Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Alle Wünsche sind notwendig, alle Wünsche sind wichtig

Frage: Müssen wir uns von allen Verlangen dieser Welt befreien, um die Stufe „des Armen“ zu erreichen?

Meine Antwort: Wir müssen uns von keinen Verlangen befreien. Wir sollen nur um die Korrektur bitten und um nichts sonst. Das höhere Licht weiß besser, was zu tun ist.

Ich darf auf nichts verzichten. Selbst wenn ich meine schlimmsten Eigenschaften sehe, ist es verboten, sie zu unterdrücken, denn es ist so, als ob ich mir die Hände und die Beine abtrennen würde. Nicht ich selbst korrigiere mich, sondern das höhere Licht soll mich korrigieren.

Wenn ich beispielsweise zu dir kommen würde, dich angreifen, anschreien und verletzen würde, dann ist es in diesem Moment verboten, “ den Mund zu halten“. Ich soll das höhere Licht darum bitten, dass es diese Korrektur vollzieht, weil es dann die wahre Korrektur sein wird und nicht nur die bloße Unterdrückung. Es ist ein riesiger Unterschied.

Baal HaSulam schreibt, wenn du etwas unterdrückst, dann zerstörst du dadurch einen Teil, der in der Welt existiert. Dadurch wird dieser Teil niemals die Stufe der Korrektur erreichen. Es werden enorme Kräfte erforderlich sein, um ihn zurück zu holen und zu korrigieren.

Manchmal wird eine Krankheit durch die Einnahme der Medikamenten unterdrückt, bleibt aber dennoch im Körper und verläuft dann noch schlimmer, als im Falle ihren vollständigen Verlauf, worin sie noch geheilt werden kann.

So handelt unser Egoismus: er verbirgt sich in unserem Inneren und du siehst ihn nicht, aber später kriecht er heraus.

Deshalb haben wir eine andere Einstellung zu den Konflikten, Streitigkeiten und Zusammenstößen: es wird sie immer geben, aber wir müssen um die Korrektur bitten, denn genau jetzt ist die richtige Zeit, um sie alle zu korrigieren.

Es gibt Menschen die negativen Erscheinungsformen nivellieren oder gar unterdrücken wollen. Es ist das schlimmste, was man nur machen kann. Es gibt Menschen, die sich von den Streitigkeiten und negativen Erscheinungen sehr fürchten, und das ist schlecht, da eine solche Herangehensweise nicht auf die Korrektur gerichtet ist.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch „Sohar“, 02.02.2012

Die Spitze des Fadens

Frage: Die Kabbalisten berichten über die Eigenschaft des Gebens. Ich empfinde jedoch diese Eigenschaft nicht. Ich habe nicht mal den Anfang des Fadens …

Meine Antwort: Wenn du das Bedürfnis nach der Eigenschaft des Gebens entwickelst, dann wirst du auch begreifen, was sie ist. Wenn du versuchst, deinem Freund mit der Eigenschaft des Gebens zu begegnen, dann wirst du sehen, dass du keinerlei solcher Verlangen empfindest. Diese Erfahrung wird dir das Verständnis über die Wichtigkeit der Eigenschaft des Gebens geben. Dann wirst du vermuten können, woran es dir mangelt.

Ich will die Einheit mit den Freunden erreichen. Sie sind miteinander vereint und ich bin von ihnen getrennt. Eigentlich will ich keine Verbindung, ich bin dazu unfähig, ich vergesse sie. Der Funke meines Verlangens erlischt und nur unter den Freunden kann ich ihm wieder Leben verleihen, selbst wenn ich mich aufgrund der Scham mit ihnen verbinde.

Ich nähere mich ihnen an, arbeite in der Gruppe und beginne zu verstehen, wie sehr es mir an der Liebe fehlt. Meine Bemühungen schaffen allmählich das Bild der Eigenschaft des Gebens. Ich denke über die Vorteile nach und bereite auf diese Weise das Gefäß, das Verlangen vor. Dieses Verlangen ist noch nicht echt, aber meine Bemühungen ziehen das höhere Licht heran, welches meinem Verlangen entspricht. Es kommt aus der Vollkommenheit, aus der Unendlichkeit und erreicht diese Welt. Ich versuche mein Glück und gleiche darin einem Kind, das etwas unwissend macht. Aber diese Anstrengungen sind wichtig, denn das Licht leistet seine Arbeit. Und es ermöglicht mir, zu der Eigenschaft des Gebens aufzusteigen.

