Frage: In der Psychologie wird eine Krise als ein schmerzhaftes Phänomen beschrieben, aber wenn jemand dies bewältigt und nicht aufgibt, erreicht er ein neues Niveau, auf dem eine große Menge Energie freigesetzt wird und er beginnt, ein neues Leben zu leben.
Meine Antwort: Noch mehr, jede Krankheit ist auch ein Akt der Heilung. Angenommen, eine Fehlfunktion tritt auf. Jetzt wird sie in irgendeiner Weise korrigiert oder kompensiert. Und in dem Zeitrahmen, in dem sie kompensiert und korrigiert wird, betrachten wir sie als eine Krankheit. In Wirklichkeit aber ist dies schon die Korrektur.
Wir nehmen absichtlich Impfungen vor; Wir bringen Spuren einer Krankheit in den Organismus ein, um seine positive Reaktion darauf anzuregen, um ihn vor bedrohlichen äußeren Einflüssen zu schützen.
Würden wir all diese kritischen, schmerzhaften Symptome zusammentragen, würden wir entdecken, dass wir sie als die Geburt eines neuen Zustandes betrachten müssen, als eine Besserung unserer Gesundheit, als Korrektur, als unsere Ausrichtung und unseren Aufstieg auf die nächste Stufe.
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Eine Person sollte stets mit Bedacht handeln, denn jeden Moment, wie die Weisen sagen, kann sie die Waagschale nicht nur zu ihren Gunsten, sondern auch zugunsten der ganzen Welt neigen. Aber das bedeutet nicht, dass wir keine Fehler begehen können. Heute durchlaufen wir eine Vorbereitungsphase, und natürlich können wir Fehler machen.
Wenn du dich anstrengst und dabei Fehler machst, dann ist das normal. Während der Vorbereitungszeit korrigiert eine Person noch nichts, sondern bereitet seine Verlangen auf die Korrektur vor. Das ist dasselbe, was wir Kindern lehren. Wir verlangen von ihnen keine wirkliche Arbeit, die sie jetzt noch nicht leisten können. Wir beurteilen sie nicht nach ihren Endergebnissen, sondern entsprechend dem, was sie bis jetzt gelernt haben. Wenn wir zum Beispiel einem Kind ein Spielzeug geben, und es zerlegt und zerbricht es, dann ist das für das Kind ganz natürlich, und obwohl jetzt das Spielzeug zerbrochen ist, hat das Kind immer noch etwas dabei gelernt. Es entdeckt vielleicht, dass nichts darin enthalten ist, oder dass es eine Antriebsfeder gibt; das Kind hat etwas gelernt, und das ist der wichtigste Gewinn.
Ein Zehnjähriger wird für manche Dinge nicht einmal bestraft, für die ein Erwachsener vielleicht ins Gefängnis muss. Während der Vorbereitungsphase wird von einer Person nicht erwartet, dass sie irgendwelche echten Ergebnisse erzielt. Die Hauptsache ist, sich auf die Korrektur vorzubereiten und vorwärtszukommen, selbst wenn du dabei Unheil heraufbeschwörst oder entdeckst. Dies ist das Prinzip des Lernens. Das ist der Grund, warum der traditionelle Unterricht an unseren Schulen und Universitäten zwecklos ist; dort ist es jemandem nicht erlaubt, Fehler zu machen. Gute Noten und hohe Leistungen werden von ihm erwartet, und er denkt nicht über das Wesen des Materials nach, wie man die Dinge zusammensetzen kann, die ihm fertig vorgesetzt werden. Nein, er muss sein Zeugnis erlangen, und der Rest interessiert ihn nicht.
Also ist das keine Vorbereitung auf etwas Größeres mehr. Das Bildungssystem produziert Leute, die nicht wissen, wie man denkt.
Eigentlich sollte in der Vorbereitungsphase, während dem Lernprozeß, vor allem eines von einer Person erwartet werden: So viele gute und schlechte Dinge wie möglich in sich aufzunehmen, ständig aufzusteigen und auch wieder zu fallen. Das Niveau seiner Vorbereitung sollte abgeschätzt werden, und nicht, wie viel einer weiß. Es ist nicht schlimm, wenn er in diesem Prozess etwas kaputt macht. Eine Person, die auf einen lukrativen Posten aus ist, ist in keiner Hinsicht ein Meister. Ein echter Meister arbeitet nur um „seiner Kunst willen“. Die Bezahlung interessiert ihn nicht. Jemand, der wirklich ein Experte in seinem Fach werden will, sollte sich nur mit dem Material befassen, mit dem er arbeiten wird, es studieren, und tief in es eindringen.
