Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Internationale Sprache der Seele

Eine Frage, die ich erhielt: Wie muss man sich richtig einstellen, wenn man Bücher liest, die die „Physik“ der Höheren Welt offenbaren – „Beit Shaar HaKavanot“ (Grundlagen der Absichten), oder TES (Talmud Eser Sfirot – die Lehre der zehn Sefirot)?

Meine Antwort: Das einzige, was ich tun muss, ist es, mich dem Schöpfer anzugleichen, zu Ihm aufzusteigen. Deswegen muss ich Seine Handlungen und Einstellungen nachmachen: wenn der Schöpfer im Bezug auf die Gruppe der „Gute und Gutes tuende“ ist, dann muss ich mich mit der selben Güte zu ihr verhalten.

Deswegen muss ich mich zuallererst um meine Einstellung zu meinen Freunden kümmern, die mir für die Arbeit gegeben wurden, damit wir zu einem Ganzen werden – in Einheit und Liebe.

Wenn ich einen solchen Zustand erreiche, beginne ich, mich zu ihnen genauso zu verhalten wie der Schöpfer – und in diesem Maße beginne ich, den Schöpfer wahrzunehmen! Denn Er und ich kommen uns nach dem Gesetz der Angleichung unserer Eigenschaften nahe und fühlen einander. So komme ich zur Verschmelzung mit Ihm. Nur daran soll man denken!

Und dafür reicht es auch, ins Buch zu schauen und zuzuhören – am wichtigsten ist, dass es sich um eine authentische, wahre Quelle handelt. Du brauchst nicht einmal die Sprache zu verstehen – unwichtig, du wirst sowieso nichts verstehen. Du musst nur Eines im Kopf behalten: jetzt bekommst du eine Arznei, die dich heilen soll! Sie muss in dir ein zusätzliches Sinnesorgan öffnen – und dann wirst du ohne Worte das Spirituelle führen und verstehen, denn ein Gefühl kann man nicht mit Worten zum Ausdruck bringen!

Ein Gefühl braucht keine Worte. Worte sind nur dazu nötig, einem Anderen davon zu erzählen – und innerhalb der Empfindung gibt es keine Worte.

Und du musst darauf warten, dass sich in dir eine gewisse spirituelle Wahrnehmung öffnet, ohne jegliche Worte. Das heißt eben die wahre Wissenschaft der Kabbalah, die dabei hilft, eine solche Wahrnehmung zu erreichen!
Aus dem Unterricht zu „Beit Shaar HaKavanot“, 18.11.2010

Der Sohar über das Gesetz des integralen Systems

Der Sohar, Abschnitt „Zaw“, Punkt 39: Es folgt daraus, dass SA die Sefira von Malchut fehlt, und da es generell an Malchut mangelt, fehlt es ihm auch in allen seinen Elementen an ihr, denn jede einzelne Sefira besteht nur aus neun Sefirot, und nicht aus zehn.

Wenn daher Malchut aufsteigt und sich mit SA verbindet, vervollständigt sie jedes seiner Elemente zu zehn Sefirot, (und) vervollständigt jedes seiner Organe.

Das ist das Gesetz des integralen Systems. Indem wir den kleinsten beliebigen Teil des Systems vervollständigen, vervollständigen wir alle seine Teile.

Alle einzelnen Sefirot von Malchut sind miteinander verbunden, wie auch alle Sefirot von Bina, S“A und Chochma. Denn alle Sefirot gehen aus dem Gesamtaufbau der Unendlichkeit hervor: Keter (K), Chochma (CH), Bina (B), Seir Anpin (S“A) und Malchut (M) oder die Spitze von Yud, Yud, das obere Hej, Waw und das untere Hej. Außer diesem Aufbau gibt es nichts.

Und alle Stufen und Welten, die sich scheinbar aus der Unendlichkeit nach unten bis zu dieser Welt ausgedehnt haben, stellen lediglich den gleichen Aufbau der Unendlichkeit dar, an den wir nicht in seiner 100% wahren Form herantreten können, und darum ist uns die Möglichkeit gegeben worden, den gleichen Aufbau in der verkleinerten Form, zu einem kleineren Prozentanteil zu korrigieren.


