Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Sei schlauer als dein Egoismus!

Versucht nicht, „Besserwisser“ oder „Helden“ zu sein und den Egoismus aus eigener Kraft zu bekämpfen – es gibt keine größere Dummheit! Wer kann seiner Natur widerstehen?! Ist das etwa möglich?

Unsere Arbeit besteht darin, uns über unser Ego zu erheben – die Kraft des Lichts zu nehmen und uns mit ihrer Hilfe über das Ego zu erheben, als ob es nicht existieren würde. Das bedeutet aber nicht, es zu unterdrücken und sorgenfrei mit dem Strom zu schwimmen – unser Egoismus bleibt, und wir begreifen, dass der Schöpfer derjenige ist, der uns eine so mächtige Schicht des Verlangens gibt. Wir wollen uns jedoch darüber erheben!

Ich vernichte es nicht, denn erheben kann ich mich nur darüber – im Moment ziehe ich es jedoch bei meiner Beziehung mit den Freunden nicht in Betracht. Selbst wenn jeder von ihnen mir als schrecklich hochmütig, ehrgeizig, machtgierig, unverschämt und neidisch vorkommt.

Das ist alles absolut unwichtig – ich weiß nur eins: „Liebe deckt alle Vergehen zu“! Du hast eine Pistole und ich ein Messer in der Hand – und wir umarmen uns und treffen alle Entscheidungen auf der Grundlage der Liebe.

Jeder denkt, dass er recht hat – doch alle annullieren sich. Liebe bedeutet, dass ich die Meinung von den Anderen akzeptiere und die Anderen die von mir, und auf diese Weise kommen wir zum gegenseitigen Einvernehmen und treffen Entscheidungen auf einer höheren Stufe!

Wir haben uns über unseren gemeinsamen Hass zu unserer gemeinsamen Liebe erhoben. Versucht es auf diese Weise in der Gruppe umzusetzen, und ihr werdet darin die dritte Komponente – den Schöpfer – spüren! Ihr werdet spüren, dass Er euch entweder fehlt oder bereits darin anwesend ist!

Das ist eine sehr praktische Arbeit, wie auch die ganze Kabbala: „Komme und siehe“ (Bo-Re), „Wir werden tun und wir werden hören“ – das sind alles absolut praktische Dinge, die wir jetzt umsetzen müssen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Freiheit des Willens“ vom 19.11.2010



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Tun oder Nicht – Tun ?

Eine Frage die ich erhielt : Was sind das für Gebote im Sohar, welche „verbieten“ und „befehlen“ ?

Meine Antwort : Die verbietenden Gebote haben die Bedeutung von „tue nicht“, was heisst, du sollst dich von der Verwendung eines konkreten Wunsches zu geniessen, abhalten.

Denn es geht um den egoistischen Wunsch, den der Mensch anstrebt um Genuss zu erlangen, welcher diesem Gebot jedoch entgegengesetzt ist. Und wenn es gegen den Wunsch auch keinen Genuss gibt, dann empfinde ich diesen Wunsch gar nicht, obwohl er sich in mir befindet.

Aber wir sprechen über die in uns erwachenden Wünsche, gegen welche die Lichter, die Genüsse, schon exsitieren. Wir sollen uns vor der Nutzung dieser Wünsche in jeglicher Weise abhalten, sie entfernen, „einfrieren“. Darüber sprechen die „verbietenden Gebote“.

Hierfür soll ich viele Kräfte einsetzen. Aber welche Kräfte? Denn „Nicht – Nutzung“ des Wunsches bedeutet ja nicht, das ich gänzlich davon absehe. In der materiellen Welt will ich den Wunsch verwenden, halte mich jedoch zurück, rühre ihn nicht an.

In der Spiritualität kann ich so etwas nicht machen.

Ich muss gegen meinen Wunsch einen höheren Wert, eine grössere Bedeutsamkeit finden, damit ich ihn nicht verwende. Denn die Versündigung in der Spiritualität definiert sich eben dadurch: ob ich den Wunsch verwenden will oder nicht.

Ich soll einen Zustand erreichen, worin ich einen Wunsch habe, den Genuss davon anstrebe, aber die Bedeutsamkeit des Systems der Werte hält mich davon ab ihn zu verwenden, weil ich den Schöpfer damit nicht zufriedenstelle, sondern mich sogar von Ihm entferne.

