Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Die Rettung liegt in der Verbindung

Aus einem Brief von Rabash (Nr. 34): Und der Schöpfer wird als das Licht des Friedens für uns leuchten, jedoch erst dann, wenn wir uns zu einem Ganzen verbinden. Denn jeder weiß, dass der Mensch einen ganzen Bündel Zweige nicht auf einmal brechen kann, doch einzelne Zweige könnte selbst ein Kleinkind mühelos brechen.

Daraus wird klar, dass das Volk Israel keine Erlösung erfahren wird, solange es sich nicht zu einem Ganzen verbunden hat. Wie es bei den Propheten geschrieben steht: „In jenen Tagen und in jener Zeit werden die Söhne Israel und die Söhne Judas zusammen kommen“ – und wenn sie sich verbinden, enthüllen sie das Leuchten der Shechina.

Ich habe diese Zeilen aus Midrash angeführt, damit ihr nicht denkt, dass der Begriff der Gruppe, d.h. die Liebe zu den Freunden, zu Chassidismus gehört. In Wirklichkeit ist das die Forderung unserer Weisen, die sahen, wie notwendig die Verbindung der Herzen zu einem Ganzen für die Offenbarung des Lichtes der Shechina in ihnen ist.

Die Verbindung mit dem Licht kann nur in einem vollkommenen, unversehrten Gefäß wahrgenommen werden – in einem Gefäß, in dem alle egoistischen Verlangen von einem Schirm bedeckt sind, der sie zum Geben umwandelt. Und das ist erst dann möglich, wenn es die Verbindung gibt. Denn in Bezug auf wen kann ich meine Absicht zu geben ausdrücken? Nur in Bezug auf den Nächsten!

Aus diesem Grund, wenn wir uns in unseren Verlangen und Absichten, in unserem Herzen und unserem Verstand verbinden, stellen wir das zerbrochene Gefäß wieder her und kommen dadurch dem Licht immer näher, bis es uns endlich leuchten kann.

Und wenn wir derweil wenigstens nur versuchen, einander näher zu kommen, rufen wir das Leuchten aus der Ferne hervor, welches als umgebendes Licht bezeichnet wird. Das ist das Gesetz, das wir aus der Wissenschaft der Kabbala kennen. Das ist das Gesetz der gesamten Realität, das Gesetz der Natur.

Deshalb ist die Bedingung für das Erhalten der Hilfe von Oben, für die Enthüllung des Lichts, unsere Verbindung. Und wenn wir unseren Zustand verbessern möchten, dann haben wir keine anderen Mittel dafür. Wir brauchen nach nichts anderem mehr zu suchen und unsere Anstrengungen zu vergeuden – wir müssen nur nach der Verbindung streben, durch die wir das Licht, das uns zur Quelle, zur Güte zurückführt, anziehen werden.

Wenn wir aber nicht in Richtung Verbindung handeln, wird zweifelsohne nichts Gutes daraus werden. Deshalb müssen wir in dieser schweren, besonders angespannten Lage, in der sich das israelische Volk gerade befindet, versuchen, uns mit aller Kraft zu verbinden und die Einheit zu erreichen. Denn gerade auf diesem Wege ziehen wir das Licht an und lassen es allen näher kommen. Auf diese Weise werden wir auf gutem Wege, auf dem Wege des Lichts, zum guten Zustand vorankommen.

Und das sollten wir tun, noch bevor uns Leiden heimsuchen und uns durch ihren Druck zur Verbindung zwingen. Das Streben nach Einheit soll auf unseren freien, guten Wunsch hin in uns wohnen und nicht aus der Notwenigkeit heraus entstehen. Denn gerade darin  besteht der Unterschied zwischen dem Weg des Lichts (der Beschleunigung der Zeit, „Achishena“) und dem Weg der Leiden, des natürlichen Entwicklungslaufs (BeIto).

Lasst uns versuchen, zu begreifen, dass die Verbindung die Einwirkung der guten Kraft auf uns anzieht, und es allen erklären. Je mehr Menschen sich dieser Einheit anschließen, weil sie diese Bedingung spüren und verstehen, je mehr wir das durch alle zugänglichen Kanäle, übers Internet und Fernsehen, verbreiten, je mehr Menschen darüber hören und sich darin einfühlen, desto näher kommen wir dem Licht des Guten.

