Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Ehefrau – eine Kampfgenossin

Kongress in Moskau. Lektion Nr.4

Frage: Sollen die Frauen die Männer begeistern?

Antwort: Die Frauen können die Männer so begeistern, wie niemand anderer. Stellen Sie sich vor, dass Ihre Frau sich für Sie ständig auf diese Weise begeistert: „Du bist so klug, so schön, so einzigartig! Ich schaue auf andere Männer und sehe, dass du viel besser und stärker als sie bist!“

Würden Sie Ihre Beziehung zu Ihrer Frau so wahrnehmen, würden Sie wie ein kleines Kind auf jedes Wort hören, dass sie sagt. So sind die Männer – sie sind wie Pudidng in den Händen der Frau. Wenn die Frau weise ist, wenn sie auf das Ziel zustrebt und versteht, wozu sie es macht, werde ich ihr dafür dankbar sein, da sie an meiner Natur arbeitet. Ich werde mich nicht wie ein Macho verhalten.

Im Gegenteil ich werde zu ihr ganz offen sein: „Die Selbstsucht ist meine Natur, winzig und ekelhaft! Hilf mir, ihr zu entkommen! Lass uns ihr gemeinsam entgegen treten und sie ändern. Und dann machen wir das auch für Dich“.

Genau so müssen wir uns verhalten. Wir sollten uns selbst ein wenig in Psychologie üben und uns ab und zu von der Seite betrachten. Nur so können wir diesem Zustand entfliehen. Wir versuchen doch auch, dasselbe in der Gruppe zu machen, sich entweder höher oder niedriger als sie zu positionieren, damit sie auf uns einwirkt.

Ebenso muss man sich auch in der Familie benehmen – und wozu? Für die Erreichung des höchsten Ziels. Deshalb ist es für mich nur wichtig, dass meine Beziehung mit der Familie zielgerichtet ist. Die Frau ist Ihre beste Unterstützung. Sie kennt Sie wie niemand anderer. Und deshalb kann eine richtige Einstellung zu Ihrer Frau, Ihnen dabei helfen, Ihre eigennützige Natur zu verlassen. Kurse für Ehepartner, die dabei helfen, richtige Beziehungen aufzubauen und die eigene egoistische Natur zu ändern, sollten angeboten werden.

Sie werden sehen, wie Sie danach auch auf die Kinder positiv wirken. Sie werden gutherzig, gehorsam und weise werden. Man muss diese Möglichkeiten nutzen und “erwachsen” werden. Die Wichtigkeit des Ziels rechtfertigt alles.

Aus den Quellen ist es bekannt, dass die Kabbalisten in der Vergangenheit tatsächlich damit zufrieden waren, dass sie böse und zänkische Frauen hatten. Doch unsere Frauen sind weder böse noch zänkisch: Sie gehen zusammen mit uns den spirituellen Weg, helfen uns und sagen vor, wie wir mit der Selbstsucht arbeiten sollen. Das höhere Ziel diktiert uns unsere Beziehung. Wir gehen miteinander sehr weise, feinfühlig und taktvoll um, um unsere Partnerschaft optimal für die Erreichung des Ziels zu nutzen.

Das muss man lernen. Es ist ein riesiges Mittel für unsere Korrektur! Damit kann man die Welt verändern! Offen gesagt, außer der Frau – Ihrer “Kampfgenossin” brauchen Sie meist niemanden sonst. Sie brauchen die Gruppe nur, um sich richtig miteinander zu verbinden.

Trotzdem gibt es in unserer Zeit nicht wenig Familien, in denen die Eheleute in gegenseitige Richtungen gehen. In diesem Fall braucht der Mensch die Gruppe. Die weibliche Gruppe ist übrigens bezüglich der männlichen Gruppe eine sehr wichtige Hilfe. Denken Sie daran! Wenn Sie die richtigen Methoden der Wechselwirkung verwenden, werden Sie sehen, wie es Ihnen hilft. [123589]

 Auszug aus der 4. Lektion des Kongresses in Moskau, 13/12/13

Reinheit der Absicht

Kongress in Moskau. Lektion 2

Frage: Gibt es eine äußerliche Erscheinungsform oder einen Messwert für die Reinheit meiner Absicht?

Antwort: Eure tatsächlichen Absichten sind sogar euch selbst unbekannt, und für die anderen sind sie ebenso unsichtbar. Deshalb heißt Kabbala auch die “verborgene Wissenschaft”, der innere Teil der Welt, weil sie darüber spricht, was in unserer Welt offenbar nicht gezeigt wird.

