Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Schreib eine Beschwerde an den Schöpfer

Aus einem Brief: „Vor langer Zeit durfte ich einmal das überwältigende Gefühl der Ganzheitlichkeit und des Friedens der gesamten Existenz spüren. Ich umfasste alles, was in der Welt und jenseits der Welten existiert.

Ich bin ein gesunder Mensch, habe nie Drogen genommen, arbeite als medizinische Psychologin in einer Klinik und helfe jeden Tag Menschen in verschiedenen psychisch schwierigen Situationen.

Deshalb weiß ich, wovon die Kabbala spricht – von der Kraft, die uns von oben leitet. Aber ich kann mich nicht mit den Methoden der höheren Macht abfinden, sie sind grob, gnadenlos, unmenschlich. Was soll ich tun, wie soll ich leben? Es tut furchtbar weh.“

Antwort M. Laitman: Schreiben Sie eine Beschwerde nach oben: „Es reicht! Ich kann nichts mehr.“ Schreien Sie, beschweren Sie sich.

S. Vinokur: Sind Sie für eine direkte, ständige Verbindung?

M. Laitman: Wenn ein Mensch zu schreiben beginnt, wird er verstehen, dass er nichts zu schreiben hat, dass er die Führung von oben einfach nicht versteht. Wie gnadenlos, streng oder unlogisch sie auch sein mag, er wird einfach verstehen, dass er nicht nur niemanden hat, an den er schreiben kann, sondern auch nichts zu schreiben hat. Was offensichtlich von Anfang an in ihm selbst angelegt ist.

S. Vinokur: Das heißt, dieses Gefühl der Gnadenlosigkeit und dergleichen ist im Menschen selbst vorhanden, aber um ihn herum gibt es das nicht?

M. Laitman: Natürlich nicht.

S. Vinokur: Sie sagen also: „Man muss schreiben”. Die Schlussfolgerung lautet also: Man muss schreiben, fordern? Wozu? Was soll man auf dieses Blatt Papier oder in diese Notiz schreiben?

M. Laitman: Einen Brief an den Schöpfer. Briefe an den Schöpfer. Schreiben Sie einfach: „Erster Brief, zweiter Brief”. Nur vernichten Sie sie nicht. „Erster Brief, zweiter Brief, dritter Brief“ und so weiter. Und dann schauen Sie, was dabei herauskommt. Sie können ein Buch davon veröffentlichen.

S. Vinokur: Das heißt, Sie sagen: sogar physisch schreiben? Einfach einen Stift nehmen und schreiben?

M. Laitman: Physisch. Das ist gut. Besser mit einem Stift als mit dem Computer. Danach wird man sehen, wer deine Hand führt.

S. Vinokur: Das heißt, alle Tränen, alles auf ein Blatt Papier schütten?

M. Laitman: Alles. Lass alles dort sein.

S. Vinokur: Bekommt der Mensch überhaupt Antworten?

M. Laitman: Dann wird er eine Antwort erhalten. Er wird mit Tränen und Blut schreiben und eine Antwort erhalten.

S. Vinokur: Worum soll man bitten, wenn man schreibt? Worum soll man die höhere Macht, den Schöpfer, bitten?

M. Laitman: Mit Ihm in Einklang zu sein, nichts anderes: „Gib mir die Kraft, mit Dir in Einklang zu sein, denn sonst verfluche ich Dich.“ Und dann geht es weiter, wohin die Hand geführt wird.

Aus der Fernsehsendung „News with Michael Laitman“



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Die Familie des Schöpfers

Frage: Wenn ich über den Verstand hinausgehe, bedeutet das dann, dass ich durch den Verstand der Gruppe geleitet werde?

Antwort: Es gibt keine Gruppe außerhalb von mir. Die Gruppe wird in meinem Inneren „dargestellt”, genau wie die gesamte Realität.

Der Begriff „Gruppe” sollte als etwas von oben gegebenes verstanden werden. So lässt der Schöpfer mich meine Freunde sehen, damit ich durch den Aufbau von Beziehungen zu ihnen meine Beziehung zu Ihm aufbaue.

