Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Wie können wir ein Verlustgeschäft vermeiden?

Frage: Wir beginnen unseren Kongress, nachdem wir bereits vieles auf unserem Weg erlebt haben. Wie können wir uns an dem Ziel festhalten, wie eine Bulldogge, die ihren Biss nicht lockert? Wie können wir das Leben in den Anstrengungen finden und nicht nach einer billigen Belohnung in Form von Begeisterung verlangen?

Meine Antwort: Der Genuss soll durch Anstrengungen hervorgerufen werden. Es ist mir egal, ob der Kongress erfolgreich sein wird – ich genieße dadurch, dass wir alle zusammen Anstrengungen unternehmen.

Versteh doch, in der Spiritualität gibt es keine Pausen. Wenn du keinen permanenten Druck ausübst, verschwindet die Spiritualität. Sie existiert nur, solange jeder deiner Augenblicke sich von dem vorangegangenen unterscheidet. Du musst dich in einem unaufhörlichen Aufstieg befinden, ständig etwas hinzufügen. Dieser Zusatz, dieses Gefälle zwischen den Augenblicken, ist die Wahrnehmung des spirituellen Lebens.

Ein Zustand kann nur hier – in unserer „unbelebten“ Welt – anhalten, erstarren. Genau dafür existiert sie, damit wir von hier den Weg beginnen.

Und deshalb müssen wir dadurch genießen, dass wir einen immer stärkeren Druck ausüben, noch mehr und noch mehr – Genuss durch Anstrengungen.

Frage: Wie kann ich die Anstrengung fixieren?

Meine Antwort: Du muss die Größe Desjenigen erkennen, an der du gibst.

Frage: Wie können wir diese Anstrengung zu einer gemeinsamen machen?

Meine Antwort: Anders kann sie gar nicht sein. Allein wirst du den Schöpfer nicht finden, nur zusammen mit den anderen. Denn der „Schöpfer“ ist die ganze Gruppe, ihr Zentrum: dorthin verströmst du ein immer größeres Geben und erhältst dadurch Genuss. Dieser Genuss wird eben durch den Zusatz und nicht durch den Zustand an sich hervorgerufen.

Genauso möchte ein Mensch, der eine Million verdient hat, in nächster Sekunde noch mehr haben und gibt sich nicht mit dem Erreichten zufrieden.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch „Panim Meirot“, 20.09.2012



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Schnelle Hilfe für den Kranken

Frage: Wie kann die Gruppe mich erwecken?

Meine Antwort: Genau darin besteht ein Teil unserer gegenseitigen Bürgschaft. Ich muss spüren, dass, wenn ich die anderen nicht erwecke, sie es für mich auch nicht tun werden. Genau darin besteht das Hauptproblem, warum wir einschlafen und nicht vorankommen, warum wir der Welt hinterherhinken. Anstatt die Welt zur Korrektur hinter uns herzuziehen, warten wir ab, bis die Welt ihre Krankheit, das Zerbrechen, noch mehr offenbart.

Wenn eine gefährliche Krankheit sich in einem dir nahestehenden Menschen, in deinem Kind, von Tag zu Tag immer mehr bemerkbar machen würde und es sich immer schlechter fühlen würde, würdest du dann auch so ruhig warten, bis es ihm ganz schlecht geht? Würdest du etwa nicht ein Heilmittel für ihn suchen und dich bemühen, irgendeinen Weg zu finden, um ihn zu überreden, es zu nehmen?

Machst du dir solche Sorgen um die ganze Welt? Wenn nicht, dann erfüllst du nicht deine Mission. Die Gruppe erweckt dich nicht und du erweckst nicht die Gruppe.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash, 14.09.2012



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Stürmische Tage vor dem Neuen Jahr

Nachdem der Mensch eine Erweckung zur Spiritualität erfahren hat, hängt sein weiterer Aufstieg vom Verlangen ab. Es wird nichts anderes von ihm verlangt, außer dem Verlangen, welches Gebet, MaN, heißt.

