Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Mehrere Reinkarnationen in einem Körper

Frage: Was wird als Kreislauf des Lebens bezeichnet?

Meine Antwort: Ich befinde mich innerhalb des Verlangens zu genießen, und darin wird mir ein zerbrochenes Reshimo offenbart, das heißt, ich empfinde, dass meine Verbindung mit der Umgebung und meine Verbindung mit dem Schöpfer zerbrochen sind. Und deshalb bemühe ich mich, mich mit der Umgebung zu verbinden, um ein passendes Gefäß für die Offenbarung des Schöpfers, des Lichtes, vorzubereiten.

Angenommen, ich habe innerlich gearbeitet, ich habe gebetet, habe trotz meinem egoistischen Verlangen gehandelt, und erreichte dadurch die Einwirkung des Lichtes, das meine Verbindung mit den benachbarten zerbrochenen Verlangen korrigiert hat, so dass wir uns verbunden haben und die noch größere Ähnlichkeit mit dem Licht erreichten.

Jetzt hat sich das von mir korrigierte Gefäß mit dem Licht Nefesh angefüllt. Auf diese Weise habe ich das zerbrochene und von mir enthüllte Verlangen realisiert. Somit habe ich ein Leben gelebt und die Korrektur durchgeführt.

Dann wird mir die nächste Stufe offenbart. Das vorige Verlangen stirbt, da ich es nicht mehr brauche. Das Licht verlässt den vorigen spirituellen Parzuf und das folgende höhere Reshimo wird offenbart. Das heißt, es ist noch mehr zerbrochen! Aber aufgrund meiner Erfahrung des vorigen Lebens weiss ich schon, wie ich es zu korrigieren habe. Deshalb komme ich voran und setze meine Korrektur fort.

Ich soll die Verlangen verbinden, die noch mehr zerbrochen sind und einander widersprechen. Außerdem soll ich das Licht um die Verbindung bitten. So vergeht ein Kreislauf des Lebens hinter dem anderen, bis ich die vollkommene Korrektur erreiche. Die zerbrochenen Reshimot wachen nicht mehr auf, weil ich das gesamte Zerbrechen korrigiert habe, das heißt, ich ging durch alle lebenswichtigen Kreisläufe durch.

Diese Kreisläufe sind mit unserem materiellen Körper, der gleich einem Tier existiert, auf keine Weise verbunden. Außerdem bedeutet unser Leben den Aufstieg des Verlangens zu genießen.

Im Gegensatz zu der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Natur sind wir solche einzigartige Individuen, in denen sich das Verlangen zu genießen ständig entwickelt und im Endeffekt eine Sackgasse erreicht, in welcher wir uns heutzutage befinden. Folglich verstehen wir das Leben und unseren Weg nicht mehr. Die Leiden zwingen uns, über den Sinn des Lebens, sein Ziel, seine Wurzel zu fragen.

Das heißt, in diesem Verlangen, das sich auf den unbelebten, pflanzlichen und tierischen Niveaus der Entwicklung befindet, ist ein Keim des neuen Strebens vorprogrammiert, das uns beginnen läßt, danach zu fragen, was auf der höheren Stufe passiert.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 08.06.2012

“Wie wundervoll und angenehm ist es, wie Brüder zusammen zu sitzen”

„Wie wundervoll und angenehm ist es, wie Brüder zusammen zu sitzen.“ Dies sind die Freunde, die zusammen sitzen und nicht voneinander scheiden. Anfänglich sehen sie wie Feinde aus, die einander töten wollen. Danach aber kehren sie zu brüderlicher Liebe zurück. Dann schreien sie: „Wie wundervoll und angenehm ist es, wie Brüder zusammen zu sitzen.“ Indem sie das tun, erreichen sie Ähnlichkeit mit dem integralen System der Natur und stimmen dann mit ihr überein. In ihrer gemeinsamen Liebe enthüllen sie die Essenz der Natur, ihre Perfektion und Ewigkeit.