Darum vervollständigen wir immer die gleichen Sefirot. Jede Malchut in jeder Welt geht aus der Malchut der Unendlichkeit hervor, in allen ihren Teilen, die ihrerseits ebenfalls in ihre eigenen einzelnen Sefirot unterteilt werden usw.

Alle deren Malchuts gehören der gleichen Malchut der Unendlichkeit an. Jeder S“A gehört dem S“A der Unendlichkeit an. Genauso wie jede Bina der Bina der Unendlichkeit und jedes Chochma dem Chochma der Unendlichkeit angehören.

An jedem Ort ist jede Sefira, jede Eigenschaft mit ihrer Quelle verbunden. Und obwohl alle Sefirot über zehn Sefirot miteinander verbunden sind, existiert immer eine Verbindung zwischen den gleichnamigen Teilen.

Das heißt, die Lichter dehnen sich von oben nach unten über zehn Sefirot aus, von Keter zu Chochma, Bina, S“A und Malchut, oder in die andere Richtung, indem sie von unten nach oben durch das reflektierte Licht aufsteigen.

Doch während das Licht diesen Übergang vollzieht, erreicht es immer die dafür bestimmte Sefira, dringt in sie ein und erfüllt sie mit dem nötigen Licht, wie von jenem Ort der Unendlichkeit, von dem es gekommen ist.

Wenn ich eine bestimmte Eigenschaft erfüllen will, muss ich mich ihr gegenüber mit der gleichen Eigenschaft, mit dem gleichen Verlangen, mit dem gleichen Licht verhalten – auf diese Weise erfülle ich sie.

Es gibt einen Aspekt für den Durchgang der Lichter – entsprechend den Schirmen, der Ausdehnung von Yud-Hej-Waw-Hej von oben nach unten oder von unten nach oben – und es gibt einen Aspekt für den Charakter der Sefirot.

Aus diesem Grund kann, sagen wir mal, das „Ohr“ nicht das Licht empfangen, welches für das „Auge“ bestimmt ist, oder dessen Arbeit ausführen. Der Schirm für ein bestimmtes Verlangen kann eine besondere Arbeit ausführen, die diesem Verlangen genau entspricht.

Also gibt es in jedem Fall eine sehr genaue Unterteilung in HaWaYaH und drei Linien, entsprechend ihrer Quelle in der Unendlichkeit – dem HaWaYaH aus vier Buchstaben (Yud-Hej-Waw-Hej).

Aus dem Sohar-Unterricht vom 18.11.2010

Beinah gut ist auch schlecht

Baal HaSulam „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“: „Doch das Gute wird im Ganzen nicht erkannt, solange das Geschöpf nicht seinen Endpunkt erreicht hat, das heißt die vollendete Form und die endgültige Entwicklung.

Ganz im Gegenteil hüllt es sich bis dahin stets in einen Umschlag aus Verdorbenen gegenüber dem Betrachter.

Doch es ist klar, dass der Schöpfer Seinen Geschöpfen immer nur Gutes tut, und dieses Gute, welches von Ihm ausgeht, wird zielgerichtet gelenkt.

Das System ist so aufgebaut, dass wir, um das Ziel, die Eigenschaft des Gebens, zu erreichen, die ihm entgegengesetzten Eigenschaften in uns enthüllen müssen. Wobei wir in dem Ausmaß der Annäherung an das Ziel eine immer größere Gegensätzlichkeit ihm gegenüber in uns enthüllen werden.

Das Gefälle zwischen dem Positiven und dem Negativen wächst ständig: ich enthülle das viel stärkere Negative gegenüber dem größeren Positiven.

Es ist so, dass mein Material, das Verlangen zu genießen, nicht neutral ist. Nein, ich bin nicht neutral, ich will mich nicht im Nullpunkt befinden, ich will genießen, deshalb löst selbst der Nullzustand eine schlechte Empfindung in mir aus.

Mir geht es nur dann gut, wenn ich erfüllt bin, wenn ich im Plus bin. Doch was ist, wenn es auch nur ein bisschen bis zum Plus nicht gereicht hat? – Dann geht es mir trotzdem schlecht.

Der Unterschied zwischen dem Erwünschten und dem Tatsächlichen ruft in mir sofort die Frage hervor: „Warum?“ – Weil mein Egoismus gekränkt ist: Warum bin ich nicht erfüllt? Mir steht alles zu!

