Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Zauber der Heiligkeit

Die ganze Welt ist so aufgebaut, dass sie uns hilft, die spirituelle Welt zu erlangen. Wir durchlaufen von Generation zu Generation den Kreislauf des Lebens, um eines Tages unsere Bestimmung zu erreichen und in die Spiritualität einzutreten.

Das gesamte Ziel unserer Welt, alles, was in ihr geschieht, sowie die uns gegebene Natur, die wir unaufhörlich weiterentwickeln, sind ausschließlich darauf ausgerichtet.  Alle individuellen, allgemeinen Schwierigkeiten und Probleme sollen uns zum Spirituellen hinführen.

Zunächst muss klar unterschieden werden, was materiell und was spirituell ist – ein Punkt, in dem sich viele irren. „Materiell“ ist das Streben nach dem eigenen Vorteil, „Spirituell“ dagegen das Handeln zum Wohl des Nächsten, einschließlich des Schöpfers. Dieses einfache, klare und konkrete Verständnis muss uns ständig vor Augen stehen.

Von Natur aus sind wir nicht in der Lage, wirklich zum Wohl des Anderen zu handeln. Genauso ist es aber vorgesehen, damit wir die Notwendigkeit empfinden, um Hilfe zu bitten. Wir müssen den aufrichtigen Wunsch entwickeln, aus unserem Egoismus herauszutreten und zur Eigenschaft des Gebens zu gelangen – nicht, weil es uns in der Hingabe besser und im Egoismus schlechter gehen würde. Sonst tauschten wir nur ein egoistisches Ziel gegen ein anderes – und blieben dennoch im Materiellen verhaftet.

Das Spirituelle müssen wir um seiner selbst willen wollen, da es eine große, einzigartige, erhabene Eigenschaft ist, der wir mit Ehrfurcht begegnen. Wir streben danach, weil es uns plötzlich innerlich wichtig wird. In ihm liegt ein besonderer Zauber – der „Zauber der Heiligkeit“.

Das Spirituelle suchen wir nicht aus Eigennutz. Der Gedanke an einen Vorteil verschwindet mit der Zeit. Unter dem Einfluss von Oben beginnen wir uns zu wandeln und spüren, dass das Spirituelle für uns kostbar ist, dass es eine innere Anziehungskraft besitzt. Wir wollen in der Hingabe leben – nicht, um Probleme zu vermeiden, sondern aus reiner Wertschätzung gegenüber dieser Eigenschaft.

Aber warum ist dieser Weg so schwer? Warum lässt man uns die Hingabe nicht sofort erlangen? Warum empfangen wir sie nicht auf einmal, sondern nur langsam, Schritt für Schritt? Warum werden wir so sehr geprüft und ausgezehrt?

Damit wir auf allen Etappen dieses Weges ständig Hilfe brauchen und uns an den Schöpfer wenden.

So wie wir zuerst das Materielle gegen das Spirituelle eintauschen, so tauschen wir dann das Spirituelle gegen den Schöpfer ein. Für uns ist nicht die spirituelle Erkenntnis wichtig, sondern die Verbindung mit dem Schöpfer. Darin liegt der Grund für unseren langen Weg.

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Aus dem Unterricht zum Artikel „Die Gabe der Tora”

 



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Der Eseltreiber

Kommentar: Auf allen Stufen, bis zum Ende der Korrektur, offenbart sich uns eine besondere Kraft von der höheren Stufe, die den Menschen immer begleitet und ihm hilft, von einer Stufe zur nächsten Stufe aufzusteigen.

Denn ein Mensch, der sich auf einer bestimmten Stufe befindet, ist niemals in der Lage, aus eigener Kraft zur höheren Stufe aufzusteigen, da er nur über die Kraft jener Stufe verfügt, auf der er sich befindet. Hätte er schon die Kraft der höheren Stufe, befände er sich bereits dort.

Zwischen den einzelnen Stufen gibt es immer eine Art Zwischenglied, einen Vermittler auf dem Weg. Zwischen Tier und Mensch ist ein solcher Vermittler der Affe, zwischen Pflanze und Tier ein Seestern und so weiter“, so gibt es auch im Spirituellen solche Übergangsformen.

Der Mittler zwischen den Stufen im Spirituellen ist der „Eseltreiber“. Neben ihm gibt es andere „Engel“, also Kräfte, die uns auf unterschiedliche Weise helfen, von einem Zustand in einen anderen aufzusteigen.

