Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Spirituelles Gefäß ist keine Hosentasche

Frage: Wie soll das Ergebnis des Arava-Kongresses sein?

Meine Antwort: Das Wort „Ergebnis“ an sich scheint darauf hinzudeuten, dass wir uns einen Profit davon erhoffen, dass wir etwas in die Finger bekommen wollen.

In Wirklichkeit muss ich mich über mich selbst erheben, mich verlieren und stattdessen uns wahrnehmen. Das ist alles, was wir brauchen – wir müssen das erste spirituelle Gefäß erlangen. Dieses Gefäß ist im Grunde das Verlangen, der Mangel und keine egoistische Beute. Uns wird eben das Verlangen enthüllt, zusammen mit den anderen zu sein, uns mit den anderen zu verbinden. Wenn es ständig in mir herrscht, dann bedeutet es, dass ich das Gefäß erlangt habe.

Ihr aber rechnet mit einer angenehmen Empfindung von unserer Verbindung, sprich mit einer egoistischen Erfüllung. Fangt an, nachzudenken und den Unterschied zu erkennen. Hier verbergen sich viele Details, und es ist gut, wenn ihr sie beim Analysieren und bei der Klärung der Wahrheit durcheinander bringt.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zu Talmud Esser ha Sefirot, 30.01.2012

Bist du bereit zur Attacke?

Wir möchten uns auf den Kongress in der Arava-Wüste vorbereiten – wenn er stattfindet. Denn wir können die Kongresstermine nicht nach einem Kalender, sondern nur nach der Bereitschaft richten.

Aus diesem Grund müssen wir uns jeden Tag dieses Monats vor dem Kongress bewusst werden: sind wir wirklich bereit zur Attacke?

Sagen wir mal, es gibt einen Schneider. Er bekommt Aufträge und näht für die Menschen mal Hosen, mal Hemden, mal Kopfbedeckungen. So lebt er, und es reicht für ihn zum Leben. Lohnt es sich für ihn, Werbung für sich zu machen, oder nicht? Wenn er ein guter Schneider ist und etwas bieten kann, dann lohnt sich die Werbung für ihn. Wenn er aber keine richtigen Werbesprüche vorbereitet hat, wenn er nicht genau weiß, wie er sich präsentieren kann und nicht an den Erfolg glaubt, ist es besser für ihn, zu schweigen und dort zu bleiben, wo er ist. Denn wenn er Werbung für sich macht und es bekannt wird, dass er nicht arbeiten kann, wird er sich noch nicht einmal wie früher Brot verdienen können.

Darum sollten wir gründlich darüber nachdenken, bevor wir den Sprung zum spirituellen Wachstum wagen: haben wir ein Mittel zum Aufstieg in der Hand oder nicht, haben wir das Verlangen, den Mangel, die Bereitschaft, haben wir etwas, womit wir in die Attacke gehen können?

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 30.01.2012

Mit wem soll ich in die Attacke gehen?

Frage: Was kann ich auf dem Kongress in der Arava erreichen?

Meine Antwort: Du erreichst das, was du willst, worauf du dich vorbereitest. Vielleicht wirst du dich darauf vorbereiten, die Arbeit der Feldküche zu würdigen?

In unserer Einheit wollen wir zum wahren Verlangen kommen – und mit der entsprechenden Bestrebung müssen wir zum Kongress fahren. Das muss uns bis ins Innerste klar sein.

Frage: Sollten wir uns eine Bedingung stellen, die wir vor dem Kongress erfüllen müssen? Würde uns das helfen, das richtige Verlangen zu klären?

Meine Antwort: Natürlich. Können wir etwa ohne Vorbedingungen auskommen? Heute können wir ohne Vorbereitungen nicht handeln. Wer sich nicht vorbereitet, sollte nicht hinfahren. Denn dadurch stellt er sich selbst und den Freunden ein Bein – und wird spirituell bestraft, wie ein Narr, der ein Loch ins gemeinsame Boot bohrt. Jeder soll sich über die Geschehnisse im Klaren sein, jeder hat Zeit, sich selbst entsprechend den Bedingungen, die ihr stellt, zu korrigieren.

