Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Freue dich über doppelte Arbeit

Es gibt eine Bedingung: „Wenn du Mich für einen Tag verlässt, werde ich dich für zwei Tage verlassen.“ Ähnlich heißt es, dass der Höchste, indem er eine Maßnahme offenbart, doppelt so viel verbirgt – denn dies sind die notwendigen Bedingungen für die Schaffung eines spirituellen Gefäßes.

Dem Menschen wird absichtlich die Möglichkeit gegeben, einen Fehler zu begehen, was als „den Schöpfer für einen Tag verlassen“ bezeichnet wird. Dann ist er gezwungen, zwei Tage lang zu arbeiten und dies zu korrigieren. Das heißt, er steigt von der Stufe ab, auf der er sich befand, fällt und begeht eine Sünde. Aber er fällt bereits auf die schlimmere Stufe – nicht auf die egoistische Stufe, die derjenigen entgegengesetzt ist, auf der er sich befand, sondern noch eine Stufe tiefer – nicht auf die erste Minusstufe (-1), sondern auf die zweite Minusstufe (-2). Dann muss er auf die +2. Stufe steigen.

Wenn er endlich die +2. Stufe erreicht, fällt er auf die Minus-3. Stufe und muss sich auf die +3. Stufe erheben. So verläuft unser spiritueller Fortschritt, deshalb sind solche Handlungen nur zu unserem Vorteil, wenn wir fallen und dann doppelt so hart arbeiten müssen. Das Wichtigste ist, die Kraft nicht zu verlieren, die es uns ermöglicht, durchzuhalten – denn man sieht, dass man keine Belohnung erhält. Deshalb müssen wir jedes Mal versuchen, eine immer höhere Belohnung für uns zu finden, die immer weiter vom materiellen Leben entfernt ist. Man muss lernen, seine Belohnung im Verhältnis zum allgemeinen Nutzen zu messen: inwieweit unsere Arbeit nicht uns selbst, sondern der Gesellschaft zugutekommt. Der Mensch sollte sich bemühen, dass das Licht, das zur Quelle zurückführt, ihn zu einer inneren Haltung führt, durch die er immer mehr „Treibstoff“ für seine Arbeit erhält – eine Arbeit, deren Früchte nicht er selbst, sondern die anderen empfangen. Daran misst sich unser Fortschritt.

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Aus dem Unterricht über einen Artikel aus dem Buch „Shamati“,

 



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MAN, das alles enthält

Frage: Wir müssen MAN (Gebet) erheben. Ist das eine Handlung im Verlangen?

Antwort: MAN bedeutet, dass ich um die Kraft des Gebens bitte. Ich wende mich an die Bina aus der Malchut heraus und bitte die Bina um die Fähigkeit zu geben.

Ich muss aber einen Zustand erreichen, in dem ich von diesem Gebet (MAN) erfüllt bin, und das genügt mir; ich erfahre die Freude, MAN erheben zu können.

Wie wird dieser Zustand in der Tora beschrieben? Du trittst ins Tageslicht. Tag ist für dich, wenn du nichts hast, wenn du durch die Wüste wanderst und MAN suchst – den Wunsch zu geben – und wenn du ihn findest, belebt er dich und erfüllt all deine Geschmäcker. Alles, was du dir wünschst, ist in ihm enthalten.

Was ist aber dieser Geschmack? Woher kommt er? Was ist dieses MAN? Es kommt von Bina zu dir, und dann genügt dir alleine die Möglichkeit, den Schöpfer zu fragen: „Ich habe eine Verbindung zu Ihm. Ich kann Ihn fragen. Und ich brauche nichts weiter.“

Möchte ich aber nicht ein Verlangen haben, in dem ich den Schöpfer offenbare? Nein. Ich bin schon mit dem bloßen Streben nach Ihm zufrieden. Das ist jetzt meine Erfüllung. Die Verbindung mit dem Schöpfer durch die Gruppe erfüllt mich.

