Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Es ist schwer, Gott zu sein, aber möglich

Frage: Welchen absolut unglaublichen Wunsch könnte man sich vorstellen, der die Menschen rufen ließe: „Nein, so was!“?

Meine Antwort: Stellen Sie sich vor, dass der Mensch alles kann! Er kann unsterblich, allwissend, unendlich, allmächtig sein, aber nur in dem Maße, in dem er wünscht, alles, was er erlangt, an andere Menschen weiterzugeben , ohne etwas für sich zu lassen, er soll einfach nur Überträger sein.

Zwischenbemerkung: In der Schule habe ich einen Besserwisser sagen gehört: „Ich will  Gott sein! Ich will, dass mein Genuss keine Grenzen kennt und immer schneller und weiter  wächst, und zwar exponentiell“. Gibt es ein solches Wachstum in dieser Welt?

Meine Antwort: Natürlich. Doch einen Gott gibt es nicht. Die Stufe, die wir bei der allgemeinen Lenkung erreichen, ist auch die Stufe Gottes, die Stufe des Schöpfers.

Ist es schwer, Gott zu sein? Vielleicht. Aber es ist möglich.

Zwischenbemerkung: Er hat außerdem gesagt: „Ich möchte mein eigenes Universum erschaffen und dass dort Menschen leben…”

Meine Antwort: Er erschafft es auch. Nicht nur ein, sondern viele Universen, die ineinander eingebettet sind. Am Ende erreicht er den Zustand der absoluten Enthüllung  und Erfüllung, der als die Welt der Unendlichkeit bezeichnet wird, über der keine Wünsche mehr in ihm aufkommen. Dort ist Schluss.

Und was kommt weiter? Wir können nichts darüber sagen, was weiter kommt, denn wir kennen in unserem begrenzten Rahmen keinen Zustand, der Unendlichkeit heißt, wenn wir über das Ende bzw. ohne  dieses Ende reden, das wir noch ein bisschen weiter fortsetzen können.

Ein “Weiter” gibt es einfach nicht, es verschwindet die Kategorie der Entfernung, der Grenze an sich.

Auszug aus der TV-Sendung „Gespräche mit Michael Laitman“, 11.03.2012



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Wann entstehen spirituelle Probleme?

Kongress in Georgien. Lektion 3

Frage: Als während des Workshops die Frage gestellt wurde: „Wie können wir uns über unsere Unterschiede erheben, um Gemeinsamkeiten zwischen uns zu finden?“, haben wir versucht, es zu klären, und sind zu der Erkenntnis gekommen, dass wir keine Unterschiede zwischen uns feststellen können. Gibt es also nichts, worüber wir uns erheben können?

Meine Antwort: Wenn es keine Unterschiede zwischen euch gibt, dann ist es nicht gut. Es gibt keine Probleme?! Das heißt, alle scheinen nett, freundlich zu sein, alle stehen einander nah, alles ist gut? Dann ist das keine Gruppe.

Frage: Sollen wir nach Problemen suchen?

Meine Antwort: Nein, ihr sollt nicht nach Problemen suchen.

Es ist so, dass wenn wir richtig miteinander arbeiten und nach Einheit streben, dann decken wir Probleme auf.

Wenn wir uns einfach so treffen und in der Gruppe studieren, gemeinsam Raummiete bezahlen, in der Verbreitung arbeiten und zwischen uns alle möglichen Missverständnisse entstehen, dann sind es einfache, menschliche Missverständnisse, die es überall, in jeder Gemeinschaft gibt. Wir ärgern uns sehr über diese ganzen Probleme, wir streiten miteinander, manchmal gehen die Gruppen sogar auseinander oder werden von manchen Menschen verlassen. Das sind ganz und gar nicht die Probleme, von denen wir reden.

Echte, spirituelle Probleme entstehen dann, wenn Menschen einander entgegenstreben und nicht, wenn sie einfach die Miete zusammen zahlen, gemeinsam studieren usw. Und dieses Streben erzeugt Widerstand, alle möglichen Zusammenstöße.

Sie nehmen diese Zusammenstöße als Eifersucht, Neid, Unstimmigkeiten wahr – keine gewöhnlichen, alltäglichen, sondern innere Unstimmigkeitenauf der spirituellen Ebene. Sie empfinden sich als spirituell entgegengesetzt, spüren großen Neid in Bezug aufeinander und andere ähnliche Abstoßungen.