Auch jetzt, wenn wir bestimmte Handlungen ausführen wollen, kommt immer eine höhere Kraft zu uns und hilft uns. Es spielt keine Rolle, wie wir sie nennen – umgebendes Licht oder Engel. Gerade diese Kraft führt uns voran und hilft uns, von einer Stufe zur nächsten aufzusteigen. Vom Untersten hängt nur der Wunsch, das dringende Bedürfnis ab, mit seinem „Esel“ danach zu streben, aufzusteigen, beinahe bereit zu sein und gleichzeitig klar erkennen, dass er aus eigener Kraft es nicht schafft. Deshalb nehmen die zwei Weisen, die sich auf den Weg machen, im Voraus einen Führer – einen „Eseltreiber”. Sie haben ihre Esel, sie tragen ihre Lasten, sie kennen ihr Ziel, sie brauchen jemanden, der sie leitet.

In der Regel kommt diese Hilfe von oben von Rabbi Hamnuna Saba (siehe „Einleitung zum Buch Sohar“ / Die Buchstaben des Rabbi Hamnuna Saba). Das ist eine sehr hohe Stufe, von der das höhere Licht kommt, um uns zu helfen – und sie wird „Eseltreiber” genannt.

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Aus dem Unterricht zum Buch Sohar

 



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Funken, die die Dunkelheit erhellen

Warum sollten wir auf dem Weg zur Heiligkeit, zur Offenbarung des Schöpfers, zur Anhaftung, zur Korrektur der gesamten Schöpfung, uns an unreine Wünsche, Klipot, nähren? Wozu sind sie notwendig? Wir müssen verstehen, dass der Schöpfer das Zerbrechen bewusst vorgenommen hat, um egoistische Wünsche und Wünsche des Gebens zu vermischen.

Während wir daran arbeiten, zu klären, was Unreinheit (Klipot) bedeutet und was Heiligkeit bedeutet und wie wir Heiligkeit aus den Klipot hervorbringen können, wachsen wir dadurch und erlangen Verstand, Sensibilität und Verständnis dafür, was der Schöpfer erschaffen hat: warum Er die Schöpfung schuf, die aus Licht und Dunkelheit, aus dem Wunsch zu genießen und dem Wunsch zu geben gewoben ist und wie wir das eine vom anderen trennen können.

Unser ganzes Leben ist eine Suche, Enttäuschungen, und Schwierigkeiten. All das, damit wir aus all diesen Reibungen zwischen Nehmen und Geben, zwischen Licht und Dunkelheit Funken gewinnen können. Einfach nur Licht oder nur Dunkelheit können uns nicht helfen, sondern nur wenn wir sie miteinander kollidieren lassen, als würden wir einen Stein gegen einen anderen schlagen und Funken sprühen lassen.

Genau diese Funken erfüllen uns und führen zu so hohen Erkenntnissen über die Materie hinaus, dass wir darin den Schöpfer zu erkennen beginnen. In der Schöpfung gibt es keine Möglichkeit, den Schöpfer direkt zu erfassen, Ihn zu verstehen und zu fühlen.

Doch gerade durch diese Reibung, die die Funken erzeugt, welche die Dunkelheit erhellen, können wir beginnen, den Weg zu verstehen, den der Schöpfer für uns vorbereitet hat. Wir durchlaufen viele schwierige Zustände und plötzlich blitzt in völliger Dunkelheit des Unverständnisses eine Erkenntnis auf, dann noch eine und noch eine, die es uns ermöglicht den Schöpfer zu erkennen.

Nachdem wir mehrere solcher Funken entzündet haben, spüren wir bereits, wie wir den Schöpfer und Seine Handlungen kennenlernen müssen.

(289112)

Aus dem Unterricht zum Artikel Nr. 36 aus dem Buch „Shamati“

 



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Vertraue deinem Herzen

Frage: Als Sie bei Rabash studierten, hat er Ihnen bestimmt gesagt: „Stell keine Fragen. Die Zeit wird kommen, und du wirst alles verstehen.“ Haben Sie damals geglaubt, dass Sie zur spirituellen Erkenntnis gelangen können?

