Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Der Aufstieg der Braut

Das Buch Sohar. Einleitungen. Artikel „Die Nacht der Braut“:

„Die Zeit der Korrektur heißt die Nacht. Und am nächsten Tag geht die Braut zu Chupa …“

Über diese Welt, in den Welten Brija, Jezira und Assija befinden sich unsere zerbrochenen Seelen, sowie neun unteren Sfirot Malchut der Welt Azilut (von Chochma bis Malchut). Ihr Keter befindet sich oben, in der Welt Azilut, und stellt nur den Punkt dar, und die übrigen neun Sfirot sind unter Parsa, in den Welten BE“А

Der Zustand der Seelen in den Welten BE“A heißt „die Nacht“. Während sie zur Malchut der Welt Azilut hinaufsteigen, verpflichten sie sie, ihre unteren neun Sfirot zu erheben, die unbemerkt in der Finsternis bleiben.

Nachdem wir uns in Malchut einreihen, beginnt sie ihre Sfirot in Azilut zu erheben und verwandelt sich in ein Kli. Es lässt ihr zu, sich in ein Ganzes mit S“A zu verbinden, was „Chupa“ (Hochzeitsbaldachin, der Bettvorhang – Massach, unter welchem, die Eheschließung geschieht) symbolisiert. Mit anderen Wörtern, spricht man hier über die Vereinigung, Siwug.

S“A ist der Schöpfer, und Malchut – Schchina. Ihre Verbindung sollen wir eben erreichen. Wann geschieht sie? Wenn wir unsere Wünsche in Azilut erheben, dann rufen wir den Aufstieg aller Welten hervor. Мalchut (BON) steigt auf die Stufe SAG hinauf, und S“A (МА) – auf die Stufe АB. Das ist ihre Zukunft eben.

Wir begreifen und empfinden das alles in unserer Vereinigung. Aus dem Niveau Siwug AB-SAG bekommen wir das Licht und füllen damit die Seelen aus, die sich unten, in Malchut befinden.

Aus dem Unterricht nach dem Vorwort um Buch Sohar, 14.11.2010

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Der tanzende Orientierungspunkt

Das Buch Sohar. Einleitungen. Artikel „Die Nacht der Braut“:

„Die Söhne am Tempel der Braut sollen sich mit ihr über jene große Korrektur freuen, die dank ihnen geschah.“

Eine Frage, die ich erhielt: Was ist ein Kriterium unseres Aufstiegs? Der Hass, der zwischen uns geöffnet wird, oder die Freude?

Meine Antwort: Vor allem, komme ich dann voran, wenn ich den gedanklichen Blick aus der Stelle nicht verliere, die ich offenbaren will. Sie heißt „die Braut“, und gerade dorthin wird sich „der Bräutigam“ herablassen, d.h. das Licht, das sie ausfüllen wird, unsere Vereinigung ausfüllen wird. (Der Bräutigam, hebräisch „Chatan“ kommt vom Wort „Nochet“ – der Absteigende).

Wenn in mir eine ewige Bitte existiert, diese Stelle zu enthüllen, dann bin ich über die Bemühung froh, welche ich unterstützen kann. Dabei ist es unwichtig, wie häufig ich vergesse, oder auf die Analyse im Verstand abgelenkt werde.

Es ist darüber gesagt: „Die Tora wird aus Zion hinausgehen“. Mit anderen Wörtern, der Aufstieg bildet sich aus diesen Ausgängen (Yeziot), aus den Bemühungen, die Stelle unserer Vereinigung erneut zu bestimmen.

Jedes Mal soll ich die Konzentration verlieren. Denn jeder beliebiger Zustand beinhaltet zehn Sfirot. In der Spiritualität geschieht die Handlung nur beim Vorhandensein von allen 10 Sfirot (Ejn Mikzat be ruchanijut).

Wenn ich etwas korrigiere, dann soll das volle Maß korrigiert werden. Jeder Teil des Wunsches erfordert die Loslösung vom vorigen Zustand, sowie eine neue Ausrichtung auf die Einheit – zu den neuen zehn Sfirot.