Um das zu tun, muss er Rohmaterialien zerbrechen und in diese Bruchstellen selbst eintauchen, in die Tiefe des Ausgangsmaterials.
Dies ist eine grundlegend andere Methode, zu lehren und zu erziehen; diese Methode ist das Gegenteil der derzeitigen Methode. Dabei gibt es keine Zensuren, weil es während der Vorbereitung nichts gibt, das zu benoten wäre. Es gibt weiter keine Belohnung für zukünftige Ergebnisse, da andernfalls jeder diese Belohnung anstrebt.
In dieser Welt bevorzugen die Menschen etwas, das eine Belohnung verspricht. In den letzten 30 bis 40 Jahren sind die Leute sehr eingeschränkt in ihren Möglichkeiten geworden und können nicht einmal mehr für kleine Krisen Lösungen finden. Das ist so, weil sie ans Lernen nicht kreativ herangehen. Die Person wurde nicht aus dem Zersplittern in Einzelstücke heraus aufgebaut, so dass sie nicht wirklich komplex und facettenreich sein kann.
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Aus dem ersten Gespräch über die integrale Erziehung (Dr. Michael Laitman and Psychologe Anatoly Ulianov)
Frage: Angenommen, wir organisieren einen Kurs in der Integralerziehung für die Erwachsenen. Welches Ergebnis können wir nach dem Abschluss des Kurses erwarten?
Meine Antwort: Wir müssen davon ausgehen, dass die Natur uns ab heute und in der Zukunft nur zwei Wege der Entwicklung bereithält, die uns zu dem einen Ziel führen werden…
Das Endziel der Natur besteht in der vollen Vereinigung aller ihrer Teile, einschließlich der Menschheit als Teile der allgemeinen Natur. Es gibt zwei mögliche Wege, diesen Zustand der vollen Harmonie, des vollen Gleichgewichtes zu erreichen. Der Weg des Leidens ist einer von ihnen: das Begreifen der Notwendigkeit trotz innerer Wünsche und Impulse. Dieser Weg ist sehr schwer, kompliziert und zwanghaft.
Im Prinzip wurden wir auf diese Art und Weise bis jetzt von der Natur entwickelt. Wir wurden angestoßen und suchten den komfortabelsten Zustand. So ist eben der Prozess der Evolution. Es stellt sich heraus, dass wir durch diese Methode des Anstoßens ein besseres Leben suchen, wir machen jede Menge Fehler, aber im Endeffekt entwickeln wir uns. So entwickelten sich sowohl der Mensch als auch die kleinen Gesellschaften und die ganze Menschheit insgesamt.
Aber es gibt die Möglichkeit der würdigen Entwicklung, sofern der Mensch im Voraus versteht, dass die ganze Bewegung der Natur auf die Integrität gerichtet ist. Jetzt schon werden die ersten Merkmale der Integrität als Zukunft deutlich, die uns verpflichten, in ihr wie ein Teil der Gesellschaft, der Natur und des gesamten Weltalls zu koexistieren.
Die Natur richtet sich nach dem Gleichgewicht, weil das Gleichgewicht in jedem ihrer Teile (angenommen in unserem Organismus)sowie auch im ganzen System die Gewähr ihrer Gesundheit, der Sicherheit, der Immunität ist.
Lasst uns diesen zukünftigen Zustand als das allgemeine Ziel der ganzen Menschheit sehen, und wir werden beginnen, sich ihm -selbst in verschiedenen Regionen der Welt – mit Hilfe allerlei internationaler Organisationen, der Überzeugung und, das Wichtigste, mit Hilfe der Erziehung zu nähern.
Die Erziehung soll nicht aufdringlich sein. Wenn wir den Menschen von den Naturgesetzen, den Gesetzen der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, w ie des Verhaltens, der Bildung, der Beziehungen in der Familie, der Erziehung der Kinder, der Eheleute einfach erzählen, ist es so, als würden wir ihnen beibringen, wie sie
mit dem ziemlich bescheidenem Einkommen, dem Stipendium, der Unterstützung, überleben könnten.
