Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Korrektur'

Was ist die Kraft der Gedanken?

Frage: Was ist die Kraft der Gedanken und wie nutzt man sie? Worüber sollte man aus Sicht eines Kabbalisten jede Minute nachdenken?

Antwort: Die Kraft der Gedanken ist sehr groß, denn mit ihr können wir große Korrekturen im Universum, in seinen Kräften und in deren Wechselwirkungen untereinander vornehmen.

Dies geschieht nur, wenn wir die gesamte Kraft unseres Herzens auf eine gute Verbindung zwischen den Menschen richten. Dann vervielfacht sie sich. Auf diese Weise beginnen wir, alle Kräfte der Natur richtig zu entfalten.

Frage: Was ist das für eine besondere Kraft – die Kraft des Herzens?

Antwort: Das ist die Kraft der Liebe, die Kraft des Guten, die Kraft der guten Verbindung.

Frage: Kann der Mensch sie irgendwie in sich selbst wecken oder erzeugen?

Antwort: Ja. Er kann diese Kraft in sich selbst wecken, sie mit den Kräften anderer Menschen verbinden und auf diese Weise zur Verbesserung der Welt beitragen.

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Aus der Fernsehsendung „Blitzfragen an einen Kabbalisten“

 

Klärung der Zustände

Wir lernen, dass es verschiedene Handlungen seitens der Kelim (Gefäße) mithilfe des Schirms (Massach) und durch Klärungen gibt. Wenn wir das wahre Wesen dieser Handlungen tatsächlich klären, erkennen wir, dass es in erster Linie darum geht, sich bewusst zu machen, was mit uns geschieht, wer es bewirkt, warum es geschieht und was von uns erwartet wird.

Nachdem wir all diese Zustände geklärt haben, werden sie durch neue, bessere Zustände ersetzt. Das heißt: Der Mensch hat keine Macht über die Handlungen, der Schöpfer bewirkt sie. Doch der Mensch, der ein fühlendes Wesen ist, muss in seinen Empfindungen klären, was tatsächlich mit ihm geschieht. Sobald er diesen Zustand geklärt hat, geht dieser in einen anderen über. Klärt er den nächsten Zustand, wird auch dieser wiederum durch einen neuen ersetzt.

 

Die Klärung umfasst folgende Aspekte: Was empfindet man, wer hat diesen Zustand gesandt und zu welchem Zweck? Das nennt man die Arbeit an der Korrektur der Wahrnehmung..

In Wahrheit befindet  man sich bereits in einem korrigierten Zustand in der Welt der Unendlichkeit. Alles, was man tun muss, ist, die Unklarheit – den Schleier- in den Wahrnehmungssorganen zu beseitigen. Eigentlich muss man diese Wahrnehmungsorgane nicht einmal korrigieren. Entscheidend ist, dass man sich ständig bewusst macht, dass man sich in der Dunkelheit befindet – und dann beginnt sich diese Dunkelheit aufzuklären.

In dem Maß, in dem man erkennt, wie negativ der Zustand der Dunkelheit ist, offenbart man die „Achoraim“ (“Rückseite”, den Zustand der Verhüllung). Danach verwandelt sich die „Achoraim“ (die Verhüllung) in den Zustand „Panim“ (Vorderseite,Enthüllung). Das bedeutet, alle Handlungen bestehen ausschließlich in der inneren Anstrengung.

Man muss sich bemühen, einen Weg zu finden, mein „Ich“ und den Schöpfer zu einer Einheit zu verbinden. Wie Baal HaSulam in einem Brief auf Seite 64 schreibt: „Nur auf diesen Punkt muss ich meine Anstrengungen konzentrieren und meine Aufmerksamkeit immer stärker darauf richten.“Wenn man das tut, dann ist das genau die Handlung.“ Dadurch lichtet sich der Nebel immer mehr, bis man entdeckt, dass man sich bereits in seinem ursprünglichen, korrigierten Zustand befindet. Dann wird man erkennen, dass man sich schon immer im Zustand der endgültigen Korrektur (Gmar Tikun) befunden hat.

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Aus dem Unterricht zum Artikel von Rabash.

 

Das Spiegelbild deiner Seele

Frage: Wie kann ich voller Freude arbeiten, wenn um mich herum so schreckliche Dinge geschehen? Und auch innerlich ist nicht alles in Ordnung. Kurz gesagt: Außen und innen herrscht Chaos.