Deshalb werden wir wieder und wieder vom Ziel abgeschaltet. Wir verlieren aus dem Blickfeld den Orientierungspunkt und fangen ihn wieder auf.

Dank diesen nächtlichen Bemühungen „schmücken wir die Braut“ (wir kleiden sie ins Licht Chasadim ein) – wir bauen das Kli auf, bis es vollständig geöffnet wird – und bereit ist, den Bräutigam – das Licht Chochma, den Schöpfer anzunehmen.

Aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 14.11.2010

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Der Lügner, der sich selbst belügt

Die Wahrnehmung der Realität, welche wir in der Wissenschaft der Kabbala studieren ist sehr subjektiv: sie wird nur bezüglich uns, bezüglich unserer Sinnesorgane wahrgenommen.

Und außer ihnen gibt es keine Realität, die existiert. Wir nehmen sie in Form der Fotografie am Bildschirm wahr, der sich im „hinteren“ Teil des Gehirns befindet, als ob etwas außer uns, draußen existiert.

Laut dem Buch Sohar, sehe ich die Teile meines Wunsches, das Maß ihres Unterschiedes vom Licht: inwiefern mein Wunsch des Erhaltens sich von der Eigenschaft des Lichtes (des Gebens) unterscheidet.

Unser allgemeiner Wunsch, das einzige Geschöpf, war anfangs im Zustand „der Unendlichkeit“, und stieg folglich aus dieser Eigenschaft „der Unendlichkeit“ in die Eigenschaft „Diese Welt“ herunter und ging durch das so genannte „Zerbrechen“ hindurch – die Veränderung seiner Eigenschaft vom Empfangen zum Geben.

Infolge des Zerbrechens wurde die große Seele in 600 000 einzelne Seelen geteilt, und später auf noch eine größere Menge der Einzelteile, die in „Unsere Welt“ – in die egoistische Eigenschaft geraten sind. Deshalb scheint es uns so zu sein, dass es uns vielfach gibt, aber in Wirklichkeit sieht jeder von uns nur die Teile seiner Seele.

Wir lernen, dass die Seele zehn Sefirot einschließt. Sie werden in G“E und АCHAP geteilt. Dabei besteht G“E aus den Sefirot Keter, Chochma, Bina, Chessed, Gwura, Tiferet – aus den Wünschen des Gebens, und АCHAP – aus Nezach, Hod, Jessod, Malchut – aus den Wünschen des Empfangens.

Somit nehme ich die Wirklichkeit mittels dieser zehn Wünsche, Gefäße wahr. Das, was ich innerhalb G“E wahrnehme, bin ich. Und das, was ich innerhalb ACHAP wahrnehme, ist die scheinbare, äußere Welt.

Eigentlich geschah in meinem Inneren nur der Bruch zwischen den Gefäßen G“E und АCHAP. Infolge dieses Bruches, empfinde ich die größten Wünsche, die mir die größten Genüsse bringen sollten, als die fremden, zum Beispiel als andere.

Sie alle sind die Wünsche meines ACHAP, und mich selbst fühle ich in G“E meiner Seele. Und in meinem Ego sorge ich mich ständig um diesen Teil, d.h. alle meine Berechnungen sind auf den eigenen Vorteil gerichtet.

Und den Teil, der sich zu АCHAP bezieht, fühle ich als den fremden Teil, ich bin sogar bereit mit ihm alles Mögliche zu machen, nur um daraus einen Vorteil für mich selbst zu ziehen.

Somit belüge und bestehle ich ständig nur mich selbst, aber ich begreife und fühle es nicht.

Wenn der Mensch beginnt diese Tatsache zu begreifen, dann erlangt er eine große Enttäuschung.

Deshalb ist die Methodik der Kabbala darauf gegründet, dass wir uns vereinigen müssen, wobei diese Vereinigung nicht gerade auf dem materiellen Niveau (zwischen mir und ihnen) geschehen soll.