Solche Beziehungen entstehen dann, wenn sie versuchen, sich zu verbindenund sich eine entgegenwirkende Kraft bildet – genau diese Bewegung der Abstoßung voneinander ist der böse Trieb. Das heißt, es ist nicht einfach die egoistische Eigenschaft des Menschen und seine Natur, sondern eben das, was in einer kabbalistischen Gruppe, die der Einheit entgegenstrebt, entsteht.

Wenn wir Artikel über den bösen Trieb des Menschen lesen, dann ist in ihnen jener Egoismus gemeint, der über der spirituellen Vereinigung, über dem Bestreben, zusammen zu sein, die innere Verbindung zu finden, entsteht.

Dort entsteht bereits die spirituelle Abstoßung. Darum steht geschrieben: „Ich erschuf den bösen Trieb und ich erschuf (das Licht) die Tora zu dessen Korrektur“. Dabei steht geschrieben: „Den bösen Trieb hat der Mensch von Geburt an“. Was bedeutet „von Geburt an“? Von der Geburt des Menschen in uns.

Ab welchem Stadium beginnt die Geburt des Menschen in uns? – Wenn wir versuchen, uns zu verbinden, um zu einem gemeinsamen Menschenbild zu werden, und in uns der Widerstand erwacht. Genau das ist der böse Trieb des Menschen in uns. Und von da an soll die Korrektur zu ihm kommen.

Doch davor haben wir nichts zum Korrigieren. Alle unsere kleinen tierischen Probleme in der Familie, auf der Arbeit und untereinander, wenn wir einfach zusammenkommen, um etwas zu studieren, über etwas zu diskutieren, sagen wir mal, über den Raum oder das Programm – das alles hat nichts mit der Spiritualität zu tun, sondern geht ihr nur voraus.

Darum steht im Sohar geschrieben, dass wenn die Schüler von Rabbi Schimon (und sie waren große Kabbalisten, auf einer sehr hohen Stufe, weit über die Grenzen der Erkenntnis von gewöhnlichen Kabbalisten hinaus) zum Studieren zusammenkommen und einander entgegenstreben, entdecken sie großen Hass untereinander, und jeder von ihnen spürt, dass er bereit ist, die anderen einfach zu verbrennen.

Frage: Was ist dann das Rezept für die möglichst korrekte Vorbereitung auf diese „Verhärtung des Herzens“, wenn ich genau weiß, dass sie kommt?

Meine Antwort: Nur das Streben nach Verbindung. Wenn diese Verbindung richtig ist, werdet ihr riesigen gegenseitigen Hass, Abstoßung, Neid, Stolz und andere egoistische Eigenschaften empfinden. Ich wünsche es euch.

Frage: Wenn wir diesen Zustand überwinden, wo gehen wir dann hin?

Meine Antwort: Wenn ihr diesen Zustand überwindet, geht ihr nirgendwo hin. Denn wenn ihr ernsthaft untereinander arbeitet, stellt ihr fest, dass ihr diesen Zustand nicht überwinden könnt. Und dann entsteht das Bedürfnis nach dem Schöpfer in euch, damit Er euch miteinander verbindet.

Auszug aus der 3. Kongresslektion in Georgien, 06.11.2012



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Laitman hautnah: Das Geheimnis der Wiedergeburten der Seelen

„Laitman hautnah“ – Unbefangene Interviews mit dem weltberühmten Kabbalisten Rav Dr. Michael Laitman über die Themen Spiritualität, Weisheit der Kabbala und den Sinn des menschlichen Lebens.



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Was schätze ich an dem Freund?

Kongress in Georgien. Lektion 2

Die Liebe zu den Freunden besteht darin, dass ich niemanden von ihnen liebe. Ich wünsche mir naturgemäß, jeden von ihnen mir unterwürfig zu machen – sie sollen mir dienen und das tun, was ich will. Oder überhaupt: wozu brauche ich sie? Sie sollen ganz verschwinden.

Das ist eine „normale“ Haltung des Menschen allen anderen gegenüber.

Die Liebe zu den Freunden besteht darin, dass mir ihre Eigenschaften, ihre mentalen oder physischen Probleme oder im Gegenteil Erfolge, egal sind – für mich sind nur die Punkte im Herzen wichtig. Sie sind das, was ich liebe. Alles andere muss ich nicht lieben.

