Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Ein Gebet, welches vom Schöpfer erhört wird

Frage: Das Thema einer der Kongresslektionen lautet „Das Gebet von Vielen“. Es ist eine Lektion darüber, wie wir zum Gebet kommen – nicht für uns selbst, sondern für die Gemeinschaft.

Meine Antwort: Das Gebet von Vielen ist eine Bitte um die Korrektur des zerbrochenen Gefäßes, der zerbrochenen Gesamtseele. Wenn wir unsere Bitte richtig formulieren, bekommen wir auf jeden Fall eine Antwort. Weil eine Bitte, die durch das gemeinsame Gefäß geht, die Eigenschaften und das Format erlangt, die von dem Licht wahrgenommen werden.

Aus diesem Grund müssen wir lernen, uns in einer solchen Form miteinander zu verbinden, dass die Bitte jedes Einzelnen durch diese Schablone, durch die Gruppe, auf die richtige Art und Weise zum Schöpfer gelangt.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 12.08.2012

Werft diese krumme Brille weg

Frage: Könnten Sie ein konkretes Beispiel für die korrigierten familiären Beziehungen vorführen? Bis jetzt war es für mich nicht ganz klar.

Meine Antwort: Zum Beispiel scheint es bei der Frau so zu sein, dass der Mann sie nicht unterstützt und sie sich deshalb einsam fühlt. Aber sie muss sich ihm gegenüber so verhalten, als ob sie seine hundertprozentige Unterstützung empfinden würde. Statt sich dadurch beleidigt zu fühlen, weil ihr Mann sie gar nicht unterstützt, bedankt sie sich dafür, dass seine Unterstützung ihr sehr hilft.

Was wird der Mann darauf antworten? Erstens wird er erstaunt sein, weil er doch auf die Auseinandersetzung, auf den Konflikt mit der Frau vorbereitet war. Er wird denken, dass sie ihn einfach verspottet. Aber diese Situation ist nicht nur verdreht, sondern sie ist das Gegenteil vom entgegengesetzten Gegenteil… Sie sieht deine Mängel, trägt sie auf sich über und spricht mit dir über deine Vorzüge, welche sie dann erkennen würde, wenn ihre Selbstsucht sie nicht daran hindern würde.

Frage: Es ist unverständlich, wie ich etwas sagen kann, wenn ich es doch nicht empfinde?!

Meine Antwort: Verstehen Sie, wir sehen nicht die Welt um uns herum, sondern nur uns selbst! Jeder Mensch besitzt einen „Filter“ vor den Augen, der ihn nur das erkennen lässt, was für ihn gut oder schlecht ist. Anhand dieses Filters kann ich mich entweder entfremden oder mich dem Nützlichen nähern. Auf diese Weise agiere ich eben in dieser Welt.

Ich erkenne die reale Welt nicht, die außerhalb von mir existiert, weil ich ständig die Augen zudrücke. Ich verstehe die Außenwelt nicht und kenne nichts darüber. Sie erscheint vor mir in Form des Bildes, welches mir mein egoistisches Verlangen zeichnet.

Wenn ich jedoch beginne, dieses egoistische Verlangen wie den Feind wahrzunehmen, weil ich die Welt als das Gute erkennen möchte, dann werde ich sofort diese egoistische, krumme Brille abnehmen wollen. Deshalb spreche ich positiv über alles, was mir als schlecht vorkommt. Dabei lüge ich nicht, weil ich mich dir gegenüber wie eine Mutter zu ihrem Kind verhalte und mir alle deine Eigenshaften gefallen.

Wenn ich also die egoistische Brille abnehmen werde, dann werde ich dich anders wahrnehmen, denn um mich herum existiert nur die vollkommene Welt .

Frage: Aber diese krumme, kritische Brille habe ich immer noch an?!

Meine Antwort: Du willst jedoch erkennen, was sich in Wirklichkeit dahinter verbirgt, dich über deinen Verstand erheben. In diesen Linsen ist doch deine natürliche Selbstsucht eingelötet. Und deshalb schaust du durch diese Linsen deine zweite Hälfte an und siehst in ihr nur die Mängel.

