Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Das Fest der Gabe der Tora gibt es jeden Tag!

Frage: Wenn wir die Tora bereits am Berg Sinai erhalten haben, warum müssen wir sie dann jedes Jahr am Schawuot erneut empfangen?

Antwort: Es geht hier nicht um eine materielle Handlung, nicht darum, dass wir tatsächlich physisch am Berg Sinai waren.

Es heißt, dass der Mensch sich jeden Tag vorstellen soll, wie er aus Ägypten auszieht. Er muss jeden Tag die Zehn Gebote hören, als würde er sie immer wieder neu empfangen.

Und das ist tatsächlich so. Denn unser Ego, unser Verlangen nach Genuss, erneuert sich jedes Mal, und als Gegengewicht dazu müssen wir ständig das Verlangen nach Geben, nach Liebe und die Kraft der Liebe wecken. Deshalb wird uns jeden Tag die Tora geschenkt.

Aber jetzt befinden wir uns im Exil, d. h. in einem Zustand, in dem wir diese gute Kraft, die vor uns verborgen ist, nicht fühlen. Und wir können sie nur mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala offenbaren, die bis vor kurzem ebenfalls absichtlich verborgen war.

Frage: Was ist der Zusammenhang zwischen der Tora und der Wissenschaft der Kabbala?

Antwort: Die Kabbala wird als die wahre Tora oder als Wissenschaft des Lichts bezeichnet, denn genau sie ist dazu bestimmt, aus der Tora, aus unserem Leben und aus der Natur die gute Kraft, die Kraft des Gebens und der Liebe, zu entnehmen und die Bürgschaft, die Einheit zwischen uns, zu verwirklichen.

Ohne sie können wir das nicht umsetzen, wir haben keine Methode, die uns helfen könnte, uns auf eine gute Art und Weise mit anderen zu vereinen. Seit Jahrzehnten versuchen wir das in Israel, und es wird nur noch schlimmer. Wir sind bereits an einem Punkt angelangt, den man nicht länger ertragen kann.

Die Kabbala offenbart uns jedoch die Kraft des Guten, die verbindende Kraft der Liebe, und gibt uns die Möglichkeit, sie zu nutzen. Überall dort, wo sich das Böse zeigt, beginnen wir zu spüren, wie wir es mit der Kraft des Guten ausgleichen können.

Dann haben wir bereits zwei Kräfte, mit deren Hilfe wir uns in die richtige Richtung bewegen können – hin zu Vereinigung, Liebe, Vollkommenheit und einer guten Entwicklung.

Aus der Sendung beim Rundfunksender 103FM

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Gab es die Durchquerung des Roten Meeres?

Frage: Gab es in der Geschichte wirklich ein solches Wunder, bei dem sich das Rote Meer teilte und das Volk Israel, das vor dem Pharao floh, hindurchließ?

Antwort: Die Tora berichtet nicht von Ereignissen unserer materiellen Welt. Sie spricht nur davon, was zwischen unseren Seelen geschieht. In diesem Sinne haben wir einen Zustand durchlaufen, der als Durchquerung des Roten Meeres bezeichnet wird.

Der Auszug aus Ägypten und die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei – das ist die Befreiung von der Macht des eigenen Egoismus, des „Engels des Todes“. Und auf dem Weg zu dieser Freiheit durchlaufen wir einen bestimmten Übergang, der als Durchquerung des Roten Meeres bezeichnet wird. Er bedeutet das Ende Ägyptens, das Ende unseres Egoismus, nach dem wir ein freies Volk werden können.

In der Natur verbirgt sich eine besondere Kraft der Einheit, die als Schöpfer bezeichnet wird. Und wenn wir uns bemühen, uns zu vereinen, uns gegen unseren Willen einander anzunähern, dann offenbaren wir in diesen Bemühungen eine höhere Kraft, die den Zustand der „Durchquerung des Roten Meeres“ bewirkt. Sie führt uns von der egoistischen Natur hin zur Natur des Gebens und der Liebe.

Aus der Sendung auf dem Rundfunkkanal 103FM

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Was versteht man unter Mut?

