Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Spirituelle Arbeit'

Wenn Du den Lehrer verunglimpfst, fällst Du selber

BildIn allen Zeiten und bis jetzt hat die Menschheit dieselbe Struktur. Der Lehrer, die kabbalistische Gruppe und die ganze übrige Menschheit muss anwesend sein.

Die ganze Arbeit geht entsprechend den Erklärungen des Lehrers, und die Gruppe erfüllt sie. Zuerst geschieht die Vereinigung innerhalb der Gruppe, und dann kann man sie schon auf die übrige Menschheit, den Kreis hinter dem Kreis verbreiten.

Aber dieselbe Methodik mit  denselben Etappen bleibt, und man kann sie nur  mit der Erhöhung des Lehrers realisieren. Selbstverständlich geht es nicht um die äußerliche Form, wie um die äußerliche Lehre, sondern um die innere – um die Ausführung seines Rates, wie die Verschmelzung mit dem Schöpfer zu erreichen ist. Das heißt die Achtung vor dem Lehrer, vor seiner für uns höchsten Stufe, vor seiner Richtung, vor seinen Worten.

Je nach der Verwirklichung der richtigen Beziehung zwischen uns entsprechend der Tora bis hin zu ihrer Hauptregel – die Liebe der Nächsten wie sich selbst – rücken wir auf. Und wenn wir den Lehrer verunglimpfen, fallen wir selbst. Abhängig davon erheben wir den Lehrer in unseren Augen oder erniedrigen ihn, befinden wir uns im Aufstieg oder im Abstieg. Deshalb wird es gesagt: „Wenn der Schüler ins Exil geht, geht der Lehrer zusammen mit ihm“.

Der Schüler muss wissen, dass die Achtung vor dem Lehrer und der Weg der Korrektur völlig davon abhängen, wie sehr er die Bedeutung dieser Mittel für die Erreichung der Verschmelzung mit dem Schöpfer schätzt. So wie er an der Größe der Mittel arbeiten wird, dementsprechend kann er das Ziel erreichen und die Größe des Schöpfers, die Eigenschaft des Gebens, der Liebe, der Einheit enthüllen. Das alles hängt völlig von seiner Arbeit an der Erhöhung des Lehrers und der Freunden ab.

Das Ziel wird in der Verbindung zwischen den Freunden mittels der richtigen Verbindungen und der ausführlichen Klärung jedes Elementes der Vereinigung erreicht. Wenn der Mensch die Verbindung mit Freunden nicht beeinflussen, sich aber über seine Selbstsucht erheben und sich in sie einreihen kann, heißt dies der „Zustand des Embryos“.

In diesem Zustand enthüllt sich unaufhaltsam der wachsende innere Widerstand gegen diese Vereinigung, die „Embryo“ heißt. Und jedes mal muss er sich in Bezug auf die Mission der Gruppe, ihrer Größe und der Größe des Lehrers erheben. Deswegen wächst er die ganze Zeit, bis er alle Etappen der Periode der Entstehung vollendet hat.

Dann folgt die Periode des „Säuglings“, in der er schon selbständig etwas bekommen und geben kann, aktiver an der Vereinigung teilnehmen kann und spürt, wie wirksam und lebendig sie ist. So beendet er die Jahre des „Säuglings“ und kommt dorthin, dass in ihm gröbere Wünsche erwachen. Jetzt kann er aktiv an der Arbeit teilnehmen, neue Verbindungen schaffen, die Eigenschaften des Gebens und der Liebe klären, das, was  man „den Schöpfer innerhalb der Gruppe enthüllen“ nennt, erreichen.

Diese Form beginnt immer klarer zu werden: Zuerst von der Rückseite, wo es noch unmöglich ist, das Gesicht des Schöpfers bis zum Ende der Korrektur zu sehen. Und danach wird er das Antlitz des Schöpfers enthüllen, das heißt er wird das absolute Geben und die Liebe zwischen uns in unseren korrigierten Wünschen enthüllen. Das passiert entsprechend dem Ausmaß, wie der Mensch den Lehrer und die Gruppe schätzt und an deren Entwicklung und Größe arbeitet. Sobald es ihm gelingt, aufzusteigen, fällt er wieder und enthüllt den nächst größeren Wunsch, damit er letztendlich höher und höher steigt.

