Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Was versteht man unter Mut?

Was gilt heute als Mut?

Antwort: Mut bedeutet, sich gegen die ganze Welt zu stellen, auch wenn die ganze Welt lacht, nicht glaubt und nicht will, und der ganzen Welt mit Liebe, Geduld und Ermutigung so gut wie möglich zu erklären: Was ihr zum Guten dient, was dem friedlichen Leben dient, was der Rettung der Menschheit heute dient. Auch wenn wir dies nicht schnell erreichen und nicht leicht erklären können, auch wenn die Antwort Ablehnung, Verurteilung, Unverständnis und Zurückweisung sein wird, sind wir verpflichtet, der Welt das Wissen über das allgemeine Naturgesetz zu bringen.

Das ist kein Glaube, das bezieht sich auf keine Religion: weder auf das Judentum, noch auf den Islam, noch auf das Christentum, noch auf den Konfuzianismus, noch auf den Buddhismus. Das bezieht sich auf das allgemeine Gesetz des Universums, denn darauf gründet sich die Welt, und die Welt ist verpflichtet, es anzunehmen. Dieses allgemeine Naturgesetz besagt, dass wir jedem nach dem Grundsatz „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ begegnen müssen. Dazu drängt uns die Natur. Wir müssen dies der Welt immer wieder erklären und dabei alle möglichen Mittel und Formen nutzen.

Das ist im Grunde genommen der größte Mut, den die Menschheit besitzt. Denn dabei wird der Mensch nicht überheblich, richtet seinen Verstand und seinen Stolz nicht auf andere, sondern spürt im Gegenteil, dass er dadurch der Menschheit dient, dass er unter allen steht, auf alle angewiesen ist und allen Gutes wünscht. Das ist im Grunde genommen der wahre Mut. Denn damit tritt der Mensch vor allem sein Ego mit Füßen und macht sich zum Diener der Welt. Nur ein Held, der sein Ego überwunden hat, kann ein wahrer Held sein.

Runder Tisch unabhängiger Meinungen. Berlin. 09.09.2006



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Wer steckt hinter dem Bild des Königs?

In der Purim-Geschichte gibt es so eine Figur – König Achaschwerosch, der manchmal mit einer positiven Kraft (Mordechai) und manchmal mit einer negativen Kraft (Haman) interagiert. Man weiß nicht, auf welcher Seite er steht, weil der Schöpfer, den der König repräsentiert, hier in doppelter Gestalt dargestellt wird.

Einerseits ist die ganze Schöpfung egoistisch, und wer mehr Macht hat, der regiert die Welt. Deshalb können wir nicht sagen, dass der Schöpfer gut ist und Gutes tut. Inwiefern ist Er gut? Inwiefern tut Er Gutes?! Es wäre besser, wenn es Ihn nicht gäbe, denn dann gäbe es auch kein Böses. Das ist Achaschwerosch.

Andererseits ist Er doch der Schöpfer, weil Er heimlich, hinter dem Rücken des Königs, sozusagen hinter seinem Rücken, die ganze Menschheit zu einem guten Ziel führt.

Das Problem ist, dass der Schöpfer eine absolut gute Kraft ist, die an und für sich selbst existiert. Sie braucht keine weitere Kraft, keine Grundlage für ihre Existenz.

Die Geschöpfe sind negativ und dem Schöpfer entgegengesetzt. Sie wurden erschaffen, um sich von Ihm zu unterscheiden und nicht in Ihm zu zergehen, denn dann hätten sie keine eigene Identität.

Es stellt sich heraus, dass es unmöglich ist, Geschöpfe zu erschaffen, die sich nicht vom Schöpfer unterscheiden. Und wenn der Schöpfer absolut gut ist, dann muss das Geschöpf anders sein, bis hin zum absolut Bösen.

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Aus der TV-Sendung „Spirituelle Zustände. Purim – die innere Bedeutung des Festes“

 



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Wozu führt das Bewusstsein der Größe des Gebers?

Kommentar: Die Arbeit, die auf das Bewusstsein der Größe des Gebers gerichtet ist, ist unsere einzige Arbeit – wie im Gleichnis vom Gast und dem Gastgeber.