Aber was für eine Verbindung? Woher bekommst du etwas? Du hast nichts. Kann ich mich auf diese Weise an Ihn wenden? – Das ist ausreichend. Das nennt man „Wandern durch die Wüste“, das Erlangen der Eigenschaft von „Chafez Chessed“ (wunschloses Glücklichsein).

Schließlich hast du in der Wüste nichts; du begehrst wahrhaftig nichts für dich selbst. Doch dieses Erlangen der Korrektur durch die Eigenschaft des Gebens ist Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, und darin liegt deine Erfüllung.

[#15237]

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                    



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Der Mensch hört mit dem Herzen

Kommentar: Das Geheimnis liegt in einer besonderen Kombination von Klängen, die das Herz berühren. Man muss sich darüber Gedanken machen, dass zuerst das Herz angesprochen wird und erst dann das Ohr hört. Das ist das Entscheidende, und kaum jemand weiß das.

Frage: Das heißt, es geht vom Herzen zum Ohr – und dann zu allem anderen? Vom Herzen aus?

Antwort: So verhält es sich nicht nur mit musikalischen Instrumenten, sondern mit jedem Klang, mit jedem Wort. Der Ton muss durch das Herz gehen. Erst dann kann er sich offenbaren – auch nach außen hin, auch durch das Hören.

Das bedeutet: Der Mensch hört nicht mit den Ohren, sondern mit dem Herzen.

Frage: Und hat das Wort dieselbe Eigenschaft wie der Klang?

Antwort: Natürlich. Das Wort wird genau so wahrgenommen.

Frage: Man muss also ein Wort finden, das ins Herz eindringt und erst dann gehört wird? Gibt es solche Worte überhaupt?

Antwort: Es gibt solche Worte. Und es ist möglich, sie zu finden – besonders in einer Wissenschaft wie der Kabbala, die nicht auf Neugier, sondern auf innerer Wahrheit beruht.

Mein Lehrer Rabash sagte mir einmal, als ich ihn danach fragte: „Du kennst doch das Gebet Shema? Shema, Michael.“ Ich war erstaunt. Warum Michael?.

„Israel“, so sagte er, sei nur ein allgemeiner Name. Aber in Wirklichkeit ist jeder Mensch gemeint. Jeder kann sich selbst ansprechen.

Es ist ein Ruf an das eigene Herz. Ein inneres Erwachen.

Und von dort beginnt das wahre Hören. Shema – Höre – ist eine der höchsten Formen des Gebets. Nicht, weil es laut ist oder besonders schön formuliert, sondern weil es vom Innersten kommt – und dorthin zurückkehrt.

Frage: Wir sind jetzt also zu der Erkenntnis gelangt, dass das Gebet zuerst vom Herzen gehört wird?

Antwort: Das Herz hört zuerst. Dann das Ohr. Vielleicht auch nie das Ohr – aber das Herz hat es schon lange vernommen.

Kommentar: Sie betonen immer wieder, dass das Gebet eines einfachen Menschen – so wie er spricht und an wen er sich wendet – höher steht als die Gebete, die von Weisen und Kabbalisten verfasst wurden. Sie sagen das immer wieder, und das überrascht mich ein wenig. Auch schreiben uns Menschen, dass das Gebet, das ein Mensch einfach ausspricht, höher steht als diese Gebete.

Antwort: Ja, denn darin liegt ein echtes inneres Empfinden, ein Resonieren des Herzens mit dem Höheren Wort. Und das ist die höchste Form der Hinwendung zum Schöpfer.

Wenn ein Mensch in Aufrichtigkeit spricht, geschieht etwas Seltsames: Er hört, bevor er spricht. Er hört nicht sich selbst – er hört von oben. Und was er sagt, ist eine Antwort.

 [#348365]

Aus der TV- Sendung “Nachrichten mit Michael Laitman”

 



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Das Trugbild (Fata Morgana)

Eine Frage, die ich erhielt: Stimmt es, dass die Nächstenliebe nur bezüglich des Wunsches zur Spiritualität möglich ist, und ich soll die materiellen Wünsche eines Freundes nicht erfüllen?

Denn ich sehe jetzt, dass ich nicht mal bereit bin, das Fleischstück am Tisch zu teilen.