Somit gibt es einen Wunsch und gegen ihn – die Korrektur. An dieser Korrektur soll ich arbeiten, und mich nicht einfach nur einschränken, um den Wunsch nicht zu verwenden. Ich soll an meinem Wunsch arbeiten, über ihn einen Schirm stellen, d.h. die Bedeutsamkeit seiner „Nicht – Verwendung“ erhöhen.

Deshalb liegt unsere ganze Arbeit an den Wünschen, im System der Werte – inwiefern der Schöpfer und das Ziel wichtig sind, in meinen Augen, und ob die Ähnlichkeit der Eigenschaften angestrebt wird. Dann kann ich mich von der Nutzung der Wünsche abhalten, so funtionieren die „verbietenden Gebote“ eben. Dies ist die grosse Arbeit an jedem Wunsch – gegen ihn, die Bedeutsamkeit seiner „Nicht – Verwendung“ zu entwickeln. Dann übertrifft die Wichtigkeit des Schöpfers, in meinen Augen, die Nutzung des Wunsches und steht ihm entgegen. Das sind „verbietende Gebote“.

Danach folgt die fortgeschrittene Etappe, wenn ich die Wünsche schon dazu verwenden kann dem Schöpfer zu behagen. Ich nehme diese Wünsche, öffne sie, weil es über ihnen schon einige Schirme und die Einschränkung gibt um nicht mit ihnen zu arbeiten: der Schirm des Gebens für das Geben und der Schirm des Empfangens für das Geben.

So arbeite ich mit den Wünschen um dem Schöpfer Genuss zu bereiten, das sind die „befehlenden Gebote“.

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Dort, wo die Machtlosigkeit herrscht

Rabasch, „Dargot HaSulam“, Artikel 298, „Der Einschluss der Eigenschaft der Barmherzigkeit ins Gerüst“: „Während des Fallens, unter der Macht des Wunsches der Genüsse, hat der Mensch keine Freiheit der Wahl.

Wenn in ihm dagegen der Wunsch des Gebens erwacht, dann braucht er keine Wahl zu treffen. Somit besteht seine Freiheit in der Auswahl der Eigenschaft des Gerichtes, oder der Eigenschaft der Barmherzigkeit“.

Die Seele besteht aus zehn Sefirot. Von Keter bis zum oberen Drittel Tiferet herrscht Bina, der Wunsch des Gebens, und vom unteren Drittel Tiferet und weiter, herrscht Malchut, der Wunsch des Empfangens. Nur in der Mitte, im mittleren Drittel von Tiferet herrscht „die Machtlosigkeit“, eine Stelle die weder dem Geben, noch dem Empfangen gehört.

Manchmal kann sich der Mensch für keine Richtung entscheiden, seine Gedanken und Wünsche neigen weder zu einer noch zur anderen Seite. Es ist der Punkt der Wahl eben. Wir sind jedoch in diesem Moment in der Regel abgelenkt und denken über nichts Besonderes nach. So vergehen die Zeit und das Leben.

Wie kann ich diese Freiheit erlangen? Dazu muss man die Umgebung wählen, weil ich dann selbst entscheiden kann, wer über mich im neutralen Zustand herrscht.

Nachdem mein Punkt im Herzen erwacht, bringt man mich in die Gruppe. Hier soll ich die richtige Verbindung zwischen uns bilden, damit die Gruppe auf mich, und ich auf sie einwirken kann. Dann werde ich die Zustände der freien Wahl mit der Macht der Gruppe ausfüllen, die ich gewählt habe.

Unter der Macht der Gruppe baue ich das Kli, worin ich dann das Licht empfangen werde. Ich beuge meinen Kopf vor der Gruppe nieder und bekomme von ihr zwei Sachen:

1. Den großen Wunsch aller Punkte in den Herzen meiner Freunde.

2. Den Schirm (Massach), das Begreifen, dass es sich lohnt, für das Geben zu arbeiten.

Dann rufe ich mit Hilfe der Gruppe das Licht hervor, das zur Quelle zurückführt – das umgebende Licht (Or Makif), das mich korrigiert.