Diese Bedingungen sollen jedem, den ihr für geeignet zur Attacke haltet, vorgelegt werden. Denkt also darüber nach, wen ihr mitnehmen solltet und wen nicht. Macht eine Namensliste. Als Kriterium sollte hier nicht das Wissensvolumen oder die Studienjahre, sondern die Intensität des Verlangens dienen: wie sehr der Mensch helfen will und kann.

Auf einem Schiff muss jeder seine Verpflichtungen erfüllen: vom Kapitän bis zum letzten Schiffsjungen. Die Frage ist nur, wie sehr alle auf das Ziel gerichtet sind.

Frage: Was ist das für eine spirituelle Bestrafung?

Meine Antwort: Wenn ich die Freunde durch meine unkorrekte Teilnahme im Stich lasse, werde ich natürlich dafür bestraft. Der Schaden, den ich zufüge, wird als Bumerang zu mir zurückkehren.

Genauso werde ich die Belohnung durch meine Freunde bekommen können, wenn ich zusammen mit ihnen voranschreite und Kraft, Ausrichtung, Versorgung, Hilfe von ihnen beziehe und lediglich eine Kleinigkeit von mir selbst hinzufüge. Genauso kann ich in unserer Welt meinen Lohn gegen Tausende von Waren und Dienstleistungen tauschen, die die anderen für mich zur Verfügung stellen. Indem ich mich mit ihnen verbinde, versorge ich mich mit allem Nötigen für ein schönes Leben. In der Spiritualität ist es genauso: in irgendeiner entfernten Schiffsecke verrichte ich gewissenhaft meine Arbeit – und komme zusammen mit allen anderen im Zielhafen an. Hätte ich etwa alleine den Ozean überqueren können?

Frage: Wie kann ich prüfen, ob ich zum Kongress bereit bin?

Meine Antwort: Frag deine Freunde überall auf der Welt, was für sie Vorbereitung bedeutet? Ihr müsst es selbst aufschreiben, damit jeder sich selbst prüfen kann, unabhängig davon, ob er physisch kommt oder virtuell teilnimmt. Dabei sollten Frauen und Männer es getrennt voneinander aufschreiben und dann besprechen und die getroffenen Entscheidungen genauestens befolgen.

Das Wichtigste ist das Verlangen, wir brauchen nichts anderes. Die Rede ist also von der Klärung des Verlangens oder aber der Hindernisse auf dem Weg zum Verlangen: welche davon brauche ich, um sie mitzunehmen, zu verschärfen und zur Korrektur zu bringen?

Frage: Für wen soll ich während des Unterrichts um das Verlangen bitten: für mich selbst oder für alle?

Meine Antwort: Es steht geschrieben: „Wer für den Freund bittet, wird der Antwort als erster würdig“. Wenn du aber bittest, um den anderen zuvorzukommen, bekommst du keine Antwort. Denn das ist kein Gebet mehr für den Freund.

Frage: Das letzte Mal vor der Fahrt in die Wüste wurde uns die Möglichkeit zur Überwindung geboten. Diesmal müssen wir ein solches Verlangen selbst in uns entfachen. Wird uns dieses Minimum reichen?

Meine Antwort: Heute wird von euch viel mehr gefordert. Damals habt ihr eine gewisse Enthüllung erwartet, wir haben aber nicht darüber gesprochen, was genau sich enthüllen soll. Und jetzt sprechen wir darüber: Wir müssen das Verlangen, den Mangel enthüllen. Ich brauche nichts außer diesem Verlangen.

Worauf ist es denn gerichtet? Auf die Enthüllung des Schöpfers? Nein. Es ist auf das Geben gerichtet. Keiner von uns hat das Verlangen zu geben – und wir wollen, dass es sich in allen enthüllt. Denn das mich erfüllende Verlangen zu geben ist eben das Licht. Ich freue mich darauf, geben zu wollen, und ich brauche nichts anderes. Selbst wenn der Schöpfer mir keine Möglichkeit zu geben gibt, das Verlangen an sich erfüllt mich und bereitet mir Genuss.

Und später beginnen wir, Details zu erkennen – auf den Berg zu steigen, auf dem der königliche Palast steht.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Wir haben die Möglichkeit, das richtige Verlangen zu erreichen, welches auch zur Erfüllung wird. Mehr brauchen wir nicht.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zu Talmud Esser ha Sefirot, 29.01.2012

Die Suche nach dem Höheren

Die ganze Arbeit des Menschen, der seinen spirituellen Weg begonnen hat, besteht in der Suche nach dem Höheren. Die gesamte Weltordnung ist so erschaffen, dass es den Höheren und den Niedrigeren gibt und nichts anderes. Und jene große Welt, die uns scheinbar umgibt, die höheren Welten und diese Welt – sind in Wirklichkeit die inneren Verlangen des Menschen selbst, die ihm nur als äußerlich erscheinen.

