Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Ein aus Licht gewobenes Gewand

Aus dem Mitschrift der Lektionen vom Rabash: Die Analogie ist komplex: Wofür steht die materielle Kleidung? Wenn der Mensch nackt ist, dann empfindet er einen Mangel, das Bedürfnis, sich einzukleiden. Und wenn er etwas anzieht, dann wird diese Kleidung zu seiner Erfüllung, zur „Korrektur“ seiner Nacktheit.

Eben das kann uns als Beispiel dienen: anfangs war er „nackt“, nämlich ohne Licht, und nur mit dem leeren, unerfüllten Verlangen ausgestattet. Und jetzt kommt das Licht des Unteren und füllt ihn unvollständig aus, nur entsprechend dem oberen Gewand. Als ob das Bedürfnis des nackten Menschen, sich einzukleiden, damit einigermaßen erfüllt wäre. Das Licht des Unteren füllt die leeren Verlangen aus.

Was ist mit der Kleidung gemeint? Ich ziehe die Kleidung an, um mich zu bedecken, um etwas zu verbergen. Und deshalb sage ich: „Ich kann nicht nackt sein, sonst würde ich einen Mangel, die Scham empfinden. Und die Kleidung verhüllt meinen Mangel, verbirgt meine Nacktheit.

Welches Beispiel kann man hier für die spirituelle Arbeit erkennen? Ebenso wie die Kleidung in der materiellen Welt den Mangel, das Gefühl der Scham beseitigt, werden auch die unerfüllten Verlangen in der Spiritualität als ein Mangel empfunden. Und wenn das Licht kommt, um sie auszufüllen, dann gleicht es einem Gewand für die Verlangen.

Die materielle Kleidung gleicht einem spirituellen Gewand, weil wir sie uns aus Scham anziehen. Anderenfalls würden wir einen Mangel in unserem egoistischen Verlangen empfinden und uns wünschen, unsere Würde und unseren Stolz zu wahren, unser Ego zu schützen, weshalb wir dann eben die materielle Kleidung anziehen.

Und das spirituelle Gewand ist der Schirm, sowie das widergespiegelte Licht, in das ich das Höhere einkleiden will, um es in der Folge in meinem Inneren offenbaren zu können. Ich empfinde das Leid des Höheren, und Sein Mangel verwandelt sich in mein wichtigstes Verlangen: ich beginne, meinen Nächsten sogar mehr als mich selbst zu lieben, und sein Verlangen wird zu meinem wichtigsten Wunsch. Der Sinn des spirituellen Gewandes besteht also darin, dass ich anstelle des eigenen Egos beginne, das Höhere zu schätzen, das für mich zum Wichtigsten wird.

Auszug aus der Vorbereitung zum Unterricht, 09.02.2012

In die Attacke mit dem Lied

Frage: Was greife ich auf dem Kongress in der Arava-Wüste an? Wie kann ich den Freunden helfen, sich auf die richtige Attacke vorzubereiten?

Meine Antwort: Ich greife die eigene Faulheit, Ignoranz und Verwirrung an. Ich bemühe mich die ganze Zeit, mich auf die richtige Vorstellung über „uns“ zu konzentrieren. Wir alle sind wie ein Mensch mit einem Herzen, der sich in gegenseitiger Bürgschaft, im gegenseitigen Verzicht und in der Vereinigung befindet, damit das allgemeine Gefäß offenbart werden kann.

In diesem Gefäß verschmelzen alle miteinander, so dass ich nicht mehr „mich“ als Individuum empfinde, der sich mit den Freunden vereinigt hat , sondern nur noch „uns“. Ich muss von der persönlichen Empfindung zu einem allgemeinen, höheren Gefühl aufsteigen, welches wir offenbaren müssen.

Frage: Wie soll der richtige Schrei, das richtige Gebet (MaN) auf dem Kongress sein?