Wenn es die gewöhnliche Brille wäre, dann hättest du sie einfach abnehmen und wegwerfen können – aber diese Linsen sind in dir eingepflanzt Und deshalb sollst du alles Schlechte als das Gute erkennen, weil du dich daran erinnerst, dass du immer durch die krumme Brille schaust.

„Alle Verbrechen wird die Liebe überdecken“, was bedeutet, dass anstelle der Verbrechen nur die Liebe bleiben wird. Du magst alles, was in deinem Partner ist. Du bemerkst einfach keine Mängel, weil die Gewohnheit zur zweiten Natur wird. Bemühe dich ununterbrochen, bis deine neue Wahrnehmung zur Gewohnheit wird!

Lasst uns an der Stelle vereinbaren, dass wir uns von diesem Augenblick und weiter zu Hause so benehmen werden, als ob wir beide vollkommen wären und zwischen uns keinerlei Widersprüche entstehen würden. Als ob wir füreinander das Maximum an Gutem tun wollen, um folglich wie ein Körper zu sein. Nicht physisch, im Bett, sondern seelisch, innerlich. Nach einer Menge solcher Übungen werden Sie sehen, wie diese Beziehung sich plötzlich verwirklicht.

Aber natürlich ist hierfür der öffentliche Druck seitens der Umgebung nötig, als ob ihr dieses endlose Seminar niemals verlassen würdet. Ihr befindet euch ständig in der richtigen Absicht. Dann wirst du plötzlich erkennen, wie die Natur innerhalb und außerhalb von dir beginnt, sich zu verändern. Die Welt wird dir anders vorkommen, du selbst und alle Beziehungen werden sich verändern. Wie geschrieben steht: „Ich habe die andere Welt gesehen“.

Es scheint eine Art psychologischer Übung zu sein, aber darin gibt es eine sehr große Tiefe. Wir brauchen eine kollektive Kraft, die uns beeinflussen und helfen wird, solche Trainings zu beginnen. Aber hier gibt es eine sehr wichtige Bedingung: der Lehrer in solcher Gruppe soll aus „Bnei Baruch“ sein.

Auszug aus dem 33. Gespräch über das neue Leben, 12.07.2012

Dem „bösen Blick“ entkommen

Frage: Wie können wir uns wirklich an den Schöpfer wenden, anstatt uns Götzen zu machen?

Meine Antwort: Der Mensch macht sich anstelle des Schöpfers Götzen, weil es leichter für ihn ist. Der Egoismus versucht ständig das Ziel, die Mittel, die Werte unterzuschieben, mit denen es viel einfacher geht. Er sucht nach einer gewissen Befriedigung für seinen Stolz, nach einer schnellen Erfüllung, nach Entschädigung.

Unser Ego meidet unterbewusst Leiden, unsichtbar für den Menschen, der nicht in der Lage ist, es am Schwanz zu packen. Und wenn er feststeckt, kann er keine richtigen Schlüsse ziehen.

Das ist ein Problem. Und nur wenn der Mensch richtige Definitionen von der Umgebung, von den Freunden und aus den Büchern bekommt sowie die Ratschläge des Lehrers befolgt, wird er vielleicht dem „bösen Blick“ entkommen können. Es steht geschrieben, dass der Tod in den meisten Fällen aufgrund des bösen Blickes eintritt – das heißt, wenn der Mensch die Spiritualität nicht mit dem guten, sondern mit dem bösen, egoistischen Blick betrachtet und sie zu seinem Nutzen umkehrt, sprich er ist nicht in der Lage, sich vom Eigennutz zu befreien und begräbt sich somit.

Wie kann man dem bösen Blick, der den Menschen tötet, entgehen? Indem man versucht, die Welt mit anderen, fremden Augen, also mit den Augen der Freunde zu betrachten. Und dann wird man sie objektiv, unabhängig von seinem Ego sehen können.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 08.08.2012

Es geht mir gut. Was will ich mehr?

Frage: Sollten wir eigene Niedrigkeit empfinden, bevor wir zur Einheit kommen?

Meine Antwort: Wir sind in unserem Egoismus niedrig, aber auf keinen Fall in unserem Ziel, oder in der Verbindung mit dem Schöpfer.

