Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Feiertage'

Das Fest der Gabe der Tora gibt es jeden Tag!

Frage: Wenn wir die Tora bereits am Berg Sinai erhalten haben, warum müssen wir sie dann jedes Jahr am Schawuot erneut empfangen?

Antwort: Es geht hier nicht um eine materielle Handlung, nicht darum, dass wir tatsächlich physisch am Berg Sinai waren.

Es heißt, dass der Mensch sich jeden Tag vorstellen soll, wie er aus Ägypten auszieht. Er muss jeden Tag die Zehn Gebote hören, als würde er sie immer wieder neu empfangen.

Und das ist tatsächlich so. Denn unser Ego, unser Verlangen nach Genuss, erneuert sich jedes Mal, und als Gegengewicht dazu müssen wir ständig das Verlangen nach Geben, nach Liebe und die Kraft der Liebe wecken. Deshalb wird uns jeden Tag die Tora geschenkt.

Aber jetzt befinden wir uns im Exil, d. h. in einem Zustand, in dem wir diese gute Kraft, die vor uns verborgen ist, nicht fühlen. Und wir können sie nur mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala offenbaren, die bis vor kurzem ebenfalls absichtlich verborgen war.

Frage: Was ist der Zusammenhang zwischen der Tora und der Wissenschaft der Kabbala?

Antwort: Die Kabbala wird als die wahre Tora oder als Wissenschaft des Lichts bezeichnet, denn genau sie ist dazu bestimmt, aus der Tora, aus unserem Leben und aus der Natur die gute Kraft, die Kraft des Gebens und der Liebe, zu entnehmen und die Bürgschaft, die Einheit zwischen uns, zu verwirklichen.

Ohne sie können wir das nicht umsetzen, wir haben keine Methode, die uns helfen könnte, uns auf eine gute Art und Weise mit anderen zu vereinen. Seit Jahrzehnten versuchen wir das in Israel, und es wird nur noch schlimmer. Wir sind bereits an einem Punkt angelangt, den man nicht länger ertragen kann.

Die Kabbala offenbart uns jedoch die Kraft des Guten, die verbindende Kraft der Liebe, und gibt uns die Möglichkeit, sie zu nutzen. Überall dort, wo sich das Böse zeigt, beginnen wir zu spüren, wie wir es mit der Kraft des Guten ausgleichen können.

Dann haben wir bereits zwei Kräfte, mit deren Hilfe wir uns in die richtige Richtung bewegen können – hin zu Vereinigung, Liebe, Vollkommenheit und einer guten Entwicklung.

Aus der Sendung beim Rundfunksender 103FM

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Gab es die Durchquerung des Roten Meeres?

Frage: Gab es in der Geschichte wirklich ein solches Wunder, bei dem sich das Rote Meer teilte und das Volk Israel, das vor dem Pharao floh, hindurchließ?

Antwort: Die Tora berichtet nicht von Ereignissen unserer materiellen Welt. Sie spricht nur davon, was zwischen unseren Seelen geschieht. In diesem Sinne haben wir einen Zustand durchlaufen, der als Durchquerung des Roten Meeres bezeichnet wird.

Der Auszug aus Ägypten und die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei – das ist die Befreiung von der Macht des eigenen Egoismus, des „Engels des Todes“. Und auf dem Weg zu dieser Freiheit durchlaufen wir einen bestimmten Übergang, der als Durchquerung des Roten Meeres bezeichnet wird. Er bedeutet das Ende Ägyptens, das Ende unseres Egoismus, nach dem wir ein freies Volk werden können.

In der Natur verbirgt sich eine besondere Kraft der Einheit, die als Schöpfer bezeichnet wird. Und wenn wir uns bemühen, uns zu vereinen, uns gegen unseren Willen einander anzunähern, dann offenbaren wir in diesen Bemühungen eine höhere Kraft, die den Zustand der „Durchquerung des Roten Meeres“ bewirkt. Sie führt uns von der egoistischen Natur hin zur Natur des Gebens und der Liebe.

Aus der Sendung auf dem Rundfunkkanal 103FM

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Chanukka

Warum hat die Menora acht Leuchten?

Frage: Was ist eine Menora? Warum hat sie acht Leuchten?