Wie kann man unsere Absichten bestimmen? Versucht einfach, alle Handlungen in der Gruppe von Herzen und mit guten Absichten zu realisieren. Allmählich werdet ihr empfinden, dass ihr euch dabei sowohl selbst wie auch die anderen belügt, wobei ihr euch über die Offenbarung solcher Wahrheit freuen könnt.

Dieses Erkenntnis zeigt nicht nur, dass ihr früher die falschen Absichten hattet und euch jetzt das wahre Wesen der Handlungen offenbart wird, sondern dass diese auch in der Zukunft gleich bleiben werden. Was ist zu tun? – Um die richtige Absicht bitten.

Deshalb beginnt mit guten physischen Handlungen für die Gruppe und versucht, diese mit der richtigen inneren Absicht zu zu vollziehen. Daraufhin werdet ihr erkennen, dass ihr alles nur aus Eigennutz macht.

Und genau das ist das richtige Ergebnis, weil euch die Wahrheit enthüllt wird. Obwohl ihr euch dabei schlecht fühlt, solltet ihr  dem Schöpfer dafür danken und Ihn bitten, euch in Zuknft zu ermöglichen, richtig zu handeln. Dann wird euch die richtige Absicht gegeben.

Wenn ihr folglich etwas für die Gruppe tut, dann zeigt man euch wieder eure falsche Absicht. Wiederum werdet ihr genauso vorwärts gehen. Infolge des punktuellen Aufstiegs offenbart ihr ständig die eigennützigen Absichten, aber jedes Mal auf einem neuen Niveau.

Natürlich ist dieser Zustand unangenehm. Aber durch die allgemeine Unterstützung und das Verständnis, dass wir nur auf diese Weise voran kommen, werdet ihr erkennen, dass es sich dabei um einen bemerkenswerten inneren Kampf handelt. Im Endeffekt beginnt der Mensch, durch diese gegensätzlichen Empfindungen sich selbst, die Welt und den Schöpfer zu verstehen. [124719]

Auszug aus der 2. Lektion des Kongresses in Moskau, 13/12/13

Weg mit der Selbstbeschuldigung!

Frage: Die Menschen, die in die Gruppe kommen, haben nicht nur unterschiedliches Potential, sondern auch verschiedene Probleme und Wünsche aller Art: Einer kämpft mit physischen Verlangen, ein anderer mit seiner Herrschsucht.

Antwort: Niemand kämpft damit. In dem Menschen, der sich mit der Integralen Methode beschäftigt, gibt es keinen Kampf mit sich selbst, kein Nachgrübeln, keine Selbstbeschuldigung und schon gar keine Selbstanalyse. Es gibt einfach nichts zu analysieren, denn jeder Mensch besteht in seiner Ganzheit durchgehend aus Selbstsucht. Es ist besser, diese „Schachtel“ gar nicht zu öffnen.

Das einzig Notwendige ist, sich mit anderen zu verbinden und das Zentrum der Gruppe, das unabhängig von allen existieren wird, zu erschaffen. Ich nenne es den „Himbeer – Ball“, der beginnt, als Ergebnis unserer altruistischen Absichten zwischen uns allen zu leuchten. [124488]

Auszug aus der Fernsehsendung „Integrale Welt“, 26/10/12

Die Theorie in die Praxis umsetzen

Wenn die Wissenschaft  der Kabbalah nicht praktisch angewendet wird – in der Gruppe oder in den Beziehungen zwischen den Menschen – dann schwebe ich in den Wolken, irre herum und merke es gar nicht. Zusammen mit den Freunden müssen wir eine Entscheidung treffen: Die Zeit ist reif, unsere Beziehungen zu korrigieren. Wir sind umgeben von gegenseitigem Hass, sind nicht in der Lage, damit klarzukommen oder gehen schlechthin verachtend miteinander um. Mich gehen die Menschen nichts an, ich möchte nicht an sie denken und sogar wenn ich will, ruft es in mir häufiger Ablehnung als positive Emotionen hervor.

