Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Korrektur durch Erziehung

In der Antike gab es besondere Städte, in denen Verbrecher untergebracht wurden. Sie konnten dorthin fliehen und zum Beispiel sieben Jahre lang dort leben. Nach sieben Jahren konnten sie sich frei bewegen und man hatte kein Recht, Ansprüche gegen sie zu erheben.

Auf der einen Seite ist es die Schuld eines Menschen, der eine Straftat begangen hat. Auf der anderen Seite ist es klar, dass es die Schuld der Gesellschaft ist. Es musste von oben, vom allgemeinen System, geschehen und so wird ihm eine Chance gegeben, es wiedergutzumachen. Man muss für ihn Rechenschaft ablegen!

Ein Mensch wird durch seine Erziehung korrigiert. Kriminelle saßen nicht ohne Beschäftigung in diesen Zufluchtsorten. Sie wurden ausgebildet und erzogen. Sie hatten Unterrichtsstunden und Arbeit. Sie wurden speziell mit allen Arten von Gesprächen, Kursen und Schulungen zur Korrektur ausgebildet Letztendlich kümmerte sich die Gesellschaft darum, denn sie war schuld daran, dass es solche Menschen in ihr Gesellschaft gab.

Frage: Warum genau sieben Jahre?

Antwort: Da die siebte Stufe die Phase von Seir Anpin und Malchut beendet. Seir Anpin ist die WaK (sechs Sefirot), Malchut ist die siebte Sefira. Wenn alles aus Seir Anpin nach Malchut kommt, dann ist alles abgeschlossen.

Außerdem gibt es Veränderungen, die nur einmal alle 50 Jahre (7X7=49) im sogenannten fünfzigsten „Jubiläumsjahr“ stattfinden. Das System funktioniert auf diese Weise von selbst. Es ist mit vielen Daten verbunden: wie es sich entwickelt, uns nach vorne treibt usw. Indem es uns um sieben Jahre nach vorne bringt, erneuert es sich gewissermaßen selbst.

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Aus dem Gespräch „Bei mir klingelt das Telefon. Negative Eigenschaften“.



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Was bedeutet es, die Tora zu „lernen“ und sich mit ihr zu „beschäftigen“?

Frage: Was bedeutet es, sich mit der wahren Tora zu beschäftigen?

Antwort: Wie Baal HaSulam schreibt, bedeutet das, sich mit der Kabbala zu beschäftigen – sie an sich selbst zu verwirklichen.

Das Licht, das uns korrigiert, wird Tora genannt. Es steht mir gegenüber und leuchtet aus der Ferne auf mein Reshimo (meinen spirituellen Informationscode).

Ich habe mich über alle vorherigen Generationen hinweg entlang der Kette der Reshimot entwickelt und schließlich jenes Reshimo erreicht, das „der Punkt im Herzen“ genannt wird.

Dieser Punkt erwacht durch die Wirkung des Lichts und lässt mich spüren, dass es etwas Höheres gibt als das körperliche Leben, das ich zuvor geführt habe.

Alle Handlungen führt das Licht aus, das zur Quelle zurückführt. Es erweckt mich und entwickelt mich zunächst auf der tierischen Stufe. Doch nun ist die Zeit gekommen, Mensch zu werden.

Ich selbst kann keine Handlung ausführen, also wende ich mich an das System der Seelen (die kabbalistische Gruppe) und erhalte von ihr ein zusätzliches Verlangen sowie eine größere Bedeutung des Schöpfers – das heißt, das Empfinden Seiner Größe und meiner eigenen Geringfügigkeit.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Empfindungen erzeugt in mir eine Zunahme des Verlangens, die als MAN (Gebet) bezeichnet wird.

Dieses MAN erhebe ich nach oben – und genau darin besteht meine gesamte Arbeit. Ich steigere mein Verlangen, den Schöpfer zu erreichen, auf das Zehnfache dessen, was ursprünglich in meinem Punkt im Herzen vorhanden war – das bedeutet, ich habe meine Arbeit getan!

Dies alles wird zunächst nur als „Vorbereitung“ oder „Beschäftigung mit der Tora“ bezeichnet – es ist noch kein tatsächliches Studium. Doch nun beginnt das Licht, mich mit größerer Kraft zu beleuchten – dies ist bereits das zweite Umgebende Licht (Or Makif 2).

Dieses Licht scheint nun anders auf mich – in einer „geraden Linie“, entsprechend meinem Streben.