Antwort: Von den höchsten Eigenschaften (Keter) bis zu den niedrigsten Eigenschaften (Malchut), von den Eigenschaften des Schöpfers bis zu den Eigenschaften der Schöpfung gibt es acht Stufen, acht Sefirot, außer der höchsten und der niedrigsten.

Deshalb wird die Menora acht Tage lang angezündet, am achten Tag wird die Beschneidung des Neugeborenen (Brit Milah) gemacht usw.

Frage: Wie haben die Kabbalisten verstanden, dass die Menora genau diese Form haben muss?

Antwort: Die Kabbalisten gehen von ihrer inneren Sichtweise aus. Sie fühlen dies aufgrund des Verhältnisses der Eigenschaften in ihrem Inneren.

Die Verbindung dieser Eigenschaften zeigt sich ihnen genau in dieser Form.

Außerdem bildet sich auch unsere Welt so – entsprechend unseren Wünschen. Eigentlich gibt es sie nicht, sondern unsere verwirklichten Wünsche zeigen sich uns auf diese Weise.

Frage: Nach der Kabbala ist das Öl ein eigennütziges Verlangen, der Docht symbolisiert einen Schirm, und wenn es einen Schirm gibt – eine anti-egoistische Eigenschaft, eine Kraft, die das eigennützige Verlangen bedeckt –, dann entsteht Feuer. Was bedeutet Feuer?

Antwort: Feuer steht für das Licht des Lebens, für die Erkenntnis.

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Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände”

 

Hosha’ana Rabba – ein Gebet um Erlösung

„Hosha’ana“ ist wie ein Gebet um Erlösung. Der Mensch bittet den Schöpfer, ihn zu retten und um diesen Zustand zu erreichen, muss man viele Stufen durchlaufen. Wenn man kommt, um die Kabbala zu studieren, weiß man zunächst nicht genau, wonach man sucht.

Nach und nach, durch das Studium, bekommt er neue Lebenswerte und fängt dann an zu verstehen, worum er bitten soll, an wen die Bitte zu richten ist und wovor er gerettet werden will. Er muss einige schwierige innere Klärungen durchmachen. Er muss damit aufhören, für die Lösung seiner Lebensprobleme und um die Rettung von kleinen oder größeren Schwierigkeiten zu bitten.

Der Mensch weiß nicht, an wen er sich wenden muss: was ist das für eine höhere Macht, der Schöpfer oder eine andere Natur? Der Mensch kennt ausschließlich sein materielles Leben, diese Welt. Andere wiederum denken, dass der Schöpfer sie für ihre Vergehen bestraft, und bitten um Nachsicht. Es dauert eine Weile, nachdem der Mensch es aufgegeben hat, sein Leben und sein Schicksal aus eigener Kraft zu verstehen und den Himmel zu offenbaren, bis er versteht, wen und worum er bitten muss.

Dann fällt plötzlich eine dunkle Wolke auf ihn herab und auf einmal wird alles klar, transparent, verständlich, angenehm, leicht. Und wieder fällt eine unglaubliche Last auf ihn, eine Abgestumpftheit in seinem Kopf und in seinem Herzen.

Auf diese Weise durchlaufen wir viele Zustände, bis wir zu dem Entschluss kommen, dass wir vollständig von einer höheren Kraft kontrolliert werden, denn wir sind Geschöpfe, die sich unter der Herrschaft einer höheren Kraft befinden. Die höhere Kraft herrscht über jeden Einzelnen und über alle zusammen und macht mit uns was sie will. Der Mensch verzweifelt daran, etwas zu verändern, und verliert jede Hoffnung, die höhere Kraft beeinflussen zu können.

Es wird noch viel Zeit vergehen, bis er endlich den Kabbalisten glaubt, dass man sein Schicksal verändern kann. Aber man kann sich nicht alleine an die höhere Kraft wenden, denn sie hört nur auf ein vollkommenes Gebet, also ein gemeinsames Gebet von zehn Menschen.

Möglicherweise haben wir uns zu zehnt versammelt, aber jeder will etwas anderes. Wie können wir die geheimen Sehnsüchte eines fremden Herzens kennen, die vielleicht nicht mal der Mensch selbst kennt?

Wir benötigen ein gemeinsames Verlangen für alle zehn Menschen, ein gemeinsames Herz, erst dann wird der Schöpfer nach und nach eine Korrektur vornehmen, damit wir verstehen, was wir wollen und was es wert ist, gewünscht zu werden und wir uns dem Zustand „Ich bin meines Geliebten und mein Geliebter ist mein“ nähern.

