Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Bilder der Wahrnehmung

Unterricht aus Amerika

Wir befinden uns in einer „sehr konkreten“ Welt von Gegenständen, von klaren Objekten, die durch unsere Sinnesorgane wahrgenommen werden. Genauso stellen wir uns die höhere Welt und die Höhere Kraft vor. Denn was bedeutet „Kraft“? Wie kann etwas, was keine „Abbildung“ besitzt, in unserer Wahrnehmung existieren? Wir sprechen von der Eigenschaft des Gebens und der Liebe, was bedeutet aber „Eigenschaft“? Das alles ist für mich unverständlich, ich sehe es nicht.

In der Welt betrachte ich immer die Einkleidung von Kräften und Eigenschaften in die Materie der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe. Anderenfalls kann ich mir nichts vorstellen. Religionen und Glaubensrichtungen verleihen ihren Gestalten ebenfalls immer eine Form. Ohne dies sind die Menschen einfach nicht in der Lage, über etwas zu sprechen, nachzudenken.

Aus diesem Grund stelle ich mir die Höhere Kraft doch in einer konkreten Form vor. So bin ich nun mal erschaffen, dass ich keine Kraft ohne ein konkretes Anschauungsbild wahrnehmen kann.

Baal HaSulam erklärt das am Beispiel der Elektrizität, die sich an greifbaren Dingen wie dem Zeiger, der von der Null-Marke abweicht, dem aufkochende Wasserkocher, dem laufende Motor usw. bemerkbar macht. Eine gewisse Kraft bringt etwas in Gang und ich nehme sie eben dank dieser Anschaulichkeit wahr. Die Folgen veranschaulichen die Ursache und lassen sie greifbar für uns werden.

Wenn der Mensch mit der Wissenschaft der Kabbala in Berührung kommt, möchte er die Höhere Kraft, die höhere Welt enthüllen. Er stellt es sich aber in diesen oder jenen Formen, Umrissen, die durch drei Achsen begrenzt sind, „Exponaten“, die das Archiv seiner Wahrnehmung füllen, vor. Denn ohne diese inneren Muster bleibt er ein Säugling, der nicht in der Lage ist, die Geschehnisse zu begreifen.

Um die Details und Schattierungen im Weltbild erkennen zu können, vergleiche ich etwas Unbekanntes mit dem, was sich in meinem Gedächtnis bereits befindet. Es ist kein Zufall, dass viele im Alter an Demenz leiden – sie verlieren die Fähigkeit zu diesem Vergleich des Sichtbaren und des bereits Eingeprägten.

Aus diesem Grund sollte man Verständnis für Anfänger haben: sie brauchen eine gewisse Zeit, sie müssen tausendmal hören, dass die Spiritualität eine Kraft und keine Form ist. Es fällt dem Menschen sehr schwer, dies zu verstehen, bis er wirklich ein gewisses, wenn auch sehr kleines Gefühl dafür entwickelt. Bis dahin hört er einfach nur zu, hört aber nichts, wird nicht von innen damit erfüllt.

In Wirklichkeit, wenn wir zu einem Gefäß werden können, erfüllt uns diese Kraft und verleiht uns eine bestimmte Form. Doch wie können wir dieses Gefäß erschaffen?

Wir müssen uns verbinden – das ist das einzige Mittel in unserer Welt, auf unserer Stufe. Das ist der Grund, warum wir uns hier in unseren Körpern befinden, und zwar um Bindungen zu schaffen, auch wenn es nur ein Spiel ist. In Wirklichkeit bedeuten die Umarmungen noch keine Verbindung. Wenn wir aber in unseren egoistischen Verlangen an die Einheit denken, genügt es, um das Licht von der höheren Stufe, das umgebende Licht, das zur Quelle zurückführt, zu erwecken.

Ich versuche, die Verbindung mit den Freunden herzustellen, kämpfe mich durch die Hindernisse hindurch, und dann generiert das Licht über diesem Widerstand Energie. Genauso wird Energie durch Strom erzeugt, indem er durch einen Resistor fließt – nach einer ganz einfachen Formel: die elektrische Leistung ist das Produkt der Stromstärke und der elektrischen Spannung. Eben diese Leistung beginne ich wahrzunehmen, wenn ich mich mit den Freunden trotz des inneren Widerstandes verbinde. In dem Maße, in dem ich Druck ausübe, voranschreite und die Widerstandskraft bezwinge, enthüllt sich mir in dieser Anstrengung das Licht.

