Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Was ist der Sinn der Sache?

Eine Frage, die ich erhielt: Wie hält man sich ununterbrochen in der Absicht auf und macht den Angriff zusammen mit der Gruppe?

Meine Antwort: Die Absicht ist das Wichtigste, und man muss sich nur darauf konzentrieren. Und der Sohar kann ihre Hintergrundmusik sein.

Die Tora, bzw. die kabbalistische Methodik, wird als “Gewürz” bezeichnet. Meine “Nahrung” ist der riesige Kessel der Wünsche, die man richtig verwenden muss.

Und dazu ist nur die Prise des Gewürzes, ein wenig Licht des Sohars nötig. Es kommt, und wir schöpfen so lange den Kessel mit dem Löffel aus, bis wir alle Wünsche für das Geben realisieren.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar. Das Vorwort, 21.11.2010



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Das Ziel befindet sich nicht auf halbem Wege

Eine Frage, die ich erhielt: Was verbindet uns in Wirklichkeit – der Glaube an den Guten, der Gutes tut, dieses Ideal an sich?

Meine Antwort: Uns verbindet das Licht. Keines unserer Ideale, nichts von uns Erschaffenes wird funktionieren. Nur wenn wir das Licht darum bitten, uns zu verbinden, erfüllt es das. Eine einfache Handlung – ja oder nein. Nur das Licht!

Wir sind lediglich in der Lage, zu einer richtigen Bitte zu gelangen, und selbst das nur mit Mühe. Das ist unsere einzige Möglichkeit – unseren Zustand zu klären, zu verstehen, was gut und was böse ist, uns richtig auf die nächste Stufe, auf den Zustand des größeren Gebens vorzubereiten, in dem wir stärker miteinander verbunden sind – und das Licht zu bitten, uns die Kraft des Gebens zu schenken.

Doch während wir danach streben, uns zu verbinden, sollten wir in unserer Verbindung nicht das Ziel, sonder ein Mittel sehen – um an den Schöpfer zu geben. Vergiss nicht den Gastgeber!

Denn wenn du ständig an deine Korrektur, an deine unkorrigierten Eigenschaften denkst, wenn du den ganzen Tag damit verbringst: „Ich muss mich mit den Freunden verbinden! Warum sind wir nicht verbunden?! Bin ich unkorrigiert oder er?“, wozu tust du es letztendlich?

Du vergisst das Ziel und denkst nur an die halbe Arbeit! Du schreist, hetzt dich, sorgst aber lediglich für die Mittel. Was willst du also?…

Wir vergessen, dass wir durch unsere Verbindung das Geben an den Gastgeber erreichen müssen. Es gibt den Schöpfer, und wir müssen zu einem solchen Zustand gelangen, um an Ihn zu geben, solche Handlungen ausführen, damit Er durch uns genießt. Dafür verbinden wir uns.

Das Ende der Handlung liegt im ursprünglichen Gedanken. Du musst immer deinen Weg mit dessen Endpunkt beginnen. Auf diese Weise wird alles geplant.

Finde genau heraus, was du am Ende bekommen willst. Dann fange an, aufzuschreiben, welche Schritte dem vorangehen müssen, was du dafür brauchst: welche Kräfte, Mittel, Kenntnisse, Ausrüstung. Wir schreien aber um den halben Weg, als ob das alles wäre…

Es ist sehr wichtig, denn sonst werden wir noch nicht einmal die Hälfte des Weges erreichen können. Warum? Weil wir das Licht vom Endpunkt – vom eben jenem Schöpfer – beziehen. Darum kann ich jetzt nicht den halben Weg als Ziel vor mich stellen.

Ich kann lediglich ein kleineres Maß an Arbeit als Ziel anvisieren: ich will eine Verbindung von zehn Gramm zwischen uns erreichen, um dem Schöpfer zehn Gramm Genuss zu schenken. Gut! Dann hast du die komplette Handlung – Rosch (den Anfang), Toch (die Mitte), Sof (das Ende). Das funktioniert.

Wenn du aber sagst: „Ich will meine ganze Kraft darauf verwenden, mich mit der Gruppe zu verbinden!“, dann wirst du nichts bekommen, weil das lediglich die Hälfte ist.