Denn das Licht ist das Einzige, was wirkt. Es ist schade, die Kräfte bei der Berechnung zu vergeuden, dass es andere Handlungen gibt, die unseren Zustand verbessern könnten – außer der Verbindung und der Einheit.

Auszug aus der Vorbereitung auf den Unterricht, 16.11.2012

 



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Rettungsschirm der Bürgschaft

Sonderausgabe: anlässlich der Ereignisse in Israel

Es gibt nur einen Ausweg – zu verstehen, dass die Lösung sich in uns selbst verbirgt, wir müssen uns verbinden und zu einem vereinten Volk werden, indem wir den Wert der Einheit über alle Unterschiede erheben. Es ist keineswegs nötig, gleich zu sein – wir müssen einfach zu einer Familie werden. In einer Familie sind alle unterschiedlich, alle haben eine unterschiedliche Lebensauffassung, doch über all dem verbindet uns etwas zu einem Ganzen.

Auch wenn wir manchmal miteinander nicht einverstanden sind, achten wir einander und entwickeln uns zusammen, während wir einen gemeinsamen Schirm der Bürgschaft über unseren Köpfen halten. Ganz Israel sind Freunde. Danach sollten wir streben. Alles ändert sich zum Besseren, wenn wir dieses Heilmittel nehmen. Heute wird es einfach unumgänglich.

Was haben äußere Bedrohungen mit der Einheit zu tun, sollte man meinen. Wir sind aber schon immer ein irrationales Volk gewesen. Da kann man nichts machen, die Geschichte selbst zeugt davon. Ist es deshalb nicht an der Zeit, von dem zu lernen, was ist, und nicht von dem, was wir sehen wollen? Wir haben eine Formel vor uns, die wir auch noch für die Zukunft extrapolieren können. Heute ist es bereits klar, dass es sich nicht um irgendein Riesenprojekt handelt, das einen Haufen Geld und Anstrengungen verschlingt. Wir müssen einfach nur die Bedingung der Vereinigung erfüllen.

 



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Beziehungen mit Menschen beeinflussen die Gesundheit

In den Nachrichten (aus New Scientist): Deine Einstellung anderen Menschen gegenüber kann eine große Wirkung auf deine Gesundheit haben. Einsam zu sein erhöht das Risiko von allem, von Herzattacken bis zur Demenz, Depression und Tod, wohingegen Menschen, die mit ihrem gesellschaftlichen Leben zufrieden sind, besser schlafen, langsamer altern und besser auf Impfstoffe reagieren. Die Wirkung ist so stark, dass das Heilen der Einsamkeit für die Gesundheit so gut ist wie das Rauchen aufzugeben, gemäß John Cacioppo von der Universität von Chicago, Illinois, der durch das Studium der Wirkung sozialer Isolation Karriere gemacht hat.
„Es ist wahrscheinlich der einzige und aussagekräftigste Verhaltensbefund weltweit, stimmt Charles Raison von der Emory Universität in Atlanta, Georgia, der die Wechselwirkungen zwischen Geist und Körper studiert, zu. Menschen, die ein reiches gesellschaftliches Leben und warme, offene Beziehungen haben, werden nicht krank, und sie leben länger‘.

„Cacioppo berichtete, dass bei einsamen Menschen die Gene an der Cortisolanzeige beteiligt sind und die Entzündungsreaktion verstärkt wurde, und die Immunzellen, die wichtig beim Kampf gegen die Bakterien sind, auch aktiver waren.

Mein Kommentar: All die letzten Studien beweisen noch einmal, dass ein Mensch ein soziales Wesen ist und sein korrekter Status in der Einheit mit der Gesellschaft besteht.



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Die Weisheit der Liebe kennenlernen

Es ist gesagt, dass die Weisheit nur mit der Erfahrung erlangt wird. Dem Menschen scheint es so zu sein, als ob er schon durch Vieles gegangen ist und deshalb Vieles verstanden hat. Aber die Weisheit, die mit der Erfahrung kommt, bedeutet nicht nur das Verständnis, sondern die wahre Empfindung aller dieser Zustände. Wer weiß, welche Zustände nach uns in der Zukunft warten.