Die ganze Methodik ist darauf gerichtet, die Seele zu verbinden und zu korrigieren, d.h. diese zwei Teile in meiner Wahrnehmung zusammen zu führen.

Somit sollen diese zwei Teile, der äußere und der innere – ein Ganzes werden. Folglich wird dem Menschen klar, dass es außer ihm nichts mehr gibt, und dass das was ich außen und innen sehe, mein „ich“, mein Wunsch ist.

Aus der 2. Lektion des Kongresses, 09.11.2010

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Der schmackhafte Schöpfer!

Die Frage nach dem „Sinn des Lebens“ ist der Anfang des Wunsches, den Schöpfer zu enthüllen.

Folglich möchte der Mensch erfahren: wer ihn geboren hat, was seine Wurzel ist, wer ihn lenkt?! Wer alles geschaffen hat und wofür Er mich in solch einem „Umschlag“ dieser großen Welt geschaffen hat.

Was will Er von mir in jedem Augenblick, warum lässt Er mich nicht in der Ruhe, stoeßt mich in eine unbekannte Richtung vorwärts?!

Wenn in uns solche Fragen entstehen – dann vergiften sie unser Leben, und der Mensch kann ohne die Enthüllung des Schöpfers nicht mehr existieren. So sind wir vom Licht geschaffen, das sich in uns, in allen unseren Wünschen abgedruckt hat.

Somit sind unsere Wünsche die Abformung, der Abdruck des Lichtes. Und solange wir es nicht heranziehen, uns nicht mit diesem Licht erfüllen – werden wir uns auch nicht beruhigen! Folglich wird uns dieses Leben schlechter als der Tod vorkommen! Ich werde zu allem bereit sein, um wenigstens einen Tropfen dieser Füllung zu bekommen.

Deshalb besteht unsere Aufgabe darin: den Schöpfer, das Licht zu enthüllen, und zu klären, in welcher Form wir uns anfüllen können. Diese Klärung ist aber nicht einfach, und deshalb heißt die Wissenschaft der Kabbala: „Chochmat ha-Kabbala“ („die Weisheit des Empfangens“). Sie funktioniert anders als in unserer Welt, wo man nur den Mund öffnet um den Durst zu stillen.

Den spirituellen Wunsch kann man nicht direkt stillen. Man muss ihn zuerst klären, denn der Schöpfer gibt mir keinen fertigen Wunsch, der für das Erhalten des Lichtes geeignet ist.

Er will, dass ich selbst prüfe, was ich will, was das Licht ist, damit ich verstehe, dass es die beste aller möglichen Füllungen ist! Damit ich alle Wünsche und alle Füllungen probiere und sage: „Nein, ich will nur das Licht!“

Der Schöpfer ist sehr „eifersüchtig“ und „schikanös“, Er will, dass ich nur Ihn und nichts anderes liebe!

Und er prüft mich, indem Er mir alles offenbart, wonach ich sagen soll: „Nein, Du bist doch der beste, aus allen Arten der Füllung, aus allen Genüssen bist Du der schmackhafteste!“

Es ist geschrieben: „Schmecken Sie und überzeugen Sie sich, wie gut der Schöpfer ist“ – weil diese Art der Füllung Geschmack heißt.

Aus der 7. Lektion des Kongresses, 10.11.2010

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Die Arbeit in der Nacht

Das Buch Sohar. Einleitungen. Artikel „Die Nacht der Braut“:

„Rabbi Shimon saß und studierte die Tora in der Nacht, in der die Braut, die Malchut, sich mit ihrem Ehemann vereint.

Und alle Freunde, die Mitglieder des Tempels der Braut sind, müssen mit der Braut diese Nacht verbringen und sich mit ihr an der Korrektur erfreuen, die dank ihnen zustande kommen.“

Um den Text des Sohar gemeinsam wahrzunehmen, ist es wichtig, die Bestrebung zur Einheit nicht abzugeben. Denn sein Licht kann nur in unseren vereinigten Wunsch eingehen. Das Licht wird nie in den individuellen Wunsch des Menschen eingehen.