Zuerst strebe ich nach dem Schöpfer. Und Er stellt mir sozusagen eine Bedingung: „Willst du eine Verbindung zu Mir finden? Dann mach dich bitte zuerst beliebt und komm denen näher, die Mir nahestehen. Sie, die Gruppe, zu der Ich dich geführt habe, sind Meine Familie.

Willst du mir etwas Gutes tun? Ich werde nichts von dir annehmen, sondern schauen, wie du zu ihnen stehst, wie du ihnen Geschenke machst, wie gut du zu ihnen bist. Zeig deine Liebe zu meiner Familie – dann wirst du für Mich wichtig und wertvoll.“

Hier zeigt sich, ob du wirklich eine uneigennützige Nähe zum Schöpfer willst oder ob du egoistische Absichten hast.

Wenn du gut zu deinen Freunden bist, egal wie sie dir erscheinen, wenn du ihnen näherkommst – dann willst du wirklich auch dem Schöpfer nah sein.

Wenn du aber nicht in der Lage bist, dich ihnen anzunähern, dann treibt dich eine egoistische Berechnung zum Schöpfer, die nicht zum Wohl des Schöpfers ist, und du bleibst ausgeschlossen.

So sollten wir die ganze Welt betrachten: Der Schöpfer präsentiert uns die Realität als ein Mittel, das uns hilft, uns zu verändern und zu voller Übereinstimmung mit Ihm zu gelangen.

[#23056]

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash

 



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Die Formel des Universums: „Ich bin der Schöpfer!“

Kommentar: Und der Schöpfer sprach zu Mosche und sagte: „Ich bin der Schöpfer“…
(Bereschit, Kapitel 6)

Im Kern ist dies das grundlegendste Prinzip überhaupt. Denn die Wissenschaft der Kabbala ist ihrem Wesen nach genau für dieses erhabene Ziel bestimmt – die Offenbarung des Schöpfers gegenüber den Geschöpfen in dieser Welt. Mit anderen Worten: Sie ist eine Methode zur Enthüllung des Schöpfers – der höchsten, einzigen Kraft, die in der Natur existiert, der eigentlichen Urkraft der Wirklichkeit.

So wie Einstein in der Physik einst davon träumte, eine universelle Formel des gesamten Weltalls zu entdecken, da er spürte, dass alles von einer einzigen Kraft, einer einzigen Formel, einer Ursache und einem Ziel gelenkt wird. Und er strebte danach, diese Formel, diese Kraft zu enthüllen.

Genau diese einzige Kraft offenbart die Wissenschaft der Kabbala. Doch sie tut dies nicht innerhalb der Grenzen dieser Welt, denn ohne über sie hinauszublicken, ist es unmöglich, diese Kraft vollständig zu erkennen. Diese Welt ist lediglich eine Welt der Wirkungen; alles, was in ihr existiert, steigt aus der höheren Welt herab. Die Wissenschaft der Kabbala enthüllt die Formel, die einzige Kraft, von der gesagt wird: „Es gibt niemanden außer Ihm“ – die grundlegende Kraft der Natur.

Diese Kraft wird „der Schöpfer“ genannt, Elokim, Kadosch Baruch Hu, Se’ir Anpin der Welt Azilut. Sie besitzt viele Namen, die wir ihr entsprechend unserem jeweiligen Erkenntnisgrad geben. So sprechen wir von den „zehn unauslöschlichen Namen des Schöpfers“ – Bezeichnungen für ein und dieselbe Kraft, die sich uns in neun grundlegenden Erscheinungsformen zeigt, den sogenannten „ersten neun Sefirot“ (Tet Rischonot). Wahrgenommen, empfunden und enthüllt werden sie durch die zehnte Sefira, Malchut, im Maße ihrer Übereinstimmung mit den ersten neun Sefirot.

Daher besteht das zentrale „Gebot“ darin, diese Formel zu offenbaren:„Ich bin der Schöpfer!“ Das bedeutet, den Schöpfer zu empfinden – durch unsere Angleichung an Ihn. Auf diese Weise erreicht das Geschöpf Gleichwertigkeit und Verschmelzung mit dem Schöpfer, erhebt sich auf Seine Stufe und verwirklicht den Zweck seiner Erschaffung. Dadurch bringen wir die gesamte Natur ins Gleichgewicht und in Harmonie und bereiten dem Schöpfer Freude.