Man muss verstehen, dass wir über unsere Zustände nicht objektiv urteilen können, weil wir die Neutralität nicht einhalten. In unseren Augen gibt es immer mehr Böses als Gutes. Selbst ohne einen Tropfen Wehmut, wenn in unserem Freudenbecher auch nur eine Kleinigkeit fehlt, ist es bereits nicht in Ordnung.

Damit nicht genug, kaum habe ich ein wirklich gutes Gefühl, verschwindet es gleich. Denn ich denke sofort darüber nach, wie ich im nächsten Augenblick genießen werde. Auf dem Höhepunkt des Glücks macht sich bereits der Verlust, der Schwund bemerkbar, und ich fange an, mir Sorgen zu machen, was nun weiter zu tun ist.

So funktioniert unser egoistisches Verlangen. Selbstverständlich sind wir mit einer solchen Natur nicht in der Lage, die Zufriedenheit zu erlangen. Sie zerstört uns systematisch.

Das Verlangen zu genießen kann niemals erfüllt und zufrieden bleiben. Jede Sekunde, in der die Fülle des Genusses fehlt, wird sein Leben vergiftet.

Aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Religion und ihr Ziel“ vom 16.11.2010

Wie dringt man bis zum Herzen durch?

Das Material der Schöpfung, d.h. wir selbst, ist das Verlangen zu genießen. Wir können keine einzige Handlung ausführen, wenn wir sie nicht für unseren Genuss brauchen.

Wir handeln nur auf Geheiß unseres Verlangens, das als „Ort“ (Makom) bezeichnet wird.

Es steht geschrieben: „Der Mensch lernt nur dort, wo sein Herz ist“ – das heißt, er lernt nur aus der Notwendigkeit, aus dem Bestreben heraus.

Was macht es in diesem Fall für einen Sinn, zu sitzen und zu versuchen, irgendeine besondere Absicht in mir aufzubauen? Denn das alles ist eine Lüge. Mein Herz will was Eigenes, und ich weiß noch nicht einmal, was genau.

Ist es dann nicht besser, einfach nur den Text zu lesen, ohne zu hoffen, bis zum Herzen durchzudringen? Wie können wir das Verlangen verändern, wenn wir selbst dieses Verlangen sind?

Die Kabbalisten geben folgende Antwort darauf: Ihr müsst euch verbinden, euch ineinander einschließen, das für alle gemeinsame Verlangen finden und es verstärken, es verändern, eure Absichten und Ziele mit Hilfe der Umgebung verändern.

Alles Andere hängt nicht von uns ab. Im Artikel „Die Freiheit des Willens“ erklärt Baal HaSulam, dass wir, indem wir uns der Gruppe anschließen, mit ihr zusammen „fließen“ und in allem ihrem Einfluss ausgesetzt sind. Dennoch haben wir erreicht, was wir wollten – denn jetzt handeln wir nach dem Willen eines neuen Verlangens, das von der Gruppe erhalten wurde.

Immer und immer wieder versucht der Mensch, sich mit der Gruppe zu verbinden, und sein Verlangen ändert sich. Dadurch wird er mit einer anderen Forderung zum Studieren kommen und das sich ständig erneuernde höhere Licht anziehen, welches ihn verändern und zu einem klareren Ziel, zu einer höheren Stufe hinziehen wird.

Selbst wenn mein Verlangen egoistisch ist: ich will alles Gute dieser Welt und der zukünftigen Welt, mich gehen noch nicht einmal die Anderen oder der Schöpfer was an – doch zugleich spricht die Gruppe um mich herum über die höheren Dinge.

Es kann sein, dass alle meine Freunde vom spirituellen Standpunkt her Lügner und Betrüger sind, doch sie sprechen schön und ich lasse mich von ihren Worten begeistern.

Im Endeffekt übernehme ich von der Gruppe, ob ich will oder nicht, zusätzlich zu meinem einfachen egoistischen Verlangen eine neue Richtung zum Geben, ich will mich anschließen, fange an, die Vereinigung zu schätzen.

Ob ich will oder nicht, werde ich von den Werten der Gruppe durchdrungen. Die Freunde werden zu einem Teil von mir, und meine Absicht ändert sich.