Und das ist nur unter der Bedingung möglich, dass der Mensch dafür dankbar ist, dass er ein solches Bestreben erhalten hat, und selbst die Wahrnehmung der Wichtigkeit des Ziels, der nächsten Stufe entwickelt. Und außerdem, wenn er über all dem ein weiteres Bedürfnis in sich formt, und zwar diesen Aufstieg nicht für sich zu vollbringen, sondern um dem Schöpfer Genuss zu bereiten. Wie in dem berühmten Beispiel, in dem der Gast sich bedienen lässt, um dem Gastgeber eine Freude zu machen.

Auf diese Weise bereitet er sich auf das Erhalten der Hilfe von oben vor, die sein Verlangen zu einem korrekten macht. Und selbst wenn ihm nicht bewusst ist, wie egoistisch seine Berechnung in Wirklichkeit ist, ist es unwichtig, noch genügt das. Später wird er erkennen, dass seine Berechnung unrein ist. Aus diesem Grund wird das als Vorbereitungszeit, lo liShma, bezeichnet.

Das ist eine natürliche egoistische Berechnung, und es ist unmöglich, über den eigenen Egoismus sofort auf einmal zu springen. Er enthüllt sich uns allmählich, in dem Maße, in dem wir in der Lage sind, Anstrengungen zu unternehmen und gegen ihn zu arbeiten: gegen das, was uns angenehm und geläufig ist, und bereit sind, auf den eigenen Stolz zu treten, um uns mit den anderen zu verbinden.

Das ist alles nicht einfach, doch wenn der Mensch dem jedes Mal Aufmerksamkeit schenkt, kommt er voran. Das Problem besteht darin, dass jeder versucht, sich in die eigene Ecke zurückzuziehen, sich hinter dem Studium, dem theoretischen Lernen des Geschriebenen zu verstecken, was absolut nichts mit dem spirituellen Vorankommen und der inneren Korrektur zu tun hat. Der Mensch füllt seinen Verstand mit trockenem Wissen und lässt von der Arbeit im Herzen ab.

Die Arbeit im Herzen ist jene, die gegen ihn gerichtet ist, um dieses steinerne Herz in ein lebendiges zu verwandeln. Doch wir vergessen, wobei wir die Hauptanstrengungen unternehmen sollen. Jeder findet eine bequeme Nische für sich und glaubt, auf dem Weg zu sein. Und so fällt er sogar aus dem lo liShma heraus. Denn lo liShma bedeutet, dass, obwohl ich mich noch im Egoismus befinde, ich trotzdem Anstrengungen unternehme, um mich aus ihm zu erheben.

Wo ist denn meine tägliche Arbeit, die auf die Verbindung mit den anderen, auf den Selbstverzicht gerichtet ist, darauf, auf mich selbst zu treten, mein Ich zu annullieren, die Wichtigkeit der Meinung der Gruppe anzunehmen, der Sklave meiner Mission zu werden? Bin ich dazu fähig, mich selbst zu prüfen, ob ich mich genau in einem solchen Zustand befinde? Denn eben dieser Zustand heißt „lo liShma“.

Die ganze Arbeit von Moses in Ägypten ist ein Beispiel für die Arbeit lo liShma. Er möchte sich aus der Knechtschaft befreien und fürchtet es, weil er begreift, dass er sich unter der Herrschaft des Pharao, seines Ego, befindet, und nicht weiß, wie er mit ihm sprechen soll. Bis es dazu kommt, dass der Schöpfer selbst ihn an die Hand nimmt und zum Pharao bringt, während er ihm bei allem hilft.

Der Schöpfer kämpft selbst gegen den Pharao. Er ruft: „Lass uns zum Pharao gehen!“ – doch der Mensch fürchtet sich noch. Er weiß, dass sein Egoismus der Alleinherrscher über ihn ist und wie schwach er ihm gegenüber ist. Er schwankt ständig: eigentlich ist er bereit zu gehen, aber auch nicht bereit. Wenn er den Schöpfer wenigstens darum bitten würde, vorzugehen, damit er sich hinter Ihm verstecken könnte, und so vor den Pharao zu treten. Doch er möchte gar nicht gehen, er traut sich nicht, sich nicht nur an sein Ego zu wenden, sondern auch an seine eigenen Eigenschaften, die als Volk Israel bezeichnet werden.

