Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Die Realisierung des universellen Problems

Frage: Die Ursache von Zusammenstößen und Konflikten zwischen verheirateten Paaren ist die Kollision zwischen ihren egoistischen Charakteristiken. Wie notwendig ist es, dass sie die Mechanismen dieser Charakteristiken erkennen und den Grund  verstehen, warum sie Konflikte haben und die Fähigkeit sich darüber zu erheben.

Antwort: Menschen müssen die Mechanismen der Interaktion von egoistischen Charakteren wissen, diese studieren und kontrollieren. Da Menschen nicht nur Interpreten sind, müssen sie ihren nächsten Zustand selbst kreieren. Deshalb ist das integrale Lernen ein seriöses Studium, das nicht nur Erziehung beinhaltet sondern auch Training. Wir erzählen ihnen über die Evolution der Familie: Warum sie eine Notwendigkeit für sie ist – warum sie geteilt ist in zwei Unternehmen – in zwei entgegengesetzten Streitkräfte – warum diese Objekte zusammen verbunden sind, wie sie dem eigenen Ego und dem des anderen trotzen können – und so weiter.

Hier arbeiten wir an einem universellen Problem im Fall von zwei jungen Menschen: Was zieht sie zueinander hin? Es sind die Hormone. Aber wenn du dich dem achtsam annäherst, wird sicherlich ein großes Problem der Kosmogonie gelöst. Ein Aufstieg auf die nächste Stufe der gesamten Menschheit, durch ein ganz normales Pärchen. Und dies hängt nur von ihrer Bewusstheit darüber ab, was sie zusammenfügen kann

Sie kommen speziell zu uns – da in diesem Moment die Natur alle Arten von Konflikten in ihnen bereitet – und wir müssen ihnen eine neue Bedeutung ihrer Existenz geben. Deswegen sieh dir das sehr seriös an: Letztendlich werden sie die nächste Stufe in sich erschaffen. Wie gesagt wird, „Ein Mann und eine Frau- die Shechina zwischen ihnen“, der nächste Level der Natur.

Und dann werden sie die ganze Zeit aufsteigen. Wenn wir einen Standard für sie etablieren und sie unterstützen, bekommt das Konzept der Familie eine komplett neue Bedeutung. Wenn sich eine öffentliche Meinung in der Gesellschaft bildet, die sie auf solche Weise verbinden lässt, wird sie das zu etwas verpflichten und unterstützen – es werden komplett unterschiedliche Beziehungen zwischen den Menschen entstehen.

Was ist das, das sie zusammenhält? Zuerst sind es die Hormone und nach einiger Zeit ist es die gegenseitige Verpflichtung. Wohingegen in der integralen Gesellschaft es für sie möglich ist, ein höheres Ziel zu erreichen – sie werden sich nicht länger trennen können. Sie werden sich mit anderen Augen betrachten und alles auf einer völlig neuen Stufe wahrnehmen: alles – das Heim, Sex und Unterhaltung – da sie beginnen, eine völlig neue Füllung zu bekommen.

Ich möchte dies nicht aus der Sicht der normalen Psychologie erklären, sondern aus der Sicht der egoistischen Psychologie, die sehr einfach alles auf den Punkt bringt – zur Quelle, dem Ego, das überwunden werden muss, ohne es zu zerstören; wir benötigen es sogar dafür, die nächste Stufe zu erreichen. Die reguläre Psychologie gibt einem Menschen eine „Substanz“, wohingegen integrale Erziehung und Information ihm die Möglichkeit geben, dieses Ego zum Aufstieg zu nutzen, ohne es zu vernichten. Auf diese Weise kann dieser Mensch spirituell wachsen. Und wenn er Spiritualität erfährt, kreiert er eine neue Gesellschaft, eine neue Gemeinschaft und ein neues Land. (118867)

Von Kab TV „Über die Zeit“ 9/21/13

Ohne Inneres Feuer gibt es keinen Erfolg

ravsdFrage: Wie kann man die Effizienz eines jeden Experten in integraler Erziehung für die maximale Verbreitung erhöhen?