Das Potential für die freie Auswahl gibt es in uns immer. Je zielgerichteter wir die vorhandenen Mittel – den Lehrer, das Buch, die Gruppe, das Studium, die Verbreitung verwenden werden – desto mehr Möglichkeiten der freien Wahl werden wir bekommen.

Folglich werden wir die Eigenschaften des Gerichtes und der Barmherzigkeit selbständig vereinigen, und auf dem eigenen freien Wunsch die Kräfte Bina und Malchut – die rechte und die linke Linie kombinieren. Wir werden beginnen, uns selbst zu lenken, und die Stelle der Auswahl wird für uns zur mittleren Linie.

Wenn wir also möglichst schnell Bina und Malchut miteinander verknüpfen, dann erreichen wir das spirituelle Dasein und beginnen, auf den spirituellen Stufen hinaufzusteigen.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabasch, 19.11.2010

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Bis zur Ewigkeit reicht nur der Augenblick…

Eine Frage, die ich erhielt: Wann erreichen wir die maximale Wirkung unserer Absicht, sich zu verbinden?

Meine Antwort: Ich sitze im Unterricht und bemühe mich, an unsere Vereinigung zu denken, um das Licht, das im Buch Sohar verborgen ist, an uns heranzuziehen, damit ich folglich empfinde, dass wir verbunden sind.

Kaum fühle ich mich mit allen verbunden, offenbare ich in diesem Netz sofort die spirituelle Welt.

Kaum fühle ich die Einigkeit zwischen uns, empfinde ich in dieser Einigkeit die Spiritualität! Es ist der Ausgang aus Ägypten. Mehr braucht man nicht! Und es ist so nahe.

Aber ich bin nicht fähig, mich lange in dieser Absicht, in diesem Streben aufzuhalten. Warum? Weil die anderen nicht daran denken! Ich brauche die Unterstützung der Umgebung.

Und die Umgebung denkt über alles Mögliche nach: der eine über seine Großmutter, die er bald besuchen wird, der andere über die Probleme in der Arbeit, der dritte ist sogar eingeschlafen usw. Jeder mit seinen eigenen Problemen. Und niemand denkt an die Vereinigung …

Deshalb kann ich entscheiden, dass ich jetzt an unsere Einigkeit denke, mich darum sorge und „diese wunderbare Eigenschaft“ (Sgula) fordere, damit ich offenbare, dass wir zusammen verbunden sind, uns in der Eigenschaft des Gebens befinden.

Ich will, dass die allgemeine Eigenschaft des Gebens, diese höhere Eigenschaft über mich herrscht! Aber außer dieser Entscheidung, kann ich nichts machen, weil ich keine Unterstützung von der Umgebung bekomme. Was macht man dann?

Hier fehlt es an den allgemeinen Bemühungen und der gegenseitigen Verpflichtung der Freunde, dass sich jeder bemüht, in dieser Absicht zu sein. Diese Verpflichtung zwischen uns heißt „die Bürgschaft“.

Und wenn wir nur daran denken, wie die Einigkeit zwischen uns offenbart wird, dann wird das Licht kommen und alles machen! Wir sind nicht fähig, uns zu verbinden. Aber wir sind fähig, daran zu denken.

Anderenfalls beeinflussen wir einander nicht, zeigen einander keine Größe, nicht die Wichtigkeit des Ziels.

Wir sollen nur an diesem Punkt arbeiten. Außerdem haben wir nichts. Alles befindet sich hier, vor uns, so nahe, und wir öffnen die Ewigkeit, die Vollkommenheit, die ganze Geisteswelt …

Nur unter der Bedingung, dass wir die Entscheidung treffen, dass sich jeder um den anderen kümmert, damit niemand diese Absicht vergisst.

Nur die Einigkeit ist notwendig! Damit das Licht uns verbindet, und sich in unserer Einigkeit der Schöpfer enthüllt! Wir werden Ihm geben, und Er wird uns geben. Alles geschieht in unserer Vereinigung. Dort werden wir die spirituelle Welt, den Schöpfer, die Unendlichkeit empfinden.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 19.11.2010

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Jeder, der mit der Gesellschaft trauert

Baal HaSulam. „Die Früchte der Weisheit. Die Gespräche.“ Artikel „Jeder, der mit der Gesellschaft trauert“ (gekürzt):

Jeder, der mit der Gesellschaft trauert, wird folglich auch den Trost der Gesellschaft erhalten. Denn je nach Größe des Wunsches kann er sich erfüllen. Derjenige, der nicht mit der Gesellschaft leidet, empfindet nur den eigenen Wunsch, weshalb seine Füllung auch nicht groß ist.