Das Buch Sohar, Kapitel „Acharei Mot“

Das schwarz-weiße Kino mit Happy End

Es ist gesagt, dass es „Niemanden außer Ihn“ gibt, dass es keine andere Kraft gibt, die in der Welt gelten würde, außer dem Schöpfer. Aber woher kann dann der Mensch die Kräfte für die Arbeit nehmen? Und wie kann er dann überhaupt eine selbständige Handlung begehen, die mechanisch, materiell, seelisch, aus dem Verlangen oder dem Gedanken erfolgt?

Doch es existiert eine einzige Quelle der Energie, die genauso wie die Sonne funktioniert und die ganze Erde belebt. Eine einzige Kraft liefert die Energie an alle Teile der Natur, in allen ihren Arten, und zwar materiell und spirituell. Alles Positive und das „scheinbar“ Negative kommt zu uns aus einer Quelle.

Somit kommen die Faulheit, die manchmal den Menschen bewältigt, alle Hindernisse, die seinen Aufstieg zur Offenbarung des Schöpfers verhindern, auch von der Höheren Kraft. Und der Mensch befindet sich in der Mitte und soll entscheiden, wie diese Höhere Lenkung anzunehmen ist, das heißt, wie er sich zu den Kräften verhalten soll, die auf sein Verlangen einwirken.

Das ganze Universum ist eigentlich nur das Verlangen des Menschen, welcher empfindet, dass er selbst und die unbelebte, pflanzliche, tierische Natur und die Menschen um ihn herum existieren. Aber das alles, sowohl das Innere als auch das Äußere, wird nur innerhalb seines Verlangens vorgestellt und stammt aus der Höheren Kraft.

Folglich soll er alle diese Formen, dieses Realitätsbild, an die Höhere Quelle anbinden. Und indem der Mensch es zu tun versucht, beginnt er im ganzen Prozess, in allen mit ihm geschehenen Ereignissen, eine lenkende Hand zu erkennen – die Erscheinungsform einer Höheren Lenkung des Schöpfers, außer der es nichts anderes gibt.

Der Schöpfer hat alles so vorbereitet, dass wir diese einzige Lenkung in Form einer Menge von Kräften empfinden, die miteinander kämpfen, die positiv und negativ sind und sich im Endeffekt in der mittleren Linie miteinander verbinden, sowie dem Menschen helfen, diese einzige Höhere Kraft zu offenbaren.

Wenn der Mensch diese eine Kraft offenbart, dann beginnt er, das allgemeine Programm, das System der Schöpfung, zu erkennen. Und sein Verlangen, in dem eine solche Realität offenbart wird, führt ihn ins System der Welten hinein. Nachdem er das Bild der Wahrnehmung der Realität begriffen hat und mit Hilfe eigener Bemühungen darin nur eine lenkende Kraft erkennt, dann geschieht plötzlich ein solches Ereignis, das alle Früchte seiner Arbeit zerstört.

Folglich soll er wieder beginnen, mit den neuen Informationsdaten (Reshimot) zu arbeiten, die in seinem Inneren aufwachen, und alles auf eine Kraft zu beziehen, die gut ist und nur das Gute schafft. Aufgrund der Enthüllung der Reshimot seitens des Schöpfers und der Bemühungen seitens des Menschen arbeiten sie wie Partner zusammen. Der Schöpfer bereitet dem Menschen jedes Mal die neuen Bedingungen vor, die der Mensch richtig anwenden soll, um dieses Mosaik zu sammeln, worin dann nur eine Kraft gelten wird.

Sie wird ihn verwirren, sich enthüllen und wieder und wieder verhüllen. Es ergibt sich, dass der Mensch ständig zum Gesamtbild das Fehlende beiträgt, um darin das Wesen des Schöpfers zu offenbaren.

Jedes Mosaikstückchen, jedes Reshimo, jeder Zustand und jede Situation helfen dem Menschen zu erkennen, dass alles von einer Höheren Kraft kommt, und die Kräfte des Guten und des Bösen gemeinsam einwirken, um ihm zu ermöglichen, das Bild zu erkennen, das aus den schwarzen und weißen Fragmenten besteht. Er soll weder das Schwarze noch das Weiße beachten, sondern nur die eigene Zugehörigkeit an die einzige Quelle, aus der diese zwei Kräfte kommen.