Antwort: Freude ist das Ergebnis der Offenbarung des Schöpfers. Dass Er sich in einer so offensichtlichen und klaren Form offenbart, ist ein Zeichen dafür, dass der Schöpfer uns die Möglichkeit gibt, diesen Zustand zu korrigieren.

Wenn du diese Situation nicht mit dem Schöpfer in Verbindung bringst, kannst du dich natürlich nicht freuen. Du hast keinen Grund dazu. Doch sobald du diesen Zustand mit Ihm in Verbindung bringst, entstehen in dir zwei Arten von Freude: Du kannst dich freuen, da du weißt, dass man sich um dich kümmert, dass man dich nicht vergisst: „Das heißt, alles hat seinen Grund, und ich kann mich ein wenig entspannen, ausruhen. Es ist, als hätte ich meine Wunden mit etwas Lebensspendendem gesalbt, und es ist mir leichter geworden. Der Schöpfer existiert, und ich arbeite nicht umsonst.“

Aber das ist eine trügerische Freude. Indem du dich auf diese Weise freust, hast du lediglich dein Verlangen nach Empfangen versüßt (bestochen). Damit hast du keine nützliche Arbeit geleistet, du bist spirituell nicht vorangekommen.

Die zweite Art von Freude ist, wenn du durch diese Zustände den Schöpfer offenbaren, Kontakt mit Ihm herstellen und eine Korrektur vornehmen kannst.

Ich werde das näher erläutern: Der Zustand, den wir erfahren, sei er äußerlich oder innerlich, kommt von oben. Tatsächlich ist es nicht der Zustand selbst, der von oben kommt, sondern das Licht, das in mein Kli scheint.

Mein Kli, mein Verlangen nach empfangen ist mit Wunden und eitrigen Geschwüren übersät und das Licht leuchtet auf sie. Ich sehe all diese Wunden nur in ihrer äußeren Form, nur in ihrer äußeren Manifestation: die Feindseligkeit der Araber, Kriege, Krankheiten, Ungerechtigkeit. Ich spüre diese Wunden nicht in meiner Seele. Das höhere Licht, das auf sie leuchtet, zeigt mir, dass ich von innen her völlig verfault bin. Du kannst all diese äußeren Erscheinungsformen (Krankheiten, Leiden, Feinde) mit dem Schöpfer in Verbindung bringen, aber du musst erkennen, dass all dies ein Spiegelbild deiner Seele ist. All dies geschieht in deinem Inneren, in deiner Seele.

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Aus einem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, vom 23.06.2026.

 

Die Bereitschaft, im Glauben über den Verstand zu gehen

Der Glaube über dem Wissen  ist kein Gewinn für den Verstand, sondern der Erhalt einer anderen Fähigkeit, die wir nicht besitzen. Es ist ein anderer, übernatürlicher Kanal, ein sechster Sinn, Spiritualität, die Korrektur vom Kli des Empfangs, die Kraft von Bina. Wie gelangt man dazu? Durch Nachdenken, Arbeit, Höhen und Tiefen.

Frage: Warum beschäftigen wir uns damit, wenn doch im Voraus bekannt ist, dass all dies der Schöpfer tut?

Antwort: Warum bist du dir so sicher, dass der Schöpfer dies tut? Denn für dich sind das alles nur Bezeichnungen, leere Worte, du lebst nicht darin. Es steht geschrieben, dass es eine höhere Kraft gibt, die alles lenkt, „es gibt niemanden außer Ihm“. Na und? Du hast davon gehört, aber du lebst nicht in dieser Offenbarung, identifizierst dich nicht damit.

Dabei bestimmt diese Identifikation all unsere Gedanken und Handlungen. Ich fühle mich wie ein Handschuh, der auf die Hand des Schöpfers gestülpt ist. Er bestimmt alles, was in mir geschieht, angefangen bei der Bewegung der Atome bis hin zur Bewegung der Gedanken und Wünsche. Von Ihm hängt jedes Ergebnis ab, sowohl am Anfang als auch am Ende. So spüre ich die Manifestation des Schöpfers in mir.

Kann ich behaupten, dass der Schöpfer der König ist, wenn ich das nicht habe? Kann ich sagen, dass ich damit einverstanden bin? Würde ich selbst, ohne Zwang, dasselbe tun, was Er tut? Das ist alles leeres Gerede. Ich weiß nicht, wer Er ist.