Während er sich in einem System befindet, welches ihn, den Pharao, den Schöpfer, das Volk verbindet, muss er all diese Verbindungen klären und darf sich nicht hinter dem Studium der Theorie oder hinter irgendeiner Arbeit verstecken, die nur ein Mittel ist. Es ist sehr wichtig, zu klären, was lo liShma bedeutet.

Wenn der Mensch zu liShma gelangt, wird für ihn alles klarer, bestimmter. Man kann nicht sagen, dass es einfacher wird, doch die Erfahrung hilft einem, während der Mensch sich in der Vorbereitungszeit in irgendeine Ecke zurückzieht und bereit ist, dort bis zum Ende seiner Tage zu bleiben. Und es ist ein großes Problem, wenn die Gruppe ihn nicht erweckt und in die richtige Richtung lenkt. Er aber muss sich kleiner als sie sehen, um dem, was sie sagen, Gehör zu schenken.

Das Gefühl der Kraftlosigkeit einerseits und die Notwendigkeit unbedingt voranzukommen andererseits – dieser Zustand wird als „stürmische Tage“ bezeichnet. Den Menschen überkommt die Angst, dass er keine Angst davor hat, den Wunsch des Schöpfer nicht erfüllen zu können – den Ort für Seine Offenbarung an alle Geschöpfe zur Verfügung zu stellen, sich zu opfern, um den Schöpfer den Geschöpfen näher zu bringen.

Das alles erweckt in ihm die Angst. Er möchte sehr damit beginnen, diesen Schritt praktisch zu realisieren – was für ihn den Anfang eines Neuen Jahres bedeuten würde.

Auszug aus der Vorbereitung auf den Unterricht, 14.09.2012



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Solange er nicht zum Menschen wird

Die Methode der Kabbala ist für die Veränderung des Menschen vorherbestimmt, bis er zum Menschen, zum Adam wird, was dem Schöpfer „ähnlich“ (dome) bedeutet. Jeden Augenblick, tagtäglich soll man an der Erhöhung der Wichtigkeit dieser Methode arbeiten. Denn wir werden ständig von der Spiritualität abgelenkt, als ob der Schöpfer sich vor uns verhüllen würde.

Uns scheint es so zu sein, dass unsere Zustände sich die ganze Zeit verändern: mal fühlen wir uns dem Schöpfer näher, dann wieder weiter entfernt von ihm. Aber verständlicherweise geschieht es nur in unserer Empfindung. In Wirklichkeit erwachen in uns die neuen informativen Gene, die wir korrigieren sollen.

Im Menschen gibt es 613 Verlangen bezüglich des Schöpfers. Es handelt sich nicht um die materiellen Wünsche dieser Welt, sondern um die Verlangen, die zum Schöpfer gerichtet sind. Gerade diese soll der Mensch korrigieren, denn er soll sich wie der Schöpfer verhalten, das heißt vollständig auf das Geben ausgerichtet sein, um dadurch dem Schöpfer die Freude zu bereiten.

Der Schöpfer hatte von vornherein, noch im Vorhaben der Schöpfung beabsichtigt, den Geschöpfen Genuss zu bereiten. Der Mensch soll also auch einen solchen Zustand erreichen, in dem das Hauptziel die Bereitung des Genusses für den Schöpfer ist.

Die Gleichheit der Eigenschaften mit dem Schöpfer erhebt den Menschen auf die Stufe des Schöpfers, so dass er die Verschmelzung mit Ihm, die vollkommene Vereinigung erreicht, was auch das Endziel ist.

Und auf dem Weg zum Ziel gibt es eine Menge der Etappen des Aufstiegs. Auf der ersten Etappe entwickelt der Mensch im Laufe der tausendjährigen Geschichte und vielen Lebenskreisläufen den Genuss seines gewöhnlichen, irdischen Verlangens. Die Kreisläufe des Lebens werden ersetzt, da das Verlangen die ganze Zeit wächst und immer mehr und mehr erreichen will, darin werden in jedem Augenblick die neuen informativen Gene (Reshimot) offenbart.