Kurzum: Wir haben ein  Terrain zu bearbeiten und nur in einem gemeinsamen Kreis können wir zu Einheit gelangen. Hierfür wenden wir uns auch den Schöpfer, verlangen es von Ihm, und selbst wenn es unverschämt und provozierend klingen mag: „Du hast es uns versprochen und du musst dein Versprechen einhalten“, kein Problem, Er wird sich darüber freuen. Die Hauptsache ist: Verlange von Ihm, die Beziehungen unter den Freunden zu korrigieren.

So stellt sich dann die Frage: Wofür brauche ich das? Theoretisch braucht man es dazu, um dem Schöpfer Freude zu bereiten. Doch wer ist Er? Ich kenne ihn nicht. Mir ist völlig unklar, wovon hier die Rede ist.

Was bedeutet es, „dem Schöpfer Freude zu bereiten“? Indem wir in der Gruppe arbeiten und tatsächlich eine Einheit anstreben, erfahren wir, dass uns die Hilfe irgendeiner Kraft fehlt – einer Kraft, die uns zusammen klebt, uns vereinigt. Alleine sind wir hilflos – wo ist jene Kraft, die uns zusammenschweißt?

 Eben dann können wir verlangen, das „Gebet der Vielen“ erheben. Denn der Schöpfer hat dieses Problem mit der Verbindung erschaffen. Wozu? Damit wir ein Verhältnis zu Ihm erarbeiten bzw. bilden.  Um all unsere Handlungen zu Seiner Freude zu vollziehen. Warum? Weil  wir dann die Gleichheit der Eigenschaften erreichen und zur Einheit und Verschmelzung gelangen.

Wir sind dazu verpflichtet, es zu realisieren; nicht bloss während des Unterrichts, sondern immer gemeinsam auf das Ziel ausgerichtet. Erst dann wird unser gemeinsames Verlangen funktionieren. Das Studium allein aber bringt nichts! [123507]

 Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Baal HaSulam „Abschluss zum Buch Sohar“, 18/12/13

Hindernisse sind der Weg zur Erfüllung

Frage: Als ich informiert wurde, dass ein Kongress stattfinden wird, hatte ich nicht einmal den allerkleinsten Zweifel daran teilzunehmen. Nun aber, da der Kongress immer näher kommt, erlebe ich mehr und mehr Hindernisse, die mich davon abhalten wollen. In einem Moment war ich begeistert davon, zu dem Kongress zu fahren und im nächsten Moment war es gänzlich umgekehrt. Ich hatte keine Lust zu reisen; dies passiert immer wieder. Warum werden uns diese Hindernisse gegeben?

Antwort: Die Hindernisse sind davon abhängig, wie du sie wahrnimmst. Wenn du aber jedes Hindernis wie eine Belohnung betrachtest – jede kleine Störung – sei es nun ein Gedanke oder eine Verwirrung –  würde dieses Hindernis nicht völlig anders auf dich wirken? Es wär dein Werkzeug um das Gute, Unendliche, den perfekten Zustand zu erlangen. Es hängt nur davon ab, wie wir es betrachten.

Dir fehlt die Empfindung des „Es gibt nichts außer Ihm.“ Dass Er jedes Hindernis für dich platziert, da Er dir mehr Möglichkeiten zur Erfüllung geben will. Schwierigkeiten, Verzweiflung, diese zu überwinden, dies sind deine Anstrengungen, die du investierst, damit du danach auf dem Kongress mehr fühlen und mehr bekommen kannst. Deshalb musst du dem Schöpfer für die so genannten „Leiden“ danken, da du jetzt im Moment, dank ihrer, eine größere Erfüllung erleben und wahrnehmen kannst. [123586]

Auszug aus der vierten Lektion des virtuellen Kongresses in Moskau „ Einheit ohne Grenzen“ , 14/12/13

Ein unendlich langer, gedeckter Tisch

Frage: Warum ist der Aufstieg ein Weg der unendlichen Schläge: der Mensch bemüht sich und zieht das Licht heran, welches seinen Zustand noch mehr erschwert?

Antwort: Erstens ist dieser Weg nicht unendlich. Und zweitens hängen die Schläge davon ab, wie ich sie wahrnehme. Warum ist es unmöglich, diesen Weg eigenständig zurückzulegen? Nicht, weil es mir an Unterstützung fehlt, sondern deshalb, weil ich kein Fernglas habe, in welchem ich die Zukunft sehen könnte. Somit ist immer das äußerliche Instrument notwendig.