Antwort: Die allerwichtigste Sache für den Menschen ist Anerkennung, Lob, Respekt und Mitgefühl der Gemeinschaft, in der er arbeitet. Im Prinzip wollen wir das Gleiche in jenen Institutionen oder Unternehmen, in welchen wir integrale Erziehung verbreiten und erklären. Wenn wir eine Gemeinschaft erreichen, bauen wir ein Netzwerk, so dass Menschen verbunden sind. Sie werden verstehen, wie sehr sie die Gemeinschaft inspirieren und ihr Auftrieb geben können – es wird viel komfortabler und einfacher für sie zu arbeiten – in dem Maß, wie sie sich selbst und die Atmosphäre in der sie existieren, verbessern können – werden sie sich freuen und sich glücklich damit fühlen. Wir brauchen diesen künstlichen Zustand, bis er ganz natürlich von selbst aus unserer inneren Verbindung entsteht.

Deshalb ist es notwendig, einen Verantwortlichen zu ernennen – als einen Initiator – der an alle Dinge bis ins letzte Detail denkt und der laufend am konstanten Aufstieg der Mitglieder der Gemeinschaft interessiert sein muss. Er muss spezielles Material auswählen und organisiert telefonische Treffen zwischen ihnen zur gegenseitigen Unterstützung über den Tag; es könnte sein, dass er einigen einen Clip senden möchte – es ist eine kurze Pause für 5 Minuten für ein freundliches Essen möglich – zur Stärkung der Einheit. Wir, die in der Verbreitung involviert sind, müssen verstehen, dass wir ohne inneres Feuer nichts an andere vermitteln können. Ein Mensch mit einer schlechten Laune, in einem persönlichen Abstieg, kann nicht arbeiten gehen. Deshalb benötigt er während dieser Abstiege die Gemeinschaft.

Es ist notwendig ihn zu erheben – zu seinen Füßen zu stehen – ihn zu ermuntern, ihn zu beleben. Und nur dann wird er mit innerer Energie erfüllt. Mit einer speziellen Atmosphäre der Verbindung kann er arbeiten gehen – unterstützend tätig sein – andererseits würde er die ganze Arbeit ruinieren.

Wir praktizieren das vor jedem Treffen mit einem Menschen, einer Gruppe von Menschen – sogar mit einem großen Publikum. Wir praktizieren und realisieren die permanente Verbindung zwischen uns. Bevor wir ein Studium beginnen, benötigen wir zuerst die Verbindung, um eine gemeinsame Motivation zu erreichen, ein Gefühl des Schutzes – der Sicherheit – ein Gefühl eines erhöhten Zustands. Wenn wir zu einer Gruppe von Menschen kommen, müssen wir das Gewicht unserer Erkenntnis demonstrieren, damit die Gemeinschaft denkt, wir würden auf einem höheren Level als der Rest stehen.

Nun verstehen wir, dass dies eine psychologische Arbeit ist – die Hauptsache ist jedoch, auf dem richtigen Weg voranzugehen. Es ist notwendig, dass hier eine Innere Explosion stattfindet, eine Art Feuer der Herzlichkeit zwischen uns. Wenn wir eine gemeinsame Aktion machen, müssen die Menschen fühlen, dass hier nicht drei Personen vor ihnen stehen, sondern eine einzige Einheit. Wir beginnen, mit der Gemeinschaft mit sechs Händen zu sprechen, wie ein Körper. Das ist es, wozu wir Euch verpflichten.

Deshalb dürfen wir keine Bewegung ohne das Gefühl der Verbindung und Einheit machen. Selbst wenn wir heute zuerst ein Team in einer Fabrik besuchen und danach in ein Büro zur Verbreitung gehen, benötigen wir es, um uns wieder zwischen beiden Events aufzuladen. (118059)

Aus Kab TV’s “Durch die Zeit” 9/17/13

Sich auf dem spirituellen Weg festhalten

Frage: Es ist sehr schade, wenn ein Mensch jahrelang mit uns arbeitet und nach 12-13 Jahren den spirituellen Weg plötzlich verlässt.

Antwort: In solchen Fällen muss man nachprüfen, warum der Mensch seine Arbeit nicht fortsetzen kann, was der Grund seines Weggehens ist. Möglicherweise befindet er sich in der Situation, in welcher er sich vor der Gruppe annullieren muss, aber das nicht tun kann, weil die Annullierung das Schwierigste ist.