Deshalb ist von uns viel Geduld und viel Kraft erforderlich, um alles zu ertragen, was auf uns noch zukommen wird. Das Wichtigste hier ist die Verbindung mit der Umgebung, welche dem Menschen helfen wird, einen beliebigen Zustand zu ertragen und auf diesem Weg zu bleiben, die Zeit zu beschleunigen sowie alle Probleme in eine Hilfe, in das Wohl umzuwandeln.

Das offenbarte Böse ist eine Loslösung von der Verschmelzung, von der Empfindung, dass „es Niemanden außer dem Schöpfer gibt.“ Gerade diese Empfindung bringt die wahren Leiden dem Menschen und nicht die unangenehmen Empfindungen des Körpers. Denn das Licht, das zur Quelle zurückführt, wird ihm die klare Empfindung des Genusses verleihen, dass es “Niemanden, außer dem Schöpfer gibt”, weil nur der Schöpfer über dem Menschen herrschen kann.

Davor soll man durch eine Menge von Zuständen gehen, in denen sich der Mensch verloren fühlt und sich wünscht, aus dieser Realität zu verschwinden. Aber schließlich kommt er zu den entgegengesetzten Zuständen, in denen er die empfundene Leere innerlich verarbeitet und die Macht des Schöpfers sowie die Kraft des Gebens segnet.

Dann wird er eine andere Beziehung zu allen seinen Zuständen, den Menschen und den Werten entwickeln können, die ihm früher verhasst waren und die Leiden bereiteten. Er wird verstehen, dass „es Niemanden außer Ihn gibt „, und dass alles zu seinem Wohl geschah. Folglich wird er beginnen, alle zu lieben, bis er die absolute, vollkommene Liebe erreicht.

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 12.11.2012



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Das Geheimnis unserer Freiheit

Der Mensch (Adam) ist eine neue Handlung, das neue Geschöpf, das sich entsprechend dem inneren Programm entwickelt, welches damals im ursprünglichen „Tropfen des Samens enthalten war. Dieses Programm, d.h. die Form, die vom Vater gegeben ist, wird mit der Materie der Mutter ergänzt. Dann beginnt sich das Programm zu realisieren, sich zu zeigen, wonach diese Materie zum Menschen wird.

Der Mensch wird von der Mutter geboren und unterscheidet sich zunächst kaum von einem Tier. Jedoch sprechen wir über unseren inneren Aufbau, darüber, wie wir uns selbst spirituell gebären. Und hier stellt sich uns die besondere Aufgabe: wir sollen unsere Form selbst bilden.

Frage: Kann das Tier diese Aufgabe auch verwirklichen?

Meine Antwort: Das Tier bleibt das Tier. Es kann kein Mensch werden. Es ist eben jene Grundlage, über welche hinaus er sich entwickelt. Insgesamt ist die unbelebte, pflanzliche und tierische Natur eine Plattform, über welche hinaus wir die Form des Menschen aufbauen.

Frage: Wer baut sie auf?

Meine Antwort: Jener „Tropfen des Samens“, der oberhalb der tierischen Stufe liegt. Darin gibt es alles außer der Materie. Aber wenn man ihn um die Materie ergänzt, dann entsteht die nötige Form nicht automatisch, wie es in der Fauna üblich ist, sondern wir sollen sie selbst finden. In der spirituellen Welt bewirkt der Mensch alles nur mit Hilfe des Schöpfers.

Von vornherein erkenne ich meine zukünftige, spirituelle Form nicht. Ich soll sie verlangen, nach ihr suchen, versuchen, sich ihr mit dem Glauben über dem Verstand anzunähern – inwiefern es in meinen Kräften liegt. Ich handel, indem ich mich danach richte, was mir als das Geben vorgestellt wird, und diese Bemühungen führen mich plötzlich zum „Befund“ – zur neuen Form hin. Ja, ich dachte die ganze Zeit über sie nach, aber konnte sie mir in Wirklichkeit nicht vorstellen. Wenn sich die Form des Gebens in mir einkleidet, dann offenbare ich sie.