Deshalb sagt Rabash, dass es einen König der ganzen Welt gibt und einen König Israels. Über den König der ganzen Welt sagen alle: Der Schöpfer ist groß!

Den König Israels begreift man durch echtes Streben nach Ihm – „Yashar Kel“, direkt zum Schöpfer. Streben bedeutet die Bereitschaft, sein Wissen beiseite zu lassen und im Glauben über dem Verstand zu gehen. Darin liegt der Unterschied zwischen der Sichtweise der Tora und der Sichtweise der Massen.

Es reicht nicht aus, das nur zu sagen. Alle glauben, dass sie sich bereits in der Endkorrektur befinden, während die Zustände Israels durch sehr ernsthafte Arbeit erreicht werden, indem sie all ihre Wünsche und Absichten gegenüber dem Schöpfer so ausrichten, dass sie wie die Seinen werden. Erst dann gelangen sie zu dem Zustand, in dem sie sagen können, dass der Schöpfer der König der ganzen Welt ist.

Was ist die Welt? Die Welt ist mein ganzes Ich, und ich habe geprüft und gespürt und stimme zu, dass Er mich führt. Und worin besteht diese Zustimmung? Darin, dass ich selbst dann, wenn Er nicht existieren würde, dennoch dasselbe tun würde. So erschaffe ich das Bild des Schöpfers in mir. Das bedeutet, dass ich von Null bis zur Unendlichkeit wachse. Ich wachse und erreiche Seine Stufe.

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Aus der Lektion nach einem Artikel von Rabash, 10.062026

 

Die Leiter der Wünsche

Frage: Unsere Wünsche werden immer größer. Wie können wir aus ihnen eine Leiter machen, auf der man nur hinaufsteigen und den kontinuierlichen Aufstieg fühlen kann?

Antwort: Im Universum gibt es zwei Zustände: absolutes Geben und absolutes Empfangen. Der Abstand zwischen ihnen wird als „Leiter“ bezeichnet, auf deren jeder Stufe immer größere Wünsche stehen, und je höher man steigt, desto mehr gewinnen sie an der Absicht zum Geben.

Das Verlangen selbst ist das Verlangen nach Empfangen, während die Leiter die Absicht „um des Gebens willen“ verkörpert.

Tatsächlich sind wir von Natur aus so geschaffen, dass wir nur an uns selbst denken und alle Wünsche für uns selbst nutzen. Da wir nicht in der Lage sind, etwas zu geben, können wir nur von anderen empfangen.

Doch wenn wir mit Hilfe der Kabbala eine besondere Energie des Gebens anziehen, beginnt diese, auf unser allgemeines egoistisches Verlangen einzuwirken und es Schritt für Schritt zu korrigieren, indem sie die Eigenschaft des Gebens mit der Eigenschaft des Empfangens verbindet.

Das Höhere Licht wirkt auf das Verlangen nach Empfang ein und unterteilt es in 125 Stufen der Korrektur, aus denen sich eine Leiter bildet, die „Leiter von Jakob“ genannt wird. Auf diese Weise korrigieren wir uns nach und nach bis hin zum vollkommenen Geben und verwandeln unseren gesamten, enormen Egoismus in die Eigenschaft des Empfangens um zu geben.

Indem wir die beiden grundlegenden Eigenschaften der Schöpfung – Empfangen und Geben – nutzen, erreichen wir die Gleichheit an den Schöpfer. Dabei verschwinden wir nicht in Ihm, denn einerseits bleibt unser Wunsch zu empfangen erhalten und nimmt lediglich die äußere Form des Gebens an.

Doch das Empfangen um des Gebens willen macht uns dem Schöpfer ähnlich. Das heißt, äußerlich werden wir Ihm ähnlich, während wir innerlich aus dem Wunsch zu empfangen bestehen. Darin liegt die gesamte Korrektur.

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Aus der Fernsehsendung „Gespräche mit Michael Laitman“

 

Die Quelle aller universellen Probleme

Frage: Was sollte für einen Arzt die Motivation sein, sich ändern zu wollen? Für den Patienten ist das klar: er möchte gesund werden – aber was ist mit dem Arzt? Wie kann man Arzt und Patient dazu bringen, einander näherzukommen?