Entweder handelt der Mensch gemäß seinem Willen zu empfangen, oder es erwacht in ihm die Stufe des Menschen – der Punkt im Herzen, die Eigenschaft von Bina, die er infolge des Zerbrechens der Gefäße erhalten hat. Dies ist ein göttlicher Teil von oben, seine Seele, gegenüber der er den Gastgeber empfindet.

Dann bestehen im Menschen bereits zwei Unterscheidungen:

– sein natürliches Verlangen, Genuss vom Gastgeber zu empfangen; und

– der Punkt in ihm, der den Gastgeber selbst als Gebenden empfindet.

Dann führt er zwei Arten von Berechnungen aus: mit Ihm als dem, der Genuss gibt, und mit Ihm als dem Gebenden. In dieser inneren Trennung beginnt bereits die Arbeit. Was ist für mich wichtiger – der Gastgeber selbst, Seine Größe und die Ordnung meiner Beziehung zu Ihm?

Oder ist es mir gleichgültig, wer Er ist und was Er ist, solange ich von Ihm Genuss empfange und mich erfülle? Wenn wir uns richtig entwickeln wollen, müssen wir also ständig das Bewusstsein des Gastgebers, das heißt des Gebers, in uns vergrößern.

Zu Beginn steht der Mensch vor dem Gastgeber und sieht Ihn nicht. Gerade dieses Nicht-Sehen des Gastgebers ist von großer Bedeutung, denn dadurch entsteht im Menschen Scham, das Gefühl, ein Empfangender zu sein. Dadurch erkennt er, dass er seine Wünsche einschränken muss und mit allen Kräften seine Beziehung zum Geber entwickeln soll, sodass der Geber immer wichtiger wird als die von Ihm kommenden Genüsse.

Wenn der Geber wichtiger wird als die von Ihm kommenden Genüsse, beginnt der Mensch, seinen Willen zum Empfangen einzuschränken, und er möchte nicht mehr in ihm arbeiten. Er zieht es vor, in Verbindung mit dem Geber zu sein. Das gibt ihm mehr Genuss, mehr Sicherheit und mehr Erfüllung.

Doch auch diese Erfüllung geschieht noch um zu empfangen, das als Lo Lishma bezeichnet wird. Dennoch zieht der Mensch es vor, mit dem Gastgeber verbunden zu sein und nicht nur mit den Genüssen.

Danach kommt eine Stufe, in der auch eine solche „verbrauchende“ Verbindung mit dem Gastgeber, bei der der Mensch Ihn für seine eigenen Interessen nutzt, ihm nicht mehr richtig erscheint. Denn wenn er die Verbindung mit dem Gastgeber der Verbindung mit den Genüssen vorzieht, erweckt diese Verbindung in ihm das Bewusstsein für die Natur des Geber

Dann beginnt er, der Eigenschaft des Gebens selbst Bedeutung beizumessen. Das wird bereits „der Reiz der Kedusha“ genannt. Diese Eigenschaft wird für ihn so wichtig, dass er nicht mehr durch seine Gefäße des Empfangens mit dem Gastgeber verbunden sein möchte. Vielmehr möchte er mit der Eigenschaft des Gebens selbst verbunden sein und ihr angehören.

Das bedeutet, dass der Mensch beginnt, aus sich selbst herauszutreten und in die Eigenschaft des Gebers einzutreten. Dann sucht er nach Mitteln, durch die er dies tatsächlich verwirklichen kann. Dabei benötigt er weiterhin das Bewusstsein der Größe des Gastgebers – jedoch bereits Seiner Größe als Gebender. Dies wird die reine Bina genannt, die der Mensch erlangen möchte. In dem Maße, wie er sie erlangt, beginnt er dem Gastgeber ähnlich zu werden – zumindest darin, dass er wie Er sein möchte.

Das bedeutet, dass der Mensch gewissermaßen Galgalta we Ejnaim, die Gefäße des Gebens, erwirbt.

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Aus einer Lektion zu einem Artikel von Rabash.

 



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De-facto-Bürgschaft

Baal HaSulam, „Liebe zum Schöpfer und Liebe zu den Geschöpfen“

Die gegenseitige Bürgschaft muss die ganze Welt umfassen. Kein Mensch kann das gewünschte Ziel auf dem spirituellen Weg erreichen, ohne die Hilfe aller Bewohner der Welt.