Auf diese Weise nehme ich das Resultat der Einwirkung des Lichts, das zur Quelle zurückführt, wahr. Es kommt eben in meinen Anstrengungen, die gegen die Hindernisse gerichtet sind, zum Vorschein. Das ist der Grund, warum der Schöpfer sagt: „Lass uns zum Pharao gehen, denn ich habe sein Herz verhärtet. Ich habe dir Hindernisse geschickt, also kämpfe gegen sie an. Das bereitet dich auf die Enthüllung, auf den Auszug aus Ägypten vor“.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 10.05.2012

Sich um andere sorgen

Frage: Was verstehen Sie unter dem Wort „Liebe“?

Meine Antwort: Ich meine, dass jeder von uns ständig mit den Sorgen der anderen Menschen lebt.

Ebenso, wie wir es in der Gruppe organisieren, wenn wir beginnen, nach einem Trainingsplan zu arbeiten, wenn jeder von uns wünscht, für den anderen eine Zustand zu erschaffen, der so aufgehoben wie möglich ist. Das heißt ich soll andere Menschen verstehen und ihre Bedürfnisse spüren können. Ich soll an sie entsprechende Signale senden können: verbal, physisch, innerlich usw.

Ich soll in gegenseitiger Bürgschaft mit ihnen sein, das heißt, dass jeder von uns den anderen das Empfinden gewährleistet, dass man überzeugt sein kann, aufeinander gleichermaßen in dieser Weise einzuwirken. Und deshalb erheben wir uns ständig über unsere Selbstsucht und korrigieren dadurch unsere egoistischen Eigenschaften.

Eine solche wechselseitige Arbeit ist die wichtigste Arbeit in der Gruppe.

Nach der Aneignung dieser Methode werden wir dennoch wiederholt in selbstsüchtiges Verhalten zurückfallen, und daher erneut Hindernisse empfinden – bis die vollständige Korrektur, bis der endgültige Aufstieg über die Selbstsucht erreicht sind.

Aber in beliebigen Zuständen innerhalb der Gruppe und sogar draußen – zu Hause und bei anderen Menschen – werde ich sofort dieselbe Idee, dieselbe Praxis erleben. Und im Ergebnis werde ich auf die richtige Weise mit der gesamten Welt zusammenwirken.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 27.02.2012

Jede Handlung hinterlässt eine Spur

Man sagt: „Jede Handlung hinterlässt eine Spur.“ Unser Aufstieg geschieht infolge infolge des reflektierten Lichtes. Es wirkt auf uns in dem Ausmaß ein, in dem unsere Verlangen bereit sind, es anzunehmen. Dementsprechend wird ihre Struktur allmählich geklärt.

Die Struktur eines Verlangens, die dem Licht entspricht, ist in der Tat eine Verbindung, durch die wir wirklich beginnen, das Licht zu spüren. Es ist eine dauerhafte Konstruktion, die fortwährend expandiert. Zusammengenommen umfasst sie 4 Stadien von HaWaYaH; deswegen nennt man sie die „Offenbarung der Namen des Schöpfers“. Die zahlreichen Kombinationen der Verlangen kennzeichnen die Eigenschaften des Lichtes. Innerhalb unseres Verlangens nehmen wir das Licht wahr, als hätten wir einen Schirm vor ihm aufgestellt; auf diese Art erkennen wir, was das Licht ist.

Wenn wir durch das getönte Glas blicken, sehen wir, dass das Licht die Farbe vom Glas annimmt. So erfahren wir, dass das Licht unterschiedliche Farben haben kann. Wir benötigen spezielle Werkzeuge, um ein neues Phänomen zu erforschen. Wir müssen auch zusätzliche Hilfsmittel verwenden, die uns erlauben werden, einige der Eigenschaften zu bestimmen, die Teil des neu entdeckten Phänomens sind.

Darum geht es bei unserer Arbeit. Der Unterschied zwischen regulärer wissenschaftlicher Forschung und spiritueller Praxis besteht darin, dass eine materielle wissenschaftliche Untersuchung die Verwendung eines äußerlichen Gerätes erfordert, während wir bei der spirituellen Suche uns selbst als Werkzeug verwenden. Wir verändern uns und versuchen, schöpferische Handlungen auf uns anzuwenden, entsprechend dem Niveau, das wir erreicht haben.

