Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Ein Apfel im Garten des Schöpfers

Der Mensch entwickelt sich wie ein Apfel, der auf einem Baum reift, bis er den erwünschten Endzustand erreicht.

Und zweifellos durchläuft er auf diesem Weg völlig widersprüchliche Zustände und fühlt sich wie ein herber, saurer, unreifer Apfel – doch kann er dabei statt des Wegs der Leiden nicht den Weg des Lichts gehen und fühlen, dass er dem Guten immer näher kommt?

Wenn wir den Weg der Leiden gehen, bekommt unser Verlangen zu genießen ununterbrochen Schläge, indem es immer größer wird und keine Erfüllung bekommt.

Doch wenn wir den Weg des Lichtes gehen, dann führt es uns bewusst durch die gleichen Zustände, und wir leben nicht innerhalb unserer Verlangen, sondern innerhalb der Absichten, durch die wir die umgekehrte Welt, die Welt des Gebens enthüllen!

In ihr genieße ich aufgrund des Gebens an den Schöpfer! (Das egoistische Kli ist das Verlangen, das altruistische Kli ist das reflektierte Licht, die Absicht zu geben, O“CH)

Ich beschleunige nicht nur meine Entwicklung mit Hilfe des Lichts, sondern empfinde diesen Weg als Genuss, weil ich dem erwünschten Ziel entgegenstrebe, indem ich Seinem Gedanken zustimme, und ihm immer näher komme.

Doch je näher ich an das Ziel komme, desto entgegengesetzter fühle ich mich ihm! Denn wir steigern ständig die Empfindsamkeit für den Unterschied zwischen uns und dem Schöpfer, wie es geschrieben steht, dass der Schöpfer unwahrscheinlich streng gegenüber den Gerechten ist.

Auf der ersten Stufe glaube ich, dass unser Unterschied gar nicht so groß ist – na und, ich empfange, Er gibt.

Dann steige ich von der ersten Stufe zur zweiten auf, und obwohl ich Ihm mehr ähnele, empfinde ich unseren Unterschied gerade deswegen nicht mehr als „- 10″, sondern als „- 100″.

Ich bin aufgestiegen, d.h. wurde korrigiert, und diese Korrektur funktioniert wie ein Vergrößerungsglas, durch welches ich meine Fehler 100fach größer sehe!

Selbst wenn ich dem Schöpfer um eine Stufe näher gekommen bin, bin ich 100fach empfindsamer geworden, und wenn mich früher der Unterschied um eine „Wagendeichsel“ nicht gestört hat, dann quält mich jetzt sogar ein dünnes Härchen.

Das einzige, was man von allen vier Entwicklungsfaktoren (Grundlage, Entwicklungswege der Grundlage, Umgebung und Entwicklungswege der Umgebung), die auf einen wachsenden Apfel oder auf einen Menschen, auf sein spirituelles Gen einwirken, ändern kann, ist der Einfluss der Umgebung.

Denn nur sie bestimmt, ob der Apfel günstige Wachstumsbedingungen haben wird: ob genug Sonnenlicht und Feuchtigkeit vorhanden sind. Das Gleiche bezieht sich auf die Seele – wenn wir gute Wachstumsbedingungen erhalten, werden wir keine Leiden und keine Kriege brauchen.

Wenn wir wollen, dass unser Apfel (unsere Seele) wächst, muss er sich in einem Gleichgewicht mit der Umgebung befinden.

Dafür muss man eine Verbindung mit dieser Umgebung herstellen und durch sie die höhere Kraft, den Schöpfer, erreichen, der sich in die Umgebung kleidet und sie so korrigiert, dass ich, die Umgebung und der Schöpfer sich zu einem Ganzen verbinden.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ vom 17.11.2010



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Das doppelgesichtige Ich

Eine Frage, die ich erhielt: Wie kann man das Streben nach der Spiritualität nach dem Kongress neu aufleben lassen?

Meine Antwort: Auf dem Kongress habt ihr ein euch störendes Hindernis, den Pharao, gespürt.

Ihr habt ihn zum ersten Mal getroffen und verstanden, was zehn Plagen sind: wir wollen zu der Verbindung mit den Anderen durchkommen, werden jedoch zurückgestoßen.