Meine Antwort: Ich bin nicht für einen Schrei, nur um zu schreien. Wir brauchen eher ein Lied, die Liebe, die Hoffnung und die Überzeugung, die über unserem großen Verlangen regieren. Anders ausgedrückt, sind für uns sowohl die Leere, als auch Härte notwendig.

Vor dem Eingang ins Rote Meer (Yam Sof), wenn sich die Eigenschaften des Gerichtes offenbaren, werden auch Schreie notwendig sein, aber nicht jetzt. Ich sorge mich um die Vereinigung von uns allen, damit das Wohl offenbart wird. Wir brauchen die Begeisterung, den Aufstieg, und keine linke Linie. Wir stehen vor dem Licht, das enthüllt werden soll, weshalb es hier keiner kritischen Analyse bedarf.

Auszug aus dem Unterricht nach dem „Vorwort zur Lehre von Esser HaSefirot“, 08.02.2012

Die Korrektur ist nicht für uns, sondern für die Welt

Frage: Müssen wir die Verantwortung für die Welt spüren? Welches Verlangen können wir heute von ihr empfangen, um der Eigenschaft des Gebens zwischen uns entgegenstreben zu können?

Meine Antwort: Die Welt braucht die Korrektur, und wir müssen uns um sie kümmern. Und dazu müssen wir uns selbst korrigieren – damit wir bereit sind, die Korrekturmethode an sie weiterzugeben. Das ist der wichtigste Grund unserer Fahrt in die Wüste.

Denn der Schöpfer wünscht die Korrektur der von Ihm entferntesten Gefäße/Verlangen, bis alle sich zu einem Ganzen vereinen. Und wir müssen verstehen, dass wir Abgesandte, Vollzieher Seines Willens, Diener, Lehrer, Erzieher sind. Mit anderen Worten: wir arbeiten in einer Welt, die zur Korrektur bestimmt ist, und alles hängt von uns ab.

Während wir uns auf die Kongresse vorbereiten, müssen wir diese Verantwortung allen gegenüber unterstreichen. Der weibliche Teil unserer Weltgruppe macht sich ebenfalls Gedanken um diese Arbeit, nimmt daran teil und ist bereit zu helfen, wo es nur geht. Die Frauen bereiten sich auf unsere Fahrt vor, sie sind immer mit Herz und Seele bei uns.

Das dürfen wir nicht vergessen. Denn unsere ganze Korrektur ist nur dazu da, um sie an die Welt weiterzugeben.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zu Talmud Esser HaSefirot, 09.02.2012

Lass dein Ich zu Hause

Frage: Ich möchte, dass wir unsere Aufgabe auf dem Arava-Kongress möglichst gut erfüllen. Wie sollen wir im Inneren handeln, um Erfolg zu erzielen?

Meine Antwort: Das ist schwer. Ich muss ständig eine Analyse durchführen, mir Fragen stellen und nach Antworten suchen, fallen und mich wieder aufrichten. Und ich muss alle Probleme nur durch die Verbindung mit den Freunden lösen. Damit möchte ich Beispiel für alle sein.

Für einen alleine ist der Erfolg nicht möglich, der Erfolg muss für alle gemeinsam erzielt werden. Das bedeutet, ich mache mir Gedanken nur um das gemeinsame Verlangen. Wichtig ist nicht, was ich spüre, sondern was wir spüren. Nicht ich erhebe mich über etwas und enthülle etwas – wir erheben uns und enthüllen. Immer nur wir – mich gibt es gar nicht. Ich will in dieser „Suppe“ existieren. Das Wort „Ich“ und das Empfinden meiner selbst soll zu Hause bleiben.

Mehr noch: „Wir“ bedeutet nicht einfach nur eine Versammlung von Freunden, es ist kein Sondereinsatzkommando. Das sind alles Spielereien, in Wirklichkeit ist „Wir“ eine Seele. Es gibt in ihr keine zusammengekoppelten Teile, in ihr sind alle zu einem Ganzen verschmolzen, und das hat nichts damit zu tun, was wir heute darstellen. Das ist eine neue, gerade erschaffene Schöpfung.