Frage: Warum entwickelt man uns mit Hilfe der Leiden?

Meine Antwort: Und wie könnte man uns anders entwickeln? Infolge der guten Empfindungen werden wir niemals vorwärts gehen wollen, sogar im Gegenteil, diese werden uns den Weg versperren. Denn das Gute ist für uns ein Genuss, eine Füllung. Und wenn ich gefüllt bin, dann möchte ich mich nicht von der Stelle bewegen. Dies ist eben die natürliche Reaktion meines egoistischen Verlangens. Andererseits, wenn es mir schlecht geht, oder ich Schmerzen fühle suche ich sofort den Ausgang.

Der Mensch ist „ein empfindliches Element“. Der Genuss entzieht jedem Einzelnen seine Aktivität, paralysiert ihn auf unbestimmte Frist. Solange es dem Menschen gut geht, wird er sich nicht von der Stelle rühren. Wenn du ihm dagegen Leiden bereistest, oder die Abwesenheit der Füllung, dann wird er sich sofort auf die Suche nach einer neuen Quelle des Genusses begeben. Wenn also die Unzufriedenheit den Grenzpunkt übertritt, dann beginnt der Mensch sich zu bewegen.

Auf dem unbelebten Niveau der Entwicklung, bleibt er bewegungslos, füllt sich nicht aus und zieht nur die neuen Verlangen auf sich, bis die immer größeren Leiden ihn zwingen, zur Stufe der Pflanzen überzugehen. Die Pflanze kann sich schon in Richtung der Sonne öffnen, die Nährstoffe einsaugen, atmen, was einem schon wie die Erfüllung und Harmonie vorkommen wird. Aber dann, mangelt es dem Menschen wiederum an etwas, und das noch mehr als früher. Dieser Zustand zwingt ihn, sich in Bewegung zu setzen, aktiver zu werden, um sich noch mehr zu erfüllen …

Auf diese Weise ist unser Verlangen zu empfangen geschaffen: Es genügt uns, den Genuss oder das Leiden zu empfinden, also dazwischen zu balancieren, um das neue Ziel erreichen zu wollen. Es ist nichts anderes für uns erforderlich.

Dieser Prozess hängt von der Größe des Verlangens und von seiner Besonderheit, Vielseitigkeit ab. Angenommen, ich bin ein großer Egoist. Die egoistische Füllung erobert mich, bindet mich anhand der schweren Ladung von tausend Kilogramme – und ich kann nichts anderes tun, als genießen. Um mich aus diesem Zustand hinaus zu führen, müsste man mir tausende Kilogramme der Leiden bereiten – was bedeuten würde, mein Verlangen vollständig zu leeren, sowie Dieses um mehr Negativität zu ergänzen. Nur dann würde ich mich von der Stelle bewegen.

Somit treffen sich hier zwei Gegensätze: Je weiter ich entwickelt bin, desto größer ist mein Verlangen.Dieses Verlangen setzt mich unter Druck und erfordert noch strengere innere Arbeit. Also haben wir keine andere Wahl: das Verlangen reagiert eben nur auf die Genüsse und die Leiden, weshalb wir also gezwungen sind, durch Diese zu gehen.

Aber worin liegt der Nutzen dieser Bewegung? Fülle mich aus und ich werde erstarren. Gib mir das Bedürfnis nach etwas und ich werde mich in Bewegung setzen. Man kann es mit einem Motor vergleichen, der durch den Wechselstrom angetrieben wird: Schließe an ihn den Gleichstrom an – und er wird sofort gebremst werden. Was will man von mir, wenn die Reaktionen meines Verlangens von vornherein vorgegeben sind? Wie kann ich diese ausweglose Lage verlassen?

Neben dem Verlangen entwickelt sich die Vernunft, also noch ein weiteres paralleles System. Es sammelt die Informationen in seinem Archiv an, unterscheidet die Gründe und die Ziele, bewertet die vergangenen Stadien und urteilt über die bevorstehenden Stadien. Heute, auf der letzten, spirituellen Etappe der Entwicklung ist gerade die verstandesmäßige Komponente wichtig. Bis jetzt stießen uns die Empfindungen vorwärts, und jetzt hat die Zeit der bewussten Entwicklung begonnen. Und deshalb verschafft unsere Verbindung jedem die Weisheit, lässt zu, die Kenntnisse auszutauschen, gewährleistet eine größere Erfahrung und ein tieferes Verständnis .

