Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Spirituelles Schlachtfeld

Frage: Was soll der Mensch tun, wenn er seinen eigenen bösen Trieb nicht spürt, oder im Gegenteil, wenn er ihn spürt, aber nichts dagegen hat, es sogar genießt und immer mehr empfangen möchte?

Antwort: Er muss eine innere Analyse durchführen. Alles in ihm, was ihn dem Ziel der Schöpfung näherbringt, ist sein guter Trieb. Alles, was ihn in irgendeiner Form vom Ziel der Schöpfung entfernt, ist der böse Trieb.

Der Mensch soll sich daher jeden Tag, vom Morgen bis zum Abend und auch am Ende des Tages, vorstellen, dass er unter der Herrschaft des guten Triebes steht. Darum geht es in seinem Tagesverlauf, das ist der Kampf, den er führt.

Frage: Es hieß, dass der Morgenunterricht ein Schlachtfeld ist. Aber tagsüber haben wir auch Seminare in Zehnern, Freundestreffen, Gruppenaktivitäten. Ist das ebenfalls Teil unseres Schlachtfeldes?

Antwort: Ja, das ist euer spirituelles Schlachtfeld. Ihr müsst euch nicht mit dem Feind auseinandersetzen, denn euer Kampf besteht darin, dass ihr euch miteinander verbindet, um dadurch eure tieferen, negativen Eigenschaften zu offenbaren. Genau das ist das Schlachtfeld.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Den Krieg gewinnen“, 20.06.2025.

 



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Von Angesicht zu Angesicht mit dem Feind

Wir müssen verstehen, dass unser Egoismus vom Schöpfer geschaffen und von Ihm gelenkt wird. Wir müssen unsererseits gegen unseren bösen Trieb kämpfen, versuchen, ihn der Lenkung des Schöpfers zu entziehen und diesen Kampf nicht aufgeben, bis wir die Möglichkeit haben, ihn zu gewinnen.

Der böse Trieb handelt immer gegen den Schöpfer und versucht, Ihn vor uns zu verbergen. Der Mensch muss sich vorstellen, dass er die ganze Zeit dem Feind, seinem bösen Trieb, gegenübersteht.

Selbst wenn er dem Egoismus verfällt, versucht er, ihm zu entkommen und ihn danach zu besiegen. Das heißt, dass er in jedem noch so schwierigen Zustand, den er durchläuft, versucht, den wahren Feind zu erkennen.

Unser ganzer Fortschritt besteht darin, dass wir immer mehr Kraft erhalten, unseren bösen Trieb zu beherrschen. Deshalb müssen wir unser Bestes für diesen Sieg unternehmen, indem wir mit diesem Gedanken schlafen gehen und aufwachen.

Wir müssen versuchen, diesen bösen Trieb zu identifizieren, die Kraft, die uns daran hindert, uns dem Schöpfer anzunähern, uns mit ihm zu verbinden und den Schöpfer bitten, uns zu helfen, diesen Feind zu besiegen. Darum geht es im Krieg.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Den Krieg gewinnen“, 19.06.2025.

 



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Wofür betet ein Kabbalist, wenn es in der Welt Krieg gibt?

Kommentar: Ich werde gefragt, wofür betet ein Kabbalist, wenn es in der Welt Krieg gibt? Der Kabbalist weiß, dass der wahre Krieg nicht irgendwo in der Welt stattfindet, sondern in unseren Herzen. Deshalb bittet er im Gebet darum, dass dieser innere Krieg aufhört – dass wir den Hass, der uns trennt, verabscheuen und versuchen, uns wie ein Mensch mit einem Herzen zu verbinden. Nur so können wir diesen Krieg überwinden.

Der Sinn des Krieges ist es, die Größe des Schöpfers zu offenbaren und ihn über alle anderen Ziele und Verbindungen, die jeder von uns verfolgt, zu erheben. Erst wenn sich in uns, unseren Herzen eine echte Verbindung zueinander entfaltet, können wir sicher sein, dass wir unseren bösen Trieb besiegt haben.