Denn jene spirituelle Gestalt, die wir formen wollen, gab es früher nicht. Früher gab es nur ein zerbrochenes Reshimo, das zu ihr führte. Und nun versuchen wir heute durch eigene Anstrengungen die Seele aus der Welt von Nekudim zu erschaffen, die auf dieser Etappe korrigiert werden sollte und absichtlich für uns zerbrochen wurde.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zu Talmud Esser ha Sefirot, 08.02.2012

Zusammenfassung der Prinzipien und Ratschläge aus der Morgenlektion 08/02/12

*Wir sind dazu verpflichtet, uns gegenseitig Geschenke, Liebe, Verbindung die Notwendigkeit zu Geben und die Sorge, dass wir dies nicht erreichen, einander zu zeigen.

*Allgemeine Ehrfurcht – davor es nicht zu schaffen das Kli vollkommen zu ergänzen, zu geben und sich zu vereinensowie dass wir uns deshalb in Angst und Sorge befinden soll immer im Vordergrund stehen. Nur so gelangen wir zum allgemeinen Geben und zur Einsicht, dass es uns überhaupt an der Wertschätzung des Gebens mangelt, und danach auch am Gebenden selbst, dem Schöpfer. Wir haben zur Zeit keinen besonderen Bezug dazu, als wäre dies eine große, erhabene Sache, von dem unser Leben abhängt. Um diesen zu erlangen, liegt es an mir zu flehen, dass sich in mir Ehrfurcht offenbart – ich will Angst haben, in Sorge sein, mich in der Richtung zu befinden, und in ständiger Anspannung zu sein. Und ich bitte die Freunde, das Gleiche zu tun. Und so gelangen wir zum Wunsch und zur Bitte – Lass uns spüren, das wir tot sind, in der Wüste, uns in einem Irrtum befinden.

*Bedarf nach Verbindung – bedeutet, dass ich suche, woran es dir mangelt, und du suchst, woran es mir mangelt, und das verbindet uns. Jeder ist mit dem Herzen des anderen verbunden; ich weiß bereits im Vorhinein, dass mein Freund Kontakt mit dem Schöpfer haben will, zur Verbindung , Liebe und zur vollen Vernetzung gelangen möchte.. So dass der Bedarf des einen mit dem Bedarf des anderen übereinstimmt, sie sich verbinden und damit einander ergänzen.

*Wenn jeder einzeln hinauf schreit, so ist dies eine egoistische Handlung, aber wenn wir gemeinsam nach Oben schreien – so wollen wir uns nicht besänftigen, sondern sagen: Gib uns die Kraft der gegenseitigen Verbindung, denn nur dann werden wir die schöpferische Kraft enthüllen. Wenn jeder auf trügerische Weise an das Fehlen dieser Sache denkt, so wird das wahrhaftig auf alle Einfluss haben.

*Ich attackiere meine Faulheit, mein kaltes Verhalten, ich attackiere die Verwirrung, ich bemühe mich ständig auf das Bild, wer Wir sind, zu fokussieren. Wie ein Mann in einem Herzen, in Bürgschaft, gegenseitigem Nachgeben, gegenseitiger Verbindung – auf das sich unser gemeinsames Kli offenbaren möge. In diesem Kli sind wir miteinander vernetzt, so dass es bereits keine individuellen Gefühle gibt, sondern die Erhebung zu einem gemeinsamen Gefühl. Das ist etwas, was sich über uns befindet, was wir unbedingt anfangen müssen, wahrzunehmen.

Wir bereiten uns gemeinsam die Versammlung Arawa vor


*Für die Versammlung in Arava hast du nichts, außer, deine Innerlichkeit vorzubereiten und deshalb müssen wir uns hier in einem allgemeinen Angstzustand begeben, dass wir es nicht erreichen könnten. Und wir müssen uns sicher sein, dass der Erfolg das Ergebnis unserer Anspannung sein wird.

