Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Wo bin ich dann?

Eine Frage, die ich erhielt: Wer bin „ich“ und wie kann ich mich von dem „Film“ der Realität losloesen?

Meine Antwort: Zur Zeit kannst du dich nicht von dem Film loesen. Du lebst ja in diesem Film – ausschließlich in dem Wunsch, zu genießen.

Aber wenn du dich sowohl in dem Wunsch, zu genießen, als auch in dem Wunsch, zu geben befinden würdest, wenn du zwei Kräfte – die Kraft des Schöpfers und die Kraft der Schöpfung zusammen in dir hättest, wenn das Licht dir leuchten würde und dir seine Eigenschaften des Gebens bringen würde, dann würdest du anfangen, zu unterscheiden, wo du bist und wo der Film.

Aber heute bist du nicht in der Lage für eine solche Analyse deiner Welt, weil du nur den Wunsch zu genießen hast.

Ob das Licht in dir arbeitet, weißt du nicht. Du bist wie ein Kleinkind. Es weiß nicht, wer für ihn sorgt, und was geschieht. Und es weint, weil es ihm schlecht geht, ohne zu wissen, an wen sich das Weinen wendet.
Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“, 20.10.2010

Kongress 2010, Lektion 3, 09.11.2010

Lektion 3 – „Der Sohar“

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Vom Hass zur Vollkommenheit

Eine Frage, die ich erhielt: Wozu brauchen wir den Hass?

Meine Antwort: Solange ich dich nicht kenne, gibt es zwischen uns nicht die geringste gegenseitige Durchdringung, zwischen uns enthüllt sich keine Verbindung, und ich empfinde keinen Hass dir gegenüber.

Du kannst irgendwo in Alaska leben, und du gehst mich nichts an. Doch je weniger entfernt voneinander wir sind, desto mehr gerätst du in mein Blickfeld.

Wenn du mein Nachbar bist, beobachte ich dich ganz genau: dort hast du Müll hinterlassen, gestern war es zu laut bei dir, usw., usf.

Auf diese Weise enthüllen wir, wie sehr wir miteinander verbunden sind. Doch wir alle sind Egoisten. Unser Ego plus die Verbindung zwischen uns erzeugt den Hass.

Fortsetzung der Frage: Doch wann verschwindet dieser Hass?

Meine Antwort: Er verschwindet nicht! Wir können nirgendwohin, wir können nicht voreinander weglaufen. Das ist das Problem!

Wir müssen zum Frieden und zum Einvernehmen zwischen uns kommen – über unserem Hass, ohne ihn zu zerstören, sondern indem wir uns darüber erheben – darin besteht die Erreichung der Vollkommenheit, wie geschrieben steht: „Liebe deckt alle Vergehen zu!“ Der Frieden (hebr. Shalom) bedeutet Vollkommenheit (hebr. Shlemut).

Aus dem Programm „Kabbala für Anfänger“ vom 27.10.2010

Der Schritt zwischen den Welten

Es gibt zwei parallele Systeme der Verbindung zwischen uns:

1. Das egoistische System, das wir jetzt empfinden

2. Das innere, korrigierte System. Es ist unsere folgende Etappe. In diesem System, das schon existiert, aber vor uns verborgen ist, halten wir uns in der Absicht „Lischma“ auf, darin befindet sich das Licht – das innere Licht (Or Pnimi).

Wenn wir uns mit dem folgenden Zustand verbinden wollen, ihn erreichen möchten, dann rufen wir auf uns den Einfluss des Lichtes hervor, das auf uns von der Ferne einwirkt – das uns umgebende Licht (Or Makif).

Wie ist die Beziehungen zwischen diesen zwei Stufen – zwischen der jetzigen und der zukünftigen zu erreichen, damit uns das umgebende Licht leuchtet? Zwischen ihnen gibt es den Unterschied – von „Lo Lischma“ zu „Lischma“, und ich möchte, dass das Licht O“M in mir diese Veränderung bewirkt.

Wie ist es zu machen? – Mit Hilfe des Buches Sohar. Deshalb haben die Kabbalisten für uns die Bücher geschrieben. Wenn wir danach streben, dieses höhere System zu enthüllen, die innere, korrigierte, enge Verbindung zu erreichen – dann müssen wir darüber lesen.