Nun müssen wir verstehen, dass wir als Reaktion auf den erlittenen Schlag unser eigenes Verlangen entwickeln müssen, das den gleichen Wert wie die Abstoßungskraft hat.

Dazu kommt man nur durch die Verbindung mit den Freunden während des Studiums, das zu einer Bitte um die Vereinigung von Verlangen wird.

Jetzt haben wir bereits ein Bedürfnis, einen Eindruck vom Zusammenstoß mit dem Egoismus-Pharao, der mich von der Spiritualität trennt, bekommen.

Ich bin buchstäblich auf eine Mauer zwischen mir und der Spiritualität gestoßen, und diese Mauer ist jene potenzielle negative Kraft, die mich zurückgestoßen hat.

Ich habe einen Schlag erlitten, muss jedoch unterscheiden, dass ich der Egoismus bin, und wenn ich mich über diesen Schlag durch den Glauben über dem Verstand erheben und die entgegengesetzte Kraft entwickeln kann, dann werde ich in diese Struktur, in diese Mauer eindringen.

Dann kommt der nächste Schlag und noch einer und noch einer – auf diese Weise überquere ich den Machsom, der wie jede Erscheinung in der Spiritualität ebenfalls über fünf Ebenen der Tiefe (Awiut) bzw. über zehn Serirot verfügt.

Diese Attacke haben wir bereits begonnen, und jedes Mal wird uns verständlicher und klarer, was wir erreichen und wogegen wir kämpfen müssen.

Im Moment muss ich die Enttäuschung, den Schmerz, den Schlag, die Abstoßung in mir abtrennen und nicht auf mich selbst, sondern auf den Pharao in mir beziehen. Ich befinde mich außerhalb der Reichweite des Schlags, über der Abstoßung und Enttäuschung, wenn ich mit der Gruppe verschmolzen bin.

Das hilft mir jenes Ich in mir hervorzuheben, welches nach dem Schöpfer strebt, und jenes Ich, welches der Pharao ist.

Was soll man aber mit dieser Enttäuschung und Machtlosigkeit tun? – Den Schöpfer um Hilfe bitten! Gerade jetzt berauche ich Ihn und nicht früher.

Früher haben wir geglaubt, dass wir Verbindung mit der Gruppe, Bürgschaft und Enthüllung aus eigener Kraft erreichen können.

Wir haben niemals den Schöpfer als die dritte, wichtigste Kraft wahrgenommen, welche die ganze Arbeit ausführt. Sie heißt auch so: die Arbeit des Schöpfers (Avodat Ashem). Und wir rufen sie lediglich hervor.

Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“ vom 15.11.201



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Wenn Geheimnisse enthüllt werden

Eine Frage, die ich erhielt: Im Buch „Das Gute sehen“ steht geschrieben: „Du sollst aber wissen, dass der Mensch sich mit vier Stufen von PaRDeS: Pshat, Remes, Drush, Sod, beschäftigen und solange wiedergeboren werden soll, bis er sie vervollständigt hat“.

Müssen wir wirklich so viele Inkarnationen durchleben, bis wir das ganze PaRDeS (einfache Deutung, Umschreibung, Andeutung und Geheimnis) studiert haben, um das Ende der Korrektur zu erreichen?

Meine Antwort: Wir müssen „Pshat“, die einfache Deutung der Tora, erreichen. Im Moment studieren wir noch „Sod“, den verborgenen, geheimen Sinn. „Sod“ bedeutet, dass ich studiere und nichts verstehe, für mich ist das ein Geheimnis.

Wenn das Geheimnis sich ein wenig aufklärt, verwandelt es sich in „Remes“, Andeutung, dann in „Drush“, allegorische Erklärung bzw. Umschreibung, und anschließend in „Pshat“, einfache Deutung.

Es gibt vier Welten: Assija, Yezira, Brija und Azilut. Im Moment studiere ich den Eingang in die Welt von Assija, ich verstehe noch nichts, und das bedeutet, dass ich das „Geheimnis – Sod“ studiere.