Darum erklärt Baal HaSulam in seinem Artikel, dass Israel (derjenige, der nach dem Schöpfer strebt), die Tora (das Licht) und der Schöpfer sich in jedem Zustand befinden müssen, sonst kommst du vom Weg ab und bewegst dich nicht dem Ziel entgegen. Aus diesem Grund muss das Ende der Handlung in dem ursprünglichen Gedanken enthalten sein.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 21.11.2010



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Die Transplantation meiner Seele

Indem ich mich der Gruppe anschließe, verpflanze ich quasi meine Seele von einem Ort an den anderen: aus meinem Körper, in dem ich mich im Moment befinde, in einen anderen Körper.

Ich verlagere meine Seele von der Empfindung dessen, dass sie sich im Moment in diesem Körper befindet, zu der Empfindung, dass ich sie in einen anderen Körper einsetze. Und dieser andere Körper ist die Gruppe.

Doch die Gruppe bedeutet nicht die Gesichter meiner Freunde, einzelner Menschen, die mehr oder weniger miteinander verbunden sind. Das ist ein neues System, noch nicht einmal ein System, sondern ein neues Verlangen, welches sich außerhalb von mir befindet.

Und das ist das am meisten korrigierte Verlangen, welches sich in der Endkorrektur befindet. Es gibt keinen Mangel darin – dort ist der Schöpfer anwesend, der es vollkommen ausfüllt.

Das ist ein riesiges vollkommenes Verlangen, es fehlt nur eins: dass ich mich ihm anschließe, dass ich mich dort „hineinpflanze“, wie ein Transplantat, das einen Prozess der schrittweisen Anheilung an den neuen Körper durchlaufen, dessen andere Teile wahrnehmen, sich vor ihnen annullieren, sich durch seine ein- und ausgehenden Gefäße mit ihnen verbinden muss.

Auf diese Weise lernt das transplantierte Organ immer besser dieses System kennen, ordnet sich in dieses ein und beginnt, zusammen mit diesem System zu funktionieren, weil es versteht, dass alles von ihm abhängt, von dem, inwieweit es sich dort „eingelebt“ hat und zu einem untrennbaren Teil davon geworden ist, indem es sich buchstäblich darin verloren hat. Und das heißt, dass es Malchut der Welt der Unendlichkeit, die letzte Korrekturstufe, erreicht hat.

In dem Maße, in dem ich mich in dieses neue Verlangen (in die Gruppe), das als „Schechina“, der Ort der Anwesenheit des Schöpfers, bezeichnet wird, hineinbringe, enthülle ich Ihn dort.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 05.11.

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Wenn die Finsternis aufkommt

Eine Frage, die ich erhielt: Wie behält man Freude während des Abstiegs?

Meine Antwort: Alles hängt davon ab, welches Ziel du hast. Ich kann mich daran erinnern, wie wir als Kinder auf einen Berg gestiegen und heruntergeschlittert sind. Dabei empfanden wir Freude nicht beim Aufsteigen, sondern gerade beim Herunterfahren.

Also hängt alles vom Ziel ab. Wenn du weißt, dass der Abstieg neues Material mit sich bringt, mit dessen Hilfe du deine nächste Stufe aufbauen kannst, bereitet dir das etwa keine Freude?

Wenn das Durcheinander und das Unverständnis aufkommen, wenn alles vor den Augen „verschwimmt“, freue ich mich. Denn in Anschluss an die Finsternis werde ich neues Wissen, ein neues Gefühl, eine neue Annäherung, eine neue Enthüllung erlangen.

In der auf mich niedergestiegenen Finsternis, in der Gefühls- und Geistesverwirrung schaue ich mich von der Seite an, löse mich von dem Wirrwarr und der Wehmut und messe den bevorstehenden Aufstieg daran.

Genauso hat Rabbi Schimon, als er sich als „Schimon vom Markt“ gefühlt hat, begriffen, dass er vor dem Aufstieg zur Endkorrektur steht.

Und obwohl wir solche Höhen noch nicht erreicht haben, musst du trotzdem, wenn dich die Machtlosigkeit überkommt und ein Schleier die Sonne verdeckt, darin eine Vorbereitung sehen. Auf diese Weise kommt das Material der nächsten Stufe zum Vorschein, das noch nicht realisiert ist, noch nicht die richtige Form angenommen hat.