Nur in der Vereinigung mit den Freunden erkennt man das ganze Feld der Arbeit, die Stelle, wo die Bedingung realisiert wird: „Es gibt niemanden außer dem Schöpfer“, das heißt das Licht, die Form des Gebens, und die Regel „Liebe den Nächsten wie dich selbst“. Alles wird nur innerhalb der Gruppe, die der Lehrer korrekt ausrichtet, eröffnet.

Alles wird durch die Liebe der Freunde gerettet. Und trotz des Exil des Schülers, in welches ihm der Lehrer folgt, kann er sich erheben und durch die Liebe der Freunde alle Mängel erfüllen. In der Freundesliebe sind alle Korrekturen.

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf den Bereich zwischen uns konzentrieren und ihn mit dem gegenseitigen Geben, der Liebe, der Unterstützung erfüllen, und wenn wir durch die Liebe zur Schöpfung die Liebe zum Schöpfer eröffnen, steigen wir entsprechend auf. Wir dürfen nicht vergessen, dass das alles innerhalb der Verbindung zwischen uns offenbart wird.

Alle Stufen der von uns erworbene Eigenschaft des Gebens: Nefesch, Ruach, Neschama, Chaja, Yechida  sollen sich uns enthüllen. Wenn wir uns aneinander annähern, öffnen wir in dieser Verbindung im Endeffekt die höchste Kraft, die „der Schöpfer“ heißt. Seine Form ist die Stufe Keter und Yechida in jedem Zustand. Wenn wir das letzte Niveau Yechida in jedem Zustand erreichen, empfinden wir dort schon die Anwesenheit des Schöpfers.

Auszug aus der Vorbereitung zur Lektion 26.03.14 [#130941]

Was ist ein Gebet in der Kabbala?

Ein wahrer Kabbalist weiß, dass er unter der Herrschaft seines Ego steht; und nur ein einziger winziger Punkt in ihm – der so genannte „Punkt im Herzen“ – ist frei von egoistischem Einfluss. Mit diesem Punkt kann er sich mit dem Schöpfer verbinden.

Wenn er sich anstrengt und seinen „Punkt im Herzen“ mit dem Schöpfer verbindet, erhält er die Kraft, die ihn über sein Ego erhebt. Dann beginnt er sich stufenweise zu korrigieren, indem er sein Ego in altruistischer Absicht einsetzt.

Unsere gesamte Arbeit bezogen auf die spirituelle Korrektur besteht darin, den Schöpfer um die Kraft der Korrektur des Ego zu bitten. Daher ist es so wichtig, in uns das Verlangen nach dem Schöpfer zu erwecken.

Wenn wir uns an den Schöpfer wenden, erhalten wir von Ihm die nötigen Kräfte und in unserem korrigierten Ego fühlen wir dann eine gewisse Verbindung zum Schöpfer. Es handelt sich dabei nicht um eine spezielle Schnittstelle, sondern um die Wahrnehmung einer breiteren und stärkeren Einheit.

Dann vergrößerte sich das Ego wiederum –  eine gröber Ausformung davon – und erneut bitten wir den Schöpfer um die Kraft, auch dieses wieder zu korrigieren.

Das bedeutet, dass unser Ego, dass sich immer wieder neu in uns enthüllt, uns dazu erweckt, uns mit dem Schöpfer zu verbinden – daher wird es auch „Hilfe gegen uns“ genannt. Unsere stete Bereitschaft, den Schöpfer um die Korrektur des Ego zu bitten, nennt man Gebet.

[146661]

Wer bist du, Volk Israel?

Immer wieder werden wir unter Druck gesetzt und bedroht; das erweckt von Neuem Gefühle von Angst, Hilflosigkeit und Sinnlosigkeit. Als Teil meines Volkes frage ich mich, was der Zweck dieses unendlichen  Weges sein mag, den wir Juden durchlaufen müssen. Aus welchem Grund  sind wir nicht in der Lage, dem Leid zu entrinnen? Warum nimmt diese  Tortur kein Ende, die sich in jeder Generation zu wiederholen scheint?