Was gilt heute als Mut?

Antwort: Mut bedeutet, sich gegen die ganze Welt zu stellen, auch wenn die ganze Welt lacht, nicht glaubt und nicht will, und der ganzen Welt mit Liebe, Geduld und Ermutigung so gut wie möglich zu erklären: Was ihr zum Guten dient, was dem friedlichen Leben dient, was der Rettung der Menschheit heute dient. Auch wenn wir dies nicht schnell erreichen und nicht leicht erklären können, auch wenn die Antwort Ablehnung, Verurteilung, Unverständnis und Zurückweisung sein wird, sind wir verpflichtet, der Welt das Wissen über das allgemeine Naturgesetz zu bringen.

Das ist kein Glaube, das bezieht sich auf keine Religion: weder auf das Judentum, noch auf den Islam, noch auf das Christentum, noch auf den Konfuzianismus, noch auf den Buddhismus. Das bezieht sich auf das allgemeine Gesetz des Universums, denn darauf gründet sich die Welt, und die Welt ist verpflichtet, es anzunehmen. Dieses allgemeine Naturgesetz besagt, dass wir jedem nach dem Grundsatz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ begegnen müssen. Dazu drängt uns die Natur. Wir müssen dies der Welt immer wieder erklären und dabei alle möglichen Mittel und Formen nutzen.

Das ist im Grunde genommen der größte Mut, den die Menschheit besitzt. Denn dabei wird der Mensch nicht überheblich, richtet seinen Verstand und seinen Stolz nicht auf andere, sondern spürt im Gegenteil, dass er dadurch der Menschheit dient, dass er unter allen steht, auf alle angewiesen ist und allen Gutes wünscht. Das ist im Grunde genommen der wahre Mut. Denn damit tritt der Mensch vor allem sein Ego mit Füßen und macht sich zum Diener der Welt. Nur ein Held, der sein Ego überwunden hat, kann ein wahrer Held sein.

Runder Tisch unabhängiger Meinungen. Berlin. 09.09.2006

De-facto-Bürgschaft

Baal HaSulam, „Liebe zum Schöpfer und Liebe zu den Geschöpfen“

Die gegenseitige Bürgschaft muss die ganze Welt umfassen. Kein Mensch kann das gewünschte Ziel auf dem spirituellen Weg erreichen, ohne die Hilfe aller Bewohner der Welt.

Das ist von grundlegender Bedeutung. Selbst der größte Kabbalist wird das Ende der Korrektur nicht erreichen, solange es nicht von der gesamten Welt bis ins kleinste Detail erreicht wird. Genauso kann ein Körper nicht vollkommen sein, wenn auch nur eine einzige seiner Zellen in ihrer Funktion gestört ist. Denn hier handelt es sich um ein einziges, integrales System.

Daher muss die ganze Welt zum Ende der Korrektur gelangen. Die Frage ist nur, in welcher Reihenfolge die Korrektur der Seelen geschieht. Einige Seelen erwachten bereits zur Zeit Abrahams, andere in späteren Reinkarnationen, einige erwachen heute, und manche sind noch immer nicht erwacht. Jeder hat seine eigene Zeit und seinen eigenen Platz in der gemeinsamen Arbeit der Korrektur.

Darum neigt der Mensch mit jeder seiner eigenen Korrekturen die ganze Welt zur Seite des Verdienstes.

Im Menschen ist die ganze Welt eingeschlossen, und er selbst ist in jedem anderen enthalten – daher werden alle durch ihn korrigiert. Das erklärt uns teilweise die Gesetze des integralen Systems, das heute die universelle Verbundenheit offenlegt.

Es heißt: „Ein Sünder vernichtet viel Gutes.“ Durch seine Verfehlung nimmt er gewissermaßen das Gute zurück, das er auf die gemeinsame Waagschale gelegt hat, und wirft dadurch die ganze Welt zurück.

Das ist die gegenseitige Bürgschaft – eine reale Situation de facto. Früher war sie vor uns verborgen, weshalb von uns nicht verlangt wurde, dieses Gesetz bewusst einzuhalten. Heute jedoch beginnt sie sich zu offenbaren und stellt entsprechende Anforderungen an uns.

