Zeit, Kräfte und die Absicht zu investieren, sodass die Freunde ihm als eine notwendige Bedingung erscheinen, die richtig auf ihn einwirkt und allen gemeinsam hilft, sich zu einem einzigen Ganzen zu vereinen.

Frage: Aber wie kann er das überprüfen?

Antwort: Nur anhand seiner eigenen Empfindungen.

Kommentar: Aber das ist doch nicht objektiv, Gefühle sind subjektiv.

Antwort: Und was kann er tun? Das ist das, was er hat – so wie jeder der Freunde. Letztlich müssen sie, wenn sie zusammenkommen, darüber sprechen und betrachten, inwieweit sie sich zur Verbindung untereinander ausrichten, wie sehr jeder für die anderen als wichtig für alle erscheint.

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Aus der TV-Sendung „Praktische Kabbala“

 

Das Erreichen der höheren Stufe

Das Erreichen der höheren Stufe ist etwas, das der Niedrigere nicht aus eigener Kraft tun kann – das ist das Erste. Es ist wie in unserer Welt: Ein Baby kann nur dadurch erwachsen werden, dass es Erziehung von Erwachsenen erhält. Diese verstehen es und geben ihm – Stufe für Stufe, Jahr für Jahr – genau das, was zu ihm passt. Und was es empfängt, hängt davon ab, in welchem Maß es sich annulliert.

Der Mensch kann die Umgebung der höheren Stufe niemals besser einschätzen als sich selbst, denn sein eigener Verstand und sein Herz bilden gewissermaßen eine Blase. Über diese Grenze hinaus versteht er nichts. Das ist unmöglich – denn „der Richter urteilt nur nach seinen eigenen Fehlern“. Das sind seine Gefäße, mehr hat er nicht.

Die Meinung der Gesellschaft annehmen

Deshalb wurde hier die Möglichkeit gegeben, die Gesellschaft zu nutzen, um aufzusteigen und zu beginnen, das zu berücksichtigen, was außerhalb von einem selbst liegt. Das nennt man – sagen wir – „Glaube über dem Verstand“.

Das heißt: In dem Maß, in dem mir die Gesellschaft ihren Verstand, ihre Meinung vermittelt, beginnt diese über mich zu herrschen, und das wird „Glaube über dem Verstand“ genannt.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Sie sagen mir, Coca-Cola sei wichtig, und ich mag es nicht – ich mag Wasser. Doch sie überzeugen mich, überreden mich immer wieder, durch öffentliche Meinung und auf verschiedenste Weise, bis ich ihre Meinung mehr akzeptiere als meine eigene. Plötzlich spüre ich, dass sich etwas in mir verändert. Ich beginne zu denken, dass es tatsächlich besser ist.

Ich behalte nicht meine eigene Meinung, dass Wasser besser ist, und trinke nur Coca-Cola, um mit ihnen zusammen zu sein oder mich mit ihnen zu verbinden. Nein – ich gebe meine frühere Meinung wirklich auf und übernehme ihre. Nicht, weil ich keine Wahl habe, sondern weil ich ihre Ansicht tatsächlich annehme.

Die Anstrengung geht nicht verloren

Frage: Worauf bezieht sich Baal HaSulam, wenn er sagt: „Auch wenn jemand nicht erlangt, ist es dennoch ein großes Privileg“?

Weil jede Anstrengung, die ein Mensch in Richtung des Schöpfers unternimmt, aufgezeichnet wird – unabhängig davon, ob er erlangt hat oder nicht. Vielleicht hätte ich erlangen sollen, vielleicht schon vor langer Zeit. Doch das geschah nicht, weil die Generation, die Umgebung, noch nicht würdig war. Ich bin von ihnen abhängig.

Der Mensch schreitet innerhalb eines gesamten Systems voran. Alle, mit denen ich mich entwickle, haben freien Willen, und wir sind voneinander abhängig. Deshalb muss – und sollte – sich ein Mensch für die ganze Welt verantwortlich fühlen. Darum müssen wir verstehen, dass Gruppe und Verbreitung in unserem Blut liegen. Ohne sie ist keine Offenbarung möglich.

Jeder einzelne unserer Schüler, jeder Freund, muss das begreifen: Wir sind abhängig von dem sich entfaltenden Netz, von dem gesamten System. Es ist wie bei einem Embryo, der sich entwickelt – zuerst dieses Organ, dann ein anderes. Man weiß nicht, was als Nächstes kommt.

Ein Mensch weiß nicht, ob er gerade voranschreiten soll oder nicht. Wenn er voranschreiten soll, wird er durch Schläge schneller als alle anderen vorangebracht. Wenn nicht, dann geschieht es auf andere Weise. Aber eines bleibt immer: die Anstrengung.

Ich tue meine Anstrengung. Wenn ich keinen Erfolg hatte, ist das nicht meine Angelegenheit. So wird es nicht gemessen. Gemessen wird nur deine Investition, deine Bemühung.

Wenn ich keinen Erfolg hatte, dann deshalb, weil ich im allgemeinen System im Moment nicht gebraucht wurde. Andere hätten ebenfalls ihre Anstrengung machen müssen, taten es aber nicht, und wegen ihnen blieb mir die Offenbarung verwehrt. Sie hielten mich auf.

Doch ich habe zuvor große Anstrengungen unternommen. Und in dem Moment, in dem sie ihren Platz einnehmen – sei es durch Leiden oder dadurch, dass sie schließlich auf richtige Weise voranschreiten – dann schaffe ich den Durchbruch.

Das heißt: Die Anstrengung verschwindet nicht.

„5 Minuten Licht“ – Auszüge aus dem täglichen Unterricht mit Dr. Michael Laitman vom 16. November 2009

Lasst uns dem Zustand von “Chanukka” näherkommen

Frage: Besteht die Arbeit von Chanukka darin, alle unsere Wünsche, die auf das Geben ausgerichtet sind, zu einem Ganzen zu vereinen?

Antwort: Ja. Alles, was sich in uns befindet, stammt vom Schöpfer. Unsere gesamte Arbeit besteht darin, dies durch unsere Eigenschaften, unsere Herzen und unsere Verlangen auf das Geben an Ihn auszurichten.

Frage: In welchem Maß sind wir als Gruppe Bnei Baruch bereit, das Licht von Chanukka in unser gemeinsames Kli aufzunehmen?

Antwort: Wir sind bereit. Alles hängt ausschließlich von unserer inneren Ausrichtung ab. Uns wurden die Mittel gegeben – die Studienmaterialien und die gemeinsame Arbeit –, durch die wir uns darauf vorbereiten. In diesem Sinn kann man sagen, dass das Kli bereit ist.

Vor uns liegt eine ganze Woche Arbeit. Lasst uns diese Zeit mit der inneren Bedeutung von Chanukka füllen, um diesen Zustand zu erkennen, ihm nahe zu kommen und ihn in uns zu realisieren. Dann wird die Korrektur gelingen, zumindest werden wir die erste Stufe der Korrektur des Egoismus erreichen.

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Aus einer Lektion über einen Brief von Rabash