Durch dieses Verständnis können wir eine Menge der Leiden vermeiden. Denn die jetzige Etappe erfordert, dass wir uns sehr schnell entwickeln und schon nach dutzenden Jahren, wenn nicht sogar früher, das Ende der Korrektur erreichen. Also stellt euch vor, welche Leiden wir noch erleben müssen!

Und deshalb liegt der Schlüssel zu unserer Entwicklung in der Erziehung, im Verständnis und im Begreifen, in den Handlungen, welche dem Menschen Empfindungen ermöglicht, über welche er nachdenken kann. Hier ist der qualitative Aufstieg notwendig. Demzufolge ist es für uns sehr wichtig, diese Wissenschaft zu verbreiten. Dies ist eben die Besonderheit unserer Generation.

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zum Buch Sohar“, 09.08.2012

Um was du bitten wirst – das wirst du auch bekommen

Frage: Was wird mir helfen, während des Sohar- Lesens den Punkt im Herzen meiner Freunde zu erkennen?

Meine Antwort: Deine Bitte! Der Sohar funktioniert wie die Elektrizität in der Steckdose an der Wand: Wenn du willst – wärme dein Herz auf, oder kühle dein Herz ab, wähle selbst. Der Sohar ist eben die Energie, die Quelle. Der Sohar ist ein einfaches Licht. Entscheide selbst, wie du es verwendest.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar, 07.08.2012

Frage unseres Blog-Lesers über die Kinderlosigkeit 05.08.2012

Frage: Schon länger als ein Jahr beunruhigt mich die Unmöglichkeit meiner Frau, schwanger zu werden. Wir beide sind schon längst über dreißig, sind aber immer noch kinderlos. Wir haben nicht rechtzeitig an die Kinder gedacht, und müssen jetzt dafür büßen. Meine Frau ist ständig krank, sie hat gynäkologische Probleme. Jeden Monat warten wir mit der Hoffnung auf die Schwangerschaft, aber sie tritt nicht ein. Wir sind so traurig und nervös geworden. Ich studiere schon ca. ein halbes Jahr an der Kabbala-Akademie. Ich bitte Sie, sagen Sie mir, was ich tun muss, welche Veränderungen ich verwirklichen muss, um endlich Vater zu werden.

Meine Antwort: Lassen Sie sich nicht in die Ecke treiben. Solche Beunruhigung, besonders bei den Frauen, verhindert vollkommen ihre Möglichkeit der Empfängnis.

Deshalb ist es Ihre Pflicht, vor allem zu lernen, sich über die Familie, über die Frau zu freuen, unabhängig von Ihrem unerfüllten Verlangen. Die Freude – wie wir lernen – ist ein Zeichen des Lebens, eine wichtige Bedingung.

Weiterhin sollen Sie ab diesem Moment und weiterhin Ihr Zusammenleben so führen, dass Sie Ihrer Frau ununterbrochen die Zeichen der Aufmerksamkeit schenken, und ihr ständig andeuten, dass Sie nur sie mögen, und nicht „ihr Gerät“ für die Geburt der Kinder.

Wir lernen diese tiefen Grundlagen der notwendigen Korrekturen in der Kabbala: Erstens existieren das natürliche Verlangen, Kinder zu haben, sowie alle Vorbedingungen dafür nur im weiblichen Teil der Schöpfung, innerhalb der Frau, deshalb sollen diese nicht durch die psychologischen Störungen, durch die Beunruhigung oder Vorurteile, wie sie in der gegenwärtigen Gesellschaft üblich sind, beansprucht werden. Zweitens ist für das Geschöpf jede Erscheinungsform des Schöpfers, „das Zeichen der Aufmerksamkeit“ von seiner Seite eine Quelle des Lebens. Ebenso erfolgt es in den Beziehungen zwischen dem Mann und der Frau: sie (die Schöpfung) wartet auf das Licht, deshalb nimmt sie jedes beliebige Wort und die Handlung des Mannes als das Zeichen der Aufmerksamkeit oder der Unaufmerksamkeit wahr. Seine Beziehung ihr gegenüber erhöht oder vermindert ihre Lebenskraft und alle ihre natürlichen Möglichkeiten und die Vorbedingungen.