In einem solchen Moment darfst du nicht die Hände in den Schoß legen und sitzen bleiben, während du Kräfte sammelst, sondern musst im Gegenteil anfangen zu arbeiten. Versuche das Hindernis sofort zu überwinden und dich aus der Finsternis, selbst aus der kleinsten, herauszuziehen. Gerade dadurch wird das ganze Material, das sich am Prozess beteiligen muss, schneller in die Arbeit einbezogen.

Du hast die Möglichkeit, dich täglich systematisch mit Hilfe der Gruppe und des Studiums vorzubereiten. Bleibe jeden Tag in Verbindung, lasse den spirituellen Faden nicht los, selbst wenn er über Kopfhörer eines mp3-Players geht. Lass dich an das Ziel erinnern, denn während des Abstiegs schaltest du dich davon ab.

Wenn du dich ständig unter dem Einfluss einer richtigen Umgebung befindest, wirst du selbst beim Verstärken des Negativen deinen Zustand von der Seite betrachten und ihn analysieren können. Das wird dir erlauben, anders an die Geschehnisse heranzugehen. Die Freude geht daraus hervor, dass du den nächsten Zustand aufbaust.

Nur der völlige Abriss der spirituellen Verbindung, der durch eine ungenügende Vorbereitung ausgelöst wurde, nimmt dir die Möglichkeit, zu arbeiten. Auf alle Lebenssituationen kann man sich so vorbereiten, dass man niemals die gute Einwirkung verliert. Wenn du die Gruppe wirklich schätzt, wird die Freude dich niemals verlassen.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 19.11.2010



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Das Kräftefeld aus Liebe und Güte

„Shamati“, Art. 1. Es steht geschrieben: es gibt niemanden außer Ihm“, was bedeutet, dass es keine andere Kraft auf der Welt gibt, die in der Lage wäre, etwas gegen den Schöpfer auszurichten.


Es gibt eine einzige Höhere Kraft, die das gesamte Universum lenkt. Und dass der Mensch sieht, dass es in der Welt Dinge und Kräfte gibt, welche die Existenz der Höheren Lenkung verneinen, – d.h. es scheint uns, als handle in der Welt eine Mehrzahl von gegeneinander ankämpfenden Kräften, die Macht übereinander gewinnen, und man die Hilfe der Einen gegen die Andere erlangen kann, indem man diese „Mehrherrschaft“ nutzt, – so liegt der Grund dafür darin, dass dies der Wunsch des Schöpfers ist.

Diese eine Kraft, die über die gesamte Macht verfügt, hat gewollt, dass wir uns so zwischen der Mehrzahl von Kräften und Wünschen, Arten und Eigenschaften verwirren, dass wir selbst beginnen, aus diesem ganzen Durcheinander diese einzige Kraft zusammenzusetzen.

Es kommt uns so vor, als sei das Leben vielseitig und kompliziert, aber wir müssen es zu einem Verlangen zusammenführen, zu einem Ziel, zu einer handelnden Kraft.

So lehren wir für gewöhnlich die Kinder, indem wir sie als Übung etwas Gebrochenes, Unfertiges und Unvollständiges montieren und reparieren lassen – damit sie selbst korrigieren und ergänzen. Genau so müssen wir in jedem Augenblick unseres Lebens handeln.

Uns scheint, das man im Leben hart arbeiten und Anstrengungen unternehmen muss. Wenn wir aber hinter all diesen materiellen Handlungen nur Eines tun würden, nämlich die Höhere Kraft ergänzen, um zu sehen, dass Er allein handelt – dann müssten wir nichts weiter tun!

Wir arbeiten in der materiellen Welt und produzieren vielerlei Dinge, doch in Wirklichkeit verstecken wir uns einfach von der Lösung eines einzigen winzigen Problems – zu entdecken, dass hinter all diesen Hindernissen und Erledigungen, Gedanken und Klärungen nur eine Kraft mir gegenüber steht.

Es gibt mich und Ihn, und zwischen uns hat Er dieses ganze Bühnenbild aufgebaut, das mich verwirrt, damit ich durch dieses Bühnenbild zu Ihm durchdringe und fühle, dass es gerade von Ihm kommt! Das heißt Klärung.