Und so wird er die Höhere Lenkung offenbaren. Seine Aufgabe besteht nur darin, die Anstrengungen zur Offenbarung des Schöpfers vorzunehmen, weil darin die Gründe für das ganze Geschehen innerhalb des Menschen und in der von ihm empfundenen Realität sowie im Prozess, den er dank dieser Emotionen durchlebt, liegen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 03.06.2012

Wie fragt man nach dem Licht?

Frage: Ich versuche, durch die Verbindung mit der Gruppe nach dem Licht zu fragen, aber wie genau sollte ich darum bitten?

Meine Antwort: Bitte um Verbindung. Wir wissen nie, wie wir nach dem Licht verlangen sollen, wir verstehen nicht zu beten. Jedesmal, wenn wir uns dem Höheren zuwenden, sollte es mit einer exakten Bitte geschehen. Alles, was jemand herausfinden muss, ist, was er sich vom Oberen wünscht. Selbst wenn du die übelsten Dinge willst, leite sie zum Höheren. Wenn du das tust, beginnst du, nach und nach deine Bitte zu korrigieren und in Ordnung zu bringen.

Dies wird „Klärungen“ genannt, wie die gesamte Leiter der spirituellen Stufen. Wir beginnen, indem wir jeden „schlucken“ wollen. So wende dich damit an den Oberen, sei konsequent, und dank des Lichts, das verbessert, wirst du verstehen, was gut ist, und alles wird sich verändern. Denke nicht, dass um etwas zu bitten, dich bereits zu einem Gerechten macht. Aber wende dich an den Höheren!

Auf diese Art beginnen wir unser Leben in dieser Welt. Betrachte ein Baby, wie dreckig es ist, wenn es geboren wird, wie es seine Windeln beschmutzt. Aber man sagt: „ Die Mutter wird kommen und ihren Sohn reinigen.“

Tu nur, was du kannst, aber das beharrlich und konstant. Dann wirst du dich weiterentwickeln! Die Behandlung des Oberen kann weich und freundlich sein, und sie kann streng und hart sein. Aber dies ist die einzige Art, wie Veränderungen im Niedrigeren stattfinden. Die Hauptsache ist, weiterzumachen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 15.05.2012

Drei Bedingungen für die Enthüllung des Lichtes

ONE Kongress in New Jersey. Workshop 3

Frage: Unter welchen Voraussetzungen können wir die Kraft des Umgebenden Lichtes fordern, heranziehen, und enthüllen, des Lichtes, das verbessert und uns in wechselseitiger Garantie verbinden wird, so dass wir den Schöpfer enthüllen, die spirituelle Welt? Wie können wir nach dieser Kraft verlangen, so dass sie uns korrigieren wird? Was ist nötig, um das zu tun?

Meine Antwort: Drei Bedingungen müssen erfüllt sein:

1. Die Größe des Zieles
2. Verzweiflung an den eigenen Kräften
3. Verbindung mit all den Freunden

Dann werden wir alle gemeinsam die Empfindung erreichen, die „das Gebet der Vielen“ genannt wird, nachdem wir alles getan haben, was wir nur können, um uns zu verbinden.

Das Licht kommt und verbessert uns. Was bedeutet das, zu verbessern? Es bedeutet eine echte Bitte. Es ist das umgebende Licht, das uns die echte Bitte bringt.

Daher gibt es gemäß der Weisheit der Kabbala das aufklärende Licht von AB-SAG, und es gibt das korrigierende Licht. Auch hier findet alles in zwei Phasen statt.

Zuerst tun wir alles, was wir können. Wir halten Kongresse ab, arbeiten in einer Gruppe, und versuchen, uns zu verbinden, und rufen dadurch das Licht herbei, das klärt, wo wir tatsächlich sind. Es lässt uns die Größe des Zieles spüren.

Zur gleichen Zeit zeigt es uns, wie tief unten wir noch sind, in einem Zustand, in dem wir noch nicht einmal einen Schritt darauf zu machen. Allerdings erzeugen diese zwei Punkte, die Größe des Zieles und die Verzweiflung an unseren eigenen Kräften, zwei Pole, zwischen denen es zehn Sefirot gibt.