Das ist von grundlegender Bedeutung. Selbst der größte Kabbalist wird das Ende der Korrektur nicht erreichen, solange es nicht von der gesamten Welt bis ins kleinste Detail erreicht wird. Genauso kann ein Körper nicht vollkommen sein, wenn auch nur eine einzige seiner Zellen in ihrer Funktion gestört ist. Denn hier handelt es sich um ein einziges, integrales System.

Daher muss die ganze Welt zum Ende der Korrektur gelangen. Die Frage ist nur, in welcher Reihenfolge die Korrektur der Seelen geschieht. Einige Seelen erwachten bereits zur Zeit Abrahams, andere in späteren Reinkarnationen, einige erwachen heute, und manche sind noch immer nicht erwacht. Jeder hat seine eigene Zeit und seinen eigenen Platz in der gemeinsamen Arbeit der Korrektur.

Darum neigt der Mensch mit jeder seiner eigenen Korrekturen die ganze Welt zur Seite des Verdienstes.

Im Menschen ist die ganze Welt eingeschlossen, und er selbst ist in jedem anderen enthalten – daher werden alle durch ihn korrigiert. Das erklärt uns teilweise die Gesetze des integralen Systems, das heute die universelle Verbundenheit offenlegt.

Es heißt: „Ein Sünder vernichtet viel Gutes.“ Durch seine Verfehlung nimmt er gewissermaßen das Gute zurück, das er auf die gemeinsame Waagschale gelegt hat, und wirft dadurch die ganze Welt zurück.

Das ist die gegenseitige Bürgschaft – eine reale Situation de facto. Früher war sie vor uns verborgen, weshalb von uns nicht verlangt wurde, dieses Gesetz bewusst einzuhalten. Heute jedoch beginnt sie sich zu offenbaren und stellt entsprechende Anforderungen an uns.

Es gibt das Gewünschte und das Tatsächliche. Das Tatsächliche ist das sich enthüllende System der allgemeinen Verbundenheit, in dem wir alle ineinander eingeschlossen sind. Baal HaSulam schrieb bereits vor etwa 80 Jahren, dass die ganze Welt eine einzige Familie ist. Damals spürten die Menschen das noch nicht. Heute beginnen wir jedoch, diese Verbindung allmählich zu entdecken – wenn auch noch nicht in der gleichen Nähe wie innerhalb einer Familie. Die gegenseitige Abhängigkeit ist bereits offensichtlich, selbst wenn sie uns unangenehm erscheint.

Tag für Tag wird diese systemische Verbindung immer deutlicher hervortreten. Wir werden erkennen, dass jeder auf alle wirkt und zugleich dem Einfluss aller unterliegt. Das kann uns zunächst erschreckend erscheinen: Wie kann ein Mensch unter der Macht der ganzen Welt stehen?

Doch es gibt keinen Ort, an den man fliehen könnte. Daher müssen wir uns so schnell wie möglich um die weltweite Erziehung zur Korrektur bemühen – um richtige und gute Beziehungen zwischen den Menschen zu schaffen.

Wenn diese scheinbar erschreckende gegenseitige Verbundenheit tatsächlich existiert, dann müssen wir so schnell wie möglich in jedem Menschen wenigstens ein kleines Maß an Mitgefühl, Anteilnahme und Barmherzigkeit gegenüber anderen erwecken.

Denn wir sind miteinander verbunden – sowohl im Guten als auch im Schlechten – und der Einfluss jedes Einzelnen geht auf alle über, und der Einfluss aller wirkt auf jeden Einzelnen zurück.

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Aus einer Lektion zum Artikel „Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“.

 

 



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Der Kongress fängt gerade erst an!

Nichts hält uns davon ab, das beste Gefühl, das wir je in unserem Leben hatten, immer zu behalten, als wir auf dem Kongress die Einheit, die Verbindung zwischen uns und dem Schöpfer, die spirituelle Offenbarung gefühlt haben. Wenn ich aus diesem Zustand herausfalle, bin ich selbst schuld, weil ich mich nicht ausreichend bemüht habe.

Wir haben ein Erwecken von oben, vom Schöpfer, erhalten, und das darf nicht verloren gehen. Der Höhere gibt uns ein Beispiel, wie wir sein sollen, und wir müssen es weiterführen. Das Erwecken darf nicht vom physischen Ort des Kongresses abhängig sein. Wenn es kein Erwecken gibt, dann fehlt die Größe des Schöpfers, die Größe der Gruppe – und daran kann man gerade nach dem Kongress, in der Alltagszeit, noch besser arbeiten.