Es sind keine Schläge! Ich sollte jeden Schlag als Möglichkeit für den Aufstieg empfinden. Wie es im Psalm Davids № 23 gesagt wird: „Du bereitest mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.“ Wenn ich vor mir den gedeckten Tisch mit allerlei Gerichten sehe, dann nehme ich das Gefühl des Hungers wie einen Segen wahr. Alles hängt von der Vorbereitung, der Unterstützung, von jenen Instrumenten ab, mit deren Hilfe ich die Zukunft sehen kann.

Dies eben wird als Unendlichkeit bezeichnet.. Die unendliche Füllung tritt nicht ein, wenn ich satt bin und keinen einzigen Bissen mehr aufnehmen kann. Dieser Weg ist wirklich unendlich, aber in positivem Sinn. Unendlichkeit bedeutet, dass ich ein unendliches Gefäß und  unendliche Füllung habe.

Wenn ich solch eine Korrektur erreicht habe, dass ich jedes Mal mehr und mehr Gerichte probiere, die der Gastgeber für mich vorbereitet hat: gibt es noch einen weiteren Kilometer des gedeckten Tisches. Dementsprechend wächst mein Hunger und mein Appetit die ganze Zeit an, deshalb genieße ich die Empfindung des Hungers, und die Füllung, die zusammen kommen. Das wird eben als Welt der Unendlichkeit bezeichnet.

Das heißt, alles hängt von der Grundlage ab, die ich mir vorbereite. Ich kann mich so vorbereiten, dass ich mich über das Gefühl des Hungers freuen werde. Ich weiß, dass ich jetzt hungrig bin, aber in einer Stunde das Mittagessen bekommen werde, das ich mit Appetit aufesse. Ich muss  mir selbst so eine Impression vorbereiten, dass der Hunger notwendig ist, weil ich mich bald an den Tisch setzen werde, und zwar zusammen mit den Freunden. Und deshalb leide ich nicht unter dem Gefühl des Mangels, weil er ein Bestandteil der Füllung ist. Innerhalb dieses Hungers beginne ich schon die neuen Details herauszufinden, wie ich später genießen werde.

Wenn der Mensch alles sofort bekommt, ohne Mangel zu empfinden, dann wird er keine Empfindung der Füllung haben. Wir sind die Schöpfung, und wir brauchen diese Dunkelheit damit aus dem Kontrast das Licht unterschieden wird. Aber die Dunkelheit kann sehr kurzfristig empfunden sein, um alles andere aus der Liebe aufzuklären. Angenommen, ich würde das Treffen mit dem einstigen Freund erwarten, und erfahren, dass es jetzt unmöglich ist. Und ich beginne, mich an alle unsere Treffen zu erinnern, ich stelle  mir unsere Gespräche vor.

Ich vergrößere diesen winzigen Punkt, den minimalen Wunsch, den leichten Hunger – entwickle alles selbst. Deshalb sind die Schläge nicht nötig. In mir wird sogar die Empfindung des Mangels positiv, erwünscht sein. Ich genieße schon den Vorgeschmack der Zukunft, genieße diese Erwartung. Mein Mangel verwandelt sich in einen Genuss, worin ich das umgebende Licht empfinde, das von weitem leuchtet.

Deshalb schreibt Baal HaSulam, dass er sich über die offenbarten Sünder freut, weil er seine Erwartung mit den schönen Hoffnungen ausfüllt. Wenn es heißt, dass „das Licht die Finsternis schafft“, wird nicht gemeint, dass es in uns eine schlechte Empfindung schafft. Wir segnen die linke Linie: unreine, dunkle, schlechte Linie  – küssen den uns schlagenden Stab. Vor uns können die schrecklichsten Gefahren entstehen, aber wie gesagt wird: „Wende deinen Blick, und sie werden sich in einen Haufen Knochen verwandeln“. Auf dem ganzen spirituellen Weg begleitet uns die Vollkommenheit. [124428]

Auszug aus der Vorbereitung zum Kongress, 31/12/13

Das Geschöpf ist immer noch ein großes Fragezeichen.

Baal HaSulam, „ Einführung in das Buch Sohar“: Unser Verstand erfordert, dass Er vollkommen gütig ist, jenseits jeglichen Vergleichs.

Es gibt einen Unterschied zwischen dem, was wir sehen und was wir fühlen. Wenn wir die Natur nicht aus der Gefühlsebene heraus betrachten, scheint alles perfekt zu sein. Es ist ein perfektes Konzept der Kombination aller ihrer Teile. Jedes einzelne vervollkommnet die anderen und in der Vernetzung zwischen ihnen, bilden alle Elemente weitere komplexere Systeme.

