Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Wann kommt der Maschiach?

Frage: Wann kommt der Maschiach (Messias)?

Antwort: Baal Schem Tow schreibt in seinen Aufzeichnungen: Ich bin auf die höchsten Stufen der Erkenntnis hinaufgestiegen, bis die Prunkgemächer des Maschiach erreicht wurden, der dort Tora mit allen Gerechten studierte.

Ich fragte ihn: „Wann wirst du zu uns kommen?“ Er antwortete: „Du sollst wissen, es wird dann geschehen, wenn sich meine Lehre, die ich an dich übergeben habe, offenbaren und verbreiten wird, welche du studiert und begriffen hast. Alle werden die Einheit erreichen und hinaufsteigen, dann werden alle dunklen Verlangen verschwinden – es wird die Zeit der vollen Befreiung kommen“. [125606]

Schritte zum Schöpfungsziel

Frage: Ich verstehe nicht, was ich weiter zu tun habe; ich verstehe den Sinn Ihrer Handlungen nicht. Geben Sie mir bitte einen Orientierungspunkt – wie kann ich nützlich sein, was kann ich tun? Eine Sturzhilfe?

Antwort: Unsere Handlungsanordnung ist wie folgt: Zunächst studieren wir die Struktur der Höheren Welten, die Artikel über die Verbindung in der Gruppe – Arvut, dann realisieren wir die Artikel, indem wir uns in den Seminaren versammeln.

Von jedem einzelnen „Ich“ streben wir zum „Wir“, um daraus das einheitliche Ganze „Eins“ zu bilden. Aus “Eins” – entsprechend dem Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften versuchen wir, uns mit dem Schöpfer zu verbinden.

Hier beginnen wir zu empfinden, dass es uns am Verlangen bzw. an Anstrengung fehlt. Wir empfinden, dass ohne Verbreitung diese Kräfte nicht offenbart werden.

Erst wenn wir beginnen, uns um die äußerliche Gesellschaft zu sorgen wie wir uns um unsere Kinder sorgen, und den Wunsch äußern, für sie die notwendige Erfüllung zu erreichen, dann gehen wir mit IHREN Wünschen zum Schöpfer, und werden die Einheit mit Ihm finden, was auch das Ziel der GANZEN Schöpfung ist. [125121]

Geschwindigkeit und Beschleunigung

Frage: Was ist Geschwindigkeit und Beschleunigung in der Spiritualität und wie können wir sie verwenden?

Antwort: Es geht darum, dass die Natur uns zur Entwicklung durch Leiden anstößt; das heißt durch die Empfindung der Abwesenheit der Füllung im gegebenen Zustand und der Möglichkeit der Füllung im Folgenden. Das sind die Evolutionskräfte: Die negativen von hinten und die positiven von vorne.

Je weiter wir voran kommen, desto mehr negative Kräfte sammeln sich von hinten an und nur wenige positive Kräfte ziehen uns nach vorne. Wir sehen, dass wenn wir uns entsprechend unserer egoistischen Natur bewegen, uns vorne kaum etwas leuchtet. Deshalb befindet sich die Welt in einem Zustand der Apathie, in der Depression.

Hier müssen wir den Menschen erklären, dass uns alle negativen Kräfte nicht deshalb anstoßen, damit wir vor ihnen weglaufen, sondern um uns des neuen Weges der Entwicklung bewusst zu werden, und die Absicht, die Beziehung zum Nächsten, zur Welt, zum Schöpfer verändern.

Das Wichtigste ist die Absicht. Die Verlangen sind konstant und steigen zur Realisierung nur in dem Maß auf, in welchem man darauf die richtige Absicht bilden kann. In unserer Welt wird uns die Geschwindigkeit des Aufstiegs von hinten gegeben, und sie bringt uns durch die negative Einwirkung vorwärts, so dass wir uns mechanisch bewegen.

Das Studium der Kabbala ermöglicht uns eine Beschleunigung oder Verkürzung der Zeit, was einander gleicht, mit Hilfe von drei Komponenten: Gruppe, Studium und Verbreitung. Die Geschwindigkeit ist ein von uns unabhängiger Parameter: Auf diese Weise bewegt uns die Natur zum Ziel. Die Beschleunigung hängt allerdings von uns ab.

Die Geschwindigkeit ist nicht die Verkürzung der Zeit. Es ist bekannt, dass der Weg der Korrektur sechs Tausend Jahre dauert – und zwar von der ersten Korrektur Adams vor 5770 Jahre bis zur letzten Korrektur, die wir in 220 Jahre erlangen, ob wir es wollen oder nicht. Das nennet man „Geschwindigkeit“.