Im Grunde genommen ist noch nicht einmal das Geschlecht wichtig. Wir müssen Abstand  von den äußeren Erscheinungen gewinnen, uns möglichst weit von ihnen entfernen. Dann beginnen alle andern Faktoren einander plötzlich zu ergänzen.

Denn mit den Punkten im Herzen ergänzen wir einander nicht – wir verbinden sie einfach, in ihnen herrscht Einvernehmen zwischen uns. Und sobald wir die Punkte im Herzen verbunden haben, beginnen sich alle unsere vollkommen unterschiedlichen Charaktere und Eigenschaften plötzlich wie Zahnräder untereinander zu verbinden. Genauso sind zwei Kupplungsscheiben miteinander verbunden – und der ganze Mechanismus beginnt sich fehlerlos zu drehen. Wenn wir die Punkte im Herzen miteinander verbinden und uns über alle anderen Eigenschaften erheben, ohne sie zu beachten, erreichen wir die ideale Verbindung zwischen uns.

Wie machen wir das? Ich liebe und schätze an dem Freund sein Bestreben nach der Einheit, nach dem Schöpfer. Ich finde, dass er mir darin überlegen ist, darin ist er höher als ich, danach strebt er mehr als ich. Auf diese Weise sehe ich die Freunde als „die Größten der Generation“ sozusagen. Wenn ich den Freund in dem Wichtigsten erhebe, ohne seine anderen irdischen Eigenschaften auch nur im Geringsten zu beachten, komme ich ihm auf diese Weise näher, stelle mich unter ihn. Und so verbinden wir uns.

Als „Freundesliebe“ wird eine eben solche Verbindung unserer Punkte im Herzen zu einem Ganzen bezeichnet, ausgenommen alles andere. Und dabei müssen wir einander helfen. Ich kann meinen Freunden in der Gruppe alle möglichen Gefälligkeiten erweisen, ihnen bei irgendwelchen irdischen Problemen helfen, aber nur wenn wir wirklich Teile einer Gruppe darstellen und versuchen, unsere Punkte zu vereinen.

Kabbala verhält sich sehr hart einer gewöhnlichen Hilfeleistung gegenüber. Warum? Weil sie die Absicht von dem Menschen verlangt! Und hier muss ich mich einer sehr genauen Analyse unterziehen: wozu mache ich das? Nicht einfach, weil mir jemand leid tut, weil mir das peinlich ist, weil ich nicht als kaltherzig dastehen will usw. Nein, ich stelle mir eine andere Bedingung – ich möchte es tun, weil wir dadurch Einheit erreichen. Und nur deshalb!

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Georgien, 06.11.2012

 



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Was bedeutet „Gruppe“?

Kongress in Georgien. Lektion 2

Frage: Unter welchen Bedingungen können wir sagen, dass die Gruppe Erfolg hat, dass sie sich dem Ziel entgegenbewegt?

Meine Antwort: Die Gruppe, die sich dem Ziel entgegen bewegt, ist eine Versammlung von Menschen, die ein gemeinsames Ziel haben, welches sie kennen, welches sie untereinander erkennen, wahrnehmen. Sie studieren gemeinsam kabbalistische Quellen, prüfen sich anhand dieser Quellen, arbeiten daran, ihre Punkte im Herzen zu vereinen. Das heißt, das Wichtigste für sie ist, sich zu verbinden, ohne auf andere Eigenschaften zu achten.

Wenn der Mensch der Einheit entgegenstrebt, um den Schöpfer zu enthüllen, genügt das, damit er zu meinem Freund wird, selbst wenn er in allem anderen ein sehr unangenehmer Mensch zu sein scheint – es ist unwichtig. Allmählich werden wir alle erkennen, wie wir uns aneinander anpassen, einander näher kommen können.

Die Gruppe ist eine Versammlung von Menschen, die verstehen, dass sie, um den Schöpfer zu erreichen, an sich arbeiten, studieren und ein bestimmtes Leben führen müssen. Sie müssen regelmäßig zusammenkommen und in Kontakt miteinander sein, der sie ständig zur Verbindung anregen sollte.

Einfach nur einen Raum zu mieten und sich dort zu treffen bedeutet noch lange nicht, dass die Gruppe es zu etwas gebracht hat. Wir treffen uns physisch, lesen zusammen, gehen wieder auseinander und schon sind wir eine Gruppe? In der Kabbala wird alles nicht durch physische Körper, sondern durch innere Erweckung bestimmt.