In der Realität existieren nur der Höhere und der Niedrigere – die Reihenfolge der spirituellen Stufen, die sich von oben nach unten erstrecken. Und diese Stufen der Welten existieren nicht an und für sich allein, sondern befinden sich in uns. In dem Maße, in dem wir uns entwickeln, enthüllt sich uns ein immer größerer Teil unseres Verlangens, der sich mit der Wahrnehmung des Universums füllt, und das wird als unsere nächste Stufe bezeichnet.

Das heißt, die ganze spirituelle Leiter befindet sich im Inneren des Menschen, der entlang dieser Stufen wächst und sich auf diese Weise wahrnimmt – als jemand, der immer mehr begreift, empfindet und wählt.

Wer sind sie nun, der Höhere und der Niedrigere – die einzigen, die im Universum existieren? Der Höhere bin ich in meinem nächsten, zukünftigen Zustand. Und der Niedrigere bin ich, wie ich heute existiere.

Der höhere, zukünftige Zustand ist der, in dem ich dem Schöpfer mehr entspreche. Denn alle meine Zustände, von hier und weiter bis zum vollkommenen Zustand, beinhalten immer größere Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, mit den Stufen des Menschen, der dem Höheren ähnlich ist.

Alles ist immer in zehn Sefirot unterteilt – das ist die volle Portion, die vollständige Veränderung meiner Verlangen, von einem „ganzheitlichen“ Zustand zum nächsten (von Yechida zu Yechida). Diese minimale abgeschlossene Veränderung von mir wird als Stufe bezeichnet.

Die Stufe des Höheren in Bezug auf die Stufe des Niedrigeren ist wie der Schöpfer in Bezug auf das Geschöpf. Und wenn ich zur höheren Stufe aufsteige, d.h. mich dem Schöpfer in den Eigenschaften angleiche, werde ich wie Er, und jene höhere Stufe, die sich mir in diesem Augenblick enthüllt, ist der Schöpfer (Bore), was bedeutet „komme und siehe“. Denn ich bin dorthin aufgestiegen und „sehe“, also empfange das Licht Chochma in meine spirituellen Gefäße.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 27.01.2012

Theater ohne Statisten

Frage: Es fällt uns schwer, einander durch äußere Handlungen zu erwecken, und die inneren entgleiten uns. Was sollen wir tun?

Meine Antwort: Es ist so, dass jeder von euch einschläft und verzweifelt. Das ist natürlich und wird so weiter gehen, bis ihr spürt, dass jeder von den anderen abhängt und für die anderen sorgen muss. Ich muss begreifen, dass mein Verlangen von dir und dein Verlangen von mir abhängt. Erst dann werden wir zum wahren Verlangen kommen.

Heute sucht ihr nach diesem Verlangen persönlich, individuell und nicht gemeinsam. Jeder denkt darüber nach, wie er den eigenen Mangel vergrößern kann, und das ist falsch. Es wird dir nicht gelingen, im Gegenteil, du wirst in den Schlaf verfallen und auf die Nachsicht von Oben hoffen. Es kann nichts anderes geben, solange der Mensch nur mit eigenen Berechnungen beschäftigt ist. Niemand kann allein auch nur den geringsten Kontakt mit der Spiritualität herstellen, denn sie ist ihm vollkommen entgegengesetzt. Wir können uns die ganze Tiefe dieses Abgrunds noch nicht vorstellen.

Wir haben jedoch die Möglichkeit, einen Sprung zu machen, die Entfernung zwischen uns und der spirituellen Welt zu verkürzen. Und das hängt von der Gruppe ab, davon, wie wir in ihr spielen, und zwar ein solches Spiel spielen, dem wir einfach nicht entkommen können. Die Freunde müssen mir ständig ihre Entourage, ihre permanente Bühnenpräsenz demonstrieren: Wir sind in jedem Bild, in jedem Akt zusammen auf der Bühne. Keine anderen Mittel werden mir sonst helfen.