Aber derjenige, der mit der Gesellschaft trauert und die allgemeinen Leiden als seine persönlichen empfindet, wird mit der großen Füllung – mit der Eröffnung des Schöpfers – mit dem Trost der Gesellschaft ausgezeichnet. Weil sein Wunsch der gemeinsame Wunsch ist. Deshalb ist seine Füllung auch das Gemeinsame.

Es ist gesagt, dass „die Gerechten keine Ruhe finden„. Denn die Füllung wird nach Maß des Wunsches gezeigt, und die Gerechten streben ständig danach, ihren Wunsch zu vertiefen und auszudehnen, weil es keine Beschränkung in der Füllung gibt, und alles nur vom fertigen Wunsch abhängt.

In diesem Fall, ist das Ziel ihres Lebens, danach zu streben, den Wunsch auszudehnen, um dem Schöpfer Genuss zu bereiten, der sie erfüllen will.

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Die Vernunft kann nur gemeinsam sein

Eine Frage, die ich erhielt: Warum brauchen wir eine äußerliche Vernunft, wenn die ganze Wahrnehmung der Realität in unserem Inneren geschieht?

Meine Antwort: Die wahrhafte Wahrnehmung der Realität wird gerade außerhalb – mit der Vernunft in der Umgebung gebildet, das heißt im Höheren, im Schöpfer, und nicht in meiner jetzigen Vernunft.

Infolge des spirituellen Aufstiegs reihe ich mich in diese Umgebung ein, wie in Malchut der Welt der Unendlichkeit – in die Wurzel, aus der meine Seele geboren worden und welche auf dem langen Weg durch alle Welten in diese Welt heruntergestiegen ist.

In dieser Welt bin ich aus meiner Wurzel herausgerissen und mir blieb nur der Funke – „der Punkt im Herzen“. Und mittels der Umgebung, die mir jetzt das Weltsystem der Unendlichkeit vorstellt, kehre ich zum Zustand der Unendllichkeit zurück. Wenn sich meine Umgebung, die Gruppe auf diesem Wege an die ganze Menschheit anschließt, dann eröffnen wir, dass alle die Welt der Unendlichkeit erlangen.

Und deshalb wird mir immer mehr offenbart, dass mein Einschluss in die Umgebung, die mir heute künstlich, unerwünscht, unnützlich und unwirklich vorkommt – in Wirklichkeit mein Eindringen in die eigene Wurzel ist. Ich kehre zu jenem Punkt zurück, aus dem ich einst herausgegangen bin, um in diese Welt zu gelangen.

Dann enthülle ich, dass ich mich zusammen mit der Gruppe im Weltsystem der Unendlichkeit befinde, das mit dem Licht Chochma erfüllt ist. Ich bekomme dieses Licht auf dem Weg, was als Licht der Vernunft bezeichnet wird (Chochma bedeutet „die Weisheit“). Und ich benutze dieses Licht der Vernunft, diese Weisheit (Chochma) mit allen zusammen! Es ist unsere gemeinsame Vernunft, eine für alle!

Diese allgemeine Weisheit, dieser Höhere Gedanke, das Licht – heißt der Schöpfer (Bo – Re – „komm und sieh“).