Antwort M. Laitman: Ich bin in einer Familie von Ärzten geboren und aufgewachsen. Meine Mutter ist Gynäkologin, mein Vater Zahnarzt, meine Tante und mein Onkel sind ebenfalls Ärzte. Wenn plötzlich jemand krank wurde – sofort Stethoskop, Medikamente, alle wissen, was zu tun ist, man wird behandelt und alles ist in Ordnung, keine Probleme. In dieser Hinsicht war das gesamte Gesundheitsministerium bei mir zu Hause.

Genau dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit muss zwischen Ärzten und Patienten herrschen, sonst gibt es kein Vertrauen zum Arzt. Aber heute kann sich ein Arzt das nicht leisten.

Es muss ein völlig anderes System sein, bei dem der Schwerpunkt nicht auf Medikamenten liegt, sondern auf der Aufmerksamkeit für den Menschen, wie in der alten chinesischen Medizin.

Das heißt, das Gesundheitssystem muss das gesamte Leben eines Menschen umfassen. Es ist eine Technologie des Lebens: wie du geboren wirst, womit du atmest, was du zu dir nimmst, wie die Umwelt auf dich wirkt, wie dein Organismus auf all das reagiert – als biologisches System auf das umgebende System – und wie du durch das Leben gehst: heiratest, Kinder bekommst, alt wirst, stirbst.

All dies muss jedoch als ein System betrachtet werden, das im Gleichgewicht mit der Natur steht. Und dafür muss der Mensch organisch und ganzheitlich mit der Natur verbunden sein, all ihre Gesetze befolgen und verstehen, wozu sie ihn verpflichtet und wie er sich auf eine für beide Seiten richtige Wechselbeziehung einstellen muss.

So wie Harmonie und Gleichgewicht in uns die Gesundheit des Organismus bedeuten und wie das Gleichgewicht in der Natur die Gesundheit der Umwelt bedeutet, so muss auch zwischen uns und der Umwelt ein Gleichgewicht herrschen. Wir stören das Gleichgewicht in der Natur, wir stören das Gleichgewicht in uns selbst, aber vor allem wird dabei das Gleichgewicht zwischen uns und der uns umgebenden Natur gestört – genau hier entsprechen wir ihr überhaupt nicht.

Es ist bekannt, dass die uns umgebende Natur nach dem Gesetz der Selbststabilisierung funktioniert: So viel man erhält, so viel gibt man zurück – dadurch wird die Homöostase aufrechterhalten und das Gleichgewicht bewahrt. Doch wir befinden uns in einem absoluten Ungleichgewicht mit ihr, weil wir barbarisch alles aus ihr verbrauchen, was möglich ist, und ihr im Gegenzug nichts zurückgeben, sondern sie nur verschmutzen.

All dies hängt von der Erziehung des Menschen ab, in erster Linie von seiner ökologischen Erziehung.

Wenn wir uns in einer Gesellschaft befinden, die ständig einen negativen Einfluss auf uns ausübt, und wir aus unserem Egoismus heraus ebenso auf sie einwirken: nur konsumieren, den anderen unterdrücken, so viel wie möglich verdienen, oder noch besser, stehlen, ohne etwas dafür zurückzugeben – dann müssen wir hier sowohl den Menschen als auch die gesamte Gesellschaft korrigieren.

Letztendlich kommen wir zu einem einzigen Schluss: Der Mensch muss sich ändern. Die einzige Quelle aller universellen Probleme ist der Mensch. Leider wird dieser Frage keinerlei Beachtung geschenkt.

 

Die Eigenschaft der Barmherzigkeit erlangen

Das Verlangen zu empfangen ist das Wesen der gesamten Schöpfung. Doch solange es nicht durch die Eigenschaft von Bina in die Absicht des Gebens korrigiert wird, ist eine richtige Verwendung unmöglich. Nur so kann Vollkommenheit und Ewigkeit erreicht werden.

Deshalb wird Abraham, der als Erster diese Korrektur erreicht hat, „Vater des Volkes“ genannt. Er erhielt den zusätzlichen Buchstaben „Hej“ zu seinem Namen Avram, was darauf hinweist, dass er die Eigenschaft von Bina erlangt hat.