Antwort: Es gibt so etwas wie „Glauben an die Weisen“, wenn ein Mensch keine andere Wahl hat, als an jene Menschen zu glauben, die die höhere Welt erkannt haben. Man kann sich entscheiden, entweder nicht zu glauben, die anderen zu überprüfen oder selbst etwas zu versuchen – das ist die eigene Entscheidung.

In unserer Welt befindet man sich in einem Schwebezustand. Es stellt sich die Frage: Wie wird man vorankommen? Mit dem Verstand? Dann wird man bis zum Ende seines Lebens ein Perpetuum mobile erfinden, von Schlag zu Schlag gehen, wie alle anderen Menschen oder wie alle möglichen Erfinder, Liebhaber oder Pflanzenzüchter.

Man hat keine andere Wahl, als seinem Herzen zu vertrauen: Was sagt es einem, woran man sich halten soll? Die Welt ist voller Weisen, die alle gegensätzlich sind und alle haben Recht und sind klüger als man selbst. Was kann man also tun? Man hat nur eines – sein Herz. Der Verstand ist mit wer weiß was vollgestopft! Das Herz ist auch verwirrt!

Deshalb muss man versuchen, in den verborgenen Winkeln seines Herzens, mit seinem ganzen Innersten zu spüren, wo die Wahrheit liegt, was man braucht. Man versucht dabei sich von allen möglichen Schichten, die das Leben einem auferlegt hat, zu befreien und in seinem Innersten zu spüren: Wo ist der eigene Weg? Vielleicht stellst man fest, dass man Meditation, Scientology, neue psychologische Erfindungen braucht, was auch immer. Oder man muss sich doch hier versuchen – in der Kabbala. Es ist das Herz, das dem Menschen seinen Platz weisen muss. Nichts anderes.

Nimm niemanden und nichts in Betracht. Unsere Welt hat bereits gelernt, dass es keine Schlaumeier gibt. Wenn man mit einem Klugscheißer spricht, wird man nach ein paar Tagen, wenn nicht sogar noch am selben Tag, im selben Gespräch, verstehen, dass all sein Wissen begrenzt ist, aus irgendwelchen Primärquellen stammt und auf Halbwahrheiten, Halbvermutungen und Halbglauben basiert.

Warum sollte man jemandem oder etwas vertrauen, das vom menschlichen Verstand erfunden wurde? Man sollte nur seinem Herzen vertrauen. Denn in Bezug auf das eigene Herz gibt es weder Kabbalisten noch Philosophen noch Buddhisten, niemanden. Vertraue dem, was in seiner Tiefe verborgen ist.

[329505]

Aus dem Gespräch „Mein Telefon klingelte. Dem Kabbalisten vertrauen“

 



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Die unendliche Welt: Der Schirm und das reflektierte Licht

Frage: Was ist das für ein Prinzip des „Schirms“ und des „reflektierten Lichts“? Warum ist die Schöpfung genau danach aufgebaut?

Antwort: Dieses Prinzip beschreibt den Egoismus, der beginnt, sich selbst zu widersprechen. Der Mensch erhebt sich über sein egoistisches Verlangen, um nicht mehr für den eigenen Vorteil zu handeln, sondern einzig und allein zu geben. Statt andere auszunutzen, strebt er danach, sich selbst in den Dienst am Nächsten zu stellen. Das wird als „Schirm“ und „reflektiertes Licht“ bezeichnet.

Frage: Warum ist es notwendig, ein solches System aufzubauen, um den Schöpfer zu offenbaren?

Antwort: Anders kann man den Schöpfer nicht empfinden. Der Mensch besitzt nicht dieselben Eigenschaften wie der Schöpfer. Alle Empfindungen – selbst in unserer materiellen Welt – beruhen auf der Ähnlichkeit zwischen dem Wahrnehmenden und dem Wahrgenommenen. Der Mensch kann nur das empfinden, wofür seine inneren Sinnesorgane ausgerichtet sind.

Unsere Sinne sind nicht auf Radiowellen eingestellt – deshalb nehmen wir sie nicht wahr. Sie reagieren nur auf Schallwellen – also nehmen wir diese wahr. Dasselbe gilt für alle anderen Sinne – das Sehen, Riechen, Fühlen usw.

Um den Schöpfer zu offenbaren, muss der Mensch die Eigenschaften des Gebens erlangen. Nur in der Ähnlichkeit der Form entsteht die Empfindung des Schöpfers.

Bemerkung: Aber alle alten Schriften beschreiben dieses System sehr detailliert das Sie mit zwei Worten zusammenfassen: Schirm und reflektiertes Licht?