Im Grunde genommen besteht darin die ganze Arbeit, der Grund, warum wir in einen Zustand geraten sind, der „diese Welt“ genannt wird, in völliger Verhüllung, in eine imaginäre Realität, wie die Kabbalisten erklären.

Wir stellen uns vor, dass wir in einer Welt leben, auf einer Erdkugel, aufgeteilt in verschiedene Völker, in einem riesigen Universum. All das ist eine Illusion. In Wirklichkeit gibt es nur die höhere Welt. Wo ist sie? Wir spüren sie nicht.

Wir haben keine Wahrnehmungsorgane, mit denen wir fühlen können, dass das Materielle illusorisch ist und das Spirituelle existiert. Wir müssen dazu erst noch gelangen, um zu erkennen, dass unsere heutige „Realität“ nur ein Vorhang ist, der die Wahrheit verbirgt und diese wahre Welt mit unseren neuen Sinnesorganen entdecken. All dies hängt von unserer Korrektur ab.

Anstelle von Sehen, Hören, Riechen, Tasten und Schmecken werden wir neue Sinne bekommen: Keter, Chochma, Bina, Seir Anpin und Malchut. Wenn wir uns über unser Verlangen nach Genuss erheben, im Geben über dem Empfangen, im Glauben über dem Wissen, werden wir die wahre Realität entdecken.

Wir werden uns gleichzeitig in zwei Welten existierend wahrnehmen: in dieser Welt, in der imaginären Realität und auch in der wahren Realität, in der spirituellen Welt. Die eine Welt zeigt sich im Verlangen nach Genuss, die andere im Verlangen nach Geben.

Der Weg liegt vor uns. Es besteht kein Zweifel, dass wir vorankommen. Der Schöpfer, alle Kräfte der Natur führen und begleiten uns, organisieren, versammeln, beschützen und durchsieben uns.

Wir müssen ihren Einfluss auf uns beschleunigen, denn Israel, also die Menschen, die danach streben, den Schöpfer zu offenbaren, hat die Kraft, die Zeit zu beschleunigen. Wenn wir als Übergangskanal zwischen dem Schöpfer und der gesamten Menschheit arbeiten, werden wir der Zuwendung des Schöpfers würdig und beschleunigen unsere Entwicklung.

Die Nacht „Hosha’ana Rabba“ ist ein großes, vollkommenes Gebet, mit allen Kräften und allen notwendigen Korrekturen. Das Licht, das uns zur Quelle zurückführt, dringt durch die Sukka-Abdeckung zu uns durch und korrigiert das Verlangen nach Genuss, das unter den Schirm gestellt wird.

So werden wir gemeinsam würdig, eine Einheit zu bilden. Das Wichtigste ist, nicht zu vergessen, dass das Endziel darin besteht, die ganze Welt zu korrigieren, sie zum Schöpfer zu führen, damit Er sich an seinen Schöpfungen erfreuen kann. Lasst uns also unser Bestes geben und erfolgreich sein.

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Aus der Lektion zum Thema „Hosha’ana Rabba“

 

Reue für das Versäumte

Rabash, Shlavey Sulam, 1985/86, Artikel 36, „Was ist die Vorbereitung auf die Selichot [Vergebung]?“: Bevor man den Schöpfer um Vergebung bittet, muss man sich bewusst machen, worin das Wesen der Sünde besteht.

Ich bitte nicht um Vergebung für die ursprünglichen, angeborenen Untugenden, die in meiner Natur liegen. Im Moment stehen sie nicht im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit, denn „die Regungen des menschlichen Herzens sind von Jugend an böse”. Ich bewerte nicht den bösen Trieb selbst, sondern nur meine Bemühungen: Hätte ich mich schon darüber erheben, Schirme errichten und eine Haltung der Hingabe, Liebe und Einheit entwickeln können? Hätte ich nach dem Prinzip „Liebe deckt alle Sünden zu” handeln können?