Es gibt das Gewünschte und das Tatsächliche. Das Tatsächliche ist das sich enthüllende System der allgemeinen Verbundenheit, in dem wir alle ineinander eingeschlossen sind. Baal HaSulam schrieb bereits vor etwa 80 Jahren, dass die ganze Welt eine einzige Familie ist. Damals spürten die Menschen das noch nicht. Heute beginnen wir jedoch, diese Verbindung allmählich zu entdecken – wenn auch noch nicht in der gleichen Nähe wie innerhalb einer Familie. Die gegenseitige Abhängigkeit ist bereits offensichtlich, selbst wenn sie uns unangenehm erscheint.

Tag für Tag wird diese systemische Verbindung immer deutlicher hervortreten. Wir werden erkennen, dass jeder auf alle wirkt und zugleich dem Einfluss aller unterliegt. Das kann uns zunächst erschreckend erscheinen: Wie kann ein Mensch unter der Macht der ganzen Welt stehen?

Doch es gibt keinen Ort, an den man fliehen könnte. Daher müssen wir uns so schnell wie möglich um die weltweite Erziehung zur Korrektur bemühen – um richtige und gute Beziehungen zwischen den Menschen zu schaffen.

Wenn diese scheinbar erschreckende gegenseitige Verbundenheit tatsächlich existiert, dann müssen wir so schnell wie möglich in jedem Menschen wenigstens ein kleines Maß an Mitgefühl, Anteilnahme und Barmherzigkeit gegenüber anderen erwecken.

Denn wir sind miteinander verbunden – sowohl im Guten als auch im Schlechten – und der Einfluss jedes Einzelnen geht auf alle über, und der Einfluss aller wirkt auf jeden Einzelnen zurück.

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Aus einer Lektion zum Artikel „Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“.

 

 

Der Beschleuniger der spirituellen Entwicklung

Kommentar: Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen.“ Es ist klar, dass jeder von uns denselben bösen Trieb hat.

Meine Antwort: Nein, jeder von uns ist anders als die anderen. Baal HaSulam schreibt im Artikel „Freiheit des Willens“, dass wir alle aus unterschiedlichen Punkten von Adam HaRishon stammen, und es ist uns verboten, jemanden zu unterdrücken, ihn zu etwas zu zwingen, ihn zu verändern, uns in die Kultur anderer Menschen einzumischen oder sogenannten primitiven Völkern gewaltsam Fortschritt aufzuzwingen.

Jeder sollte sich entsprechend seinen persönlichen Eigenschaften entwickeln, denn nur so kann er sein Verlangen zu empfangen verwirklichen. Jeder ist eine eigenständige Schöpfung, und selbst wenn er es wollte, kann er sein Verlangen zu empfangen, seinen Ausgangspunkt, nicht verändern.

Baal HaSulam erklärt, was ein Ausgangspunkt ist und welches Programm seine Entwicklung bestimmt. Es gibt eine vorgegebene Ordnung der Einflüsse in der Gesellschaft sowie Gesetze der Entwicklung der Umgebung; der Mensch kann sich dort nicht gewaltsam einmischen und etwas verändern. Die einzige Veränderung betrifft die äußere Form unter dem Einfluss der Gruppe.

Doch die Veränderung der äußeren Form bedeutet nicht, dass der Mensch zusätzliche Verlangen oder Eigenschaften erwirbt, die vorher nicht in ihm vorhanden waren. Er erlangt vielmehr eine Begeisterung, ein Verlangen nach der Quelle, die er erreichen muss. Dies dient ihm als zusätzlicher Treibstoff, um seine Entwicklung und den Prozess der Korrektur zu beschleunigen. Doch er erwirbt dadurch keine neuen Kelim, keine neuen Eigenschaften oder Gedanken.