Wir müssen das alles den Menschen beibringen. Sie wissen nicht, wie sie ihre Kinder erziehen sollen, wie sie sich untereinander vertragen sollen. W ir sehen, dass unsere Gesellschaft uns alles Möglichelehrt, mur nicht das, wie sie glücklich werden können.
Wir denken einfach nicht an das Glück der Menschen. Wir stoßen sie in den Strudel des kapitalistischen Wettbewerbs, in dem sie bereit sind, sich gegenseitig zu zerfleischen. Aber in einem solchen Wettkampf gibt es keinen Sieger. Im Endeffekt leiden alle unter ständigem Stress und Problemen, und keiner ist glücklich.
Es ist notwendig, dass Psychologen, Soziologen, Eltern, Pädagogen und alle Menschen, die dieses Problem erkannt haben oder in der Lage sind, es zu begreifen, zum Entschluss ko mmen und mit Hilfe der Wissenschaft, der Gesellschaft, des Internets (einer großen Macht unserer Zeit, der Menschheit zeigen, dass die integrale Erziehung die Gewähr der Gesundung des Menschen, der Familie, der Gesellschaft ist. Ohne die integrale Erziehung werden wir nicht überleben. Wir werden uns mit großen Verlusten nach vorne bewegen; auch wenn w ir das Ziel erreichen, so wird es ein qualvoller Weg sein.
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Aus dem ersten Gespräch über die integrale Erziehung (Dr. Michael Laitman and Psychologe Anatoly Ulianov)
Die Situation in der Welt verändert sich prompt. Die Notwendigkeit einer Integralerziehung der erwachsenen Menschen steigt somit stetig.
Die vielfältigen Nachrichten aus entwickelten Ländern verkünden immer mehr Arbeitslose. Obwohl deren Lebensunterhalt bisweilen gesichert ist, fühlen sich viele verwirrt und machtlos. Es ist unklar, was morgen geschehen wird. Wir reden von Hundertmillionen Menschen, die ohne Arbeit bleiben werden, da die Krise alle Betriebe, die keine lebensnotwendigen Produkte herstellt, vernichten wird. Was machen die Menschen, die damit beschäftigt waren, unnötige Dinge zu produzieren?
Durch das Internet, unsere Verbindungen und gegenseitiger Beeinflussung sehen wir, wie die Protestbewegungen immer mehr zunehmen. Die gesamte Menschheit, vom gewöhnlichen Bürger bis zur Regierung, ist daran interessiert, diesen Prozess unter Kontrolle zu bekommen und seine spontane Entwicklung zu verhindern, da aufgrund moderner Ausrüstung und spontaner Entwicklung der Ereignisse zu schrecklichsten Ergebnissen führen können.
Um allerlei bürgerliche Ausschreitungen oder sogar Weltkriege zu verhindern, müssen wir im Voraus über die globale Integralerziehung der Massen nachdenken.
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Aus dem ersten Gespräch über die integrale Erziehung (Dr. Michael Laitman and Psychologe Anatoly Ulianov)
Frage: Was genau meinen Sie damit, wenn Sie über Harmonie sprechen?
Meine Antwort: Harmonie – das ist ganz einfach. Harmonie zeigt sich dadurch, dass in unserer Natur zwei Kräfte existieren, die Kraft des Gebens (positiv) und die Kraft des Empfangensn (negativ), die sich auf den verschiedenen Niveaus (biologisch, physikalisch, moralisch usw.) als ein ausgeglichenes System zeigen.
Wenn sie einen menschlichen Organismus ausgleichen, dann ist die Rede von seinem absolut guten gesundheitlichen Zustand. Sind die Kräfte ausgeglichen in unserer Natur, bedeutet das, dass sie sich in einer absoluten Ruhe befindet. Ein Ungleichgewicht führt allerlei Bewegung herbei. Selbstverständlich ist Ungleichgewicht nötig, da es uns die Empfindung des Lebens gibt. Die ständige Wechselwirkung zweier Kräfte in ihren bestimmten Rahmen und die Schwankungen im Verhältnis zueinander erschaffen in uns das Gefühl des Lebens.