Dann aktiviert das Potential zwischen ihnen das Licht der Korrektur. Dieser Zustand wird „Gebet“ genannt, denn in einem Gebet gibt es zwei Punkte, die Größe des Zieles und die Erkenntnis unserer Kleinheit. Dieser innerliche Schrei bringt uns das Licht der Korrektur, das diese zwei Punkte durch die zehn Sefirot verbindet und uns das ganze Gefäß übergibt.

Auszug aus dem 3. Workshop des ONE Kongresses in New Jersey, 12.05.2012

Bilder der Wahrnehmung

Unterricht aus Amerika

Wir befinden uns in einer „sehr konkreten“ Welt von Gegenständen, von klaren Objekten, die durch unsere Sinnesorgane wahrgenommen werden. Genauso stellen wir uns die höhere Welt und die Höhere Kraft vor. Denn was bedeutet „Kraft“? Wie kann etwas, was keine „Abbildung“ besitzt, in unserer Wahrnehmung existieren? Wir sprechen von der Eigenschaft des Gebens und der Liebe, was bedeutet aber „Eigenschaft“? Das alles ist für mich unverständlich, ich sehe es nicht.

In der Welt betrachte ich immer die Einkleidung von Kräften und Eigenschaften in die Materie der unbelebten, pflanzlichen und tierischen Stufe. Anderenfalls kann ich mir nichts vorstellen. Religionen und Glaubensrichtungen verleihen ihren Gestalten ebenfalls immer eine Form. Ohne dies sind die Menschen einfach nicht in der Lage, über etwas zu sprechen, nachzudenken.

Aus diesem Grund stelle ich mir die Höhere Kraft doch in einer konkreten Form vor. So bin ich nun mal erschaffen, dass ich keine Kraft ohne ein konkretes Anschauungsbild wahrnehmen kann.

Baal HaSulam erklärt das am Beispiel der Elektrizität, die sich an greifbaren Dingen wie dem Zeiger, der von der Null-Marke abweicht, dem aufkochende Wasserkocher, dem laufende Motor usw. bemerkbar macht. Eine gewisse Kraft bringt etwas in Gang und ich nehme sie eben dank dieser Anschaulichkeit wahr. Die Folgen veranschaulichen die Ursache und lassen sie greifbar für uns werden.

Wenn der Mensch mit der Wissenschaft der Kabbala in Berührung kommt, möchte er die Höhere Kraft, die höhere Welt enthüllen. Er stellt es sich aber in diesen oder jenen Formen, Umrissen, die durch drei Achsen begrenzt sind, „Exponaten“, die das Archiv seiner Wahrnehmung füllen, vor. Denn ohne diese inneren Muster bleibt er ein Säugling, der nicht in der Lage ist, die Geschehnisse zu begreifen.

Um die Details und Schattierungen im Weltbild erkennen zu können, vergleiche ich etwas Unbekanntes mit dem, was sich in meinem Gedächtnis bereits befindet. Es ist kein Zufall, dass viele im Alter an Demenz leiden – sie verlieren die Fähigkeit zu diesem Vergleich des Sichtbaren und des bereits Eingeprägten.

Aus diesem Grund sollte man Verständnis für Anfänger haben: sie brauchen eine gewisse Zeit, sie müssen tausendmal hören, dass die Spiritualität eine Kraft und keine Form ist. Es fällt dem Menschen sehr schwer, dies zu verstehen, bis er wirklich ein gewisses, wenn auch sehr kleines Gefühl dafür entwickelt. Bis dahin hört er einfach nur zu, hört aber nichts, wird nicht von innen damit erfüllt.

In Wirklichkeit, wenn wir zu einem Gefäß werden können, erfüllt uns diese Kraft und verleiht uns eine bestimmte Form. Doch wie können wir dieses Gefäß erschaffen?

Wir müssen uns verbinden – das ist das einzige Mittel in unserer Welt, auf unserer Stufe. Das ist der Grund, warum wir uns hier in unseren Körpern befinden, und zwar um Bindungen zu schaffen, auch wenn es nur ein Spiel ist. In Wirklichkeit bedeuten die Umarmungen noch keine Verbindung. Wenn wir aber in unseren egoistischen Verlangen an die Einheit denken, genügt es, um das Licht von der höheren Stufe, das umgebende Licht, das zur Quelle zurückführt, zu erwecken.