Kommentar: Aber er hörte darüber täglich im Laufe der 13 Jahre.

Antwort: Dann hörte er nicht richtig zu. Das Gleiche kann sogar den Menschen passieren, die länger als 13 Jahre mit uns arbeiten. Ich weiß es aus eigener Erfahrung, aus meiner Arbeit mit den Studenten.

Das Wichtigste ist die ständige Festsetzung des Ziels und seine tägliche Prüfung, d.h. zu prüfen, ob man alle Mittel verwendet, um das Ziel zu erreichen. Wenn ja, dann muss man trotz aller Zweifel weitermachen (obwohl die Zweifel dann nicht mehr vorhanden sind ), trotz eigener Unlust allem zustimmen.

Kommentar: Wenn der Mensch suchte, hier und dort war und später zu uns zurückgekehrt ist, dann soll er immerhin hier bleiben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass unser Weg sehr kompliziert ist.

Antwort: Eigentlich ist dieser Weg heute nicht mehr so kompliziert, weil die Welt uns selbst vorsagt, dass darin nichts zu tun ist.

Zweitens gehen diesen Weg schon Hunderte und Tausende mit.

Drittens ist dieser Weg rational, weil er dir sowohl in der Vernunft als auch in den Gefühlen alle Stadien der ganzen Weisheit offenbart, die du erlangen sollst.

Und das Wichtigste ist, dass du heute schon beginnen kannst, alles praktisch umzusetzen. Aber nur unter der Bedingung, dass du wirklich verstehst, dass alles auf der Verbindung zwischen den Menschen basiert, auf dem Gesetz „Liebe deinen Nächsten wie sich selbst“ gegründet ist.

Wenn du andere Methoden anwendest, dann sollst du sie sofort prüfen. Die Offenbarung des Schöpfers kann nur in der Eigenschaft „Liebe deinen Nächsten wie sich selbst“ erfolgen – darüber wird in den Primärquellen geschrieben. Was wird getan, um diese Eigenschaft zu erreichen? Werden dabei die Hinweise unserer Lehrer erfüllt? Wenn sie sogar rein mechanisch erfüllt werden, dann kann man die Methode anwenden und sich darin weiter prüfen. Anderenfalls ist dieser Weg nicht richtig.

Kommentar: Der Mensch sucht noch eine Unterstützung in den mechanischen Geboten, die er erfüllt.

Antwort: Das ist seine eigene Sache. Niemand verbietet ihm etwas. Wenn wir aber für die ganze Welt arbeiten, dann können wir uns nicht erlauben, die Form der religiösen Umgebung anzunehmen, d.h. die Gebote akribisch zu beachten. Denn beim Menschen, der sich mit der inneren Arbeit beschäftigt, erfolgt die Veränderung mit der Betonung auf die innere Arbeit. Es ist unvermeidlich.

Wenn der Mensch von innen jene Menschen gekannt hätte, die die Gebote beachten, dann könnte er leichter verstehen, dass es in ihren Handlungen nichts Besonderes gibt. Aber er betrachtet die rein äußerliche Hülle und denkt, dass etwas Spirituelles dahinter steht. [118685]

Auszug aus dem TV-Programm „Geheimnisse des ewigen Buches“, 29/6/13

Gespenst, das die Stühle aufstellt

Es gibt einige Prüfungen auf dem Weg,  ganz deutliche materielle Merkmale, nach denen man bewerten kann, ob man vorankommt oder nicht. Die erste Prüfung zeigt, ob du danach strebst, dich in der Mitte der Gruppe zu fühlen, dich nicht in der Mitte der gemeinsamen Aufmerksamkeit wichtig machst, sondern in der Mitte der gemeinsamen Hoffnungen, in der Mitte der Einheit, des Gebens, der gegenseitigen Sorge, „auf einem Bein“ stehst – was die Stütze symbolisiert, auf der die Vereinigung basiert: “Tue anderen nichts, was dir selbst verhasst ist.”