Wie habe ich sie erlangt, wenn ich nicht wusste, wohin zu gehen war? Genau deshalb heißt sie „Befund“, weil es eine Überraschung für mich ist, und nicht das erwartete Ergebnis.

Frage: Worin besteht meine freie Wahl?

Meine Antwort: In der Suche nach dieser Form mit Hilfe der Umgebung, mittels aller möglichen Mittel. Gerade die Umgebung baut meinen zukünftigen Zustand auf, gibt ihm eine neue Form nach dem Prinzip der “Patrix und der Matrix”, die von zwei Seiten eine Platte pressen, und ihr dadurch die nötige Form geben. Ich bin eben diese Platte, das Ausgangsmaterial, das zwischen zwei Teilen der Presse liegt: einerseits der Gruppe und andererseits der Lehrer und dem Studium.
Der Sinn der Sache liegt eben darin, dass ich mich selbst unter dem Druck dieser Presse unterbringe. Ich bin bereit, verschiedene Formen anzunehmen und will mich annullieren, dann bin ich einer Platte ähnlich, welche die beliebigen Umrisse annehmen kann. So nehme ich eben die Form des Menschen an.

Frage: Wo ist hier die Freiheit?

Meine Antwort: Man kann nicht einfach frei sein – sondern, frei von etwas. Und in Wirklichkeit kannst du nur vom bösen Anfang befreit werden. Deshalb hat der Schöpfer von vornherein den bösen Anfang  geschaffen: den Stolz, die Einbildung und die übrigen egoistischen Eigenschaften, bezüglich welcher man sich prüfen kann, d.h. inwiefern du fähig bist, sie zu annullieren, um eine beliebige Form anzunehmen, die von dir der Lehrer, das Studium und die Gruppe verlangen? Wenn du diesen „Druck“ annimmst, dann füllt der Schöpfer diese neue Form mit dem Geist des Lebens aus. Und wenn nicht, dann eben nicht…

Wenn du aus der Gruppe weggehen wolltest, aber  immerhin entschieden hast, darin zu bleiben, dann bist du auf dem Weg zur freien Wahl. Die Wahl besteht eben darin, sich über den bösen Anfang zu erheben. Du wirst dich dann tatsächlich frei fühlen.

Jetzt ist die Zeit noch nicht angebrochen: man kann dem kleinen Kind, das kaum gehen kann, keine freie Wahl gestatten; denn es wird sofort abstürzen. Es ist unmöglich, sofort die Realität der Freiheit zu schaffen. Wenn du über alle dem Schöpfer entgegenstehenden Eigenschaften verfügst, dann hast du die Möglichkeit, Ihm zuzustimmen – oder nicht.

Jedoch wird es von dir heute nicht gefordert. Allmählich begreifst du, dass du immer noch über keine Freiheit der Wahl verfügst, sondern dich unter der Gewalt eines egoistischen Verlangens befindest. Nur dieses Verlangen prägt dich, es gibt in dir keine andere Kraft, die deinem Egoismus widerstehen würde. Du musst noch vorwärts gehen, lernen und viel Licht, das zur Quelle zurückführt, finden, um die zweite Kraft zu offenbaren.

Wenn du dich im Endeffekt zwischen zwei Kräften befindest, dann wirst du eine andere Welt mit ganz neuen Werten und neuen Weltanschauungen finden. Erst dann werden wir über die freie Wahl reden können.

Nicht von ungefähr wird die Wahlfreiheit erst mit 18 Jahren gewährt und nicht früher. Stelle dir vor, die zehnjährigen Kinder könnten abstimmen, dann würden die kandidierenden Politiker von den Bildschirmen ohne jede Einschränkung schreien: „Ich werde an alle Kinder die Süßigkeiten verteilen! Ich werde die ganze Jugend bis 18 Jahren mit den Smartphonen der letzten Generation ausstatten!“

Insgesamt sehen wir, dass das gewöhnliche Leben dem Menschen nicht die Freiheit gewährt. Es gibt kein Verlangen danach. Heute scheint es dir so zu sein, dass du die freie Wahl brauchst;denn du bist in deinen Empfindungen frei. Du fühlst nicht, dass dich der Schöpfer vollständig lenkt.
Er lehrt dich, indem Er dir zuerst ein egoistisches Verlangen gibt, dann stellt Er das Hindernis auf dem Weg zu seiner Realisation, als ob jemand dich stören würde. Du verstehst noch nicht, dass alles aus einer Quelle stammt, gerade darin wirst du unterrichtet.