Dabei ist unwichtig, dass wir nichts verstehen. Hier wirkt sich der Unterschied zwischen den Stufen (zwischen den Zuständen, den Welten) aus.

Wie kann ich die Höhere Welt verstehen, wenn ich mich dort nicht befinde, oder im Vergleich zu ihr gar nicht existiere? – Natürlich, bin ich nicht fähig, sie zu empfinden und zu verstehen. Aber ich kann trotzdem darüber lesen.

Die Kabbalisten haben in einer klaren Sprache etwas über eine andere, höhere Welt geschrieben. Und ich sehe diese Buchstaben an – und verstehe nichts…

Aber ich bemühe mich weiterhin, wie ein Kind, das diese Welt zu verstehen versucht – wodurch das umgebende Licht O“M hervorgerufen wird. Eben darin liegt der ganze Sinn des Lesens des Buches Sohar.

Im Unterricht sitzen heute unsere Freunde, die Vertreter der 50 Länder. Jeder von ihnen schaut diese unbekannten Buchstaben an und wünscht sich sehnsüchtig, die Spiritualität zu erreichen.

Infolge des Wunsches, die Spiritualität zu erkennen, darin zu leben (denn es handelt sich um die Seele in einem höheren Zustand), infolge all dieser Bemühungen, ruft der Mensch auf sich das Licht hervor, das zur Quelle zurückführt – das umgebende Licht O“M

Das heißt, während des Lesens sollen wir uns zusammen verbinden und wünschen zu empfinden (nicht zu verstehen), was im Sohar geschrieben ist. Dann wird das Buch in uns den Schirm öffnen – worauf hin wir die Höhere Welt sehen werden.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 07.11.2010

Würze dein Verlangen

Eine Frage, die ich erhielt: Warum beginnen wir unsere spirituelle Arbeit in der Tora und Mizvot von einer egoistischen Absicht, lo-lischma?

Meine Antwort: Unserer Stoff ist der böse Anfang.
Es steht geschrieben: „Ich hab den bösen Trieb und die Tora als Gewürz geschaffen“. Auf den bösen Trieb ist ein Gewürz aufgetragen, wie eine Creme.

Die Tora bringt mit sich das umgebende Licht (Or Makif), das unseren Stoff „plattiert“ und ihn zur Quelle zurück bringt. Mit anderen Worten: die Tora ist das Licht, dass unsere Absicht korrigiert und sie vom Eigennutzen, auf den Nutzen des Nächsten umorientiert.

„Böser Anfang“ – ist das Verlangen, dass auf das Böse, also auf den Eigennutzen, ausgerichtet ist. Das Licht kommt und wandelt ihn in des Guten Anfang, in das Verlangen, dass auf das Gute, auf den Nutzen des Nächsten ausgerichtet ist, um.

So stellt sich heraus, dass die Tora das Gewürz ist, denn sie fügt ein winziges Stückchen hinzu, würzt das Verlangen mit der richtigen Absicht. Früher hast du es für das Böse genutzt und jetzt für das Gute.

Und die Gebote sind die Handlungen, mittels welchen du das Ziel, dass dein ganzes Verlangen dem Schöpfer ähnlich werde, in das Leben umsetzt.

In dich enwickelt sich eine Kette der Handlungen die in kleinen Portionen nach einander folgen. Du führst sie aus, damit am Ende, all deine Wünsche zum Geben ausgerichtet sind. Dadurch erfüllst du die Gebote des Schöpfers, d.h. die Korrekturen in sich.

Aus einem Unterricht über eine Artikel von Rabasch, 04.11.2010

Das ganze Gelingen kommt vom Schöpfer

Uns eröffnet sich eine großartige Gelegenheit. Von einem Kongress zum nächsten sehen wir, dass sie sich alle unterscheiden. Heute sind wir an einem besonderen Zustand angelangt, und uns wird eine große Unterstützung von oben zuteil.

Seitdem sich die Gruppe gebildet hat, können wir stets beobachten, wie der Schöpfer sie voranbringt und beschützt. Von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr erzielen wir immer größere Erfolge. Hätten wir es etwa alleine in einem so großen, globalen Ausmaß so weit bringen können, ohne einen einzigen Schritt im Voraus zu kennen?