Wir entwickeln nicht unsere alten Eigenschaften, sondern decken vielmehr neue auf; deswegen wird unsere Arbeit „spirituell“ genannt. Unsere Anstrengungen sollten sich darauf richten, neue Eigenschaften zu formen, die den Eigenschaften des Schöpfers ähneln; auf diese Art enthüllen wir Seine Persönlichkeit.

Im materiellen Bereich neigen wir dazu, uns praktisches Wissen darüber anzueignen, was um uns herum vorgeht und wer wir sind. Zu diesem Zweck erweitern wir unsere bestehenden natürlichen Eigenschaften durch die Entwicklung von Wissenschaft und technischem Fortschritt. Dies ist ein grundlegender Unterschied: Wenn wir ein abschließendes Entwicklungsstadium auf dieser Ebene erreichen, werden wir letztendlich feststellen, dass wir nirgendwohin gelangt sind. Mehr noch, wir erkennen, dass wir in eine Sackgasse gelangt sind. Unser Wachstum führte uns nur zu gewaltigem Egoismus; wir haben es geschafft, unsere egoistische Natur in einem Ausmaß offenzulegen, dass es unerträglich geworden ist.

Wir sind tief gesunken, auf den tiefsten Grund von Eifersucht, Ehrgeiz, Hass und aller Arten negativer Verhältnisse, die wir in Bezug auf unsere Nächsten durchmachen. Früher hatten wir zumindest die Illusion, dass wir mit der Zeit freundlicher würden und eine bessere Gesellschaft für jeden aufbauen würden. Mittlerweile verstehen wir, dass nur Angst vor Bestrafung uns davon abhält, andere selbstsüchtig und schonungslos zu benutzen.

Der Unterschied liegt darin, dass wir während der spirituellen Arbeit neue Eigenschaften entdecken und dadurch näher zum Schöpfer gelangen; wohingegen wir bei der materialistischen Arbeit nur die sinnlich erfahrbare Natur dieses Bereiches erkunden. Dennoch gehen wir auf dieser materiellen Ebene genauso wie während unseres Aufstiegs von hier bis zum Schöpfer immer noch durch die selben vier Stadien von HaWaYaH, wie gesagt ist: „Ich habe meinen Namen HaWaYaH, nicht geändert.“ Daher bringt uns jede unserer Handlungen näher ans Ziel.

Auzug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch Schamati, 12.04.2012

Eine hochwichtige Aufgabe für unsere Generation

Frage: Worin genau besteht unsere Arbeit in der Vereinigung?

Meine Antwort: Ich soll danach streben, mich mit dem Text zu verbinden und zu verlangen, dass das, wovon er erzählt, sich innerhalb meiner Verbindung mit dem gemeinsamen spirituellen Gefäß verwirklicht. Ich will alle Erscheinungen enthüllen, über die das Buch Sohar erzählt – innerhalb meiner Verbindung mit der Gruppe.

Der Sohar erzählt von den unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Niveaus des Verlangens – denn außer Verlangen gibt es nichts. Dabei wird von den Weisen oder der Erde, Bäumen, Tieren, Eseln erzählt. Und das alles, weil es vier Stufen des Verlangens gibt. Man darf sich nicht von diesem inneren Sinn ablenken lassen und sich das äußerliche Bild vorstellen.

Egal, wie schwer es ist, man muss sich aus Leibeskräften um das Innere bemühen. Dieser Kampf in uns findet ständig statt, mit wechselndem Erfolg. Sich zu bemühen ist das Wichtigste und bedeutet, dass du schon die Korrektur vollbringst, d.h. das Innere über das Äußere erhebst.

Es sind die größten Korrekturen, die nur wir als die unterste Schicht des Systems durchführen können! Bis jetzt war niemand dazu fähig, sogar die größten Kabbalisten der Vergangenheit nicht. Gerade wir in unserer Generation erfüllen diese wichtige Aufgabe und erheben dabei das Innere über das Äußere in dem Fundament des gesamten Systems.