Jedes Mal, wenn wir einen Schritt in Richtung spiritueller Erkenntnis machen, müssen wir verstehen, dass wir uns bewegen, um den Schöpfer zu erkennen – die Kraft des Gebens und der Liebe, die sich uns in dieser Form zeigt. All unsere Handlungen müssen in eine Richtung ausgerichtet sein – auf die Offenbarung des Schöpfers den Geschöpfen in dieser Welt.

Und auch wenn sich in uns viele unterschiedliche Gedanken, Absichten, Berechnungen und Vorstellungen vom Spirituellen abwechseln mögen, so müssen letztlich jede Absicht, jede Handlung und jeder Gedanke auf ein einziges Ziel hinauslaufen – die Offenbarung dieser allgemeinen Formel des Weltalls: „Ich bin der Schöpfer!“, die einzige Kraft, außer der es nichts gibt.

 [41265]

Aus einer Lektion zum Artikel von Rabash

 



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Wie kann man einen Freund rechtfertigen?

Frage: Wie kommt es, dass ein Mensch, wenn er andere betrachtet, sie als unkorrigiert wahrnimmt und ihr Verlangen zu empfangen in unkorrigierter Form erkennt, dies jedoch bei sich selbst nicht sieht?

Antwort: Warum ist es so, dass ein Mensch auf andere schaut und erkennt, dass sie sich im Verlangen zu empfangen befinden, während er selbst davon ausgenommen zu sein scheint?

Rabash erklärt dies anhand eines sehr einfachen Beispiels:
Ich habe ein Kind, und mein Nachbar hat ebenfalls ein Kind. Mein Kind ist lieb, sympathisch, klug und gut erzogen. Wenn ich es betrachte, sehe ich einen wunderbaren kleinen Menschen. Schaue ich jedoch auf das Kind des Nachbarn, erscheint es mir schmutzig, unwissend, verwahrlost, grob und laut. Warum ist das so? Alles hängt von meiner Einstellung ab.

Ist mein Kind tatsächlich anders als das des Nachbarn? Nein. Beide sind Kinder, und es gibt keinen wesentlichen Unterschied zwischen ihnen. Der einzige Unterschied liegt in meiner Wahrnehmung: Bei meinem eigenen Kind sehe ich die guten Seiten, beim Kind des Nachbarn die schlechten.

So ist es auch mit den Freunden: So wie du bist, so sind auch sie – ihr seid im Grunde gleich. Doch sich selbst kann der Mensch immer rechtfertigen. Er kennt die Gründe für sein eigenes Verhalten und akzeptiert sie. Beim Freund jedoch fragt er: Warum ist er so? Genau hier liegt der Unterschied in der Wahrnehmung.

Mit der Zeit kann sich diese Sichtweise umkehren: Man beginnt, in sich selbst negative Eigenschaften zu erkennen und im Freund positive. Dann entsteht Neid. Zunächst mag dieser Neid negativ sein, doch er kann sich in einen guten Neid verwandeln – wenn man dem Freund näherkommen möchte, um von ihm zu lernen und mit seiner Hilfe stärker zu werden.

Dann beginnt man zu  geben, und der Freund gibt dir etwas zurück.

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Aus dem Unterricht zum Artikel von Rabash.

 



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Ein Buch, das Himmel und Erde verbindet

Frage: Was ist so besonders an der Tora, wenn sogar das Buch Sohar lediglich ein Kommentar zur Tora ist?

Antwort: Die Aufzeichnungen, die Moses auf Pergament gemacht hat, sind eine irdische Darstellung der spirituellen Handlungen des Lichts an dem Verlangen, ausgedrückt in materiellen Symbolen.

Alles, was Moses seinen Schülern beigebracht hat, hat er in einem Buch festgehalten. Während der vierzigjährigen Wanderung durch die Wüste schrieben sie die ganze Tora nieder und durchliefen dabei in ihren Aufzeichnungen, in ihren Körpern und in ihrem Geist den gesamten Weg, den sie zurückgelegt hatten, angefangen vom ägyptischen Exil (irdisch und spirituell) über die Wüste (irdisch und spirituell) bis hin zum Land Israel (irdisch und spirituell). All dies geschah in Verbindung von Zweig und Wurzel. Moses drückte diesen ganzen Weg in einer ganz konkreten, symbolischen Form aus.