In der ganzen Geschichte hat niemand das getan, was „wir tun“. Noch keiner ist an die Korrekturen herangetreten, die „wir versuchen zu vollziehen“. Es wird uns wirklich so viel geholfen, dass ich nicht aufhören kann, mich darüber zu wundern, womit wir eine solche Haltung verdient haben.

Uns wird die Möglichkeit gegeben, so große spirituelle Korrekturen anzupacken und selbst nach materiellen Maßstäben riesige Treffen und Kongresse mit Tausenden von Teilnehmern zu veranstalten, eigene Fernsehkanäle zu haben, Verbreitung über Massenmedien zu betreiben, Lernprogramme in verschiedenen Sprachen auszuarbeiten.

Der Schöpfer bereitet uns vor. Alles, was wir bis jetzt erreicht haben, kam von Ihm. Und nun hilft Er uns bei der Vorbereitung auf den Kongress, den „wir veranstalten“, um Ihn zu enthüllen. Wollen wir hoffen, dass wir dessen würdig sein werden, und Er sich nicht mehr verbirgt, sondern Sich uns enthüllt.

Aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel vom 05.11.2010

Kabbalisten über die „Kabbala heute“, Teil 3

Liebe Freunde! Ich bitte euch, Fragen zu diesen Zitaten von großen Kabbalisten zu stellen.

Anmerkungen in Klammern sind von mir [M. Laitman].

Ein Beweis dafür, dass unsere Generation schon die Zeit der Messias erreicht hat

Da die ganze Wissenschaft der Kabbala vom Geheimnis der Offenbarung des Schöpfers berichtet, ist selbstverständlich, dass es keine andere Wissenschaft gibt, die ihr in ihrer Wichtigkeit und ihrem Erfolg gleichkommen könnte.

Und die Absicht der Weisen der Tora bestand darin, ein System der Erkenntnis zu kreieren, welches sich dazu eignet, sich damit zu beschäftigen.

Sie taten das insgeheim (aus bekannten Gründen wurde beschlossen, sie zu verbergen), doch dies musste nur eine bestimmte Zeit andauern, und nicht immer, wie es im Sohar heißt: „Und die Weisheit der Kabbala wird sich am Ende der Tage offenbaren, auch in den Kindern“.

Baal HaSulam. Die Lehre der kabbala und deren Wesen.

Der sich in der Gruppe enthüllt, wird auch der Schöpfer sein

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn ich fühle, dass ich mich von einem Freund entfernt habe, oder der Freund scheint sich von mir entfernt zu haben, bedeutet das, dass ich mich auch in Bezug auf den Schöpfer in der gleichen Situation befinde? Und wie soll man damit arbeiten?

Meine Antwort: Es gibt unterschiedliche Zustände, und deshalb, wenn es sich um einen Freund handelt, kann es Parallelen mit dem Schöpfer geben, muss es aber nicht.

Anders sieht es damit aus, inwiefern ich die Gruppe und das Ziel, welches wir unter den Freunden enthüllen, schätze. Denn die Gruppe, das Ziel und der Schöpfer sind eins.

Nur ist die Gruppe das Gefäß/Verlangen/Kli, und der Schöpfer/die Eigenschaft des Gebens ist das Licht, welches dieses Verlangen erfüllt und in diesem Verlangen in dem Maße ihrer Ähnlichkeit miteinander zum Vorschein kommt.

Letztendlich werden das Gefäß und das Licht die vollständige Übereinstimmung nach der Eigenschaft des gegenseitigen Gebens, der Einheit erreichen und unzertrennlich sein.

Also muss der Gruppe sogar eine größere Wichtigkeit als dem Schöpfer beigemessen werden. Sie ist ein Mittel, ohne welches ich Ihn nicht erreichen kann, und zum jetzigen Zeitpunkt ist für mich gerade das Mittel wichtig.

Rabash führt als Beispiel einen kleinen Regierungsbeamten an, von dem ich mehr als von der gesamten Regierung abhänge.

Während sich die Minister mit den Staatsangelegenheiten beschäftigen, trifft der Beamte eine konkrete Entscheidung in meinem Fall: er kann genehmigen, kann aber auch ablehnen.

Die Gruppe stellt eine Sammlung von unseren kleinen Verlangen dar, die danach streben, den Schöpfer, die Eigenschaft des Gebens, zu enthüllen.