Man muss verstehen, dass alles, was wir in den kabbalistischen Büchern lesen, die Verbindung zwischen uns beschreibt. Deshalb muss ich zuerst diese Verbindung, wie die Vorbereitung auf den Unterricht vorstellen, und dann den Kabbalisten zuzuhören, die sie beschreiben.

So studiere ich die Wissenschaft der Kabbala, deren Bestimmung in der Korrektur unserer zerbrochenen Beziehung ist. Vor allem, erwecke ich in meiner Einbildung die Verbindung, die wir korrigieren wollen, und dann versuche ich zu verstehen, um welche Vereinigung es sich handelt.

Wir sind in die nächtliche Finsternis vertieft und wissen nicht, wo wir uns befinden. Uns ist nichts klar, aber wir arbeiten ununterbrochen, um die Braut – Malchut, unser Kli – auf den Eintritt „des Morgens“ vorzubereiten.

Und am Morgen, d.h. am Ende der Bemühungen und der Korrekturen, kommen die Konturen unserer Wechselbeziehung aus der Finsternis (aus der Selbstsucht) zum Vorschein, und wir sehen alles (im Morgenlicht, in der Eigenschaft des Gebens) klarer, wo und wie sie geöffnet werden soll.

Wenn sie endlich aus der Dunkelheit austritt, dann bricht der Morgen an. Der Zustand klärt sich auf, und in unserer Verbindung wird das Licht, die Eigenschaft des Gebens, die Barmherzigkeit, das Licht Chassadim geöffnet.

Und später kleidet sich in Chassadim das Licht Chochma ein – und es bricht der Tag an. Dann kommt es zur Verbindung zwischen dem Bräutigam und der Braut, zwischen dem Schöpfer und Kli unserer Einheit, unseres allgemeinen Wunsches.

Solange wir uns im Zustand befinden, der „die Nacht der Braut“ heißt, führen wir die Vorbereitung durch. Zwischen uns gibt es noch keine Einheit, in welcher sich das Licht zeigen könnte.

Wir bemühen uns jedoch weiterhin, die Stelle unseres Zerbrechens zu finden, wir suchen die uns teilende Selbstsucht und die Mittel, die man dagegen verwenden kann. Das alles ist die Arbeit in der Nacht, die Vorbereitung auf die ersten Strahlen der Morgenröte eben.

Aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 14.11.2010

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Den Zohar öffnen

So sehr uns die Anstrengungen beim Lesen des Buches Sohar ermüden, so geschmacklos es uns scheint, müssen wir doch während des Lesens alle in einer Absicht, in einem Verlangen vereint sein.

Darin besteht unsere gemeinsame Arbeit in der Bürgschaft, gegen persönliche Störungen eines Jeden und in Gedanken and die Verbindung.

Wir wollen schlafen, schalten ab, verlieren den Faden, wandeln im Nebel, der Text selbst nimmt nicht mit, erweckt keine Gefühle – doch in diesem Text liegt jenes Licht verborgen, das eben die Korrektur in uns vornehmen soll – und zur Verbindung, also zu einem spirituellen Form führen.

Wir müssen unsererseits nach Einheit streben, und andererseits die Handlung vonseiten des Lichts erwarten, damit es genau das tut, was getan werden muss.

Wir wollen uns verbinden, wir konzentrieren uns auf einen einzigen Wunsch, zusammen zu sein, wenn jeder seinen Kopf beugt. Ich unternehme diese Anstrengung und will, dass das Licht als Antwort seine Handlung von oben ausführt.

Das heißt eben: „Israel, Tora und der Schöpfer sind Eins“. Mittels der Tora bemühen wir uns, den Schöpfer zu offenbaren. Und die Tora ist das Licht, welches „zur Quelle zurückführt“ und uns verbindet. Und der Schöpfer offenbart sich in unserer Einheit.