Frage: Wie kann man diesen Prozess beschleunigen?

Meine Antwort: Mittels des Spiels mit der richtigen Umgebung, mit der Gruppe. Ersetze die verschwommenen Wechselbeziehungen mit dem Schöpfer, mit den realen Wechselbeziehungen in der Gruppe. Du bist fähig, diese Entscheidung zu treffen. Wenn du mit Hilfe der Umgebung die Einstellung des Schöpfers dir gegenüber ändern willst, dann hast du hier eine solche Möglichkeit. Anstelle des Schöpfers kannst du die Gruppe für den Faktor der Einwirkung nehmen, und es wird dir gelingen, dein Leben frei zu lenken.

Wir hören es, aber fühlen es noch nicht. Bald wird auch das Begreifen kommen …

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch „Frucht der Weisheit“, 11.11.2012



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Denk an die Anderen – und es wird in Erfüllung gehen!

Kongress in Georgien. Lektion 3

Frage: Während der Kongresse entsteht der Eindruck, dass wir einfach nichts haben, worum wir bitten könnten – die Menschen sind überfüllt, weil sie spüren, dass der Schöpfer bei ihnen ist. Wie können wir diesen Zustand für immer aufrechterhalten, damit wir ständig das Verlangen nach Ihm haben und es nicht vergessen?

Meine Antwort: Das heißt gegenseitige Bürgschaft (Arvut), wenn Freunde untereinander ausmachen, dass sie bereit sind, einander zu unterstützen und ständig daran zu denken, dass der Andere diesen Zustand nicht verliert.

Wenn du nicht an dich selbst, sondern an den Freund denkst und er an einen Anderen und dieser an einen Dritten denkt, dann wird das Höhere Licht zusammen mit euch wirken und niemand wird diesen Zustand verlieren. Wenn du anfängst, an dich selbst zu denken und vergisst, dass du an dieAnderen, eben diese Zustände denken musst, dann hört das Höhere Licht auf zu wirken, und ihr werdet es vergessen. Es hängt nur davon ab, wie sehr du an die Anderen denkst.

Wenn du möchtest, dass etwas in Erfüllung geht, mach es für den Anderen, und er soll es für den Dritten machen usw. In der Gruppe kann das experimentell getestet werden.

Auszug aus der 3. Kongresslektion in Georgien, 06.11.2012

 



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Nutzt jede Gelegenheit!

Kongress in Georgien. Mahlzeit während der Reise

Als ich bei Rabash studierte, verliefen unsere Mahlzeiten in absoluter Stille. Es war ein vollkommen lautloser Zustand: niemand sagte etwas, die Menschen sahen einander noch nicht einmal an, sondern aßen und tranken einfach mit enormem innerem Druck – dabei herrschte absolute Stille.

Er verlangte es immer und war sehr streng, was Verstöße anging, wenn jemand plötzlich laut wurde oder irgendeine Störung entstand. Denn wir hatten damals nicht viele Anlässe, um uns zu treffen – nur während des Unterrichts oder einer Mahlzeit.

Heute haben wir viel mehr Gelegenheiten. Vielleicht vergessen wir deshalb, an die Absicht zu denken. Es wird zum Alltag. Wir müssen uns aber mehr um die Absicht kümmern. Jegliche Handlung, auch wenn sie nur von zwei Menschen gemeinsam durchgeführt wird, erzielt bereits sehr große Ergebnisse, wenn sie von der richtigen Absicht begleitet wird.

Besonders wenn wir während der Kongresse aus unterschiedlichsten Orten zusammenkommen und riesige Anstrengungen und Mittel aufwenden, um zusammen sein zu können, dann ist es schade um jede Minute, wenn sie ohne Absicht verstreicht.

Auszug aus einem Gespräch während der Mahlzeit auf dem Kongress in Georgien, 07.11.2012



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Detroit: Die Stadt retten

In den Nachrichten (aus The Atlantic): Können 30 kreative Denker in einer Stadt in Not etwas bewegen? Eine Detroiter Organisation für wirtschaftliche und unternehmerische Entwicklung, die “Kollaborierende Gruppe” genannt, wettet darauf.

