Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Menschen, die dir nahe stehen.

Frage: Muss ich alle Menschen umarmen, so wie es hier praktiziert wird?

Antwort: Es gab Zeiten, in welchen ich ebenfalls starke Abneigung empfunden habe, wenn es darum ging, andere Männer zu umarmen. Generell fühle ich mich nicht zu Menschen hingezogen, die ihre Gefühle am Tablett präsentieren. Es war sehr schwer für mich. Lange wusste ich nicht, was ich damit anfangen soll.

Aber nach einer gewissen Zeit habe ich mich zusammengerissen und mir gedacht: „Warum ist das notwendig? Wohin führt das? Warum entsteht da so ein riesengroßer Kampf in mir? Was wäre, wenn ich für diese Menschen empfinden könnte, als wären sie meine Kinder oder nahe Verwandte?“

Wenn du ein Mädchen umarmen willst, ist das verständlich, angeboren; ein natürliches Verlangen, das dich ihre Anziehung spüren lässt. Aber mit den Freunden hast du dieses Verlangen nicht, weil du sie nicht als dir nahe stehend empfindest.

Wenn du aber einen Mann finden würdest, der dir wirklich nahe ist, aus einem innerlichen Aspekt heraus, würdest du dich auf ganz natürliche Art und Weise zu ihm hingezogen fühlen, ohne jegliche Form der Abstoßung. Alles hängt von einem Faktor ab: Wie nahe ist dir dieser Mensch.

Mit einem Mädchen.. Beziehungen wie diese kommen und gehen; das ist unsere Natur. Aber mit einem Freund verhält sich das anders. Wenn dir klar wird, dass du ohne ihn das Ziel nicht erreichen kannst, dass dieses Ziel der eigentliche Grund für dein Dasein auf dieser Erde ist, dass nur er dir helfen kann, wie bei einem Team, das einen Berg besteigt – er hält dich und zieht dich aufwärts – dann verändert sich deine Beziehung zu ihm schlagartig. [123290]

Auszug aus der ersten Lektion des virtuellen Kongresses in Moskau „Verbindung ohne Einschränkungen“, 13/12/13

 

Sich klein fühlen

Frage: Der Mensch kommt zum Studium, wenn er erwachsen ist und bringt eine vorgefertigte Einstellung dem Leben gegenüber mit. Dementsprechend stimmt er nur teilweise mit seinem Lehrer überein und trägt dies weiter; in manchen Punkten ist er anderer Meinung. Kann er sich mit derart gespaltenen Gefühlen spirituell entwickeln?

Antwort: Es ist ganz natürlich für einen Menschen, der die spirituelle Welt noch nicht gefühlt hat. Genau aus diesem Grund kann er das alles noch nicht im Lehrer wahrnehmen. Es steht geschrieben: „Jeder urteilt anhand seiner eigenen Mängel.“ Du siehst die Verdorbenheit in dem Lehrer entsprechend deiner eigenen. Hier brauchst du die Kraft der Gruppe, die dich überzeugt und daran erinnert, dass der Lehrer groß und wichtig ist. Wenn du deine Freunde wertschätzt und respektierst und mit ihnen arbeitest, wirst du durch die Hilfe der Gruppe in der Lage sein, diese Gefühle der Respektlosigkeit sehr schnell zu überwinden.

Die Respektlosigkeit ist natürlich und ganz logisch und es kann nicht anders sein. Es wird dir mit Absicht von Oben gegeben. Gleichzeitig gibt man dir aber auch die Werkzeuge, um diese Zustände zu überwinden. Durch die Nähe zur Gruppe erlangst du die Nähe zum Schöpfer. Deshalb wurde diese Reihenfolge der Arbeit für dich vorbereitet. Aber wenn es nicht funktioniert, liegt das Problem nicht an deiner Respektlosigkeit dem Lehrer gegenüber. Es ist ein natürlicher Phase, ihn gering zu schätzen. Der Punkt ist, dass du die Gruppe nicht ausreichend respektierst! Du kannst dich nicht mit den Freunden verbinden, um die Kraft zu erlangen, die du benötigst, um alle diese Barrieren zu überwinden.

Du musst die egoistische Ablehnung den Freunden gegenüber überwinden: Versuche ihnen während der Mahlzeiten näher zu kommen, während des Singens und anderer angenehmer Momente. Beginne, dein Ego auf Distanz zu halten und fühle, wie sinnvoll es ist, sich mit den Freunden zu verbinden. Du hast eine Chance erhalten, die Kraft der Gruppe zu empfangen und eben dadurch die Anhaftung an den Lehrer zu erlangen. Durch den Lehrer erlangst du die Verbindung zum Schöpfer und dadurch allmählich das Licht der Korrektur.