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Freiheit des Willens“, 19.11.2010

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Die Fenster im Haus

Rabasch, „Dargot HaSulam, Artikel 303, „Erfreue sie mit dem vollkommenen Bau „: “ Wenn der Mensch das Gebäude für den Schöpfer bauen will, dann baut er das vollkommene Gebäude auf, da der Schöpfer vollkommen ist…

Und der Schöpfer wird ihnen die Freude, d.h. das Licht des Glaubens geben – dann können sie ihre Arbeit beenden.“

Unsere Grundlage, das Material, aus dem wir geschaffen sind, ist Malchut, der Wunsch, zu genießen. Daraus sollen wir alles zum Aufbauen nehmen, weil es keinen anderen „Baustoff“ gibt. Wenn wir die Kräfte von unserer Selbstsucht bekommen, dann bauen wir „die Gebäude“ nach dem Vorbild des Turmes zu Babel oder der ägyptischen Städte Pitom und Raamses. Die Bauten sind groß und schön, aber im Endeffekt bereiten sie uns keinen Genuss, weil wir darin die Leere enthüllen. So baute sich die Menschheit jahrhunderte lang auf, bis sie heute, am Ende der historischen Entwicklung, festgestellt hat, dass sie alles, was sie gebaut hat, nicht mehr erfüllt.

Ja, wir erschufen sehr viel, wobei all das keinen Inhalt und keine echte Füllung erweist. In all den Bauten fühlen wir uns noch leerer als früher. Somit können wir weder uns noch Familie und Freunde erfreuen, wir können uns über den Bau nicht freuen.

Die Freude wird uns nur von einem vollkommenen Bau erfüllen, wenn wir die Füllung in unserem Haus, im Kli empfinden. Wie ist dieses auszufüllen? Wie kann man von innen unser Material beleuchten?

Das Gebäude soll Licht einlassen. Wir bauen das Haus aus dem Wunsch der Genüsse, aber es soll ein Haus der Heiligkeit, ein Tempel sein. Die Heiligkeit ist Bina, das Licht, das Geben, und das Haus ist unser Kli, ein Gefäß. Das Gefäß soll für den Eingang des Lichtes vorbereitet sein, d.h. es braucht die Absicht des Gebens.

Wie bereitet man sich vor? Damit es im Hause hell ist, bauen wir Fenster ein. „Die Fenster“ sind die leeren, nicht erefüllten Wünsche. Wir machen in den Wänden unseres Materials die Öffnungen für Wünsche, die Bina, dem Geben und der Offenheit ähnlich sind, folglich erreichen wir das Licht.

Somit sollen die Wände und die Fenster untereinander richtig kombiniert werden, damit unser Gebäude, das aus dem Wunsch der Genüsse aufgebaut ist, mit der Absicht des Gebens „ausgestattet“ wird. Dann wird das Licht es ausfüllen.

Wenn wir uns freuen möchten, und die Freude beim Bau des Gebäudes empfinden wollen, dann müssen wir es so konstruieren, dass seine Form der Eigenschaft Bina gleich ist. Wir nehmen die Eigenschaft der Barmherzigkeit ins Gerüst auf – wir machen Öffnungen in die Wänden, um das Licht herein zu lassen.

Diese Öffnungen scheinen uns zuerst defekt zu sein. Rabasch gibt uns ein Beispiel: der Vater bringt seinen Sohn zum Schneider, um für ihn einen Anzug zu schneidern, folglich sieht der Sohn, wie der Schneider beginnt, teuren Stoff zu schneiden.

Ihm kommt es vor, als ob der Stoff beschädigt würde, aber der Vater erklärt: „Alles ist richtig, er wird für dich einen Anzug nähen, der gut sitzen wird“. Mit anderen Worten, diese Materie wird eine passende Übereinstimmung innerhalb der Form des Menschen finden. Aber der Sohn versteht es nicht. In seinen Augen sehen die Schnitte, die Löcher im Material wie Mängel aus.

In Wirklichkeit entsteht dank dieser „Defekte“ die richtige Form, wonach sich darin das Licht einkleidet. Wenn wir also daran denken, dann sind wir sogar bereit, dem Meister dafür zu danken, was er gerade macht. Bei der täglichen Arbeit werden uns alle neuen derartigen „Defekte“ geöffnet. Daraus bauen wir das Gebäude auf, sowohl die Wand, als auch die Fenster für das Licht.

Wenn Bina das Loch in die Wand bohrt, sieht Malchut so aus, als ob das Haus beschädigt wäre. Und es handelt sich um eine andere Vorgehensweise, um eine völlig andere Eigenschaft. Wenn wir verstehen, dass der Einschluss der Barmherzigkeit ins Gerüst in uns die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer schafft, werden wir keinen Nutzen in Malchut erkennen. Wenn Bina darin herrscht, können sich alle Wände des Hauses in die Fenster verwandeln, d.h., die Eigenschaft Bina übernehmen.