Die Möglichkeit noch komplexer und perfekter zu werden, um sich in ungeahnte Ebenen zu erheben, ist der Natur innewohnend. Dieses Potenzial ist in allen Stufen gegenwärtig. Zum Beispiel nutzen wir nur einen sehr kleinen Teil unseres Gehirns. „Potenziell“ ist es in der Lage, viel mehr zu leisten. Warum nutzen wir es nicht in vollem Ausmaß?

Grundsätzlich, gibt es eine enorme Tiefe in der Natur, große Energiereserven; kurz gesagt, brauchen wir ein Fundament, das uns gestattet, uns ohne „körperliche Bewegung“ mit allem Notwendigen zu versorgen, alles zu entdecken, um zur Stufe der Unendlichkeit, Perfektion aufzusteigen, um uns ohne Anstrengungen, zu stärken. Unerschöpfliche Energie ist allgegenwärtig, aber wir wissen nicht wie wir unsere „Kabel“ daran anschließen können. Die moderne Technologie hat im Bezug dazu eine vollkommen falsche Richtung eingeschlagen und ist dadurch nicht in der Lage, dieses Potenzial zu realisieren.

Aus diesem Grund können wir die Fülle nicht erreichen. Mehr als das, sind wir, gemessen an den Gefühlen, die uns innewohnen, sogar in einem verkehrten Zustand, dem Ideal entgegengesetzt.

Was ist der Grund? Warum schaffen wir es nicht, einander zu ergänzen, wie die Zellen in einem Organismus, die so wundervoll miteinander interagieren? Warum haben wir uns in eine schlechte Richtung entwickelt?

Heute können wir die alten Zeiten nicht mehr nachvollziehen, als man in Stämmen und Kommunen lebte, in welchen jeder jedem nahe war. Menschen waren glücklicher, sie hatten mehr Zeit, sie konnten sich ihren Traditionen widmen, sie nahmen die Erziehung ernst und organsierten wahrhaftige Familien-Atmosphären und all das mit einem guten Gefühl.

Wenn wir dies mit erhobener Nase betrachten, übersehen wir das Wesentliche. Irgendwann in Zukunft werden wir mittlerweile realisieren, dass wir viel primitiver sind, als sie. Immerhin genießen sie das Leben und wir kämpfen uns, mehr schlecht als recht, durch einen Lebensmarathon, ohne absehbares Ende. In ihrer Essenz entbehrt diese Existenz jeglicher Vernunft.

Es stellt sich heraus, dass unsere Entwicklung, letzten Endes, keine gute ist. Währenddessen ist die Natur wie eine Mutter für uns. Ihr zu Eigen ist, das Gebende, weibliche Verlangen, dass alles geschaffen hat, was existiert. Im Moment ist das in unseren Augen nur eine Annahme. Dennoch ist es ernsthaft genug, um eingehender betrachtet zu werden.

Baal HaSulam schreibt darüber: Wir können unsere Entwicklung durch Zeichen nachvollziehen, die aus einer positiven Kraft erwachsen. Mehr als das, wird auf dem negativen aufgebaut: Ich kann mich keinen Millimeter bewegen, ohne das Gefühl eines Mangels zu spüren.

Was treibt uns von hinten an? Ein Stock. Was lockt mich nach vorne? Vergnügen. Wir können beide Attribute der Natur zuschreiben. Auf der anderen Seite verstehen wir, dass beide Extreme dazu dienen, uns in Richtung des Guten, zu leiten.

Kurz gesagt, hat Baal HaSulam darauf hingewiesen, dass die gesamte Schöpfung vorbereitet ist, aber für die Zeit unseres Daseins bleibt ein großes Fragezeichen stehen. [123983]

Auszug aus dem Unterricht nach der „Einführung zum Buch Sohar“, 25/12/13

Die Vereinigung von HaWaYaH – Elokim

Baal HaSulam, Igrot (Briefe), Brief 16, „ Die Vereinigung von HaWaYaH- Elokim“: HaWaYaH bedeutet persönliche Vorsehung, in welcher der Schöpfer in allem gegenwärtig ist und er braucht dazu keine Bewohner von Lehmhäusern, um ihm zu helfen. Elokim ist in Gematria gleichgesetzt mit haTeva (Natur), in der sich die Menschen entsprechend der Natur, die ER  den Systemen des körperlichen Himmel und Welt eingeflößt hat, verhält und er hält diese Gesetze wie alle anderen körperlichen Geschöpfe auch. Trotz allem glaubt er auch an HaWaYah, was die persönliche Vorsehung ist.