Man muss ein für alle Mal eine Entscheidung für sich treffen: ich selbst kann mich nicht an den Schöpfer wenden. Meine Bitte wird nur in der Gruppe umgesetzt, und von dem Schöpfer weiß ich nicht, wer Er ist, es wir aber derjenige sein, der sich in ihr enthüllt.

Aus dem Unterricht über einen Artikel von Rabash vom 05.11.2010

Damit wir erhört werden…

Wir wissen, dass keine Anstrengungen und keine Schreie von uns an sich helfen werden. Sie sind mit dem Schreien eines Säuglings zu vergleichen – es muss Einen geben, der ihn erhört – die Mutter, Bina oder der Schöpfer.

Der Schrei kann nur erhört werden, wenn er korrekt, d.h. auf das wahre Ziel gerichtet ist – auf die Vereinigung, auf das Erhalten der Kraft des Gebens. Darum müssen wir uns verbinden, um zwischen uns eben das Verlangen zu geben zu erschaffen und dann gemeinsam zum Schöpfer zu schreien.

Und darum lesen wir gemeinsam das Buch Sohar und wollen uns miteinander verbinden, auch wenn das über das Internet, das Fernsehen und alle möglichen Kommunikationsmittel geschieht.

Und es ist unwichtig, dass unsere Verbindung erst einmal egoistischer Natur ist, denn jeder von uns wird vom Verlangen für sich selbst (lo liShma) bewegt. Wir sind bereit, uns zu verbinden, wollen aber alle daran verdienen. So ist unsere Natur, und es macht keinen Sinn, uns selbst zu belügen.

Wir sind Egoisten, und jeder von uns versteht, dass er sich mit den Anderen verbindet, um irgendeinen Nutzen davon zu tragen, sonst könnte niemand von uns auch nur die kleinste Handlung vollziehen, er hätte keine Energie, sich mit den Anderen zu verbinden.

Doch diese physische Verbindung, Versammlung an einem Ort oder virtuell zur gleichen Zeit in einem Gedanken ist die einzige uns erlaubte Handlung. Denn noch können wir nur physische Handlungen ausführen – so werden Handlungen genannt, die in unserem Egoismus vollzogen werden.

Doch außer dieser Handlung benötigen wir, dass das höhere Licht, das zur Quelle zurückführt – das umgebende Licht (O“M) – auf unsere egoistische Verbindung einwirkt.

Dieses Licht nennt sich das umgebende Licht (Or Makif), weil es aus der Ferne, aus unserem nächsten Zustand scheint – aus den korrigierten Verlangen/Kelim, in den Verlangen „liShma“ – mit der Absicht zu geben.

Doch wenn wir uns sehr große Mühe geben, danach zu streben, können wir seine Einwirkung auf uns hervorrufen, denn wir befinden uns in der Welt der physikalischen Gesetze der Natur (des Schöpfers). Durch das Lesen des Buches Sohar ziehen wir das Licht an uns heran, weil wir uns unbewusst an unsere nächste Stufe anschließen.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 07.11.2010

Ich bleibe in Verbindung!

Eine Frage, die ich erhielt: Ich komme nicht zum Kongress, doch ich habe das Gefühl, dass ich bereits dort bin. Wie soll ich mich in diesem Gefühl bestärken?

Meine Antwort: Mit uns zusammen sein. Vor dem Kongress werden wir vom Ort der Ereignisse berichten, wir werden zeigen, wie wir uns darauf vorbereiten, die Teilnehmer zu empfangen, und wie Freunde aus aller Welt sich an der Arbeit beteiligen.

Versucht außerdem, in eurer Gruppe, in eurem Zentrum alles Nötige dafür vorzubereiten, um mit uns zusammen zu sein.

Nehmt, wenn möglich, von der Arbeit frei, bereitet etwas zum Essen vor usw., damit euer Programm mit der direkten Übertragung übereinstimmt.

Und schickt Briefe. Wir werden uns bis zur ersten Kongresslektion live nicht mehr sehen, schickt also eure Fragen an meine Email-Adresse, und ich versuche sie gleich im Blog zu beantworten. Schreibt, ich bleibe in Verbindung!

Aus dem Unterricht nach einem Brief von Rabash vom 07.11.2010