Auszug aus der Lektion nach dem Buch Sohar, 24.04.2012

Die spirituelle Welt ist eine Welt der Eigenschaften

Der Schöpfer ist keine Gestalt. Es ist verboten, sich etwas in der nichtmaterialisierten spirituellen Welt vorzustellen! Es ist eine Welt der Eigenschaften – noch nicht einmal der Kräfte in unserem heutigen Verständnis.

Heute stellen wir uns Kräfte als physische Kräfte vor. Und ich möchte das momentan nicht bestreiten. Ich möchte diese Ebene der Einstellung gegenüber der Spiritualität nicht korrigieren, weil sie uns zumindest ein gewisses Gefühl für das Feld gibt.

Wir stellen uns das Feld, seine Spannung, seine Eigenschaften, die Entfernung oder die Annäherung seiner Kraft proportional dem Quadrat der Entfernung vor. Auf diese Weise breiten sich alle physischen Felder aus. Das gibt uns die Möglichkeit, wenigstens mit etwas operieren zu können, was um uns herum in der Natur, in der Technik existiert. Deshalb kann man sich solange auf diese Weise die spirituellen Kräfte, das spirituelle Feld vorstellen.

Doch eigentlich ist das spirituelle Feld eine Eigenschaft. Noch nicht einmal eine Kraft.

Wir sagen aber „die Kraft des Empfangens“, „die Kraft des Gebens“, „Zusammenstoß“, „schlagartiges Eindringen“ usw., also operieren wir mit Kräften. Später jedoch werden wir spüren, dass es lediglich zwei Eigenschaften sind, die auf diese Weise zusammenwirken: die Eigenschaft des Schöpfers und die Ihm entgegengesetzte, von Ihm erschaffene Eigenschaft der Schöpfung. Sie wirken zusammen, damit zwischen ihnen, zwischen diesen zwei Eigenschaften ein Mensch, ein Bewusstsein entsteht. Das Bewusstsein ist der Mensch.

Was die Materie unserer Welt betrifft, so kann man mit jedem beliebigen Spezialisten für Quantenphysik sprechen und er wird sagen, dass es keine Materie gibt, es gibt noch nicht einmal elementare Teilchen. Alles zerfließt, verwandelt sich in eine Wolke, verschwindet im Nirgendwo, läuft auseinander wie Chagrinleder. Es gibt keinen Punkt, keine Kräfte, nichts, nur Nebel anstelle von dem, was früher als Teilchen vorkam, die sich überall gleichzeitig befinden. Das heißt, die Physiker gehen überhaupt an die Grenze der physischen Welt.

Aus diesem Grund ist es unmöglich, von etwas Bildhaftem zu sprechen. Im Gegenteil, wir werden dazu kommen, dass unsere nächsten Errungenschaften, die wir als spirituell, sprich überegoistisch bezeichnen werden, nicht bildhaft, sondern qualitativ sein werden.

Ein Hund zum Beispiel sieht die Welt in Form von Geruchsflecken. Und wir werden die Welt nicht in Form von Bildern, sondern in Form von verschiedenen Eigenschaften sehen: größerer Egoismus, kleinerer Egoismus, größeres Geben, kleineres Geben, schlagartiges Zusammenwirken, Eindringen usw. Nur Eigenschaften! Genau das ist die Höhere Welt. Auch uns selbst werden wir in Form von Eigenschaften wahrnehmen.

Sogar heute möchtest du das Wesen eines Menschen und nicht seinen Körper sehen.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 08.04.2012

Die Musik des Lichtes

Frage: Wie können wir uns einen idealen Zustand ausmalen: Ein allgemeines Gefäß (Verlangen), Verbindung?

Meine Antwort: Wir sind alle miteinander verbunden. Wenn die allererste Verbindung zwischen uns offenbar wird, bedeutet das für uns alle, egal wie viele wir sind – Billionen oder Millionen enthüllen die 10 Sefirot zwischen uns. Auf diese Art ist das System strukturiert.

Und dann beginnen diese 10 Sefirot, zu vibrieren und Klänge zu erzeugen, als wären sie die Saiten einer Gitarre. Sie befinden sich in ständiger Bewegung, in harmonischen Beziehungen zueinander. Nicht ein einziger Ton klingt verstimmt in der allgemeinen Melodie.