Wenn ich von der Welt von Assija zu einer höheren Welt, zu der Welt von Yezira, übergehe, werde ich „Drush“ studieren, in der Welt von Brija „Remes“ und in der Welt von Azilut „Pshat“.

„Pshat“ bedeutet die größte Erkenntnis, wenn es gar keine Verhüllung gibt, alles deutlich, offen, einfach und klar ist. Alle Lichter füllen alle Kelim aus, ich weiß und verstehe alles!

Das muss jeder in seiner Seele erreichen – doch jeder auf seiner Ebene, bis zu seiner vollständigen Korrektur.

Aus der 3. Kongresslektion vom 09.11.2010



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Die Erlaubnis, Kabbala zu enthüllen

Wir sind so erschaffen worden, dass wir ständig danach suchen, wie wir es uns besser machen könnten, und darauf sind alle unsere Gedanken und Verlangen gerichtet.

Und der Schöpfer enthüllt uns immer wieder neue Verlangen und innere Leerräume und lenkt uns auf diese Weise in die umgekehrte Richtung, indem Er uns zwingt, vor diesen Leerräumen zu fliehen.

Er enthüllt mir etwas Schlechtes, und ich laufe in eine andere Richtung davor, zum Guten. Und dort enthüllt Er mir wieder irgendeinen Leerraum, und ich laufe in die entgegengesetzte Richtung – so werden wir von oben gelenkt.

Jeden Augenblick entsteht in uns irgendein neues Verlangen, und wir versuchen instinktiv, es zu erfüllen, soweit es geht. Auf diese Weise führt der Schöpfer uns zum Ziel, genauso wie Er zu werden.

Und obwohl der Mensch dem Schöpfer vollkommen entgegengesetzt ist, denn der Schöpfer ist die Kraft der absoluten Liebe und des absoluten Gebens, und der Mensch ist die Kraft des Hasses und des Empfangens, doch allmählich wird er seine Gegensätzlichkeit enthüllen und sich korrigieren können.

Zur Hilfe ist ihm die Wissenschaft der Kabbala gegeben worden – die Methode der Enthüllung des Schöpfers, der Eigenschaft des Gebens, in diesem Leben.

Dafür sucht der Schöpfer Menschen aus, die Er sich näher bringen möchte – doch nicht alle auf einmal. Obwohl alle letztendlich zu Ihm kommen werden müssen und jeder wie der Schöpfer sein wird – jeder von uns, der auf dieser Erde lebt!

Wir haben ein gemeinsames Ziel, doch wir nähern uns ihm individuell und allmählich – es gab Menschen, die ihre Annäherung an den Schöpfer bereits vor Tausenden von Jahren oder in späteren Jahrhunderten begonnen haben, und es werden welche in den nächsten Jahren kommen.

Denn heute befinden wir uns in der letzten Entwicklungsphase der Menschheit, in der sie vollständig zur Enthüllung des Schöpfers und dem spirituellen Aufstieg zurückkehren muss, damit alle in die Welt der Unendlichkeit zurückkommen. Man könnte uns als die erste Reihe der letzten Generation bezeichnen.

Der Mensch lebt von materiellen Sorgen während eines kurzen Abschnitts seines irdischen Lebens, bis in ihm die Frage entsteht: „Wozu brauche ich all das? Ich will wissen, was „davor und danach“ ist, hat dieses Dasein einen Sinn, lohnt es sich zu leben?“

Diese Frage kommt bereits von der höheren Stufe – von dort steigt das Leben in diese Welt herab. Und deshalb erheben diese Fragen den Menschen über seinen bisherigen Weg.

Er fängt an, nach der Antwort zu suchen, und wenn die Fragen wirklich über unserer irdischen Welt liegen, findet er die Wissenschaft der Kabbala, denn mit deinem spirituellen Funken, dem „Punkt im Herzen“, befindet er sich wie ein Elektron in einem elektrischen Feld, wie ein Teilchen, das spirituell negativ geladen ist.

Er spürt dieses „Minus“ und sucht deshalb danach, wo er in dem ihn umgebenden Feld die Erfüllung für sein Verlangen finden kann.