Es ist ganz natürlich, dass dein Ego instinktiv gegen die Worte deines Lehrers Einwände erhebt. Nur ein Narr stellt nichts in Frage, da er keine Vorstellung davon hat, wo er sich befindet. Deine Natur lehnt den Schöpfer ab, wie geschrieben steht: „Des Menschen Neigung ist von Jugend an eine verdorbene“ – dementsprechend bist du entgegen gesetzt zur Spirituellen Arbeit und zu deinem Lehrer. Du bist der Inneren Essenz der Gruppe entgegengesetzt, aber die Gruppe hat eine äußere Form, durch die du dich an sie annähern kannst. Die größte Schwierigkeit ist, dass der Mensch die Gruppe nicht als ein Mittel wahrnimmt, das ihm ermöglicht, sich mit den Freunden zu verbinden, um dadurch die Anhaftung an den Lehrer zu erlangen. Der Lehrer wird euch alle mit dem Schöpfer verbinden.

Wir müssen uns nicht in Chassadim verwandeln, aber du musst fühlen, dass du im Vergleich zu deinem Lehrer klein bist. Auch bist du klein im Bezug zur Gruppe und noch viel kleiner im Bezug zum Schöpfer. Beginne dein Leben zu ordnen, indem du alle dir gegebenen Mittel richtig organisierst: Das bin ich, das ist die Gruppe, das ist das Studium und das ist mein Lehrer. Alles andere ist unbekannt, weil es vom Schöpfer kommt, aber genau dort befindet sich dein Eingang in die Heiligkeit, wo du plötzlich eine Türe wahrnimmst, die zu einer Öffnung wird und du trittst ein.

Wenn du diese Konditionen nicht erfüllst, wird nichts funktionieren. Der Mensch muss sich das alles vorstellen, sogar zeichnen und schreiben, um es jeden Tag fortzusetzen und zu korrigieren. Du solltest diese Fragen täglich, Schritt für Schritt in Klärung bringen, bis du in der Lage bist, alle Voraussetzungen zu erfüllen. Du solltest verstehen, dass es sich hier um klare und angemessene Gesetze handelt. Wenn du diese nicht einhältst, wirst du nicht nur dieses Leben benötigen, sondern noch viele weitere Inkarnationen. Egal wie oft du in diese Welt zurückkehrst, die Voraussetzungen werden immer die gleichen sein. Die spirituellen Reshimot (Erinnerungen) werden nicht in allen Ebenen erfüllt, solange sie nicht durch diese speziellen Konditionen laufen!

Alles arbeitet nach diesen speziellen Gesetzen der Natur. Es mangelt uns an Verständnis, wenn wir glauben, das es diese Gesetze nicht gibt; aber wo auch immer wir sie erkennen, offenbart sich: „Er hat uns Gesetze gegeben, die nicht gebrochen werden können.“ Wir müssen dies verinnerlichen, um diese Gesetze zu verstehen und einzuhalten. Unser Ego stimmt nicht zu, aber darüber können wir uns erheben.

Warum sollten wir auf die Leiden warten, die uns zwingen, uns vom Ego zu distanzieren? Es ist ratsam, dies aus unserem eigenen freien Willen heraus zu machen, mit unserem Verstand, durch die Werte, die uns die Gruppe ermöglicht und sichtbar macht. Die Gruppe wird uns helfen uns von unserem Ego zu distanzieren. Die Gruppe wird helfen das korrigierende Licht anzuziehen, welches in uns eine neue Skala von Prioritäten und Denkwegen ermöglicht. [123150]

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Baal HaSulam, 13/12/13

 

 

Existenz in zwei Welten

Die Seele ist das einzige Gefäß (Kli), in dem wir uns als ein vereintes Ganzes empfinden. In der spirituellen Welt fühlt sich niemand getrennt, weil wir alle die Einheit fühlen, als gemeinsamen Nenner unserer Verbindung. Auf diese Art und Weise verschmilzt unsere Individualität in der Einheit, jeder von uns findet sich in der Einheit wieder und das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Es gibt keinen Grund, Angst davor zu haben, sich selbst zu verlieren, da wir eine ewige und perfekte Existenz erlangen, fernab des elenden, temporären vergeudeten Daseins. Aus der ewigen, glorreichen und unendlichen Welt sehen wir unseren Kokon und die Menschen, die immer noch in einem Traum leben. Wie Blinde versuchen sie, jedermann auszubeuten, was zu ihrem eigenen Nachteil ist, aber das verstehen sie nicht. Jeder einzelne versucht, die Decke über sich selbst zu ziehen und hofft dabei auf etwas Gutes. À la longue bringt ihn diese Einstellung aber nur zu weiteren, tieferen Leiden.