Antwort: Diese Schriften sind nicht alt – sie sind zeitlos. Sie wurden lediglich vor langer Zeit niedergeschrieben, aber ihr Inhalt steht außerhalb der Zeit.

Sie vermitteln uns eine unermessliche Fülle an Weisheit – solch subtile und feine Nuancen, dass der Mensch sie sich kaum vorstellen kann.

Wenn wir heute gerade einmal in der Lage sind, zwei Begriffe zu fassen – „Schirm“ und „reflektiertes Licht“ –, dann werden sich diese Worte später mit einer wunderbaren, unendlichen Welt verbinden: mit all ihren Farben, Klängen, Gegensätzen, die sich zu einer vollkommenen Einheit vereinen.

Der Mensch wird ein ganzes Buch benötigen, um allein diese zwei Zustände in ihrer Tiefe zu beschreiben.

Tatsächlich gibt es nichts anderes. Unser Egoismus, über dem sich ein Schirm befindet, um ihn in die entgegengesetzte Richtung – zum Geben – zu benutzen, nennt man „reflektiertes Licht“. Und das ist milliardenfach größer als unsere Welt!

[345903]

Aus dem Gespräch „Mein Telefon hat geklingelt. Ein Bild des Schöpfers”

 



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Stufen der Hingabe der Seele

Wir haben keine eigenen Kräfte, weder positive noch negative, weder eine rechte noch linke Linie. Wir erhalten alles von oben und müssen daher ständig mit der höheren Kraft in Verbindung bleiben. Alles was ich habe, kommt von ihr und ich muss mich an die Mittellinie halten, das heißt, ihr treu zu bleiben.

Das bedeutet, dass ich alles der höheren Kraft zuschreibe und von ihr beide Kräfte, die linke und die rechte, sowie die gesamte Wissenschaft und alle Ratschläge empfange, die es mir ermöglichen, diese beiden Kräfte zu vereinen, damit sie sich in mir vermischen und beginnen, aus mir einen Menschen, Adam, zu formen.

Wir empfangen vom Schöpfer die egoistische Kraft und die Absicht zu Geben sowie die Methode, die es uns ermöglicht, dass eine mit dem anderen zu verbinden und aus uns ein Ebenbild des Schöpfers zu formen, der „Mensch“ genannt wird- Adam.

Das Wichtigste dabei ist, sich zu annullieren, um Kräfte und Absichten aus der höchsten Quelle vom Schöpfer zu empfangen. Indem wir die Materie (den Wunsch zu genießen) mit der Form der Materie (die Absicht zu geben) verbinden, bilden wir aus dieser Kraft des Empfangens und der Kraft des Gebens die mittlere Linie, die um das Geben willen empfängt- den Menschen, den Adam.

In unserem Inneren wird es die Kraft des Empfangens geben, mit der der Schöpfer uns erschaffen hat und die er nach und nach stufenweise hinzufügt. Wir müssen dieser Materie die Form des Gebens verleihen, die wir ebenfalls vom Schöpfer erhalten.

Die richtige Arbeit besteht darin, den Schöpfer um beide Kräfte zu bitten: die Kraft des Empfangens und die Kraft des Gebens, indem wir die Zeit beschleunigen, was als „sie heiligen“ bezeichnet wird. Dann schreiten wir in der mittleren Linie voran, korrigieren uns und wenden uns an den Schöpfer, noch bevor Er sich an uns wendet.

Durch die richtige Kombination der beiden gegensätzlichen Kräfte: der Kraft des Gebens und der Kraft des Empfangens, ohne das eine davon überwiegt, sondern indem wir ihre optimale Kombination in der mittleren Linie schaffen, gestalten wir uns selbst in der Form des Gebens. Gemäß diesem angenommenen Bild nähern wir uns mit unseren inneren Eigenschaften immer mehr dem Schöpfer an, identifizieren uns mit Ihm und verbinden uns mit Ihm, gelangen zu einer Umarmung und Einheit, einer grenzenlosen Verschmelzung.

All dies geschieht dank der Hingabe der Seele, denn wir haben nicht das Gefühl, dass wir irgendetwas Persönliches besitzen das frei von der Macht des Schöpfers ist. Wir wollen uns unter seiner vollständigen Macht befinden, denn das ist die Wahrheit. Nur ist sie vor uns verborgen und wir streben danach, sie zu enthüllen.