In unserer Welt wird er sie nicht finden können, und darin besteht die Ursache der Enttäuschung, die sich heutzutage in unserer Welt breit macht.

Wir haben die Hoffnung, den Glauben an eine „lichtvolle Zukunft“ (den Kommunismus oder die Konsumgesellschaft) verloren und müssen die Antwort finden, wozu wir leben, sonst wird die ganze Welt in Drogen, im Terror, in der Verzweiflung versinken und Antidepressiva in sich einwerfen.

Der Mensch wird nichts mit sich anzufangen wissen, denn diese innere Leere wird in ihm jegliche Lust zu leben auslöschen.

Doch gerade diese Menschen werden die Wissenschaft der Kabbala als die einzige Methode, den höheren Sinn zu erlangen, enthüllen. Es werden ihnen keine Religionen, Glaubensrichtungen, keine Mystik, kein New Age, keine Meditationen mehr helfen. Denn sie verschaffen Beruhigung auf der Ebene dieser Welt, doch ihre Fragen rühren bereits von einer höheren Dimension her.

Aus diesem Grund haben wir die Erlaubnis erhalten, die Wissenschaft der Kabbala zu enthüllen und zu verbreiten, und wir sehen, wie Menschen aus allen Ecken der Welt bereits angefangen haben, zu erwachen und danach zu streben.

Aus der 7. Kongresslektion vom 10.11.2010



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Bitte den „Eseltreiber“ um die Hilfe

Alles hängt von der Unterstützung der Umgebung ab. Ohne sie ist es unmöglich spirituell voranzukommen.

Und dann bekommst du die spirituelle Umgebung, alle große Kabbalisten, die die spirituelle Welt noch zur Zeit ihres Lebens in dieser Welt erkannt haben, werden deine Gruppe, alle ihre Seelen.

Du wirst in die „höhere Versammlung“ von Rabbi Schimon eintreten (das ist eine bestimmte spirituelle Stufe).

Du wirst dich den höheren Quellen anschließen können, aber nur im notwendigen Maß! Jetzt brauchst du einfach diese Kraft nicht.

Wenn du die Gruppe bräuchtest, ein Teil von welcher Baal HaSulam, Ari, Raschbi, Rabasch und andere Kabbalisten der Vergangenheit, von Abraham bis zur heute, würdest du sie bekommen.

Aber jetzt brauchst du dies nicht, sobald du dies gebrauchen wirst, wird sich die spirituelle Gruppe sich dir öffnen, zusätzlich zu der materiellen. Und es kann auch sein, dass du dann gar keine materielle Gruppe brauchen wirst, die spirituelle wird dir genügen.

Diese Seelen werden dir direkt helfen, das, was wir „ein Eseltreiber“ nennen. Der Schöpfer sendet eine hohe Seele, die „ein Eseltreiber“ genannt wird, damit sie dem Menschen die ganze Zeit hilft. Aber diese Hilfe kommt als eine Antwort auf deine Bitte, dass du den spirituellen Aufstieg brauchst.

Ähnlich dem, wie Rabbi Aba, Rabbi Yossi von denen im Buch Sohar erzählt wird, befinden sich auf dem Weg, entdecken die Tora und finden heraus, dass sie selbst dieser Aufgabe nicht gewachsen sind und brauchen eine Enthüllung einer zusätzlichen Kraft, die ihnen hilft hinaufzusteigen.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Das Ziel Religion und ihr Wesen“, 16.11.2010



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Was tun, wenn nichts klar ist?

Eine Frage, die ich erhielt: In den Teilen des Unterrichtes, wo wir Sohar und die Lehre der Zehn Sfirot studieren, finde ich es sehr schwierig überhaupt etwas zu verstehen.

Was ist die richtige Herangehensweise an den Stoff, damit er uns trotzdem hilft die Verbindung zwischen uns zu verbessern?

Meine Antwort: Baal HaSulam und Rabasch haben Artikel, Briefe und andere ähnliche Werke geschrieben. Darüber hinaus schrieb Baal HaSulam den Kommentar zum Buch Sohar, „Die Lehre der zehn Sefirot“, „Einführung in die Weisheit der Kabbala“ und das Buch „Beit Schaar HaKawanot“. Das alles sind unsere Primärquellen von denen wir uns nähren.