„Verwüstet durch den Kollaps der Autoindustrie, die das Wachstum der Region schürte, ist Detroit in eine ernste Notlage geraten. Die Stadt, welche eine Armutsrate von 37,6 Prozent hat, ist die ärmste Hauptstadt in Amerika. Die Bewohner ziehen scharenweise aus: Detroits Bevölkerung ist im letzten Jahrzehnt um ein Viertel geschrumpft.

Die “Kollaborierende Gruppe” sind ein Mix von jungen Hochschulabgängern, Künstlern, Anwälten, Spezialisten für Stadtpolitik und andere Innovatoren. Als Partner haben sie bei lokalen Gesellschaften eine jahrelange  Anstellung erhalten, von großen Unternehmen wie Quicken Loans und Chrysler bis hin zu Startups wie ePrize und HiredMyWay…

„Die Partner arbeiten in ihren Jobs an vier Tagen in der Woche. Jeden Freitag treffen sie zusammen, um an‚ Gruppenherausforderungen‘ teilzunehmen, ausgedacht von örtlichen gemeinnützigen Gruppen, die jeden Monat ein neues Projekt anpacken“.

Mein Kommentar: Das hört sich an wie die Anekdote, wo ein Patient, der auf dem Operationstisch liegt und dem eine schwere Operation bevor steht, den Chirurg bittet, die kleine Wunde an seinem Bein nicht zu vergessen. Das Problem besteht nicht in einer Stadt, sondern in der Weltwirtschaft, darin, die Einstellung der Menschen gegenüber sich selbst, der Gesellschaft und der Welt zu verändern. Anstatt die Meinung der Kabbala und ihre Anwendung zu studieren, vergeudet die Menschheit Zeit und erlaubt der Krise, der Gesellschaft noch tieferen Schaden zuzufügen.



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Laitman hautnah: Woher nimmt ein Kabbalist die Kraft

„Laitman hautnah“ – Unbefangene Interviews mit dem weltberühmten Kabbalisten Rav Dr. Michael Laitman über die Themen Spiritualität, Weisheit der Kabbala und den Sinn des menschlichen Lebens.



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Unbelebt, pflanzlich, lebend und sprechend

In der Spiritualität existieren vier Niveaus der Entwicklung des empfangenden Verlangens: unbelebtes, pflanzliches, tierisches und menschliches.

Das Verlangen entspricht jener Kraft, die darin existiert.

Wenn es die Kraft des unbelebten Niveaus ist, dann behält das Verlangen seine Struktur und widersteht nach Möglichkeit den äußeren Kräften, damit diese nicht nach innen geraten und es nicht zerschlagen. Es gibt mehr oder weniger feste Materialien, je nach der Kraft des Verlangens der unbelebten Form. Man kann einige Materialien sehr schwierig spalten, und andere sind im Gegenteil nachgiebig. Fraglich ist auch, welche Materialien letzten Endes standfester gegenüber der äußeren Einwirkung sind. Ungeachtet der Erschütterungen und der Durchdringung von außen können die Gummireifen den Schlag halten, wobei der Stein- oder eiserne Reifen um Vieles schneller zerbrochen ist.

Auf diese Weise können wir die innere Härte unserer Verlangen prüfen: inwiefern unsere Verlangen den inneren Veränderungen widerstehen können. Sogar in unserer Welt ist der Unterschied zwischen Gummi und Eisen sichtbar, wobei Gummi fähig ist, den äußeren Veränderungen standzuhalten, wird aber bei „der durchdringenden“ Einwirkung gebrochen.

Nach dem unbelebten Niveau folgt das Pflanzenniveau. Sein Verlangen ist größer und mächtiger, es ist schon fähig, den äußeren Einfluss zu ertragen, ihn zu sortieren und die nützlichen Elemente zu verwenden. Es prüft die äußeren Faktoren, absorbiert die nützlichen und weist die schädlichen ab.

