Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Leiden des Egoismus verwandeln ihn in ein Gefäß

Um eine neue Wahrnehmung zu bekommen, brauchen wir ein grösseres Verlangen, welches uns erlaubt, unsere Tendenz, alles sich selbst einzuverleiben, durch die Bestrebung zum Geben zu ersetzen.

Dieser Übergang zu der entgegengesetzten Wahrnehmung, in die Bestrebung zum Geben, ist sehr schwierig. Er ähnelt einer Geburt, die auch in unserem Jahrhundert der modernen Medizin, noch immer eine besondere Handlung ist.

Denn das Kind wird von dem speziellen Platz, an den es gebunden war, ausgestossen. Es bekam dort eine besondere Nahrung und Schutz, es wirkten besondere Gesetze. Dieses Milieu stiess es nicht aus, das Kind wurde dort genährt.

Jetzt betritt es eine unfreundliche Welt, in welcher es wachsen muss, für sein Leben kämpfen muss. Das ist eine beispiellose Umwälzung im Leben.

Dasselbe geschieht auch bei der spirituellen Geburt, wenn sich ein neues universelles Sinnesorgan für die äusseren, ausserhalb der Gebärmutter dieser Welt befindlichen Empfindungen, enthüllt. Dieses Sinnesorgan basiert auf dem Geben, und wir beginnen darin eine neue Welt zu spüren.

Auf dem Kongress haben wir einen grossen Schritt in diese Richtung gemacht. Unser grosses Verlangen nach dem „geboren werden“  hat uns schon ein wenig von den Geburtswehen fühlen lassen, und dann sahen wir, dass wir dazu noch nicht fähig sind. Etwas hindert uns, wirft uns wieder zurück.

In der Zusammenfügung mit der guten Kraft, die uns mitreisst nach vorn, haben wir auch eine schlechte Kraft gespürt, die uns zurückstößt in den Mutterleib, und nicht aus den Begrenzungen dieser Welt herauslässt, uns die neue Welt noch nicht fùhlen lässt.

Wir müssen noch einige von solchen Geburtswehen durchmachen, bis wir schliesslich geboren werden. Wie viele, und in welchem Zeitraum, hängt nur von uns ab. In jedem Fall aber, kann ohne sie der Vorgang der Geburt nicht vollendet werden, wir gelangen nicht nach aussen.

Wàhrend der Geburt stoßen zwei Kräfte aufeinander, der Druck von innen und Gegenstöße von aussen. Diese Auseinandersetzung bringt uns ein neues, starkes Verlangen in die spirituelle Welt zu kommen. Und ohne dieses Verlangen kommen wir nicht weiter.

In der Tora werden die Geburtswehen „Ägyptische Plagen“ genannt. Unser Egoismus muss zehn „ein volles Mass“ der Leiden erleben, die sich im Verlangen deutlich machen, und zur Form eines Gefäßes, eines Kli, umgewandelt werden.

So entsteht aus dem formlosen Lehmklumpen ein Gefàss, welches bereit ist, das Hòhere Licht zu empfangen.

Wir müssen durch diese Geburtswehen hindurch, um die richtige Form anzunehmen, ohne die wir nichts Spirituelles wahrnehmen kònnen.

Mit diesem Vorgang haben wir auf dem Kongress angefangen. Das Licht befindet sich um uns herum und wartet auf die Stelle, durch die es eintreten kann.

Die Geburt: die ersten Wehen

Auf dem Kongress haben wir versucht, den Machsom zu überqueren, in der spirituellen Welt geboren zu werden, ein neues Sinnesorgan zu erhalten und das wahrzunehmen, was sich außerhalb des Verlangens zu genießen befindet. Eine solche Wahrnehmung wird als äußere bezeichnet, weil sie auf das Geben gerichtet ist.

Wir haben gesehen, dass das sehr schwer ist. Der Gegendruck hat uns sofort abkühlen lassen, hat uns „eingefroren“. Und nun wollen wir nicht mehr, glauben, dass wir nicht fähig sind: „Alles, nur nicht das, bloß keine wahre Verbindung und in ihr später dann die höhere Welt“.

Im Endeffekt haben sich unsere Erwartungen nicht erfüllt. Der Egoismus, der Pharao, hat uns zurückgeworfen.

Dadurch haben wir einen leichten Hass ihm gegenüber verspürt, haben unseren Feind, Hasser enthüllt, haben angefangen zu verstehen, dass, wenn wir keine Oberhand über ihn gewinnen, wir nicht geboren werden können. Der Gegner ist ermittelt, und wir erkennen ihn immer deutlicher.