Ich habe die Quellen so aufgeteilt, und hier ist der Grund dafür. Die Bücher, die oben aufgelistet sind benutzen wir wie ein Mittel um das Licht anzuziehen (Sgula). Wobei wir andere Werke nicht nur lesen um das Licht anzuziehen, sondern auch zum Zwecke des Verständnisses. Im ersten Fall spielt das Verständnis eine zweitrangige Rolle, im zweiten die Hauptrolle.

Im Buch Sohar kann man sich an fast nichts sich mit dem Verstand festhalten. Selten wird etwas erklärt oder ein Hinweis gegeben, aber im Großen und Ganzen brauchen wir das auch nicht. Im Endeffekt brauchen wir nicht mehr als eine Methode, die „Tora“ heißt, weil das Licht, das in ihr verborgen ist, zur Quelle zurückführt.

Deshalb ist es nicht wichtig wieviel du verstehst. Nicht derjenige lernt, der klug ist. Vom Verstand hängt hier nicht viel ab. Manche schreiben jedes Wort auf. Das ist gut wenn das euch hilft, sich mit der Quelle auf der Gefühlsebene zu verbinden. Aber wenn alles bei der Vernunft bleibt, lohnt es sich kaum.

Das ist keine Universität hier und durch bloßes Lernen, wirst du nichts erfahren, wenn du das Verlangen zu Geben nicht erlangst, die Verbindung mit den anderen und die Liebe. Nur das erlaubt dir den Stoff auch zu spüren – denn der Mensch ist ein Verlangen, ein Gefäß der Empfindungen.

Vernunft an sich ist machtlos, sie ist nur ein Mittel, das Verlangen auszurichten und zu stärken.

Aus einem Unterricht nach dem Artikel „Religion und ihr Ziel“, 15.11.2010



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Der Verstärker auf dem Weg zum Schöpfer

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist von uns erforderlich, um den Höheren Zustand der Einigkeit zu erreichen, der im Sohar existiert?

Meine Antwort: Er kommt nach der Enttäuschung. Es spielt keine Rolle, wie viel ich euch jetzt erzähle, es wird sowieso nicht helfen, solange Sie kein dringendes Bedürfnis, kein Streben, oder keine lebenswichtige Notwendigkeit haben. Nur dann werdet ihr euch an die Gruppe wenden!

Wenn du weißt, dass du ein großes Problem, eine Gefahr für das Leben oder die Krankheit hast, dann suchst du die Hilfe. Und wenn du dich gut fühlst, und keine Probleme empfindest, dann siehst du nicht ein, dass du die Hilfe brauchst, denn du bist nicht beunruhigt.

Deshalb ist das Bedürfnis so wichtig. Dieses Bedürfnis wird uns entweder vom Schöpfer gegeben, der uns von hinten mit Hilfe der Leiden vorwärts anstößt, oder wir bauen selbst die feste Verbindung mit der Umgebung auf, und bemühen uns, daraus die Gegenreaktion zu bekommen.

Ich wähle die Umgebung, obwohl ich darin kein Bedürfnis habe, weil ich mich nach den Worten der Kabbalisten ausrichte. Sie sind weise, und ich höre ihnen zu.

Es bedeutet, dass der Schöpfer die Hand des Menschen auf das gute Schicksal legt und sagt: “ Das nimm dir!“ „Nimm es!“ Warum sollst du leiden?

Dann bekommen wir von der Gruppe den zusätzlichen Wunsch. So funktioniert es. Derjenige, der der Gruppe zuhört, sich an die Gruppe wendet, organisiert für sich den so genannten Verstärker des Wunsches, und kommt durch die Gruppe zum Schöpfer.

Im Endeffekt soll ihn die Gruppe zum Schöpfer ausrichten. Die Verbindung mit der Gruppe und unsere ganze Arbeit ist eine Vorbereitung des Wunsches/Kli. Dann kommen wir zum Schöpfer.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 17.11.2010



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Jetzt ist die Zeit!

Eine Frage, die ich erhielt: Auf welcher Grundlage wird das Verlangen aufgebaut, mit welchem sich der Mensch an den Schöpfer wendet?