Auf jeder erreichten Stufe entdecken wir, dass der Schöpfer über uns herrscht. Als Ergebnis unserer eigenen Bemühungen wird offenbart, dass der Schöpfer uns erfüllt und uns keinen Freiraum lässt. All dies ist das Ergebnis der Hingabe der Seele, in dem Maße, in dem ich als Mensch bezeichnet werde.

Um die richtige Beziehung zum Schöpfer herzustellen, die als Hingabe der Seele bezeichnet wird, müssen wir zunächst dieselben Übungen im Zehner in Bezug auf unsere Freunde durchführen.

Der Schöpfer hat dieses Labor für uns geschaffen, damit wir dies praktisch spüren und verwirklichen können, indem wir Unterstützung und kritische Bewertung von den Anderen dafür erhalten, wie wir auf dem Weg zur Hingabe der Seele vorankommen. Wenn ich sehe, was mir fehlt, um dem Zehner treu zu sein, kann ich verstehen, was mir für die Hingabe an den Schöpfer fehlt.

Es gibt verschiedene Stufen der Hingabe, die zu Stufen einer spirituellen Leiter werden. Das Erfassen des Schöpfers erfolgt in dem Maße der Hingabe der Seele, die wir ihm gegenüber erreichen konnten.

Wenn wir nach Hingabe der Seele streben, richtet sie uns richtig auf den Schöpfer aus und gibt uns eine genaue Richtung vor, wie der Polarstern oder die Kompassnadel, die immer nach Norden zeigt, wohin wir uns immer bewegen müssen und woran wir uns überprüfen müssen.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Liebe bedeckt alle Sünden“

 



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Warum der Schöpfer und nicht Gott?

Frage: Warum nennen Sie den Schöpfer immer Schöpfer und nicht Gott?“

Antwort: Weil der Begriff „Gott“, der in allen Religionen, Glaubensrichtungen und Kulturen verwendet wird- oft verbunden mit ganz unterschiedlichen, manchmal widersprüchlichen Vorstellungen. Schöpfer hingegen steht für eine bestimmte, klare Bedeutung: Er ist die höchste, einzige, vollkommene Kraft, die uns zu einem bestimmten Zweck erschaffen hat. Gott gilt allgemein als etwas, das über uns steht und irgendwie das Weltgeschehen lenkt.

Der Schöpfer hingegen erschafft. In jedem Moment erschafft Er diese Welt, aufs Neue. Das macht Ihn zu einem viel persönlicheren Begriff.

Gott erscheint als etwas Entferntes, Abstraktes – als eine Existenz außerhalb von mir. Der Schöpfer dagegen ist eine Kraft, die mich verpflichtet, antreibt und etwas von mir erwartet.

Frage: Was erwartet er vom Menschen?

Antwort: Dass der Mensch beginnt, Korrekturen von Ihm zu fordern, dass er erkennt, wie vollständig er von dieser Kraft abhängig ist und nur der Schöpfer den Menschen in jenen Zustand führen kann, indem er Ihm ähnlicher wird.

Ich bitte Ihn – und Er tut es.
Stellen Sie sich das vor: Einerseits sind wir vollkommen machtlos, andererseits liegt die Lenkung der Realität genau in unserer Hand.

Frage: Das heißt, dass der Mensch selbst nichts tun kann?

Antwort: Ganz richtig – aber auch ohne den Menschen geschieht nichts. Man kann allein nichts bewirken, aber ohne zu bitten, zu fordern, zu zeigen, was fehlt – passiert auch nichts. Es ist eine Partnerschaft.

Frage: Wie bittet man den Schöpfer? Wie bringt man Ihn zum Handeln?

Antwort: Man zwingt Ihn! Es steht geschrieben: „Meine Söhne haben Mich besiegt.“ Erst durch diesen inneren Drang, dieses echte Verlangen, beginnen wir zu spüren, dass wir wirklich Seine Kinder sind und dass Er uns genau dafür erschaffen hat. Das ist,  im wahrsten Sinne, überwältigend.

Frage: Am Anfang haben Sie „nicht Gott“ gesagt, da Gott für alle Menschen eine eigene Vorstellung ist. Wollen Sie nicht, dass der Mensch diese Vorstellung hat?