Solches Haus wird sich vollkommen mit Licht anfüllen. Sein Material, Malchut, wird ganz von der Eigenschaft Bina gereinigt, so dass darin keinerlei Leere übrig bleibt. Malchut und Bina werden harmonisch ein Ganzes bilden.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 19.11.2010



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Sich nach dem Schöpfer sehnen

Eine Frage, die ich erhielt: Baal HaSulam schreibt, dass nur, wenn der Mensch verzweifelt, er den Schöpfer enthüllen wird. Bedeutet das etwa, dass wir in einem bestimmten Moment aufgeben, auf den Kampf verzichten müssen?

Meine Antwort: Nein, wir geben nicht nach. Wir kämpfen, um in die spirituelle Welt aus eigener Kraft eintreten zu können. Anschließend verzweifeln wir daran, weil wir begreifen, dass wir selbst den Machsom nicht durchbrechen können.

Doch erst dann spüren wir wirklich die Notwendigkeit des Schöpfers, ziehen anschließend Seine Kraft an und brechen aus dem Gefängnis aus.

Es ist unmöglich, Bedürfnis nach dem Schöpfer zu haben, bis wir nicht an den eigenen Kräften verzweifelt sind. Im Moment wollen wir uns selbst, aus eigener Kraft verbinden, uns verändern, gute Beziehung herstellen… Wir versuchen selbständig zu handeln, als ob der Schöpfer nicht existieren würde.

Doch wenn wir den Wunsch verspüren, einander wirklich näher zu kommen, werden wir begreifen, was wir ein wenig während des Kongresses gespürt haben: wir sind dazu nicht in der Lage. Jeder wird von den Anderen durch eine Trennwand, durch die er nicht im Stande ist durchzubrechen, getrennt. Jeder sitzt in seiner Kammer, wie die Bienen in den Waben, isoliert von den Anderen.

Wenn ich den Wunsch verspüre, aus dieser Kammer auszubrechen, wenn ich alle Anstrengungen unternommen und begriffen habe, dass ich machtlos bin, dann werde ich darauf kommen, dass es den Schöpfer gibt, der mir Kraft verleihen und mich retten kann.

Früher habe ich von Ihm gehört und gelesen, Er befand sich jedoch außerhalb des Feldes meiner Verlangen und Gedanken. Er war noch nicht mein Partner. Nun habe ich zum ersten Mal gespürt, dass ich ohne Ihn hilflos bin.

Auf diese Weise erweckt der Schöpfer den Pharao in mir. Nachdem ich einige solche Handlungen erlebt habe, werde ich begreifen, dass ich ohne Ihn die Freiheit nicht erlangen werde. Und sobald ich das gespürt habe und zu Ihm aufschreie, sperrt Er alle Riegel auf.

Mein ganzes Problem besteht darin, das Verlangen nach dem Schöpfer zu bekommen, zu wollen, dass Er in mir zum Vorschein kommt und meine Natur verändert, zu wollen, dass Seine Kraft des Gebens sich in mich kleidet.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 12.11.2010

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Die von mir erschaffene Form der Materie

Das Bestreben trennt uns vom Schöpfer, nähert uns Ihm an und macht Menschen aus uns.Denn der Schöpfer hat das Verlangen als Etwas aus dem Nichts erschaffen, und von der Schöpfung wird verlangt, das eigene Verlangen zu entwickeln und es dem Licht, dem Geben, der Vereinigung, der Liebe – den Eigenschaften, die dem Schöpfer eigen sind – hinzuzufügen.