Es ist deshalb sinnvoller, nicht die Körper zu beachten, die leben und sterben, sondern diese informativen Gene, die sich im Verlangen zu genießen offenbaren, und dem Menschen eine Illusion der Empfindung seiner Existenz im Körper geben.

Auf der zweiten Etappe der Entwicklung, welche die Verlangen betrifft, erscheint bei einigen Menschen das Streben, den Schöpfer zu offenbaren, den Sinn des Lebens zu erkennen. Adam Rischon bekam als erster ein solches Streben, weshalb er als erster Mensch bezeichnet wird, und nach ihm, die anderen. Solche Menschen heißen Kabbalisten, weil sie die Methode der Korrektur übernehmen, dank welcher sie die Enthüllung des Schöpfers entsprechend der Ähnlichkeit ihrer Eigenschaften mit Seinen Eigenschaften erreichen.

Die Kabbalisten gehen eine Menge Etappen von Entwicklung und Lebenskreisläufen durch, aber es sind schon andere Kreisläufe – die das Begreifen des Schöpfers, und der lenkenden Naturkraft beinhalten.

Nachdem man das erste Erwachen zum Spirituellen erlangt hat, gehen wir in die so genannte Periode der Vorbereitung ein. Auf dieser Etappe machen wir viele Zustände durch, entsprechend der Methode, inwieweit wir sie verstehen. Denn obwohl sie für das Studium zugänglich ist, wurde sie in den Seelen noch nicht offenbart.

So kommen wir voran, bauen die Gruppe auf und bemühen uns die ganze Zeit, einander zu begeistern. Die Hauptarbeit besteht darin, die Wichtigkeit der Methode zu erheben und in der eigenen Veränderung.
Nichts muss man in unserer Realität verändern, außer dem Menschen, wobei man nur ihn auch tatsächlich verändern kann.

Und im Menschen selbst soll man noch klären, was genau verändert werden kann, nämlich nur die Absicht unserer Verlangen. Und die Verlangen selbst sollen konstant bleiben. Der Mensch verfügt über 613 Verlangen bezüglich des Schöpfers, und er soll ihre egoistische Absicht auf das Geben korrigieren.

In Wirklichkeit, fühlt er nicht, dass in seinem Inneren die 613 Verlangen existieren, dass sie egoistisch sind, und dass er den Schöpfer nur ausnutzen will. Der Mensch hat noch keine Beziehung zum Schöpfer, keine Verbindung zu Ihm. Aber allmählich wird diese Verbindung, sowie unser böser Anfang offenbart. Und wenn sich der Mensch in der Selbstsucht befindet, dann braucht er die Korrektur, die Tora, „ein Gewürz“. Und wenn er mit ihrer Hilfe seine Absicht verändert, d.h. anstelle des eigenen Wohls auf das Wohl der Höheren Kraft gerichtet ist, dann bedeutet es, dass er ein Gebot erfüllt hat.

Auf diese Weise begeht er 613 Korrekturen, befolgt 613 Gebote, wodurch sein Gefäß vollständig korrigiert wird und er darin den ganzen Genuss empfindet, welchen der Schöpfer für ihn vorbereitet hat. Diese Empfindung bringt den Menschen folglich an die Quelle zurück. Folglich erreicht der Mensch sein Ziel.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 07.09.2012



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Das Herz der Gruppe

Frage: Was ist das „Herz der Gruppe“?

Meine Antwort: Das Herz der Gruppe sind gemeinsame Verlangen, die fähig sind, in der gegenseitigen und ergebenen Verbindung miteinander zu sein. Und nun können sie den Egoismus, über den sich jeder erhoben hat, gemeinsam nutzen und diese Verlangen opfern. Das heißt, sie bekommen die Arbeit im Tempel, in ihrem gemeinsamen Zuhause, im gemeinsamen Verlangen. Und dort, im Inneren der Verschmelzung miteinander, enthüllen sie die Verschmelzung mit dem Schöpfer.