Wenn der Krieg nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich, in der materiellen Welt stattfindet, dann bleibt uns keine andere Wahl, als die gute Beziehung zwischen uns zu offenbaren, indem wir herausfinden, was uns alle daran hindert, uns als ein Mensch mit einem Herzen zu verbinden.

Auf jeder Stufe sind viele Kräfte am Werk, die uns voneinander entfernen und unsere Verbindung erschweren. Wir müssen sie bekämpfen und nach den Kräften suchen, die uns helfen, einander näher zu kommen und uns zu verbinden, indem wir die Kräfte des Krieges besiegen.

Jede Kraft des Krieges zielt darauf ab, uns zu trennen und zu isolieren. Doch wenn der Mensch nicht mit anderen verbunden ist, dann hat er überhaupt keine Kraft, eine totale Null. Denn die Stärke eines Menschen ist eine Folge seiner Verbindung mit anderen. Trennt er sich davon, bleibt nur Leere. Deshalb müssen wir unablässig an die Einheit denken und für sie kämpfen.

Wenn wir echten Frieden in der Welt wollen, müssen wir uns vorstellen, dass wir alle in einer so engen Verbindung miteinander stehen, dass sie den Schöpfer dazu bewegt, sich in unserer Mitte zu offenbaren. So überwinden wir Schritt für Schritt die trennenden Kräfte – bis wir schließlich erkennen, dass wir alle miteinander verbunden sind und der Schöpfer im Zentrum unserer Einheit wohnt.

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Aus dem Unterricht zum Thema „Siegen im Krieg“,

 



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Wenn wir den Schöpfer empfinden wollen

In der Schatzkammer des Schöpfers gibt es alles – außer der Ehrfurcht vor dem Schöpfer. Diese müssen wir selbst in uns erzeugen. Das bedeutet, dass wir unser egoistisches Verlangen in Furcht verwandeln müssen – aus dem Verständnis heraus, dass wir niemals zur Eigenschaft des Gebens gelangen werden, wenn der Schöpfer uns kein Kli (Gefäß) dafür baut.

Es gibt viele Arten von Angst: Einer fürchtet sich vor der Bank wegen großer Schulden, ein anderer hat sich danebenbenommen und hat Angst vor der Polizei. Und alle von uns fürchten sich vor der Meinung der Gesellschaft, vor dem, was andere über uns sagen könnten. Wir sind in strenge Rahmenbedingungen gepresst, die uns die Regeln des Lebens diktieren – und innerhalb dieser leben wir.

Doch gerade dieser Druck – von der unbelebten Natur, der pflanzlichen und tierischen Welt und den Menschen – ist es, der uns das Gefühl gibt, lebendig zu sein. Wenn ich ihre Reaktionen nicht spüren würde, würde ich auch diese Welt nicht empfinden. Einerseits bedrückt mich dieser Druck durch mein Umfeld, andererseits bestimmt gerade dieser Druck den Ort meines Daseins – sonst würde ich ihn gar nicht spüren.

Wenn wir also den Schöpfer empfinden wollen, müssen wir spüren, wie Er Druck auf uns ausübt – und in welchem Maß wir im Gegenzug auf Ihn einwirken können. Das bedeutet, eine gegenseitige Verbindung mit Ihm einzugehen.

Wir fürchten uns vor allem Möglichen: vor Problemen in der Schule, in die unser Kind geht, vor Polizei, Ärzten, Vorgesetzten bei der Arbeit, vor den Krankheiten und tausend weiteren möglichen Unannehmlichkeiten. Doch wir merken nicht einmal, wie sehr uns diese Angst lebendig macht.

Denn im Grunde genommen treibt uns nur ein primitives Verlangen an: das Verlangen nach Genuss, das Verlangen, zu empfangen. Und wenn wir spüren, wie das Umfeld ständig Druck auf uns ausübt und uns formt, dann fühlen wir uns lebendig in dieser Welt.