Jetzt, wenn ich während des Studiums die Einwirkung des Lichts wünsche, kommt es natürlich – ähnlich einem „Virus“, den ich von der Umgebung eingefangen habe.

Ich habe bereits etwas außer meinem eigenen Ego – eine neue Ausrichtung auf das Ziel, an das ich früher nicht denken wollte, ja noch nicht einmal konnte.

Die Gruppe verpflichtet. Denn in unserer Wurzel sind wir zu einer Seele vereint, und deshalb werde ich von den Verlangen der Freunde durchdrungen, sie wirken auf mich ein.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 17.11.2010. Das Vorwort

Wer wird mir helfen?

Eine Frage, die ich erhielt: Auf dem Kongress wollten wir sehr das Ziel erreichen, und erkannten dann aber, dass unser Ego uns daran hindert.

Warum antwortet der Schöpfer auf unsere Gebete nicht, hilft uns nicht, über diesem Berg der Selbstsucht hinaufzusteigen? Warum misslingt uns alles?

Meine Antwort: Der Schöpfer ist eine allgemeine Kraft des Gebens. Er hat Kraft des Empfangens geschaffen. Diese zwei Kräfte stehen gegen einander – gleich der Treppe mit den horizontalen Stufen.

Wenn du der höheren Stufe entsprichst, dann steigst du auf sie hinauf, so kommst du stufenweise voran. Alles ist in deinen Händen. Dir wurde der Schlüssel gegeben – damit du deine Natur in die Ähnlichkeit mit der Höheren Natur bringen kannst.

Kaum wirst du ihr gleich – steigst du hinauf, und wenn du ihr fern bleibst – bleibst du an der gleichen Stelle stehen. Dein Aufstieg hängt also vom Schöpfer nicht ab, Sein Wunsch ist konstant, Er ist der Gute und schafft nur das Gute. Der Schöpfer ändert sich nicht, diese Kraft ist absolut und kann sich nicht verändern.

Aber, um dir den Aufstieg zu ermöglichen, hat der Schöpfer den ganzen Weg in die Stufen, Zustände aufgeteilt. Jedes Mal, wenn du dich innerlich der höheren Stufe annäherst, steigst du auf sie hinauf, wirst du ihr noch mehr ähnlich, so steigst du auf die nächste Stufe hinauf.

Und zwischen den Stufen sollst du dich auf die nächste Stufe vorbereiten. Und auf diese Weise kommst du voran.

Deshalb kannst du dich nicht empören: „Warum hilft mir der Schöpfer nicht?! Wo ist Er? Wohin ist Er verschwunden? Was geschieht?! Was soll ich noch für Ihn machen?!“. Du kannst niemanden bitten.

Wenn du betest und bittest, richtest du eigentlich dich selbst – bezüglich desselben Höheren Lichtes, das konstant ist, und allen im gleichen Maß leuchtet. Jeder kann von ihm soviel nehmen, wie er will.

Es ist über den Schöpfer gesagt: „Ich habe mein HaWaJaH nie verändert“, „Es gibt niemanden außer Ihm“, „Der Gute und schafft das Gute“. Er verändert sich also nicht. Und wenn du deine Bitte an ihn ausrichtest, als ob Er auf dein Weinen reagieren kann – dann ist das alles von dir erdacht.

Die Menschen schrieben seit langem die menschlichen Charakterzüge den Kräften der Natur zu: dem Wind, dem Regen, dem Mond, sowie dem Schöpfer.

So etwas gibt aber nicht! Wir arbeiten gegen die Natur. Aber die Kabbalisten erklären uns, dass es in der Natur, in der wir existieren, die Gesetze gibt (die Zahlenbedeutung, die Gematrie der Wörter „die Natur“ und „der Schöpfer“ ist gleich).

Wir können diese Gesetze verwenden und jedes Mal höher hinaufsteigen – bis wir die allumfassende Natur erreichen, die als das Niveau Bina, der Schöpfers (Elokim) genannt wird.

Deshalb wird mir klar, dass wenn ich bis jetzt noch nichts bekommen habe, dann liegt das Problem an mir. Und ich habe niemanden zu fürchten, niemanden zu bitten.