*Man hat nichts anderes zu tun, außer im Freund richtige Gefühle nach Verbindung zu erwecken – Angst, Freude, Verantwortung, Erweckung jeglicher Art, sowohl positiv als auch negativ – Die Hauptsache ist der Aufstieg, der Wunsch nach Verbindung. Und im Wunsch uns miteinander zu verbinden, erheben wir MaN, und gerade das ist es, was uns das Licht bringt, das zu Quelle zurückführt. Das ist das, was wir jetzt zum Auszug aus Ägypten benötigen.

*Fazit ist, dass wir nur an diesem Wunsch arbeiten, dass er sich in uns in Angleichung zum Licht manifestiert, und wir darin die Füllung enthüllen. Das Voranschreiten darin passiert nur in der Dunkelheit, und je mehr wir uns nach vorne entwickeln desto größer werden die Verwirrung und die Vernebelung. Wir müssen bei der nahestehenden Versammlung darauf gefasst sein, dass wir nicht einfach zu einem Picknick kommen, sondern zu einer schweren und belastenden Arbeit – Ich brauche für mich selbst nichts, außer dass ich innerhalb dieser 3 Tage nur an die Verbindung denke, und aus dieser Anspannung heraus enthüllen wir das höhere Licht.

*Bei der Versammlung in Arawa musst du Dich in ständigen Klärungen, Konflikten, Fragen und Antworten, Abstiegen und Aufstiegen, befinden, die du in Verbindung mit anderen auflöst, und allen anderen damit ein Vorbild bist. Der Erfolg kann nicht von einem allein abhängig sein, sondern hängt von allen gemeinsam ab. Ich sorge mich nur um unser gemeinsames Kli – darauf, was wir fühlen und nicht darauf, was ich fühle. Immer nur wir, es gibt kein ich. Ich möchte in dieser „Suppe“ existieren, in der wir uns befinden. Auch das Wort „Wir“ ist keine Ansammlung oder ein Kommando – es ist nicht gut, so etwas zu denken. Dieses Wort existiert nicht als spiritueller Zustand. Mit Wir ist die eine Seele gemeint, nicht das du, er, wir, einfach gemeinsam sind, nein, sondern verbunden, EINS. Das ist etwas, was keinen Bezug zu dem hat, was wir heute sind, eine neue Schöpfung, die jetzt entstanden ist. Denn die spirituelle Essenz die wir gemeinsam gründen wollen, hat vorher nicht existiert, es gab nur ein Reshimot davon. Aus unserer Anstrengung heraus versuchen wir, die Seele von der Welt Nikudim zu gründen, die man scheinbar korrigieren wollte, aber sie gerade für uns, für unsere Möglichkeit der Arbeit, zerbrochen hat.

*Bei der Versammlung sollte es keinen Schrei, sondern Gesang, Liebe, Hoffnung geben sowie Sicherheit über einen riesigen Mangel – beides muss existieren. Die Verbindung zwischen allen zu einem Zustand an dem sich nur Gutes offenbart. Begeisterung, Aufstieg und keinesfalls die Linke Linie erwecken. Wir befinden uns vor dem Licht, welches sich uns offenbaren muss, und deshalb gibt es hier keine Kritik.

Alle Wünsche sind notwendig, alle Wünsche sind wichtig

Frage: Müssen wir uns von allen Verlangen dieser Welt befreien, um die Stufe „des Armen“ zu erreichen?

Meine Antwort: Wir müssen uns von keinen Verlangen befreien. Wir sollen nur um die Korrektur bitten und um nichts sonst. Das höhere Licht weiß besser, was zu tun ist.

Ich darf auf nichts verzichten. Selbst wenn ich meine schlimmsten Eigenschaften sehe, ist es verboten, sie zu unterdrücken, denn es ist so, als ob ich mir die Hände und die Beine abtrennen würde. Nicht ich selbst korrigiere mich, sondern das höhere Licht soll mich korrigieren.

