Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Gab es die Durchquerung des Roten Meeres?

Frage: Gab es in der Geschichte wirklich ein solches Wunder, bei dem sich das Rote Meer teilte und das Volk Israel, das vor dem Pharao floh, hindurchließ?

Antwort: Die Tora berichtet nicht von Ereignissen unserer materiellen Welt. Sie spricht nur davon, was zwischen unseren Seelen geschieht. In diesem Sinne haben wir einen Zustand durchlaufen, der als Durchquerung des Roten Meeres bezeichnet wird.

Der Auszug aus Ägypten und die Befreiung aus der ägyptischen Sklaverei – das ist die Befreiung von der Macht des eigenen Egoismus, des „Engels des Todes“. Und auf dem Weg zu dieser Freiheit durchlaufen wir einen bestimmten Übergang, der als Durchquerung des Roten Meeres bezeichnet wird. Er bedeutet das Ende Ägyptens, das Ende unseres Egoismus, nach dem wir ein freies Volk werden können.

In der Natur verbirgt sich eine besondere Kraft der Einheit, die als Schöpfer bezeichnet wird. Und wenn wir uns bemühen, uns zu vereinen, uns gegen unseren Willen einander anzunähern, dann offenbaren wir in diesen Bemühungen eine höhere Kraft, die den Zustand der „Durchquerung des Roten Meeres“ bewirkt. Sie führt uns von der egoistischen Natur hin zur Natur des Gebens und der Liebe.

Aus der Sendung auf dem Rundfunkkanal 103FM

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Den Verstand auf Wahrheit und Lüge einstellen

Wahrheit und Lüge tauschen im Handumdrehen die Plätze. Wir hören eine bestimmte Meinung und halten sie für wahr. Und dann hören wir plötzlich etwas anderes und klammern uns daran, als wäre es wahr, während uns das, was vorher war, bereits als Lüge erscheint. Wahrheit und Lüge wechseln mit enormer Geschwindigkeit, und sogar das Gefühl von süß und bitter verändert sich, wenn auch nicht ganz so schnell.

Es stellt sich also heraus, dass es in der Realität nichts Absolutes gibt. Ich kann nie sagen, dass genau das hier süß ist, denn vielleicht schmeckt es mir morgen wegen meiner schlechten Laune schon bitter. Oder ich stelle plötzlich fest, dass Zucker mir sehr schadet, mich regelrecht umbringt, und ich kann ihn nicht einmal mehr ansehen. Er wird mir nicht süß, sondern bitter vorkommen, so sehr werde ich Angst haben, etwas Schädliches zu essen. Diese Angst wird meinen gesamten Geschmackssinn verändern.

Und wie sollen wir dann eine endgültige Entscheidung darüber treffen, was als süß oder bitter zu betrachten ist und was als Wahrheit oder Lüge? Wahrheit und Lüge klären sich im Verstand, während sich süß und bitter im Herzen, im Verlangen, entscheiden. Deshalb muss man am Herzen arbeiten, damit es nach Geben und nicht nach Empfangen strebt.

Das ist bereits eine Art Maßstab, ein Bewertungssystem, anhand dessen man sich selbst einschätzen kann. Derzeit bedeutet „Wahrheit“ für uns, so viel wie möglich für uns selbst zu gewinnen, zu verdienen. Und dort wo wir verlieren – das nennen wir Lüge. So betrachtet der gewöhnliche Mensch das Leben mit einem „korrupten“ Blick. Der Egoismus verschleiert ihm die Augen und lässt ihn nicht erkennen, wo die wirkliche Wahrheit liegt und wo die Lüge. Was ihm nützt, nennt er Wahrheit, und was ihm nicht nützt, nennt er Lüge.

Wir müssen jedoch ein objektives Maß nehmen, das außerhalb von uns liegt – nämlich das Maß des Gebens, an dem wir unsere Wahrheit und Lüge messen können, wenn wir unseren Verstand richtig ausrichten. Diese Möglichkeit bietet uns unsere Umgebung. Deshalb kam es zum Zerbrechen des Verlangens, das jeden von allen anderen getrennt und in seinem Egoismus gefangen zurückließ. Wenn ich mich hingegen gemäß den kabbalistischen Prinzipien mit der Gemeinschaft verbinde, wird dies für mich die Wahrheit sein.