Nun müssen wir noch einige ähnliche Handlungen durchführen. Jedes Mal werden sie eine andere Form annehmen – denn in der Spiritualität wiederholt sich nichts. Die Handlungen sind scheinbar die gleichen, werden jedoch anders wahrgenommen, und im nächsten Zustand ist der vorangegangene nicht zu erkennen.

Die Rede ist von den Geburtswehen, die auf Hebräisch „Zirim“ heißen – genauso wie die Türangeln. Der Mutterleib, in dem wir uns befinden, erinnert in seiner Form an den geschlossenen Buchstaben Mem (ם). Mem bedeutet Bina, die uns zwischen zwei Türen einschließt. „Tür“ bedeutet auf Hebräisch Delet. Mit anderen Worten: wir befinden uns zwischen zwei Buchstaben Dalet (ד), die den Buchstaben Mem bilden.

Während der Wehen drücken wir gegen die Tür, damit sie sich öffnet – sich um die Türangeln dreht. So drückt das Kind von innen, um nach außen zu gelangen (Zir – Achse, Zirim – Türachsen, Rechem – Gebärmutter, von Rachamim – Barmherzigkeit, die Eigenschaft von Bina).

Unsere Geburt wird vom Pharao behindert, von unserem Egoismus, welcher absichtlich vom Schöpfer auf so eine Art uns Weise erschaffen wurde, damit er den Gegendruck erzeugt, bis wir ein starkes Verlangen erhalten, bis wir würdig sind, den Schöpfer, die äußere Realität zu sehen und wahrzunehmen, in ihr zu leben. Denn ansonsten bleiben wir eine Frühgeburt, die für die neue Welt nicht reif ist.

Also ist der Pharao eine gute Kraft. Und obwohl er sich uns als verhasst präsentiert, bildet sein Widerstand ein Verlangen in uns, das stark genug ist, die Tür der Gebärmutter zu öffnen und nach außen hinauszugehen.

Wir haben mit der Arbeit begonnen, die uns von der Macht des Pharao befreit, und ich bin sehr froh, dass wir diesen Abschnitt erreicht haben. Ich habe lange darauf gewartet.

Je größer die Enttäuschung, je stärker der Widerstand, je tiefer die Verzweiflung, nachdem die Erwartungen nicht erfüllt worden sind und der Mensch zurückgestoßen wurde, desto besser ist es, desto größer ist der Hass gegen den Pharao. Wir haben eine Geburtswehe hinter uns. Ein paar weitere Wehen und wir werden auf die Welt kommen!

Lasst uns die Geschwindigkeit vorantreiben – das hängt von unserer Arbeit ab. Soll die Kraft, mit der wir nach vorne streben, mit der Kraft des Pharao, der uns zurückstößt, zu einem entscheidenden Ruck für die Geburt verschmelzen!

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash von 12.11.2010

Zwischen Liebe und Hass liegt nur eine Stufe

Versucht nicht aus einem Menschen ein Tier zu machen und die spirituelle Welt an ein mechanisches Schema anzuketten.

Diese Welt ist voll von Abenteuern und Ungewissheiten, die sich plötzlich unterwegs enthüllen, und du erkennst, dass es anders war, als du geglaubt hast, oder vielleicht sogar umgekehrt.

Wenn die Verbindung zwischen den Dingen sich auf einer tieferen Ebene enthüllt, machst du ein vollständiges „Upgrade“ (eine neue Einstellung) auf dein gesamtes „Programm“. Du siehst, dass du jetzt ein neues Werkzeug/neue Kelim, neue Verbindungen nutzen kannst.

Es ist klar, dass die Grundlage die gleiche bleibt: der Schöpfer, die Schöpfung, der Entwicklungsprozess mit Hilfe des umgebenden Lichtes, die Verlangen G„E und ACHaP, eine größere Verbindung der Seelen – die konkreten Erscheinungen können jedoch vollkommen gegensätzlich sein.

Innerhalb des gleichen Verlangens zu geben enthülle ich plötzlich in einer größeren Tiefe/Awiut vollkommen neue Verbindungen! Ich habe nicht gedacht, dass der Feind auf meiner Stufe zu einem geliebten Freund auf einer höheren Stufe werden kann! Und auf der höchsten Stufe umarme ich Haman – dieser vollendete Verbrecher wird zu einer heiligen Gestalt.