Doch es existiert auch die Möglichkeit der Beschleunigung. In dem Maß, in dem wir den Weg beschleunigen, verändern wir ihn qualitativ, weil wir es selbst wünschen. Es gibt zum Beispiel den Unterschied zwischen dem kleinen Kind, das man zum Lernen zwingt, und es damit ständig unter Druck setzt, und dem Kind, das sich für alles selbst interessiert und erfolgreich lernt. Es kann die Schule schneller beenden und fühlt sich in diesem Prozess wohl. Das Gleiche gilt für uns.

Wenn wir die Gruppe wählen und darin eine kleine Welt, eine kleine Gesellschaft mit allen Bedingungen schaffen, die uns vorwärts bringen werden, so werden wir viel schneller zum Ziel kommen als unter Druck. [124723]

Auszug aus der 2. Lektion des Kongresses in Moskau, 13/12/13

Herz spricht zum Herz

Wenn ich dem Freund zuhöre, während er beim Seminar spricht, dann verbinde ich mich mit seinen Worten und habe nicht den geringsten Zweifel oder Kritik daran. Ich nehme diese Worte, als die wichtigste Meinung wahr und ich will in sie durchdringen – mich damit so verbinden, dass sie zu meiner eigenen Meinung wird. Ich will, dass seine Worte mein Herz berühren und sich darin einleben.

Und genauso verhalte ich mich zu jedem Sprechenden. Ich bewerte nie kritisch, was er sagt, sondern will mich einfach mit seinem Gedanken verbinden. Wir öffnen einander vollständig – das Herz spricht zum Herz.

Jeder hebt all seine Zweifeln auf, damit keine Hindernisse vor den Worten des Freundes entstehen, damit sie direkt in das Herz durchdringen, als hätte ich sie selbst in voller Überzeugung ausgesprochen. [125487]

Auszug aus dem Seminar der Einheit, 14/01/14

Qualität und Quantität

Kongress in Moskau. Lektion 2

Frage: Wenn der Mensch seine spirituelle Entwicklung beginnt, benötigt er eine gewisse Motivation, irgendwas, das ihn antreibt – ­Brennstoff. Mit seiner Entwicklung verändert sich sich die Art dieses Brennstoffes oder bleibt sie gleich? In welchem Moment wird der Schenkende wichtiger sein als das Geschenk selbst? Oder ist diese Wichtigkeit auch nur egoistisch?

Antwort: Jener „Brennstoff“, mit dem wir arbeiten (der Grund, warum ich arbeite, warum ich existiere, lebe, mich vorwärts bewege), ändert sich qualitativ und quantitativ. Diese Ursache verbessert sich die ganze Zeit, sie wird präziser.

Wenn für euch früher nur das eigene „ich“ wichtig war, wird langsam, auch wenn notgedrungen, die Gruppe wichtiger werden. Doch dies geschieht nicht, weil die Gruppe für euch für das Erreichen des höheren Ziels notwendig ist; es ist einfach so, wie das Kind den Eltern wichtig ist.

So entsteht allmählich der Zustand, wdass die Gruppe wichtig ist, und später sogar wichtiger als ihr selbst.

Allmählich enthüllt sich in der Gruppe wirklich die höhere Komponente, die Höhere Kraft. Ihr werdet sehen, dass es eigentlich nicht die Gruppe ist, sondern die Schöpfung, die wir Malchut nennen; und darin offenbart sich der Schöpfer. Aber es wird erst dann geschehen, wenn ihr euch zu ihr ebenso verhalten werdet, wie der Schöpfer sich zu euch verhält. Auch wenn dies anfangs in der minimalsten Form erfolgt. [124727]

Das Leben im Geben und der Tod im Empfangen

Um Existenz und Wachstum der Schöpfung zu gewährleisten, muss sie sich zwischen zwei Systemen aufhalten: zwischen Sünde (Klipa) und Heiligkeit (Kedusha). Folglich gibt es fünf unreine und fünf heilige Welten АBYА. Es wird darüber gesagt: „Das Eine gegenüber dem Anderen hat der Schöpfer geschaffen“. Die Seelen befinden sich in der Mitte und gehen die Etappen der Entwicklung durch, wobei sie ständig dem wechselnden Einfluss der beiden Systeme unterliegen.

Derjenige, der sich „von Sünden ernährt“, heißt „Toter“, und der sich „von der Heiligkeit ernährt“, heißt „Lebender“. So entwickelt die Einwirkung der spirituellen Welten die Seelen in der ständigen Veränderung zwischen dem Leben und dem Tod.