Vor allem – musst du die anderen nicht stören! Das heißt, du sollst dich bis zum Zustand „Zimzum Alef“ verringern, als ob du nicht existieren würdest, dein Verlangen zu genießen nicht benutzen würdest. Folglich wird es neben dir einen Platz für alle geben, wobei du selbst keinen Platz einnehmen wirst, und dich quasi in eine Null, in ein Gespenst verwandelst. Du gewährst deinen Platz den anderen Menschen, du spielst einen “Platzverweiser”, stellst die Stühle auf, damit jeder sitzen kann. Das heißt eben „Tue anderen nichts, was dir selbst verhasst ist.“.

Somit gewährst du deinen Platz deinen Freunden. Dies ist die allererste Bedingung, die „auf einem Bein stehend“ heißt. Man muss aus diesem Prinzip heraus handeln, und darüber hinaus können als Folge verschiedene Handlungen entstehen. Wenn es dir gelingt, eine solche Empfindung zu erreichen, nachdem du morgens aufgestanden bist, sowie vor jeder Handlung, dann kommst du in die richtige Richtung voran. [118621]

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 16/10/13

Komplizierter Weg

Auf dem spirituellen Weg stoßen wir ständig auf verschiedene Probleme. Niemand versprach uns den einfachen Weg, weil wir gegen die eigene Natur, gegen die Selbstsucht, kämpfen, was ein sehr schweres Werk ist. Wir verstehen nicht, was wir eigentlich tun, weil wir uns innerhalb der Selbstsucht befinden, und alle Kräfte, die das Ego korrigieren, sich außerhalb befinden und Schöpfer heißen. Wir sollen Seine Einwirkung auf uns heranziehen, damit Er unsere Selbstsucht korrigiert.

Wie kann man aber innerhalb der Selbstsucht die ihr entgegengesetzten Kräfte um die Korrektur bitten? Das ist unmöglich, denn wir können außen nicht handeln. Dazu wird uns der Punkt im Herzen, der minimale Kontakt mit der äußeren Kraft mit dem Schöpfer, gegeben. Aber da er anfangs sehr klein ist, müssen wir ihn entwickeln.

Deshalb bilden wir innerhalb der Selbstsucht ein ganzes System, die Gruppe, die Unterstützung, die Freunde. Mit deren Hilfe können wir die Verbindung mit der äußeren Kraft erlangen, die uns lenken und festhalten wird. [118688]

Auszug aus dem TV-Programm „Geheimnisse des ewigen Buches“, 29/6/13

In eine Wolke gehüllt

Frage: Was ist unser Ego? Ein Gefühl oder eine mentale Wahrnehmung ?

Antwort: Wir können das Gehirn mit einer Kinoleinwand vergleichen, da es vollkommen leer ist. Heute kannst du für mich furchtbar aussehen und morgen, wenn ich in einem anderen Zustand bin, seh ich in dir plötzlich einen wunderschönen Menschen, der viel Lebensenergie ausstrahlt. Ist es mein Gehirn, das mir dieses Bild malt, ist es der Bildschirm? Oder projiziere ich diese Bilder? Mein Ego, meine Interessen, erzeugen diese Bilder, aber wir sind nicht in der Lage, dies im vollen Ausmaß zu verstehen.

Wir denken, dass wir objektiv sind, wenn es um die unbelebte, pflanzliche oder tierische Stufe geht, aber auf der Ebene des sprechenden, also den Beziehungen zwischen uns, gibt es verschiedene Variationen. Verallgemeinernd ausgedrückt kann man sagen, dass wir nicht begreifen, dass wir unsere Welt auf allen Ebenen aus dem Verlangen zu Empfangen wahrnehmen.

Aus diesem Grund wird unsere Welt als imaginär bezeichnet, weil sie nicht wirklich existiert. Sobald das Ego gereinigt wurde, von der Wahrnehmung dieser Welt, wird sie verschwinden. Und was wird übrigbleiben? Nichts?

Womit bleiben wir dann zurück? Versucht, dieses Etwas zu definieren. Beginnt eine neue Welt zu erschaffen. Es hängt alles davon ab, was Ihr auf der Leinwand eurer Wahrnehmung zeichnet.

 

Frage: Aber wie zeichnen wir diese Bilder, wenn alles uns sofort so real erscheint?