Der Sohar drückt denselben Vorgang bereits auf einer anderen Ebene, in einer anderen Form aus, da das allgemeine Verlangen nach Genuss, das vom Schöpfer erschaffen wurde, inzwischen einige Schritte vorangekommen ist und sich unter dem Einfluss des Lichts weiterentwickelt hat

Und deshalb muss diesem Verlangen, das Höhen und Tiefen, den Untergang des Ersten und Zweiten Tempels, die Verbannung und die letzte Zerstörung vor der letzten Verbannung durchlaufen hat, eine Methode gegeben werden, die für das Ende der Verbannung, für unsere Zeit, geeignet ist.

Deshalb wurde das Buch Sohar geschrieben, dessen Autoren Anhänger vieler Generationen von Kabbalisten waren, angefangen bei Abraham bis zum Untergang des Tempels. Denn Rabbi Shimon war ein Schüler von Rabbi Akiva, der ein riesiges Licht offenbarte, und deshalb konnte er dies im Buch Sohar zum Ausdruck bringen.

Die Tora ist in zwei Teile aufgeteilt: in die mündliche und die schriftliche Tora, was aus dem Unterschied zwischen Seir Anpin (SA) und Malchut kommt. SA der Welt Azilut heißt „mündliche Tora”, und Malchut der Welt Azilut heißt „schriftliche Tora”.

Die Tora ist die Offenbarung des Lichts. In dem Licht, das zu Malchut kommt, ist alles enthalten, was für ihre Veränderung notwendig ist. Aber es ist noch nicht in die Tat umgesetzt worden und wird deshalb als „mündliche Tora” bezeichnet. Es handelt sich dabei noch um die Arbeit mit den Schirmen.

Und wenn unter dem Einfluss desselben Lichts in Malchut innere Veränderungen stattfinden und sich in ihr festsetzen, wird dies als „geschriebene Tora“ bezeichnet.

Es geht aber nur um die Wirkung des Lichts im Verlangen – vom Anfang der Schöpfung bis zu ihrer Vollendung. Denn es gibt nichts außer dem Verlangen. Unter diesen Wünschen gibt es solche, die sich selbstständig fühlen, getrennt von allen anderen – das sind wir. Sie haben Eigenschaften, die ihnen auf dem Weg der Korrektur helfen können. Und dafür bekommen sie das Gefühl von Mangel, von eigener Unvollkommenheit, von der Erkenntnis des Bösen – so fühlen wir uns.

Genau ihnen muss die sogenannte Tora gegeben werden – eine Anleitung, die ihnen erklärt, wie sie selbst, durch ihre freie Wahl, an ihrer Korrektur mitwirken können, selbst das Licht anziehen können, indem sie sich wünschen, schneller korrigiert zu werden, anstatt darauf zu warten, dass das Licht kommt und sie wachrüttelt.

 [#44585]

Aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Shamati“

 



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Eine schwierige Überprüfung

Jeder muss sich selbst prüfen, inwieweit er sich um der Gruppe willen anstrengt.
(Rabash, Artikel 17 „Die Agenda der Versammlung“)

Frage: Nehmen wir an, äußerlich ist zu sehen, dass alle irgendeine Arbeit leisten – entsprechend ihren Charaktereigenschaften, Möglichkeiten und ihrer freien Zeit. Aber kann man denn die innere Arbeit eines Menschen überprüfen, seine Gedanken?  Wie kann man das überprüfen?

Antwort: Ja, dennoch kann man prüfen, wie sehr der Mensch damit beschäftigt ist, dass er jetzt zu einer Versammlung kommt, dass er bereit ist, Zeit, Kräfte und die Absicht zu investieren, sodass die Freunde ihm als eine notwendige Bedingung erscheinen, die richtig auf ihn einwirkt und allen gemeinsam hilft, sich zu einem einzigen Ganzen zu vereinen.

Frage: Aber wie kann er das überprüfen?

Antwort: Nur anhand seiner eigenen Empfindungen.

Kommentar: Aber das ist doch nicht objektiv, Gefühle sind subjektiv.