Wie kann es sein, dass es auf der untersten Stufe mein größter Feind, dem ich mich unmöglich nähern kann, ist und ich auf der höchsten Stufe mit ihm verschmelze?

Und wenn zwei Kabbalisten sich auf diesen Stufen, die beide spirituell sind, befinden, werden sie nicht miteinander einverstanden sein! Wie kannst du nur meinen Feind lieben? Können wir keine Freunde mehr mit dir sein?

Für einen Menschen, der die Endkorrektur/Gmar Tikun erreicht hat, sind Haman, Hitler, Ahmadinedschad, alle Menschenhasser Kräfte der Heiligkeit. Du hast sie auf den früheren Stufen gehasst und schließt auf der höchsten Stufe Frieden mit ihnen.

Das ganze Problem besteht darin, dass wir mit unserem begrenzten Verstand nicht in der Lage sind, zwei Gegensätze miteinander zu verbinden: wie kann ein Elektron gleichzeitig Welle und Teilchen sein, wie kann ein Teilchen sich gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten befinden?

Umso weniger verstehen wir, wie darüber, in der spirituellen Welt, alles aus zwei Gegensätzen, die zusammen existieren, bestehen kann: der Todesengel und der heilige Engel, der Schöpfer und der Pharao.

Wir können das mit unserem irdischen Verstand nicht begreifen und wollen hören, welche von zwei gegensätzlichen Antworten die richtige ist, dabei entsprechen sie beide der Wahrheit! Gerade bei der Verbindung von Gegensätzen enthüllt sich die spirituelle Welt, der Schöpfer!

Aus dem Unterricht nach „Beit Shaar haKavanot“ vom 04.11.2010

Offenbaren Sie die Kraft der Liebe!

Wenn der Mensch die Spiritualität enthüllt, dann beginnt er zu empfinden, dass eine gewisse Kraft, welche in dieser Welt anwesend ist, den ganzen umgebenden Raum erfüllt.

Die Luft wird dicht und zart. Es ist die Kraft des Schöpfers, die Kraft des Gebens, die Kraft der Liebe, welche die ganze Welt des Menschen ausfüllt.

Wir sollen sie hervorrufen, damit sie in Form der uns verbindenden Kraft geöffnet wird. Mit ihrer Hilfe werden wir beginnen, uns wie ein Ganzes zu empfinden.

Man muss dieser Kraft nur mehr Aufmerksamkeit schenken, sie mit der Liebe und der Feinfühligkeit suchen. Lasst uns beginnen, sie zu empfinden!

Aus der 4. Lektion des Kongresses, 10.11.2010

Hat die Liebe eine Form?

Liebe deckt alle Vergehen zu, sie umhüllt sie quasi von außen, vernichtet sie nicht, sondern erschafft eine Bedeckung, und von der Größe der Vergehen hängt die Größe der Liebe ab.

Ansonsten hat die Liebe keine Form, ihre Form hängt vom Hass ab. Was können wir über das Glück erzählen? Fast gar nichts.

Dafür aber über das Unglück, in einem Drama enthüllen wir unendlich viele Zustände und Nuancen. Darüber wurden Romane, Filme, Musik geschrieben…

Das zeigt, dass alles mit der Erschaffung des bösen Triebes, mit der Erschaffung von Hass, Unglück, Leiden, Problemen beginnt. Wir müssen alle möglichen Formen dieser Zustände enthüllen und sie anschließend in Liebe einkleiden. Genau das wird die Form des Schöpfers sein.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 29.10.2010

Die Geburt einer neuen Stufe

Eine Frage, die ich erhielt: Ich bin zum Kongress mit einem Riesenverlangen gekommen, meine egoistische Schale zu durchbrechen. Mich lässt aber das Gefühl nicht los, dass ich jetzt sofort irgendetwas tun kann, muss, es aber nicht tue. Ich fürchte, dass dieser Kongress zu Ende geht und lediglich der Eindruck bleibt, sich jedoch nichts in mir ändert. Was muss ich jetzt sofort, in dieser Minute, in dieser Sekunde, in diesem Augenblick tun?

Meine Antwort: Als erstes stellen wir uns alle dieselbe Frage. Im Moment befindest du dich in Verbindung mit allen, im Bestreben, in Erwartung – und genau das bleibt von deinem ganzen Leben übrig. Es ist ungewiss, wie es verläuft, doch das bleibt für ewig deinem spirituellen Konto gutgeschrieben.