Die Verschmelzung unter den Freunden ist das Gefäß, und als Zusammenfassung all dieser vereinten Verlangen kommt die Verschmelzung mit dem Schöpfer zum Vorschein. Wie geschrieben steht: „An Deinen Taten werden wir Dich erkennen“ – im Gefäß wird das Licht enthüllt.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch „Panim Meirot“, 11.09.2012



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Das Schloss im Herzen, welches verschlossen ist

Frage: Was sind die Anzeichen dafür, dass man auf dem richtigen Weg zum Palast des Königs ist?

Meine Antwort: Der Palast des Königs befindet sich nicht irgendwo auf einem Berggipfel. Das ist kein uns aus der Ferne lockender Umriss eines Schlosses oder des magischen Disneylands.

Der Palast des Schöpfers befindet sich im Inneren, im Herzen des Menschen. Und das ist kein Bild, welches der Mensch sich vorstellen möchte. Es ist ihm unangenehm, daran zu denken, wie er sein Herz in den Palast des Schöpfers verwandeln soll. Denn das verpflichtet ihn sofort zu irgendwelchen Handlungen, zwingt ihn, unangenehme Zustände zu durchlaufen, die Gesetze des Gebens anzunehmen, sich zu ändern, um sich selbst, sein Verlangen in den Tempel des Schöpfers zu verwandeln.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 10.09.2012



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Gebet für den Aufbau der Seele

Frage: Welches Gebet ist nötig, um die Hindernisse zu überwinden?

Meine Antwort: Zuerst sollte man den Segen, und dann die Bitte erreichen. Die Bitte soll so formuliert sein, dass sie dem Schöpfer Genuss bereitet. Das bedeutet, dass es hier eine ganze Reihe der Handlungen und der Verlangen gibt, in dem das Eine auf dem Anderen aufgebaut ist, bis sich alle Kettenglieder schließen.

In dieser Kette sind eingebunden: die Größe des Schöpfers, meine eigene Nichtigkeit und die Bitte mir die Kräfte zu verleihen um mich zu korrigieren. All das ist die Arbeit des Schöpfers und nicht meine Arbeit. Das alles ist deshalb notwendig, damit ich den korrigierten Zustand erlangen kann, womit ich dem Schöpfer Freude bereiten werde.

Sobald ich das alles in eine richtige Kette zusammenführe, zeige ich, inwieweit ich den Prozess begreife, inwiefern ich mit ihm einverstanden bin und daran teilnehmen will, das ist eben mein spirituelles Gefäß.

Wenn alle Verlangen, Gedanken, Gründe und Folgen richtig geregelt sind, dann bilden sie ein solches Gebet, wie es im Gebetbuch formuliert ist, das von Kabbalisten geschrieben wurde. Sie haben uns auf diese Weise die Beispiele vorgeführt wie die Ansprache mit der Dankbarkeit, mit der Bitte und der Absicht dem Schöpfer einen Genuss zu bereiten aufgebaut werden soll – das heißt, das eigene Gefäß aufzubauen. Ein Gebet dient somit dem Aufbau des spirituellen Gefäßes.

Mehr als das wird von uns nicht verlangt. Damit die Handlung von oben begangen wird sollen wir verstehen, dass das Gefäß vom Licht aufgebaut wird, weshalb unsere Bitte dafür notwendig ist. Wenn wir das richtige Gefäß erlangen, dann können wir bereits mit seiner Hilfe die Handlungen die das Geben enthält, ausführen.

Es sind vor allem das Begreifen des Übels, seine Klärung, das Verlangen es zu beseitigen, die Bitte um die Korrektur notwendig. Zuerst wird das Geben für das Geben korrigiert und danach der Erhalt für das Geben erreicht. Dies alles ist in der Reihenfolge der Gebete im Gebetbuch widergespiegelt, welches für uns, den Mitgliedern der großen Versammlung, der Kabbalisten (Sanedrin) noch vor dem spirituellen Zerbrechen vorbereitet wurde.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabasch, 06.09.2012



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Erst die Eltern erziehen

Frage: Sie bringen oft das Beispiel ins Spiel, dass die integrale Gesellschaft ähnlich der idealen Familie ist. Jedem scheint klar zu sein, was eine ideale Familie ist. Aber während des Gesprächs wird deutlich, dass in den warmen, guten Familien etwa 20% der Menschen aufgewachsen sind und alle anderen nicht verstehen, was das ist. Wie baut man das Bild der perfekten Familie auf?