Antwort: Und was kann er tun? Das ist das, was er hat – so wie jeder der Freunde. Letztlich müssen sie, wenn sie zusammenkommen, darüber sprechen und betrachten, inwieweit sie sich zur Verbindung untereinander ausrichten, wie sehr jeder für die anderen als wichtig für alle erscheint.

[327774]

Aus der TV-Sendung „Praktische Kabbala“

 



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Einen Chip implantieren und aufwachen

Frage: Die Menschen in Schweden sind total begeistert vom Biohacking. Biohacking bedeutet, sich einen Chip von der Größe eines Reiskorns unter die Haut implantieren zu lassen, auf dem persönliche Daten wie Bankkartennummern, Passnummern und andere Dokumente gespeichert sind. Die Skandinavier behaupten, dass ihr Leben dadurch viel einfacher geworden ist.

Wohin führt diese zunehmende Vereinfachung?

Antwort: Ich denke, dass die Menschen dadurch eine große Leere in ihrem Inneren empfinden werden. Sie werden gezwungen sein, etwas dagegen zu unternehmen. Da helfen auch keine Chips mehr. Sie müssen irgendwie eine Quelle der Erfüllung für sich finden.

Der Mensch wird vor der ewigen Frage stehen: „Wo bin ich? Wozu bin ich da? Was hat das alles für einen Sinn? Was haben mir all meine Chips, Computerbildschirme und Telefone gebracht? Führt das alles dazu, dass ich alles vor mir habe, dass ich auf einem kleinen oder großen Bildschirm praktisch die ganze Welt sehen kann, dass ich mit allen in Kontakt treten kann. Und was dann? Wozu? Und jetzt sitze ich vor einem leeren Bildschirm und weiß nicht, was ich mit mir selbst und mit ihnen anfangen soll.“

Das ist gut. Das wird uns dazu bringen, die richtige, echte Antwort auf die Frage zu suchen: „Wozu das alles?“

Frage: Kommt ein Mensch, der sich diese Frage stellt, zu einer Antwort?

Antwort: Er muss zu einer Antwort kommen. Nicht sofort, er wird leiden, suchen, aber das ist der richtige Weg. Er wird nach einer Antwort über sich selbst suchen! „Wo bin ich, wo ist mein Platz in dieser Welt?“ Das ist eine unglaubliche Suche und Erkenntnis!

Frage: Wo ist hier das Glück?

Antwort: Das Glück liegt darin, dass er die Antwort finden wird. Er wird plötzlich entdecken, dass es eine solche Kraft, einen solchen Gedanken gibt, der auf diese Frage wartet und bereit ist, sie zu beantworten. Das ist ein Treffen, ein Rendezvous mit seinem Geist.

Frage: Wird der Mensch verstehen, dass genau dieser Geist ihn zu dieser Begegnung geführt hat?

Antwort: Ja. Und dann wird er alles sehen, alles erkennen. Es wird wie eine Offenbarung der Welt sein – vom Anfang, von der Entstehung bis zum Ende und alles zusammen! Alles wird klar werden.

[#242016]

Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 



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Sehen, hören, handeln

In vielen kabbalistischen Artikeln wird über das Hören, das Sehen und das Handeln geschrieben. Das Hören symbolisiert die Eigenschaft von Bina, das Sehen die Eigenschaft von Chochma und das Handeln die Eigenschaft von Malchut.

Handeln im spirituellen Sinne bedeutet, dass der Mensch wie der Schöpfer handelt, sein Mitstreiter und Partner wird und so selbst beginnt, mit voller Kraft an der Schöpfung teilzunehmen.

Dabei sind auch Phänomene wie Sehen und Hören Arten der Verbindung mit dem Schöpfer. Die Verbindung erfolgt entweder über Bina – das Hören, über Chochma – das Sehen oder über Malchut – das Handeln. Die Abstufung ist wie folgt: Bina, Chochma, Malchut.

Die vollständigste und stärkste Verbindung wird durch Handlungen hergestellt. Dazu gehören alle Handlungen des Menschen, in denen er dem Schöpfer ähnlich sein möchte.

Wenn wir „sehen” und „hören” sagen, meinen wir damit nicht das Sehen und Hören mit den Augen und Ohren. Es handelt sich um eine innere, angestrengte Arbeit. Sehen, hören und handeln sind verschiedene Arten der inneren Verbindung mit dem Schöpfer.