Meine Antwort: Anfangs reicht uns die Verbindung zum Nächsten in seinem Wunsch, den Schöpfer zu erreichen.

Und später wirst du dich so fühlen, als ob neben dir am Tisch dein kleiner Sohn sitzt – wirst du ihm dann das Stück Fleisch wegnehmen können, um es selbst aufzuessen? So wirst du dich zur ganzen Welt verhalten.

Es ist unverständlich, warum es notwendig ist und was du im Endeffekt bekommen wirst? – Die Antwort auf diese Frage, d.h. das Ziel des Gebens, wird oft vergessen, weshalb uns diese Handlung  als künstlich vorkommt: Du wirst fühlen, dass du dem Schöpfer ähnlich bist und Ihm dadurch den Genuss bereiten, wenn du solche Korrektur erreichst!

Jetzt hast du kein solches Bedürfnis, weshalb die Handlung des Gebens grundlos, gewaltsam aussieht. Es gibt kein anderes Ziel, außer der Ähnlichkeit zum Schöpfer.

Denn dir scheint es nur so zu sein, dass die ganze Welt leidet, und dass es die armen und unglücklichen Menschen gibt. Wenn du dich korrigieren wirst, dann wirst du sehen, dass sie alle reich und glücklich, klug und gesund sind. (Siehe den Artikel von Baal HaSulam „Die Verhüllung und die Enthüllung des Schöpfers“).

Wir verstehen nicht, welche Illusion es ist, in der Welt die Leiden zu sehen. Jedem Menschen wird absichtlich die hässliche Welt gezeigt, um ihm die Empfindung zu geben, wie viel  korrigiert werden soll, um die Vollkommenheit zu erreichen.

Wir sehen, dass jeder anders denkt und die eigene Meinung hat. Woher kommt es? – Weil jeder ein anderes Weltbild sieht. Denn die Welt hat in Wirklichkeit kein Bild, keine Form – alles wird innen, in den Eigenschaften des Menschen geöffnet!

Und wenn ich beginne, die Wahrheit zu öffnen, dann verstehe ich, dass sich hinter allen Bildern dieser Welt, die vor mir wie die Trugbilder in der Wüste entsteht, ein Gedanken verbirgt, der mir solche Realität bildet. Und diese Form ist so schwankend wie das Trugbild selbst, das in der Luft schwebt und sich die ganze Zeit verändert.

Und sich durch diese Gespenster und die Ungewissheit durchzukämpfen, ist nur in der Gruppe möglich, die dir die ganze Zeit den Fokus der Sehkraft auf die Wahrheit korrigiert.

Die Wahrheit ist das Begreifen der Kraft, die das ganze Trugbild verwaltet, damit es uns klar wird, wie und warum diese Kraft gerade diese Formen schafft, und damit wir uns mit dieser Kraft auf der anderen Seite des sichtbaren Bildes dieser Welt verbinden und zusammen arbeiten.

Wie es gesagt ist: „Der Mensch wird geben, um die Wahrheit zu finden“.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Liebe zum Schöpfer und zu den Geschöpfen“



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Wie man zu einer wahren kabbalistischen Gruppe wird

Frage: Was wünschen Sie sich für Bnei Baruch? Worauf sollten wir uns zuerst konzentrieren, um zu der kabbalistischen Gruppe zu werden, über die die Lehrer, insbesondere Baal HaSulam und Rabash, geschrieben haben? Schließlich wird nichts dabei herauskommen, wenn wir Ihnen nur theoretisch zuhören.

Antwort: Wir müssen uns verbinden. Es gibt nichts anderes! Es geht ausschließlich um die Verbindung! Es sind lediglich verschiedene Beispiele, verschiedene Formulierungen.

Frage: In welchem ​​Zustand befindet sich Bnei Baruch Ihrer Meinung nach derzeit?

Antwort: Ich kann sagen, dass unsere Verbindung voranschreitet und stärker wird. Wir verstehen ihre Bestandteile zunehmend. Ich hoffe, dass wir alle eine Einheit untereinander entdecken und uns durch ein einziges Verlangen vereint fühlen – in dem einzigen Verlangen des Schöpfers.