Wenn ich beispielsweise zu dir kommen würde, dich angreifen, anschreien und verletzen würde, dann ist es in diesem Moment verboten, “ den Mund zu halten“. Ich soll das höhere Licht darum bitten, dass es diese Korrektur vollzieht, weil es dann die wahre Korrektur sein wird und nicht nur die bloße Unterdrückung. Es ist ein riesiger Unterschied.

Baal HaSulam schreibt, wenn du etwas unterdrückst, dann zerstörst du dadurch einen Teil, der in der Welt existiert. Dadurch wird dieser Teil niemals die Stufe der Korrektur erreichen. Es werden enorme Kräfte erforderlich sein, um ihn zurück zu holen und zu korrigieren.

Manchmal wird eine Krankheit durch die Einnahme der Medikamenten unterdrückt, bleibt aber dennoch im Körper und verläuft dann noch schlimmer, als im Falle ihren vollständigen Verlauf, worin sie noch geheilt werden kann.

So handelt unser Egoismus: er verbirgt sich in unserem Inneren und du siehst ihn nicht, aber später kriecht er heraus.

Deshalb haben wir eine andere Einstellung zu den Konflikten, Streitigkeiten und Zusammenstößen: es wird sie immer geben, aber wir müssen um die Korrektur bitten, denn genau jetzt ist die richtige Zeit, um sie alle zu korrigieren.

Es gibt Menschen die negativen Erscheinungsformen nivellieren oder gar unterdrücken wollen. Es ist das schlimmste, was man nur machen kann. Es gibt Menschen, die sich von den Streitigkeiten und negativen Erscheinungen sehr fürchten, und das ist schlecht, da eine solche Herangehensweise nicht auf die Korrektur gerichtet ist.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch „Sohar“, 02.02.2012

Die Spitze des Fadens

Frage: Die Kabbalisten berichten über die Eigenschaft des Gebens. Ich empfinde jedoch diese Eigenschaft nicht. Ich habe nicht mal den Anfang des Fadens …

Meine Antwort: Wenn du das Bedürfnis nach der Eigenschaft des Gebens entwickelst, dann wirst du auch begreifen, was sie ist. Wenn du versuchst, deinem Freund mit der Eigenschaft des Gebens zu begegnen, dann wirst du sehen, dass du keinerlei solcher Verlangen empfindest. Diese Erfahrung wird dir das Verständnis über die Wichtigkeit der Eigenschaft des Gebens geben. Dann wirst du vermuten können, woran es dir mangelt.

Ich will die Einheit mit den Freunden erreichen. Sie sind miteinander vereint und ich bin von ihnen getrennt. Eigentlich will ich keine Verbindung, ich bin dazu unfähig, ich vergesse sie. Der Funke meines Verlangens erlischt und nur unter den Freunden kann ich ihm wieder Leben verleihen, selbst wenn ich mich aufgrund der Scham mit ihnen verbinde.

Ich nähere mich ihnen an, arbeite in der Gruppe und beginne zu verstehen, wie sehr es mir an der Liebe fehlt. Meine Bemühungen schaffen allmählich das Bild der Eigenschaft des Gebens. Ich denke über die Vorteile nach und bereite auf diese Weise das Gefäß, das Verlangen vor. Dieses Verlangen ist noch nicht echt, aber meine Bemühungen ziehen das höhere Licht heran, welches meinem Verlangen entspricht. Es kommt aus der Vollkommenheit, aus der Unendlichkeit und erreicht diese Welt. Ich versuche mein Glück und gleiche darin einem Kind, das etwas unwissend macht. Aber diese Anstrengungen sind wichtig, denn das Licht leistet seine Arbeit. Und es ermöglicht mir, zu der Eigenschaft des Gebens aufzusteigen.