Es steht geschrieben, dass, wenn die Seele eines Menschen vor das höhere Gericht kommt, ihr zwei Fragen gestellt werden: „Hast du dich mit der Tora beschäftigt (hast du danach gestrebt, das Licht, das zur Quelle zurückführt, anzuziehen)? Hast du auf die Erlösung gewartet (um über das eigene Ego zu der zweiten Natur aufzusteigen)?“

Genau das versuchen wir hier umzusetzen. Und wenn jeder von uns spürt, dass er irgendetwas tun muss, dazu aber nicht in der Lage ist, dann ist gerade das gut.

Das ist sehr unangenehm und erinnert an die Geburtswehen, denn wir wollen unseren nächsten Zustand gebären – und sind dazu nicht fähig. Doch gerade durch diese Anstrengungen wird in uns von oben eine neue Stufe geboren.

Was tun? Noch ein wenig unser Herz öffnen, uns noch mehr mit den Anderen verbinden, noch stärker wahrnehmen, dass der Schöpfer sich zwischen uns enthüllen, in uns zu herrschen beginnen, uns dadurch näher bringen und uns auf diese Weise zur zweiten Natur erheben muss.

Genau darüber schreiben die Kabbalisten. Heute befinden wir uns in einem solchen Zustand, dass uns das ganze Material offen steht, alles wurde bereits dutzende Male erklärt. Wir müssen uns noch ein wenig anstrengen, doch nicht im Studium, nicht in der Verbreitung, sondern in einer solchen Verbindung wie jetzt, auf diesem Kongress.

Versuche alle in deinem Herzen zu spüren – uns lass den Schöpfer diese Arbeit tun! Dort, wo du fühlst, dass du nicht in der Lage dazu bist, ziehe Ihn heran!

Der Schöpfer sagt zu Moses: „Lass uns zum Pharao gehen!“, wie wir ein kleines Kind an die Hand nehmen. Denn der Moses in uns, der Punkt im Herzen, hat Angst vor dem Pharao. Selbstverständlich!

Gegen dieses Monster, unser Ego, können wir nichts tun! Ich spüre, dass ich es besiegen will, kann das aber nicht. Und im nächsten Augenblick will ich das gar nicht erst – es herrscht in mir. Und so geht es immer weiter, jedes Mal.

Dieser kleine Funke, der von dem ehemals spirituellen Zustand in mir übrig geblieben ist, kann nichts tun. Mit Hilfe dieses Funkens muss ich mich am Schöpfer festhalten, dann werde ich gegen mein Ego durchhalten können. Denn das ist ein solches Monster in mir, gegen das wir natürlich nichts tun können.

Ich halte den Schöpfer lediglich an der Hand fest und will mit Ihm sein, wie ein Kleinkind, das den Erwachsenen an der Hand zieht und ihn bittet, ihm das zu holen, was es will.

Genau so müssen wir vorankommen: „Ich will mich mit den Anderen verbinden! Ich will Einheit zwischen uns erlangen! Ich will jenes Verlangen, in dem sich der Schöpfer enthüllt, erreichen!“

Ich halte mich am Schöpfer mit Hilfe dieses kleinen Funkens fest, doch das ist nur ein Funke, ich muss Ihn jedoch ganz einfangen, mich mit Ihm verbinden.

Dann beginnt plötzlich dieses Ego, dieser Pharao allmählich zu verschwinden – und löst sich auf… Und ich bleibe mit dem Schöpfer, in der Verbindung mit den anderen Punkten in den Herzen meiner Freunde – uns so enthüllt sich die spirituelle Stufe.

Aus dem 4. Kongressunterricht vom 10.11.2010

Schreibe ein Gebet!

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn man zusammen mit der Gruppe in einem Saft „schmort“, fängt man an, Hass den Freunden gegenüber zu empfinden.Wie soll man genau an diesem speziellen Punkt den „spirituellen Verstand“ ansetzen, um sich über den Hass zu erheben? Was genau muss ich tun?

Meine Antwort: Ihr wollt die Lösung für das Problem auf der gleichen Ebene finden, auf der ihr euch befindet, und versteht nicht, dass das Problem sich eröffnet, um uns an einen anderen Ort zu ziehen.

Willst du das Problem lösen oder es loswerden? Du musst selbst zu einem anderen Ort übergehen, bis du dort wieder Hass und Abstoßung enthüllst, und von dort wirst du auch weitergehen müssen.