Lesen Sie den gesamen Text hier : Wer bist du, Volk Israel

Für ein neues Leben ist altes Gepäck ein Hindernis

Frage: Dem Volk Israel fehlen Einheit und ein gemeinsames Ziel. Was ist der Grund für diese Entfremdung? Sind wir mit dem Strom des Lebens der westlichen Gesellschaft mitgeschwommen, wo jeder seine eigenen Ideen und Ziele hat?

Antwort: Wir haben das Exil verlassen und tragen dennoch dessen Merkmale in uns. Doch das bedeutet nicht, dass wir so bleiben müssen. Warum sind wir in dieses Land zurückgekehrt, um hier als Volk Israel im Land Israel zu leben?

Vor einigen Jahrzehnten gehörte ich zu einer Nation, Sie zu einer anderen und jener wieder zu einer anderen. Wir lebten in unterschiedlichen Kulturen und Orten. Dann kamen wir nach Israel, doch nichts änderte sich. Dies ist eine Ansammlung von Exilen, jeder kommt mit seinem eigenen „Rucksack“ und beschützt dessen Inhalt. Wollen wir nun diesen Rucksack und uns selbst öffnen, um uns zu verbinden und tatsächlich ein Volk zu werden?

Die Kraft der Einheit ist die wichtigste Kraft der Natur, welche uns am Leben erhält. Doch die Kraft der Trennung steht ihr gegenüber. Diese beiden Kräfte müssen im Gleichgewicht sein. Dies geschieht immer und überall: Plus – minus, heiss – kalt, Spannung – Entspannung.

Diese beiden Gegensätze scheinen sich immer in den Haaren zu liegen, doch in Wirklichkeit sind sie verbunden. Das Leben ist eine Kombination dieser beiden Kräfte.

Doch der Mensch hat nur eine negative Kraft und er verfügt nicht über die Stärke der Verbindung. Selbst wenn wir uns verbinden, tun wir das nur aus egoistischen Gründen: Man möchte den anderen zum eigenen Vorteil benutzen; daher tut man etwas Gutes für ihn, um näher an ihn heranzukommen.

Wir haben nichts ausser dieser negativen Kraft. Doch es heißt: „Ich habe den bösen Trieb geschaffen; ich schuf die Mittel, um ihn zu korrigieren – das Licht, das erneuert“. Es gibt tatsächlich eine Kraft, die unserem bösen Trieb gegenüber steht – es ist das Licht, eine besondere innere Kraft der Natur, die sich uns enthüllt, sobald wir uns verbinden.

Wenn wir uns zusammentun um diese Kraft zu suchen, werden wir sie auch finden. Sie wird uns erlauben, uns über unseren Egoismus zu erheben. Es bedeutet, dass die Kraft der Einheit sich mehr enthüllen wird als jene des Egoismus.

Indem wir uns für die Verbindung anstrengen, offenbaren wir mehr und mehr diese Kraft der Einheit. Sie wird mit der Zeit stärker als die Kraft der Trennung und beginnt, diese zu beherrschen. Auf diese Weise werden wir Träger zweier Kräfte und nicht nur einer: Die Kraft der Trennung, die innerlich wirkt und die Kraft der Verbindung, die nach außen wirkt.

Die menschliche Gesellschaft wird sich daher auf ein neues und besonderes Leben freuen dürfen, da uns dann beide Kräfte zur Verfügung stehen. Durch die Weisheit der Kabbala werden wir eine besondere Verbindung erlangen und zur wahren Kraft der Einheit gelangen. Und letztere wird nicht egoistisch sein; sie wird uns über unser Ego erheben. Die Kraft der Einheit und die Kraft der Trennung  werden gleichzeitig existieren und einander ausbalancieren. Dies wird uns auf eine neue Stufe bringen, zu einem neuen Leben! [142877]

From KabTV’s “A New Life” 8/27/14

Man darf nicht mit gleicher Münze zurückzahlen

Frage: Wenn das Volk Israel zur Vereinigung, zum hohen Ziel gerufen ist, warum haben dann die Juden den arabischen Teenager getötet?

Antwort: Weil das Volk Israel von der Stufe des Ersten Tempels gefallen ist und zerbrochen lebt. Heute ist sein Zustand schlechter, als bei den Völkern der Welt.