Die Zeitabstände zwischen den Kongressen müssen als Möglichkeit gesehen werden, eigene Anstrengungen zu unternehmen, die der Schöpfer in dieser Welt für uns organisiert hat. Der Aufbau des spirituellen Gefäßes geschieht gerade in der Dunkelheit, in der Nacht. Man muss alle Ereignisse seines Lebens nach diesem Prinzip als miteinander verbunden betrachten, damit „es war Abend und es war Morgen – Tag eins“ ist. Nur so sollte man sein Leben betrachten.

Von oben werden uns Momente der Verbindung, der Nähe zur Spiritualität gegeben, damit wir sie dann fortsetzen können, wenn das Erwecken von oben vorbei ist. Wir sollten dieses innere Gefühl zumindest mit der Kraft bewahren, die uns von oben gegeben wurde, als wären wir nie aus dem Zustand „Kongress“ herausgetreten.

Der Schöpfer hat uns auf eine bestimmte Stufe erhoben und uns dort zurückgelassen. Wir müssen auf dieser Stufe weitermachen. Es ist nicht gut, wenn wir zurückfallen, denn wir haben bereits ein Beispiel dafür, wie wir weitermachen können. Und dann wird der Schöpfer uns auf die nächste Stufe erheben und noch höher – so immer wieder.

Wenn der Schöpfer uns verlässt, zeigt er uns, welche Stellen mit seiner Größe gefüllt werden müssen. Das Einzige, was uns fehlt, ist die Größe des Schöpfers.

Das Wichtigste ist, sich zu bemühen, ständig mit den anderen in Verbindung zu bleiben, wie auf dem Kongress, und dieses Gefühl nicht abkühlen zu lassen, sondern es mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten.

Und dann werden wir sehen, dass alle Ereignisse unseres Lebens: die Rückkehr zur Arbeit und zu allen alltäglichen Aufgaben vom Schöpfer genau zu diesem Zweck organisiert wurden – um all diese täglichen leeren Lücken mit Erwecken, Inspiration aus der Spiritualität und der Größe des Schöpfers zu füllen.

Wir müssen in diesem Zustand bleiben und dürfen uns nicht zurückfallen lassen. Genau darin besteht die ganze Arbeit. Während des Kongresses gibt es nichts Besonderes zu tun, dort wirkt das Erwecken, das von oben gegeben ist, und alles geschieht von allein. Aber heute müssen wir mit unseren eigenen Anstrengungen, mit Gebeten und allen möglichen Mitteln dafür sorgen, dass dieses Erwecken nicht abkühlt. Jetzt ist die Zeit der Arbeit gekommen.

Deshalb haben wir auf dem Kongress den Erfolg nicht „erreicht“, sondern „erhalten“. Heute müssen wir den Erfolg erreichen. Man kann sagen, dass der Kongress, also die Versammlung, die Vereinigung, gerade jetzt beginnt!

Wenn wir richtig verstehen, wie wir die Zeit während des Kongresses und die Zeit zwischen den Kongressen nutzen können, dann werden wir die von uns erreichte Einheit richtig umsetzen. Alles wird gerade durch die alltäglichen Zustände geprüft, in denen die ganze Arbeit steckt. Lasst uns also weitermachen!

[#226477]

Aus dem Unterricht zum Thema „Die Größe des Schöpfers“

 



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Ein Kabbalist fühlt das selbe Vergnügen wie der Schöpfer


Ich erhielt Fragen über die Freuden, die ein Kabbalist und der Schöpfer fühlt:

Frage: Erreicht ein Kabbalist jemals die Stufe, wo er fühlt, dass er dem Schöpfer Vergnügen schenkt?

Meine Antwort: Ja.

Frage: Wie drückt sich dieses Gefühl aus?

Meine Antwort: Als Einheit mit dem Schöpfer und Seiner Empfindung.

Frage: Was sind die Anzeichen, die einen Kabbalisten wissen lassen, dass der Schöpfer wirklich Vergnügen aus seinen Handlungen empfängt?

Meine Antwort: Gegenseitige Freude – ihre Gefühle werden in einem Kli ausgedrückt.