Meine Antwort: In jedem von uns ist im Unterbewusstsein so ein Bild abgespeichert: Eltern, Kinder, Großeltern. Die Natur hat in uns diesen Grundstein gelegt. Auch wenn es im Leben des Menschen so einen Zustand nicht gab, ist es möglich und auch angenehm, sich das vorzustellen.

Frage: Sollte man sich damit beschäftigen?

Meine Antwort: Ja natürlich, wir brauchen das dringend, weil sich heutzutage Ehepartner treffen, Kinder zur Welt bringen und nicht wissen, wie man mit ihnen umgeht. Wie kann das sein? Wenn es in ihrer Nähe Großmütter und Frauen gibt, die schon Kinder großgezogen haben, die ihre Erfahrungen gemacht haben, und anfangen, sich mit ihren Enkeln und sogar Urenkeln zu beschäftigen – ist das eine ganz andere Sache.

Früher, als wir in einer großen Familie lebten, in der Umgebung der Angehörigen, die all das schon hinter sich haben, hatten junge Leute keine unbegrenzte Macht über die Kinder, und deshalb waren die Beziehungen zu den Kindern wegen der älteren Generation ausgeglichen, durch die besondere Liebe der Großeltern zu ihren Enkelkindern.

Und heute, wenn die jungen Leute unter ständiger Spannung stehen, müssen sie die Kinder in den Kindergarten bringen, zur Arbeit hetzen, dann die Kinder abholen, schnell ins Bad und dann ins Bett „abschieben“ usw., am Ende erhalten wir eine schreckliche Gesellschaft – keine Erziehung, keine Wärme. Sehen Sie mal, was heute für Kinder geboren werden. Sie haben kein Gefühl für die Familie, für die Eltern, für niemanden, daher gehen sie aus dem Haus und sind leichter anderen Einflüssen ausgeliefert. Dies ist ein kompletter Zusammenbruch.

Also, zunächst einmal müssen wir uns mit der integralen Erziehung der Familie beschäftigen. Und es ist notwendig, mit der Erziehung der Eltern anzufangen, die die integrale Erziehung ihren Kindern übergeben. Nur dann kann man ihnen die Erlaubnis erteilen, Kinder zu bekommen. Es tut in der Seele weh, weil die Eltern absolut nicht wissen, wie man sich mit einem Neugeborenen verhalten soll. Früher waren um sie herum 20 Großmütter und Frauen mit Kindern, die ihnen alles erklärten und sie führten. Und heute – Nichts.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 29.02.2012



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Die Dressur der Selbstsucht

Kongress in Charkow. Seminar 2

Wird eine solche Zeit kommen, in der die Selbstsucht nicht gegen mich, sondern „für“ mich, zusammen mit mir, arbeiten wird?

Es wird dann geschehen, wenn ich die Selbstsucht von mir vollständig abtrennen und sie mir gegenüber stellen werde, wenn ich uns voneinander mittels der Kontraktion und des Schirms teilen werde. Dann kann ich beginnen, mit ihr wie mit der Hilfe zu arbeiten – nicht gegen, sondern „für“ mich.

Anders gesagt, es verwirklicht sich dann, wenn wir den Zustand erlangen, der als „Chafez Chessed“, die Eigenschaft der Bina genannt wird, und die dann weiter bis zur Eigenschaft Keter hinaufsteigt.

Nachdem ich die Eigenschaft Bina vollständig angeeignet habe und über einen Schirm verfüge, und sobald ich mit der Selbstsucht alles Mögliche tun kann, dann beginne ich sie positiv zu verwenden. Auf der ersten Etappe annulliere ich die Selbstsucht und auf der zweiten Etappe beginne ich mit ihr, für sich zu arbeiten. Dieses „Tier“ wird so gezähmt, dass ich es einfach für mich benutze, und die Finsternis wird zum Licht.