Antwort: Ja, genau. Der Schöpfer ist der, der erschafft – ständig, in jedem Moment. Er belebt und erneuert unaufhörlich die gesamte Schöpfung.
Deshalb müssen wir jede Minute darauf reagieren, diese Kraft fühlen und das Wirken des Schöpfers in jedem Augenblick erkennen. Das hebräische Wort für Schöpfer – Bo-u-re – bedeutet: „Komm und sieh“. Es fordert zur aktiven Entdeckung auf. Es ist ein Begriff voller Bewegung, Entwicklung und innerem Fortschritt.

[298497]

Aus der Fernsehsendung „Nachrichten mit Michael Laitman“

 



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Gemeinsam besiegen wir die bösen Kräfte, die auf dem Weg zur Liebe stehen

In unserer Welt verläuft die ganze Arbeit an der Erkenntnis der Größe des Schöpfers, der spirituellen Eigenschaften, der Wichtigkeit des Ziels in der Gruppe. Das muss als Treibstoff für unser Vorankommen zur Wichtigkeit des Gebens und der Liebe dienen. Und natürlich werden wir spüren, dass wir uns verändern, dass in uns verschiedene Verschiebungen, Veränderungen zum Besseren, sprich in Richtung Geben stattfinden.

Doch zugleich offenbart sich uns die linke Linie: alle möglichen Enttäuschungen, Rückschläge, Probleme in Bezug auf die Gruppe, den Schöpfer, den Lehrer, die Methodik – auf alles, was wir mit der Erreichung des Ziels in Verbindung bringen. Und wenn wir die Wichtigkeit der Spiritualität in uns entwickelt haben, sehen wir den Pharao und alle Sünder, die sich in der linken Linie offenbaren – von dem Kleinsten bis zum Größten, wie die Tora sie beschreibt: Bileam, Balak und alle anderen.

Der Pharao oder die Schlange ist die allgemeine Bezeichnung für alle Sünder. Alle diese egoistischen Kräfte enthüllen sich in der linken Linie. Und das Wichtigste, was den Charakter dieser bösen Kräfte bestimmt, ist der Stolz, der sie fragen lässt: „Wozu braucht ihr die spirituelle Arbeit? Wer ist der Schöpfer, dass ich auf Ihn höre?“

Das ist der riesige menschliche Stolz, der sich gegen den Schöpfer erhebt und schreit: „Ich werde herrschen!“ Auf diese Weise offenbart sich das dem Menschen. Und in dem Maße, in dem er ihn korrigiert, beginnt er die Größe des Schöpfers zu erkennen und begreift dann, dass der Schöpfer gerade durch seine Bescheidenheit groß ist. Der Mensch beginnt, Bescheidenheit als die wichtigste Eigenschaft zu schätzen, denn sie bedeutet Vollkommenheit.

Doch die Bescheidenheit ist nur eine Stufe von Bina. Und später entsteht über ihr der Zusatz – das Geben auf der Grundlage der Bescheidenheit. Die Bescheidenheit des Menschen in Bezug auf die anderen zeigt sich in seiner Bereitschaft, ihnen zu dienen. Und dann erreicht er die „Liebe zum Nächsten wie zu sich selbst“ – die wahre Liebe.

[90244]

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel

 



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Bedingungen für die Offenbarung der Handlungen des Schöpfers

Wie können wir damit beginnen, den Schöpfer innerhalb der Verbindung mit den Freunden in der Zehnergruppe zu empfinden? Die Hauptarbeit besteht darin, alle Besonderheiten unserer Annäherung und Trennung auf der Gefühlslebene zu klären. Wenn wir praktisch versuchen, die richtigen Beziehungen zwischen den Freunden herzustellen, dann beginnen wir, innerhalb dieser Handlungen den Schöpfer zu spüren.

Wenn wir diese Anstrengungen nicht gemeinsam unternehmen, wie können wir dann den Schöpfer erschaffen? Es steht geschrieben: „Ihr habt mich erschaffen“, das bedeutet, dass wir den Schöpfer formen. Wir müssen uns so eng miteinander verbinden, dass wir beginnen zu verstehen, was „der Schöpfer“ wirklich bedeutet.

Der Schöpfer muss wie ein Legostein aus unseren Wünschen zusammengesetzt werden. Wenn wir trotz unserer gegenseitigen Abstoßung versuchen, uns darüber zu verbinden, dann werden wir, indem wir diese beiden Zustände zusammen herausfinden: Bruch und Verbindung, Trennung und Annäherung, anfangen zu erkennen, wer der Schöpfer ist, den wir als Ergebnis unserer Handlungen formen und aufbauen.