Und wenn ich in jedem Augenblick meines Lebens, was immer ich tue: ob ich mit jemandem spreche, jemand mich angreift oder, im Gegenteil, mit Güte kommt, etwas mit meiner Gesundheit geschieht, mit dem Geld, der Stellung, auf der Arbeit, in der Familie; wenn ich hinter jedem Fall den Schöpfer zu enthüllen versuche, dann werde ich beginnen, alles zu einem einzigen Netz zusammenzufügen, als würde ich ein Bild stricken.

Ich werde beginnen, dieses System von Verbindungen zu sehen und zu offenbaren – Sein Programm, die Beziehung zu mir durch all diese Menschen und diverse Lebenssituationen.

Ich werde plötzlich verstehen, was in der Vergangenheit passiert ist, und beginnen zu erraten, was Er mit mir in der Zukunft tun wird. Er eröffnet mir ein wenig, was man mit diesem oder jenem Problem tun soll, indem Er mich lehrt wie ein kleines Kind. Und ich muss dieses Leben als die bloße Suche nach Ihm annehmen – Ihn suchen und finden! Und nach all meinen Mühen stets sehen, dass es „Niemanden gibt außer Ihm“, und dass alles nur von Ihm kommt!

Soweit, dass in den schwersten und unangenehmsten Situationen, wenn ich zur vollkommenen Verzweiflung und Müdigkeit gelange und sie überhaupt nicht mit dem Schöpfer in Verbindung bringen kann, ich dennoch beginne, sie auf den Schöpfer auszurichten und zu suchen, warum das in dieser Form und woher zu mir kam. Und dann entdecke ich, wie gut es ist…

Ich beginne, alle Komponenten des Gesamtbildes zu ordnen und stelle plötzlich fest, dass Er alles nur zu meinem Wohl eingerichtet hat, und mir hilft, zu immer neuen Entdeckungen zu gelangen!

Im Endeffekt offenbare ich, das alles um mich herum ein verbundenes Netz Seiner Beziehung zu mir durch das gesamte Universum und durch alle höheren Welten ist. Mich umgibt ein Kräftefeld Seiner Liebe, in dessen Mitte ich mich befinde. Das wird als die Offenbarung des Schöpfers an seine Geschöpfe bezeichnet.

Aus dem 7. Kongressunterricht



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Die Sprache, über die keine Zeit herrscht

Eine Frage, die ich erhielt: Was soll man lieber lesen während des Unterrichts: Primärquellen auf Hebräisch, ohne den Text zu verstehen, oder die Übersetzung?

Meine Antwort: Das ist eine große Frage. Eigentlich, ist das Vokabular von der Wissenschaft der Kabbala klein, so, dass der Schüler sich relativ schnell daran gewöhnen kann.

Es handelt sich um ca. 200 Wörter und wenn du dir diese merkst, wirst du auch den hebräischen Text verstehen. Wir sehen das am Beispiel der moskauischen Gruppe, welche die Primärquellen in Originalsprache liest.

Ich denke nicht, dass in der Zukunft jemand, der das Ziel erreichen will, Kabbala in einer anderen Sprache studieren sollte, denn das ist sehr schwierig. Wir haben uns ja mit dem Studium von hebräischen Buchstaben, ihrer graphischen Gestalt und inneren Sinn noch nicht befaßt.

Die Kenntnisse in kabbalistischer Sprache sind sehr hilfreich. Ich bin mir sicher, dass du auch so schon die Hälfte von Begriffen in hebräisch kennst. Ich glaube jedoch, dass man ohne Verständnis der Quelle nicht weiterkommt.

Stimmt, es ist nicht so einfach. Es handelt sich um eine besondere Sprache, die vom Lateinischen ziemlich weit weg ist. Aber was kann man hier tun, das Licht kommt von rechts nach links, deshalb hat Hebräisch diese Sprachrichtung.

Außerdem, das Schreiben Selbst wird von rechts nach links und von oben nach unten ausgeführt, entsprechend der Verbreitung der Lichter Chassadim und Chochma. Aus diesen Elementen bestehen alle Buchstaben. Ihre Form ist durch verschiedene Zusammensetzungen von den höheren Kräften bestimmt.