Meine Antwort: Das Verlangen kann man nur von der Gruppe bekommen! Wenn ich mich bemühe, mich mit Freunden zu verbinden, bekomme ich von ihnen einen Zuschlag an Verlangen, die Wichtigkeit des Zieles, und vor allem, das Gefühl von eigener Nichtigkeit, das Bewusstsein, dass wir weder einander helfen noch etwas selbst erreichen können.

Alleine ich bin ein kleiner Egoist, der sich immer rechtfertigen muss. Aber wenn ich mich mit Freunden verbinde, lerne ich von ihnen. Ob ich das möchte oder nicht, schaue ich sie an und sehe, dass wir alle schwach sind. Und wenn alle schwach sind, wirkt es auf mich, auf eine andere Art und Weise, als das Gefühl von eigener Schwäche.

Gefühle der Schwäche, das ich von ihnen bekommen habe, beinhaltet ein Element des Zerbrechens. In mir selbst kann ich keine Zerbrechung spüren, das wird zwischen uns geschehen, außerhalb von mir, bezüglich den anderen. Indem wir versuchen uns miteinander zu verbinden, um in der Verbindung zwischen uns den Schöpfer zu enthüllen, entdecken wir, dass wir dazu nicht in der Lage sind.

Gerade dies haben wir auf dem vorigen Kongress entdeckt. Dies ist die Enthüllung des Zerbrechens. Von hier müssen wir nur Eines verstehen: Was machen wir jetzt mit dieser Enthüllung, die uns bevorsteht? Wir sind zu einer Enttäuschung gelangt, zu einer Enthüllung von eigener Unfähigkeit sich zu verbinden. Was tun? Den Weg verlassen?..

Gerade jetzt haben wir zum ersten mal diese Wand enthüllt, und wir haben jetzt nur einen Ausgang – sich an den Schöpfer, für die Hilfe, zu wenden. Denn wir selbst sind nicht in der Lage sie durchzubrechen.

Wir müssen uns offen und direkt sagen, dass wir diesen Zustand enthüllt haben und sind dazu unfähig ihn zu widerstehen.

Als wir auf dem Kongress versucht haben sich zu verbinden, haben wir herausgefunden, wie sofort eine Abkühlung, eine Enttäuschung auf dem Weg eingetreten ist. Das hat uns verkettet, wir waren wie in Fesseln innerhalb unseres Verlangen zu genießen, gänzlich unfähig sich zu rühren in die Richtung der Verbindung. Dieses Gefühl muss dem Menschen klar sein.

Jetzt muss man nur eine folgende Entscheidung treffen: „Der Gefangener kann sich nicht selber aus der Gefängnis befreien „. Ich bin dazu unfähig.

Wunderbar! Die nächste Etappe, nach der Erkenntnis eigener Mittellosigkeit ist den Schöpfer zu bitten! Denn gerade in diesem Zustand, wenn du bittest wirst du bekommen! denn du hast den Ort entdeckt, an welchem du selbst unfähig bist, etwas zu machen. Früher hattest du nichts womit du dich an den Schöpfer wenden konntest. Aber gerade jetzt ist die Zeit!

Aus dem Soharunterricht, 16.11.2010



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Wenn die Mauer zwischen uns fällt

Das Böse, das dich nicht in das Spirituelle eintreten lässt, offenbart sich dir wie eine Mauer, die vor dir steht. Und als Einzelner kannst du sie nicht durchbrechen – nur zusammen.

Dazu müssen wir uns zu einer Gruppe verbinden – die einzige freie Handlung, die auszuführen wir imstande sind. Und nachdem wir uns versammelt haben, müssen wir die Kraft des Schöpfers an uns ziehen und mit ihrer Hilfe die Mauer durchbrechen!

Ich stehe vor der gleichen egoistischen Kraft, aber nicht mehr allein, sondern als eine Mehrzahl von Punkten im Herzen, die sich miteinander verbunden haben und „kabbalistische Gruppe“ heißen.