Je mehr ich von mir selbst loslassen und mich mit meinen Mitmenschen verbinden kann, dann werde ich in ihnen diesen Maßstab, die Wahrheit, erkennen. Mich selbst hingegen werde ich im Hinblick auf diese Wahrheit in der Lüge erkennen. Das ist das Hauptziel unserer Arbeit in der Gruppe: uns richtig auf die Wahrheit einzustellen, uns in Bezug auf sie zu annullieren– so, dass Wahrheit und das Geben für uns zu einem einzigen Begriff werden. Das Geben ist meine Verbindung mit der Gruppe: Je mehr ich mich ihr hingebe, desto mehr nähere ich mich der Wahrheit, das heißt dem Geben.

Das ist das Allererste, was wir mit uns selbst tun müssen. Und dann werden wir sicher sein, dass wir aus Sicht des Verstandes den richtigen Kurs und die richtige Richtung einschlagen.

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Aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“

 

Man sollte nichts bereuen

Frage: Menschen im Alter von etwa 70 Jahren wurde die Frage gestellt: „Was bereuen Sie, wenn Sie auf Ihr Leben zurückblicken?“

Die fünf häufigsten Antworten waren:. Die Befragten gaben an, dass sie zu wenig gereist seien, sich nicht ausreichend um ihre Gesundheit gekümmert hätten und ihrer Familie und ihren Kindern nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt hätten.

An erster Stelle stand jedoch Folgendes: Sie hatten den größten Teil ihres Lebens mit einer Tätigkeit verbracht, die sie nicht liebten, und es fehlte ihnen an Kraft und Entschlossenheit, etwas daran zu ändern.

Was meinen Sie: Ist das nach Ihrer Meinung das Schwerwiegendste, was man am Ende seines Lebens bereuen kann?

Antwort: Natürlich ist das insgesamt ein sehr schweres Leben, wenn jemand einer Tätigkeit nachgeht, die er nicht liebt, und sich damit nie wirklich identifizieren kann. Besonders tragisch wird es, wenn ihm zugleich die Kraft fehlt, etwas daran zu ändern.

Frage:  Kann eine ungeliebte Arbeit irgendwann zu einer geliebten werden?

Antwort: Das ist möglich. Man muss sich intensiver mit ihr beschäftigen, tiefer in sie eintauchen und sich ihr mit ganzem Herzen widmen. Dann kann sich die Einstellung dazu ändern.

Frage: Das heißt, man könnte sich sagen: „Ich kann diese Arbeit im Moment nicht aufgeben, aber ich kann versuchen, sie lieben zu lernen“?

Antwort: Das ist möglich. Indem man sich vertieft, wird man zum Meister seines Fachs.  

Kommentar: Aber sie bleibt trotzdem ungeliebt.

Antwort: Das liegt daran, dass man sich ihr nicht mit Hingabe, von ganzem Herzen, gewidmet hat.

Frage: Warum hat niemand geantwortet: „Ich bedaure, dass ich nicht nach dem Sinn des Lebens gesucht habe“?

Antwort: Die Menschen suchen danach – meist still und unauffällig. Doch dieses Bedürfnis steht oft nicht an erster Stelle, sondern irgendwo weiter hinten. Jeder Mensch sollte versuchen, in seinem Leben nach dem Sinn zu suchen. Das ist wichtig. Ohne Sinn erscheint das Leben leer. Ob man ihn findet und welche Form dieser Sinn annimmt, hängt letztlich von jedem Einzelnen ab.

Frage: Bedeutet das, dass jeder seinen eigenen Sinn des Lebens finden kann – einen großen oder kleinen, tiefen oder eher einfachen?

Antwort: Ja. Entscheidend ist jedoch, die Suche nicht aufzugeben. Es geht nicht darum, sich mit allem abzufinden, sondern darum, weiterzufragen und weiterzumachen.

Frage: Sagen Sie das aus der Perspektive, dass wir bereits zu einem bestimmten Sinn des Lebens gelangt sind? Antwort: Wir nähern uns diesem Sinn an, wir werden ihm näherkommen und wir werden auch künftig weiter nach ihm streben. Ohne diese Suche kann ein Mensch nicht wirklich leben; es wäre lediglich ein bloßes Dasein. Das gehört zu unserer menschlichen Natur.

Frage: Gibt es etwas in Ihrem Leben, das Sie bereuen?

Antwort:Nein. Obwohl ich eigentlich sehr vieles bereuen müsste.