Aber solange diese Gefühle nicht vorhanden sind, ist es schwer zu verstehen, was das ist. Die Gefühle werden nach und nach kommen. Zuvor müssen die inneren spirituellen Organe entwickelt werden.

Frage: Was soll ich jetzt tun, solange ich diese Kelim (Gefäße), diese Gefühle, noch nicht habe?

Antwort M. Laitman: Lies das Buch Sohar, versuche, es zu verstehen, und dann wirst du  diese Gefühle entwickeln.

Frage: Gibt es keine anderen Methoden?

Antwort M. Laitman: Nein, denn das, was du liest, muss durch deine Bemühungen in Gefühle übersetzt werden, die du mit denselben Bemühungen auf den Schöpfer richtest.

[323733]

Aus der Fernsehsendung „Vorwort zum Buch Sohar“, 7. Januar 2024



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Man sollte mit der Liebe zu den Menschen beginnen

Wir bewegen uns von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer. Die Liebe zum Schöpfer ist die vollkommene Liebe im ganzen System, wo sich das Licht und das Gefäß gemeinsam entfalten und sich gegenseitig unterstützen.

Aber wir müssen mit der Liebe zu den Geschöpfen anfangen, das heißt, wir müssen uns im Zehner einander annähern, bis wir keinen Unterschied mehr zwischen uns spüren, damit unsere Wünsche und Gefühle zu einem gemeinsamen Gefühl verschmelzen. Jeder muss dabei die anderen ergänzen. Es geht nicht um eine physische Verbindung, die auf der tierischen Ebene stattfindet, sondern um eine menschliche, also nicht auf der körperlichen, sondern auf der emotionalen Ebene.

Diese Verbindung beginnt mit grundlosem Hass, also ohne jede Erklärung, außer dass es vom Schöpfer so erschaffen wurde. Und von dort müssen wir zu brüderlicher Liebe kommen, wie ein Mensch mit einem Herzen.

Wir dürfen uns nicht die Welt als Vorbild nehmen, wo es Streit gibt und alle sich wie streitsüchtige Kinder messen. Wir müssen den Ratschlägen der Kabbalisten folgen und uns selbst in der letzten Phase der Verwirklichung des Korrekturprozesses sehen. Wir haben über Tausende von Jahren viele Lebenszyklen auf dieser Erde durchlaufen.

Und es ist kein Zufall, dass wir jetzt die Wissenschaft der Kabbala für uns entdeckt haben: In dieser Welt gibt es nichts Zufälliges, alles ist aus dem System der gemeinsamen Seele berechnet. Deshalb müssen wir zusammenarbeiten und eine Vereinigung erreichen. Wenn jemand ausfällt – was soll man machen, das ist wohl sein Schicksal. Aber wir werden versuchen, unser System zusammenzufügen und zu einer gegenseitigen Verbindung zu kommen, die auf Gleichheit und Liebe basiert.

Denn Liebe ist die stärkste Verbindung, die es gibt.

„Von der Liebe zu den Geschöpfen zur Liebe zum Schöpfer“, denn der Schöpfer ist das gemeinsame System, das sich uns offenbart. Der Schöpfer ist die Gesamtheit, die Summe aller Seelen und der Grund für ihre Erschaffung, er ist die Quelle.

Liebe bedeutet vollständige gegenseitige Verbindung, bei der jeder nur danach strebt, die anderen zu ergänzen. Das ist die Form der Existenz der gemeinsamen Seele.

 [#274733]

Aus dem Unterricht zum Thema „Glaube über dem Wissen“

 



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Das Erreichen der höheren Stufe

Das Erreichen der höheren Stufe ist etwas, das der Niedrigere nicht aus eigener Kraft tun kann – das ist das Erste. Es ist wie in unserer Welt: Ein Baby kann nur dadurch erwachsen werden, dass es Erziehung von Erwachsenen erhält. Diese verstehen es und geben ihm – Stufe für Stufe, Jahr für Jahr – genau das, was zu ihm passt. Und was es empfängt, hängt davon ab, in welchem Maß es sich annulliert.