Es beschleunigt lediglich das Hervortreten dieser bereits vorhandenen Eigenschaften und bestimmt die Geschwindigkeit ihrer Entwicklung. Deshalb ist es entscheidend, sich zur Gruppe, zu den Meinungen der Freunde und zur gesamten Struktur der Gruppe mit dem Verständnis zu verhalten, dass alles, was wir von ihr erhalten, ausschließlich als Beschleuniger, als Katalysator dient, der uns Energie zum Handeln gibt.

Doch dieser Beschleuniger besitzt keinen eigenen Charakter; er gibt nur einen zusätzlichen Impuls in die Richtung, in die ich mich bereits bewege. Ich wähle, wohin ich gehe – nicht er. Dasselbe erwarte ich von der Gruppe. Das heißt, ich muss zur Gruppe kommen und zusätzliche Kräfte in der von mir bereits gewählten Richtung verlangen, anstatt dass die Gruppe zu mir kommt und versucht, mich zu „indoktrinieren“.

Jede „Beeinflussung“ durch die Gruppe sollte nur darin bestehen, meine gewählte Richtung zu stärken. Andernfalls wäre es keine freie Wahl. Andernfalls wäre es eine Gruppe, die den Einzelnen unterdrückt.

Sie muss mir keine neuen Ideen bringen. Sie sollte mir lediglich helfen, das zu festigen, was ich bereits habe. Deshalb heißt es, dass jeder von uns der Gruppe geben und entsprechend seiner Investition zurückerhalten soll – nur um ein Vielfaches mehr.

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Aus dem täglichen Kabbalaunterricht vom 13.02.2026, Rabash, Artikel 18 (1987), „Was ist die Vorbereitung auf das Empfangen der Tora? – 2“

Eine unvoreingenommene Sicht auf die Welt

Kommentar: Es gibt Handlungen, die der Mensch nur durch eine Veränderung seiner egoistischen Natur ausführen kann. Denn diese Natur zwingt uns, nur uns selbst zu lieben und auf Kosten des Nächsten gewinnen zu wollen – ungeachtet seines Leidens und manchmal sogar mit Freude darüber.

Ebenso wenig nehmen wir Rücksicht auf den Schöpfer. Wenn es nicht die Furcht vor der höheren Kraft gäbe, würden wir überhaupt nicht an sie denken. Doch es gibt eine Verhüllung, durch die wir nicht wissen, was im nächsten Moment mit uns geschieht – mit unserem Leben, unseren Kindern, unseren Angehörigen. Werden wir morgen noch leben? Was bringt der kommende Tag? Diese Ungewissheit veranlasst uns zu Berechnungen, und wir entscheiden, dass es sich lohnt, sich „richtig“ zu verhalten.

Es wird angenommen, dass auch der Schöpfer dem Menschen gegenüber gewisse Verpflichtungen hat, sofern der Mensch seine Pflichten gegenüber dem Schöpfer erfüllt. Mit anderen Worten: Verhält sich der Mensch richtig, so wird auch der Schöpfer ihn gut behandeln.

Doch es gibt eine weitergehende Bedingung: Wir sind verpflichtet, uns nicht nur dem Schöpfer gegenüber korrekt zu verhalten, sondern gegenüber der gesamten Wirklichkeit – der unbelebten Natur, den Pflanzen, den Tieren und den Menschen. Wir sollten uns zur umgebenden Welt so verhalten, als wäre sie wir selbst. Deshalb heißt es: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Der Nächste ist alles, was uns umgibt.

Stellen wir uns vor, wir begegneten allem außerhalb von uns mit derselben Sensibilität, Fürsorge und Liebe wie zu uns selbst. In einem solchen Zustand verschwindet die Trennung zwischen „mir“ und dem „Außen“. Die unbelebte Welt, die Pflanzen, die Tiere und die Menschen werden gewissermaßen Teil meines eigenen Seins.

Wir beginnen zu empfinden, dass wir mit dem gesamten Universum eine Einheit bilden – wie einen einzigen Organismus, in dem wir uns befinden. Es gibt keinen Unterschied mehr zwischen Innen und Außen.