Aber wie bricht man erfolgreich aus diesem Kokon aus? Dies ist nur durch die Gruppe möglich. Inwiefern ist es möglich, darin zu handeln? Hierzu wird uns ein sehr interessanter Zustand gegeben, nämlich in Körpern zu verweilen. Demnach kann unser verinnerlichtes Gefühl in beiden stattfinden, dem Kokon, unserem egoistischen Körper und außerhalb des Kokons, außerhalb des Körpers, in einem altruistischen Zustand. Menschen, die bereits durch ihre Gefühle außerhalb des egoistischen Kokons existieren, können nach wie vor in der physischen Welt leben, weil unser Körper keine Verbindung zu der spirituellen Welt hat. Es ist nur ein physiologisches Wesen, eine imaginäre Komponente, die etwas Existentes portraitiert, aber in Wirklichkeit ist dieses Wesen imaginär und nicht existent. Physiker haben auch schon darüber gesprochen, nicht nur Kabbalisten; die Wissenschaften realisieren diese Tatsache allmählich.

Mit anderen Worten kann der Kabbalist in der höheren Welt in einer spirituellen Form und zeitgleich in der materiellen Welt in einem physischen Körper existieren. Er kann zu dem materiellen Abbild, das sich in dieser Welt zeigt, zurückkehren, um seine Eindrücke für uns zu hinterlassen, um uns seine Wahrnehmungen und Gefühle zu lehren. Er teilt mit uns die Erfahrungen seines Daseins in der höheren Welt. Er sagt uns, wie er in der Gruppe gearbeitet hat, um die Einheit zu erlangen, lehrt uns die Fundamente der Zustände innerhalb der Gruppe, um uns die Möglichkeit zu geben, mit ihrer Hilfe Stück für Stück den Aufstieg in die höhere Welt zu erlangen. Wir müssen die Anweisungen der Kabbalisten, ihren Ratschlag und ihre Instruktionen sehr ernst nehmen und ihnen folgen wie Bergführern, die uns den Weg zeigen. Wir können sie auch Revolutionäre oder Pioniere nennen und ihnen folgen. Ohne sie hätten wir keine Ahnung, wie wir uns innerhalb der Gruppen organisieren sollen, in unserer Welt. Sogar wenn die Gruppe gut organisiert ist, ist das noch lange nicht genug.

Darüber hinaus müssen wir ständig über die Höhere Welt lernen, um die Gesetze der wechselseitigen Kooperation des Gebens und der absoluten Liebe, die dort im Geben über dem Empfangen existiert, mit der permanenten Überwindung unseres bösen Triebes wahrzunehmen. Auf der anderen Seite müssen wir auch in die äußere Verbreitung involviert sein, um alle restlichen Teile der kollektiven Seele einzusammeln und die vollständige Anhaftung und Verbindung zu erlangen, bis wir ein identisches Ebenbild des Schöpfers sein werden. [123414]

Auszug aus der vierten Lektion des virtuellen Kongresses in Moskau „Verbindung ohne Einschränkungen“, 14/12/13

 

Tausend betreten den Raum und alle gehen hinaus zum Licht.

Frage: Es wird gesagt, dass tausende einen Raum betreten und nur wenige mit der Enthüllung des Schöpfers belohnt werden. Aus diesem Grund überkommt mich die Angst; habe ich überhaupt das Potenzial die Reshimo zu offenbaren? Auf der einen Seite verstehe ich, das spirituelle Arbeit eine große Bereicherung ist und auf der anderen Seite kann ich die Angst nicht loslassen. Wie muss man damit arbeiten?

Antwort: Wir wissen, dass hunderte Millionen Menschen reich und berühmt sein wollen. Wie viele von ihnen erreichen dieses Ziel? Das spirituelle Ziel ist verpflichtend für alle. Die Aussage, dass tausende den Raum betreten und nur einer das Ziel erlangt, ist eine Formel der Kabbalisten der vergangenen Generationen. Damals war es nicht verpflichtend, dass jeder die spirituellen Welten erlangt und diejenigen, die diese erlangten, hielten sich streng an sehr komplexe Gesetze. Sie mussten sehr starre und schwierige Konditionen aufrechterhalten, um die Höheren Welten zu betreten.