Wenn wir aber in einer anderen, höheren Welt leben wollen, müssen wir in uns Kelim (Gefäße) für deren Wahrnehmung entwickeln. In unserer Welt fürchten wir uns vor der unbelebten Natur (Klima, Stürme usw.), vor der pflanzlichen Natur (Ernte, Nahrung), vor Tieren und Menschen. Letztlich empfinden wir uns als lebendig durch Angst und Druck, die wir von außen spüren – und merken es nicht einmal.

Diese Angst bestimmt unser ganzes Bild vom Leben, die Form der Welt, des Daseins. Wenn der Druck durch das Umfeld verschwinden würde, wenn ich nicht mehr spüren würde, dass ich andere brauche, sie will oder mich vor ihnen fürchte – dann würde ich die Realität nicht mehr fühlen. Und genau deshalb spüren wir den Schöpfer nicht. Wir müssen in uns Furcht oder Empfindsamkeit gegenüber dem Schöpfer entwickeln.

Wenn ich eine andere Realität spüren will – die als Höhere Welt bezeichnet wird, also die Welten Assija, Yezira, Brija, Azilut, Adam Kadmon, die Welt der Unendlichkeit –, dann muss ich mich jedes Mal verändern und mich fragen, welche Verlangen, welche Ängste und welche Klärungen ich gegenüber der äußeren Umgebung haben sollte.

Die Kabbalisten sagen: Wir haben keinen Grund zur Sorge, denn der Schöpfer ist gut und tut Gutes. Es gibt also nichts, wovor wir uns fürchten müssten. Nur eines ist entscheidend: Wenn wir Seine Güte empfinden wollen, müssen wir ein entsprechendes Kli erschaffen – den Wunsch, Ihm Gutes zu tun. Dann, gemäß der Ähnlichkeit unserer Eigenschaften, werden wir den Schöpfer empfinden und erkennen, dass es keinen besseren Zustand als diesen gibt. Er wird uns Sicherheit, Genuss, Erfüllung bringen – wir müssen dem Schöpfer nur wohlwollend begegnen.

Das Kli, um die Höhere Welt, den Schöpfer, zu spüren, ist die Ehrfurcht vor dem Schöpfer. Doch eigentlich habe ich nichts, wovor ich mich vor dem Schöpfer fürchten müsste – denn Er wird mir nichts Böses tun. Nur ich selbst schade mir durch meinen Egoismus. Je nachdem, ob ich den bösen oder den guten Trieb wähle, wird mir das Licht, das vom Schöpfer kommt, als Licht oder als Dunkelheit erscheinen. Alles hängt von mir ab.

Wenn ich mit einem passenden Kli in die Schatzkammer des Königs eintrete, kann ich darin einen Teil des Lichts empfangen – und jedes Mal mehr. Der Schöpfer wünscht sich, dass wir Seine ganze Schatzkammer, das gesamte unendliche Licht, in uns aufnehmen – also die Stufen der Leiter bis zur Welt der Unendlichkeit aufsteigen.

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Aus einem Unterricht zum Artikel Shamati 38.



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Der Faden aus der Unendlichkeit                                   

Die Kabbalisten schreiben, dass sich der Schöpfer in der Verbindung zwischen uns, im Zentrum der Gruppe, offenbart. Und alles, was zwischen uns, im Zentrum unserer Gruppe geschieht, wird für uns auf der höchsten Stufe wahrgenommen, die „der Schöpfer“ genannt wird.

Wir befinden uns auf einer spirituellen Leiter, auf der wir zur nächsthöheren Stufe aufsteigen müssen, und dann noch höher und noch höher, immer weiter. Wir erhalten ständig Anweisungen, Licht, Signale und Erweckungen von einer höheren Stufe.

Deshalb muss man danach streben, eine Verbindung zur höheren Stufe herzustellen und sich in sie einschließen. Diese Verbindung wird durch die Größe der höheren Stufe erreicht.