 Allmählich gehen wir vom einfachen Verlangen des materiellen, körperlichen Lebens zum spirituellen Niveau über. Dort gibt es weder Leben noch Tod im gewöhnlichen Sinne. Dort sind wir mit dem Körper nicht verbunden – wir steigen über ihn auf und empfinden eine andere Stufe des Daseins.

Folglich gilt unsere Existenz unter der Kraft des Gebens als „Leben“ und die Existenz unter der Kraft des Empfangens als „Tod“. Dies unterrichtet uns darin, wie wir allen Kräften der egoistischen Absicht den bösen Trieb zu entziehen haben, um sie ins Gute umzuwandeln. So bauen wir unser spirituelles Leben auf.

Somit bedeutet das Prinzip des Widerstands, dass, wenn in uns ein Wert hervorgehoben wird, der andere fällt. Zwei Systeme können nicht gleichzeitig wirken. Die Einwirkung eines Systems kommt aufgrund der Abwesenheit der Einwirkung des anderen Systems. So wechseln sie sich entsprechend dem höheren Programm ab, das sich in der Welt Azilut befindet, um uns voranzubringen.

Wenn wir uns dabei unter der Einwirkung des unreinen Systems BYА bewegen, dann entwickeln wir uns „fristgerecht“. Wenn uns aber das reine System BYА bewegt, so beschleunigen wir unsere Entwicklung. [124583]

Auszug aus dem Unterricht „Vorwort zu Buch Sohar“, 01/01/14

Die unauffindbare Weichheit des Daseins

Frage: Sollen wir die Veränderung der Form, die neuen Verlangen anstreben?

Antwort: Natürlich, denn wir müssen dem Schöpfer gleich werden. Wenn meine Form Ihm angeglichen wird, dann werde ich Mensch (Adam) heißen. Darin besteht meine ganze Arbeit.

Aber wie kann ich Ihm gleich werden? Er ist mir unbekannt. „Geben sie mir eine Gestalt, einen Idol – dann …“ Was passiert dann?

In Wirklichkeit soll ich Seine Form suchen. Hierzu muss ich vor allem mein „Material“, Verlangen weicher und für die Veränderungen bereit machen.

Unsere Selbstsucht ist jedoch fest, wie der Felsen. Wie ist sie also zu mildern?

Zu allererst muss die Beschränkung darüber gelegt werden (Zimzum), man muss sich ständig über den egoistischen Wunsch erheben, um darüber  festgehalten zu werden, dann kann das Licht Chassadim herangezogen werden. Wobei unter dem „Licht“, die Form des Materials gemeint ist. Es enthält die Flexibilität, die Elastizität, die Nachgiebigkeit, gleich der Knete oder der Watte.  Das Maß, die Stärke dieser Weichheit, dieser Flexibilität des Materials, heißt „Stufe Chassadim“.

„Ich bin bereit und fähig – mache aus mir, was du willst“ – das ist eben Chassadim. Ich soll diese Stufe erreichen.

Wir verstehen, dass es nur mit Hilfe der Umgebung möglich ist: darin gehe ich allmählich aus meiner Selbstsucht hinaus, erlebe die tiefe „Entspannung“, die Befreiung im Verlangen, um die Fähigkeit zu erlangen, sich der Gruppe hinzugeben. Folglich gehe ich über die ständig wachsende Selbstsucht hinaus, durch alle Stufen „der Nachgiebigkeit“ hinauf. Anders gesagt, stelle ich keine Hindernisse, keine Trennwände auf den Weg des Lichts auf. Gleich dem Schöpfer: wir sehen und fühlen Ihn nicht, Er ist vollkommen unsichtbar.

In unseren Definitionen heißt es: „Tue nichts, was dir selbst verhasst ist“. Aber wie dem auch sei, besteht das Wesen der Korrektur darin, aus sich das flexiblere und nachgiebigere Material zu machen, welches in unserer Welt nicht zu finden ist. Hier müssen wir auf den gewissen Widerstand, auf eine Reaktion stoßen, um wenigstens etwas zu empfinden. In der Spiritualität erreiche ich die vollständige Abwesenheit der Reaktion. Ich bin weder „aus Gummi“, oder aus „Watte“, noch aus etwas viel Weicherem gemacht – ich bin „luftig“.

Diese maximale Weichheit des eigenen Materials lässt es zu, die Form des Schöpfers zu empfinden. Jede korrigierte Form, die sich auf mein Material einkleidet, macht mich mit Ihm bekannt.

Aber wie? Ich werde immer  weicher, nachgiebiger, als ob es mich gar nicht gäbe.