In der Liebe gibt es keine Berechnung

In jedem Volk liegt eine innere Stärke, die es vereint. Doch die Söhne Israels, wie bereits Baal HaSulam erklärt hat, sind nicht wie die anderen Völker, welche in dieser natürlichen wechselseitigen Beziehung stehen. Wenn es keine Liebe zwischen ihnen gibt, dann verlieren sie sich schnell aus den Augen. Nur der Hass der anderen Völker hält sie zusammen und schützt vor der vollständigen Assimilation.

Baal HaSulam führt das Beispiel mit dem Sack voller Nüsse vor: Diese wünschen sich so sehr die Einheit, dass sie sogar klappern, wenn sie aneinander stoßen. Aber der „Sack“, d.h. Antisemitismus, erlaubt ihnen nicht, auseinanderzufallen.

Allerdings ist es nicht die wahre Liebe und Einheit. Wie lange kann es noch dauern?

Daher ist jetzt die Zeit angebrochen, dass sie sich nicht wegen dem „Sack“ miteinander verbinden, der sie umgibt, sondern auf der Grundlage der Liebe und der wechselseitigen Beziehungen. Dann wird der Druck von außen nicht mehr notwendig sein, so dass er aufhört; plötzlich werden die Araber ihre Haltung ändern und für sie wie Brüder sein. Immerhin – es geht nicht um jemand anderen, sondern auf diese Weise wirkt die höhere Kraft auf das jüdische Volk.

Wenn sie sich fügen, wird der „Sack“ nicht mehr benötigt, und somit werden alle negativen Kräfte in der Welt beseitigt – einfach durch die Verbindung. Durch die Verwirklichung dieser Methode werden die Menschen etwas verspüren, was in ihrer Seele hinterlegt und schon lange in Vergessenheit geraten ist. Das Korn ist schon gepflanzt, und so schreibt Baal HaSulam, dass das jüdische Volk in sich wieder die Liebe wachrütteln muss.

In diesem Fall muss man offen für alle Stämme sein. Denn es ist uns nicht bekannt, was mit den zehn Stämmen geschah, die während der Zeit des ersten Tempels gefallen sind. Wer weiß, wo sich jetzt ihre Nachkommen befinden und wie viele es sind.

Und überhaupt, wenn die ganze Welt zu der gleichen Einheit kommen soll, ist das jüdische Volk natürlich bereit, alle zu empfangen, die sich diese Einheit wünschen. In der Liebe gibt es keine Berechnung: Wer sich die Verbindung wünscht, der soll sich anschließen.

Auszug aus dem Gespräch vom 05.06.2012

Filter auf dem Weg zum Schöpfer

Frage: Welche Bitte erreicht den Schöpfer?

Meine Antwort: Als erstes sollte man verstehen, dass, wenn die Bitte nicht aus einem gemeinsamen Gebet hervorgeht, diese nicht akzeptiert wird. Die Menschen schreien zum Schöpfer aus der Tiefe ihres Herzens, aus den Zuständen des Zusammenbruchs und des Todes – nichts hilft. Warum? – Weil ihre Bitte nicht durch den Filter geht, der nur ein solches Gebet zulässt, das aus dem gemeinsamen System, aus der Verbindung zwischen uns – unwichtig, ob gut oder schlecht, aber in Bezug auf diese Verbindung – entsteht.

Das Gebet muss gemeinschaftlich sein, ein persönliches Gebet wird nicht erhört.

Frage: Wie kann ich mein Verlangen mit dem Verlangen eines anderen verbinden, wenn ich ihn absolut nicht spüre?