Dieses gesamte System zeigt uns auf immer vollkommenere Weise die 10 Sefirot. Außerdem werden sie in ihren unterschiedlichen Ausprägungen zunehmend verständlicher für uns. Diese unterschiedlichen Formen, die für uns zum Vorschein kommen, treten auf, da jede einzelne Sefira aus ihren eigenen 10 Sefirot besteht.

Und wenn all diese inneren 10 Sefirot, die die 10 Haupt-Sefirot enthalten, auch anfangen, miteinander zu interagieren, und dabei die höheren Harmonien der primären Wellen erzeugen, als wäre es Musik oder eine Stimme – dann schaffen sie dabei den Gesamteindruck, wobei sie alle Informationen über die Gefäße nach innen übertragen und über das Licht, das sie erfüllt.

Verschiedene Lichter sind im Grunde Eindrücke innerhalb dieser Verlangen, erfahren durch die Verbindung der klingenden Saiten, aus den aufsteigenden Akkorden. All diese Musik ist, was die Enthüllung ausmacht.

Alles ist innerhalb des Gefäßes. Der Klang wird empfunden innerhalb unserer Verlangen, unserer Wahrnehmungsorgane, er existiert nicht für sich genommen in der Luft. Die Musik des Lichtes wird stets als die innere Füllung der Buchstaben (der Matritzen des Verlangens) enthüllt, und existiert dabei innerhalb anderer Buchstaben. Das Licht wird nur innerhalb des Gefäßes, oder Verlangens sichtbar, infolge seiner Veränderungen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 24.04.2012

Ob es ein Gestern gab?

Frage: Können wir denn ein echtes Gebet künstlich erreichen, durch Spiele?

Meine Antwort: Fortschritt ist nur durch das Gebet möglich, durch die Enthüllung des Mangels. Wenn du messen möchtest, wie oft und auf welche Art du vorangekommen bist, musst du die Momente berücksichtigen, in denen du ein Fehlen des Schöpfers vom Grunde deines Herzens her erkannt hast.

Dieses Defizit aktiviert das Umgebende Licht, das uns zur Quelle zurückführt. Was von dir abhängt, ist nur das Gebet, (das Erheben von MaN), dann kannst du entsprechend die Dinge messen. Wie oft hast du gestern daran gedacht, MaN zu erheben, indem du ein Bedürfnis nach dem Schöpfer in dir entdeckt hast und den Wunsch, zum Geben an andere voranzuschreiten, an die Gruppe, und zur Verbindung mit den Freunden und dem Rest der Menschheit?

Hast du dich danach gesehnt gestern, zumindest ansatzweise? Wenn nicht, dann gab es kein Gestern für dich; du hast diesen Tag aus deiner Geschichte gestrichen!

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 24.04.2012

In Erwartung des ersten Treffens von Angesicht zu Angesicht

Unser Ziel ist, ein echtes Gebet zu erreichen, was bedeutet, zu verstehen, woran es uns mangelt. Es ist echt, weil es Oben angenommen wird. Das bedeutet, dass ein Mangel auf Seiten des Niedrigeren und ein Mangel auf Seiten des Höheren gleich sein müssen; der Niedrigere sollte exakt nach dem verlangen, was ihm der Höhere geben will.

Das bedeutet, dass ich fühlen muss, dass mir nur das Geben fehlt sowie das Verständnis, dass mir nur der Schöpfer diese Füllung geben kann: die Kraft des Gebens und die Fähigkeit zu geben, all die notwendigen Voraussetzungen. Der Schöpfer muss das in mir Verlangen zu Geben enthüllen, und wie man es erreichen kann, indem er mir zeigt, wem und was ich zu geben vermag.

Dieses gesamte System der Verbindung wird Tora genannt. Und sowohl das Licht als auch unsere Fähigkeit zu Geben sind darin enthalten. Aber bis dahin muss ich weiter arbeiten, und vor allem anderen muss ich überprüfen, was ich mir wünsche, welche Sehnsüchte in mir sind, und in welchem Ausmaß sie alle nur um zu empfangen da sind.

Dann werde ich in die richtige Umgebung aufgenommen, und mit ihrer Hilfe fange ich allmählich an, mich zu verändern. Ich beginne bereits, zu hören, dass die spirituelle Welt nicht zu meinem eigenen Vergnügen gedacht ist, sondern zum Wohl anderer. Ich erkenne dies nach und nach und mit großen Schwierigkeiten. Ich höre davon, aber es braucht eine lange Zeit, bis ich dies wirklich in meinem Geist verstehe und in meinem Herzen fühle.