Seine Eigenschaft heißt „Barmherzigkeit“ (Chessed). Wenn Bina, die zu den drei oberen Sefirot (GAR) gehört, ihre Eigenschaft an die sieben unteren Sefirot (SAT) weitergibt, also an die empfangenden Gefäße der unteren Ebenen, dann ist ihre Eigenschaft Barmherzigkeit. Genau das muss der Mensch erlangen, um die Korrektur des Kli seiner Seele zu vollziehen.

In dem Maße, in dem er die Korrektur von Bina über seine Malchut erlangt, messen wir sein spirituelles Niveau und seine Fähigkeit um des Gebens willen zu empfangen. Mit anderen Worten: Alles wird nicht anhand von Malchut gemessen, sondern daran, inwieweit sie entsprechend der Korrektur von Bina in ihr genutzt werden kann.

Um die Schöpfung zur Korrektur zu führen, kam es zu einem Zerbrechen der Gefäße, wodurch alle Eigenschaften von Bina in die Eigenschaften von Malchut einflossen und sich miteinander vermischten. An jedem Ort von Malchut ist die Eigenschaft von Bina in dem Maße vorhanden, in dem Malchut fähig ist, diese Eigenschaft zum eigenen Nutzen aufzunehmen bzw. zu erwerben.

Diese Vermischung muss die unterste Stufe erreichen, denn nur so kann Malchut aufgedeckt und korrigiert werden, damit sie in jedem ihrer Zustände und in jedem ihrer Verlangen die Eigenschaft von Bina nutzt, um deren Charakter zu erlangen.

Deshalb handelt Malchut anders, anstatt Bina zu sich zu rechnen, zur Klipa zu werden und die Heiligkeit zum Zweck des Empfangens zu nutzen: Sie heftet sich an Bina, nutzt zunächst nur deren Kräfte und verbindet sich erst danach mit deren Eigenschaften, indem sie um des Gebens willen gibt und dann um des Gebens willen empfängt.

So muss der Mensch die richtige Verwendung von Bina erkennen und umsetzen. Mit anderen Worten: Er muss die Eigenschaft der Barmherzigkeit erwerben und sie über alle anderen Eigenschaften, Kategorien und unterscheidbaren Merkmale stellen. Darin besteht im Grunde die ganze Arbeit eines Menschen.

Dann wird wirklich deutlich, dass das Verlangen zu empfangen als Mittel erschaffen wurde, um die Ebene des Schöpfers zu erreichen. Denn es schließt sich mit seiner ganzen Kraft der Eigenschaft der Barmherzigkeit, der Eigenschaft von Bina, der Eigenschaft des Schöpfers, dem Geben, an.

Malchut, die sich Bina anschließt, erreicht Keter, indem sie die Eigenschaft von Bina mit ihrer ganzen Kraft nutzt.

Abgesehen davon, dass dies unser gesamter Weg und unsere gesamte Arbeit ist, sehen wir, dass sich der Vorgang der Einbeziehung von Malchut in Bina auf die Anweisung bezieht, die der Schöpfer Abraham gibt: „Geh“. Ein Mensch, der die Eigenschaft von Bina zu seiner Natur hinzugewonnen hat, verfügt nun über die Möglichkeit zu arbeiten, da er beide Mittel besitzt. Nur unter der Voraussetzung einer korrekten Zusammenarbeit zwischen ihnen kann er das Ziel der Schöpfung erreichen.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 19.03.2026

 

Ein Volk, das aus einer Idee gewoben ist. Teil II

Andere Völker entstanden auf natürliche Weise aus Stämmen, die bestimmte Regionen der Erde bewohnten, auf der Grundlage eines gemeinsamen Territoriums, einer gemeinsamen Kultur, einer gemeinsamen Erziehung, einer gemeinsamen Sprache und später auch einer gemeinsamen Geschichte. Es entstanden große und kleine Völker, dann schlossen sie sich der einen oder anderen Religion und dem einen oder anderen Glauben an, und alles verlief seinen gewohnten Gang.

Das Volk Israel hingegen entstand auf seltsame Weise aus einer besonderen Organisation, aus einem beispiellosen sozialen Phänomen. Ein Mann namens Abraham „brachte“ der Menschheit eine einzigartige Idee, ein Ideal, eine Bestimmung ein, die sich auf die Rolle und das Leben der gesamten Menschheit bezog – und rief von überall her besondere Menschen zusammen, denen der Sinn des Lebens, der Lebenszweck, die Verbindung zur Höchsten Kraft und deren Offenbarung wichtig waren.