Es geht darum, dass dieses Verschwinden meine vorherige, egoistische Form betrifft. Je nachdem, wie ich an ihr arbeite, sie mildere – begreife ich den Schöpfer. Alles wird durch das Gegenteil verstanden. Gerade infolge der Verbindung zwischen den Gegensätzen, infolge der Analyse, beginne ich Seine Gedanken – das Schöpfungsvorhaben zu empfinden. Er hat das Gegenteil geschaffen, damit ich überhaupt existieren kann: ich gehe durch dieses Gegenteil zu Ihm und entspreche dem, wie Er mich geschaffen hat, ich begreife Sein Gefühl und Seine Vernunft, Sein Programm, Seine Linie des Gedankens. [124490]

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zum Buch Sohar“, 31/12/13

Vor der Wand der Selbstsucht

Frage: Wenn ich mich immer noch innerhalb der Selbstsucht befinde, so ist es mir unklar, wo dieser Punkt ist, in dem ich die Begeisterung fühlen kann?

Antwort: Ich kann es dir noch nicht erklären, aber du fühlst schon, dass es geschieht: ein Durchgang öffnet sich, der nicht von den Organen der Wahrnehmung dieser Welt unterschieden wird. Es gibt hier ein verborgenes Schlupfloch, durch das man gehen kann.

Vor dir befindet sich eine Wand, die sich plötzlich öffnet, und du gehst hinein. “Die Tür und die Öffnung” in die Spiritualität. Wann geschieht das? Wenn du es nicht anerkennst, dass vor dir eine Wand steht. Du entscheidest, dass es keine Wand gibt, und gehst hindurch! Du gehst wirklich weiter, wobei du die Selbstsucht annullieren willst, die dich vom Schöpfer trennt, das heißt du stimmst den Bedingungen der Bürgschaft zu. [124519]

Auszug aus der Vorbereitung zum Kongress, 31/12/13

Ich will fortsetzen!

Man darf nicht die eigenen Zustände nach seinen Empfindungen richten. Die schwangere Frau fühlt sich schlecht, aber sie will doch nicht die Schwangerschaft abbrechen? Im Gegenteil, sie will sie fortsetzen! Das Ziel – Mutter zu werden, das Kind zu gebären, das Kleinkind auf den Händen zu tragen – rechtfertigt für sie alle empfundenen Leiden.

Der Körper leidet, und die Geburt ist schwer, kränklich, gefährlich, kritisch. Hätte sie ein Außerirdischer gesehen, der nicht versteht, was geschieht, wäre er darüber entsetzt, wie die arme Frau gequält wird. Aber wir sind froh und glücklich darüber, dass die Frau das Kind trägt und gebärt.

Wir nähern uns der Geburt der neuen Stufe an und was fehlt uns, um sich in jedem Zustand darüber zu freuen? Man muss erkennen, dass „der Schöpfer für uns den Tisch mit allerlei Gerichten vor den Augen der Feinde gedeckt hat“, wie es im Psalm №23 gesagt wird. „Vor den Augen der Feinde“, befindet sich in mir, damit sie ihn gesehen haben. Ich will sie dadurch nicht beruhigen, sondern necken, erziehen.

Wenn du den Aufschwung der Begeisterung nicht mehr fühlst, dann fehlt es dir an der Unterstützung der Gruppe. Der ganzen Gruppe mangelt es an der Kraft der Einheit für die Festigung jedes Mitglieds und allen zusammen, um im gegenwärtigen Zustand standzuhalten. [124517]

Auszug aus der Vorbereitung zum Kongress, 31/12/13

Heldenmut und keine Erniedrigung

Frage: Wird eine Gruppe homogen sein, wenn sie auf ein einheitliches Niveau des Begreifens, der Integrität aufgestiegen ist?

Antwort: Ja. Nicht nur die Mitglieder einer Gruppe, sondern auch alle Integralgruppen werden einander ziemlich ähnlich sein.

Da wir von Natur aus in unserem herzlichen, spirituellen, moralischen und physischen Potential verschieden sind, reihen wir uns so beim gemeinsamen Studium in einander ein und bilden einen allgemeinen Organismus, so dass unsere Eigenschaften ausgeglichen werden.

Dabei entstehen keine Störungen, niemand verhindert das Kollektiv, dal die allgemeine Atmosphäre, die darin herrscht, allen zeigt, wie sie sich zu benehmen haben. Dabei ist das Wichtigste, sich nicht in den Vordergrund zu bringen, sondern im Gegenteil, sich bezüglich anderer zu annullieren. Gerade solches Benehmen wird als Heldenmut wahrgenommen. [124402]

Auszug aus dem TV-Programm „Integrale Welt“, 26/10/12