Um den Hass letztendlich loszuwerden, muss jedes Mal die Verbindung zwischen uns korrigiert werden.

Manchmal kann das mit Hilfe eines Mahls, einer gemeinsamen Handlung, irgendeiner künstlichen Veränderung erzielt werden, manchmal mit Hilfe des Studiums, vielleicht wird auch die Zeit das erledigen. Doch das zuverlässigste Mittel ist das Gebet.

Wenn du dich in einem Zustand der Begeisterung befindest, Hass empfindest und gleichzeitig begreifst, dass du dich über ihn erheben musst, versuche, ein Gebet zu schreiben! Sollen alle es jeden Tag in der Gruppe vorlesen, als eine Handlung der Vereinigung – das funktioniert.

Aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash vom 29.10.2010

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Kongress 2010, Lektion 6, 10.11.2010

Lektion 6 – „Wahrnehmung der Wirklichkeit“

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Eigene Natur ändern

Die Natur des Menschen ist völlig egoistisch. Deshalb selbst kann er sie nicht umwandeln und braucht eine äußere Kraft, die ihn ändern kann. Die Kraft kann nur durch das Studium der Wissenschaft der Kabbala verursacht werden.

„Tatsächlich, ich gebe zu, dass der Mensch dazu nicht in der Lage ist mit eigenen Kräften, eigene egoistische Natur, das Verlangen zu empfangen nur für sich, auf eine Entgegengesetzte, so dass man gar nichts für sich bekommt, aber alle Handlungen nur um des anderen Willen ausführt.

Aber deshalb hat uns der Schöpfer die Wissenschaft der Kabbala (Tora) und die Handlungen in der Gruppe (Gebote) gegeben. Indem wir versuchen die Gebote auszuführen, nicht für Eigennutzen, sondern um Ihm eine Freude zu bereiten, ändern wir unsere Natur.

Baal HaSulam. Artikel zum Abschluss des Sohars

Wie ist die Notfallnummer für den „Himmel“?

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn mich während des Kongresses das Verlangen zu genießen packt, ich mich hilflos fühle und „abstürze“, welche Hilferuftaste soll ich drücken, wen soll ich benachrichtigen?

Meine Antwort: Die Notfallnummer bekommt jeder am Eingang. Wie soll man aber den „Himmel“ erreichen?..

Ich glaube nicht, dass es etwas mit dem „Himmel“ zu tun hat. Der „Himmel“ ist die nächste Stufe, was bedeutet, dass das die Gruppe ist, die zu einem Ganzen verschmolzen ist, die ich mir vorstelle, die sich in der Bürgschaft und der Vollkommenheit befindet.

Und sie existiert wirklich in einem solchen Zustand. Ich kann mich aber außerhalb von ihr befinden oder mich auch innerhalb von ihr vorstellen.

Der „Himmel“ bedeutet das gemeinsame Verlangen/Kli einer höheren Stufe. Das sind wir alle, doch noch geschlossener. Es gibt keine Spiritualität in einer bereits fertigen Form. Wir bauen sie. Vor uns existiert gar nichts.

In uns gibt es Reshimot, die allmählich erwachen. Doch sie erwachen lediglich, und du durchlebst verschiedene Zustände und baust sie nach deinem Verlangen und deiner Absicht auf.

Wir selbst erschaffen Welten und Stufen. Bis zu unseren Handlungen gibt es nur Informationsdaten, aus denen wir die Stufen aufbauen. Doch vor uns gibt es keine Welten.

Aus diesem Grund kannst du dir die zukünftigen Zustände lediglich in Form einer immer stärkeren Vereinigung unseres gemeinsamen Verlangens/Kli vorstellen.

An dieses sollst du dich auch wenden – genau das ist der „Himmel“. Und er wird antworten: „Wenn du willst, kannst du näherkommen, wenn du nicht willst, bleib da, wo du bist…“.

Es stimmt, dass der Mensch sich nicht selbst aus dem Gefängnis befreien kann, doch er muss darum bitten, danach verlangen, Anstrengungen unternehmen, damit ihm geholfen wird.

Wenn der Mensch nicht versucht, in einer Verbindung mit uns zu sein, bekommt er keine Möglichkeit, voranzukommen. Wenn du fragst: „Wen soll ich um Hilfe bitten? – dann steht geschrieben: „Ich suche (bitte) meine Brüder“ – die Vereinigung.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 04.11.2010