Auszug aus dem Unterricht zu dem „Vorwort zur Lehre der Zehn Sefirot“, 02.02.2012

Zu der Liebe durch die Barrikaden des Hasses

Wenn ich den Freunden gegenüber gleichgültig bin und mich nichts stört, dann ist das ein Zeichen dafür, dass ich noch nicht damit begonnen habe, den Hass zu enthüllen, geschweige denn die Liebe. Wenn ich jedoch bereits Abstoßung ihnen gegenüber empfinde, dann ist das der Einfluss des höheren Lichts, welches beginnt, mich anzuleuchten und mir meinen bösen Trieb, meinen Egoismus zu zeigen.

Nicht jeder ist zu einer solchen Arbeit bereit: es kann sein, dass der Mensch sich mit den anderen verbindet und sich dabei gut und angenehm fühlt, er findet es interessant, zusammen mit allen anderen in die Wüste zu gehen, sie zu umarmen, und empfindet keinen Hass. Der Hass kann nur durch das Licht, das zur Quelle zurückführt, enthüllt werden.

Du wunderst dich, dass es eine solche Richtung zur Quelle geben kann?! Ja, das ist der Weg zur Quelle.

Das Wichtigste ist, nicht daran zu verzweifeln, dass du einen solchen Hass enthüllst, der dich abstößt, und nicht zu rufen: „Wo ist denn nun mein Vorankommen? Was ist das für eine Belohnung für all meine Anstrengungen?“ Wenn zu trotz allem weitergehst und dich mit den Freunden verbinden willst, weil es keinen Ausweg gibt und weil die Kabbalisten es so empfehlen, wenn du dich beugst, dann begreifst du, dass das Geben, die Enthüllung des Schöpfers nur durch Verbindung erreicht werden kann. Doch du erkennst, dass du selbst nicht in der Lage bist, dich zu verbinden, und begreifst dann, dass die Verbindung nur durch das umgebende Licht möglich ist.

Der Hass zu Freunden kommt ebenfalls vom Licht – jedoch ohne unsere vorausgehende Bitte. Das ist die Enthüllung des Bösen. Und zu dessen Korrektur müssen wir uns bereits zielgerichtet an die höhere Kraft wenden und sie bitten, sich zu zeigen, um uns die Möglichkeit zu geben, uns mit den anderen zu verbinden.

Auf diesem Weg gibt es viele Aufstiege, Abstiege, Enttäuschungen, eine lange Zeit der Hilflosigkeit, in der du nicht imstande bist, weder zu einer Seite noch zur anderen zu neigen. Wir werden absichtlich zermürbt, bis das höhere Licht endlich hilft und du beginnst, die Freunde zu schätzen. Und hier muss noch geklärt werden, ob du sie einfach so schätzt oder weil du den Schöpfer schätzt.

Israel, die Tora und der Schöpfer müssen sich immer zu einem Ganzen verbinden – dann lässt es dich in die richtige Richtung zielen. Israel (du selbst) ist voller Hass, die Tora ist das höhere Licht, das dich zur Quelle zurückführt und dir hilft, über dem Hass die Liebe aufzubauen. Und dann, in der mittleren Linie, indem du die rechte und die linke Linie richtig verbindest, enthüllst du den Schöpfer und alles verschmilzt sich zu einem Ganzen.

Das ist die Richtung unserer Arbeit.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 31.01.2012

Gerechtfertigte Kritik oder Verbrechen?

Frage: Wie können wir gerechtfertigte Kritik von dem Verbrechen in Bezug auf die Liebe zu Freunden unterscheiden?

Meine Antwort: Wir müssen versuchen, alles genauestens zu klären. Doch die ganze Klärung sollte von einer einzigen von Anfang an festgelegten Bedingung ausgehen, das heißt, der Anfang und das Ende müssen in einem Punkt zusammenkommen, und zwar, dass wir diese Klärung im Interesse des gemeinsamen korrigierten Gefäßes/Verlangens durchführen.