Antwort: Ich stelle mir eine Kraft vor, die mich steuert, die mich umgibt, die mich organisiert und mich verwirrt, die mir positive und negative Gedanken sendet. Die gesamte Situation, die Blase, in welcher ich mich befinde, steuert mich. Es ist wie ein Science Fiction Film, da wir uns etwas vorstellen müssen und permanent an unserer Vorstellung arbeiten. Ich stelle mir einen bestimmten Ort vor, an dem eine bestimmte Kraft aktiv ist. In der Zwischenzeit brauch ich aber die dreidimensionale Illusion und die diversen Phänomene von Raum und Zeit. Ich bin damit verbunden, ob ich will oder nicht.

Ich stelle mir eine Kraft vor, die mich umgibt wie eine Wolke. Diese Kraft steuert mich in die jeweilige Richtung und in jedem möglichen Aspekt. Sogar jetzt, wenn ich darüber nachdenke, steuert sie mich; ich bin entspannt, lasse die Kraft an mir arbeiten. Aber was bleibt für mich zu tun?

Ohne meine eigene Zugabe kann ich mich eigentlich nur nach einem guten Zustand, einem guten Gefühl sehnen und dieser Kraft danken für ihre gute Obsorge. Dies hat in mir einen Mangel in meinen Gefühlen erzeugt, ein Verlangen für mich zu empfangen und ich fühle mich wohl in dieser Welt, unter ihrer Herrschaft. Es stellt sich heraus, dass wir sonst nichts benötigen.

Die gesamte Epikureische Schule beruhte auf diesem Prinzip. Andere östliche Methoden glauben auch an Nirwana und Friedfertigkeit. Diese Herangehensweise ist tatsächlich die tiefste, da sie auf der Furcht, etwas zu unterbrechen und der Furcht, gegen den Schöpfer zu handeln, beruht. Demnach muss es mir stetig gut gehen. Ich versuche, mit dem was ich habe, ständig ruhig, entspannt und glücklich zu sein – nicht weil das Ego mich dazu zwingt, sondern aus einem erhabeneren Motiv heraus. Kurz gesagt, Abraham konnte mit dieser Einstellung gut in Babylon arbeiten.  [117735]

Aus dem 4 Teil des Morgenunterrichtes 02/10/13, Schriften von Baal HaSulam

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.

RavFrage: Warum bin ich so vergesslich und ständig in Gefahr, den roten Faden zu verlieren, dass wir als ein „Mensch mit einem Herzen“ handeln sollten?

Antwort: Weil du es nicht als dringendes Bedürfnis fühlst – das ist das ganze Problem. Wenn ein Mensch krank ist, denkt er ständig nur über die Medizin nach, die ihn heilen kann. Es wird gesagt, dass das Licht alle Krankheiten heilt. Wir fühlen das nicht. Wir können die Weisheit der Kabbalah als Weg für die generelle und persönliche Entwicklung erkennen, da wir uns dadurch wohl fühlen. Wir sind nicht bereit, alles zu tun, was notwendig ist, da das Ziel uns nicht stark genug anzieht. Es fehlt uns der Ansporn, alles zu geben. Was passiert in dieser Situation? Es heißt: „Ich werde ihnen einen König wie Haman vorsetzen…“ und weil wir keine Wahl haben, werden wir tun müssen, was zu tun ist, was bedeutet, auf dem Weg des Leidens.

Die Leiden sind notwendig, aber wir können sie durch innere Leiden ersetzen, um uns zu schütteln und das Verlangen nach dem Ziel zu verstärken. Wenn das Ziel wichtig ist und ich mich weit davon entfernt fühle, dann leide ich. Ich ignoriere den Schmerz nicht, aber ich versuche, den Graben zwischen mir und dem Ziel zu überwinden. Das bedeutet, dass der Schmerz mich nach vorne schiebt. Stattdessen ruhen wir uns stets wieder aus, denken, dass alles halb so schlimm ist, glauben, dass wir warten können. Baal HaSulam warnt uns im Buch, „Frucht der Weisen“ „Brief 13“… Die Wahrheit wird ihm den Weg zeigen und derjenige, der Sorgen hat, wird diese bewusst werden lassen; weder verbergen noch zurückhalten wird er sich.