Somit wird hier schon eine sehr komplizierte Analyse durchgeführt, für welche das Verlangen des pflanzlichen Niveaus seine Struktur kennen soll, d.h. wie und wofür sie existiert und was für es nützlich und was schädlich ist. Bei den Pflanzen erfolgt diese Analyse instinktiv, so dass man daraus verstehen kann, wie man auf der spirituellen pflanzlichen Stufe zu handeln hat.

Das Verlangen des tierischen Niveaus kann seine Umgebung wählen, weshalb es über die Möglichkeit verfügt, seinen Platz zu wechseln. Für die Vermehrung ist die Verbindung mit einem Partner notwendig. Die Geburt ist hier die wahrhafte Schöpfung, als ob der Schöpfer das neue Geschöpf erschaffen würde. In der Spiritualität funktioniert es genauso: solange der Mensch nicht über die Kraft Bina verfügt, kann er nichts bewirken.

Das Verlangen des tierischen Niveaus kann verschiedene Formen annehmen. Ihm sind schon die Erscheinungsformen der kleineren und der größeren Verlangen bekannt. Somit nimmt die tierische Stufe ihr Leben vollständig wahr. Die Tiere sorgen sich um die Nachkommenschaft, ziehen diese groß. Insgesamt gilt auf diesem Niveau das instinktive, innere Programm der Erkenntnis des eigenen Lebens, auch dann, wenn dieses beschränkt und unvermeidlich ist.

Die Tiere bewegen sich, sie fühlen, wo es ihnen gut und wo es ihnen schlecht geht. Sie können ihre Umgebung analysieren. Die Pflanzen wirken nicht auf ihre Umgebung ein, sie verteidigen sich nur gegen ihre schädlichen Elemente und öffnen sich in einem gewissem Grad den nützlichen äußeren Bedingungen, und zwar der Sonne, der Luft, der Feuchtigkeit usw.. Die Tiere wählen und ändern ihre Umgebung, bewegen sich, wählen die Orte für das Leben und die Vermehrung. Sie empfinden in einem gewissen Grad ihren Nächsten, sie versammeln sich in Rudeln, in denen eine klare Ordnung und Hierarchie herrscht.

Das alles sind schon sehr tiefe Situationen, welche jedoch nach wie vor instinktiv realisiert werden.

Auf dem menschlichen Niveau, das uns betrifft, soll alles über dem empfangenden Verlangen, oberhalb der Beschränkung, empfunden werden. Man muss nur verstehen, dass dem Menschen die Bekanntschaft mit der neuen Welt auferlegt ist.

In der spirituellen Welt gelten die 620 Verlangen auf jeder Stufe:

Das unbelebte Niveau ist bereit, jeder beliebigen Einwirkung der Selbstsucht zu widerstehen, da es sich unter dem Schirm, unter dem Schutz der Beschränkung aufhält, die allen egoistischen Verlangen auferlegt ist

Das Pflanzenniveau verwendet den empfangenden Wunsch, beginnt ihn zu korrigieren und klärt aus der egoistischen Schale der Klipot und mittels des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, auf, was für ihn nützlich und was schädlich ist. Es saugt das Nützliche ein und stößt das Schädliche ab, öffnet und schließt sich, und alle seine Bewegungen sind auf das Geben gerichtet. Allerdings existiert es unter dem Einfluss der Gemeinsamkeit, ohne persönliche Analyse, und bewirkt nichts selbständig. Auf der pflanzlichen Stufe behalten die Geschöpfe im Rahmen des allgemeinen Wunsches ihre Struktur bei und ändern sich nur zusammen. Anders gesagt, der Mensch ist hier fähig, sich über dem persönlichen egoistischen Verlangen aufzuhalten, aber kann noch nicht die Umgebung beeinflussen oder wechseln, diese in seinem Inneren erfassen und korrigieren.

Das tierische Niveau ist mit seinem empfangenden Verlangen schon fähig, in der Welt des Schöpfers fast ohne Grenzen zu leben.

Der Mensch kann die Umgebung, die ganze Welt einschließen, und wird folglich „zum Gerechten, zur Grundlage der Welt“.

Baal HaSulam schreibt darüber im 115. Artikel der „Shamati“, der auch „Unbewegt, pflanzlich, lebend und sprechend“ heißt.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 09.11.2012



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