Die höhere Stufe gilt im Verhältnis zur niedrigeren Stufe immer als der Schöpfer im Verhältnis zum Geschöpf. Denn wir sind auf diesen Stufen von der Welt der Unendlichkeit über die Parzufim von Galgalta, AB, SAG, bis zur Stufe dieser Welt hinabgestiegen: über fünf Welten, fünf Parzufim in jeder Welt und fünf Sefirot in jedem Parzuf – insgesamt 5x5x5=125 Stufen.

Über dieselben Stufen steigt man wieder auf. Jedes Mal wird eine höhere Stufe im Verhältnis zur niedrigeren als „der Schöpfer“ bezeichnet. Erstens, da sie beim Abstieg von oben nach unten die niedrigere Stufe hervorgebracht hat. Zweitens, da man durch sie wieder aufsteigen kann, indem man, den Schöpfer (hebräisch: bo-re), „komme und siehe“ erkennt. Von dort aus kann man noch höher aufsteigen und so voranschreiten.

Für jede Zehnergruppe gibt es einen Faden, der von der Welt der Unendlichkeit zu ihr gezogen ist. Entlang dieses Fadens muss man bis zur Welt der Unendlichkeit aufsteigen, bis zum Ende der Korrektur.

Wenn man den Ratschlägen der Kabbalisten folgt, steiget man von Stufe zu Stufe auf: von Malchut zu Bina, und erneut von Malchut zu Bina.

Die untere Stufe wird Malchut genannt im Verhältnis zur höheren Stufe, die Bina heißt. Die aufsteigende Kraft wird „Glaube über dem Verstand“ genannt – die Kraft des Gebens, die Kraft von Bina über der Kraft von Malchut, dem Verlangen zu empfangen. Wenn man das Verlangen zu geben, die Verbindung zwischen Freunden, bevorzugt, dann kann man von Malchut zu Bina aufsteigen – von der unteren Stufe zur höheren.

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Aus dem Unterricht zum Artikel „Shamati“ Nr. 14

 



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Welches Gefäß eignet sich für das Licht?

Der Schöpfer erfüllt alles, Er ist überall. Wir befinden uns im Ozean des höheren Lichts, der höheren Kraft, die gut ist und alles durchdringt. Doch wir können sie nur in dem Maße spüren, wie wir ein geeignetes Kli, ein Gefäß, dafür haben. Denn man kann nicht mit einem Sack, der für Mehl gedacht ist, Wasser schöpfen. Was für ein Kli ist also geeignet, um den Schöpfer zu spüren, die höhere Kraft wahrzunehmen und sie sogar zu messen?

Dieses spirituelle Gefäß ist die Furcht. Stattdessen bringen wir jedoch ein Kli, das völlig ungeeignet ist für die Offenbarung des Schöpfers, und deshalb leben wir in Dunkelheit. Das einzige Problem liegt im Gefäß, denn der Schöpfer erfüllt die gesamte Realität. Es gibt nichts außer dem Schöpfer – Er ist die gemeinsame Kraft der Natur.

Die ganze Freude des Schöpfers besteht darin, sich den Geschöpfen zu offenbaren, denn nur so kann Er ihnen Genuss schenken. Im Moment wirkt Er im Verborgenen auf uns ein, was Ihm jedoch keine Freude bereitet. Deshalb wollen wir den Schöpfer offenbaren und von Ihm erfüllt werden – um Ihm Freude zu bereiten. Das bedeutet: Wir sehnen uns nicht danach, das höhere Licht in uns selbst zu empfangen, sondern wir möchten dem Schöpfer die Möglichkeit geben, uns zu erfüllen.

Wir wollen unsere Liebe zum Schöpfer ausdrücken, damit Er Seine Liebe zu den Geschöpfen offenbaren kann. All das geschieht durch die gegenseitige Kraft des Gebens – durch das reflektierte Licht von Seiten der Geschöpfe und durch das direkte Licht von Seiten des Schöpfers.

Deshalb müssen wir ein Gefäß für die Offenbarung des Schöpfers aufbauen, das „Furcht vor dem Schöpfer“ genannt wird. Das heißt, wir fürchten, Ihm nicht die Bedingungen geben zu können, um uns zu erfüllen.