In unserer Zeit kann jede Hausfrau, jeder simple Mensch aus egal wo auf der Welt ohne jegliche Vorbereitung dieses Ziel erreichen; das Verlangen entzündet sich einfach in ihnen und das ist alles. Wir betreten nun einen Zustand, in dem jeder, ohne Ausnahme, sich zu diesem Ziel entwickeln muss.

Wir wenden uns sogar an diejenigen, welche dieses Verlangen noch nicht haben, um es in ihnen zu erwecken und um zu vermeiden, dass sie diese Entwicklung durch noch mehr Leiden durchlaufen, da die Welt sich bereits in einem beängstigenden Zustand befindet. Wir sehen, wohin sich alles entwickelt. Deshalb sind die Konditionen in welchen „tausende den Raum betreten und nur einer den Raum verlässt“ nicht relevant für uns. Heutzutage muss jeder einzelne hinausgehen in die spirituelle Welt, sogar die, die noch nicht eingetreten sind, geschweige denn diejenigen, die so sind wie wir.

Heute gibt es diese Bedingung nicht mehr. Die Kabbalisten haben uns einfach daran erinnert, um uns anzuspornen, damit wir uns in aller Ernsthaftigkeit dazu beziehen. Diese liegt in unserer Hand.

Die Kabbalisten sagen uns offensichtlich: Handle in den Rahmenbedingungen und du wirst erfolgreich sein. Die bedeutet, dass du jede freie Minute der Inneren Arbeit widmen sollst. Zumindest müssen wir versuchen, unsere Absicht immer darauf auszurichten. [123214]

Auszug aus der ersten Lektion des virtuellen Kongresses in Moskau „Verbindung ohne Einschränkungen“, 13/12/13

 

 

Dort, wo es am schmerzhaftesten ist.

Frage: Der spirituelle Weg funktioniert nur durch Momente der Reibung, in welchen ich anderer Meinung bin als der Lehrer und die Gruppe. Wie kann ich zustimmen, wenn ich sehe, das sie falsch liegen?

Antwort: Natürlich siehst du, dass der Lehrer falsch liegt. Du denkst auch, dass der Schöpfer falsch liegen muss, weil er dieses mühsame Leben in dieser Welt für uns inszeniert hat. Hätte er das ganze nicht friedvoller, erfreulicher und ruhiger machen können?

Der spirituelle Weg wiederstrebt deinem Ego, was bedeutet, er arbeitet gegen dein Verlangen und gegen deinen Verstand. Du musst dich ununterbrochen über diese Momente der Reibung erheben, die gegen deine Gefühle und deinen Verstand arbeiten, immer und immer wieder. Dies sind die Momente auf dem spirituellen Weg, die sich in „eine Türe, eine Offenbarung und einen Eingang“ verwandeln, um mit dem Schöpfer und seiner Schöpfung zu verschmelzen – im Sinne von „Er ist Eins und sein Name ist Eins“

Dieser Schritt befindet sich immer über deinem Verstand, dort wo sich deine nächste Stufe befindet. Alles andere, womit du einverstanden bist, die angenehmen gemeinsamen Essen, die Freunde, die schönen Ausflüge – sie haben überhaupt nichts mit Spiritualität zu tun! Es sind nur Begleiterscheinungen, um die Momente der Ablehnung zu enthüllen, die für unsere Arbeit von so großer Bedeutung sind.

Auf der einen Seite gibt es das normale Leben in dieser Welt und auf der anderen Seite gibt es das Leben in der Gruppe. All das funktioniert wunderbar, auf allen Seiten. Jedoch steckst du in der Mitte und kannst gewissen Punkten nicht zustimmen und denkst dir dann: „Na gut, ist doch egal, es ist Blödsinn, auch wenn ich anderer Meinung bin, ich stimme mit allem anderen überein.“

In deinem normalen Leben heiratest du, du gründest eine Familie, arbeitest und tust alles und du lebst in der Gruppe, arbeitest mit den Freunden, zahlst Maaser, nimmst teil an allen Veranstaltungen. In manchen Zuständen allerdings steckst du fest und kannst nicht zustimmen, geschweige denn, dich darüber erheben. Zur selben Zeit nimmst du die linke oder die rechte Seite ohne Probleme, weil dein Ego mit allem einverstanden ist, was dort geschieht.