Dadurch vereint er diese beiden miteinander und „sie wurden zu einer Einheit in seiner Hand“, und damit schenkt er seinem Erschaffer große Zufriedenheit und bringt Erleuchtung in alle Welten.

Das ist die Bedeutung der drei  Einsichten

–  Gebot, Übertretung und Erlaubnis. Das Gebot ist der Ort der Heiligkeit, die Übertretung ist der Ort der Sitra Achra und  Erlaubnis ist weder ein Gebot noch eine Übertretung. Vielmehr ist es jener Ort , an dem die Heiligkeit und die Sitra Achra miteinander kämpfen.

Wenn ein Mensch gestattete Dinge tut, sie aber nicht der Heiligkeit widmet, fällt der gesamte Ort in die Herrschaft der Sitra Achra. Und wenn ein Mensch stärker wird und sich mit gestatteten Dingen beschäftigt, um so viele Vereinigungen, wie möglich zu machen, bringt er die Erlaubnis in die Herrschaft der Heiligkeit zurück.

Das ist unsere Arbeit. Dies war das Ziel der Schöpfung: Ein menschliches Wesen zu erschaffen, das der Höheren Kraft ähnlich wird. Da sie sich entwickeln, erlangen die Geschöpfe diesen Zustand, wenn sie die Möglichkeit der freien Wahl erhalten, jeder zu seiner Zeit. Kommt ein Mensch zu dieser Schwelle, hinter welcher er die Freiheit des Willens erhalten würde, bringt man ihn zu einer Gruppe und legt seine Hand auf die gute Fügung, sagend: „Nimm es!“

Wenn der Mensch das akzeptiert, das heißt, sich durch die Umgebung der Höheren Kraft zuwenden will, seine Eigenschaften angleicht,  zustimmt und es rechtfertigt – was Anhaftung an den Schöpfer bedeutet –  dann beginnt er damit allmählich das Böse in sich zu enthüllen. Das Böse ist eine spezielle Eigenschaft – die Kraft, die im Menschen gegen seine Annäherung an den Schöpfer offenbart wird.Praktisch äußert sich das als Ablehnung, welche er entsprechend dem Wiederstreben seinem Umfeld näher zu kommen, fühlen kann.

Die Kraft, die gegen den Schöpfer handelt, „Pharao“ genannt, wird enthüllt. Alle in der Tora beschriebenen Bösewichte und Sünder sind im wesentlichen eine einzige Kraft, die vermeintlich gegen den Schöpfer wirkt. Natürlich werden aber all diese Sünder von Ihm erweckt, weil „Es niemanden außer Ihm gibt”.“

Auf verschieden Art und Weise versuchen sie den Menschen von der Heiligkeit abzustoßen – welche Anhaftung an den Schöpfer ist – vom Erlangen  der Kraft des Gebens und der Liebe für die Freunde, durch die wir die Liebe zum Schöpfer  –  die Angleichung der Eigenschaften – erreicht hätten.

Die Zustände die dem Menschen zeigen wie unendlich weit seine Natur vom Schöpfer entfernt und dem Geben und der Liebe entgegengesetzt ist, werden Übertretungen genannt. Wenn er sie überwindet und zum Zwecke der Anhaftung an den Schöpfer durch das Umfeld, das Studium und das korrigierende Licht zu nutzen weiß, nennen wir  das ein Gebot.

Die Möglichkeit zu wählen wie man mit dem offenbarten Bösen umgeht, es zu korrigieren oder nicht, wird der Ort des freien Willens genannt. Es gibt Menschen, die die Stufe der Entwicklung erreicht haben, in der diese Zustände enthüllt werden: Ein Gebot, Übertretung und der Ort der freien Wahl. Dies kann sowohl zur Vorbereitungszeit als auch  direkt zur spirituellen Arbeit gehören.

Wenn ein Mensch auf der anderen Seite der Grenze der spirituellen Welt arbeitet (hinter dem Machsom), wird er durch die Enthüllung des Bösen in ihm die Kraft spüren, die dem Schöpfer entgegengesetzt ist und es wird ihm möglich sein, praktisch damit zu arbeiten. Der Schöpfer manifestiert Seine Führung, als absolut Gut, sowohl für Sünder als auch für Gerechte. Diese Kraft des Gebens und der Liebe sind dem Menschen entgegengesetzt.