Als Gruppe wird das Streben der Punkte im Herzen, zu einem Ganzen zu werden, verstanden. Nur dann wird das als „Gruppe“ bezeichnet. Darum müssen wir noch viel daran arbeiten.

Wenn aber die Menschen alle zusammen nach einem Ziel streben, weil sie begreifen, dass sie nur durch Verbindung über alle Gegensätzlichkeiten in dieser Eigenschaft den Schöpfer herausheben und dabei das Zerbrechen überwinden können, dann werden sie zu einer Gruppe.

Daraus folgt, dass alle unsere gegensätzlichen Eigenschaften ein einziges egoistisches Verlangen sind. Alle unsere egoistischen Verlangen, die im Widerspruch zueinander stehen, befinden sich jetzt quasi in einem Sack. Und über diesen Eigenschaften vollziehen wir eine Einschränkung (Zimzum) und bauen einen Schirm (Massach) auf und richten unsere Punkte zum Schöpfer, zur Ähnlichkeit, zum Geben aus.

Also bleiben unsere vereinten egoistischen Verlangen unten, und unsere Absichten zur Vereinigung, zum Bestreben nach dem Schöpfer, zur Ähnlichkeit mit Ihm befinden sich oben, über ihnen. Auf diese Weise beginnt sich bei uns bereits die Seele, sprich ein gemeinsamer Parzuf, zu bilden.

Es existiert eine einzige Seele. Es gibt keine Vielzahl von Seelen. Alle und jeder hat nur ein einziges Kli (Gefäß). Wenn wir es quasi erschaffen, stellen wir auf diese Weise plötzlich fest, dass es dieses bereits gibt! Wir haben nur versucht, es zu erkennen und haben durch unsere Versuche plötzlich entdeckt, dass wir darin bereits existieren, weil diese einzige ganzheitliche Schöpfung bereits existiert und das Zerbrechen nur in Bezug auf unser Bewusstsein stattgefunden hat. Und wenn wir nach vorne streben, erheben wir uns über unsere heutige Wahrnehmung.

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Georgien, 06.11.2012



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Die allgemeine Pflicht

Kongress in Georgien. Lektion 1

Frage: Kann jeder Mensch entlang der spirituellen Treppe hinaufsteigen, und was wird mit den Menschen passieren, die nicht hinaufsteigen können?

Meine Antwort: Jeder Mensch soll und wird verpflichtet sein, das Gleichgewicht, die Harmonie mit der Natur, mit dem Schöpfer, mit den anderen Menschen zu erreichen. Jeder!

Was wird mit den Menschen passieren, die es nicht wollen? Die Natur wird sie mit dem Stab zum Glück vorantreiben sowie so lange schlagen, bis sie es endlich wollen. Sie wird sie so hart schlagen, dass keine Aufseher notwendig sein werden. Dann wird der Mensch allmählich beginnen, sich zu fragen: „Warum geschieht das? Warum passiert mir das? Was mache ich falsch?“, denn die Schläge belehren ihn allmählich.

Die Kabbala hilft uns anhand der wenigen Schläge, anstelle von hunderten und mehr, zu verstehen, was von uns verlangt wird. Im Prinzip macht sie nichts anderes, indem sie uns einfach hilft zu verstehen, worin das Problem des Lebens besteht, und wie es zu lösen ist.

Auszug aus der 1. Lektion des Kongresses in Georgien, 05.11.2012



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Die spirituelle Sehkraft und und das spirituelle Gehör

Kongress in Georgien. Lektion 1

Frage: Was bedeutet die spirituelle Sehkraft und das spirituelle Gehör?

Meine Antwort: Das erste Stadium des Begreifens heißt „ich hörte“ und das zweite Stadium „ich sah“. Aber es handelt sich nicht um die Ohren und die Augen, sondern um das Niveau, die Tiefe des spirituellen Begreifens.

Wenn der Mensch den Zustand „tue niemandem etwas Böses an“ erlangt, dann befindet er sich im Zustand „ich hörte“. Wenn er außerdem das Niveau „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ erreicht, dann wird er das Niveau „ich sah“ erlangen.