Es steht geschrieben: „Ein Held wird nicht gerettet durch eigene Kraft“. Dafür ist die Kraft des Schöpfers nötig, und diese kann nur durch die Gruppe hervorgerufen werden. Wir müssen in diese Richtung denken und wie im Theater spielen. Wir müssen dieses Theaterstück aufbauen, an dem sich alle ausnahmslos beteiligen werden. In unserer Theateraufführung bürgen wir füreinander, zeigen Teilnahme, Aufmerksamkeit, Bedürfnis jedes einzelnen nach allen und aller nach jedem einzelnen. Denn anderenfalls werden wir nicht aus Ägypten ausziehen können.

Wenn ihr daran arbeitet und auf diesem Wege mit einigen Hindernissen konfrontiert werdet, werden wir in die Arava fahren können. Denn wir werden etwas haben, womit wir fahren können, wir werden das Leiden des gesamten Kli haben, das nicht in der Lage ist, sich zu verbinden. Darüber steht geschrieben: „Und die Söhne Israel schrien auf vor ihrer Arbeit“. Für ihren Egiosmus haben sie die wunderschönen Städte Pitom und Ramses errichtet, doch sich selbst haben sie in den unglückseligen Städten wiedergefunden, die sie nicht aus dem Exil ausziehen lassen drohten.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zu Talmud Esser ha Sefirot, 26.01.2012

Ich baue die Fabrik zur Herstellung meiner selbst

Die ganze Arbeit besteht darin, die eigene Umgebung aufzubauen, denn du kannst dich selbst nicht aufbauen. Und das ist das, was wir heute für die Menschheit errichten müssen.

Wenn ich mich selbst korrigieren muss, wie soll ich das tun? Ich muss einfach eine solche Umgebung um mich selbst errichten: Massenmedien, Bildungssystem – und ich werde ein Produkt dieser Umgebung sein.

Doch allein schon dadurch, dass ich sie aufbaue, korrigiere ich mich. Denn bereits beim Aufbau beginne ich zu spüren, wie sie aufgebaut werden soll – in welcher Form ich existieren soll und wie die Umgebung, die einen Einfluss auf mich ausüben wird, dementsprechend aussehen soll; wie ich sie jetzt aufbauen soll, damit sie eine Form annimmt, die einen Einfluss auf mich ausüben und mich so werden lassen wird, wie ich sein soll.

Das heißt, wir schließen uns bereits beim Aufbau dem erschaffenden Verstand an und begreifen, was der Schöpfer mit dieser Zerstörung bezweckte, warum Er für uns diese Ziegelsteine, dieses Holz und dieses Metall vorbereitet hat – und wie wir dieses Haus bauen müssen. Dadurch fangen wir an, Ihn zu enthüllen.

Es ist so, als würde ich die Umgebung aufbauen, damit diese mich korrigiert und ich in korrigierter Form in sie eingebettet werde und dann… Und doch ist es anders. Allein dadurch, dass ich die Umgebung aufbaue, beginne ich den Schöpfer zu erkennen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 20.01.2012

Ich wünsche euch schnelle Genesung!

Frage: Manchmal gehen wir durch sehr ungewöhnliche, starke Zustände. Es ist gut, wenn man sich dann in der Gruppe, neben dem Lehrer und den Freunden befindet – aber was soll ein Mensch tun, der zu Hause virtuell studiert?

Meine Antwort: Es steht geschrieben, dass „der Schöpfer zum Erlöser aller leidenden Herzen wird.“ Das Licht, das zum Menschen kommt, ist genau auf sein Niveau, auf seinen Zustand, seinen Charakter und die Wurzel seiner Seele abgestimmt. Wir selbst sind nicht fähig, all diese Parameter zu berücksichtigen und zu entscheiden, wie sie in jedem einzelnen Fall sein sollten.