Uns scheint es, dass es besser ist, wenn das Volk die Barmherzigkeit und andere verhältnismäßig vortreffliche Impulse hat, das es manchmal ein Zartgefühl zeigt und  darin die gegenseitige Hilfe, im Vergleich zu anderen Völkern entwickelt. Dies wird besonders anhand der Vertreibung sichtbar, durch die Unterstützung und die Wohltätigkeit, welches ein Fundament des Überlebens war.

Es ist wahr, dass in diesem Volk die zerbrochenen Gefäße-Verlangen, versteckt sind. Sie halten sich „vorerst im Schlaf“ auf, können aber bald aufwachen.

Die Tora führt das einfache Herangehen an die Situationen vor, all die Situationen, die sich heute als ähnlich erwiesen haben: du bist verpflichtet, den Feind zu stoppen, du darfst nicht zulassen, dass er dich tötet, jedoch sollen alle übrigen deiner Handlungen nur auf die Korrektur gerichtet sein. Die Vereinigung wird nach dem Prinzip realisiert: „Von der Liebe zu den Geschöpfen – zur Liebe zum Schöpfer“.

Wenn man uns töten will, dann sollen wir uns mit den Problemen der Sicherheit beschäftigen und unser eigenes Leben über das Leben des Feindes stellen. Alles, außer der Rettung des eigenen Lebens, d.h. die materielle Korrektur, soll nur mittels der spirituellen Korrektur verwirklicht  werden.

Bezüglich des Mordes an den arabischen Teenagers, ist zu sagen, dass in solchen Fällen,  ähnliche Verbrechen angeschaut werden sollen. Es kann hier keine Nachsicht geben, die Menschen können nicht alles tun, was sie tun wollen.

Ich sage es gerade im Kontext zur Korrektur der Welt: wir sind berechtigt und verpflichtet denjenigen zu töten, der uns töten will, falls es keinen anderen Ausweg gibt. In allen anderen Fällen sind wir verpflichtet, die Kraft der spirituellen Korrektur einzusetzen. Alles geschieht nur deshalb, da wir auf diesem Weg zurückbleiben. Die Rettung des Lebens rechtfertigt es, mein Leben zu schützen, denn wenn sie mich töten, wie werde ich dann korrigiert?

Frage: Was kann das Volk in der vorliegenden Situation tun?

Antwort: Wie ich schon gesagt habe, durch die Vereinigung. Es gibt nicht mehr zu tun. Wir sollen uns immer mehr verbinden, bis wir “wie ein Mensch mit einem Herz” werden.Wir sind verpflichtet dies zu tun, wobei wir nichts tun. All das Negative, das von unseren Nachbarn und von uns stammt, sind Folgen. Gerade wir sind für alles verantwortlich.

In unserem Volk gibt es viele Menschen, die die wahre Korrektur ablehnen und nur an die Gewaltlösung des Problems glauben. Sie wären froh, es den Arabern mit gleicher Münze zurückzuzahlen. Ich behaupte, dass dies nicht unser Weg ist. Sogar der Gedanke, der Impuls ihnen gegenüber genauso zu handeln, ist schon der Mangel, der uns zeigt, dass wir nicht mit der richtigen Korrektur verbunden sind. Sie fließt noch nicht in unserem Blut, wir verstehen nicht, dass nur die richtige Wechselbeziehung zwischen uns es zulassen wird, die Situation zu verändern.

Nachdem wir vereinigt sind, werden sich die Situationen nicht nur in Israel, sondern auch weltweit beruhigen. [139107]

Fragmente über die Einheit des Volkes Israel

 

Krieg – ist keine Korrektur

Frage: Wenn der Mensch die Sirenen des Raketenallarms hört und zum Luftschutzkeller läuft, woran soll er dann denken?

Antwort: Daran, dass der Schöpfer ihn an den Mangel der Korrektur erinnert, die er noch nicht begangen hat. Deswegen geschieht die Offenbarung mittels Leiden, anstatt auf dem Weg der Tora.

Frage: Und woran sollen die Bewohner der übrigen Teile des Landes denken, die sich nicht unter Beschuss befinden? Sie führen ja ihr gewöhnliches Leben weiter, während im Süden das gewöhnliche Leben zu Ende ging. Wie kann ich mich mit jenen verbinden, die vor den Sirenen und Explosionen in die Luftschutzkeller  flüchten?