Auszug aus dem 2. Seminar des Kongresses in Charkow, 17.08.2012



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Wie kann man in das fremde Verlangen eindringen?

Frage: Was bedeutet der gegenseitige Einschluss, den wir untereinander erreichen sollen?

Meine Antwort: Der gegenseitige Einschluss der Verlangen ineinander geschah einst als Folge ihres Zerbrechens. Der Einschluss in die fremden Verlangen ist auch ohne das Zerbrechen möglich, und zwar mittels der gemeinsamen Schirme.

Somit ist es unmöglich, sich miteinander aufgrund der Verlangen zu verbinden. Wenn ich etwas Süßes und du etwas Salziges willst, dann sind es zwei verschiedene, unvereinbare Forderungen. Sie können sich irgendwie aufeinander einkleiden, aber keine von ihnen hebt die andere auf. Jedes Verlangen hat seine Stelle, die sich zeigt und die Füllung empfängt.

Das Licht hat jedes Verlangen bewirkt und hält es in jener Art fest, in welcher es geschaffen ist. Deshalb entsteht eine sehr große Frage: Was bedeutet in diesem Fall der Einschluss, die Durchdringung in das fremde Verlangen, und wie ist dies überhaupt möglich?

Der Einschluss ist nur in den äußeren Formen, die wir annehmen, möglich, wobei wir in unserem Inneren die Gleichen bleiben. Wir können uns nicht mittels unserer Verlangen verbinden, denn sie sind bei jedem Menschen anders. Es wird gesagt: „Genauso wie ihre Gesichter nicht ähnlich sind, unterscheiden sich auch ihre Gedanken und Verlangen voneinander“. Wir können unsere Verlangen nicht verbinden, da jedes einzelne Verlangen bestimmt und von den übrigen abgetrennt ist.

Jeder ist mittels seines eigenen, besonderen Lichtes geschaffen. Aber wenn unsere Verlangen die Form des Gebens bezüglich einer Quelle annehmen, dann können sie beginnen, sich zu vereinigen sowie sich ineinander einzureihen. Dieser Einschluss erfolgt gerade dank dieser allgemeinen Quelle – das Verlangen einer für alle. Wenn sich alle Verlangen danach richten, dann beginnen sie durch ihr allgemeines Streben, ineinander durchzudringen.

Und anders ist der gegenseitige Einschluss unmöglich. Nur die allgemeine Quelle verpflichtet uns, sich miteinander zu verbinden und verknüpft uns untereinander. Anderenfalls würden wir getrennt blieben. Und nur auf diese Weise können wir die wahre Vereinigung verwirklichen. Wir sind eben nicht die Bande der Verbrecher, die sich für den allgemeinen egoistischen Gewinn einsetzt, wo jeder mit dem eigenen Verlangen bleibt und mit Hilfe der Vereinigung auf die egoistische Füllung hofft.

Wenn wir uns aber in die Verlangen der anderen Menschen einreihen möchten, dann ist es nur im widergespiegelten Licht möglich, das auf eine Quelle gerichtet ist, die uns untereinander verbindet. Wie es gesagt ist: „Derjenige, der Frieden im Himmel schafft, wird es auch zwischen uns verwirklichen“.

Die Verlagen werden sich niemals verbinden können, jedes bleibt an und für sich bestehen. Und wenn es nicht so wäre, und sie wieder in einen Wunsch zusammengezogen würden, dann hätten wir am Ende der Korrektur keine um 620 Mal grössere Erkenntnis erlangt, als es davor vorhanden war. Diese 620-fache Vergrößerung geschieht eben deswegen, weil jedes Verlangen seine ursprüngliche Form behält, weil jedes Verlangen sich in der eigenen Schale (Klipa), in der Hülle befindet. Und wenn sie sich dennoch in eine Frucht, unter einer Schale, wie die Kernchen des Granatapfels, vereinigen, dann geschieht das 620-fache Begreifen der Vollkommenheit, die Verschmelzung mit dem Licht und seine Klärung.

Auszug aus dem Unterricht nach „der Lehre der Zehn Sefirot“ „, 02.09.2012



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