Man könnte für sich das folgende Bild zeichnen: jedes Wort des Sohar ist kein Wort, sondern eine Portion Korrektur. Wenn ich ein Wort höre, denke ich nicht daran. Soll der Vorleser weiterlesen. Für mich ist jedes Wort ein neues Tropfen Licht, das uns zu einem Ganzen verbindet.

Ich wende mich hier an all unsere Freunde von allen Enden der Welt: uns fehlt diese gemeinsame Anstrengung.

Aus der Lektion zum Buch Sohar, 14.11.2010

Wovon beginnt der Sohar

Das Buch Sohar fordert von uns eine genaue Vorbereitung. Denn dies ist die mächtigste Lichtquelle, eine Kraft die unsere Natur ändern kann, wenn wir uns richtig auf die Arbeit damit vorbereiten.

Vor allem in unserem jetzigen Zustand muss unsere Ähnlichkeit mit dem höheren Licht, welches der Sohar auf uns zieht, maximal sein.

Dafür versuchen wir uns so sehr wie möglich den Autoren des Sohars anzugleichen, Rabbi Schimon Bar Jochai und seinen neun Schülern.

Diese berichten, dass sie selbst am Anfang der spirituellen Arbeit, plötzlich von einem gegenseitigen Hass überwältigt wurden.

Das Licht welches sie anziehen, leuchtet in ihren unkorrigierten Verlangen und trotz des Impulses nach Verbindung, entstand eine Abstoßung zwischen ihnen. Als sie sich vor dem Leuchten des Sohar stehen sahen, erkannten sie, dass sie diesem völlig entgegengesetzt waren.

Der Weg beginnt von der Enthüllung des Bösen an, und der Mensch muss das dies jedes Mal verspüren, da ansonsten sein erster Schritt schon falsch wäre.

Es steht geschrieben: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen und die Tora als Gewürz zu dessen Korrektur, denn darin ist das Licht enthalten, welches zur Quelle zurück führt“.

Es handelt sich um drei Linien. Der bösen Trieb ist die linke Linie, die Tora als Gewürz ist die rechte Linie, und das Licht, welches zur Quelle zurück führt ist unsere korrigieret Seele, der Wunsch der linken Linie, der durch der Absicht der rechten Linie korrigiert wurde.

Der böse Trieb, unser Egoismus, kommt nicht von selbst, sondern nur unter der Einwirkung des Lichtes zum Vorschein. Dann wenden wir uns an die rechte Linie, die Tora, und das Licht, welches von oben kommt, und uns zur Quelle zurück bringt, zum Schöpfer, zu der mittleren Linie.

Mit der Enthüllung des Bösen beginnt jede Etappe der Annäherung an Schöpfer, vom Null bis zum Ende der Korrektur. Sogar die Gruppe von Rabbi Schimon musste die gleichen Phasen durchwandern.

Ohne unseren Hasser zu enthüllen, können wir die Kabbala nicht studieren und das Licht nicht anziehen. Mit all unseren Kräften versuchen wir uns zu vereinigen, und beginnen dadurch zu verspüren, wie taub unser Herz ist und wir einen faden Geschmack im Mund schmecken.

Aber das Ziel ist groß und das erzeugt eine Bedürfnis nach Licht, dass kommt und uns korrigiert. Wir lassen es nicht mehr in Ruhe, bis Er kommt und eine Verbindung zwischen Freunden einrichtet, damit wir ein gemeinsames Kli werden, in gegenseitiger Bürgschaft, wie ein Mensch mit einem Herzen, mit einem gemeinsamen Verlangen.

Dies fordere ich, und selbst wenn ich nicht genau verstehe, was das heißen soll, selbst wenn ich keinen winzigsten Impuls nach Vereinigung habe, trotzdem schreie ich mit allen gemeinsam.

So beginnen wir den Sohar zu lesen, aus dem Wunsch heraus uns zu verbinden. Dieser Zusammenschluss erlaubt uns das höhere Licht anzuziehen. Erst jeder persönlich, und dann durch das umgebende Licht (Or Makif) erreichen wir die Einheit.

In dieser Einheit erlangen wir die höhere Welt. Die spirituelle Stufe äußert sich in unserer gegenseitigen Verbindung.