Anders ausgedrückt: Die Idee, die diesem Volk zugrunde lag, war sehr hoch, unnatürlich, sozusagen „nicht von dieser Welt“. Es ging nicht darum, sich irgendwo abgeschieden niederzulassen, die eigenen Grenzen zu bewachen, sich vor Nachbarn zu schützen und dergleichen.

Die Menschen wurden nicht durch grundlegende, materielle, ich würde sogar sagen, körperliche, „tierische“ Faktoren verbunden, nicht durch die gewöhnlichen Bedürfnisse des Körpers. Das Volk Israel organisierte sich um völlig andere Grundpfeiler, auf einer anderen Ebene, philosophisch und konzeptionell höher als alle anderen Völker.

Außerdem hatten diese Menschen keinen gemeinsamen Wohnsitz. Abraham sagte ihnen lediglich, dass die Zusammengehörigkeit um eine spirituelle Idee herum erfordere, „wie ein Mensch mit einem Herzen“ zu leben, in brüderlicher Liebe, um in ihrer Mitte den Schöpfer zu offenbaren, d. h. die Eigenschaft des Gebens und der Liebe – und deshalb liege ihr Platz auf der Erde gemäß diesen Prinzipien in Kanaan. Dorthin machten sie sich auf den Weg.

Auf diese Weise wurde das Land, in dem das Volk lebte, durch sein Ziel bestimmt, durch seine Übereinstimmung mit diesem Land in seinen Eigenschaften. Ein „künstliches“ Volk ließ sich an einem „künstlichen“ Ort nieder. Deshalb ist die Verbindung des Volkes Israel mit seinem Ort einzigartig: Solange die Menschen an der Idee der Einheit festhielten, lebten sie hier, und als das Volk aufhörte, den spirituellen Bedingungen der Vereinigung und der Nächstenliebe zu entsprechen, geriet es auch mit seinem Wohnort in Dissonanz, und dieser stieß es aus, warf es hinaus.

Nirgendwo sonst sind wir auf einen ähnlichen historischen Präzedenzfall gestoßen, dass ein bestimmtes Gebiet, d. h. die leblose Natur, auf diese Weise auf seine Bewohner reagiert.

Es gibt noch viele weitere „seltsame“ Phänomene, die mit diesem Volk verbunden sind. Ohne sein Wesen und seinen Ort zu kennen und zu spüren, können wir nicht verstehen, was mit ihm geschieht. Und doch dient die Geschichte selbst nur dazu, Zeit und Raum für sein Wirken im Rahmen einer besonderen historischen Mission zu schaffen.

Hier müssen wir verstehen, was Abraham seinen Anhängern gelehrt hat. Er erklärte ihnen, dass es einen Plan gibt, nach dem das Volk Israel verpflichtet ist, sich in der Zeit der Besserung wie ein einziger Mensch mit einem einzigen Herzen zu vereinen, um seine Höhe zu erreichen.

Anschließend muss er eine Spaltung durchlaufen, d. h. anstelle einer harmonischen Verbundenheit den gegenteiligen Zustand innerer seelischer Zerrissenheit und Zersplitterung offenbaren.

Dies wird sich in seinen Beziehungen zu seinen Nachbarn und zur Höchsten Kraft widerspiegeln, die alles ordnet. Dann, während der Zeit der Verbannung und der gegenseitigen Entfremdung, werden sich die Söhne Israels unter alle Völker zerstreuen und in deren Mitte eine besondere Vorbereitungsarbeit leisten.

Und dann werden sie sich wieder versammeln, wieder auf die Höhe der Einheit aufsteigen – und im Aufschwung die gesamte Menschheit zur Einheit führen. So wird die Geschichte enden, d. h. die allgemeine Korrektur der Menschheit, worin das Ziel der Schöpfung, das Ziel der Existenz der Menschheit im Zustand „dieser Welt“ besteht.

Der Geschichte ist eine Frist von sechstausend Jahren zugeteilt, beginnend mit dem Moment, als sich das Programm in dieser Welt erstmals einem Menschen namens Adam offenbarte, bis hin zum letzten Menschen, der die letzte Korrektur vornehmen und damit den historischen Schlusspunkt setzen wird.