Du solltest nur den Ort identifizieren wo „eine Türe, eine Offenbarung und ein Eingang“ sein könnte. Der befindet sich dort, wo es am schmerzhaftesten ist. Du willst diese Momente nicht provozieren, da du dort die wirkliche Meinungsverschiedenheit wie eine schmerzhafte Injektion spürst.

Du bist mit allen verbunden in deinen Gefühlen und in deinem Verstand! Du liebst es, zu studieren, spirituelle Fragen zu diskutieren, du liebst es, Zeit mit den Freunden zu verbringen, du gibst ihnen Geschenke, du „kaufst“ die Freunde, du ladest sie zu dir ein.

Aber manchmal kommt es dir so vor, als ob die Gruppe falsche Entscheidungen trifft, wenn es um gewisse Themen geht. Du erhebst keinen Einspruch, sondern wartest still und geduldig, bis die Freunde schlussendlich heranwachsen und ihre Fehler selbst erkennen und ihre Entscheidungen korrigieren, was bedeutet, dass sie mit dir einer Meinung sind. Du verstehst, dass es keine Alternative gibt, keinen Ort, an den man stattdessen gehen kann, weil du zugeben musst, dass sie wunderbar ist, deine große, kluge Gruppe und dass nichts damit vergleichbar ist.

Es ist eine sehr weit verbreitete Herangehensweise von den meisten Studenten, aber nach einigen Jahren des Studiums beginnst du, die Momente der Reibung, in welchen du steckst, zu fühlen und zu sehen. Genau dort, in eben diesen Momenten befindet sich der Eingang, der zur Öffnung bereit steht. Es ist keine Türe sondern eine Wand, aber durch die Arbeit über dem Verstand wirst du plötzlich eine Türe in dieser Wand wahrnehmen, die sich in der Sekunde öffnen wird, um ein Eingang für dich zu werden.

Der Eingang kann nur in diesen Momenten der Ablehnung und Reibung stattfinden, deshalb sollt ihr diese Momente sehr genau beobachten und von allen anderen differenzieren! Alles andere befindet sich unter der Herrschaft des Egos. Nur innerhalb dieser Punkte der Ablehnung kann die Offenbarung stattfinden, die eine Öffnung in die nächste Dimension ermöglicht, durch die Kraft des Glaubens über dem Verstand. [123211]

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Baal HaSulam, 13/12/13

Unter einer Decke stecken

Frage: Warum wird das umgebende Licht angezogen, wenn ich den Freunden gebe?

Antwort: Weil ich dem Freund geben, ohne ihn täuschen zu wollen, auch will ich ihn nicht locken oder mir dadurch weltliche Belohnungen verschaffen, sondern ich mache es im Sinne des spirituellen Zieles.

Der Punkt im Herzen ist mir wichtig und ich arbeite von diesem Punkt aus hinsichtlich seines Verlangens zu empfangen, um es zu erfüllen. Dies bedeutet, ihm ein Geschenk zu machen. Ich mache dies, weil es mir ein Anliegen ist, den Schöpfer zu erlangen; er ist die Wurzel und die Ursache für alles (No.1). Deshalb navigiere ich mein Ego (No.2) und gebe dem Ego meines Freundes (No.3) ein Geschenk.

Es ist möglich, sein Ego mit dem Geschenk zu beeindrucken, aber vor allem beeinflusse ich seinen Punkt im Herzen durch das korrigierende Licht (No.4). Ich kann seinen Punkt im Herzen nicht beeinflussen; dieser ist ein Funke von oben. Das umgebende Licht beeinflusst ihn, weil ich mit meiner ersten Handlung eine Kalkulation gemacht habe, die dazu dient, den Schöpfer zu erfreuen, was mir mehr Freude bereitet als mein eigenes Ego zu befriedigen. Dies ist der Grund für all diese Schritte, obwohl ich lieber auf der Couch liegen würde und faulenzen.

Mein Freund beginnt sich zu fragen: Warum mache ich das für ihn? Wenn wir zusammen studieren, könnte ich ihm direkt sagen, dass die Absicht des Geschenkes unserer spirituellen Entwicklung dient, dass ich ihm das Geschenk gebe, um mir einen Freund zu kaufen, um mit seiner Hilfe den Schöpfer zu enthüllen. Wenn der Freund erweckt wird durch meine Worte, mein Geschenk und das umgebende Licht, wird er auch die Kalkulation machen, die notwendig ist, um den Schöpfer zu erlangen (No.5).