Wenn wir sagen, dass der Schöpfer über uns herrscht, dann ist es wahr. Und die Natur herrscht über uns auch. Es kommen Tsunami, Orkane oder andere Naturkatastrophen – selbstverständlich ist es die Macht!

Somit gibt es Naturgesetze, es gelten zwei entgegen gesetzte Kräfte, das Geben und das Empfangen, die sich im unaufhörlichen Kampf befinden.

Aber das alles geschieht nach dem Programm, das den Menschen zum Schöpfungsziel führt. Zunächst sind diese zwei Kräfte einander vollständig entgegengesetzt, aber sie nähern sich einander allmählich an, bis sie in einander vollständig verschmelzen. Es ist der Prozess der Entwicklung der Natur.

Deshalb hast du niemanden, außer der Gruppe. Durch die Gruppe kannst du dich in die Ähnlichkeit zur Natur bringen.

Die Gruppe ist ein Adapter zwischen deinem Wunsch und dem Schöpfer. In deiner Macht ist nur die Wahl der Gruppe, der Gesellschaft, der Umgebung.

Wenn ich mir wünsche, etwas zu verändern, und nicht nur unbewusst entsprechend dem Programm der Natur voran zu kommen, das die ganze Schöpfung zur Einheit mit dem Schöpfer führt, wenn ich also selbständig arbeiten möchte, dann habe ich nur eine Möglichkeit – mit der Umgebung zu arbeiten.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 17.11.2010

Das Pendel der Korrektur

Der Sohar, Kapitel „Zaw“, Punkt 18:

„Gesegnet sei das Schicksal der Gerechten, sowohl in dieser Welt als auch in der Welt der Zukunft,
jene, welchen die Wege der Tora bekannt sind, weil sie dank ihr die Wahrheit erlangen“.

Über diese ist gesagt : sie werden vom Schöpfer leben, der über sie herrscht. „Über diese“ sprechen die Wege der Tora und „sie werden leben“ ihr Leben wird sowohl in dieser Welt als auch in der zukünftigen Welt, erfüllt sein.

Ein jeder von uns besteht aus einem Gerechten und aus einem Sünder. Möglicherweise gleicht sein Teil des Gerechten einer Null, und der Sünder füllt ihn 100%ig aus.

Oder vielleicht korrigiert man den Teil des Sünders so, dass aus 100% unserer Wünsche mit der Absicht „nur für sich“ – die Absicht des Gebens erreicht wird. Dann bezeichnet man diesen Teil als den Gerrechten in uns.

Wir gehen jedesmal 1. in den Zustand des Sünders hinein, 2. nehmen wir daraus einen Teil unserer Wünsche mit und korrigieren sie, 3. werden wir danach zum Gerechten 4. werden wir wieder zum Sünder, also kehren zu den unkorrigierten Wünschen, zu geniessen, zurück, 5. und nehmen von dort wiederum den Teil der Wünsche mit, welche in die Absicht des Gebens eingefügt werden sollen

Im Endeffekt häufen sich unsere Korrekturen in der allgemeinen Korrektur an.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 17.11.2010

Die Stufen der Absichten hoch

Der Mensch kann prüfen, inwieweit er in die Gruppe eingeschlossen ist, ob sie in der Lage ist, ihn mit der neuen Absicht zu versorgen.

Natürlich ist das Geben seiner Natur zuwider, und er ist von Anfang an nicht damit einverstanden, muss jedoch sich selbst und die Umgebung auf eine künstliche Art und Weise so ausrichten, dass sie ihn wirklich „einer Gehirnwäsche unterzieht“.

Die Gruppe muss den Menschen „verbiegen“, indem sie ihn vom „direkten“ Weg zu sich selbst auf den Weg des Gebens und der Vereinigung lenkt, der dem Egoismus wie ein krummer Pfad vorkommt.

Genau hier ist das Überprüfungskriterium enthalten: welche Werte gibt mir die Gruppe? Jetzt sprechen wir erst einmal von der Wichtigkeit der Vereinigung. Diese Aufgabe muss die Gruppe mir stellen, indem sie ihre Wichtigkeit in meinen Augen erhöht.

Doch zugleich müssen wir verstehen, dass es auch andere Ziele gibt, welche die Gruppe noch nicht in Angriff nehmen und in voller Kraft verwirklichen kann.