Gerade für die Nachlässigkeit in diesen Bemühungen muss ich Buße tun und Reue zeigen, darüber muss ich weinen. Denn die Shechina trauert nicht darüber, dass sie uns ihren verdorbenen, zerbrochenen Zustand beschert hat, sondern darüber, dass wir nicht versuchen, sie wiederzubeleben, sie aus dem Staub zu erheben, obwohl die Umstände es uns erlauben, dies zu tun.

Das Licht, das zur Quelle zurückführt, kommt entsprechend meinen Bemühungen. Wenn es unabhängig davon käme, würde es mir das vom Schöpfer verursachte allgemeine Zerbrechen zeigen. Wenn jedoch der Zufluss des Lichts durch meine Bemühungen oder deren Fehlen reguliert wird, offenbart es nur meinen unvollständigen Teil, den ich bereits hätte einbringen können.

Man sollte nicht bedauern, dass man in gewissen Dingen unbegabt oder talentlos geboren wurde. Nehmen wir an, es mangelt mir an körperlicher Kraft, Intellekt, Gedächtnis oder Lernfähigkeit, so sollte man sich darüber nicht beklagen. Wenn mir etwas nicht gegeben wurde, dann brauche ich es auch nicht. Auch wenn ich keine besonderen Fähigkeiten habe und deshalb mit Schwierigkeiten zu kämpfen habe, muss ich offensichtlich mein Leben lang unter diesen Bedingungen arbeiten.

Im Allgemeinen sagt die Gesamtheit meiner persönlichen Eigenschaften nichts darüber aus, ob ich gut oder schlecht bin. Vielleicht bin ich als Verschwender, Faulpelz oder Machtmensch geboren worden. Die Tatsache, dass ich mit diesen Eigenschaften geboren wurde, bedeutet jedoch, dass ich ihnen keine Beachtung schenken sollte.  Diese muss ich nicht korrigieren, sondern nur meine Teilnahme an dem Prozess, der mir über meine gesamte Natur hinweg offenbart wird. Wenn ich dort, über meiner Natur, faul bin, muss ich für diese Faulheit „ein Opfer bringen” und am Versöhnungstag (Jom Kippur) über diese Nichtbeteiligung weinen. Ich bereue nicht meine ursprünglich verdorbenen Verlangen, sondern dass ich tatsächlich etwas hätte korrigieren können, als ich eine Chance von oben erhielt und sie nicht genutzt habe.

Wer sich also nicht bemüht hat, entdeckt auch nichts Böses in sich. Wer sich jedoch bemüht hat, entdeckt, dass er schlecht ist, allerdings nur in dem Maße, in dem er etwas hätte korrigieren können, es aber nicht getan hat.

Wir sind nicht dafür verantwortlich, alles zu korrigieren, was die spirituellen Systeme vor uns verdorben haben. Es handelte sich dabei um einen systemischen Schaden. Wenn wir jedoch das korrigieren, was uns aufgetragen wurde, wird das gesamte System wieder funktionsfähig sein. Denn es wurde nur deshalb verdorben, weil eine Komponente namens „Mensch” (Adam) darin eingedrungen ist. Wenn wir also die Beteiligung des Menschen am System korrigieren, korrigieren wir alles.

Frage: Wie hängt Reue mit den Beziehungen zwischen Freunden zusammen?

Antwort M. Laitman: Es heißt, dass der Versöhnungstag die Sünden eines Menschen gegenüber seinen Nächsten nicht sühnt. Ich muss für das, was ich angerichtet habe, Buße tun und gleichzeitig daran denken, dass auch dies vom Schöpfer verursacht wurde. So oder so, ich bereue nicht mein Böses als solches. Ich bedauere, dass dieses Böse, dieses Gefühl der Trennung vom Schöpfer, noch  immer in mir steckt. Und dann korrigiere ich es.

Daher sollte ich auch Freude empfinden, wenn ich das Böse aufdecke.

Frage: Es gibt keinen Menschen, der seinem Nächsten nicht etwas Böses angetan hat, wenn auch unbeabsichtigt. Wie kann ich dieses Böse wiedergutmachen? Wie kann ich um Vergebung bitten?

M. Laitman: Durch die Anstrengungen, die in die Verbindung investiert werden. Das ist die Zahlung.

Es gibt keine Notwendigkeit und keine Handlung, die das, was ich getan habe, wiedergutmachen könnte. Alles Schlechte, was ich getan habe, führte zur Spaltung. Und alles Gute, was ich tun kann, führt nur zur Vereinigung. Die Formen und Details sind nicht wichtig, das Wesentliche ist genau das: entweder Trennung oder Einheit. Wenn ich mich an diesen Ansatz halte, werde ich keinen Fehler machen.