Wenn dies verschwindet, braucht der Mensch dieses Beispiel der Führung in der Gruppe. Um durch verschiedene Vorrichtungen, die er braucht, mit Hilfe der Gruppe der höheren Führung ähnlich zu werden, welche wir Elokim nennen.

Malchut, die die Eigenschaften von Bina erreicht, wird auch Elokim genannt.

HaWaYaH ist das Licht  Chochma, gekleidet in das Licht Chassadim, in Elokim. Somit erreichen wir Verschmelzung von HaWaYaH – Elokim, Einkleidung des Lichtes Chochma im Licht von Bina, Chochma in Chassadim. Der Mensch, der sein Verlangen, Malchut, zur Stufe von Bina, zur Heiligkeit, der Eigenschaft des Gebens, erhoben hat, kann das gesamte Licht von Chochma erhalten. Der Schöpfer wird in diesem Gefäße enthüllt, den der Mensch zum Geben korrigiert hat.  So vereint sich HaWaYaH mit Elokim.

In diesem einzigen Satz “ Die Vereinigung von HaWaYaH- Elokim“ ist unsere ganze Arbeit, die gesamte Realität und das Ziel der Entwicklung, das Ende der Korrektur, enthalten.

Es ist tatsächlich ein Wunder, wie der Ursprung der Schöpfung, der gesamte Prozess seiner Entwicklung und das Endresultat in diese kurze Kabbalistische Formel passt. [123883]

Aus der Vorbereitung zur täglichen Morgenlektion 24/12/13

Kannst du für jemanden anderen zu Abend essen?

Frage: Ich verstehe nicht, wie ich die Absicht im Bezug zu körperlichen Verlangen verändern kann. Wie kann ich für jemand anderen zu Abend essen? Sollte ich das zuerst verändern? Ich höre so oft, dass wir unsere körperlichen Verlangen nicht anrühren sollten….

Antwort: Deine Verlangen sollst du keineswegs verändern, sondern deine Absichten. Warum nicht? Weil ich mein ganzes Leben der Erlangung des höheren Zustandes widme und in weltliche Umstände verwickelt zu sein, dient einzig und allein der Korrektur meiner Absichten.

Die Reshimot (Erinnerungen) steigen ab in unsere Welt, damit wir in ihnen arbeiten können. Zur selben Zeit sind unsere Absichten ein Minus, während eine Handlung immer eine Kombination aus Minus und Plus sein muss.

Du sagst: „Ich liebe es zu essen, ich liebe ein Mädchen, ich liebe es mit Freunden in einer Bar zu sitzen oder ein Fußballspiel anzusehen, etc.“

Es stimmt, du liebst all das. Das sind deine Verlangen, also warum kannst du sie nicht in der richtigen Absicht benutzen um dem Ziel näher zu kommen? Zurückzukehren in diese Welt, aber nicht auf dem selben Niveau wie du in die Reshimot gefallen bist, sondern um zur Welt von Ejn Sof (Unendlichkeit) hinaufzusteigen auf der spirituellen Leiter.

Warum denkst du, dass du das nicht tun kannst? Durch deinen Aufstieg von einem Level der Reshimo zu einem anderen vervollständigst du bereits eine gute Reinkarnation und lebst dadurch nicht umsonst.

Du kannst das Ende der Korrektur in diesem Leben erreichen, das ist  in unserer Zeit möglich.

Selbst wenn du noch eine “Runde machen” musst, wirst du das nächste Mal bereits in einem anderen Zustand sein, auf einem anderen Niveau. In unserer Zeit sind wir in Zuständen die uns das Ende der Korrektur ermöglichen. Das ist das Ziel!