Wir möchten uns dem Schöpfer hingeben, damit Er uns erfüllt, sich an uns erfreut und mit uns macht, was Er will. Deshalb beschränken wir zuerst unser Ego, den Willen, Genuss für uns selbst zu empfangen, und geben uns dann dem Schöpfer hin – im Glauben über dem Verstand. In dem Maße wird der Schöpfer unser Kli korrigieren und es füllen können.

Der Schöpfer weiß, wie Er uns in ein Gefäß verwandeln kann, das für Sein Licht geeignet ist. Das ist überhaupt nicht einfach, denn es gibt viele verschiedene Lichter, für die jeweils unterschiedliche Gefäße nötig sind – so wie man für Wasser, Mehl und Getreide jeweils andere Behälter braucht. Für jede Füllung gibt es ein geeignetes Gefäß, und wir selbst sind nicht in der Lage, es zu erschaffen; nur der Schöpfer kann das. Doch Er wird es in dem Maße tun, wie wir uns selbst annullieren.

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Aus dem täglichen Unterricht zum Artikel vom Baal HaSulam, Shamati 38, „Die Furcht vor dem Schöpfer ist sein Schatz“.



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„Nach seinem Schatten sehnte ich mich“

Artikel „Was ist der Unterschied zwischen dem Schatten der Heiligkeit und dem von Sitra Achra?

(„Shamati“, Nr. 8): Der Schatten der Klipa heißt: „Ein anderer Gott ist unfruchtbar und kann keine Früchte tragen“, während es über die Heiligkeit (Kedusha) heißt: „Seinen Schatten begehrte ich, und ich sitze, und seine Frucht ist für meinen Gaumen süß“, das heißt, er sagt, dass alle Verhüllungen und Leiden, die er verspürt, aus dem Grunde kommen, dass der Schöpfer ihm diese Zustände schickte, damit er Raum haben würde, Arbeit über dem Verstand zu verrichten.

Schließlich will er um das Geben willen arbeiten, also um dem Schöpfer Freude zu bereiten und deshalb fühlt er bei dieser Arbeit keinen Nachteil – er ist mit der Lenkung des Schöpfers einverstanden und nimmt mit ganzem Herzen und ganzer Seele das Gefühl der Wirklichkeit an, das der Schöpfer ihm bei dieser Arbeit geben will. Er schaut nicht auf das, was er selbst genießen könnte – sondern sucht danach, womit er dem Schöpfer Freude bereiten kann. Und so kommt es, dass ein solcher Schatten ihm Leben schenkt.

Glaube über dem Verstand bedeutet, alles, was einem widerfährt, als vom Schöpfer gesandt wahrzunehmen, als die einzige Kraft, außer der es nichts gibt. Sie ist gut und Gutes tuend, auch wenn man etwas anderes empfindet.

Die ganze Arbeit besteht darin, zu erkennen, dass wir nichts tun und nichts tun wollen: weder äußerlich, noch innerlich, weder mit unseren Händen, noch mit unseren Füßen, weder mit Werkzeugen dieser Welt, noch mit unseren inneren Wünschen und Gedanken, sondern mit allem einverstanden sind, was wir im Augenblick haben. Dieser Moment wird Ende der Korrektur genannt.

Bis wir ein solches Gefühl erreicht haben, dass wir uns im besten Zustand befinden, unter der Kontrolle einer guten Kraft, die sowohl den Sündern als auch den Gerechten Gutes bringt, wird es Schatten in der Welt geben.

Der Schöpfer wird uns solange in solche Zustände bringen, bis wir das Verlangen verspüren, sie zu verändern. Zuerst wollen wir die Welt ändern, dann wollen wir uns selbst ändern. Doch am Ende verstehen wir, dass unsere ganze Arbeit genau das Gegenteil ist: unsere Einstellung und Wahrnehmung gegenüber der höheren Lenkung, dem Herrn der Welt, zu verändern – damit wir uns nach seinem Schatten sehnen.