Frage: Ein Kabbalist empfängt Freude aus den Geschenken des Schöpfers und indem er das tut, schenkt er dem Schöpfer Vergnügen. Aber kann sich ein Kabbalist sicher sein, dass der Schöpfer das wirklich genießt?

Meine Antwort: Er weiß das, weil sie sich in einem Ganzen vereinigen.

Frage: Empfängt ein Kabbalist Freude aus den kleinen, materiellen Dingen im Leben?
Meine Antwort: Ein Kabbalist fühlt trotzdem die Vergnügen unserer Welt. Mehr noch, er empfindet diese Dinge sogar noch intensiver als es normale Menschen tun.

Frage: Das spirituelle Ziel ist die Einheit der Seelen. Wenn ein Mensch die spirituelle Welt betritt, beginnt er die Verlangen und Gedanken der anderen Seelen zu fühlen. Unterscheidet er trotzdem was „seins“ ist und was „eines anderen“ ist, oder verliert er das Gefühl für Individualität?

Meine Antwort: Er verliert es nicht. Selbst wenn er jeden fühlt, fühlt er sich selbst durch sie, wie eine Zelle, die für den ganzen Körper arbeitet.

Frage: Sie sagten, dass große Kabbalisten einen großen Egoismus haben, aber sie wissen ihn zu kontrollieren. Wie kontrollieren sie ihren Egoismus?
Meine Antwort: Durch Licht, das von oben kommt; durch den Schöpfer – wie ein Kind, das durch einen Erwachsenen lernt.

Aus dem täglichen Morgenunterricht. 


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Der Endzustand der Gruppe (oder den Kern aus der Kirsche drücken)

Wir werden in den Gruppen ein spezielles Verfahren in Gang setzen, bei dem die Gruppe nun eine solche Form annimmt, dass wir schließlich nicht unsere persönlichen Zustände spüren, sondern die allgemeinen Zustände, durch die wir gehen.

Wir beginnen diese gemeinsam zu durchlaufen,  und dies wird das Volk Israel in Ägypten genannt, wenn ein Schlag dem anderen folgt, und dann werden wir uns zusammen darüber erheben. Die zehn Plagen Ägyptens finden nicht weit entfernt von uns statt, dort wo der Pharao ist, sodass wir sie aus der Ferne beobachten können und uns freuen. Diese Schläge finden in uns statt und unser persönlicher Pharao erlebt sie! So sind wir damit belohnt worden, in Richtung Endzustand der Gruppe als einer Nation fortzuschreiten.

Wer ängstigt sich nicht in der Dunkelheit, sei es, weil er nicht genug für die Verbindung mit der Gruppe tut und weil es ihm noch an innerer Arbeit mangelt. Unbewusst läuft er vielleicht vor dem Problem davon, bleibt auf Distanz anstatt die Wahrheit ein wenig zu berühren. Hier handelt die Abwehrkraft eines Menschen, die jemanden erschrickt und daran hindert in die Gruppe zu gehen und Dinge zu klären.

Wenn er kein Verlangen hat  „aus seinem Körper zu springen“, so hat er den Druck des Schöpfers, der ihn wie eine Kirsche ausquetscht bis der Kern herausspringt, nicht anerkannt. Wie sonst kann man in die Wellen des Roten Meeres springen? Nur so, unter Druck, wie bei einer Kirsche. Kannst du dir vorstellen wie groß dieser Druck ist?

Wenn die geistige Welt über der körperlichen Welt steht,  was so viel heißt wie über Leben und Tod, dann sollte ich spüren, dass ich für diesen Übergang bereit bin. Dieser Körper, dieses Leben mit allem, was es enthält, ist wertlos verglichen mit der Welt, in die ich eintreten werde. Die Schale, die uns daran hindert vorwärts zu kommen, kann nur durch die Kraft der Liebe, der gegenseitigen Sorge und nur durch die gemeinsame Arbeit  mit allen aufgebrochen werden.