Der Mensch kann die Umgebung der höheren Stufe niemals besser einschätzen als sich selbst, denn sein eigener Verstand und sein Herz bilden gewissermaßen eine Blase. Über diese Grenze hinaus versteht er nichts. Das ist unmöglich – denn „der Richter urteilt nur nach seinen eigenen Fehlern“. Das sind seine Gefäße, mehr hat er nicht.

Die Meinung der Gesellschaft annehmen

Deshalb wurde hier die Möglichkeit gegeben, die Gesellschaft zu nutzen, um aufzusteigen und zu beginnen, das zu berücksichtigen, was außerhalb von einem selbst liegt. Das nennt man – sagen wir – „Glaube über dem Verstand“.

Das heißt: In dem Maß, in dem mir die Gesellschaft ihren Verstand, ihre Meinung vermittelt, beginnt diese über mich zu herrschen, und das wird „Glaube über dem Verstand“ genannt.

Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Sie sagen mir, Coca-Cola sei wichtig, und ich mag es nicht – ich mag Wasser. Doch sie überzeugen mich, überreden mich immer wieder, durch öffentliche Meinung und auf verschiedenste Weise, bis ich ihre Meinung mehr akzeptiere als meine eigene. Plötzlich spüre ich, dass sich etwas in mir verändert. Ich beginne zu denken, dass es tatsächlich besser ist.

Ich behalte nicht meine eigene Meinung, dass Wasser besser ist, und trinke nur Coca-Cola, um mit ihnen zusammen zu sein oder mich mit ihnen zu verbinden. Nein – ich gebe meine frühere Meinung wirklich auf und übernehme ihre. Nicht, weil ich keine Wahl habe, sondern weil ich ihre Ansicht tatsächlich annehme.

Die Anstrengung geht nicht verloren

Frage: Worauf bezieht sich Baal HaSulam, wenn er sagt: „Auch wenn jemand nicht erlangt, ist es dennoch ein großes Privileg“?

Weil jede Anstrengung, die ein Mensch in Richtung des Schöpfers unternimmt, aufgezeichnet wird – unabhängig davon, ob er erlangt hat oder nicht. Vielleicht hätte ich erlangen sollen, vielleicht schon vor langer Zeit. Doch das geschah nicht, weil die Generation, die Umgebung, noch nicht würdig war. Ich bin von ihnen abhängig.

Der Mensch schreitet innerhalb eines gesamten Systems voran. Alle, mit denen ich mich entwickle, haben freien Willen, und wir sind voneinander abhängig. Deshalb muss – und sollte – sich ein Mensch für die ganze Welt verantwortlich fühlen. Darum müssen wir verstehen, dass Gruppe und Verbreitung in unserem Blut liegen. Ohne sie ist keine Offenbarung möglich.

Jeder einzelne unserer Schüler, jeder Freund, muss das begreifen: Wir sind abhängig von dem sich entfaltenden Netz, von dem gesamten System. Es ist wie bei einem Embryo, der sich entwickelt – zuerst dieses Organ, dann ein anderes. Man weiß nicht, was als Nächstes kommt.

Ein Mensch weiß nicht, ob er gerade voranschreiten soll oder nicht. Wenn er voranschreiten soll, wird er durch Schläge schneller als alle anderen vorangebracht. Wenn nicht, dann geschieht es auf andere Weise. Aber eines bleibt immer: die Anstrengung.

Ich tue meine Anstrengung. Wenn ich keinen Erfolg hatte, ist das nicht meine Angelegenheit. So wird es nicht gemessen. Gemessen wird nur deine Investition, deine Bemühung.

Wenn ich keinen Erfolg hatte, dann deshalb, weil ich im allgemeinen System im Moment nicht gebraucht wurde. Andere hätten ebenfalls ihre Anstrengung machen müssen, taten es aber nicht, und wegen ihnen blieb mir die Offenbarung verwehrt. Sie hielten mich auf.

Doch ich habe zuvor große Anstrengungen unternommen. Und in dem Moment, in dem sie ihren Platz einnehmen – sei es durch Leiden oder dadurch, dass sie schließlich auf richtige Weise voranschreiten – dann schaffe ich den Durchbruch.

Das heißt: Die Anstrengung verschwindet nicht.

„5 Minuten Licht“ – Auszüge aus dem täglichen Unterricht mit Dr. Michael Laitman vom 16. November 2009



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