Die Sprachgesetzte und seine Grammatik haben auch eine spirituelle Grundlage. Diese sind auf der gegenseitigen Verbindung von Malchut und Bina aufgebaut. Im Hebräischen gibt es keine Regel, die von einem Menschen ausgedacht wurde.

Seit der Zeit von Adam, der vor 5772 Jahre geboren wurde, hat sich in dieser Sprache nichts geändert, weder in Schrift noch im mündlichen Sprachgebrauch. Wenn du einen Menschen treffen würdest, der vor Tausenden von Jahren in Ägypten oder Babylon lebte, würdest du dich mit ihm leicht verständigen können.

Hier hängt alles von der höheren Wurzel ab. Dieser ändert sich nicht. Die Gesetzte der Zusammenwirkung von Malchut und Bina sind ewig, von daher ändert sich die Sprache auch nicht.

Andere Sprachen transformieren sich, entsprechend der Mentalität und der Sitten. Vor tausend Jahren sprachen deine Vorväter eine Sprache, die du heute kaum verstehen könntest. Die Form der Buchstaben änderte sich ebenso mit der Zeit.

Aber Hebräisch ist keine menschliche Sprache, sondern eine Projektion (Abbildung) von höheren Kräften und ihrer Kombinationen. Und obwohl für uns moderne Menschen er manchmal unpraktisch erscheinen mag, wir haben keine Wahl. Die Kabbalisten können ihre Wissenschaft durch keine andere Weise vermitteln.

Aus einem Unterricht über den Artikel „Das Wesen der Religion und Ihr Ziel“, 15.11.2010



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Kabbalisten über Kabbala heute, T.5

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.

Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Möglichkeit der Befreiung

Unsere Generation ist die Generation des Messias (die Generation die sich aus dem Egoismus in die Eigenschaft des Gebens und der Nächstenliebe erhebt).

Deshalb wurden wir dessen gewürdigt, in unser Land zurückzukehren (um nicht von der fremden Macht abhängig zu sein und dies schaffen,einen Staat, in Form einer Gruppe, der zum Schöpfer Aufsteigenden) und der Enthüllung des Buches Sohar, was den Anfang der Prophezeiung gekennzeichnet: „Und die Erde erfüllt sich (das vom Schöpfer erschaffene Verlangen zu genießen) mit dem Wissen (Licht des Schöpfers)“, „Und sie werden einander nicht mehr lehren (durch religiöse Erzählungen), denn alle werden Mich kennen, von Kleinen bis zu Großen“.(vom Kleinen bis zum Großen oder von den Kleinen bis zu den Großen)

Aber wir wurden dieser Enthüllung gewürdigt nur in Form eines Geschenks des Schöpfers von oben, aber wir selbst haben ihn noch nicht empfangen (sind noch nicht bereit, eine Korrektur in Leben umzusetzen). Durch diese Enthüllung wurde uns nicht mehr als eine Möglichkeit gegeben, den spirituellen Aufstieg und die Korrektur der eigenen Natur mit der Absicht um des Schöpfers Willen zu beginnen, – und dann werden wir mit allem gewürdigt, was der Generation des Messias versprochen wurde, und was die vorigen Generationen noch nicht kannten: „vollkommene Erkenntnis“ (der Höheren Welt, des Schöpfers),  „völlige Erlösung“ (von egoistischer Natur).

Aus dem Artikel „Zum Abschluss des Buches Sohar“



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Machsom ist eine psychologische Barriere

Es ist unmöglich, die spirituelle Erfüllung auf direktem Wege, so wie ein kleines Kind nach einem Spielzeug greift, zu erhalten. In einer solchen Form kann man nur dieses Leben in unserer Welt erhalten.

Du existierst auch jetzt in der Welt der Unendlichkeit, in einer grenzenlosen Realität, doch weil deine Existenzform das Greifen, das Empfangen, das Sich-Erfüllen auf egoistische Art und Weise beinhaltet, kannst du aus dieser ganzen unendlichen Welt nur einen winzigen Lichtfunken enthüllen und dich damit zu erfüllen, was als ein „dünnes Leuchten“ bezeichnet wird, welches dir die Empfindung dieser Welt gibt. Auf egoistische Art und Weise wirst du nicht mehr als das empfangen können!