Unterdessen verändert sich meine Absicht mit Hilfe der Umgebung: ich denke immer noch an den eigenen Nutzen, verbinde ihn jedoch bereits mit der Gruppe und erkenne persönliche Vorteile in der Vereinigung mit den Freunden.

Dann stellt sich heraus, dass wir uns nicht einfach miteinander verbinden, sondern den Höheren, sprich etwas Spirituelles enthüllen.

Jetzt rechnen wir damit, dass es uns zu Gute kommt: wir werden die spirituellen Stufen immer höher steigen. Das ist bereits die Gruppenabsicht lo liShma.

Und später fangen wir an, uns Gedanken über die wirklich altruistische Absicht liShma zu machen: denn in Wirklichkeit müssen unsere Anstrengungen dem Schöpfer zu Gute kommen. Mit der Zeit kommen uns sogar solche Gedanken.

Natürlich wollen wir das nicht, stimmen dem dennoch zu einem gewissen Grad zu: lasst uns darüber reden. Und dann beginnt jeder, sich ein wenig dem wahren Ziel zu nähern, sich von ihm durchdringen zu lassen.

Auf diese Weise verbessern wir von einem Zustand zum anderen, von einem „Ort“ zum anderen, von einer Stufe zur anderen unser Verlangen und dessen Absicht, die wir von den Freunden erhalten haben.

Nach und nach korrigieren wir das Verlangen und noch mehr die Absicht. Denn die Absicht ist ein Vektor, der von der Umgebung erhalten wurde, ein Kurs, der über dem Verlangen eingeschlagen wird.

Und deshalb muss dafür gesorgt werden, dass die Aufgabe, das Ziel, das von der Umgebung übernommen wurde, sich ständig ändert, indem es immer höher steigt und größer wird und Wahrhaftigkeit in unseren Augen erhält.

Infolge aller „Zwischenabsichten“ werden wir uns in der Gruppe zu einem Ganzen zusammenschließen, um dem Schöpfer Genuss zu bereiten.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 17.11.2010. Das Vorwort.

Jetzt ist die Zeit!

Eine Frage, die ich erhielt: Auf welcher Grundlage wird das Verlangen aufgebaut, mit welchem sich der Mensch an den Schöpfer wendet?

Meine Antwort: Das Verlangen kann man nur von der Gruppe bekommen! Wenn ich mich bemühe, mich mit Freunden zu verbinden, bekomme ich von ihnen einen Zuschlag an Verlangen, die Wichtigkeit des Zieles, und vor allem, das Gefühl von eigener Nichtigkeit, das Bewusstsein, dass wir weder einander helfen noch etwas selbst erreichen können.

Alleine ich bin ein kleiner Egoist, der sich immer rechtfertigen muss. Aber wenn ich mich mit Freunden verbinde, lerne ich von ihnen. Ob ich das möchte oder nicht, schaue ich sie an und sehe, dass wir alle schwach sind. Und wenn alle schwach sind, wirkt es auf mich, auf eine andere Art und Weise, als das Gefühl von eigener Schwäche.

Gefühle der Schwäche, das ich von ihnen bekommen habe, beinhaltet ein Element des Zerbrechens. In mir selbst kann ich keine Zerbrechung spüren, das wird zwischen uns geschehen, außerhalb von mir, bezüglich den anderen. Indem wir versuchen uns miteinander zu verbinden, um in der Verbindung zwischen uns den Schöpfer zu enthüllen, entdecken wir, dass wir dazu nicht in der Lage sind.

Gerade dies haben wir auf dem vorigen Kongress entdeckt. Dies ist die Enthüllung des Zerbrechens. Von hier müssen wir nur Eines verstehen: Was machen wir jetzt mit dieser Enthüllung, die uns bevorsteht? Wir sind zu einer Enttäuschung gelangt, zu einer Enthüllung von eigener Unfähigkeit sich zu verbinden. Was tun? Den Weg verlassen?..

Gerade jetzt haben wir zum ersten mal diese Wand enthüllt, und wir haben jetzt nur einen Ausgang – sich an den Schöpfer, für die Hilfe, zu wenden. Denn wir selbst sind nicht in der Lage sie durchzubrechen.

Wir müssen uns offen und direkt sagen, dass wir diesen Zustand enthüllt haben und sind dazu unfähig ihn zu widerstehen.