Tatsächlich werde ich euch so wahrnehmen, wenn das Heute zu morgen wird und statt „jetzt“ wirst du „später“ sagen. Es gibt dagegen keine Medizin außer viel Anstrengungen zu unternehmen, den Fehler zu begreifen und das Missverständnis, das derjenige, der vom Schöpfer erlöst werden soll, heute von Ihm erlöst wird – derjenige allerdings, der auf morgen wartet, wird erst nach seinem Tode weise werden. Du fühlst dies, da du meine Anweisung, dich in der Liebe zu Freunden zu verausgaben, ignoriert hast. Ich habe es dir in allen möglichen Varianten erklärt und näher gebracht, da es im Stande ist, dir alles zu geben was dir fehlt.

Alles, was uns gegeben wird, dient nur zu einem einzigen Zweck, nämlich die Liebe zu Freunden zu intensivieren, um das Licht anzuziehen, das erneuert und alles korrigiert. Wenn wir eine Handlung vollziehen wollen, müssen wir überprüfen, ob sie uns zu einer stärkeren Verbindung führt oder eher in die Trennung. Dann werden wir sofort verstehen, was es zu tun gilt und was nicht; woran wir uns annähern sollen und wovon wir uns zu entfernen haben. Es ist so, weil wir das Licht nur durch die Verbindung zwischen uns anziehen. Wenn wir uns verbinden, ziehen wir eine zusätzliche Portion Licht an, und so weiter und so weiter. Das ist das ganze Geheimnis und es gibt nicht mehr als das. [118299]


Aus dem 2 Teil des Morgenunterrichts, 10/10/13, Der Sohar

Das allerwichtigste Gebet

MaN ist eine Handlung, die aus dem Verlangen und nicht aus der Vernunft stammt. Dieses Gebet ist aus dem gemeinsamen Verlangen Bina und Malchut geboren. Wir müssen ein solches Gebet erheben. Wir müssen erkennen, dass es für uns sehr wichtig ist. Das heißt „Erhebung“.

Die gesamte Maßskala befindet sich in meinem Inneren. Ich habe allerlei Forderungen und Verlangen, die ich nach bestimmten Prioritäten ordne. Die oberste Priorität muss ich jedoch der Kraft der Vereinigung geben, innerhalb welcher ich den Schöpfer offenbaren will, um Ihm dadurch Freude zu bereiten.

Sobald ich alle Handlungen, alle Verlangen so verteile, dass die Vereinigung wichtiger als alles anderes ist, erhebe ich МaN. Ich stelle die Notwendigkeit der Vereinigung, der Korrektur und der Offenbarung des Schöpfers (für Seinen Genuss) an die oberste Stelle. Das heißt „Aufstieg“.

Ich schicke diese Bitte weder per Post, noch per SMS zum fernen Stern. Alle Welten befinden sich innerhalb des Menschen – dort fängt alles an, verwirklicht sich und geht zu Ende – alles existiert in seinem Bewusstsein. Deshalb muss ich mich so organisieren, dass sich alle meine Verlangen auf einer Prioritäten-Linie befinden – äußerliche materielle Verlangen: Nahrung, Sex, Familie, Geld, Ehre, Wissen, sowie die Verlangen, die sich dieser Welt entziehen. Auf der obersten Stufe dieser Treppe der Prioritäten muss sich mein Verlangen befinden, den Schöpfer durch unsere Verbindung Zufriedenheit zu geben, um Ihm zu ermöglichen, in uns offenbart zu werden.

МaN bedeutet „Mejn Nukwin“ (weibliche Gewässer). Das Wasser ist Bina, und die Frau, Nukwa, ist Malchut. Somit verbinde ich in meinem Gebet Bina und Malchut; ich verbinde die Teilchen des Verlangens, die Teile Malchuts, mit Hilfe des Wassers – der Barmherzigkeit (Chessed) – mit der Eigenschaft Bina. Ich will, dass sie gemeinsam existieren. Ich erhebe diese Bitte, ich will mich mit anderen dank der Eigenschaft der Barmherzigkeit, Bina, mit der Eigenschaft des Gebens verbinden.

Deshalb heißt meine Bitte „weibliche Gewässer“ oder МaN. Ich erhebe sie; ich halte sie für das Wichtigste. Wenn ich mich bemühe, dieses Verlangen im Herzen mit allen Mitteln zu empfinden, dann ist das ein wahres Gebet: die Erhebung von МaN oder die Absicht.