Meine Antwort: Versuche zu spüren oder weine zumindest darum, dass du nichts spürst. Denn du verstehst, dass dein persönliches Verlangen keine Wirkung hat. Wenn aber zwei kommen – „Sehr schön! Was wollt ihr? Verbindung zwischen euch herstellen? Euch vereinen? Ihr streitet euch? Zankt euch? Das ist gut!“

Warum beginnt von nun an die Zeit der Korrektur der Welt? – Weil die Menschen zu spüren beginnen, dass die Verbindung zwischen uns nicht in Ordnung ist. Doch war sie etwa früher in Ordnung? – Früher gab es sie einfach nicht. Heute spüren wir, dass sie kaputt ist und deshalb korrigiert werden muss. Aus diesem Grund beginnt von nun an die Korrektur.

Wenn wir aber die Verbindung zwischen uns nicht in Betracht ziehen – egal, in welcher Form -, dann gibt es hier nichts zu tun, es gibt nichts, womit wir uns an den Schöpfer wenden könnten. Ich persönlich kann nichts tun, in mir selbst gibt es nichts zum Korrigieren. Korrigiert werden kann nur die Verbindung zwischen mir und den anderen.

Frage: Sie haben mal über ein System gesprochen, welches eine nicht wahre Bitte in eine wahre umwandelt. War damit eine persönliche oder eine gemeinsame Bitte gemeint?

Meine Antwort: Es gibt keine persönliche Bitte! Wenn ich allein schreie, bedeutet das nicht, dass meine Bitte persönlich ist. Wichtig ist, worum ich schreie, das bestimmt, ob es ein gemeinschaftliches Gebet ist oder nicht. Vielleicht werde ich allein beten, dabei aber für die Gemeinschaft bitten, dann ist es ein gemeinschaftliches Gebet.

Die Massen denken, wenn sich zehn Menschen (hebr. Minjan) versammeln, dass es sich dann um ein Gebet handelt. Nein. Es kann auch ein einzelner Mensch sein, aber er bittet um die Verbindung, um die Korrektur des Systems, dann ist es ein gemeinschaftliches Gebet.

Deshalb, wenn wir uns ans Studieren machen, ist es sehr wichtig, mit der richtigen Bitte ausgerüstet zu sein. Anderenfalls trägt das Studium zur Trennung bei und wird statt des Lebenselixiers zum tödlichen Gift. Und wir sehen, dass die Menschen sich entfernen, davonlaufen, abstürzen. Woher kommt das? – Vom gleichen Licht, das auf die falsche Weise wirkt, dir Finsternis bringt, sprich – dich auf dem längeren Weg zum Ziel führt.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 12.07.2012

Gewitterwolken über dem Horizont

Heutzutage offenbart sich der Augenblick der Wahrheit: die ganze Welt ist einem Kindergarten ohne Erzieherin ähnlich. Die Welt weiß nicht, wo sie hin soll, und kuckt fassungslos zu, wie gewohnte Orientierungspunkte verschwinden.

Das ist ein wunderbarer Zustand. Wir reden schon lange darüber, obwohl wir angenommen haben, dass er schneller eintritt. Nun gilt es, Unruhen zu verhindern, die dem Durcheinander folgen könnten.

Denn uns drohen eine sehr schmerzhafte Krise und der Weltkrieg. Wir gleiten dorthin entsprechend den Gesetzen des Universums ab. Heute haben diejenigen, die die Welt „regieren“, ihre frühere Kraft verloren und machen sich deswegen Gedanken: „Vielleicht sollten wir zu Kriegshandlungen übergehen, um ein neues Kapitel aufzuschlagen“.

Zweifelsohne gibt es eine Möglichkeit, die Situation zu verbessern, den Krieg zu stoppen, den Weg zu „versüßen“, und der Erfolgt hängt hier von uns ab. Wie Baal HaSulam schreibt: Wenn wir dieses Abgleiten nicht stoppen können, wird sich die Menschheit auf den atomaren Weltkrieg zubewegen. Das ist der natürliche Lauf der Ereignisse, die von dem Egoismus gelenkt werden, wenn wir kein Licht hinein geben.

Mehr noch: Baal HaSulam spricht über einen vierten Weltkrieg. Es wird also jemanden geben, der diesen nach dem dritten anfangen wird. Ist es denn möglich? Durchaus. Und zwar sehr bald.