Ich versuche, die Verbindung mit den Freunden herzustellen, kämpfe mich durch die Hindernisse hindurch, und dann generiert das Licht über diesem Widerstand Energie. Genauso wird Energie durch Strom erzeugt, indem er durch einen Resistor fließt – nach einer ganz einfachen Formel: die elektrische Leistung ist das Produkt der Stromstärke und der elektrischen Spannung. Eben diese Leistung beginne ich wahrzunehmen, wenn ich mich mit den Freunden trotz des inneren Widerstandes verbinde. In dem Maße, in dem ich Druck ausübe, voranschreite und die Widerstandskraft bezwinge, enthüllt sich mir in dieser Anstrengung das Licht.

Auf diese Weise nehme ich das Resultat der Einwirkung des Lichts, das zur Quelle zurückführt, wahr. Es kommt eben in meinen Anstrengungen, die gegen die Hindernisse gerichtet sind, zum Vorschein. Das ist der Grund, warum der Schöpfer sagt: „Lass uns zum Pharao gehen, denn ich habe sein Herz verhärtet. Ich habe dir Hindernisse geschickt, also kämpfe gegen sie an. Das bereitet dich auf die Enthüllung, auf den Auszug aus Ägypten vor“.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 10.05.2012

Sich um andere sorgen

Frage: Was verstehen Sie unter dem Wort „Liebe“?

Meine Antwort: Ich meine, dass jeder von uns ständig mit den Sorgen der anderen Menschen lebt.

Ebenso, wie wir es in der Gruppe organisieren, wenn wir beginnen, nach einem Trainingsplan zu arbeiten, wenn jeder von uns wünscht, für den anderen eine Zustand zu erschaffen, der so aufgehoben wie möglich ist. Das heißt ich soll andere Menschen verstehen und ihre Bedürfnisse spüren können. Ich soll an sie entsprechende Signale senden können: verbal, physisch, innerlich usw.

Ich soll in gegenseitiger Bürgschaft mit ihnen sein, das heißt, dass jeder von uns den anderen das Empfinden gewährleistet, dass man überzeugt sein kann, aufeinander gleichermaßen in dieser Weise einzuwirken. Und deshalb erheben wir uns ständig über unsere Selbstsucht und korrigieren dadurch unsere egoistischen Eigenschaften.

Eine solche wechselseitige Arbeit ist die wichtigste Arbeit in der Gruppe.

Nach der Aneignung dieser Methode werden wir dennoch wiederholt in selbstsüchtiges Verhalten zurückfallen, und daher erneut Hindernisse empfinden – bis die vollständige Korrektur, bis der endgültige Aufstieg über die Selbstsucht erreicht sind.

Aber in beliebigen Zuständen innerhalb der Gruppe und sogar draußen – zu Hause und bei anderen Menschen – werde ich sofort dieselbe Idee, dieselbe Praxis erleben. Und im Ergebnis werde ich auf die richtige Weise mit der gesamten Welt zusammenwirken.

Auszug aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 27.02.2012

Jede Handlung hinterlässt eine Spur

Man sagt: „Jede Handlung hinterlässt eine Spur.“ Unser Aufstieg geschieht infolge infolge des reflektierten Lichtes. Es wirkt auf uns in dem Ausmaß ein, in dem unsere Verlangen bereit sind, es anzunehmen. Dementsprechend wird ihre Struktur allmählich geklärt.

Die Struktur eines Verlangens, die dem Licht entspricht, ist in der Tat eine Verbindung, durch die wir wirklich beginnen, das Licht zu spüren. Es ist eine dauerhafte Konstruktion, die fortwährend expandiert. Zusammengenommen umfasst sie 4 Stadien von HaWaYaH; deswegen nennt man sie die „Offenbarung der Namen des Schöpfers“. Die zahlreichen Kombinationen der Verlangen kennzeichnen die Eigenschaften des Lichtes. Innerhalb unseres Verlangens nehmen wir das Licht wahr, als hätten wir einen Schirm vor ihm aufgestellt; auf diese Art erkennen wir, was das Licht ist.