Wenn du nicht die allgemeine Besorgnis  für die Gesellschaft, für die Gemeinschaft, für die gesamte globale Gemeinschaft von Bnei Baruch, für die ganze Welt fühlst, wirst du nicht in der Lage sein, an diesem Prozess beteiligt zu sein. Während du an der Seite stehst, wird vielleicht ein Teil der Gruppe schon hindurch gehen, an dir vorüber gehen, und du hörst, siehst oder fühlst es nicht. Instinktiv ignorierst du die Schwierigkeiten, schützt dich, damit hält du dich selbst auf Abstand. Wir müssen in alles was die Gruppe, die Gesellschaft und die globale Gemeinschaft von Bnei Baruch betrifft, involviert sein, und sensibel und wachsam mit den Schwierigkeiten und Veränderungen, die jeder erlebt, umgehen. Wer auch immer nicht aktiv an diesem allgemeinen Prozess beteiligt ist, wird als „Frauen, Kinder, Sklaven, als Schafe und Ziegen“, bezeichnet. Diese Kategorien bezeichnen alle Menschentypen in unserer globalen Gruppe, die irgendwie mit uns verbunden sind, jedoch nur äußerlich.

Dementsprechend erhalten nur „ 600.000 Seelen“ die Tora.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Shamati-Artikel Nr. 61, vom 05.04.2013



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Der Beschleuniger der spirituellen Entwicklung

Kommentar: Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb erschaffen.“ Es ist klar, dass jeder von uns denselben bösen Trieb hat.

Meine Antwort: Nein, jeder von uns ist anders als die anderen. Baal HaSulam schreibt im Artikel „Freiheit des Willens“, dass wir alle aus unterschiedlichen Punkten von Adam HaRishon stammen, und es ist uns verboten, jemanden zu unterdrücken, ihn zu etwas zu zwingen, ihn zu verändern, uns in die Kultur anderer Menschen einzumischen oder sogenannten primitiven Völkern gewaltsam Fortschritt aufzuzwingen.

Jeder sollte sich entsprechend seinen persönlichen Eigenschaften entwickeln, denn nur so kann er sein Verlangen zu empfangen verwirklichen. Jeder ist eine eigenständige Schöpfung, und selbst wenn er es wollte, kann er sein Verlangen zu empfangen, seinen Ausgangspunkt, nicht verändern.

Baal HaSulam erklärt, was ein Ausgangspunkt ist und welches Programm seine Entwicklung bestimmt. Es gibt eine vorgegebene Ordnung der Einflüsse in der Gesellschaft sowie Gesetze der Entwicklung der Umgebung; der Mensch kann sich dort nicht gewaltsam einmischen und etwas verändern. Die einzige Veränderung betrifft die äußere Form unter dem Einfluss der Gruppe.

Doch die Veränderung der äußeren Form bedeutet nicht, dass der Mensch zusätzliche Verlangen oder Eigenschaften erwirbt, die vorher nicht in ihm vorhanden waren. Er erlangt vielmehr eine Begeisterung, ein Verlangen nach der Quelle, die er erreichen muss. Dies dient ihm als zusätzlicher Treibstoff, um seine Entwicklung und den Prozess der Korrektur zu beschleunigen. Doch er erwirbt dadurch keine neuen Kelim, keine neuen Eigenschaften oder Gedanken.

Es beschleunigt lediglich das Hervortreten dieser bereits vorhandenen Eigenschaften und bestimmt die Geschwindigkeit ihrer Entwicklung. Deshalb ist es entscheidend, sich zur Gruppe, zu den Meinungen der Freunde und zur gesamten Struktur der Gruppe mit dem Verständnis zu verhalten, dass alles, was wir von ihr erhalten, ausschließlich als Beschleuniger, als Katalysator dient, der uns Energie zum Handeln gibt.

Doch dieser Beschleuniger besitzt keinen eigenen Charakter; er gibt nur einen zusätzlichen Impuls in die Richtung, in die ich mich bereits bewege. Ich wähle, wohin ich gehe – nicht er. Dasselbe erwarte ich von der Gruppe. Das heißt, ich muss zur Gruppe kommen und zusätzliche Kräfte in der von mir bereits gewählten Richtung verlangen, anstatt dass die Gruppe zu mir kommt und versucht, mich zu „indoktrinieren“.

Jede „Beeinflussung“ durch die Gruppe sollte nur darin bestehen, meine gewählte Richtung zu stärken. Andernfalls wäre es keine freie Wahl. Andernfalls wäre es eine Gruppe, die den Einzelnen unterdrückt.

Sie muss mir keine neuen Ideen bringen. Sie sollte mir lediglich helfen, das zu festigen, was ich bereits habe. Deshalb heißt es, dass jeder von uns der Gruppe geben und entsprechend seiner Investition zurückerhalten soll – nur um ein Vielfaches mehr.