Frage: Und dennoch bereuen Sie nichts? Wie gelingt es Ihnen, so zu leben, ohne zu bereuen? Wie schneiden Sie das einfach ab?

Antwort: Ganz einfach: „Das Recht, die Jahre zu vergessen, das Recht, die Stunden zu wählen. „Das Recht zu wählen, wie man lebt, indem man das Leben auf die Waage legt.“

Daran lässt sich nichts ändern. Ich persönlich betrachte das sehr philosophisch: Es erleichtert nicht nur – obwohl es das tatsächlich tut, sondern es muss so sein.

Frage: Hat die Erkenntnis „Es muss so sein“ Ihre Sicht auf das Leben geprägt?

Antwort: Ja. Es hat meine Haltung zum Leben und zur Welt wesentlich beeinflusst. Was ich tun kann, das tue ich. Was ich geben kann, das gebe ich.

Ich hoffe, dass ich mit dem, was ich der Welt gebe, einen kleinen Beitrag dazu leiste, sie besser zu machen. Die Welt und die Menschen sind mir nicht gleichgültig. Ich wünsche mir, dass sie die Wirklichkeit etwas klarer sehen, dass sie ihre Augen ein wenig weiter öffnen.  

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Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 

Die Bereitschaft, im Glauben über den Verstand zu gehen

Der Glaube über dem Wissen  ist kein Gewinn für den Verstand, sondern der Erhalt einer anderen Fähigkeit, die wir nicht besitzen. Es ist ein anderer, übernatürlicher Kanal, ein sechster Sinn, Spiritualität, die Korrektur vom Kli des Empfangs, die Kraft von Bina. Wie gelangt man dazu? Durch Nachdenken, Arbeit, Höhen und Tiefen.

Frage: Warum beschäftigen wir uns damit, wenn doch im Voraus bekannt ist, dass all dies der Schöpfer tut?

Antwort: Warum bist du dir so sicher, dass der Schöpfer dies tut? Denn für dich sind das alles nur Bezeichnungen, leere Worte, du lebst nicht darin. Es steht geschrieben, dass es eine höhere Kraft gibt, die alles lenkt, „es gibt niemanden außer Ihm“. Na und? Du hast davon gehört, aber du lebst nicht in dieser Offenbarung, identifizierst dich nicht damit.

Dabei bestimmt diese Identifikation all unsere Gedanken und Handlungen. Ich fühle mich wie ein Handschuh, der auf die Hand des Schöpfers gestülpt ist. Er bestimmt alles, was in mir geschieht, angefangen bei der Bewegung der Atome bis hin zur Bewegung der Gedanken und Wünsche. Von Ihm hängt jedes Ergebnis ab, sowohl am Anfang als auch am Ende. So spüre ich die Manifestation des Schöpfers in mir.

Kann ich behaupten, dass der Schöpfer der König ist, wenn ich das nicht habe? Kann ich sagen, dass ich damit einverstanden bin? Würde ich selbst, ohne Zwang, dasselbe tun, was Er tut? Das ist alles leeres Gerede. Ich weiß nicht, wer Er ist.

Deshalb sagt Rabash, dass es einen König der ganzen Welt gibt und einen König Israels. Über den König der ganzen Welt sagen alle: Der Schöpfer ist groß!

Den König Israels begreift man durch echtes Streben nach Ihm – „Yashar Kel“, direkt zum Schöpfer. Streben bedeutet die Bereitschaft, sein Wissen beiseite zu lassen und im Glauben über dem Verstand zu gehen. Darin liegt der Unterschied zwischen der Sichtweise der Tora und der Sichtweise der Massen.

Es reicht nicht aus, das nur zu sagen. Alle glauben, dass sie sich bereits in der Endkorrektur befinden, während die Zustände Israels durch sehr ernsthafte Arbeit erreicht werden, indem sie all ihre Wünsche und Absichten gegenüber dem Schöpfer so ausrichten, dass sie wie die Seinen werden. Erst dann gelangen sie zu dem Zustand, in dem sie sagen können, dass der Schöpfer der König der ganzen Welt ist.

Was ist die Welt? Die Welt ist mein ganzes Ich, und ich habe geprüft und gespürt und stimme zu, dass Er mich führt. Und worin besteht diese Zustimmung? Darin, dass ich selbst dann, wenn Er nicht existieren würde, dennoch dasselbe tun würde. So erschaffe ich das Bild des Schöpfers in mir. Das bedeutet, dass ich von Null bis zur Unendlichkeit wachse. Ich wachse und erreiche Seine Stufe.