Es gibt einen großen Abstand zwischen der einfachen Erkenntnis und dem tatsächlichen Handeln. Wir müssen uns währenddessen anstrengen in unserem natürlichen Ego, um Handlungen durchzuführen, die ihm völlig entgegengesetzt sind, die auf Verbindung und Geben abzielen. Selbst wenn es künstlich und gegen meinen Willen sein sollte, wird das immer noch „über dem Verstand“ genannt.

Aber was kann mein Gerät antreiben, was kann der Lohn dafür sein? Schließlich kann ich nicht dafür arbeiten, dass sich andere besser fühlen, ich sehe keinen Nutzen darin und kann nicht einmal den kleinsten Finger dafür rühren, ich bin unfähig zur geringsten Handlung. Meine Natur arbeitet nicht auf der Grundlage von einer Energie des Gebens. Ich empfinde die Bedürfnisse anderer nicht als meine eigenen auf eine Art, die mir erlaubt, sie zu befriedigen und mich dabei zu fühlen, als befriedigte ich mich selbst.

In der Zwischenzeit fühle ich überhaupt nichts, und es ist, als existierten die anderen nicht für mich. Die anderen (z.B. mit Glück) zu erfüllen, ist gegen meine Interessen. So agiere ich mechanisch, als würde ich ihnen geben und mich mit ihnen verbinden. In Wirklichkeit tue ich es mir selbst zuliebe.

Allerdings verstehe ich dabei, dass dies genau das ist, was mit „Du arbeitest und du hast gefunden“ gemeint ist. Ich strenge mich an, und in der Zwischenzeit beeinflusst mich das Licht und ändert irgendetwas in meiner Seele. Allmählich beginne ich, die Größe des Schöpfers zu fühlen und die Wichtigkeit der Umgebung, aber es erfordert Jahre, diese innere Haltung zu erreichen.

Ich entwickle mich zuerst weiter, indem ich erkenne, dass das Geben gut für mich selbst ist, und erst nach und nach fange ich an, die Wichtigkeit der Eigenschaft des Gebens selbst wahrzunehmen. Es gibt Aufstiege und Abstiege auf diesem Weg. Einmal schätze ich vielleicht das Geben höher ein, und ein andermal möchte ich es vielleicht um meiner selbst willen benutzen, um die Tatsache zu genießen, dass ich mich auf diesem Weg befinde. Manchmal denke ich darüber überhaupt nicht nach, nur über das Empfangen, und dann denke ich über diese Zeitverschwendung nach und habe Zweifel am ganzen Weg überhaupt. So schreite ich fort, indem ich all diese Zustände durchlaufe.

Das Ziel des Aufstieges ist es, mich zu einem echten Gebet zu bringen. Ich empfange alle Bestandteile dieses Gebets von der Umgebung. Es gibt nichts in einer Person selbst, das sie zu spirituellen Errungenschaften führen kann. Man braucht einen Lehrer, der einen beständig leitet, man braucht eine Gruppe, in der man den ganzen Prozess realisiert, und man braucht Bücher, durch die man das Licht, das verwandelt empfängt.

Diese drei Elemente sind kein Teil unseres Verlangens zu empfangen oder des körperlichen Lebens. Und sie müssen organisiert werden, so dass wir mit ihrer Hilfe die Wichtigkeit spiritueller Eigenschaften erlangen können.

Das ist nur durch das Licht möglich. Wie kann ich mir sonst etwas wünschen, das mir keinen eigenen Nutzen bringt, sondern nur erfordert, dass ich mich anstrenge, und noch mehr, das auch noch zu genießen. Aber das Licht reinigt mich allmählich und verleiht mir diese Fähigkeit, und dann fange ich an, die spirituelle Verbindung mit dem Schöpfer zu schätzen.

Ich gelange zu einem echten Mangel, der sehr kraftvoll ist. Außerdem ist seine Wahrheit mir dadurch bewiesen, dass der Schöpfer meine Bitte annimmt und darauf antwortet. Somit treffen wir ihn das erste Mal „von Angesicht zu Angesicht“, was dem Schöpfer fehlt, verbindet sich mit dem Mangel der Schöpfung.