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Aus dem täglichen Kabbalaunterricht vom 13.02.2026, Rabash, Artikel 18 (1987), „Was ist die Vorbereitung auf das Empfangen der Tora? – 2“



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Ein Geschenk wird nur so viel gewürdigt, wie der Empfänger den Geber wertschätzt


News Report (aus dem Science News Magazine):
Die Menschen machen einen Fehler, wenn sie erwarten, dass je mehr sie in Geschenke investieren, desto mehr diese Geschenke wertgeschätzt werden … Empfänger bevorzugen Geschenke, die sie wirklich brauchen oder die eine spezielle persönliche Bedeutung haben. Der Preis spielt keine Rolle. … Es ist in der Tat der Gedanke der zählt …

Mein Kommentar: Wir können in unserer Welt nur so viel empfangen, wie dies ein Tier kann: nur das, was für unsere körperliche Existenz notwendig ist. In dieser Hinsicht sind wir einem Tier vollkommen gleich. Jedes Übermaß, das wir „empfangen“, ist nur zu unserem Nachteil. Es gibt einen weisen Spruch: „Ein bisschen schädliche Nahrung ist gesünder, als zu viel gesunde Nahrung.“ Maßlosigkeit schafft Leere in uns, macht depressiv und bringt uns zu einem endlosen Streben nach illusorischer Erfüllung.

Wie realisiert also der Schöpfer seinen Plan, „alle Geschöpfe mit absolutem und ewigem Vergnügen zu erfüllen“? Dies wird nicht durch die Erhöhung der Quantität der Erfüllung erreicht, sondern durch ihre Qualität. Wir sind nicht in der Lage, mehr aufzunehmen, als das, was für die Existenz unserer tierischen Körper notwendig ist. Wenn wir jedoch begreifen, dass es die Größe des Schöpfers ist, die uns gibt, wird unsere Empfindung von dem was wir von ihm erhalten unendlich erhöht. Denn Er ist unendlich. So können wir die Empfindung eines ewigen und vollkommenen Lebens erreichen. Folglich liegt das Ziel unserer Entwicklung in der Erkenntnis: „Koste und siehe, wie gut der Schöpfer ist.“

 


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Er kann warten, ich nicht

Wenn wir spüren, dass wir in eine Art Schlaf verfallen und es uns schwer fällt, auch nur den kleinen Finger zu bewegen, müssen wir verstehen, dass es der Schöpfer ist, der uns diesen Zustand schickt. Er möchte uns anstelle der persönlichen zur allgemeinen Erweckung führen, damit wir gemeinsam beginnen, uns um einander Gedanken zu machen, und damit ich verstehe, dass, wenn ich die anderen nicht erwecke, ich auch selbst nicht erwachen werde.

Denn mein Ich ist das Maß, in dem ich die anderen erwecken kann. Nicht meine Person an sich – das ist alles die tierische Stufe, sondern diese zusätzliche Erweckung, die ich in das Gesamtnetz hineinbringen kann, wird als mein spirituelles Ich, mein spirituelles Gefäß (Kli, Verlangen) bezeichnet.

Jenes Maß an Erweckung, welches ich dort hineingebracht habe, liefert die Stärke des Verlangens, in dem ich die spirituelle Welt wahrnehme – ich nehme sie dort, im Inneren dieses Systems und nicht in mir wahr! In mir werde ich nichts spüren.

Das bedeutet, dass ich mich momentan der Erschaffung meines spirituellen Gefäßes entgegen bewege. Der Schöpfer organisiert absichtlich diesen Zustand für mich – Er lässt mich spüren, dass, wenn ich allein bleibe, mir nichts gelingen wird. Er scheint zu sagen: Du glaubst nicht – dann versuch mal! Zehnmal, hundertmal… Ich habe Zeit, Ich kann warten, bis die „Söhne Israel wegen ihrer Arbeit aufschreien“.

Nur wenn ich den nötigen Druck auf die anderen ausübe, wenn ich verlange und das gemeinsame Verlangen/Gefäß sich davon begeistern lässt, dann wird das mein Verlangen sein, dort werde ich die spirituelle Welt – jene spirituelle Erfüllung, die sie alle von mir bekommen haben, – wahrnehmen können.

Auszug aus dem Unterricht zu Die Zehn Sefirot



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