Was sollen wir also tun? Verbreiten und die Einheit stärken. Wir brauchen diese beiden starken Kräfte: die äußere und die innere. Außer uns gibt es auf der Welt keine andere Kraft, die das Gleichgewicht verändern könnte.

Denkt gut darüber nach. Wir brauchen möglichst viele Lehrer, möglichst viele Erzieher, möglichst viele Lektoren – und wir bereiten sie mit ganzer Kraft für den Kontakt mit den Massen vor.

Die Situation ist wirklich kritisch. Denn die heutigen Krisenerscheinungen sind nur die Spitze des Eisbergs, ganz klein im Vergleich dazu, was vor uns verschwiegen wird. Die Eliten investieren enorm viel Kraft und Geld, um die wirkliche Lage in der Welt zu verschleiern. Nur aufgrund des fehlenden Ausweges lassen sie die Informationen tröpfchenweise in den Medien durchsickern.

Außerdem kommen zu den wirtschaftlichen die Umweltprobleme hinzu: uns stehen die schlimmsten Katastrophen bevor, im Vergleich zu denen die jetzigen ein Nichts sind. Uns erwarten Wasser- und Nahrungsknappheit, unsere Existenz auf der Erde an sich ist gefährdet. Es geht hier nicht darum, die „Fettschicht“ loszuwerden, die Nahrung zu reduzieren, mit der ganzen Familie in eine Einzimmerwohnung zu ziehen – nein, die Situation ist viel schlimmer.

Frage: Ich muss also mein ganzes Leben der Einheit und der Verbreitung widmen?

Meine Antwort: Ja. Und in allem anderen musst du dich mit dem Notwendigen zufrieden geben, mit dem, worauf du ebenfalls gerne verzichten würdest, es aber nicht kannst, weil dein Körper es braucht.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung in das Buch Sohar, 10.07.2012

Die Kette des Verlangens zusammenschließen

Alles, was wir empfinden, ist das Wesen des Verlangens, in welchem uns eine beliebige Form offenbart wird. Man kann es auch anders sagen: Das Verlangen nimmt unter der Einwirkung des Lichts diese oder jene Form an. Die Grundlage aller Welten bildet ein und dasselbe Verlangen, das sich nur durch die Formen und ihre Niveaus unterscheidet.

Alles, was jetzt vor uns erscheint, nehmen wir auf dem niedrigsten Niveau des Verlangens wahr. Und die weiter fortgeschrittenen Formen entstehen, wenn dieses Verlangen die Absicht des Gebens übernimmt; denn dann wird seine vorherige Form für uns durch die spirituelle Form ersetzt. Es gibt somit keine anderen Unterschiede zwischen allerlei Details der Welten und der Stufen. Wir setzen jedes Mal die andere Brille auf und sehen deshalb eine andere Welt vor uns.

Also bleibt das Verlangen unveränderlich, und darin existieren 620 Unter-Wünsche, welche in diesem oder jenem Maß untereinander verbunden sind. Und alle diese Niveaus erreichen im Endeffekt Malchut der Welt der Unendlichkeit. In Wirklichkeit sehen wir sie jetzt auch, aber nur auf unserer Stufe, entsprechend unseren Instrumenten der Wahrnehmung. Es ist deshalb gesagt: „Jeder verneint oder beurteilt nach seinem eigenen Mangel“.

Frage: Wie kann man das Gesagte dem Menschen erklären, der die Wissenschaft der Kabbala nicht studiert?

Meine Antwort: Das Verlangen ist eben die Materie. Das Atom besteht aus den Teilchen, die eine Energie darstellen, oder besser gesagt das Verlangen, sich zu bewegen. Wenn ein Teilchen sich nicht bewegt, dann geht es verloren. Im Grunde genommen stellen die Teilchen gerade die Energie, das Licht dar. Sie stehen in einer gegenseitigen Wechselwirkung, werden vereinigt und schaffen dadurch verschiedene Formen der Verbindung. Aus dieser Verbindung entsteht das allgemeine Verlangen, und daraus entsteht die Materie, die sich im Einklang mit vier Niveaus des Verlangens oder vier Arten der Natur befindet: unbelebt, pflanzlich, tierisch und menschlich.