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Aus der Lektion zum Artikel von Rabash.

15 Einsichten, die den Kopf verändern

Bereits seit 5.780 Jahren feiern wir Rosch Hashana – den Beginn des hebräischen Jahres. Doch was erneuert sich in diesem Jahr im Vergleich zu allen vorherigen, und wie kann man die Wahrnehmung der Wirklichkeit tatsächlich so verändern, dass wir ein besseres Jahr haben?  15 Einsichten, die den Kopf verändern.

1. Die Welt steht vor einer Wende – Im 21. Jahrhundert haben wir alles erreicht, was möglich war. Dennoch können wir die Probleme und Krisen, die uns sowohl als Einzelne als auch als Gesellschaft treffen, nicht ignorieren: politische Instabilität, soziale Spaltung, Terror und Sicherheitsbedrohungen, Klimakatastrophen, Migrationswellen und mehr – all das sind nur einige Symptome, die auf die globale Verstrickung hinweisen, in die die Welt geraten ist.

Seit Tausenden von Jahren versuchen wir, die Welt um uns herum auf unzählige Weisen zu reparieren. Doch die Tatsachen zeigen, dass wir den Weg zu einem friedlichen und glücklichen Leben nicht gefunden haben. Eines aber erwächst aus all dem Schlechten: Immer mehr Menschen beginnen, am gegenwärtigen Paradigma zu zweifeln und suchen nach einem neuen Ansatz für das Leben.

2. Die Welt ist ein Spiegel unserer inneren Welt – Der heilige ARI, der Kabbalist, der die Struktur der gesamten spirituellen Wirklichkeit im Detail beschrieb, fasste sie in sechs Worte: „Der Mensch – eine kleine Welt; die Welt – ein großer Mensch.“ Das heißt, die ganze Welt ist ein Abbild der inneren Welt des Menschen. Die Welt spiegelt dem Menschen die Folgen und Resultate seiner inneren Eigenschaften wider. Wenn wir lernen, die Wirklichkeit richtig wahrzunehmen, finden wir die Verbindung zwischen dem, was in der Welt geschieht, und dem, was in uns geschieht. Daraus folgt: Durch eine Veränderung der Innerlichkeit des Menschen lässt sich die Welt verändern.

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Das Fest Schawuot naht

Und siehe, das Schawuot-Fest naht – die Zeit der Gabe unserer Tora. Das bedeutet, dass der Schöpfer sich im Herzen des Menschen kleidet, das heißt, dass sich die Tora im Herzen jedes Einzelnen aus dem Volk Israel kleidet.Rabash, Brief 52

Die Tora kleidet sich ins Herz des Menschen, das heißt, der Mensch spürt in diesen Tagen eine Verbindung mit dem Schöpfer, wie er sie an keinem anderen Tag, zu keiner anderen Zeit, gespürt hat. In diesen Tagen nähert sich der Schöpfer Seinem Volk, und alle empfinden, dass dies ein Feiertag ist.

Und wenn wir diesen Feiertag nicht empfinden, dann sollten wir unser Herz öffnen und in es hineinlassen, was in diesen Tagen erfassbar ist – um zu spüren, dass der Schöpfer innerhalb Seines Volkes weilt. Wenn das Fest nur schwach empfunden wird, sollte man überprüfen, was uns in der Vorbereitung darauf fehlt – also in der Bereitschaft, die Tora zu empfangen.

Wenn die Tora sich ins Herz kleidet und der Mensch das Licht der Tora im Herzen spürt, beginnt er, die Tora entsprechend diesem „Kleid“ auszuführen. Das heißt, der Wille des Schöpfers tritt ins Herz des Menschen ein, und nun verpflichtet ihn das Herz selbst, die Tora mit Liebe und Freude zu erfüllen.

Wenn wir uns an allen Tagen von Pessach bis Schawuot auf den Empfang der Tora vorbereiten, dann werden wir an diesem Feiertag bereit sein, sie zu empfangen. Anfänglich ist das Herz des Menschen egoistisch, doch es verändert sich durch die Zustände, die man durchläuft, und nähert sich schließlich dem an, was der Schöpfer von ihm verlangt. Und das bedeutet, dass sich die Tora im Herzen des Menschen kleidet.