Wir sollten daher nicht denken, dass „ tausende einen Raum betreten und nur einer zum Licht gelangt.“ Das ist nicht mehr wahr. Du solltest dir keine Sorgen darüber machen, dass du gewisse negative Bedrängnisse erfährst, wie es dir scheint. Wenn du dich darauf konzentrierst deine Absichten zu korrigieren, solltest du dir gleichzeitig um nichts Sorgen machen. Setze einfach fort dich selbst zu fragen, ob du die Handlungen die du machst für dich selbst oder für jene mit denen du handelst machst. Ist es gegenseitige Kooperation mit den Freunden, mit einer Frau, etc. Wenn es gegenseitig und verbunden ist, ist es gut. [123410]

Auszug aus der ersten Lektion des Virtuellen Kongresses in Moskau „ Einheit ohne Grenzen“, 13/12/13

Die Kraft des Neides ist nicht durch Zeit und Raum begrenzt

Baal HaSulam „ Einführung in das Buch, Panim Meirot u. Masbirot“ Die Neigung zum Neid wird den Heiligen entlockt,“ die Autoren beneiden gesteigerte Weisheit.“ Diejenigen mit einem starken Willen, mit einem Hang zum Neid, werden durch Weisheit und Wissen ausgezeichnet. Dies ist, wie in der gesamten Realität, die sprechende Stufe,  welche die wirkende Kraft nicht durch Zeit und Raum limitiert, sie ist kollektiv und umfasst alle Gegenstände dieser Welt in allen Zeiten. Auch ist die Natur des Feuers des Neides eine Generelle, alle Zeiten umfassende, gesamte Realität. Mit dem Neid verhält es sich folgendermaßen: Hätte einer nicht das Objekt der Begierde in dem Besitz seines Freundes gesehen, wäre in ihm das Verlangen niemals erwacht.

Die Kraft des Neides ist die stärkste Kraft, besonders unter den Arbeitern des Schöpfers und etwas weniger unter den normalen Menschen. Wenn man überhaupt behaupten kann, dass normale Menschen die gleiche Form an Neid empfinden können.

Es wird gesagt, „ Des Autoren Neid steigert die Weisheit“; dies bedeutet, dass es die einzige Kraft ist, die den Menschen handeln lässt, ihn antreibt und vorwärts zieht. Es ist eine hilfreiche Kraft. Aus diesem Grund sollten wir einander ständig zeigen,  wie viel wir in die Gruppe investieren wollen. Wir sollen versuchen die Freunde zu lieben, ein gutes Beispiel zu sein, zu übertreiben und nicht davor zurückschrecken, womöglich unbescheiden oder nicht rechtschaffend zu wirken.

Du solltest dich nicht wie ein verdeckter Heiliger präsentieren. Im Gegenteil – durch dein demonstratives Beispiel – deine Hingabe und deinen Enthusiasmus werden deine Freunde sehr bereichert werden. In diesem Verständnis zeigt die Gruppe bereits das Prinzip „ Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Selbstverständlich bin ich daran interessiert zu erkennen, dass die Anderen besser sind als ich es bin!

Normalerweise will unser Egoismus alle schlecht machen; auch wenn ich selbst nichts bin, so sollen die anderen noch weniger sein. Hier will ich, dem entgegengesetzt, alle höher sehen als mich selbst. Obwohl es sich gegen meinen Egoismus richtet und sich sehr unangenehm anfühlt, beginne ich mich selbst zu kritisieren- aber das ist gut für meine Entwicklung.

Wir geben den kleinen Kindern Beispiele, „Schau was dieser kleine Junge kann! Versuche das doch auch“! Es ist ganz natürlich das sich Kinder durch Beispiele entwickeln, das Gleiche gilt für die spirituelle Entwicklung: Wir müssen einander ständig ein gutes Beispiel sein und somit den Neid steigern.

In der äußeren Welt lieben es die Menschen, von anderen beneidet zu werden, die leiden, da sie reich, berühmt und mächtig sind.

Hier ist das Gegenteil der Fall, indem wir den anderen erlauben, uns als stark und zielorientiert zu sehen.  Ich helfe ihnen, da ich ihnen wünsche das sie besser werden als ich. Dementsprechend erhebe ich die Gruppe nach dem Prinzip, „ Derjenige der sich ein besseres Umfeld sucht, wird mit Erfolg und Entwicklung belohnt.“

Wir müssen die Mittel mit ausgeklügelter Genialität nutzen, die Brechstange, das Feuer des Neides, das uns verbrennt, den guten Neid in den Freunden  erwecken. Wir müssen nicht nur in unseren Beziehungen damit spielen, sondern uns auch ständig darüber unterhalten um aus allen Formen zu lernen die uns die Anderen zeigen, damit wir wie sie und besser werden. Die Gruppe wird dadurch stärker, sie wird wachsen und sich nach vorne bewegen. [124022]

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 26/12/13