Im Grunde ist es das, was wir offenbaren müssen. Das ist alles. Aber jeder muss es sich wünschen.

 [#348514]

Aus dem Unterricht zum Thema „Rosh HaShana“, von 24.09. 2025.

 

 



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Sich an den Schöpfer wenden

Frage: Gibt es einen Unterschied in der inneren Arbeit, die wir am kalendarischen Neujahr verrichten, im Vergleich zu jedem anderen Tag?

Antwort: In den höheren Welten existieren Wurzeln, zu denen wir uns wenden können, um ihre Wirkungskraft auf uns zu erwecken.

Der materielle Kalender hat praktisch keinen Einfluss auf die Qualität unserer Hinwendung. Wenn man es genau betrachtet, gibt es auf der Welt Tausende von verschiedenen Kalendern – nach Tagen, Wochen, Monaten, verschiedenen Feiertagen und Kräften, die angeblich auf die Menschheit einwirken.

Wir müssen nur eines verstehen: Wenn wir gute Ergebnisse erzielen wollen, dann sollten wir uns an jedem Tag, in jedem Monat und in jedem Jahr an den Schöpfer wenden – an Seine Kraft, an Seine Barmherzigkeit.

So werden wir die Stufe spüren, an die wir uns wenden, und uns mit ihrer Kraft vorwärts bewegen.

 [348481]

Aus dem Unterricht zum Thema „Rosh HaShana“.

 



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Die Ziele sind unterschiedlich, die Richtung ist dieselbe

Baal HaSulam, „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“: Diese Weisheit stellt nicht mehr und nicht weniger als eine Ordnung des Abstiegs der Wurzeln dar, die von der Verbindung zwischen Ursache und Wirkung (kausal) bedingt ist, und die ständigen und absoluten Gesetzen unterworfen ist, welche untereinander im Zusammenhang stehen und auf ein erhabenes, doch sehr verborgenes Ziel ausgerichtet sind, welches „die Offenbarung der Göttlichkeit des Schöpfers an Seine Geschöpfe in dieser Welt“ genannt wird.

Alles andere, was wir mit Hilfe der Wissenschaft der Kabbala erreichen möchten, hat damit nichts zu tun. Es ist so, als würde man ein Physik Lehrbuch zur Hand nehmen, in der Hoffnung, Medizin zu studieren oder Chemieunterricht besuchen, um Politikwissenschaft zu lernen. Hier ist es genauso: Die Wissenschaft der Kabbala dient nur dazu, die Offenbarung des Schöpfers zu erreichen – und das war’s. Wenn du das willst, wird dir die Kabbala als Mittel dazu dienen. Wenn du diesen Wunsch nicht hast, dann beschäftige dich mit dem, was dir gefällt.

Solange in den Menschen gemäß der Ordnung der Evolution kein Wunsch nach der Offenbarung des Schöpfers erwacht war, wurde die Wissenschaft der Kabbala nicht offenbart, um sie nicht zu verwirren. Heute jedoch, da dieser Wunsch insgesamt zu Tage tritt und eine Antwort verlangt, sagen die Kabbalisten, dass die Zeit gekommen ist und die Wissenschaft der Kabbala der Welt als Mittel, als Lösung offenbart werden muss.

Wenn du in der Kabbala nach Wundern, Rezepten für Erfolg im Leben, Möglichkeiten, die Welt zu verändern, Mysterien von Weihwasser und roten Fäden oder irgendwelchen Garantien suchst, wird sie dir nicht helfen. Es ist schade, Zeit zu verschwenden, wende dich lieber an Wahrsager oder Psychologen. Die wahre Wissenschaft der Kabbala, und nicht die Mystik, die unter ihrem Namen verkauft wird, ist nichts anderes als die Offenbarung des Schöpfers gegenüber seiner Schöpfung.