Das Empfinden der Größe des Schöpfers wird als Keter bezeichnet, das Empfinden der eigenen Geringfügigkeit als Malchut.

Das heißt, ich handle nun in Bezug auf das Ziel, indem ich meine Verlangen in eine Linie bringe – mit den beiden extremen Punkten: Keter oben (der Schöpfer) und Malchut unten (ich). Oben ist das Geben, unten das Empfangen.

Deshalb kommt das Licht nun in einer neuen, direkten Form zu mir und beginnt, meine Eigenschaften zu ordnen.

Es zeigt mir, was in mir wichtiger und was weniger wichtig ist, indem es alles in die richtige Reihenfolge bringt. Das heißt, Or Makif 2 kommt nun geordnet und beginnt, mich gemäß dieser Ordnung umzugestalten.

Das bedeutet, dass ich nun wirklich „die Tora lerne“ – ich studiere, welche Veränderungen dieses umgebende Licht in mir bewirkt.

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(Aus einer Lektion zum Artikel „Einleitung zum Studium der Zehn Sefirot“)



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Was ist der Unterschied zwischen Ehrfurcht und dem Wunsch zu geben?

Frage: Rabash schreibt, dass Ehrfurcht vor dem Schöpfer entsteht, wenn der Mensch fürchtet, Ihm keinen Genuss bereiten zu können. Was ist der Unterschied zwischen der Ehrfurcht vor dem Schöpfer und dem Wunsch zu geben?

Antwort: Der Wunsch zu geben ist etwas, was ich bereits habe und das ich nutzen kann.

Es ist unklar, woher dieser Wunsch stammt, denn es existiert kein solcher Wunsch in unserer Welt. Wenn wir jemandem etwas geben, ist das ein verstecktes Empfangen, kein Geben. Ein Beispiel dafür ist eine Mutter, die sich um ihr Kind kümmert: in Wahrheit gibt sie ihm nichts, denn das Glücke, welches sie durch das Kind empfindet, ist so groß, dass sie bereit ist, alles für das Kind zu tun. In der spirituellen Welt verhält es sich anders.

In der spirituellen Welt empfangen wir durch den Einfluss des höheren Lichts, das wahre Geben und beginnen, Freude am Geben zu empfinden, indem wir über uns selbst hinauswachsen. Zunächst ist dieses Geben egoistisch: Es tut mir gut, mich über mich selbst zu erheben, Freude zu empfinden und unbewusst für  das Wohl anderer zu arbeiten – aber ich strebe nach dem Geben.

Das ist noch kein Ausweg aus dem Egoismus, sondern eine Zwischenstufe, in der ich beginne, das Geben zu schätzen, da es bestimmte Vorteile bringt.

Frage: Die nächste Stufe ist die Ehrfurcht. Wenn ich Ehrfurcht vor dem Schöpfer habe, wenn ich den Wunsch habe, ihm zu geben, warum ist das dann nicht die endgültige Stufe?

Antwort: Es ist noch kein vollwertiges Verlangen, denn es ist eine Absicht. Diese Absicht muss sich mit dem Wunsch verbinden und dann verwirklicht werden. Ehrfurcht allein reicht hier nicht aus, es ist notwendig, eine klare Absicht zu offenbaren, die in Verbindung mit der Ehrfurcht vor dem Schöpfer steht und mit der man arbeiten kann.

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Aus der Fernsehsendung „Die letzte Generation“



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Was ist ein „Segen“?

Frage: Das letzte Kapitel der Tora heißt „Vezot HaBracha“ („Und dies ist der Segen“). Was bedeutet das?

Antwort: Ein Segen ist das Höhere Licht. Doch nicht einfach nur Licht, sondern das Licht, das den Menschen und die gesamte Menschheit korrigiert, sie zu einer einzigen, einheitlichen Form verbindet – und diese Form gleicht dem Schöpfer, befindet sich in Verschmelzung mit Ihm. Sie ist dem Schöpfer ähnlich, sowohl als Gefäß als auch in ihrer Erfüllung.

Das Licht, das uns korrigiert und uns dem Schöpfer ähnlich macht, wird Tora genannt.

Uns bleibt nur, zu lernen, wie wir die Tora empfangen, wie wir sie richtig auf uns lenken, sodass sie uns vollständig formt und gestaltet.

Der Segen ist der höchste Zustand, den ein Mensch erreichen kann – wenn er sich vollkommen „auf den Schöpfer kleidet“. Denn dann ist er wie ein Gefäß, das das Höhere Licht in sich aufnimmt.