Als wir auf dem Kongress versucht haben sich zu verbinden, haben wir herausgefunden, wie sofort eine Abkühlung, eine Enttäuschung auf dem Weg eingetreten ist. Das hat uns verkettet, wir waren wie in Fesseln innerhalb unseres Verlangen zu genießen, gänzlich unfähig sich zu rühren in die Richtung der Verbindung. Dieses Gefühl muss dem Menschen klar sein.

Jetzt muss man nur eine folgende Entscheidung treffen: „Der Gefangener kann sich nicht selber aus der Gefängnis befreien „. Ich bin dazu unfähig.

Wunderbar! Die nächste Etappe, nach der Erkenntnis eigener Mittellosigkeit ist den Schöpfer zu bitten! Denn gerade in diesem Zustand, wenn du bittest wirst du bekommen! denn du hast den Ort entdeckt, an welchem du selbst unfähig bist, etwas zu machen. Früher hattest du nichts womit du dich an den Schöpfer wenden konntest. Aber gerade jetzt ist die Zeit!

Aus dem Soharunterricht, 16.11.2010

Vom Punkt bis zum Schöpfer!

Eine Frage, die ich erhielt: Wenn es niemanden außer dem Schöpfer gibt und ich nicht existiere, wie kann ich Ihn darum bitten, wie Er zu werden?

Meine Antwort: Du bittest den Schöpfer, genauso wie Er zu werden, gerade ausgehend davon, dass du nicht existierst, dass alles Er ist. Später wirst du ebenfalls den Punkt deines Ichs enthüllen.

Du hast lediglich einen einzigen unabhängigen Punkt, den Er dir gegeben hat, – den Punkt im Herzen, damit du von diesem Punkt an beginnst, deine Unabhängigkeit aufzubauen.

Deine Unabhängigkeit besteht genau darin, dass du von Ihm verlangst, genauso wie Er zu werden. Dann beginnst du zu bitten, zu fordern, Ihm ähnlich zu werden, über Seine Kräfte zu verfügen – dann wird alles, was du von Ihm empfängst, auf deine Rechnung gehen.

Denn du hast dieses Verlangen zusammengesetzt und es realisiert. Genau das wirst du sein. Und alle deine irdischen Verlangen und Eigenschaften zählen überhaupt nicht, als ob sie gar nicht existieren würden.

Fortsetzung der Frage: Doch damit ich den Höheren um Hilfe bitten kann, muss ich wissen, wer Er ist. Wie baue ich in mir jenes Abbild des Schöpfers auf, an das ich mich richten soll?

Meine Antwort: Das Abbild des Schöpfers wird aus deinen Fragen, Bitten und Widersprüchen aufgebaut. Das ist eine Form, die dem Schöpfer entgegengesetzt ist und in der sich Sein Abbild allmählich enthüllt.

Aus dem Sohar-Unterricht vom 16.11.2010

Das Zittern um das Geben

Der Sohar. Einleitungen. Artikel „Die Nacht der Braut“: „Dank der Abwesenheit des Lichtes, d.h. der Nacht, die alle Gerichte (Dinim) und die Leiden einschließt, die der Eigenschaft des Tages (Chessed) entgegengesetzt sind, existiert das Zittern vom Schöpfer. Und wenn nicht das Zittern da wäre, so würde die Eigenschaft des Tages und des Morgens nicht geöffnet“.

Unsere erste Korrektur ist das Zittern. Ich möchte das Licht nicht direkt in den Wunsch bekommen. Ich zittere, habe Angst, dass ich es nicht schaffe und „die Türen“ den Genüssen öffne, die im Licht gezeigt werden.

Gleich dem Gast, der auf die Bewirtung verzichtet, werde ich auf alle Verschlüsse geschlossen, in der Angst vor der Möglichkeit, diese Genüsse nicht für das Geben zu bekommen.

Die erste Etappe der Korrektur meines Wunsches – ihn vom direkten Erhalten des Lichtes fernzuhalten. Es heißt eben „die Rückkehr aus dem Zittern“.

Es ist die erste Eigenschaft, die ich finden soll, die Angst um alle meine Handlungen, welche nur auf das Geben gerichtet sein sollen.

Aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 16.11.2010