Nun ist eine besondere Zeit angebrochen. Nach einem langen, zweitausendjährigen Exil können und müssen wir dem gesamten Volk Israel und der ganzen Welt offenbaren, was auf der Tagesordnung steht. Wir müssen allen sagen:

„Meine Herrschaften, eine schicksalhafte Zeit steht bevor, denn jetzt erhalten wir beide Zügel der Herrschaft in die Hand: „Plus“ und „Minus“ – zwei Naturkräfte. Sie sind für uns vorbereitet, und mit ihrer Hilfe müssen wir eine integrale Verbindung zwischen uns herstellen, die Gesellschaft zur Harmonie führen und die Stufe der Hingabe und Liebe erklimmen. Das liegt in unseren Händen. Beide Kräfte werden uns dabei helfen, und selbst die negative Kraft wird zu einer ‚Hilfe durch das Gegenteil‘ werden. Es wartet Arbeit auf uns. Lasst uns also an die Arbeit gehen.“

Mit diesem Aufruf müssen wir uns an die Welt, an uns selbst und an die Höhere Kraft wenden und dabei alle möglichen Mittel nutzen.

Denn wir haben die Freiheit erhalten, diese Wahl zu treffen, sowie ein Programm, einen Prozess mit einem „Drehbuch“, das bis zum „Happy End“, d. h. bis zur endgültigen Korrektur, ausgearbeitet ist. Und deshalb muss man die aktuelle Situation nur ausgehend von dieser Aufgabe, aus der Perspektive des „programmatischen“ Plans betrachten und verstehen, was dieser von uns verlangt.

Genau aus dieser Perspektive betrachte ich das, was heute in Israel geschieht – und nicht aus der Perspektive der Medien oder der Psychologie unserer Nachbarn. Welchen Sinn hat es, sich in die Feinheiten der israelischen und arabischen Mentalität zu vertiefen, wenn dieses ganze Bild höchst oberflächlich ist? Eine solche Analyse erlaubt es nicht einmal, die auflodernden Flammen zu löschen. Wir müssen die Tendenzen der Natur verstehen, die die aktuellen Prozesse in Gang setzt – und dann werden wir erfahren, wie das Problem tatsächlich gelöst werden kann.

(Aus dem 452. Gespräch über das neue Leben, 13.11.2014)

De-facto-Bürgschaft

Baal HaSulam, „Liebe zum Schöpfer und Liebe zu den Geschöpfen“

Die gegenseitige Bürgschaft muss die ganze Welt umfassen. Kein Mensch kann das gewünschte Ziel auf dem spirituellen Weg erreichen, ohne die Hilfe aller Bewohner der Welt.

Das ist von grundlegender Bedeutung. Selbst der größte Kabbalist wird das Ende der Korrektur nicht erreichen, solange es nicht von der gesamten Welt bis ins kleinste Detail erreicht wird. Genauso kann ein Körper nicht vollkommen sein, wenn auch nur eine einzige seiner Zellen in ihrer Funktion gestört ist. Denn hier handelt es sich um ein einziges, integrales System.

Daher muss die ganze Welt zum Ende der Korrektur gelangen. Die Frage ist nur, in welcher Reihenfolge die Korrektur der Seelen geschieht. Einige Seelen erwachten bereits zur Zeit Abrahams, andere in späteren Reinkarnationen, einige erwachen heute, und manche sind noch immer nicht erwacht. Jeder hat seine eigene Zeit und seinen eigenen Platz in der gemeinsamen Arbeit der Korrektur.

Darum neigt der Mensch mit jeder seiner eigenen Korrekturen die ganze Welt zur Seite des Verdienstes.

Im Menschen ist die ganze Welt eingeschlossen, und er selbst ist in jedem anderen enthalten – daher werden alle durch ihn korrigiert. Das erklärt uns teilweise die Gesetze des integralen Systems, das heute die universelle Verbundenheit offenlegt.

Es heißt: „Ein Sünder vernichtet viel Gutes.“ Durch seine Verfehlung nimmt er gewissermaßen das Gute zurück, das er auf die gemeinsame Waagschale gelegt hat, und wirft dadurch die ganze Welt zurück.

Das ist die gegenseitige Bürgschaft – eine reale Situation de facto. Früher war sie vor uns verborgen, weshalb von uns nicht verlangt wurde, dieses Gesetz bewusst einzuhalten. Heute jedoch beginnt sie sich zu offenbaren und stellt entsprechende Anforderungen an uns.