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(Aus der TV-Sendung „Die Geheimnisse des ewigen Buches“)



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Gesegnet bist Du, der die Welten erschaffen hat

Buch Sohar, Abschnitt „Ekev“, Artikel „Das Ziel des Segens“, P. 16: „Und deshalb erweckt der Segen, mit dem der Mensch den Schöpfer segnet, den Segen von oben, der alle Welten erfüllt.“

Frage: Was ist ein „Segen“?

Antwort: Ein Segen ist eine besondere Kraft von oben – die Kraft von Bina, die auf Malchut einwirkt. Der Schöpfer wird „der Gesegnete“ genannt, wenn ich mich aus Malchut heraus an Ihn wende und darum bitte, dass die Kräfte des Gebens in mich eindringen und zu einem Teil von mir werden.

Wenn ich diese Kräfte in mich einschließe, bedeutet das, dass ich den Segen empfange – die Eigenschaften von Bina, die in Malchut aufgenommen werden. Entsprechend diesen Eigenschaften, die ich vom Schöpfer erhalten habe, kann ich Ihn den Gesegneten nennen. Andernfalls hätte ich nicht die gleichen Eigenschaften, um Ihn wertzuschätzen und Ihm zu danken.

Warum möchte ich diese Eigenschaften von Bina empfangen? Damit ich den Schöpfer nicht verfluche, sondern Ihn segne. Das bedeutet, dass all meine Korrekturen nicht zu meinem eigenen Nutzen geschehen, sondern einzig und allein, um den Schöpfer zu lieben, Ihn zu ehren – Ihn zu segnen.

Deshalb bedeuten die Worte „Gesegnet bist Du“ in den Segenssprüchen der Gebete, dass ich bereits Korrekturen durchlaufen habe, die es mir ermöglichen, um des Gebens willen zu arbeiten. Ich habe Seinen Segen empfangen und befinde mich nun selbst im Zustand des Gebens und der Liebe – und segne den Schöpfer für diese Möglichkeit.

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(Aus einer Lektion über das Buch Sohar)



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Eine doppelte Sicht auf die Welt

Frage: Wie haben die Kabbalisten der Vergangenheit die Wichtigkeit des Ziels vermittelt und sich gegenseitig unterstützt?

Antwort: Genauso wie man es heute tut. Man braucht die Unterstützung der Gruppe, da man sonst das Verlangen nach dem Spirituellen nicht erreichen kann, man kommt nur mit dem Verlangen voran, das man von der Umgebung, von der Gesellschaft bekommt. Deshalb braucht man die richtige Umgebung.

Man muss Druck ausüben, sich bei ihnen einschmeicheln, sie lieben, buchstäblich Staub von ihnen wegblasen, nur um von ihnen die Begeisterung zu bekommen, die Wichtigkeit des Ziels, egal ob auf schlechte oder gute Weise.

Mit dieser Begeisterung kann man sich an den Schöpfer wenden. Deshalb braucht man eine Umgebung, die auf der gleichen Stufe ist, als Quelle des Verlangens, mit der man sich an den Schöpfer wendet. Von dort erhält man die Kraft, die korrigiert und erhebt.

Frage: Es gab Zeiten, in denen die Kabbalisten sich gegenseitig und sich selbst ausgelacht haben, zum Beispiel haben sie sich Krümel in die Bärte gesteckt. Warum taten sie das?

Antwort: Sie haben über sich selbst gelacht. Das ist eine ganz besondere Selbstironie für den Zustand, in dem sie sich befanden. Ja, so etwas gab es.

Generell liegt Humor, Satire, Lachen über sich selbst in der Natur der Juden. Im Prinzip verfassen sie alle Anekdoten über sich selbst. Das ist eine notwendige Voraussetzung für die Selbstkontrolle, die Analyse, die ihnen hilft, weiterzukommen.

Frage: Sie sagen, dass die Gruppe einen Menschen absichtlich unter Druck setzt und ihm viele Hindernisse in den Weg legt. Aber gleichzeitig gibt sie ihm die Wichtigkeit des Ziels. Warum ist genau dieser Weg notwendig? Warum muss man sich gegenseitig auf die Nerven gehen?

Antwort: Der Grund dafür ist, dass man grundsätzlich aus zwei Teilen besteht. Man besteht aus einem egoistischen Teil, der alles für sich selbst nutzen will und aus einem zweiten Teil- dem Punkt im Herzen, der nach Altruismus, Geben, Anhaftung an den Schöpfer, d.h. nach der Gleichheit der Eigenschaften des absoluten Gebens und der Liebe strebt.