Wenn wir durch das getönte Glas blicken, sehen wir, dass das Licht die Farbe vom Glas annimmt. So erfahren wir, dass das Licht unterschiedliche Farben haben kann. Wir benötigen spezielle Werkzeuge, um ein neues Phänomen zu erforschen. Wir müssen auch zusätzliche Hilfsmittel verwenden, die uns erlauben werden, einige der Eigenschaften zu bestimmen, die Teil des neu entdeckten Phänomens sind.

Darum geht es bei unserer Arbeit. Der Unterschied zwischen regulärer wissenschaftlicher Forschung und spiritueller Praxis besteht darin, dass eine materielle wissenschaftliche Untersuchung die Verwendung eines äußerlichen Gerätes erfordert, während wir bei der spirituellen Suche uns selbst als Werkzeug verwenden. Wir verändern uns und versuchen, schöpferische Handlungen auf uns anzuwenden, entsprechend dem Niveau, das wir erreicht haben.

Wir entwickeln nicht unsere alten Eigenschaften, sondern decken vielmehr neue auf; deswegen wird unsere Arbeit „spirituell“ genannt. Unsere Anstrengungen sollten sich darauf richten, neue Eigenschaften zu formen, die den Eigenschaften des Schöpfers ähneln; auf diese Art enthüllen wir Seine Persönlichkeit.

Im materiellen Bereich neigen wir dazu, uns praktisches Wissen darüber anzueignen, was um uns herum vorgeht und wer wir sind. Zu diesem Zweck erweitern wir unsere bestehenden natürlichen Eigenschaften durch die Entwicklung von Wissenschaft und technischem Fortschritt. Dies ist ein grundlegender Unterschied: Wenn wir ein abschließendes Entwicklungsstadium auf dieser Ebene erreichen, werden wir letztendlich feststellen, dass wir nirgendwohin gelangt sind. Mehr noch, wir erkennen, dass wir in eine Sackgasse gelangt sind. Unser Wachstum führte uns nur zu gewaltigem Egoismus; wir haben es geschafft, unsere egoistische Natur in einem Ausmaß offenzulegen, dass es unerträglich geworden ist.

Wir sind tief gesunken, auf den tiefsten Grund von Eifersucht, Ehrgeiz, Hass und aller Arten negativer Verhältnisse, die wir in Bezug auf unsere Nächsten durchmachen. Früher hatten wir zumindest die Illusion, dass wir mit der Zeit freundlicher würden und eine bessere Gesellschaft für jeden aufbauen würden. Mittlerweile verstehen wir, dass nur Angst vor Bestrafung uns davon abhält, andere selbstsüchtig und schonungslos zu benutzen.

Der Unterschied liegt darin, dass wir während der spirituellen Arbeit neue Eigenschaften entdecken und dadurch näher zum Schöpfer gelangen; wohingegen wir bei der materialistischen Arbeit nur die sinnlich erfahrbare Natur dieses Bereiches erkunden. Dennoch gehen wir auf dieser materiellen Ebene genauso wie während unseres Aufstiegs von hier bis zum Schöpfer immer noch durch die selben vier Stadien von HaWaYaH, wie gesagt ist: „Ich habe meinen Namen HaWaYaH, nicht geändert.“ Daher bringt uns jede unserer Handlungen näher ans Ziel.

Auzug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch Schamati, 12.04.2012

Eine hochwichtige Aufgabe für unsere Generation

Frage: Worin genau besteht unsere Arbeit in der Vereinigung?

Meine Antwort: Ich soll danach streben, mich mit dem Text zu verbinden und zu verlangen, dass das, wovon er erzählt, sich innerhalb meiner Verbindung mit dem gemeinsamen spirituellen Gefäß verwirklicht. Ich will alle Erscheinungen enthüllen, über die das Buch Sohar erzählt – innerhalb meiner Verbindung mit der Gruppe.

Der Sohar erzählt von den unbelebten, pflanzlichen, tierischen und menschlichen Niveaus des Verlangens – denn außer Verlangen gibt es nichts. Dabei wird von den Weisen oder der Erde, Bäumen, Tieren, Eseln erzählt. Und das alles, weil es vier Stufen des Verlangens gibt. Man darf sich nicht von diesem inneren Sinn ablenken lassen und sich das äußerliche Bild vorstellen.