Ein Zeichen dafür, dass der Mensch bereit ist, die Tora zu empfangen, ist seine Zustimmung, sein Herz zu öffnen und all das Licht, das zu ihm kommt, in sich aufzunehmen – um zu empfinden, dass der Schöpfer in seinem Herzen Wohnung genommen hat.

Es heißt, dass als das Volk sich am Fuße des Berges Sinai versammelte, der Schöpfer ihnen eine Bedingung stellte: Entweder ihr empfangt die Tora, oder dies wird euer Grab. Das heißt, es wird eine Bedingung gestellt: Entweder man haftet sich an den Schöpfer an – oder man verbleibt in Trennung. Die Zeit der Wahl ist gekommen. Und wir wählen die Einheit, die Verbindung – und durch diese Entscheidung beginnt das Fest!

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Aus dem Unterricht über den Artikel „Die Gabe der Tora“, 01.06.2025

Warum ist diese Nacht anders als alle anderen Nächte?

Frage: Die Nacht des Passach-Seders ist eine besondere Nacht für das Volk Israel. Man sagt, dass in dieser Nacht dieses Volk geboren wurde und seinen neuen Weg begann. Aber worin besteht eigentlich die Einzigartigkeit dieser Nacht des Auszugs aus Ägypten?

Antwort: Der Mensch beginnt zu fühlen, dass er sich im ägyptischen Exil befindet, in der Sklaverei seines Egos, das „Pharao“ genannt wird, und dass es notwendig ist, sich aus dessen Herrschaft zu befreien, zu fliehen – doch er ist dazu nicht in der Lage. Innerlich beginnt er zu schreien, er ist nicht mehr bereit, ein solches Leben weiter zu ertragen. Er bemüht sich in Bezug auf die Gruppe, die Umgebung, den Lehrer und die Bücher. Er fühlt wirklich, dass er sich im Gefängnis befindet, in der Dunkelheit.

Allmählich versinkt er in einen Zustand, der als die „Dunkelheit Ägyptens“ bezeichnet wird, die Nacht des Auszugs aus Ägypten. Diese Nacht ist absolute Dunkelheit; es bleibt keine Hoffnung mehr für ihn, keine Chance im Leben. Er fühlt, dass er nicht mehr bereit ist, weiterhin innerhalb seines Egos zu leben, da er jeden hasst und unfähig ist, sich irgendjemandem auf gute Weise zu nähern.

Er strebt danach, die Freunde zu lieben, den Nächsten wie sich selbst zu lieben, aber er sieht das Gegenteil – es wird immer schlimmer. Der Pharao in ihm, sein Ego, wird stärker und brutaler. Schließlich ist der Mensch gebrochen, denn er erkennt, dass er keine Chance hat, der Knechtschaft zu entkommen.

Er durchläuft sehr schwierige innere Zustände, die sich letztlich ansammeln: all seine Versuche, dem Ego zu entfliehen, sich darüber zu erheben, alle Siege des Egos, die ihm zeigen, wie stark dieser Pharao ihn von innen hält. Er befindet sich wirklich mitten im Kampf zweier Kräfte: Einerseits drängt er vorwärts, weil er sich nach Freiheit sehnt, andererseits hält ihn das Ego fest und lässt ihn nicht fliehen.

Letztlich erreichen diese beiden Kräfte den Höhepunkt ihres Kampfes, und der Mensch findet sich zwischen ihnen wieder, er fühlt absolute Dunkelheit. Dieser Zustand wird die Nacht des Auszugs genannt, die Dunkelheit Ägyptens. Und plötzlich hört er aus dieser Dunkelheit einen Ruf: „Du musst hinausgehen! Du bist bereit dazu! Du kannst jetzt aufstehen und deinem Ego entfliehen – hier und jetzt, um Mitternacht, das heißt aus dem dunkelsten Zustand heraus. Nimm nichts mit in den neuen Zustand, außer dem, was du wirklich für das Geben, für das Erreichen von Einheit, Verbindung und Liebe brauchst.

In diesem Moment ist der Mensch bereit, sich von seinem Ego zu lösen und darüber zu erheben. Das nennt man seine spirituelle Geburt.