Zum Beispiel die Ausdehnung und die Zusammenziehung des Brustkorbs, des Herzens und anderer Organe sind in der gegenüberliegenden Kraft gegenseitiger Bewegung aufgebaut, welche sich unterstützen und einander ergänzen. Das Leben ist das, was zwischen ihnen entsteht mit der Folge der korrekten harmonischen Wechselwirkung.
In unserer Sicht der Entwicklung werden wir dazu kommen, dass die menschliche Gemeinschaft gezwungen wird, gerade solch eine Lebensweise zu erreichen, in der alle Teile in gegenseitiger Bewegung schwingen.
Aber diese Schwankungen werden wie das Atmen sein, ein gegenseitiges Verursachen zu einander sowie die Kraft des Gebens, die zugleich der Kraft des Nehmens ist.
Sie werden abwechselnd zwischen einander zusammenwirken: Wie viel wir der Natur abgeben, so viel müssen wir von ihr zurückbekommen; wie viel wir empfangen, so viel sind wir schuldig abzugeben.
Erst dann werden wir in einem Zustand der gegenseitigen Unterstützung, in Harmonie leben. Die Natur, die uns zwischen ihren zwei Hauptkräften in eine Gleichgewichtslage bringt, nämlich die Kraft des Gebens und die Kraft des Nehmens, vermutet, dass wir verpflichtet sind, zur Harmonie zu kommen. Das ist ein gemeinsames Ziel. Mit diesem weltweiten Rahmengesetz können wir nichts tun.
Wir können nur verstehen, wohin wir gehen und wie wir korrekt, freiwillig und bewusst in der äußerlichen Ausführung des verpflichteten Gesetzes sind.
In dieser Hinsicht werden wir die Harmonie nicht nur im Endzustand empfinden, sondern auch auf jeder Stufe der Entwicklung.
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Frage: Wie ist es zu verstehen, dass wir ohne unseren Körper, oder außerhalb unseres Körpers existieren können?
Meine Antwort: Es gibt die Information an sich, es gibt einen Informationsträger und es gibt jemanden, der diese Informationen empfindet. Und sie alle können sich ändern. Information kann nicht nur auf der Basis ihres Eiweiß- (Gehirn), Kiesel- oder anderen Trägers existieren. Sie kann außerhalb der Materie existieren.
Information an sich ist nicht materiell. Aber wir nehmen sie nur durch den materiellen Träger wahr. Heutzutage sind wir schon in der Lage, Informationen von einem lebendigen Eiweißträger (dem Gehirn) auf einen unbelebten Träger (eine Festplatte) zu verlegen. Unsere gesamte Evolution führte uns durch eine allmähliche Veränderung des Informationsträgers, von der mündlichen Sprache zur Schriftsprache auf verschiedenen Trägern, zum Programmieren und Einlagern von Informationen im virtuellen Raum.
Und heute stehen wir an der Schwelle unseres Übergangs in einen anderen Zustand, wobei der Körper an Bedeutung verlieren wird und die Empfindungen in eine neue Dimension (die Eigenschaft des Gebens) übergehen werden. Dabei wird die Information von ihrem jetzigen Träger, dem Gehirn – d.h. von dem Verlangen nach Genuss – auf die Eigenschaft des Gebens übertragen.
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Da wir die Welt in unserem Bewusstsein wahrnehmen, nehmen wir nur einen Ausschnitt der uns umgebenden Realität wahr, und das nur in dem Maß, in dem unser Bewusstsein fähig ist, diesen Teil zu erfassen und ihn als Gesamtbild in unserer Vorstellung (im Parzuf – in unseren zehn Sefirot) zu empfinden. Die Reshimot in uns werden ständig erneuert, und infolgedessen erneuert sich der Parzuf (der Gefäß, in dem wir die Welt empfinden). Deshalb erscheint es uns so, dass die Welt sich verändert. Die ganze Forschung und ihre Ergebnisse sind relativ, denn sie sind gekoppelt an unsere Eigenschaften. Das, was wir empfinden, nehmen wir als die Wahrheit wahr.