Egal, wie schwer es ist, man muss sich aus Leibeskräften um das Innere bemühen. Dieser Kampf in uns findet ständig statt, mit wechselndem Erfolg. Sich zu bemühen ist das Wichtigste und bedeutet, dass du schon die Korrektur vollbringst, d.h. das Innere über das Äußere erhebst.

Es sind die größten Korrekturen, die nur wir als die unterste Schicht des Systems durchführen können! Bis jetzt war niemand dazu fähig, sogar die größten Kabbalisten der Vergangenheit nicht. Gerade wir in unserer Generation erfüllen diese wichtige Aufgabe und erheben dabei das Innere über das Äußere in dem Fundament des gesamten Systems.

Auszug aus der Lektion nach dem Buch Sohar, 24.04.2012

Die spirituelle Welt ist eine Welt der Eigenschaften

Der Schöpfer ist keine Gestalt. Es ist verboten, sich etwas in der nichtmaterialisierten spirituellen Welt vorzustellen! Es ist eine Welt der Eigenschaften – noch nicht einmal der Kräfte in unserem heutigen Verständnis.

Heute stellen wir uns Kräfte als physische Kräfte vor. Und ich möchte das momentan nicht bestreiten. Ich möchte diese Ebene der Einstellung gegenüber der Spiritualität nicht korrigieren, weil sie uns zumindest ein gewisses Gefühl für das Feld gibt.

Wir stellen uns das Feld, seine Spannung, seine Eigenschaften, die Entfernung oder die Annäherung seiner Kraft proportional dem Quadrat der Entfernung vor. Auf diese Weise breiten sich alle physischen Felder aus. Das gibt uns die Möglichkeit, wenigstens mit etwas operieren zu können, was um uns herum in der Natur, in der Technik existiert. Deshalb kann man sich solange auf diese Weise die spirituellen Kräfte, das spirituelle Feld vorstellen.

Doch eigentlich ist das spirituelle Feld eine Eigenschaft. Noch nicht einmal eine Kraft.

Wir sagen aber „die Kraft des Empfangens“, „die Kraft des Gebens“, „Zusammenstoß“, „schlagartiges Eindringen“ usw., also operieren wir mit Kräften. Später jedoch werden wir spüren, dass es lediglich zwei Eigenschaften sind, die auf diese Weise zusammenwirken: die Eigenschaft des Schöpfers und die Ihm entgegengesetzte, von Ihm erschaffene Eigenschaft der Schöpfung. Sie wirken zusammen, damit zwischen ihnen, zwischen diesen zwei Eigenschaften ein Mensch, ein Bewusstsein entsteht. Das Bewusstsein ist der Mensch.

Was die Materie unserer Welt betrifft, so kann man mit jedem beliebigen Spezialisten für Quantenphysik sprechen und er wird sagen, dass es keine Materie gibt, es gibt noch nicht einmal elementare Teilchen. Alles zerfließt, verwandelt sich in eine Wolke, verschwindet im Nirgendwo, läuft auseinander wie Chagrinleder. Es gibt keinen Punkt, keine Kräfte, nichts, nur Nebel anstelle von dem, was früher als Teilchen vorkam, die sich überall gleichzeitig befinden. Das heißt, die Physiker gehen überhaupt an die Grenze der physischen Welt.

Aus diesem Grund ist es unmöglich, von etwas Bildhaftem zu sprechen. Im Gegenteil, wir werden dazu kommen, dass unsere nächsten Errungenschaften, die wir als spirituell, sprich überegoistisch bezeichnen werden, nicht bildhaft, sondern qualitativ sein werden.

Ein Hund zum Beispiel sieht die Welt in Form von Geruchsflecken. Und wir werden die Welt nicht in Form von Bildern, sondern in Form von verschiedenen Eigenschaften sehen: größerer Egoismus, kleinerer Egoismus, größeres Geben, kleineres Geben, schlagartiges Zusammenwirken, Eindringen usw. Nur Eigenschaften! Genau das ist die Höhere Welt. Auch uns selbst werden wir in Form von Eigenschaften wahrnehmen.

Sogar heute möchtest du das Wesen eines Menschen und nicht seinen Körper sehen.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 08.04.2012