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Aus KabTVs „Kabbalisten schreiben: Die Nacht des Pessach-Seders“

Pessach: Ein Mensch werden

Frage: Pessach symbolisiert, den Austritt jedes Einzelnen aus einem tierischen Zustand. Alles beginnt mit dem Versprechen des Schöpfers an Abraham, das Land Israel zu erben. Das Land Israel ist Erez Israel, das Streben nach dem Schöpfer. Bedeutet das, dass es von Anfang an in der Natur des Menschen vorgesehen ist, diese Eigenschaft zu erreichen?

Antwort: Im Wesentlichen ja. Am Ende unserer Entwicklung werden alle Menschen auf der Erde die Eigenschaft „Mensch“ erreichen, d.h. die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer.

Frage: Was bedeutet es aus der Sicht der Kabbala „ein Mensch zu werden“? Welche Stufe wird da beschrieben?

Antwort: „Mensch“ – im Hebräischen „Adam“, leitet sich von dem Wort „dome“ ab, was „ähnlich dem Schöpfer“ oder „nach Gottes Ebenbild“ bedeutet.

Was bedeutet „nach Gottes Ebenbild“? Da alle Eigenschaften des Schöpfers, seine Einstellung zu allem, was er geschaffen hat, Liebe, Hingabe sind, wird der Mensch, wenn er diese Eigenschaften erwirbt, dem Schöpfer ähnlich und wird Mensch genannt. Bevor er diese Eigenschaften erlangt, wird er als tierisch betrachtet.

Mit anderen Worten, solange ein Mensch in seinen natürlichen egoistischen Eigenschaften verharrt und sich nur um sich selbst kümmert, befindet er sich im „tierischen Zustand“. Sobald er sich um andere kümmert und die altruistischen Eigenschaften des Schöpfers in sich entwickelt, erreicht er den Zustand „Mensch“.

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Aus der Fernsehsendung „Spirituelle Zustände“

 

           

Bleibe nicht ewig in Ägypten

Woher kann in uns das Verlangen entstehen, das Licht der Unendlichkeit zu erlangen? Wir befinden uns bereits jetzt in einem Ozean des unendlichen Lichts, aber spüren wir etwa, dass es uns fehlt? Ganz und gar nicht. Wir begehren nur das, was sich vor unseren Augen befindet, das, was für unser Ego greifbar ist.

Deshalb fragte Abraham den Schöpfer: „Woher sollen meine Nachkommen das Bedürfnis nehmen, das Licht der Unendlichkeit zu offenbaren, Dir ähnlich zu werden, den Nächsten zu lieben, das ganze Universum zu vereinen und zu begreifen? Wie sollen solche Gedanken in einem gewöhnlichen Menschen entstehen, der doch nur ein ruhiges Leben führen will und nicht mehr?“

Doch der Schöpfer sprach: „Siehe, ich habe für euch das ägyptische Exil vorbereitet – als die Quintessenz allen Übels. Ihr werdet in diese Phase eintreten und in ihr solche Begierden entwickeln, dass ihr aus ihnen ausbrechen wollt. Ihr werdet fühlen, dass sie euch schaden.

Einerseits habt ihr keine Kraft, euch von ihnen zu lösen, andererseits ist es unmöglich, in ihnen zu bleiben. Das Exil ist wie ein Gefängnis, das euch erstickt und euch keinen Atemzug lässt – und dennoch könnt ihr ihm nicht entkommen. So sehr erdrückt euch euer Egoismus.

Ihr werdet erkennen, dass ihr nur für euren Egoismus arbeitet, der alles für sich beansprucht. Es ist, als würdet ihr versuchen, aus einem löchrigen Eimer zu trinken: Ihr schöpft Wasser, sterbt vor Durst, führt den Eimer zum Mund – doch er ist leer. Und dann bleibt euch nichts anderes übrig, als aus diesem Gefängnis zu fliehen.

Wer am Egoismus festhält und nicht lernen will, zu geben, wird als Ägypter bezeichnet und nicht als Jude. Denn „Jude“ (Yehudi) bedeutet „Einheit“ (Yehud), während der Ägypter nicht nach Einheit strebt – und somit in Ägypten verbleibt.

All dies erklärte der Schöpfer Abraham.

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Aus der Lektion zum Thema „Pessach“