Zuerst enthüllen wir den bösen Trieb zwischen uns (1), dann fordern wir das Licht, das uns verbindet (2). dann vollbringt das Licht seine Aufgaben und verbindet uns in der mittleren Linie, im gemeinsamen Verlangen (3).

Aus einem Unterricht über die Einleitung in das Buch Sohar, 14.11.2010

Wir lernen, den Pharao zu benutzen

Eine Frage, die ich erhielt: Ich versuche wirklich sehr, den Machsom zu überqueren, doch der Pharao gewinnt immer die Oberhand. Und in einem bestimmen Moment verliere ich den Glauben und verbinde mich mit der Gruppe nur aus Gewohnheit und nicht aus dem Bestreben heraus. Das ärgert mich. Was soll ich nun tun? Den Pharao um einen Passierschein zum Schöpfer bitten?

Meine Antwort: Nein, schlage den Pharao. Denn er ist dein Hasser, der dich nicht zum Schöpfer lässt. Er steht zwischen euch.

Man muss verstehen, dass der Schöpfer selbst den Pharao vor dich gestellt hat. Um ein starkes und richtiges Verlangen in dir zu entwickeln, hat er ein besonderes Hindernis auf deinen Weg gestellt.

Dieses Hindernis, dein Egoismus, der Pharao selbst, „meißelt“ dich, formt einen neuen Aufschwung aus dir – ein richtiges und starkes Bestreben nach der spirituellen Welt.

Wenn der Pharao nicht wäre, hättest du nach der Spiritualität nicht gesucht. Du hättest das Materielle gewollt, in dem Glauben, es sei die „Spiritualität“.

Doch der Pharao biegt diese Nichtübereinstimmung gerade. Du drückst – er schlägt, du drückst – er schlägt, immer und immer wieder, und durch diese Schläge verleiht er dem Block deines Verlangens die richtige Form – das Verlangen zu geben (Zura melubeshet be chomer).

Im Endeffekt gehst du wie ein Schlüssel genau in das Schlüsselloch hinein – und die Tür öffnet sich. Deshalb steht geschrieben, dass „der Pharao die Söhne Israel dem Schöpfer näher bringt“ – diejenigen, die auf Ihn gerichtet sind.

Wir glauben, dass es in der Natur böse Kräfte gibt, doch in Wirklichkeit ist es nicht so. Wenn die Eigenschaft des Gebens in mir zu herrschen beginnt, werde ich feststellen, dass es kein Übel gibt und alle negativen Faktoren dazu berufen wurden, das Verlangen zu geben aus mir zu erschaffen.

Sie alle sind Hilfe von oben. Sobald ich die Form des Gebens annehme, werden sie keinen Druck auf mich auszuüben brauchen.

Man muss nur verstehen, wie man mit diesen Kräften arbeiten soll. Je schneller wir das begreifen, desto schneller werden wir die neue Form erlangen und auf die Welt kommen.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 12.11.2010

Die erste Hinrichtung des Pharaos

Eine Frage, die ich erhielt: Welches Böse sollen wir noch offenbaren, um das Licht zu erlangen?

Meine Antwort: Wir sollen öffnen, dass unsere ganze Natur der Pharao ist, der uns daran hindert, dass wir über uns selbst hinaufsteigen

Anstelle des Hasses mögen wir ihn am Anfang, wir genießen es noch, uns darin zu befinden. Infolge der Schläge, die wir jetzt bekommen werden, werden wir in unserer Natur enttäuscht, wir werden verstehen, dass wir auf diese Weise die Spiritualität nicht erreichen können.

Somit haben wir zum ersten Mal die eigene Natur, als den bösen Trieb, den Hass, als Hindernis zum Begreifen des Schöpfers und der Spiritualität erkannt. Das wird die Überwindung der ersten aus  zehn Plagen unseres Pharaos genannt.

Und für die neun übrigen Hinrichtungen werden wir, meiner Ansicht nach, keine neun Kongresse brauchen.