Antwort: Ich bemühe mich mit allen Kräften,  nutze jede beliebige Gelegenheit, um die Menschen zur Vereinigung zu führen. Und dadurch baue ich die Absicht auf, dass die Situation sich weiter beruhigt, um das Schöpfungsziel mittels Tora, anstelle der Leiden zu erlangen.

So kippe ich  den “Schalter“ jeden Tag, jeden Augenblick auf den guten Weg um – um den Bewohnern im Süden des Landes zu helfen, bzw. (eine Stufe höher) dem Schöpfer Genuss zu bereiten.

Natürlich muss man die Feinde mit Hilfe der Armee stoppen. Für uns ist jetzt Beruhigung notwendig und die ist ohne militärische Mittel im Moment nicht zu erlangen. Diese sollten jedoch nur dazu verwendet werden, um Zeit zur Korrektur zu haben.

Krieg kann nichts korrigieren. Die Welt versteht  heutzutage schon, dass man mit Krieg nichts gewinnen  kann. Allen ist klar  –  es gibt keine militärische  Lösung von Problemen.

Deshalb greifen wir nur auf militärische Maßnahmen zurück, um das Fallen anzuhalten und die Zeit für die Hauptarbeit der Vereinigung zu gewährleisten. [139105]

Ausschnitte aus “die Einheit des Volkes Israel und seine Rolle” vom 8.07.2014

Die Geburt der Allgemeinen Seele

Aus dem Buch Sohar „Ki Tasira“, Punkt 91: Aussatz bedeutet Schließung, da sie die oberen Lichter verschließt und sie nicht öffnet. Und wenn sie verschlossen sind und sich nicht öffnen, wird es als „Plage“ bezeichnet. Die Vorväter, ChaGaT, werden nicht genährt, weil sie kein Licht erhalten, und erst recht nicht die Söhne, NeHJ. Wie geschrieben steht:“Wenn der Aussatz sich im Menschen befindet“, eigentlich in Adam, in Seranpin – was HaWaYaH mit Alef ist – was in Gematria Adam bedeutet. Und von hier steigt es zum unteren Adam ab, der es verursacht hat, und blockiert sein Licht, und es gibt Leid für alle durch das Verschließen der Lichter.

Alles hängt davon ab, wie sehr wir unser Sehnen, unsere Bitten und richtigen Gebete um Korrektur an Seir Anpin erhöhen können.

Durch Vereinigung steigen wir zu Malchut auf, von woaus wir beginnen können, unsere Bitten an Seir Anpin, die nächste Stufe, den höheren Parzuf, zu einem höheren System zu erhöhen. Indem wir uns damit verbinden, rufen wir das Licht herbei, das zu uns absteigt.

Seine Intensität hängt jedoch davon ab, wie wir es herbeirufen, weil wir uns unterhalb in den Welten von BYA (Beria, Yezira, Assia) – von Unreinheit befinden. Unsere Egos sind ständig aktiv, quirlen und schubsen uns in verschiedene Richtungen, und es stellt sich heraus, dass wir jederzeit Gefahr laufen unser Gebet um Voranschreiten zu unterbrechen und fallen.

In diesem Falle treten zwischen Malchut und Seir Anpin unsichere, unklare Kontakte auf, an denen wir schuld sind. Es besteht Gefahr einer „Fehlgeburt“ – Angst, dass der Embryo sich nicht entwickeln wird.

Frage: Was ist der Sinn des Aufstiegs von Malchut und weiteres Wachstum zu Seir Anpin?

Antwort: Der Aufstieg von Malchut wird durch die Verbindung zwischen den Freunden vollzogen. Wenn wir uns richtig miteinander verbinden, erschaffen wir die Malchut, von welcher wir unser allgemeines kollektives Verlangen an Seir Anpin als ein Ganzes erheben.

Seir Anpin ist der Schöpfer und der Aufstieg von Malchut zu Seir Anpin bedeutet Angleichung an den Schöpfer und Anhaftung an Ihn, wenn wir in unserer Verbindung ein Ganzes werden – in Richtung Einheit mit dem Schöpfer fortschreiten.

Das Ebenbild des Schöpfers wird – bezogen auf jene Menschen, die sich versammeln und eine gesamte kollektive Seele untereinander erschaffen – Adam (menschliches Wesen) genannt.

Frage: Das heißt mit anderen Worten, dass eine Welt aus den Verlangen erbaut und das menschliche Wesen in ihr geboren wird?