Auszug aus der 1. Lektion des Kongresses in Georgien, 05.11.2012



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Filtere alles Unnötige heraus

Kongress in Georgien. Lektion 2

Die Kabbalisten schreiben die Gesetze der Gruppe auf, nachdem sie alles selbst erlebt haben. Das Ziel des Aufbaus einer Gruppe besteht darin, sich zu verbinden und dem Schöpfer ähnlich zu werden. Eine Gruppe entsteht folgendermaßen: es kommen Menschen zusammen, die diesen Zustand erreichen müssen. Die Gruppe muss natürlich verstehen, dass sie genau deswegen existiert. Es kommen Anfänger dazu, die das noch nicht verstehen, noch nicht begreifen, doch letztendlich erklären wir ihnen in kürzester Zeit, wofür die Gruppe existiert, und zwar nicht unter Druck, sondern führen sie nach und nach an diesen Zustand heran.

Die Gruppe muss einheitlich sein, es darf keine Schrägstellungen in ihr geben. Das ist kein Unternehmen mit Vorgesetzen und Untergebenen – in einer kabbalistischen Gruppe von Freunden kann es so etwas nicht geben. Es geschieht alles nur gemeinsam.

Auf dieser Grundlage gründen wir alle möglichen Abteilungen, die die Gruppe bedienen, unterstützen, halten, verschiedene Beschäftigungen, Feste, Mahlzeiten usw. organisieren. Das alles muss genauestens mit der Eigenschaft der Einzigartigkeit eines jeden und der Einheit von uns allen in Einklang gebracht werden. Ungeachtet dessen, dass wir alle verschieden sind, müssen wir absolut gleichgestellt sein. Der eine ist klug, der andere dumm, der eine ist fleißig, der andere faul – das spielt keine Rolle. Jeder ist so von Natur aus, und er wird genau in dieser Form gebraucht.

Stellt euch einen Mechanismus vor, in dem einige Teile sich schnell und andere langsam bewegen, einige bewegen sich von rechts nach links und andere drehen sich um die eigene Achse. Jeder hat seine eigene Bestimmung, und das Wichtigste ist, dass jeder seine Rolle für die gemeinsame Einheit maximal erfüllt. Davon werden alle anderen Bedingungen in der Gruppe abgeleitet.

Die wichtigste Bedingung ist die gegenseitige Unterstützung, weil sie zur Verbindung führt. Denn in einem einzelnen Menschen gibt es nichts zum Korrigieren. Jeder von uns ist vollkommen, es gibt nichts Lasterhaftes in ihm, außer einer einzigen Sache – der Verbindung mit den anderen. Deshalb achte ich nicht auf den Charakter eines Menschen, auf sein Aussehen, auf seine widerlichen Gewohnheiten, auf gar nichts. Das alles interessiert mich nicht.

Ich setze einen „Filter“ ein und merke das alles nicht. Der eine ist rothaarig, der andere ist eine Nervensäge, der dritte macht Faxen – sie können mich nerven oder im Gegenteil anziehen, doch es ist unwichtig für mich. Hinter meinem „Filter“ muss ich nur eins sehen, und zwar die Einstellung des Menschen gegenüber der Verbindung. Denn nur das müssen wir in ihm korrigieren. Wenn er daran arbeitet, dann ist er mein Freund, und wenn nicht, dann ist er ein Fremder.

Genauso muss ich auch nicht versuchen, etwas in mir selbst zu verändern, außer der Verbindung mit den anderen. Das ist sehr wichtig. Es wird unheimlich viel Zeit und Kraft damit vergeudet, um mit etwas Unnützem aufzuhören, wodurch wir uns nur noch mehr schaden. So, wie du bist, sollst du auch bleiben. Man sollte kein Gramm Energie für nichts, außer der Verbindung verbrauchen.

Wenn das klar wird, wird die Arbeit geschmeidig und beruht auf Gegenseitigkeit. Sie verwandelt sich ganz zu einer Mahlzeit, zum Streben nach Gegenseitigkeit, nach Liebe.

Alles andere wird nicht bemerkt – es gibt nur eine Bedingung, und die Gruppe muss ihre Aufmerksamkeit ständig darauf richten. Natürlich können am Anfang, sogar in den ersten ein paar Jahren (denn unser Weg ist bei weitem kein kurzer), verschiedene Schräglagen, Missverständnisse entstehen, die Menschen können vergessen, sich aufregen, „explodieren“ usw. Doch nur eins ist wichtig – ob der Mensch die Bestrebung nach Einheit hat. Versucht er diesen Drang in sich zu entwickeln? Wenn ja, dann nehme ich alle seine übrigen Probleme auf mich und leiste ihm Hilfe.

Auszug aus der 2. Kongresslektion in Georgien, 06.11.2012



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Was bewegt den Menschen?