Baal HaSulam erklärt dies mit einfachen Worten. Wenn du den entsprechenden Wunsch hast – bitte sehr. Dann solltest du die Kabbalisten fragen: „Wie kann ich die Wissenschaft der Kabbala nutzen, um den Schöpfer zu offenbaren?“ Und sie werden antworten, dass es eine Bedingung gibt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Man muss eine Gruppe organisieren und in ihr diese Bedingung durch Lernen und gegenseitige Arbeit gegen den eigenen Egoismus umsetzen, um sich über ihn zu erheben und das Ziel zu erreichen.

Zunächst muss man jedoch für sich selbst klären, ob das eigene Lebensziel mit dem Ziel der Kabbala übereinstimmt. Dies muss den Menschen klar und deutlich erklärt werden, ohne Raum für Missverständnisse zu lassen. Selbstverständlich überprüft jeder sich selbst, und die Türen stehen allen offen. Aber wenn dieser Wunsch in einem Menschen noch nicht gereift ist, wenn er noch nicht bereit ist, den Schöpfer zu entdecken, darf man ihn nicht mit Gewalt hineinziehen.

Unser Ansatz muss streng und eindeutig sein: Wir behandeln alle mit Respekt und betrachten diejenigen als Freunde, die den Wunsch haben, sich dem Schöpfer zuzuwenden. Wenn du diesen Wunsch nicht hast, ist die Kabbala nichts für dich – genieße diese Welt.

Heute ist eine neue Ära angebrochen: Vor dem Hintergrund der Krise und Hilflosigkeit beginnt die ganze Welt zu erkennen, dass sie die Höhere Kraft, den Schöpfer, offenbaren muss, da sie sonst nicht überleben und nicht existieren kann. Dies ist bereits eine andere Situation, in der wir allen nach und nach von der Umsetzung der Methode erzählen müssen. Deshalb beginnen wir, den Menschen die Prinzipien der gegenseitigen Bürgschaft beizubringen und zeigen ihnen, dass man mit Hilfe der Vereinigung und der Nächstenliebe von Krisen und Problemen zu einem glücklichen Leben gelangen kann.

Vor einem breiten Publikum erwähnen wir die Offenbarung des Schöpfers nicht, sondern setzen uns ein gutes Leben in unserer Welt zum Ziel. Damit gehen wir jedoch bereits einen gemeinsamen Weg: Auf unserer Seite ist dies das Prinzip der Einheit Israels, der Tora und des Schöpfers, und die anderen begleiten uns, weil sie ihr Leben hier in Ordnung bringen wollen. Letztendlich werden dank gegenseitiger Unterstützung alle mit der Höheren Kraft verbunden sein und sie offenbaren.

Auf diese Weise haben wir heute einen gemeinsamen Kurs mit der gesamten Menschheit. Das Problem ist nur, dass die Massen vor sich die Rettung aus der Krise und materiellen Wohlstand sehen, während wir vor uns die Offenbarung des Schöpfers sehen. Der Unterschied liegt im Ziel, aber die Richtung ist dieselbe.

Deshalb offenbart sich die Wissenschaft der Kabbala einem Prozent der Menschheit, während die Methode der Bürgschaft den restlichen neunundneunzig Prozent offenbart wird. Gegenseitige Bürgschaft ist dasselbe wie die Wissenschaft der Kabbala, nur ohne die Details und Kräfte zu präzisieren, die uns antreiben. Wie uns die Kabbalisten lehren, sollten Menschen, die dafür noch nicht reif sind, das bekommen, was für sie geeignet ist.

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Aus der Lektion zum Artikel „Das Wesen der Wissenschaft der Kabbala“



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Spirituelle Übung

Bemüht euch, euch mit Freude an den Schöpfer zu wenden. Denn wir leben in einer von Ihm geschaffenen Welt, und wir haben tatsächlich jemanden, an den wir uns wenden können. Dazu ist es notwendig, sich ein wenig über das eigene Ego zu erheben, das unaufhörlich fordert und verlangt. Gerade das ist es, was uns in einen Zustand von Traurigkeit und Unzufriedenheit versetzt.