Nach vielen dieser Geschenke (eines ist nicht genug), „kaufe“ ich den Freund. Im normalen Leben ohne den Zusatz der Wichtigkeit des Schöpfers „bestechen“ wir die Menschen und deren Egoismus einfach nur mit unseren Geschenken. Als Ergebnis wird er mir auch Gefallen tun, mir helfen, wie üblich: “du gibst mir, ich gebe dir.“ Oder wir haben gemeinsame Interessen und helfen uns gegenseitig dabei, unsere egoistischen Verlangen zu erfüllen: Wir gehen fischen oder spielen Fußball zusammen.

Wie dem auch sei, so ist dieses Schema sehr speziell, weil ich durch den Schöpfer anfange, den Freund zu beeinflussen, seinen Punkt im Herzen. Dadurch beginnt sein Punkt im Herzen zu erwachen und er fühlt sich verpflichtet, die gleichen Handlungen mir gegenüber auszuführen. Er muss es tun! Aus seinem Punkt im Herzen wird sein Egoismus beeinflusst (No.6), dadurch gibt er mir Geschenke (No.7). Es stellt sich heraus, dass er den gleichen Zyklus an Handlungen mir gegenüber ausführt.

Nachdem wir beide in solchen „Zyklen“ arbeiten, schaffen wir es, unsere Punkte im Herzen näher zueinander zu bringen. Sie beginnen, auf der gleichen Wellenlänge zu schwingen, so nahe als würden sie unter einer Decke (No.8)  stecken. Durch das umgebende Licht verwandelt sich die „Decke“ in einen Schirm (Massach, No.9).

Es ist ein unaufhaltsames Gesetz. Der Mensch kann tausende Jahre weinen und klagen, aber bevor er diese Gesetze nicht erfüllt, wird es nicht helfen. Wenn die Voraussetzungen des Gesetzes erfüllt sind, ist auch der Erfolg garantiert. Es wird gesagt: „Das Gesetz ist festgeschrieben und kann nicht gebrochen werden.“

Wir müssen verstehen, dass wir innerhalb der Natur in einem System von Gesetzen existieren. Wir müssen diese Gesetze verinnerlichen und herausfinden, wo wir sie nicht berücksichtigt haben, bis wir zum erwünschten Ergebnis gelangen. [122927]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel von Rabash „Mache dir einen Rav und kaufe dir einen Freund“. 11/12/13

 

Eine Türe, eine Offenbarung, ein Eingang.

Eine Tür, eine Offenbarung und ein Eingang erscheinen im Spirituellen im selben Moment. Erwarte nicht eine Türe aus der Entfernung zu sehen, auf die du zugehen musst um sie zu öffnen. Wenn du eine Türe siehst wird sie automatisch geöffnet sein. Dies ist ein Gesetz welches in seiner Erfüllung geschehen kann.

Nur, wenn mein Gefäß dem Licht gleicht, was ähnlich dem Auszug aus Ägypten ist, sehr plötzlich geschieht und in großer Eile, nehme ich eine Türe wahr und trete ein.

Wir können diese Handlungen im absoluten Glauben vollziehen, was bedeutet, ich gebe einen Massach (Schirm) des „Willens zu geben“ auf mein Gefäß und somit empfange ich entsprechend der höheren Stufe.

Baal HaSulam, Brief 26:  Die Kraft sich an die Worte der Weisen anzuhaften, ist in unserer Realität Dalet und wird „Glauben“ genannt…

Ein Mensch der sich der Offenbarung nähern will, muss entsprechend dem Glauben der Weisen handeln. In dem Maß in dem er in der Lage ist, sich an die Größe seines Lehrers und der Gruppe anzuheften, erhält er die Kraft der Hingabe und Ernsthaftigkeit, die ihm ermöglicht die Türe zu erreichen. Er hat keine eigenen Kräfte. Es ist in unserer Welt so arrangiert, dass der Mensch einen Lehrer, eine Gruppe, das Studium bekommt, um das korrigierende Licht anzuziehen, welches ihm den Eingang zur spirituellen Welt näher bringt.

…wird genannt „ Glaube“, da es nicht auf einmal erlangt wird, sondern allmählich durch Erziehung, Anpassung und durch die Arbeit.

Dafür ist die Integrale Erziehung da, damit Menschen in dem Erfahrungsprozess das korrigierende Licht anziehen, welches sie verändert.