Wir werden diese auch in der Verbindung untereinander zur gewöhnlichen Zeit, in unseren Unterrichten, durchziehen können. Und wir werden sie schnell durchgehen, weil die erste Stufe das Wichtigste in jeder Etappe zur Spiritualität ist.

Und später geht alles glatter, bis diese Etappe endet. Jetzt soll uns z.B. das Übel bewusst werden; und diesen Prozess haben wir begonnen.

Folglich wird das schon die Flucht vom Pharao, der Ausgang aus Ägypten sein; und das heißt die spirituelle Geburt.

Aus dem Programm „Wochenabschnitt“, 12.11.2010

Die Leiden des Egoismus verwandeln ihn in ein Gefäß

Um eine neue Wahrnehmung zu bekommen, brauchen wir ein grösseres Verlangen, welches uns erlaubt, unsere Tendenz, alles sich selbst einzuverleiben, durch die Bestrebung zum Geben zu ersetzen.

Dieser Übergang zu der entgegengesetzten Wahrnehmung, in die Bestrebung zum Geben, ist sehr schwierig. Er ähnelt einer Geburt, die auch in unserem Jahrhundert der modernen Medizin, noch immer eine besondere Handlung ist.

Denn das Kind wird von dem speziellen Platz, an den es gebunden war, ausgestossen. Es bekam dort eine besondere Nahrung und Schutz, es wirkten besondere Gesetze. Dieses Milieu stiess es nicht aus, das Kind wurde dort genährt.

Jetzt betritt es eine unfreundliche Welt, in welcher es wachsen muss, für sein Leben kämpfen muss. Das ist eine beispiellose Umwälzung im Leben.

Dasselbe geschieht auch bei der spirituellen Geburt, wenn sich ein neues universelles Sinnesorgan für die äusseren, ausserhalb der Gebärmutter dieser Welt befindlichen Empfindungen, enthüllt. Dieses Sinnesorgan basiert auf dem Geben, und wir beginnen darin eine neue Welt zu spüren.

Auf dem Kongress haben wir einen grossen Schritt in diese Richtung gemacht. Unser grosses Verlangen nach dem „geboren werden“  hat uns schon ein wenig von den Geburtswehen fühlen lassen, und dann sahen wir, dass wir dazu noch nicht fähig sind. Etwas hindert uns, wirft uns wieder zurück.

In der Zusammenfügung mit der guten Kraft, die uns mitreisst nach vorn, haben wir auch eine schlechte Kraft gespürt, die uns zurückstößt in den Mutterleib, und nicht aus den Begrenzungen dieser Welt herauslässt, uns die neue Welt noch nicht fùhlen lässt.

Wir müssen noch einige von solchen Geburtswehen durchmachen, bis wir schliesslich geboren werden. Wie viele, und in welchem Zeitraum, hängt nur von uns ab. In jedem Fall aber, kann ohne sie der Vorgang der Geburt nicht vollendet werden, wir gelangen nicht nach aussen.

Wàhrend der Geburt stoßen zwei Kräfte aufeinander, der Druck von innen und Gegenstöße von aussen. Diese Auseinandersetzung bringt uns ein neues, starkes Verlangen in die spirituelle Welt zu kommen. Und ohne dieses Verlangen kommen wir nicht weiter.

In der Tora werden die Geburtswehen „Ägyptische Plagen“ genannt. Unser Egoismus muss zehn „ein volles Mass“ der Leiden erleben, die sich im Verlangen deutlich machen, und zur Form eines Gefäßes, eines Kli, umgewandelt werden.

So entsteht aus dem formlosen Lehmklumpen ein Gefàss, welches bereit ist, das Hòhere Licht zu empfangen.

Wir müssen durch diese Geburtswehen hindurch, um die richtige Form anzunehmen, ohne die wir nichts Spirituelles wahrnehmen kònnen.

Mit diesem Vorgang haben wir auf dem Kongress angefangen. Das Licht befindet sich um uns herum und wartet auf die Stelle, durch die es eintreten kann.