Je nach meinen Bemühungen, es zu tun, wirkt auf mich das Licht, das zur Quelle zurückführt; es weckt in mir eine Menge verschiedener Zustände: Gedanken und Gefühle für die Einheit – und dagegen, für das Geben – und dagegen. Auf diese Weise durchlebe ich verschiedene Zustände, damit ich mehr verstehe, fühle und mehr Erfahrung sammle. So wird mir allmählich klar, was ein wahrhaftes Gebet, МaN, bedeutet

Auf diesem Weg werde ich Enttäuschung und Ungeduld erleben, Angst haben, keinen Erfolg zu haben. Ich werde auch Verwirrung bezüglich der Form des erwarteten Erfolgs empfinden: Tue ich alles für mich selbst oder für die Zufriedenheit des Schöpfers? Hier hilft es sehr, sich das ganze Universum vorzustellen: Die unbelebte Natur, Pflanzen, Tiere, Menschen – alle in Form der eigenen Verlangen, die von mir infolge des Zerbrechens abgetrennt wurden.

Sie erscheinen jetzt vor mir und ich muss sie alle mit mir verbinden, obwohl es mir so vorkommt, als würden sie sich außen befinden. Ich muss mich bemühen, mich dazu so zu verhalten, als würde das alles in meinem Inneren existieren. Dann werden meine Bemühungen auch Gebet – МaN genannt.

Indem ich an der richtigen Wahrnehmung der Realität arbeite und alle ihre Teile mit der Hilfe der Eigenschaft der Barmherzigkeit verbinde, bringe ich das allgemeine Gefäß zu seiner ursprünglichen Form, das heißt dem korrigierten Zustand näher. [118505]

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Sohar. Vorwort 15/10/13

Auf der Welle der Empfindungsschwankungen

Frage: Die Menschen, die sich mit der Integralmethode beschäftigen, empfinden nicht nur positive sondern auch negative Zustände. Müssen sie diese Zustände unbedingt durchleben, oder kann man auf sie auch verzichten?

Antwort: Ich denke, dass man die negativen Zustände nicht umgehen sondern sie richtig erforschen soll, weil es unsere Natur ist, die auf diese Weise gezeigt wird. Unsere negative Natur wird uns deshalb offenbart, dass wir erkennen: Wir müssen uns über sie erheben!

In der Empfindung der negativen Zustände soll der Mensch wie der Sportler sein Vergnügen finden, der Schmerz und Hindernisse überwindet. Die Empfindung des Erfolges bei der Überwindung ist für ihn wichtiger als die Empfindung des Schmerzes. Das heißt, die Wichtigkeit des Ziels (die eigene Veränderung) überwiegt die unangenehmen Empfindungen, die wir auf unserem Weg erproben.

Obwohl wir über solche Empfindungen im Voraus nicht sprechen sollen, müssen wir immer versuchen, sie zu verbessern (nicht auszugleichen, sondern nur zu verschönern). Wir sollen den Menschen sofort andeuten, dass wir auf diese Weise unser Wesen erforschen und später sollen wir unsere Schüler schnell ins Seminar, in die Erörterung einführen.

Danach wäre als Hausaufgabe zum Beispiel wünschenswert,  alle negativen und positiven Empfindungen aufzuschreiben, und diese zum folgenden Unterricht mitzubringen. Die wichtigsten Schlussfolgerungen des Menschen soll man wiederum während des Seminars besprechen, weil möglicherweise seine Empfindungen auch alle anderen hatten. Ihr sollt gemeinsam eure Zustände besprechen: „Was empfinde ich? Wofür? Was bringen mir solche Empfindungen im Leben? Möglicherweise wäre es besser, wenn ich etwas anderes fühlen würde? Oder ist es doch besser, diesen Zustand zu empfinden?“. Wenn die Krankheit da ist, wird sie um Vieles stärker empfunden, als während der Anfangsperiode.