Hier besteht der Unterschied zwischen Integraler Erziehung und herkömmlicher Erziehung, die nicht in der Lage ist das korrigierende Licht anzuziehen. Aus diesem Grund ist es dringend erforderlich, dass jeder Wegweiser und Lehrer der integralen Methode, welcher mit der Öffentlichkeit arbeitet, sehr stark mit der Gruppe und mit dem Studium verbunden ist, nur dadurch kann er hinausgehen und erfolgreich verbreiten.

Es ist dem Lehren eines Kindes ähnlich, welches wie ein unbeweglicher Stein währe, wenn es nicht den Lehrer gäbe, der es bildet. Darum wird diese Arbeit generell „Umhang“ genannt, da es ein Mantel ist, der sich jenseits der menschlichen Wahrnehmung befindet.

Dies befindet sich über dem Verstand des Kindes.

In der materiellen Welt gibt es Kinder, die noch keinen Verstand besitzen und die bereit sind sich vor den Erwachsenen zu annulieren, damit sich diese um sie kümmern. So wird es auf natürliche Weise in der Welt organisiert. Würde ein Mensch als Erwachsener geboren werden- mit einem ausgebildeten Verstand- mit seinen eigenen Gefühlen und Meinungen- wäre es nicht möglich für es Fürsorge zu tragen. Nur wenn es sich selbst annuliert, wie ein Baby, gestattet es den anderen mit ihm zu machen, was sie für richtig halten. Nur wenn es seinen Kopf senkt, wissend und glaubend, dass es von dir abhängig ist, wirst du in der Lage sein etwas für es zu tun.

Kannst du dir vorstellen, dass ein Erwachsener in der Lage wäre sich derart zu annullieren? Wie dem auch sei, ist dies das was wir tun müssen. Wir müssen uns ein Beispiel in dieser Welt nehmen, wenn es zur Phase der Empfängnis kommt, dem Ibur, der Säugling, Yenika, der Verstand, Mochin, sonst wirst du nicht im Stande sein dich zu entwickeln. [123025]

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 13/12/13

Fürchte dich vor der Strafrunde

Frage: Wie kann ich mich darauf vorbereiten, ohne Kraft, sprich ohne Treibstoff, zu arbeiten?

Meine Antwort: Die Wichtigkeit des Ziels wird uns von Oben gegeben, ebenso bekommen wir die Unterstützung von Oben. Es gibt keine Helden, die sich mit den Zähnen daran festbeißen. Jeder lebt nur dank der höheren Gnade. Sobald wir eine mäßige Verhärtung des Herzens erhalten, fangen wir gleich an zu weinen.  So geschieht es ohne Ausnahme mit allen, nicht weil du schwächer bist als andere!

Jedoch sollte man verstehen, dass man unter den Begriff „ Anstrengung“ nicht die physische Arbeit meint. Wenn du dich anstrengst und irgendetwas dank deiner körperlichen Kraft machst, so ist es eine Lüge. Denn für eine wahre Anstrengung, die übermenschlich ist, kannst du keine Kraft haben.

Wenn du in der Lage bist Kräfte anzuwenden um etwas zu tun, zählt es nicht als „Anstrengung“.

Eine Anstrengung ist ein Versuch, sich mit dem Lehrer, der Gruppe und Bücher zu verbinden, sich von deren Wichtigkeit des Ziels, des Schöpfers, der Wichtigkeit des Handelns beeindrucken zu lassen, sowie mit deren Treibstoff zu arbeiten. Du selbst besitzt keine Energie um solche Anstrengungen zu unternehmen. Falls du es aber über diese Energie erhältst, dann wirst du über eine solche Kraft auch verfügen.

Das heißt: eine  Anstrengung, ist nicht  eine bloße Arbeit. Eine Anstrengung besteht darin, dass du dich dem Lehrer, der Gruppe und den Büchern hinziehst, mit deren Hilfe erweckst und von ihnen den Treibstoff für die Arbeit bekommst. Nur das zählt als Anstrengung, nichts anderes. Wenn du noch vor deiner Wendung an die Gruppe, Energie hattest, so ist es der schlichte Egoismus und keine Anstrengung.

Wenn du auch danach über diese Kraft verfügst, bedeutet es dass du diese von Oben erhalten hast und somit ist es auch keine Anstrengung. Die Anstrengung liegt nur darin, dass du alles so organisierst, um durch die Gruppe begeistert zu werden.