Es gibt das Gewünschte und das Tatsächliche. Das Tatsächliche ist das sich enthüllende System der allgemeinen Verbundenheit, in dem wir alle ineinander eingeschlossen sind. Baal HaSulam schrieb bereits vor etwa 80 Jahren, dass die ganze Welt eine einzige Familie ist. Damals spürten die Menschen das noch nicht. Heute beginnen wir jedoch, diese Verbindung allmählich zu entdecken – wenn auch noch nicht in der gleichen Nähe wie innerhalb einer Familie. Die gegenseitige Abhängigkeit ist bereits offensichtlich, selbst wenn sie uns unangenehm erscheint.

Tag für Tag wird diese systemische Verbindung immer deutlicher hervortreten. Wir werden erkennen, dass jeder auf alle wirkt und zugleich dem Einfluss aller unterliegt. Das kann uns zunächst erschreckend erscheinen: Wie kann ein Mensch unter der Macht der ganzen Welt stehen?

Doch es gibt keinen Ort, an den man fliehen könnte. Daher müssen wir uns so schnell wie möglich um die weltweite Erziehung zur Korrektur bemühen – um richtige und gute Beziehungen zwischen den Menschen zu schaffen.

Wenn diese scheinbar erschreckende gegenseitige Verbundenheit tatsächlich existiert, dann müssen wir so schnell wie möglich in jedem Menschen wenigstens ein kleines Maß an Mitgefühl, Anteilnahme und Barmherzigkeit gegenüber anderen erwecken.

Denn wir sind miteinander verbunden – sowohl im Guten als auch im Schlechten – und der Einfluss jedes Einzelnen geht auf alle über, und der Einfluss aller wirkt auf jeden Einzelnen zurück.

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Aus einer Lektion zum Artikel „Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“.

 

 

Anforderung an den Schöpfer

Wenn du einen korrigierten Zustand erreichen willst, entsprechend dem Plan des Schöpfers, so wie Er es umsetzen würde, und es dir dabei nicht wichtig ist, in welcher Form es mit dir geschehen wird, solange es Ihm ähnlich ist, dann solltest du von Ihm ein Beispiel und Anweisungen verlangen, und Er wird sie dir geben.

Dies gilt jedoch nur unter der Voraussetzung, dass du keine Entlohnung verlangst, bevor du mit der Arbeit begonnen hast. Du musst nach dem Wissen verlangen, wie man arbeitet.

Eine solche Forderung nach Korrektur wird als Aufstieg des MAN bezeichnet. Und dann erhalten wir von oben einen Plan, wie wir selbst die kleinste Handlung ausführen können. Natürlich kann der Mensch das nicht selbst finden. Er kann lediglich sein Umfeld so organisieren, dass es ihm die richtige Ausrichtung bietet, die nur auf die Korrektur ausgerichtet ist. Wenn das gelingt, wird alles in Ordnung sein.

Über das Umfeld organisieren wir die Forderung an den Schöpfer, uns ein Beispiel zu geben.

Wir selbst sind dazu nicht in der Lage, wir sind verwirrt, wir können uns unserer Natur nicht widersetzen, wir können die Regel „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ nicht erfüllen, aber wenn wir darum bitten, bekommen wir diese Möglichkeit. Das ist die einzige freie Handlung, und es ist unsere Pflicht, sie auszuführen.

Nur dafür gibt es Belohnung und Bestrafung.

Entweder kommen die Kräfte zur richtigen Zeit und am richtigen Ort zu uns, und der Mensch entwickelt sich in die richtige Richtung, oder er macht Fehler, und dann werden die Kräfte nicht richtig verteilt, um Früchte zu tragen, und der Mensch verpasst die Chance.

Der Fehler liegt darin, dass er sich nicht darauf vorbereitet, die richtige Bitte zu stellen, damit der Schöpfer ihm ein Programm zur Korrektur gibt. Normalerweise bittet der Mensch um Erfüllung und nicht um Korrektur. Er muss den Schöpfer um Korrektur bitten, um die Liebe zum Nächsten zu erreichen, d. h. die Eigenschaft des Gebens zu erlangen.

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Aus dem Unterricht nach der Notiz von Rabash „Der Mensch ist ein Baum auf dem Feld“ von 02.02.2026