Das ist eine riesige Kraft, die diese Mauer mit Leichtigkeit durchbrechen kann. Denn wenn wir uns verbinden, offenbaren wir innerhalb unserer Verbindung den Schöpfer, da wir uns nicht verbinden können, wenn wir den Schöpfer nicht heranziehen!

Ich wende mich mit einer Bitte an den Schöpfer, und er verbindet mich mit Anderen. Und der Andere wendet sich auch mit der gleichen Bitte an den Schöpfer und verbindet sich ebenfalls. Und so tragen wir in unsere Mitte die Kraft des Schöpfers, der uns verbindet, und mit der gleichen Kraft zerschlagen wir die Mauer!

Denn diese Mauer ist nicht irgendwo außerhalb – die ist zwischen uns! Und indem du an deiner Verbindung mit Anderen arbeitest, bereitest du dich im Grunde auf diesen Durchbruch vor.

Was bedeutet der Auszug des Volkes Israel aus Ägypten? Sie verbanden sich untereinander mit solcher Kraft, dass die Mauer zusammenbrach – sie erhoben sich über ihrem Egoismus. Das heißt eben die Flucht aus Ägypten.

Es gibt keine äußeren Mauern. Die Mauer enthüllt sich, indem sie zeigt, dass wir uns nicht miteinander verbinden wollen – das ist gerade die Offenbarung der Mauer zwischen uns. Jetzt bringe den Schöpfer her, damit er sie bricht, und weiter braucht man nichts!

Das wichtigste ist es, weiterzumachen und nicht zu sehr den Klugen zu spielen. Unsere Hauptarbeit findet in der Verhüllung statt, unbewusst – das ist die Etappe der Vorbereitung.

Das Wichtigste ist daher, nach der Methodik zu arbeiten, auch wenn uns nicht alles klar ist, wie einem Kind nicht klar ist, wie es wächst. Die Mauer steht zwischen uns, und unsere einzige freie Handlung ist gegen sie ausgerichtet.

Und an dieser Verbindung kann der Mensch arbeiten, auch wenn er den Unterricht von Zuhause im Fernsehen verfolgt. Denn wir verbinden uns weder mit Fesseln noch mit Eisenketten – es ist keine physische Verbindung, sondern eine hinsichtlich des inneren Verlangens.

Ich kann mich also anschließen, auch wenn ich mich sehr weit vom Zentrum befinde, so als wäre ich darin. Die Entfernung bestimmt nichts – nur das Verlangen und die Zieltreue!

Dieselbe Mauer, die wir zwischen uns spüren, wird sich im Enteffekt in den Klebstoff verwandeln, der uns miteinander verbinden wird. Derselbe Pharao, der zwischen uns steht, wird sich in den Schöpfer verwandeln. Das bedeutet, dass wir vom Pharao fliehen und zur Offenbarung des Schöpfers gelangen.

Wir versetzen uns an keinen anderen Ort – wir arbeiten stets innerhalb der Gruppe, doch anstatt von Zerschlagung und Abstoßung offenbaren wir den verbindenden Klebstoff und die Einheit.

Das ist ein rein psychologisches Problem, das wir überspringen, und plötzlich wendet sich die ganze Schwere in die Kraft der Verbindung, der Todesengel – in den Engel der Heiligekeit, das Grab – in den Mutterschoß.

Das Freudenmarathon – die Arbeit an den Fehlern

Frage: Was tun, wenn es sehr bedrückt, dass man auf diesem Weg, wie in einem langen Marathon, immer wieder neue Fehler in sich entdeckt?

Antwort: Haltet das für Zeichen des Fortkommens!



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„Schwarze Grube“ oder „ein Frosch im Milch“

Eine Frage, die ich erhielt: Seitdem der Kongress zu Ende ist, habe ich beim Lesen des Buches Sohar das Gefühl, als wäre ich in eine schwarze Grube gefallen. Was soll ich tun?

Meine Antwort: Versuch, daraus zu kommen! Wie ein Frosch, der in der Milch mit seinen Beinchen strampelt,  bis die Milch zum Quark wird, und er dann herausspringen kann.

So ist es. Es steht geschrieben: “Alles, was in deinen Kräften liegt, tue!

Aus einem Soharunterricht, 16.11.2010



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