Frage: Wenn wir den Hund beobachten, so sind seine Hauptbedürfnisse:  Essen, schlafen, sich paaren. Was bewegt aber den Menschen?

Meine Antwort: Den Menschen interessiert dasselbe: Nahrung, Sex, Familie. Das sind die tierischen physischen Verlangen.

Das folgende Niveau der Verlangen ist gesellschaftlich, da es in uns unter dem Einfluss der umgebenden Gesellschaft entsteht. Dieses Niveau regt in uns die zusätzlichen Wünsche an: die Verlangen zum Reichtum, zum Ruhm (zur Macht) sowie zu den Wissenschaften (zur Erkenntnis). Das heißt, die ersten drei Arten der Verlangen sind körperlich, und die zweiten drei Arten sind spirituell.

Frage: Solche Sachen, wie die Überzeugung für den morgigen Tag für sich sowie für die Kinder gehören nicht hierher?

Meine Antwort: Alles gehört zum Inneren! Absolut alles.

Alles wird in diese Arten der Verlangen untergebracht: in drei körperliche und in drei „spirituelle“, wenn man diese so bezeichnen kann, da sie sich außerhalb des menschlichen Körpers befinden und nicht direkt für die Befriedigung des Körper verwendet werden.

Frage: Das Verlangen “nichts zu tun” oder dass “mich alle in Ruhe lassen und verschwinden”, gehört auch hierher?

Meine Antwort: Dieser Zustand wird von unseren allgemeinen Verlangen – von der Selbstsucht – angestrebt.

Das Verlangen nach der Ruhe kann sogar dann gezeigt werden, wenn Sie hin und her laufen, da gerade diese Beschäftigung in Ihnen die Empfindung der Ruhe schafft. Versuchen Sie, das Kind zu stoppen; das Gegenteil geschieht: denn die Unterbrechung ruft in ihm den Zustand der Unruhe hervor, weil es eben dann genießt, wenn es läuft, das ist für ihn die Ruhe. Das heißt, die Ruhe wird aufgrund des eigenen Verlangens empfunden, wenn es sich im Gleichgewicht, in der Füllung, in der Sättigung befindet, wenn der Wunsch also beruhigt ist.

Auszug aus dem TV-Programm “ Gespräche mit Michael Laitman“, 11.03.2012



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Das Leben ist wie ein Traum

Frage: Weiß der Mensch eigentlich, was er in Wirklichkeit will?

Meine Antwort: Er weiß es niemals. Fragen Sie die älteren Leute, und sie werden Ihnen sagen, dass sie nicht einmal bemerkt haben, wie sie durchs Leben gegangen sind und was sie darin getan haben. Das Leben ist plötzlich vorbeigelaufen. Ich erinnere mich an die Zeiten, als ich 20 Jahre alt war, ein wenig an die mit 30 Jahren, und an die letzten drei, vier Jahrzehnte erinnere ich mich nicht.

Frage: Aber man kann doch bewusst leben. Was hindert uns daran? Angenommen, meine Eltern hätten mir in der Kindheit erzählt: „Beobachte dich: du stellst ein Verlangen dar …“?

Meine Antwort: Wenn wir nur darin erzogen worden wären, wie das Leben richtig wahrzunehmen ist!

Wenn uns die Familie und die Schule darin erziehen würde, dann wäre das etwas Anderes! Wo ist diese Familie und wo ist diese Schule?! Es gibt sie nicht mehr!

Meine Eltern wussten nicht, wie sie mich großziehen sollen, sie wurden darin nicht in der Schule unterrichtet, und ich auch nicht. Im Endeffekt ergibt sich, dass ich als solcher das Leben unbewusst lebte und die Kinder großgezogen habe; und sie ziehen schon meine Enkel groß und wissen auch nicht, wie es richtig gemacht werden soll.

So erleben wir eine Generation nach der anderen. Wenn wir die Menschheit von der Seite her betrachten würden, dann könnten wir erkennen, dass unser Verhalten unserem Intellekt und unseren inneren Möglichkeiten niemals entsprochen hat! Sie könnten dann sehen, wofür wir unsere Zeit verschwendet haben!

Deshalb ist das größte Problem der Menschheit die Erziehung. Wenn wir nur eine Generation richtig erzogen hätten, dann hätten wir dadurch die ganze Menschheit korrigiert und wir könnten dadurch das ganze Leben auf der Erde ändern.

Auszug aus dem TV-Programm „Die Gespräche mit Michael Laitman“, 11.03.2012



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