Hört auf, euch beim Schöpfer zu beklagen, dass Er euch keine Erfüllung gibt. Im Gegenteil, allein die Möglichkeit, sich an Ihn wenden zu können, ist bereits ein Grund zur Freude. Und wenn wir lernen, uns über diese Verbindung zu freuen, dann beginnen wir gerade in dieser Freude vom Schöpfer zu empfangen – denn die Freude wird zum Kli (Gefäß), das Er füllen kann. Das ist nicht bloße Psychologie, sondern eine tiefe spirituelle Praxis, die ständiger Arbeit bedarf.

Der Schöpfer gibt uns diese Übung, damit wir unsere innere Ausrichtung von uns selbst weg – hin zu Ihm – verändern. Anstatt in uns selbst zu versinken und traurig darüber zu sein, dass unser Ego nicht erfüllt wird, sollten wir uns in Freude an den Schöpfer wenden. Genau das wird dann zu unserem spirituellen Kli.

Es braucht oft viele Jahre, bis der Mensch dieses Prinzip wirklich versteht. Doch sobald er es hört und beginnt, es umzusetzen, wird er sich sofort weiterentwickeln. Versucht, euch den ganzen Tag über mit Freude an den Schöpfer zu wenden.

Jeder erlebt Zustände der Traurigkeit und Zweifel, die sich über mehrere Jahre hinziehen können. Doch in dem Moment, in dem der Mensch erkennt, dass er sich an den Schöpfer wendet, und dass er allein schon deshalb in Freude sein soll, weil er vor der höchsten Kraft steht, beginnt eine neue Etappe in seinem Leben. Er tritt in Kontakt mit dem Schöpfer.

Der Mensch spürt diesen Kontakt vielleicht noch nicht, so wie ein Embryo im Mutterleib sich selbst nicht wahrnimmt. Dennoch befindet man sich bereits im Zustand eines spirituellen Embryos. Und wenn er sich in Freude halten kann, ungeachtet dessen, was mit ihm geschieht, bedeutet das, dass er sich über sein Ego erhebt und die Grenze der Einschränkung überschreitet.

Sich mit dem Wunsch an den Schöpfer zu wenden, Ihn zu erfreuen – und nicht darüber nachzudenken, was in einem selbst geschieht, sondern an den Schöpfer zu denken, der außerhalb von einem ist – das ist die entscheidende innere Umkehr, die wir vollziehen müssen. Das ist der Eintritt, die Schwelle zur spirituellen Welt.

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Aus einem Gespräch während einer Mahlzeit





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Sackgasse, Schöpfer und der Sinn des Lebens

In der Natur gibt’s keine Sackgassen. Die Sackgassen, die sie uns in den Weg stellt, sind nur dazu da, damit wir hochspringen, diese Hürde überwinden und uns weiterentwickeln.

Sackgassen gibt’s nur auf unserer Ebene, wie Stufen. Wie klettert ein kleines Kind die Stufen einer Treppe hinauf? Es krabbelt mühsam auf allen Vieren und so weiter. Deswegen werden uns diese Enttäuschungen, Höhen und Tiefen gegeben. Wir wachsen mit deren Hilfe.

Frage: Heißt das, dass das Wachstum eines Menschen darin besteht, diese Sackgassen zu überwinden, aber sie dabei wahrzunehmen? Ist das richtig?

Antwort: Wahrnehmen? Er kann nicht einmal aufstehen, er krabbelt auf allen Vieren!

Frage: Heißt das, dass ich zu einem Gefühl einer Sackgasse vor mir kommen muss?

Antwort: Ja. Du musst verstehen, dass es Hindernisse vor dir gibt – das sind nämlich die Stufen einer Leiter des Aufstieges.

Frage: Wohin gehe ich denn? Hier ist die Leiter. Wohin gehe ich von Sackgasse zu Sackgasse?

Antwort: Du gehst, um den Sinn des Lebens zu verstehen, um den Sinn des Lebens zu begreifen.

Frage: Worin besteht er? Ich steige doch zu etwas hinauf. Wohin steige ich von Sackgasse zu Sackgasse hinauf?