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Aus der Lektion nach einem Artikel von Rabash, 10.062026

 

Vom Mittel – zur Ursache

Frage: Was ist die Hilfe des Schöpfers?

Antwort: Wenn ein Mensch versucht, Liebe und Einheit anstelle von Hass und Ablehnung zu erreichen, wird er feststellen, dass dies aus eigener Kraft unmöglich ist. Gute Absichten führen jedes Mal zum Gegenteil.

Anfangs wird der Mensch bei seinen erfolglosen Bemühungen das Gefühl haben, dass dies wegen ihm geschieht. Später werden ihm dieselben Anstrengungen zeigen, dass die Ursache in einer äußeren Kraft liegt.

Mit der Zeit und durch immer neue Eindrücke wird er dann feststellen, dass es sich nicht um irgendeine fremde Kraft handelt, sondern um die Höhere Kraft, die ihn auf diese Weise lenkt und durch verschiedene Lebenssituationen eine negative Haltung gegenüber anderen in ihm hervorruft.

Dadurch beginnt der Mensch, den Schöpfer als Ursache sowohl der negativen als auch der positiven Zustände wahrzunehmen. Es erkennt, dass nur der Schöpfer die Fähigkeit besitzt, die Gegensätze miteinander zu verbinden. Ohne die Hilfe des Höheren Lichts kann der Mensch die beiden entgegengesetzten Eigenschaften nicht in sich verbinden. Doch auch dies ist nur eine Zwischenstufe. Anfangs sucht der Mensch die Korrektur, um sich besser zu fühlen und seine inneren Zustände in Ordnung zu bringen. Bis dahin war ihm seine schlechte Einstellung gegenüber den Mitmenschen unangenehm.  Später verändert sich seine Absicht: Er möchte alle Zustände, selbst die unangenehmen und widersprüchlichen, als Mittel nutzen, um eine Anhaftung (Dwekut) an den Schöpfer zu erlangen. Die Vereinigung der Gegensätze soll nicht zu seinem persönlichen Wohl erfolgen, sondern zur Offenbarung des Schöpfers. So steigt der Mensch Stufe für Stufe die spirituelle Leiter empor. Zunächst bemüht er sich, seine Kelim (Gefäße, Verlangen) zu korrigieren. Später nutzt er die korrigierten Kelim, um eine richtige Beziehung zum Schöpfer aufzubauen. Schritt für Schritt wandelt sich seine Sichtweise: vom Mittel zur Ursache, von der Korrektur des Verlangen zur Erkenntnis des Zwecks der Korrektur.

Denn das Ziel besteht nicht darin, die Fülle im eigenen Kli zu genießen, sondern durch die Arbeit die höhere Wurzel zu erreichen. Dann verändert sich die Einstellung: Hinter der Verbindung von Bina und Malchut entdeckt man Keter, die Spitze des Buchstabens Jod (י), mit der der Buchstabe Alef (א) beginnt – ein Symbol unserer Arbeit und unseres Aufstiegs auf der Diagonalen. 

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Aus einem Unterricht zu einem Artikel von Rabash

 

Die Leiter der Wünsche

Frage: Unsere Wünsche werden immer größer. Wie können wir aus ihnen eine Leiter machen, auf der man nur hinaufsteigen und den kontinuierlichen Aufstieg fühlen kann?

Antwort: Im Universum gibt es zwei Zustände: absolutes Geben und absolutes Empfangen. Der Abstand zwischen ihnen wird als „Leiter“ bezeichnet, auf deren jeder Stufe immer größere Wünsche stehen, und je höher man steigt, desto mehr gewinnen sie an der Absicht zum Geben.

Das Verlangen selbst ist das Verlangen nach Empfangen, während die Leiter die Absicht „um des Gebens willen“ verkörpert.

Tatsächlich sind wir von Natur aus so geschaffen, dass wir nur an uns selbst denken und alle Wünsche für uns selbst nutzen. Da wir nicht in der Lage sind, etwas zu geben, können wir nur von anderen empfangen.

Doch wenn wir mit Hilfe der Kabbala eine besondere Energie des Gebens anziehen, beginnt diese, auf unser allgemeines egoistisches Verlangen einzuwirken und es Schritt für Schritt zu korrigieren, indem sie die Eigenschaft des Gebens mit der Eigenschaft des Empfangens verbindet.