Entsprechend diesen beiden Teilen nimmt man die Welt um sich herum auf zwei Arten wahr. Deshalb hat man immer ein Ungleichgewicht, einen Unterschied, einen Zwiespalt, Plus und Minus in sich. Außerdem sieht man Plus und Minus in allem um sich herum: Es gibt nichts Gutes ohne Böses und umgekehrt.

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Aus dem Gespräch „Bei mir klingelt das Telefon“, Unterstützung in der Gruppe



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Einige Einblicke in die spirituelle Welt

Frage: Können Sie wenigstens in ein paar Worten schildern, was den Menschen in der spirituellen Welt erwartet?

Antwort: Es ist unmöglich, die Empfindungen der spirituellen Welt mit Worten zu beschreiben. Wie kann man einem Menschen, der ausschließlich durch seine irdischen Sinne wahrnimmt, das Gefühl der Unendlichkeit vermitteln, das Gefühl, des Aufstiegs, über die Zeit, wenn sich entgegengesetzte Pole, die Vergangenheit und die Gegenwart, sich in einem Punkt vereinen?

Es ist ein Raum, in dem man seinen Blickwinkel um einen Millimeter verändert und eine völlig andere Welt sieht. Ein Millimeter mehr – noch eine andere, neue Welt. Alles hängt von der Position in Bezug auf die Welt der Unendlichkeit ab. Man wählt einen eigenen Blickwinkel und sofort öffnet sich ein anderer Ausschnitt der unendlichen Wirklichkeit.

Es ist unmöglich zu erklären, denn diese Eindrücke enthalten nicht die visuellen Bilder, an die wir gewöhnt sind. Man kann einen Menschen in den grundlegenden Mechanismen der Spiritualität unterrichten, erklären wie der Übergang von einem Zustand in einen anderen erfolgt und welche Handlungen erforderlich sind, aber die Empfindungen, die er dabei erleben wird, sind schwer zu vermitteln – dazu muss er bereit sein, spirituelle Erfahrungen zu machen.

Auf jeder spirituellen Stufe kommt es zu einer außergewöhnlichen Erweiterung von Wissen und Gefühlen, die in unserer Welt keine Parallele hat. Es gibt keine Mittel, um diese Erfahrungen auszudrücken- weder durch Musik noch durch Farben.

Trotz der Bemühungen vieler Künstler insbesondere in den letzten Phasen der Malerei, wie dem Impressionismus, ist diese Strömung irgendwann stagniert und konnte sich nicht weiterentwickeln. Der Mensch hat keine ausreichenden Mittel, seine innere Welt vollständig auszudrücken.

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Aus einem Gespräch zum Thema „Verbreitung der Kabbala“



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Das Purimfest im Licht der spirituellen Korrektur

Das Purimfest symbolisiert die zukünftige vollständige Heilung der gesamten Menschheit.

Vor zweieinhalbtausend Jahren hatte bereits eine teilweise Korrektur in den spirituellen Wurzeln stattgefunden, aber das war nur eine Vorbereitung, denn alles, was bei der Korrektur der menschlichen Gemeinschaft geschieht, muss zwei Stufen durchlaufen.

Die erste Stufe wurde von einer kleinen Gruppe Menschen verwirklicht, die Abraham aus Babylon heraus führte und bis zum Einsturz des ersten Tempels leitete. Diese Gruppe durchlief fast alle Stufen der Korrektur, und eine davon war der so genannte „Purim“-Zustand. Purim bedeutet „Los“ („pur“). Und heute müssen wir das Gleiche mit uns und mit der ganzen Welt wiederholen.

Die Purimgeschichte erzählt, dass König Ahaschwerosch von Babylon ein großes Fest abhielt, bei dem er erfuhr, dass zwei seiner Gefolgsleute ein Komplott schmiedeten, um ihn zu entthronen. 

Diese Verschwörung wurde von Mordechai offenbart, einem Kabbalisten, der sich auf der Ebene von Chassadim oder Bina befand, wo der Mensch nichts um seiner selbst willen braucht. Nur bis zu dieser Stufe kann er sich selbst korrigieren, und weiter aufsteigen kann er nur, indem er andere anzieht und ihnen durch sich selbst das Licht von Chochma übermittelt, d.h. indem er die Funktion von Bina erfüllt.