Antwort: Ich steige hinauf, damit diese Stufen des Aufstiegs in mir solche Wünsche, Eigenschaften und Qualitäten hervorbringen, in denen ich den Sinn des Lebens offenbaren kann. Und den gibt es! Ich sehe ihn aber nicht, ich fühle ihn nicht, ich kann ihn weder anfassen, noch wahrnehmen.

Und als Ergebnis dieser Aufstiege, wenn ich wie ein kleines Kind auf allen Vieren von Stufe zu Stufe krieche und versuche, mich hochzuziehen, entwickle ich in mir Verstand und Gefühle, um den Sinn dieses Aufstiegs zu begreifen.

Und auf einmal verstehe ich, dass dieser Sinn zwischen den Stufen liegt.

Frage: Gibt es ein Ende dieser Stufen?

Antwort: Es ist irgendwo ganz weit weg, fast nicht greifbar. Wozu auch? Ich fange an zu fühlen, dass dies nämlich das Leben ist.

Das ist nämlich das Leben, wenn du auf jeder Stufe Enttäuschungen hast, die Notwendigkeit, Kraft zu finden, die Notwendigkeit, ein genaues Ziel, einen Vorsatz zu finden. Sonst hast du keine Kraft: wofür, warum, was wirst du als das richtige Ziel, als die richtige Entscheidung betrachten oder nicht. Und so weiter.

Das heißt, im Ergebnis des Aufstiegs von diesen Stufen, wirst du dich als wachsend und schöpferisch wahrnehmen.

Frage: Was treibt mich jedoch an? Ist das der Wunsch, diese Sackgasse zu überwinden oder mich an etwas oder Jemanden anzunähern?

Antwort: Nein, du willst gar nicht mehr so sehr eine bestimmte Endstufe erreichen. Du fängst an, Freude daran zu empfinden, dass du sie durchläufst. Zwischen den Stufen fängst du an, die Weisheit, die Klarheit dieser Stufen zu fühlen.

Frage: Werde ich anfangen, diese Lenkung zu fühlen?

Antwort: Das nennt man „mi maasecha ikarnucha“ – „aus deinen Taten erkenne ich dich“, dass du aus den Stufen selbst, aus der Art und Weise, wie sie für dich geschaffen wurden, und gleichzeitig, wie du geschaffen wurdest, um dich über sie zu erheben, aus all dem beginnst du, den Schöpfer dieser Stufen zu erkennen. Und das ist das Wichtigste.

[348021]

Aus der TV-Sendung „Nachrichten mit Michael Laitman“



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Reue für das Versäumte

Rabash, Shlavey Sulam, 1985/86, Artikel 36, „Was ist die Vorbereitung auf die Selichot [Vergebung]?“: Bevor man den Schöpfer um Vergebung bittet, muss man sich bewusst machen, worin das Wesen der Sünde besteht.

Ich bitte nicht um Vergebung für die ursprünglichen, angeborenen Untugenden, die in meiner Natur liegen. Im Moment stehen sie nicht im Mittelpunkt meiner Aufmerksamkeit, denn „die Regungen des menschlichen Herzens sind von Jugend an böse”. Ich bewerte nicht den bösen Trieb selbst, sondern nur meine Bemühungen: Hätte ich mich schon darüber erheben, Schirme errichten und eine Haltung der Hingabe, Liebe und Einheit entwickeln können? Hätte ich nach dem Prinzip „Liebe deckt alle Sünden zu” handeln können?

Gerade für die Nachlässigkeit in diesen Bemühungen muss ich Buße tun und Reue zeigen, darüber muss ich weinen. Denn die Shechina trauert nicht darüber, dass sie uns ihren verdorbenen, zerbrochenen Zustand beschert hat, sondern darüber, dass wir nicht versuchen, sie wiederzubeleben, sie aus dem Staub zu erheben, obwohl die Umstände es uns erlauben, dies zu tun.

Das Licht, das zur Quelle zurückführt, kommt entsprechend meinen Bemühungen. Wenn es unabhängig davon käme, würde es mir das vom Schöpfer verursachte allgemeine Zerbrechen zeigen. Wenn jedoch der Zufluss des Lichts durch meine Bemühungen oder deren Fehlen reguliert wird, offenbart es nur meinen unvollständigen Teil, den ich bereits hätte einbringen können.