Wenn wir diesen Zustand erreichen, lösen sich die Grenzen auf. Wir erwerben gleichsam ein zusätzliches Sinnesorgan, das uns erlaubt, die Wirklichkeit unverzerrt wahrzunehmen. Bis dahin haben wir die äußere Welt stets durch den Filter unseres eigenen Nutzens betrachtet und bewertet. Nun jedoch heben wir diese egoistische Voreingenommenheit auf und nehmen die Welt so wahr, wie sie ist.

Plötzlich offenbart sich eine neue Dimension der Einheit. Die äußere Welt und das eigene Selbst verschmelzen zu einer Wirklichkeit, die als „höhere Welt“ oder „Garten Eden“ bezeichnet wird. Diese Welt ist erfüllt von Licht, Energie, Leben und Freude. Es gibt keine Grenzen, keine Einschränkungen, keine Zeit – nur das höhere Licht in vollkommener Ruhe und Harmonie.

So treten wir aus den Begrenzungen unserer egoistischen Wahrnehmung heraus und enthüllen eine neue, wahrhaftige Realität, die nicht mehr durch unser Eigeninteresse eingeschränkt ist.

Wenn wir eine solche Wahrnehmung erlangen – in der wir die Welt als ein Ganzes erfahren, in dem sich höhere und niedere Dimensionen verbinden und das Licht, die alleinige Kraft des Schöpfers, alles erfüllt –, dann erkennen wir die Wahrheit, um derentwillen wir in dieser Welt existieren.

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Aus der TV Sendung „Neues Leben“ Nr. 627, 17. 

 

Die Formel des Universums: „Ich bin der Schöpfer!“

Kommentar: Und der Schöpfer sprach zu Mosche und sagte: „Ich bin der Schöpfer“…
(Bereschit, Kapitel 6)

Im Kern ist dies das grundlegendste Prinzip überhaupt. Denn die Wissenschaft der Kabbala ist ihrem Wesen nach genau für dieses erhabene Ziel bestimmt – die Offenbarung des Schöpfers gegenüber den Geschöpfen in dieser Welt. Mit anderen Worten: Sie ist eine Methode zur Enthüllung des Schöpfers – der höchsten, einzigen Kraft, die in der Natur existiert, der eigentlichen Urkraft der Wirklichkeit.

So wie Einstein in der Physik einst davon träumte, eine universelle Formel des gesamten Weltalls zu entdecken, da er spürte, dass alles von einer einzigen Kraft, einer einzigen Formel, einer Ursache und einem Ziel gelenkt wird. Und er strebte danach, diese Formel, diese Kraft zu enthüllen.

Genau diese einzige Kraft offenbart die Wissenschaft der Kabbala. Doch sie tut dies nicht innerhalb der Grenzen dieser Welt, denn ohne über sie hinauszublicken, ist es unmöglich, diese Kraft vollständig zu erkennen. Diese Welt ist lediglich eine Welt der Wirkungen; alles, was in ihr existiert, steigt aus der höheren Welt herab. Die Wissenschaft der Kabbala enthüllt die Formel, die einzige Kraft, von der gesagt wird: „Es gibt niemanden außer Ihm“ – die grundlegende Kraft der Natur.

Diese Kraft wird „der Schöpfer“ genannt, Elokim, Kadosch Baruch Hu, Se’ir Anpin der Welt Azilut. Sie besitzt viele Namen, die wir ihr entsprechend unserem jeweiligen Erkenntnisgrad geben. So sprechen wir von den „zehn unauslöschlichen Namen des Schöpfers“ – Bezeichnungen für ein und dieselbe Kraft, die sich uns in neun grundlegenden Erscheinungsformen zeigt, den sogenannten „ersten neun Sefirot“ (Tet Rischonot). Wahrgenommen, empfunden und enthüllt werden sie durch die zehnte Sefira, Malchut, im Maße ihrer Übereinstimmung mit den ersten neun Sefirot.

Daher besteht das zentrale „Gebot“ darin, diese Formel zu offenbaren:„Ich bin der Schöpfer!“ Das bedeutet, den Schöpfer zu empfinden – durch unsere Angleichung an Ihn. Auf diese Weise erreicht das Geschöpf Gleichwertigkeit und Verschmelzung mit dem Schöpfer, erhebt sich auf Seine Stufe und verwirklicht den Zweck seiner Erschaffung. Dadurch bringen wir die gesamte Natur ins Gleichgewicht und in Harmonie und bereiten dem Schöpfer Freude.