Doch diese egoistische Erfüllung, die dir in Form von einem „dünnen Leuchten“ dieser Welt gestattet wird, ist dir absichtlich gegeben worden, damit du dich von diesem Moment, von dieser Stufe an für das Empfangen nach einer anderen Methode entwickeln kannst – außerhalb von dir, indem du dich selbst daran beteiligst, als dem Schöpfer ähnlich, entsprechend und gleich!

Von unserem ganzen riesigen Gefäß/Verlangen füllen wir lediglich einen winzigen Teil aus und nehmen ihn wie „diese Welt“ wahr. Auf direktem Wege kann man auch nichts Größeres empfangen! Das ganze restliche Verlangen kann nur in der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, „um des Gebens willen“ erfüllt werden.

Deshalb teilt der Schöpfer unser Wahrnehmungsgefäß in zwei Teile: diese Welt und die höhere Welt, und setzt zwischen ihnen eine Sperre – den „Machsom“ – ein. Das ist eine gewisse psychologische Barriere (Machsom), weil ich unter ihr, innerhalb von mir, in dieser Welt für mich empfange. Alles Andere kann ich ebenfalls empfangen, doch ich glaube, dass das andere, für mich außenstehende und fremde Menschen sind!

Du kannst das alles haben, unter der Bedingung, dass du dieses psychologische Wahrnehmungsproblem, wenn dir das alles als fremd vorkommt, überwindest. Du musst anfangen, es für deins zu halten, dich anzunähern und zu fühlen, dass alles, was sich außerhalb von dir befindet, in Wirklichkeit dir gehört. Und dann wirst du alles bekommen, alle Welten: Assija, Jezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon und letztendlich die Welt der Unendlichkeit!

Das größte Problem besteht darin, anzufangen, die Verlangen, die dir fremd vorkommen, als eigene wahrzunehmen. Und dann wird alles, was du in sie empfängst, zu deiner spirituellen Welt.

Dafür müssen wir nur das höhere Licht anziehen, welches uns zeigt, dass wir alle miteinander verbunden sind und innerhalb eines gemeinsamen Körpers existieren. Und erst wenn das höhere Licht mir auf diese Weise die Augen öffnet, beginne ich, die spirituelle Welt zu erkennen.

Alles wird einfach und klar sein, in mir bleibt kein Widerstand zurück, denn ich werde sehen, wie alle diese Teile wie die Organe eines gemeinsamen Körpers mit mir verbunden sind. Wir haben auch niemals getrennt voneinander existiert! Ich habe geglaubt, dass wir getrennt sind – doch getrennt sind nur unsere Körper! Und wenn man tiefer, ins Innere, schaut, enthüllt sich dort das System unserer gegenseitigen Verbindungen. Und all das vollbringt das höhere Licht!

Aus der 7. Kongresslektion vom 11.11.2010



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Man braucht keine Angst zu haben

Eine Frage, die ich erhielt: Was lehrt die Wissenschaft der Kabbala darüber, wie ich mich dem gegenüber, was mein Leben bedroht, verhalten soll: Krieg, terroristische Anschläge, Raketengeschoße oder einfach ein Raubüberfall?

Meine Antwort: Solange wir noch nicht korrigiert sind, müssen wir in unserer dementsprechend ebenfalls unkorrigierten Welt leben, während wir uns selbst und dadurch die Welt korrigieren. Und solange muss sich jeder entsprechend dem, was in der Gesellschaft, in der Welt üblich ist, verhalten. Und dabei sich selbst korrigieren, sprich in sich selbst und in der Welt die Höhere Kraft, die Eigenschaft des Gebens und der Liebe enthüllen. In dem Maße der Enthüllung werden unsere Hasser allmählich zu unseren Freunden, alles Schlechte verschwindet.

Doch solange müssen wir uns entsprechend unseren unkorrigierten Eigenschaften verhalten. Denn alle meine Hasser und Feinde sind das Böse, das in mir enthalten ist und sich in einer solchen Form äußert. Ich projiziere sie nach außen, darum existieren sie.

Doch wenn ich an ihrer Stelle die Kraft des Schöpfers, die hinter ihnen steht, sehe, werden sie plötzlich zu untrennbaren Teilen von mir. Deswegen sollte man keine Angst haben, man muss Korrekturen vornehmen.