Das bedeutet, dass der Schöpfer enthüllt wird, und dann steigt man über sein Ego auf und beginnt, zu arbeiten, um zu Geben. Dieser gesamte Prozess ist in zwei Teile unterteilt: Der erste Abschnitt ist die Vorbereitung auf das echte Gebet. In dem Moment, in dem wir es erlangen, fangen wir an, uns mit ihm weiterzuentwickeln, indem wir nach und nach einen noch größeren Mangel aufdecken. Aber von dem Moment an, in dem wir dieses echte Defizit erlangen, beginnt unsere Verwirklichung des Schöpfers.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 24.04.2012

Israel: Nach der Geburt oder nach dem Ziel?

Auszug aus der Lektion, die dem Gedenktag an die Katastrophe des europäischen Judentums gewidmet war

Frage: Zu welchem Teil der Welt gehören die Nichtjuden, die die Wissenschaft der Kabbala studieren?

Meine Antwort: Heute gehören sie zur Kategorie „Israel“.

Wenn früher mit dem Begrief „Israel“, „das Volk“ im materiellen Sinn gemeint war, so sind es heute die Menschen, die „direkt zum Schöpfer“ (Jaschar-El) ausgerichtet sind, d.h. es handelt sich um einen spirituellen Begriff. Heute ist es bereits unbedeutend, von wem du geboren wurdest, denn es ist wichtig, ob du die Methode der Korrektur wahrnimmst, ob du über den Funken im Herzen (•) verfügst. Nach ihm wirst du eben „Israel“ genannt. Wenn du ihn nicht hast, dann gehörst du zur Kategorie „die Völker der Welt“. Somit kannst du heute aus „den Völkern der Welt“ stammen und morgen zu „Israel“ werden. Denn im Endeffekt sollen alle das Ziel erreichen.

Jeder, der diesen Funken bekommen hat, ist verpflichtet, die Wissenschaft der Kabbala zu verbreiten, sowie sich um den eigenen Aufstieg, um die Gruppe und um die notwendigen Mittel zu sorgen – damit die allgemeine Pyramide der Menschheit nicht kippt und Zerstörer an ihre Spitze gelangen.

Außerdem betont der Baal HaSulam, dass dieselben Kategorien in jedem Menschen vorhanden sind, und die ganze Welt sie heute korrigieren und unterscheiden soll, da wir die Endetappe der Korrektur erreicht haben.

Deshalb werden heute als „Israel“ die Menschen bezeichnet, die „direkt zum Schöpfer“ ausgerichtet sind.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „der Gedenktag an die Katastrophe und den Heroismus“, 19.04.2012

Verstehen und Fühlen

Frage: Ich habe auf diesem Kongress mehr verstanden als gefühlt. Ist das normal oder habe ich etwas verpasst?

Meine Antwort: Das Verstehen, ohne es zu fühlen, ist auch gut. Zumindest hast du die Einheit der Leute gesehen, du hast ihr Verlangen gesehen, du hast verstanden, dass unser Erlangen der Wirklichkeit auf diesem speziellen Verlangen beruht.

Ohne uns zu vereinigen, können wir den Sensor nicht erschaffen, mit dem wir fähig sein werden, die höhere Welt zu fühlen, den Schöpfer. Genau deswegen sind wir zerbrochen und existieren auf dem tiefsten Grund: um damit zu beginnen, die Einzelteile der höheren Welt zusammenzusetzen. Und wenn wir sie zusammensetzen, werden wir neue Bestandteile der echten, wirklichen, spirituellen Welt entdecken und fühlen.

Und wir werden unsere Welt auf umgekehrte Weise erleben, als sich von uns entfernend, weil sie im Grunde genommen nichts hat – sie ist kleiner als ein Punkt. Sie befindet sich unter dem Punkt der geraden Linie, unterhalb der „Füße“ des Parzuf von Galgalta. Dort (bei ihnen) ist Sium, oder das Ende aller Parzufim, und der Ort unserer Welt befindet sich sogar noch tiefer, darunter – das heißt, es ist so, als würde sie gar nicht existieren. Und wir existieren in ihr, aber es ist, als wären auch wir „inexistent“.