Das Verlangen, welches die Schöpfung dem Verlangen zu genießen und zu wissen hinzufügt, welches ihr von Natur aus gegeben wird, nennt sich Bestreben (Ishtokekut), und genau das ist mein „Ich“: ich ergründe mein Verlangen. An dem Bestreben wird meine Selbständigkeit über dem Verlangen, welches vom Schöpfer erschaffen wurde, gemessen: wonach strebe ich, wie ich dieses Bestreben entwickle, woher nehme ich die zusätzlichen Verlangen? Um der Schöpfung zu helfen, hat der Schöpfer das von Ihm erschaffene gemeinsame Verlangen in viele Teile zerbrochen und jedem Teil Seinen Funken, Seine Eigenschaft, genannt Punkt im Herzen, hinzugefügt. Deshalb sind in jedem das Verlangen zu genießen und ein Funke des Bestrebens nach etwas Höherem enthalten. Weil beides vom Schöpfer kommt, bedeutet das nicht, dass „Ich“ existiere. Woher soll dann das zusätzliche Verlangen kommen, durch welches wir überhaupt existieren? – Aus der Verbindung mit anderen Menschen: wir müssen ihre Verlangen nehmen uns sie an uns anschließen!

Wenn ich das gegen meine Natur tue, im Widerstand und im Kampf mit ihr, indem ich Anstrengungen unternehme und Hindernisse überwinde, dann gelten die angeschlossenen Teile – ob nah oder fern – als von mir erschaffen. Nur entsprechend der Größe des Bestrebens kann darüber gesprochen werden, dass ich existiere, selbständig bin und etwas spüren kann, denn ich habe dieses Verlangen erschaffen, indem ich ein fremdes Bedürfnis an mich angeschlossen habe. Aus diesem Grund ist gerade das Bestreben und nicht einfach nur das Verlangen eine Form der Materie, die von mir hinzugefügt wird: was ich von dieser Materie will, auf welcher Ebene und in welcher Größe.

Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“ vom 15.11.2010

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Die Arbeit von Uri und die Arbeit von David

Das Buch Sohar erzählt uns über die Korrektur von Malchut.Malchut ist das Allgemeine Kli, der Wunsch zu genießen, den der Schöpfer geschaffen hat.

Er hat ihn jedoch eine Reihe bestimmter Handlungen geschaffen, um diesem Wunsch eine besondere Form zu geben, die ihm im Nachhinein gestatten wird, sich auf das Empfangen des gesamten Lichtes der Unendlichkeit vorzubereiten. Deshalb sprechen wir nur über die Korrektur von Malchut, bzw. die Korrektur des Wunsches. Der Prozess wird in folgende Etappen unterteilt: die Entstehung (Ibur), die Ernährung (Jenika) und der erwachsene Zustand (Mochin).

Alle diese Zustände werden mittels der Vereinigung von Malchut und Bina korrigiert. Ihre richtige Kombination heißt „Malchut David“. Das richtige Herangehen besteht darin, dass wir Malchut nur in jenem Maß korrigieren, in welchem wir fähig sind, sie in Bina aufzunehmen.

Im Artikel „Die Nacht der Braut“ erzählt der Sohar metaphorisch, wie sich König David in Batschewa verliebte. Sie war die Frau seines Feldherren Uri und David hat absichtlich seinen Tod auf dem Gefechtsfeld vorbereitet, und er nahm Batschewa ohne auf die Nachricht über ihren Mann zu warten. Diese Geschichte, die vom Propheten Schmuel beschrieben wurde, wird zur großen Verwunderung als unmoralisch dargestellt, obwohl heut ähnliche Geschichten mit Leichtigkeit geschehen. Wie konnte also so etwas geschehen? Natürlich, handelt es sich um die allegorische Erzählung. „David“ ist die „männliche“ Malchut, die sich mittels des Schirmes und des widergespiegelten Lichtes, d.h. mittels der Absicht korrigieren kann. „Batschewa“ ist jener Teil der allgemeinen Malchut, der momentan zur Korrektur brauchbar ist. Wenn sie vom Licht Chasadim korrigiert wird, dann kann sie David gehören. Die Reihenfolge der Handlungen ist folgende: das Licht AB-SaG zeigt den vorliegenden Teil Malchut, und das Licht Chassadim füllt ihn aus. Die vorläufigen Etappen der Analyse und der Füllung durch das Licht Chassadim sind „die Arbeit von Uri“. Seinen Name kann man auf das Licht des ersten Teils von HaWaYaH und auf die empfangenden Kelim Davids aufteilen.

Danach kann man ihn zum Empfangen um zu Geben korrigieren, was schon „die Arbeit von David“ ist.

Aus dem Unterricht zum Buch Sohar, 18.11 

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