Alles, was wir empfangen wird für uns begehrenswert, auch wenn es in einer unangenehmen Form kommt – schließlich ist es ein Schatten, eine Verhüllung. Doch wir arbeiten über dem Verstand hinaus, damit diese Früchte für uns süß werden. Darin besteht unsere ganze Korrektur.

Alles beginnt damit, dass wir alles was geschieht, als vom Schöpfer kommend wahrnehmen – nicht als leere Worte, sondern im Inneren spürbar. Man muss den Schöpfer nicht bitten sich zu offenbaren, sondern nur in der Lage sein zu erkennen, dass alles von ihm kommt. Dann wird es für den Menschen sehr angenehm sein, mit dem Glauben über dem Verstand zu arbeiten und alle schlechten Zustände als die Besten, die Unangenehmen als Angenehme zu akzeptieren – bis sie ihm alle süß sind.

Das bedeutet, dass er den Glauben erlangt hat. Es ändert sich absolut nichts in der Welt, nur die vollkommene Lenkung des Schöpfers wird dem Menschen offenbart. Das allein macht diese Welt zu einer höheren, vollkommeneren Welt.

Es stellt sich heraus, dass keine äußeren Veränderungen notwendig sind – es ist keine Arbeit erforderlich: weder äußerliche, materielle, mit Händen und Füßen, noch solche Arbeit, wie wir sie uns unter spiritueller Arbeit vorstellen. Letztlich läuft alles auf einen Zustand hinaus: den Kontakt des Menschen mit der verhüllten Lenkung. Er möchte diesen Kontakt ständig aufrechterhalten und verlangt keine Veränderung: Er möchte in der Verhüllung bleiben.

Davor bat er um die Offenbarung, doch nun will er die Verhüllung bewahren. All seine Energie, mit der er nach Offenbarung suchte, all sein Verlangen, wendet er im Gegenteil dazu an, sie zu verhindern. Schließlich kann die Offenbarung all sein selbstloses Streben, seine ganze Beziehung zum Schöpfer zunichtemachen, ihn seiner Arbeit über dem Verstand berauben. Deshalb möchte er das Maß der Entfernung, der Sehnsucht, die er empfunden hat, bewahren, um ständig mit dem Schöpfer verbunden zu sein.

[113293]

Aus der Unterrichtsvorbereitung

 



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In die Welt der Absichten eintreten

Frage: Warum sagten Sie, dass sich der Raum der Absichten am Anfang wie der Tod anfühlt und dann wie das Leben?

Antwort: Die Schwierigkeit besteht darin, rund um die Uhr mit den Gedanken an den Schöpfer zu leben – das wirkt ermüdend, man erkennt zunächst weder Sinn noch Nutzen.

Dem Menschen fehlt ein innerer Halt: Der Schöpfer ist ihm (noch) nicht offenbart worden. Er spürt nicht, dass die Beziehung zu Ihm das eigentliche Leben ist. Sie erfüllt ihn nicht; er lebt nicht in einer Wirklichkeit, in der er ständig mit dem Schöpfer verbunden ist. 

Die materielle Welt erscheint ihm weiterhin lebendig – voller Menschen, voller Ereignisse. Mit zunehmender Entwicklung erkennt er jedoch: Diese Welt ist leblos wie Stein. Die Menschen darin handeln nicht aus freiem Willen; sie sind nur Wirkungen von Kräften, nicht deren Ursprung.

Tritt der Mensch in die Welt der Absicht ein- denn alle spirituellen Welten, von

Assija, Brija, Jezira und Azilut bis Adam Kadmon und sogar die Unendlichkeit, bestehen aus Absichten –, beginnt er das wahre Leben zu empfinden: ein ewiges, vollkommenes Dasein, das unbegrenzt Entwicklung‑, Erkenntnis‑ und Verwirklichungsmöglichkeiten birgt. Nichts ist ihm von außen auferlegt; alles hängt allein von ihm ab. Das ist das wahre Leben. 