Antwort: Nein. Wenn unsere Verlangen zu einem Ganzen verschmelzen, indem wir gegenseitig ineinander eingeschlossen sind, sodass zwischen uns jedwede Unterschiede verschwinden – dieses allgemeine Verlangen steigt mit unserer Bitte, uns dem Schöpfer anzugleichen, höher hinauf, um Adam, menschliche Wesen, zu werden. (138703)

Wunderbare Wandlung

Kongress in Sochi.

Frage: Wie kann man die Verlangen der breiten Öffentlichkeit von materiellen zu spirituellen Bedürfnissen umwandeln?

Antwort: Erstens  muss man den Menschen erklären, dass wir in jeder Situation  innere Füllung anstreben.

Und selbst dann, wenn wir irgend etwas kaufen oder etwas für uns selbst, für Freunde oder die Familie machen,  wir sogar Genuss  empfinden. Man kann ihn vielleicht monetär oder in Form aufgewendeter Bemühungen messen, aber es geht immer um eine Empfindung.

Deshalb sind Empfindungen  – das Wichtigste. Für sie arbeiten wir, schuften, leben und ziehen wir Kinder groß. Es sind die Gefühle der Selbstempfindung, des Lebens, des Erfolges.

Zweitens stehen wir alle unter dem Einfluss der Umwelt, die uns zwingt, den Erfolg im Leben anhand des materiellen Wohlstandes zu messen: Auto, Wohnung, Kleidung, Prestige sowie Wohngegenden oder Urlaubsorte. Aber im Prinzip ist das alles nur deshalb notwendig, um in sich eine bestimmte Füllung zu empfinden. Denn kein Mensch „drückt“ ein Haus, Kleidung, ein Auto in sich hinein – er trägt lediglich Empfindungen in sich, die gefüllt werden wollen.

Deshalb müssen wir für jeden solch eine Füllung ermöglichen, damit er mit dem, was er benötigt, zufrieden ist. Somit wird er nicht mehr darunter leiden, dass ein anderer mehr besitzt oder sich Vorwürfe machen, dass “das Gras in Nachbars Garten grüner ist”.

Der Mensch wird sich genügsam fühlen. Er wird sich dem Einfluss der Massen entziehen. Der äußerliche Erfolg anderer Menschen wird aufhören, ihm das Leben zu erschweren, und er wird mit der Jagd nach unnötigem Überfluss aufhören.

Wir müssen den Leuten erklären, dass das Verständnis des Menschen von seinen Empfindungen abhängt, und dass wir es befehligen können. Das heißt, wir bilden die Menschen darin aus, wie man in jedem beliebigen Zustand zufrieden sein kann.

Ich werde euch ein kleines Geheimnis  verraten – es gibt keine spirituelle Welt. In dem Maß, in welchem wir damit vollständig einverstanden sind, was mit uns geschieht, verwandelt sich diese Welt in eine spirituelle.

Wir werden zu „Chafez Chessed“, d.h. wir wollen nichts für uns selbst und erlangen so die Eigenschaft von Bina. Wenn wir das Geben erlangen, dann erreichen wir das Niveau Chochma. Und Chochma und Bina offenbaren uns gemeinsam das Niveau Keter – das höchste Niveau, die Welt der Unendlichkeit. Deshalb wird nicht die uns umgebende Welt verändert, sondern nur unsere Empfindung für sie. Das Licht befindet sich in vollkommener Ruhe, und alles hängt nur von unserer Korrektur ab.

Wir erklären den Menschen, die in ihren materiellen Problemen gefangen sind, dass sie prinzipiell zu jedweder Zeit ihres Lebens glücklich sein können, weil unsere “Organe fühlen” – das sind Verlangen. Und wenn er diese richtig ausfüllen wird (darin unterrichten wir ihn auch), dann wird er genauso glücklich sein, wie der stärkste, reichste, bekannteste, erfolgreichste Mensch in der Welt.

Wir geben ihm die Möglichkeit, gefüllt zu werden.  Und genau das ist die Wissenschaft der Kabbala – die Wissenschaft über die Füllung. Im Prinzip liegt unsere Methode darin, dass sobald ein Mensch, welcher der allgemeinen Füllung anstelle einer persönlichen gerecht wird, er sich sofort in der höheren Welt zu empfinden beginnt. [138558]

Auszug aus dem Gespräch während des Kongresses in Sochi, 09.06.2014

Seele und Körper

Frage: Wie ist die Seele mit dem Körper verbunden?