Jedes Mal, wenn wir einen Schritt in Richtung spiritueller Erkenntnis machen, müssen wir verstehen, dass wir uns bewegen, um den Schöpfer zu erkennen – die Kraft des Gebens und der Liebe, die sich uns in dieser Form zeigt. All unsere Handlungen müssen in eine Richtung ausgerichtet sein – auf die Offenbarung des Schöpfers den Geschöpfen in dieser Welt.

Und auch wenn sich in uns viele unterschiedliche Gedanken, Absichten, Berechnungen und Vorstellungen vom Spirituellen abwechseln mögen, so müssen letztlich jede Absicht, jede Handlung und jeder Gedanke auf ein einziges Ziel hinauslaufen – die Offenbarung dieser allgemeinen Formel des Weltalls: „Ich bin der Schöpfer!“, die einzige Kraft, außer der es nichts gibt.

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Aus einer Lektion zum Artikel von Rabash

 

Man sollte mit der Liebe zu den Menschen beginnen

Wir bewegen uns von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer. Die Liebe zum Schöpfer ist die vollkommene Liebe im ganzen System, wo sich das Licht und das Gefäß gemeinsam entfalten und sich gegenseitig unterstützen.

Aber wir müssen mit der Liebe zu den Geschöpfen anfangen, das heißt, wir müssen uns im Zehner einander annähern, bis wir keinen Unterschied mehr zwischen uns spüren, damit unsere Wünsche und Gefühle zu einem gemeinsamen Gefühl verschmelzen. Jeder muss dabei die anderen ergänzen. Es geht nicht um eine physische Verbindung, die auf der tierischen Ebene stattfindet, sondern um eine menschliche, also nicht auf der körperlichen, sondern auf der emotionalen Ebene.

Diese Verbindung beginnt mit grundlosem Hass, also ohne jede Erklärung, außer dass es vom Schöpfer so erschaffen wurde. Und von dort müssen wir zu brüderlicher Liebe kommen, wie ein Mensch mit einem Herzen.

Wir dürfen uns nicht die Welt als Vorbild nehmen, wo es Streit gibt und alle sich wie streitsüchtige Kinder messen. Wir müssen den Ratschlägen der Kabbalisten folgen und uns selbst in der letzten Phase der Verwirklichung des Korrekturprozesses sehen. Wir haben über Tausende von Jahren viele Lebenszyklen auf dieser Erde durchlaufen.

Und es ist kein Zufall, dass wir jetzt die Wissenschaft der Kabbala für uns entdeckt haben: In dieser Welt gibt es nichts Zufälliges, alles ist aus dem System der gemeinsamen Seele berechnet. Deshalb müssen wir zusammenarbeiten und eine Vereinigung erreichen. Wenn jemand ausfällt – was soll man machen, das ist wohl sein Schicksal. Aber wir werden versuchen, unser System zusammenzufügen und zu einer gegenseitigen Verbindung zu kommen, die auf Gleichheit und Liebe basiert.

Denn Liebe ist die stärkste Verbindung, die es gibt.

„Von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer“, denn der Schöpfer ist das gemeinsame System, das sich uns offenbart. Der Schöpfer ist die Gesamtheit, die Summe aller Seelen und der Grund für ihre Erschaffung, er ist die Quelle.

Liebe bedeutet vollständige gegenseitige Verbindung, bei der jeder nur danach strebt, die anderen zu ergänzen. Das ist die Form der Existenz der gemeinsamen Seele.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Wissen“

 

Chanukka

Warum hat die Menora acht Leuchten?

Frage: Was ist eine Menora? Warum hat sie acht Leuchten?

Antwort: Von den höchsten Eigenschaften (Keter) bis zu den niedrigsten Eigenschaften (Malchut), von den Eigenschaften des Schöpfers bis zu den Eigenschaften der Schöpfung gibt es acht Stufen, acht Sefirot, außer der höchsten und der niedrigsten.