Man sollte nicht bedauern, dass man in gewissen Dingen unbegabt oder talentlos geboren wurde. Nehmen wir an, es mangelt mir an körperlicher Kraft, Intellekt, Gedächtnis oder Lernfähigkeit, so sollte man sich darüber nicht beklagen. Wenn mir etwas nicht gegeben wurde, dann brauche ich es auch nicht. Auch wenn ich keine besonderen Fähigkeiten habe und deshalb mit Schwierigkeiten zu kämpfen habe, muss ich offensichtlich mein Leben lang unter diesen Bedingungen arbeiten.

Im Allgemeinen sagt die Gesamtheit meiner persönlichen Eigenschaften nichts darüber aus, ob ich gut oder schlecht bin. Vielleicht bin ich als Verschwender, Faulpelz oder Machtmensch geboren worden. Die Tatsache, dass ich mit diesen Eigenschaften geboren wurde, bedeutet jedoch, dass ich ihnen keine Beachtung schenken sollte.  Diese muss ich nicht korrigieren, sondern nur meine Teilnahme an dem Prozess, der mir über meine gesamte Natur hinweg offenbart wird. Wenn ich dort, über meiner Natur, faul bin, muss ich für diese Faulheit „ein Opfer bringen” und am Versöhnungstag (Jom Kippur) über diese Nichtbeteiligung weinen. Ich bereue nicht meine ursprünglich verdorbenen Verlangen, sondern dass ich tatsächlich etwas hätte korrigieren können, als ich eine Chance von oben erhielt und sie nicht genutzt habe.

Wer sich also nicht bemüht hat, entdeckt auch nichts Böses in sich. Wer sich jedoch bemüht hat, entdeckt, dass er schlecht ist, allerdings nur in dem Maße, in dem er etwas hätte korrigieren können, es aber nicht getan hat.

Wir sind nicht dafür verantwortlich, alles zu korrigieren, was die spirituellen Systeme vor uns verdorben haben. Es handelte sich dabei um einen systemischen Schaden. Wenn wir jedoch das korrigieren, was uns aufgetragen wurde, wird das gesamte System wieder funktionsfähig sein. Denn es wurde nur deshalb verdorben, weil eine Komponente namens „Mensch” (Adam) darin eingedrungen ist. Wenn wir also die Beteiligung des Menschen am System korrigieren, korrigieren wir alles.

Frage: Wie hängt Reue mit den Beziehungen zwischen Freunden zusammen?

Antwort M. Laitman: Es heißt, dass der Versöhnungstag die Sünden eines Menschen gegenüber seinen Nächsten nicht sühnt. Ich muss für das, was ich angerichtet habe, Buße tun und gleichzeitig daran denken, dass auch dies vom Schöpfer verursacht wurde. So oder so, ich bereue nicht mein Böses als solches. Ich bedauere, dass dieses Böse, dieses Gefühl der Trennung vom Schöpfer, noch  immer in mir steckt. Und dann korrigiere ich es.

Daher sollte ich auch Freude empfinden, wenn ich das Böse aufdecke.

Frage: Es gibt keinen Menschen, der seinem Nächsten nicht etwas Böses angetan hat, wenn auch unbeabsichtigt. Wie kann ich dieses Böse wiedergutmachen? Wie kann ich um Vergebung bitten?

M. Laitman: Durch die Anstrengungen, die in die Verbindung investiert werden. Das ist die Zahlung.

Es gibt keine Notwendigkeit und keine Handlung, die das, was ich getan habe, wiedergutmachen könnte. Alles Schlechte, was ich getan habe, führte zur Spaltung. Und alles Gute, was ich tun kann, führt nur zur Vereinigung. Die Formen und Details sind nicht wichtig, das Wesentliche ist genau das: entweder Trennung oder Einheit. Wenn ich mich an diesen Ansatz halte, werde ich keinen Fehler machen.

[116727]

Aus der Lektion zum Artikel von Rabash.



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