Diese Bedingung muss unbedingt vorhanden sein, und dazwischen können Klärungen stattfinden. Jede Auseinandersetzung ist ein Zusammenstoß, ein Kampf, ein Streit. Jede Überprüfung besteht darin, dass du verschiedene, ungleiche, einander entgegengesetzte Materialien verbindest und prüfst, worin sie sich unterscheiden. Die Analyse beruht immer auf dem Vergleich zweier Gegensätze – wie sehr und worin sie einander widersprechen.

Bei einer noch tieferen Analyse bedeutet das die Überprüfung jeder Eigenschaft in Bezug auf das Schlangengift, das „steinerne Herz“, den wahrhaft bösen Trieb. Auf diese Weise verlaufen alle Überprüfungen, selbst wenn es uns nicht bewusst ist, doch sie alle finden in Bezug auf das egoistische „Netto“-Verlangen, den riesigen Egoismus, statt; denn in Bezug auf das Licht können wir nichts messen.

Aus diesem Grund kann es in den Gruppen zu Auseinandersetzungen, zu Streitereien kommen – doch jede Klärung muss unbedingt mit dem Punkt beginnen, der uns vorankommen und aufbauen lässt. Wie geschrieben steht: „Die Ohrfeige eines Greises bringt den Bau voran“.

Wir sind bereit, alles zu klären und das Unbrauchbare zu zerstören (wie geschrieben steht: gerade die „Ohrfeige“ eines Greises), und das wird den Aufbau vorantreiben, es wird dazu beitragen, endlich die richtige Verbindung zu erreichen. Doch richtig muss sowohl der allererste als auch der letzte Punkt sein.

Woher sollen wir wissen, welche Handlungen richtig sind? Richtig sind jene Handlungen, die auf das allgemeine Wohl, auf das Wohl von allen gerichtet sind.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 02.02.2012

Die letzte Chance

Frage: Welche Hilfsmittel können wir bei der Vorbereitung auf den Arava-Kongress verwenden?

Meine Antwort: Versuche, dir vorzustellen, dass es deine letzte Chance ist.

Die Rede ist nicht vom materiellen Leben, auf welches viele bereit sind zu verzichten. Die Hälfte der Weltbevölkerung würde den Knopf des schmerzfreien Ausschaltens drücken, wenn es die Möglichkeit gäbe. Die Menschen haben nicht so sehr Angst vor dem Tod, sondern vor dem, was ihn begleitet.

Also müssen wir uns zum Nachdenken über die Bedingungen, die uns heute zur Verfügung stehen, verpflichten. Nach unseren Kongressen, nach den Vorbereitungen und der Verbindung gibt es einfach kein Zurück mehr. Die ganze Welt macht sich Sorgen um ihre Zukunft und weiß nicht, womit sie rechnen soll. Sie steht hilflos den Krisenprozessen gegenüber. Und wenn wir keine Kraft des Zusammenhalts finden, werden wir nichts mit uns selbst und mit der Welt tun können. Falls wir versagen, werden wir nicht dem materiellen, sondern dem spirituellen Leben ein Ende setzen.

Auch Frauen müssen das verstehen – sie sollen sich um uns sorgen und Druck auf uns ausüben. Männer müssen das ebenfalls verstehen. Wir müssen uns über alles erheben, was uns trennt, über Streitereien und Missverständnisse, über Reibereien und Konflikte. Mehr noch: soll es sie doch geben – das wird uns eine noch größere Möglichkeit geben, uns über sie zu erheben. Denn der Mensch wächst nur mit dem Wachstum des Egoismus, aus dem Gegensatz zu ihm. Soll er sich also immer höher auftürmen – wir brauchen nur Ausdauer, und wir werden jedes Mal Erfolge erzielen können.

Ich bin optimistisch gestimmt. Wir haben Kräfte in Israel und auf der ganzen Welt. Selbst wenn einige Gruppen schwierige Zustände durchlaufen, wird sich alles zum Besten fügen, so ist der Weg. Die Kinderkrankheiten lassen sich nicht umgehen – mehr noch: sie stärken unser Immunsystem für das ganze Leben.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 03.03.2012