Deshalb wird die Menora acht Tage lang angezündet, am achten Tag wird die Beschneidung des Neugeborenen (Brit Milah) gemacht usw.

Frage: Wie haben die Kabbalisten verstanden, dass die Menora genau diese Form haben muss?

Antwort: Die Kabbalisten gehen von ihrer inneren Sichtweise aus. Sie fühlen dies aufgrund des Verhältnisses der Eigenschaften in ihrem Inneren.

Die Verbindung dieser Eigenschaften zeigt sich ihnen genau in dieser Form.

Außerdem bildet sich auch unsere Welt so – entsprechend unseren Wünschen. Eigentlich gibt es sie nicht, sondern unsere verwirklichten Wünsche zeigen sich uns auf diese Weise.

Frage: Nach der Kabbala ist das Öl ein eigennütziges Verlangen, der Docht symbolisiert einen Schirm, und wenn es einen Schirm gibt – eine anti-egoistische Eigenschaft, eine Kraft, die das eigennützige Verlangen bedeckt –, dann entsteht Feuer. Was bedeutet Feuer?

Antwort: Feuer steht für das Licht des Lebens, für die Erkenntnis.

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Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände”

 

Eine umgekehrte Welt

Kommentar: Der Mensch existiert innerhalb seines Verlangens, das heißt innerhalb von Empfindungen und Verstand, von Geist und Herz. In ihnen lebt er und nimmt die Realität wahr, die „diese Welt“ genannt wird. In ihr existieren das Universum, Galaxien, Planeten, Sterne, der Erdball und die Menschheit.

Darüber hinaus muss sich der Mensch jedoch vorstellen, dass es eine Grenze dieser Wahrnehmung gibt, hinter der eine andere Wahrnehmung beginnt: nicht in Bezug auf die egoistische Kraft, bei der man alles zu sich hinzieht, sondern in Bezug auf die Kraft des Gebens, bei der man von sich weg gibt.

Dies ist eine umgekehrte Welt, in der alles anders ist: statt Hass – Liebe, statt Nehmen – Geben, statt Empfangen – Schenken. In dieser anderen Welt leben wir nicht, um es uns selbst gut gehen zu lassen, sondern damit es den anderen gut geht. Um ihretwillen führen wir alle Handlungen aus.

Es ist, als würde man in einem Raumanzug ins Weltall hinausgehen. Alles, was sich innerhalb des Raumanzugs befindet, ist die eigene kleine Welt. Außerhalb davon jedoch existiert eine völlig andere, unbekannte Welt. In der egoistischen Form, in der wir uns jetzt befinden, ist es uns nicht erlaubt, dort zu sein.

Wenn wir jedoch unsere Gefühle und unseren Verstand an die Bedingungen dieser Welt anpassen, werden wir dort leben können. Genau das müssen wir tun: die Nutzung unseres Herzens und unseres Verstandes vom Egoistischen hin zum Wohl des Nächsten verändern. Dadurch neutralisiert man das eigene „Ich“ und benötigt keinen besonderen Raumanzug mehr – man muss sich nicht länger schützen.

Denn wenn man nicht zum eigenen Vorteil handelt, sondern ausschließlich zum Vorteil der anderen, gibt es keinen Grund mehr, sich von ihnen zu isolieren. Niemand kann dem anderen schaden; im Gegenteil, man wird alles, was sich jenseits der Grenzen dieses Raumanzugs befindet, zum Wohl aller nutzen können.

Man sollte versuchen, sich den Unterschied zwischen dem Sein „innerhalb des Wissens“, das heißt innerhalb unseres heutigen egoistischen Verstandes und Herzens, und dem Sein „über dem Wissen“, im Geben, vorzustellen. Auf diese Weise nähern wir uns allmählich der Grenze, die „innerhalb des Wissens“ und „über dem Wissen“ trennt – dem Übergang von der materiellen Welt in die spirituelle.

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Aus einer Unterrichtseinheit zum Thema „Glaube über dem Verstand“