Ausgehend von den vorherigen Zuständen (Parzufim), bilden wir Vermutungen über die Zukunft. Auf diesem Prinzip basieren auch wissenschaftliche Hypothesen und Theorien. Sie werden als die Modelle der Welt bezeichnet. D.h., die Wissenschaft stellt eine Methodik der Modellbildung dar und deshalb ist berechtigt, Irrtümer zu begehen.
Eine Folge dieser Methodik ist: wenn wir uns in unserem Verständnis der Welt irren, also nicht in der Lage sind, ein richtiges Modell aus Reshimot (aus unseren inneren Informationsdaten) zu entwickeln, dann finden wir uns in einer Welt wieder, die für uns völlig unverständlich ist. Und wenn wir versuchen, unser Leben nach den alten Modellen zu fortsetzen, stoßen wir auf Misserfolge, Krisen und sogar Katastrophen.
Wir sind verpflichtet, ständig neue Vorstellungen und Modelle der Welt zu entwickeln. Wenn wir das nicht umsetzen, dann provozieren wir den Konflikt mit der Natur und bekommen von ihr negative Reaktionen, die unsere Entwicklung korrigieren sollen. Das Problem besteht darin, dass unsere jetzigen Modelle der Welt in ihrer Entwicklung von unserer Selbstsucht geleitet wurden. Wir wollen für unsere Selbstsucht eine angenehme Welt schaffen, und nicht die Welt, welche unsere inneren Reshimot verlangen. Wir sind von der Richtigkeit unserer Theorien überzeugt und wollen nicht erkennen, dass unsere Selbstsucht unsere Wahrnehmung der Welt leitet.
Wir müssen erkennen, dass wir einen Zustand in unserer Entwicklung erreicht haben, der uns nicht mehr erlaubt, einer verzerrten Vorstellung von der Welt zu folgen. Wir sind verpflichtet, über unsere egoistische Natur hinauszuwachsen, damit uns die richtige Ausrichtung unserer Entwicklung bewusst wird, und wir dementsprechend bessere Modelle der Welt aufbauen können.
Gerade deshalb wird uns die Wissenschaft der Kabbala offenbart. Sie erklärt uns, wie wir die uns umgebende Realität auf die richtige Weise empfinden können. Dann werden wir aufhören, mit der Natur zu kämpfen. Wir werden uns ihrer Ganzheitlichkeit und Vollkommenheit bewußt, und zusammen mit ihr werden wir zum Zustand ihrer Vollkommenheit hinaufsteigen.
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Aus dem ersten Gespräch über die integrale Erziehung (Dr. Michael Laitman and Psychologe Anatoly Ulianov)
Frage: Ich kenne einige Menschen, die genau so leben, wie Sie vorher beschrieben haben. Es sind Menschen mittleren Alters, die sich so einen Kokon erschaffen haben. Wollen Sie sagen, dass auch sie in ihren vier Wänden wegen innerer Unruhe nicht mehr sorglos leben können?
Meine Antwort: Es gibt sowohl eine innere, als auch die äußere Unruhe. Die Welt befreit sich von aller überflüssigen Produktion, und mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen werden bald nicht mehr gebraucht. Sie werden sich in einem Zustand der absoluten Leere wiederfinden, weil sie an die jetzige Sklaverei gewöhnt sind.
So existiert praktisch die gesamte Erdbevölkerung. Man verlässt um 6 Uhr morgens das Haus, nimmt sein Kind mit (wenn man die Kinder hat), bringt es in den Kindergarten, fährt zur Arbeit, kehrt abends nach Hause zurück, muss unterwegs noch einkaufen und das Kind wieder abholen. Abends haben Eheleute dann etwa eine halbe Stunde Zeit, um das Kind zu versorgen, es ins Bett zu bringen, ein Fertiggericht zu essen – so vergehen die Tage.
Bald bekommen die Menschen viele freie Zeit, aber sie werden sich verloren fühlen, weil sie aus ihrem gewohnten Rahmen herausfallen. Das ist viel schlimmer! So ein innerer Zustand der Freiheit ist viel schwieriger zu ertragen als die Gefangenschaft.
Wenn ein solcher Mensch dann keine Füllung aus einer anderen Quelle empfängt, keine gewöhnlichen Grenzen, keinen Rahmen, keine bestimmten Verpflichtungen und Abhängigkeiten mehr verspürt, werden wir große Probleme haben.