Ich bin mir sicher, dass einem Menschen nichts Böses zustoßen kann, wenn er ständig darauf gerichtet ist, dass „es niemanden außer Ihm gibt“.

Aus der 7. Kongresslektion vom 11.11.2010



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Das spirituelle Leben wahrnehmen

Jeder Kongress bedeutet Vereinigung von vielen Menschen: von Anfängern bis hin zu Fortgeschrittenen, die sehr unterschiedlich, aber durch ein gemeinsames Ziel vereint sind – den Sinn des Lebens zu enthüllen, zu erfahren, wo sich jener Ort befindet, zu dem wir gelangen müssen, jener Ort, für den es sich wirklich zu leben lohnt, um sein Leben nicht umsonst zu vergeuden.

Genau dazu ist die Wissenschaft der Kabbala bestimmt – uns an den wichtigsten und zentralsten Punkt, die Enthüllung des Schöpfers den Geschöpfen, zu bringen. Enthüllung bedeutet, dass wir hier, in diesem Leben, in dieser Welt, die Stufe, den Status des Schöpfers erreichen.

Um das zu tun, ist eine große Kraft nötig. Keiner von uns hat diese Kraft, sie existiert nur in der Verbindung zwischen uns. Und der Schöpfer hat es absichtlich so gemacht.

Weil ich, wenn ich Ihn erreichen will, die gleiche Natur wie Er haben muss. Sich Ihm anzunähern, bedeutet, immer mehr von Seinen Eigenschaften zu erlangen.

Denn ich nähere mich Ihm nicht physisch, sondern im Geiste an, und enthülle Ihn in meinen neuen Eigenschaften, die genauso wie Seine sind. Und wie kann ich diese Eigenschaften erlangen? – Mir wird gesagt, dass sie meiner Natur entgegengesetzt sind. Doch ich weiß nicht, was „entgegengesetzt“ bedeutet.

Ich kann höchstens verstehen, was „weiß“ anstelle von „schwarz“ bedeutet. Doch was bedeutet „entgegengesetzt“, wenn ich voll und ganz nur in einer Natur existiere?

Der Schöpfer hat die gesamte Wirklichkeit in zwei Teile aufgeteilt: ich und das, was sich außerhalb von mir befindet. Und entweder hasse ich das, was sich außerhalb von mir befindet, oder ich liebe es, aber nur, um es für meine Zwecke zu benutzen.

Auf dem Kongress wurde mir also die Möglichkeit gegeben, mich mit sehr vielen Menschen zu verbinden, die sich außerhalb von mir befinden. Wenn ich anfange, sie als einen Teil von mir wahrzunehmen, weil ich begreife, dass wir, falls wir uns verbinden, zu einem gemeinsamen Ziel gelangen, dann werden wir durch diese Verbindung die gleiche Eigenschaft wie der Schöpfer bilden, erschaffen, ja buchstäblich aufbauen. Das wird als korrigiertes spirituelles Gefäß bezeichnet.

Du und ich, wir beginnen uns zu verbinden, und jene Verbindung zwischen uns, die sich früher als Abstoßung, Hass, Verachtung, Neid, Macht des Einen über den Anderen usw. geäußert hat, verwandelt sich in Liebe und Vereinigung.

Und diese Vereinigung erreichen wir nicht in dir und nicht in mir, sondern zwischen uns! Diese Vereinigung wird zum Kli, in dem wir den Schöpfer wahrnehmen können: du und ich – wir beide zusammen!

In diesem Kli werden wir unser spirituelles Leben wahrnehmen. Es ist mit Blut zu vergleichen, das zwischen den Zellen und Organen unseres Körpers zirkuliert und sie mit Sauerstoff, dem Leben, versorgt.

Denn unser Körper lebt dank dieser Zirkulation, dank der Verbindung, die zwischen allen seinen Teilen existiert. Jedes Organ gibt an die anderen, denkt nicht an sich, sondern an die anderen.

So funktioniert unser Körper auf der tierischen Stufe. Und eine eben solche Verbindung müssen wir auf der Stufe „Mensch“ erreichen – bewusst, auf eigenen Wunsch.

Aus der 7. Kongresslektion vom 11.11.2010



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