Wenn wir keine Zehnergruppe haben und somit keine Möglichkeit haben, den Schöpfer darin aufzubauen, dann gibt es keine Chance oder Hoffnung, dass Er sich jemals offenbaren wird. Wenn wir das Bild des Schöpfers nicht gemeinsam, mit unseren Freunden aus unseren „inneren Bausteinen“ zusammensetzen, können wir Ihn nicht offenbaren. Wir stehen unmittelbar vor der Möglichkeit, den Schöpfer zu erschaffen – und tun es nicht!

Der Schöpfer wird „komm und sieh“ (Bo-Re) genannt. Wenn wir unsere Einheit mit dem Wunsch und der Absicht gestalten, etwas Ganzes zu erschaffen, dann beginnen wir zu spüren, wie dieses gemeinsame Ganze zum Leben erwacht.

Stellen wir uns vor, wir nehmen aus der Natur unbelebte Teilchen, Atome, die nur aus positiven und negativen Ladungen bestehen – und verbinden sie miteinander. Plötzlich entsteht etwas Lebendiges und sich Entwickelndes. Die Atome verbinden sich so, dass eine organische Molekularlstruktur entsteht – lebendige Materie, in der das Geheimnis des Lebens verborgen liegt. In der DNA sind alle Grundlagen und Geheimnisse der Schöpfung enthalten. Aber woher stammt diese Lebenskraft?

Wie kommt es, dass sich leblose Teilchen – Protonen, Elektronen, Neutronen, Mesonen – so verbinden, dass in ihnen plötzlich eine Kraft erscheint, die wir „Leben“ nennen? Wir verstehen das nicht. Wir sehen nur, dass aus toten Bausteinen, wie man sie für ein Haus verwenden könnte, plötzlich etwas Lebendiges entsteht, das sich selbst formt und wächst.

In diesen Verbindungen erwacht die Kraft des Schöpfers – die Schöpfungskraft – und beginnt, alles miteinander zu verbinden. Unsere Aufgabe besteht lediglich darin, die Bedingungen dafür zu schaffen – also dem Schöpfer die Möglichkeit zu geben, sich zu offenbaren. Dann beginnt die Formung von selbst. Das ist der „Maase Bereschit“, der „Akt der Schöpfung“.

Deshalb liegt unsere Aufgabe nicht darin, in die Arbeit des Schöpfers einzugreifen, sondern darin, die richtigen Bedingungen für die Offenbarung der höheren Kraft zu schaffen.

[288453]

Aus dem Unterricht zum Artikel Nr. 19 aus dem Buch „Shamati“

 

 



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Wie kann man die Nacht zum Tag machen?

Frage: Sollten wir nach dem Tag des Schöpfers, d.h. nach seiner Offenbarung, streben?

Antwort: Natürlich sollten wir das. Der Schöpfer wünscht es und wir sollten es uns wünschen.

Frage: Wie können wir den Tag des Schöpfers so gestalten, dass er für uns nicht zur Nacht wird? Denn noch sind wir wie eine Fledermaus in einem egoistischen Verlangen gefangen.

Antwort: Das hängt nicht von deiner Erfahrung in der Kabbala ab, sondern nur von deiner Einstellung. Wenn du in einem bestimmten Zustand bist und die Nacht zum Tag verwandeln möchtest, solltest du einfach versuchen, dir vorzustellen, dass der Schöpfer jetzt vor dir steht, dass Er sich dir offenbart, dass Er möchte, dass du Ihn mit all deinen Sinnen wahrnimmst und Ihm dich Ihm annäherst.

Frage: Angenommen, ich habe ein Problem, etwas Unangenehmes in meinem Leben. Wie kann ich diesen Zustand der Nacht zum Tag machen?

Antwort: Dafür musst du dich dem Schöpfer zuwenden und versuchen, Ihn zu fühlen als ob das, was du jetzt spürst, von Ihm kommt. Die Frage ist dann, wie wir anfangen, den Schöpfer anstatt die Nacht zu spüren? Versuche es und du wirst sehen, dass es gar nicht so schwer ist.

[331364]

Aus dem Unterricht nach den Notizen von Rabash

 



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