Bina ist in zwei Teile geteilt: der obere Teil, GAR de Bina oder Galgalta we Ejnaim de Bina, der nur zum Geben arbeitet und nichts um seiner selbst willen will, und der untere Teil, SAT de Bina, der das Licht von oben, von Chochma, empfängt, um es an die unteren weiterzugeben, wenn sie es brauchen.

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Es geht um das Leben

Sohar, Kapitel „Chaje Sara“, P.12: …Die Sünder werden aus dem Buch Dumah herausgenommen, da sie nur die mittlere Linie in die Berechnung einbeziehen, in der die Sünder nicht enthalten sind.

Wer wird dann nach ihnen bei der Auferstehung der Toten verlangen? Bei der Erweckung der Toten wird der Engel Matat von Dumah den schriftlichen Bericht von den Friedhöfen erhalten.

Wer wird verlangen, dass die Sünder, die nicht in die Berechnung von Dumah einbezogen wurden, von den Toten auferweckt werden?

Frage: Dieser Text kann einen Menschen verwirren. Wie soll ein Mensch solche Worte aufnehmen: „die Toten“, „Friedhöfe“? Das ist einfach beängstigend…

Antwort: Es ist wichtig zu verstehen, dass der Sohar in der „Sprache der Zweige“ spricht, wie die meisten kabbalistischen Bücher.

Es ist eine Methode, uns Wissen und vor allem Eindrücke zu vermitteln, damit wir das Licht der Korrektur aus der spirituellen Welt, d.h. aus unserem korrigierten Zustand, anziehen.

Es geht nicht um physische Körper und unsere materielle Welt – wir müssen unsere Hände und Füße nicht korrigieren (sie sollen von einem Arzt behandelt werden).

Der Sohar spricht über die Korrektur der Seele. Obwohl er Worte aus dieser Welt verwendet, verweisen sie alle auf spirituelle Begriffe, d.h. auf unsere inneren Kräfte und Eigenschaften.

Es sind diese Eigenschaften, die ich jetzt erforschen möchte, um zu verstehen, was in mir nicht stimmt, was geändert werden muss, was ich korrigieren möchte. Das ist der Zweck des Buches.

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Aus dem Unterricht über das Buch Sohar



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Wenn du nicht empfangen kannst, wirst du nichts zu geben haben


Bina enthält das gesamte Licht von Chochma, jedoch nur, um darüber dem Licht Chassadim den Vorzug zu geben. Mit anderen Worten, sie bevorzugt das Geben gegenüber der Erfüllung. Was bedeutet das?

Das ist, wenn ich nichts anderes will, als zu schenken! Jemand gibt mir eine Million Dollar, aber ich weigere mich, diese anzunehmen. Sie können mir 100 Millionen oder eine Milliarde anbieten, jedoch immer noch werde ich mich weigern. Das nennt man Chassadim: Das Geben gegenüber dem Empfangen vorzuziehen.

Es ist unmöglich, das Geben zu messen, es hat keine Grenzen. Man kann nur etwas messen, wenn es sich innerhalb der Verlangen des Empfangens befindet. Wenn ich eine Milliarde Dollar empfangen könnte und ich möchte dieses Geld auch, ziehe aber das Geben vor, dann ist dies das Maß meines Verlangens zu geben. Wenn ich jedoch kein Verlangen zu empfangen habe, dann besitze ich nichts, mit dem ich das Verlangen zu geben messen könnte.

Diese beiden gegensätzlichen Verlangen müssen sich vereinigen: Ich benötige ein großes Verlangen und eine Empfindung einer großen Freude, dass ich empfangen kann und gleichzeitig brauche ich einen Schirm (Massach) über dem Verlangen zu empfangen. Auf diese Art werde ich das Geben über alles andere stellen. Aber unter welchen Umständen können wir diese Korrektur erlangen?

Nur das Licht – Or Makif – kann uns diese Korrektur gewähren. Wenn ich das Licht Chassadim bevorzuge und das Licht Chochma zurückweise, dann messe ich dementsprechend die Höhe des Lichts Chassadim, obwohl es sich nach außen ausbreitet. Das Licht Chochma andererseits breitet sich vertikal aus, von Oben nach unten.

Bina hat in und aus sich selbst keine Höhe. Wenn du geben willst, schreite voran. Du solltest dich nicht darum kümmern, wie viel und an wen du schenkst. Jedoch die Höhe des Gebens wird am Verlangen zu empfangen gemessen, welches gegensätzlich zum Geben ist und von diesem bezwungen werden kann.

Zur Kabbala Akademie…



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