Das Höhere Licht wirkt auf das Verlangen nach Empfang ein und unterteilt es in 125 Stufen der Korrektur, aus denen sich eine Leiter bildet, die „Leiter von Jakob“ genannt wird. Auf diese Weise korrigieren wir uns nach und nach bis hin zum vollkommenen Geben und verwandeln unseren gesamten, enormen Egoismus in die Eigenschaft des Empfangens um zu geben.

Indem wir die beiden grundlegenden Eigenschaften der Schöpfung – Empfangen und Geben – nutzen, erreichen wir die Gleichheit an den Schöpfer. Dabei verschwinden wir nicht in Ihm, denn einerseits bleibt unser Wunsch zu empfangen erhalten und nimmt lediglich die äußere Form des Gebens an.

Doch das Empfangen um des Gebens willen macht uns dem Schöpfer ähnlich. Das heißt, äußerlich werden wir Ihm ähnlich, während wir innerlich aus dem Wunsch zu empfangen bestehen. Darin liegt die gesamte Korrektur.

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Aus der Fernsehsendung „Gespräche mit Michael Laitman“

 

Mach Platz für den Schöpfer!

Kommentar: Willst du, dass Platz für den Schöpfer ist? Dann mach Platz! Tritt ein wenig zur Seite, mach Platz für Ihn! Das bedeutet die Einschränkung des eigenen Egos.

Dränge deinen Egoismus zurück, begrenze ihn und ziehe dich zurück, damit ein Raum für den Anderen entsteht. Wir müssen uns so weit einschränken, dass wir alle gemeinsam in einen zentralen Punkt der Schöpfung hineinpassen. Der ganze riesige Raum um uns herum, befreit von unserem Egoismus, wird zu einem Ort, den wir dem Schöpfer überlassen. Deshalb wird der Schöpfer „der Ort“ genannt.

In dem Maße, in dem wir unser egoistisches Verlangen zurücknehmen, machen wir Platz für den Schöpfer.

Wir verdichten all unsere egoistischen Wünsche zu einem einzigen Punkt, von dem der Schöpfer sagte: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen.“ Tatsächlich hat Er nichts anderes erschaffen als diesen Punkt, aus dem wir existieren. Und alles andere außer ihm sind Eigenschaften des Schöpfers.

Indem wir den gesamten Raum – bis auf diesen zentralen Punkt – von unserem Egoismus befreien, können wir uns an diesem Ort mit dem Schöpfer verbinden. So offenbaren wir Ihn in diesem Raum. Mit anderen Worten: Wir setzen Ihn als König über uns ein, damit Er über dem gesamten Ort herrscht. Wir geben Ihm den Platz, sich zu offenbaren und die gesamte Wirklichkeit zu lenken.

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Aus der Lektion „Einführung in die Wissenschaft der Kabbala (Pticha)“ 16.02.2022

 

So werden, wie es der Schöpfer wünscht

Rabash, Notiz 342, „Noah, der Gerechte“: 

Und dann gelangt er zu dem Zustand „Noah wandelte mit dem Schöpfer“, das heißt, wenn sich der Schöpfer dem Menschen offenbart, der beginnt, die Existenz des Schöpfers zu spüren, hat er keine Wahl und erlischt wie eine Kerze vor einer Fackel.

Sich vor dem Schöpfer wie eine Kerze vor einer Fackel zu annullieren bedeutet, alles zu tun, was der Schöpfer von uns will, und nichts Weiteres von Ihm zu verlangen. Nur darum zu bitten, dass Er uns ermöglicht, so zu sein, wie Er es wünscht.

Frage: Wie kann man eine Antwort erhalten, um zu verstehen, wie der Schöpfer einen sehen möchte?

Antwort: Er möchte, dass man ein Gerechter (Zaddik) wird. Ein Gerechter ist jemand, der alle Handlungen rechtfertigt, die der Schöpfer an ihm vollzieht.  

Es heißt, dass der Mensch sich gewissermaßen selbst täuschen muss, obwohl er die Realität so sieht, wie seine Augen sie wahrnehmen, dennoch alles als vollkommen annehmen muss.

Selbst wenn er seine Existenz als unvollkommen ansieht, glaubt er dennoch, dass all dies vom Schöpfer zu ihm kommt, und nimmt es als vollkommen an.