Es ist nötig, die ganze Zeit, diese Drei Mittel: Lehrer, Gruppe und die Bücher als einen Adapter zu betrachten, der dich mit dem Schöpfer verbindet. Diese Lebensenergie kriegst du sonst nirgendwo anders, das ist deine Infusion, dein  Sauerstoffschlauch. Wenn du dich diesem nicht anschließt, wirst du sterben. Wenn dir die Freunde ständig helfen, wirst du es nie vergessen. Das nennt sich “die Bürgschaft”, ohne welcher nichts klappen kann!

Und wenn du die dir gegebene Chance nicht genutzt hast, dann wirst du eben eine weitere bekommen, jedoch ist es unklar, wann dies der Fall sein wird: vielleicht in zehn Jahren, vielleicht  im nächsten Leben. Jeder Moment ist vom Vorherigen abgeschnitten und keiner weiß, wann sich diese Chance wiederholen wird. Der jetzige Augenblick vergeht und womöglich weckst du ihn erst  nach einer Vielzahl von Reinkarnationen wieder auf.

Genauso kann es jeden von uns gehen. Womöglich bekommst du  in 200 Jahren, gemäß dem Entwicklungsprogramm, endlich eine neue Erweckung. Der Freund hat irgendwo geschlampt, war faul und du hast über ihn nicht das erhalten, was du erhalten solltest und bist in die nächste Runde gegangen.

Frage: Daraus ergibt sich, dass ich im vornherein bereits verurteilt bin und von mir nichts abhängig ist?!

Meine Antwort: Alles hängt nur von dir ab – du brauchst nur die Freunde zu erwecken. Von Oben schenkt man uns täglich die Tora. Wenn Ihr die Bedingungen von unten schafft, bitte schön, empfangt sie. [122533]

Auszug aus dem Unterricht, nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“ vom 08/12/13

Automatische Speicherung ist vorbestimmt

Frage: Wenn der Mensch die Gruppe verlassen hat, wird sein gesammeltes „Gepäck“ dennoch erhalten bleiben, oder muss er nach seiner Rückkehr neu beginnen?

Antwort: Man muss nicht neu beginnen. Er hat schon eine bittere Erfahrung, die ihm helfen wird, sich schnell und mit den neuen Kräften an die Freunde anzuschließen.

Es ist jedoch besser, diese Erfahrung nicht zu machen. Dafür spricht die grundlegende Regel: „Was auch immer geschehen mag, nur nicht der Abgang aus der Gruppe“. Wir richten uns immer nur vorwärts mit den Freunden aus. Die Trennung ist eine Loslösung, Abschaltung vom Schöpfer, die man keinesfalls zulassen darf. Das ist gegen den spirituellen Prozess, in welchem ich meine Zustände nicht begreife, aber mich dennoch vorwärts ausrichte.

Lass die Hindernisse seitens des Schöpfers auf Schritt und Tritt, zu – denn es ist eben Seine Sache. Ich danke Ihm sowohl für das Böse, als auch für das Gute, und bin keinesfalls bereit, vom Weg abzutreten. [122739]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Wissenschaft der Kabbala und ihr Wesen“, 10/12/13

Alles basiert auf der Gleichheit der Eigenschaften!

Frage: Wir sprechen darüber, dass die Integralmethodik eine Form des unterrichtens ist. Wenn wir den gewissen Kreis der Menschen zum inneren Punkt der richtigen Vereinigung bringen, dann fangen sie diese Idee auf und geben diese weiter. Kann man auch alle übrigen Formen verwenden, die dazu führen?

Antwort: Ich weiß nicht, über welche Formen Sie sprechen.

Wenn ich meinen Radioempfänger stimme, dann fange ich den Punkt der Ähnlichkeit meiner Schwingungskontur mit der äußeren Welle auf. Der Empfänger generiert die Welle, die der äußeren Welle ähnlich sein soll, und wenn sie übereinstimmen, fasst er die Modulation der äußeren Welle auf, die ich später höre. Alles basiert auf der Gleichheit der Eigenschaften!

Gerade solche Gleichheit der Eigenschaften mit der Integralnatur müssen wir in den Menschen finden! Indem du ständig den Punkt der Abstimmung mit der Gruppe korrigierst, erlangst du plötzlich diesen Zustand, der dich auf die nächste Stufe erhebt. Folglich „schwimmst“ du auf dieser Stufe. Du erkennst dich nicht mehr, da du und die Gruppe sich in das einheitliche Ganze verwandelt habt, d.h. aus „zehn“ wurde „eins“. [122542]

Auszug aus dem TV – Programm „Über die Zeit“, 24/09/13