Wir müssen verstehen, dass ein Mensch bald nur zwei bis drei Stunden seiner Zeit am Tag für alles Notwendige verbrauchen wird: Arbeit, Selbstversorgung und Kontakte. Die restliche Zeit, mindestens 20 Stunden, wird er sich selbst überlassen bleiben.
Um dieses System im Gleichgewicht zu halten, müssen wir alle: Soziologen, Politologen, Psychologen die Rahmenbedingungen neu erfinden, die die Menschheit braucht, um sich wieder engagiert und glücklich zu fühlen, um ihr volles inneres Spektrum an Gefühlen zu empfinden, was uns ein großartiges Lebensgefühl und sogar etwas darüber hinaus geben wird.
Es ist gar nicht so einfach, zurechtzukommen, wenn ein gewisser Rahmen und Verpflichtungen fehlen, kein Druck empfunden wird, wenn man nicht schwer arbeiten muss, um mehr zu verdienen und den Erfolg gerne den Nachbarn zu demonstrieren.
Wir werden eine völlig andere Einstellung zu uns selbst erhalten, zur Gesellschaft, zum Leben, das dann ein anderes Bewusstsein hervorruft. Es ist ein ganz kompliziertes System. Wir müssen vom gewünschten Endergebnis ausgehen, vor allem von den Rahmenbedingungen der Natur.
Die Natur wird uns zwingen, auf jegliche überflüssige Produktion zu verzichten. Die Mittelschicht wird dann praktisch ausradiert. Es bleiben nur die obere Schicht, die die Entscheidungen trifft, nicht so viele Beamten und ganz viele Arbeitslose. Nur 10% Erdbevölkerung werden arbeiten, um den Rest der Bevölkerung zu versorgen. Nur diese 10% werden gebraucht, und alle andere werden nicht mehr benötigt.
In der Wirklichkeit ist Menschheit dafür geschaffen, dass diese 90% etwas ganz anderes tun sollen: sich selbst vervollkommnen und eine richtige Verbindung zwischen allen erschaffen. Sie werden jene integrale, globale, harmonische und in sich geschlossene Umgebung schaffen, die die ganze Gesellschaft ins Gleichgewicht mit der Natur bringen wird. Erst dann wird unsere Existenz berechtigt sein.
Angenommen, es bleiben nur diese 10% der Bevölkerung übrig, die etwas produzieren. In diesem Fall wird das Ziel der Schöpfung nicht erreichbar. Das Ziel der Schöpfung besteht darin, dass alle Bestandteile der Natur: unbelebte, pflanzliche, tierische und menschliche, eine absolute Harmonie miteinander erreichen. Nur dann wird unser System vollständig ins Gleichgewicht kommen.
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Frage: Welche Kriterien zeichnen einen erfolgreichen Menschen in der Zukunft aus? In der gegenwärtigen Gesellschaft sind es das Vorhandensein eines gut gefüllten Bankkontos, eines Wagens, der Wohnung – welche Werte sind für die Integralgesellschaft wichtig?
Meine Antwort: In der Integralgesellschaft wird der Mensch der Zukunft entsprechend seiner Zusammenwirkung mit anderen Menschen erfüllt.
Es wird weiterhin eine absolut normale Befriedigung seiner physiologischen Bedürfnissen geben: Nahrung, Sex, und Familie. Mehr wird er auch nicht brauchen, weil die gesamte darüber hinausgehende Füllung infolge der gegenseitigen Integralverbindung geschehen wird.
Ein erfolgreicher Mensch ist derjenige, der sich mit anderen erfolgreich verbindet und darin die Füllung findet. Diese Füllung ist spirituell. Sie offenbart ihm ganz neue Verlangen, neue Instrumente, mit denen er seine Existenz als ewig und vollkommen empfinden kann.
Ich denke nicht, dass in der Gesellschaft solche Erfolgssymbole wie der Wagen, die Wohnung usw. bestehen bleiben werden. Die kommende Krise wird nicht schnell vorbei sein. Man sollte nicht hoffen, dass sie plötzlich verschwindet und alles wieder in Ordnung sein wird. Diese Krise wird uns zwingen, das System unserer Werte zu verändern, und wir werden allmählich auf alles verzichten, was für unsere gegenseitige Integralentwicklung nicht notwendig ist. So wird es sein.
Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 05.02.2012
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