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Aus einer Lektion nach den Aufzeichnungen von Rabash

 

Das Licht der Freude

Kommentar: Wir haben Grund zur Freude! Denn wir nähern uns dem Zustand, an dem wir uns über das egoistische Verlangen erheben und uns mit dem Verlangen zu geben verbinden können- mit dem Schöpfer. Wir empfangen dann das gesamte Höhere Licht, das uns mit wahrer Freude erfüllt.

So sind wir geschaffen. Wer daher wahre Freude erlangen möchte, muss sich mit seinen Freunden und mit dem Schöpfer verbinden. Von dort empfängt er das Licht der Freude, das sein Inneres erfüllt.

Alles hängt davon ab, welche Wünsche wir erfüllen, es gibt materielle und spirituelle Freude. Alles hängt davon ab, welche Wünsche wir erfüllen. Materielle Freude entsteht, wenn wir unsere egoistischen Wünsche nach Genuss befriedigen. Spirituelle Freude hingegen entsteht, wenn wir die Wünsche des Gebens offenbaren und erfüllen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Arten von Verlangen ist wie der zwischen Himmel und Erde. 

Wenn wir spirituellen Genuss empfangen, fühlen wir uns über Zeit, Raum und Bewegung stehend. Zeit, Ort, Bewegung und Veränderung verlieren ihre gewohnte Bedeutung.

Wir erheben uns über die Materie, über unsere materielle Welt und über unser materielles Selbst. Das verleiht uns große Kraft, auf unserem Weg dem Schöpfer immer weiter entgegenzukommen.

Hoffen wir, dass es uns allen gelingt, eine solche spirituelle Freude zu erlangen.

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Aus dem Unterricht: „Wir vermehren die Freude. Tag der Einheit zu Purim“

 

Tag der Unabhängigkeit vom Egoismus

Frage: Wenn jemand der Meinung ist, dass er eine gute Arbeit und eine Familie hat, dass in seinem Leben alles in Ordnung ist und er die Kabbala nicht braucht, wie kommt er dann zum Spirituellen?

Antwort: Dann ist seine Zeit noch nicht gekommen. Wir verbreiten das Wissen der Kabbala für alle, und wer es braucht, wird es nutzen.

Für das Streben nach Spiritualität sind irdische Leiden nicht notwendig. Der Mensch offenbart das Spirituelle nur unter der Voraussetzung, dass es das Einzige ist, was ihm fehlt.

Die Wörter „Exil“ und „Erlösung“ unterscheiden sich nur durch den Buchstaben „Alef“, der den Herrscher der Welt symbolisiert – dem Menschen fehlt nur der Schöpfer, alles andere berücksichtigt er nicht.

Er mag in dieser Welt unbegrenzte Möglichkeiten haben, doch das hat keinerlei Bezug auf den Wunsch, den Schöpfer zu offenbaren.

Dieser Wunsch steht über der materiellen Welt und hängt nicht davon ab, ob der Mensch darin in Wohlstand lebt oder nicht.

Ich hatte zum Beispiel nie materielle Probleme, aber das Bedürfnis, das Spirituelle  zu offenbaren, verzehrte mich so sehr, als hätte ich überhaupt nichts in diesem Leben.

Es heißt, dass die Juden in Ägypten die wunderschönen Städte Pitom und Ramses bauten und materiell alles Nötige hatten – doch sie hatten nichts, womit sie ihre Seele beleben konnten!

Und deshalb schrien sie vor dieser Arbeit auf, denn sie konnten das Spirituelle nicht erreichen.

Deshalb ist das Werkzeug zur spirituellen Offenbarung das ausschließliche Bedürfnis, nur den Schöpfer zu erkennen, damit in mir die Eigenschaft des Gebens herrscht.

Wenn das Einzige, was dem Menschen fehlt, darin besteht, für alle gebend zu werden, dann ist er bereit für die spirituelle Erlösung.

Erlösung bedeutet, aufzuhören, an sich zu denken und damit zu beginnen, anderen zu geben.

Wir nähern uns dem Feiertag des Unabhängigkeitstages. Unabhängigkeit kann nur die Befreiung vom eigenen Egoismus sein.

“Ein freies Volk in seinem Land” bedeutet die Freiheit vom eigenen egoistischen Verlangen, die Eigenschaft des Gebens, dann werden wir wirklich frei sein.

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Aus dem Unterricht zum Artikel von Baal HaSulam, “das Erbe des Landes”