Das Verlangen umfasst alles. Es kann sich erhöhen oder erniedrigen, es wird auf „das Plus“ und „das Minus“ geteilt, aber sein Wesen wird dadurch nicht geändert. Leider entsprechen unsere Vorstellungen über die Materie nicht den Erkenntnissen der Wissenschaft, nicht nur der Quantenphysik, sondern auch den Bereichen, die sich mit der Wahrnehmung der Realität beschäftigen. Wie dem auch sei, es ist heute schon klar, dass die Materie eine Energie darstellt. Diese Erkenntnis betrifft sowohl uns selbst als auch die Art und Weise, wie wir uns wahrnehmen. Natürlich wird nicht jeder Mensch unsere Erklärung verstehen können, er kann aber seinen Glauben den wissenschaftlichen Forschungsdaten schenken. Schließlich nehmen wir Vieles in unserem Leben ohne jegliche skrupellosen Auseinandersetzungen an.

Wenn also die gesamte Schöpfung ein einziges Verlangen darstellt, so können wir nur in den Definitionen des Verlangens über die Ähnlichkeit oder den Unterschied, über die Nähe oder die Entfernung sprechen. Die gleichen Verlangen befinden sich nebeneinander. Je mehr sie sich voneinander unterscheiden, desto weiter sind sie voneinander entfernt. Die entgegengesetzten Verlangen sind voneinander unendlich entfernt. Nach dieser Skala – von der Verschmelzung bis zum diametralen Gegenteil – werden alle übrigen Zustände verteilt. Alles wird anhand des Verlangens gemessen.

Somit ist unsere Arbeit sehr einfach: Wir sollen unsere Verlangen klären und dementsprechend voranschreiten. Gleich dem Psychologen soll ich mich von der Seite her anschauen, meine Verlangen von außen betrachten und deren Parameter nachprüfen: welche Formen der Wünsche in mir existieren, inwiefern sie mich oder ich sie beherrsche. In dem Maß meines jetzigen Verständnisses bestimme ich für mich die wünschenswerte Form und vergleiche sie mit der laufenden.

Folglich suche ich die Möglichkeit, um von der existierenden Form in die wünschenswerte überzugehen. Die Kabbalisten sagen, dass ich diesen Übergang mit Hilfe des Lichts erreichen kann, das zur Quelle zurückführt. Somit muss ich meinen jetzigen Zustand als unerwünscht und schlecht annehmen und dementsprechend den zukünftigen als erwünscht und gut betrachten. Die Distanz zwischen diesen Zuständen sorgt für das große Leiden, das ich empfinde, ruft in mir das Streben hervor und lässt zu, dass ich mich in der Gruppe bemühe.

Alles klärt sich anhand des Vergleichs des Existierenden und des Wünschenswerten: Ich offenbare die bittere Wahrheit über den laufenden Zustand und richte mich nach dem folgenden, dabei wird das Höhere Licht seine Arbeit erledigen, denn es soll mich gerade durch die notwendigen Veränderungen zu den neuen, mehr fortgeschrittenen Formen des Verlangens führen. Ich soll nur entscheiden, dass ich es tatsächlich will, wodurch ich „die Kette zusammenschließe“, das Licht in Betrieb setze.

Somit ist die Methode einfach, obwohl sie eine Menge von Komponenten enthält: die Gruppe, den Lehrer, das Buch, die Größe des Schöpfers, das Studium, die Verbreitung, das Bild der Realität, die Welten usw.. Schließlich, wenn man das alles zur Kategorie des Äußerlichen aufzählt, bleibe nur ich selbst im laufenden Zustand übrig, den ich als unerträglich offenbaren muss, um mir meinen folgenden Zustand als wunderschön vorzustellen. Und wo ist das Licht? Es kommt durch die Gruppe, da der folgende Zustand die Einheit auf dem neuen Niveau darstellt. Diese Bedingungen führen mich eben zur Handlung hinzu.

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zum Buch Sohar“, 26.06.2012