Deshalb ist es notwendig, dass die Menschen alle Probleme tief empfinden und aus eigener Erfahrung zur Lösung untereinander kommen. Der Ausbilder leitet das Gespräch und gibt das Besprechungs- thema vor, die Strömung des Gespräches, sowie die Schlussfolgerungen sollen die Teilnehmer selbst machen. Dann wird es tatsächlich ihr Begreifen, ihre Offenbarung! Als ob sie selbst ein neues Naturgesetz, eine neue Wechselwirkung offenbart hätten, was früher niemand von ihnen beobachtete, und was sie jetzt gemeinsam offenbaren.

Das sind sehr ernste Dinge! Wir sollen sie aufzeichnen, bearbeiten und Aufzeichnungen aus den Gesprächen während der Seminare machen, damit andere Menschen auch solche Besprechun- gen durchführen, daraus lernen, etwas ergänzen. Folglich wird daraus die feinere, wirksamere Methode der Integralerziehung entstehen. [118312]

Auszug aus dem TV-Programm „Durch die Zeit“ №2, 17/9/13

Ein Film, der vom Zuschauer bestellt wurde

Der Unterschied zwischen der spirituellen und der materiellen Welt besteht darin, dass die spirituelle Welt meinen inneren Zustand darstellt. Vor mir entsteht kein äußerliches Bild mit fliegenden Engeln und bösen Geistern. Gleichzeitig ist auch diese Welt, die wir äußerlich empfinden, unser innerer Zustand. Alle Empfindungen entwickeln sich innerhalb des Materials, innerhalb unserer Wahrnehmung.

In den vorigen Jahrhunderten, hielten die Menschen  Geisteskranke mit Visionen für Heilige und Wahrsager. Später hat die Psychologie erklärt, dass diese Hallutinationen durch die inneren Prozesse hervorgerufen sind, die im Menschen geschehen. Die Wissenschaft Kabbala stimmt den Schlussfolgerungen der Psychologie zu.

Seit dem Altertum, seit dem Beginn des Begreifens des Schöpfers behauptet die Kabbala, dass die Bilder dieser Welt eine Folge unserer inneren Empfindungen sind. Wir können aber unsere Psyche, unsere Wahrnehmung ändern, um nicht in dieser Strömung der Realität zu leben, die spontan entsteht und uns das Bild dieser Welt zeichnet, sondern um selbst zu wählen, welchen Film wir sehen wollen.

Dafür müssen wir erforschen, wer der Mensch als solcher ist, wer ihn lenkt, wie er handelt; dann können wir uns selbst mit rationalem, vernünftigem Blick anschauen. Wie gesagt wird: „ein Richter traut nur seinen Augen“, und alles übrige sind die Phantasien. Mein ganzes Leben und diese Welt ist auch ein Traum.

Kabbala gibt uns die Instrumente für eine solche Veränderung – dadurch unterscheidet sie sich von den übrigen Herangehen der religiösen oder wissenschaftlichen Theorien. Kabbala gewährt uns die Mittel für die Veränderung eigener Träume und  vorgestellter Bilder, in denen wir leben; sie lässt zu, diese zu studieren, sie von der Seite her anzuschauen und die Kräfte, die darin heltin und für uns diese Bilder schaffen,  zu erkennen. Sie erhebt uns bis zu jener Stufe, auf der wir selbst beginnen, diese Bilder, die Form der Welt zu bilden. Eigentlich beginnen wir selbst zu bestimmen, in welcher Dimension wir uns befinden wollen, was zu tun ist.

Folglich steigen wir auf das Niveau des Begreifens der lenkenden Kräfte hinauf und lernen diese zu benutzen. Und schließlich offenbaren wir hinter diesen Kräften die höhere Vernunft, das Vorhaben des Schöpfers. Es ist schon die höchste Stufe, wonach wir entsprechend dem Schöpfungsziel die volle Verschmelzung mit dem Schöpfer erlangen.

Auch dieser Zustand istnur der vorübergehende Gipfel.  Und was folgt dahinter ? – kommt Zeit, kommt Rat. Denn wir werden schon in einer anderen Form existieren. Und es gibt weitere neue Stufen des Begreifens und des Aufstiegs. Aber sie sind mit dem Material des Verlangens bereits auf keine Weise verbunden, denn wir hatten in Bezug auf das Materielle unsere Beziehung korrigiert. Dieses neue Begreifen geschieht außerhalb der „Materie“, in den höheren Eigenschaften. [118181]

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 10/10/13