Aber wenn wir alles tun, was in unserer Macht steht, dann wird unser Aufstieg immer von Erfolg gekrönt sein. Auf jeden Menschen wird von Oben eine Einwirkung erzeugt, die in ihrer Genauigkeit einige Millionen Parameter berücksichtigt, damit er sich aus seinem derzeitigen Zustand auf eine neue spirituelle Stufe erheben kann. Es soll nicht deine Sorge sein, es ist nicht deine Aufgabe, all das zu bewerten und zu prüfen. Du kannst es sowieso nicht begreifen. Man kann es nur erkennen, wenn man das allgemeine System von Oben nach Unten begreift. Erst wenn du in die Welt Azilut, in ihren oberen Teil (GA“R) hinaufsteigen und dich mit den Parzufim Aba we Ima (dem höheren Vater und Mutter) verbinden wirst, dann wirst du erkennen, wie das Vorhaben der Schöpfung funktioniert. Dies ist der größte aller möglichen Genüsse.

Es wird das Leuchten der Schechina genannt. Das ist die Empfindung dessen, wie das Schöpfungsziel, die höhere Kraft (welche die unendliche Liebe darstellt) Malchut der Welt der Unendlichkeit ausfüllt und sie in allen ihren Details zur Korrektur bringt. Dies ist der absolut vollkommene Zustand des Menschen.

Aber man muss nicht fürchten, dass die verschiedenen Zustände, die wir erleben, dem Menschen irgendwelchen Schaden zufügen könnten. Sie sind die Etappen der Genesung der Seele. So wie ein Mensch, der lange krank war, plötzlich irgendeine Besserung seines Zustands empfindet – seine Empfindungen werden schärfer, er spürt neue Kräfte in sich, allmählich verschwindet die Krankheit – genauso geschieht es im Spirituellen…

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 23.01.2012

Sturm in der Wüste

Frage: Wir nähern uns dem Kongress in der Arava-Wüste …

Meine Antwort: Seine Durchführung steht immer noch in Frage. Ihr bereitet den Kongress vor, aber bereitet ihr euch selbst vor? Bei dem richtigen Verlangen wird auch der Kongress stattfinden. Wird es kein richtiges Verlangen geben, so macht das Essen den Kongress auch nicht aus.

Frage: Wie können wir dieses Verlangen aufbauen?

Meine Antwort: Wozu fahrt ihr dorthin? Mangelt es euch wirklich an etwas oder ist es einfach ein schöner Ausflug? Hier ist eine äußerst ernste Einstellung erforderlich, diese Stufe muss im Sturm erobert werden, mit Blut und mit Tränen in den Augen. Denn das Wort Tränen (hebr. Dmaot) stammt vom Wort Blut (hebr. Dam).

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zu Talmud Esser ha Sefirot, 25.01.2012

Eine morgendliche Ladung spiritueller Energie für den ganzen Tag

Frage: Während eines Kongresses oder einer Versammlung der Freunde ist es leicht, die Empfindung der Liebe zu den Freunden und die Einheit zu erreichen. Aber warum ist es manchmal anders während des Morgenunterrichts?

Meine Antwort: Der Morgenunterricht ist nicht zur Erfüllung des Studenten gedacht. Die Lektion soll ihn stark erschüttern und ihm seinen Platz zeigen, damit er in der Folge die richtige Richtung wählt und sowohl während des Unterrichts, als auch danach Anstrengungen auf sich nimmt.

Der Morgenunterricht ist somit die grundlegende Tagesportion, die jeder Student bekommt und den ganzen Tag über verdaut. Er sucht sich daraus ein Paar Prinzipien für seine innere Arbeit, für die Verbreitung.

Ich erinnere mich daran, wie ich studierte, und keinen einzigen Unterrichtstag versäumt habe, außer einem Tag, an dem ich ernsthaft erkrankt war. Wenn man am Morgenunterricht nicht teilnimmt, dann wird man in der Empfindung des materiellen Körpers verbleiben und den ganzen Tag über nur ihn bedienen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 24.01.2012

Die Epidemie eines spirituellen Virus

Frage: Wenn sich das Zerbrechen der Gefäße „Shwirat Kelim“ in Form einer Kettenreaktion ausbreitet, hat dann vielleicht die Liebe ebenfalls die Fähigkeit, alles durch eine Kettenreaktion in umgekehrter Richtung zu verbinden?

Meine Antwort: Es gibt einen solchen spirituellen „Virus“, der sich in der Gruppe ausbreitet, sobald wir versuchen, uns auch nur im geringsten Maß zu verbinden. Dieser „Virus“ der Liebe ist ansteckend und bringt alle dazu, sich vor der Eigenschaft des Gebens zu verneigen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem „Talmud Eser HaSefirot“, 23.01.2012