Antwort: Es gibt nur die Seele. Unser und alle anderen physischen Körper um uns herum erscheinen uns als gewisse Substanz, die deshalb notwendig ist, damit wir zwischen uns die anfängliche altruistische Verbindung aufbauen können. Damit die Verbindung zwischen uns sich nicht egoistisch entwickelt, sondern altruistisch, und je mehr diese Verbindung sich entwickelt, desto weniger Platz wird unser Körper und überhaupt alles Materielle in unserem Bewusstsein einnehmen, bis es einst  ganz aus unserer Empfindung verschwindet. [138260]

Erhabene Väter und ihre egoistischen Söhne

Baal HaSulam, „Die Bürgschaft“ (gegenseitige Bürgschaft): „Die Vorväter befolgten die Tora noch bevor sie ihnen gegeben war.“ Das heißt, dass sie aufgrund der Erhabenheit ihrer Seelen die Befähigung hatten, alle Wege des Schöpfers zu erlangen.

Die Vorväter gehörten den puren (reinen) Gefäßen von GE (Galgalta we Ejnaim) an und brauchten die Tora daher nicht, da diese jenes Licht ist, das die Awiut (Stärke, Dicke) des Verlangens korrigiert, und sie waren nicht stark, sondern rein. Die Ganze Tora bedeutet Liebe und Geben und sie konnten sie aufgrund der Erhabenheit und Reinheit ihrer Seelen befolgen.

Alle unteren Gefäße jedoch konnten sie nicht so befolgen, sondern mussten mit ausreichend starken Verlangen ausgestattet werden, welche sich selbst durch das reformierende Licht korrigieren, und letztlich davon losgelöst werden konnten und die Tora erhalten.

Gefäße von Chessed (Barmherzigkeit), Gwura (Heldenmut) und Tifferet (Glorie) korrigieren sich ohne das Licht, das zur Quelle zurückführt, und werden aufgrund ihrer Reinheit an das einfache Höhere Licht angehaftet. Sie alle kennen die ganze Tora intuitiv, weil ihre Gefäße sie Handlungen des Gebens verstehen lassen.

Ihre Söhne Nezach (Ewigkeit), Hod (Herrlichkeit) und Jesod (Fundament), all die anderen Seelen, die nach ihnen kommen, gehören jedoch zu den Gefäßen des Empfangens und sind deshalb außerstande zu verstehen, zu fühlen oder sich selbst durch ihr eigenes Verständnis und Reinheit zu korrigieren.

Wenn die Gefäße stärker sind, bedürfen sie des läuternden Lichtes. Zuerst müssen sie die völlige Tiefe der Stärke (Dicke) des Verlangens enthüllen, um zu realisieren, wie schlimm es auf den Stufen von Ägypten und während der 400 Jahre ist.

Deshalb fragte Abraham: „Ich weiß, dass ich CHaGaT angehöre – den Gefäßen, die bereits korrigiert sind, dass wir rein und Dir näher sind, was aber ist mit meinen Söhnen? Wie werde ich wissen, dass sie das Land (Israel) erben werden?“

Der Schöpfer antwortete ihm: „Sorge dich nicht, sie werden im Exil sein und all die erforderliche Stärke (Dicke) ansammeln, damit sie sodann erkennen, dass sie mit Mir verbunden sein müssen.“ Als Abraham dies hörte, war er beruhigt. Die Gefäße des Gebens haben eine natürliche Neigung zum Schöpfer, während die Gefäße des Empfangens lediglich eine vage Haltung zum Schöpfer aufbauen können, indem sie in Verbannung gehen, die ihnen das Böse in ihnen enthüllt.

Die Korrekturmethode in den Gefäßen des Gebens (in Galgalta we Ejnaim) und den Gefäßen des Empfangens ist gänzlich unterschiedlich. Väter und Söhne sind zwei verschiedene Stufen. Die Söhne sind bereits egoistisch, wie wir sehen können.

Auszug aus dem 5. Teil des tägl. Kabbalaunterrichts, 06. 05.14