Doch solange er noch außerhalb dieser Welt der Absicht steht, wirkt der ständige Gedanke an den Schöpfer – die Fragen „Wie soll ich an Ihn denken? Was will Er von mir?“ – fast erdrückend, wie ein innerer Tod. Was der Schöpfer von ihm verlangt, fühlt sich leer und schwer an, da er darin noch keine Erfüllung, keine Lebenskraft spürt.

[345177]

Aus dem Unterricht zum Artikel „Bürgschaft“

 



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Die verborgene Kraft der Tora

Frage: Kann man sagen, dass die großen Kabbalisten, die eine Verbindung zwischen dem Schöpfer und der Schöpfung erlangt haben und Bücher für uns verfassten, somit die Methode schufen, die man Tora nennt?

Antwort: Diese großen Kabbalisten haben Bücher für uns geschrieben. Es sind keine gewöhnlichen Bücher, sondern eine Offenbarung der Verbindung zwischen ihnen und dem Schöpfer. Sie gaben uns die Möglichkeit, diese Verbindung durch Buchstaben und Worte auf Papier geschrieben, zu begreifen, an dieser Verbindung teilzuhaben- so können wir auch ein Teil dieser Verbindung werden.

Denn was ist schon ein Buch mit dem darin geschriebenen Wort? Ohne ein inneres Verständnis ist es wie für ein Baby das etwas berührt, dessen Bedeutung es noch nicht versteht.  Doch wenn der Mensch sich durch das Buch mit den Kabbalisten verbinden möchte, beginnt er bereits, die spirituelle Kraft zu nutzen, die sie durch ihre Verbindung erschaffen haben.

In diesem Sinn haben sie die Tora erschaffen. Tatsächlich wurde die Tora gegeben, um den Egoismus genau durch diese Kabbalisten und die besonderen Seelen zu korrigieren, die uns auf diese Gelegenheit vorbereitet haben: die Verbindung zwischen ihnen. Hätten sie nicht gehandelt, wären wir selbst nicht in der Lage gewesen, die Korrektur zu erreichen, keine Verbindung zwischen uns aufzubauen, um das Licht zu erwecken, das zur Quelle zurückführt.  

Es gilt ein einfaches physikalisches Gesetz: Wenn man die Eigenschaft des Gebens hat, leuchtet in einem das Licht; wenn man die Eigenschaft des Gebens nicht hat, leuchtet kein Licht in einem.

Deshalb ist es entscheidend, die Weisheit der Kabbala durch authentische Bücher zu studieren. Ohne dieses Studium kann der Mensch das korrigierende Licht nicht erreichen.

Er kann zwar Beziehungen zu anderen Menschen aufbauen und versuchen, eine schöne Welt zu schaffen – aber er wird nicht die Kraft des Lichts, die Kraft der Korrektur erhalten. Er muss mit dem System verbunden sein das die wahren Bücher nutzt, die Gruppe, das Verständnis, die Verbindung gemäß den Anweisungen der Kabbalisten. Andernfalls ist es unmöglich, zur Korrektur zu gelangen.

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Bis die Gewohnheit zur zweiten Natur wird

Wir müssen uns ständig, jeden Tag, nach oben arbeiten und auf diese Weise alle Probleme überwinden.

Wenn man Gefallen an etwas findet, fällt es leichter, eine Gewohnheit zu entwickeln. Um auf den Geschmack des Gebens zu kommen, muss man sich an die Freunde festhalten, mit ihnen darüber reden, diskutieren, und dann wird man verstehen, wie man leichter eine höhere Stufe erreichen kann.

Das Ergebnis einer Gewohnheit sollen eine gute Verbindung und Zuneigung sein.

Frage: Ich habe das Gefühl, dass ich nur aus Gewohnheit, zum Unterricht und zu den Treffen gehe, aber es ist, als ob das noch kein wirkliches Verlangen wäre.

Antwort: Das ist richtig. Das wird so bleiben, bis dir der Sinn dieser Handlungen klar wird.

Du musst weitermachen, bis die Gewohnheit zur zweiten Natur wird.

[316601]

Aus dem Unterricht zum Thema „Gewohnheit wird zur zweiten Natur“

 



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