Auszug aus dem Unterricht zu dem „Vorwort zur Lehre der Zehn Sefirot“, 02.02.2012

Zu der Liebe durch die Barrikaden des Hasses

Wenn ich den Freunden gegenüber gleichgültig bin und mich nichts stört, dann ist das ein Zeichen dafür, dass ich noch nicht damit begonnen habe, den Hass zu enthüllen, geschweige denn die Liebe. Wenn ich jedoch bereits Abstoßung ihnen gegenüber empfinde, dann ist das der Einfluss des höheren Lichts, welches beginnt, mich anzuleuchten und mir meinen bösen Trieb, meinen Egoismus zu zeigen.

Nicht jeder ist zu einer solchen Arbeit bereit: es kann sein, dass der Mensch sich mit den anderen verbindet und sich dabei gut und angenehm fühlt, er findet es interessant, zusammen mit allen anderen in die Wüste zu gehen, sie zu umarmen, und empfindet keinen Hass. Der Hass kann nur durch das Licht, das zur Quelle zurückführt, enthüllt werden.

Du wunderst dich, dass es eine solche Richtung zur Quelle geben kann?! Ja, das ist der Weg zur Quelle.

Das Wichtigste ist, nicht daran zu verzweifeln, dass du einen solchen Hass enthüllst, der dich abstößt, und nicht zu rufen: „Wo ist denn nun mein Vorankommen? Was ist das für eine Belohnung für all meine Anstrengungen?“ Wenn zu trotz allem weitergehst und dich mit den Freunden verbinden willst, weil es keinen Ausweg gibt und weil die Kabbalisten es so empfehlen, wenn du dich beugst, dann begreifst du, dass das Geben, die Enthüllung des Schöpfers nur durch Verbindung erreicht werden kann. Doch du erkennst, dass du selbst nicht in der Lage bist, dich zu verbinden, und begreifst dann, dass die Verbindung nur durch das umgebende Licht möglich ist.

Der Hass zu Freunden kommt ebenfalls vom Licht – jedoch ohne unsere vorausgehende Bitte. Das ist die Enthüllung des Bösen. Und zu dessen Korrektur müssen wir uns bereits zielgerichtet an die höhere Kraft wenden und sie bitten, sich zu zeigen, um uns die Möglichkeit zu geben, uns mit den anderen zu verbinden.

Auf diesem Weg gibt es viele Aufstiege, Abstiege, Enttäuschungen, eine lange Zeit der Hilflosigkeit, in der du nicht imstande bist, weder zu einer Seite noch zur anderen zu neigen. Wir werden absichtlich zermürbt, bis das höhere Licht endlich hilft und du beginnst, die Freunde zu schätzen. Und hier muss noch geklärt werden, ob du sie einfach so schätzt oder weil du den Schöpfer schätzt.

Israel, die Tora und der Schöpfer müssen sich immer zu einem Ganzen verbinden – dann lässt es dich in die richtige Richtung zielen. Israel (du selbst) ist voller Hass, die Tora ist das höhere Licht, das dich zur Quelle zurückführt und dir hilft, über dem Hass die Liebe aufzubauen. Und dann, in der mittleren Linie, indem du die rechte und die linke Linie richtig verbindest, enthüllst du den Schöpfer und alles verschmilzt sich zu einem Ganzen.

Das ist die Richtung unserer Arbeit.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 31.01.2012

Gerechtfertigte Kritik oder Verbrechen?

Frage: Wie können wir gerechtfertigte Kritik von dem Verbrechen in Bezug auf die Liebe zu Freunden unterscheiden?

Meine Antwort: Wir müssen versuchen, alles genauestens zu klären. Doch die ganze Klärung sollte von einer einzigen von Anfang an festgelegten Bedingung ausgehen, das heißt, der Anfang und das Ende müssen in einem Punkt zusammenkommen, und zwar, dass wir diese Klärung im Interesse des gemeinsamen korrigierten Gefäßes/Verlangens durchführen.

Diese Bedingung muss unbedingt vorhanden sein, und dazwischen können Klärungen stattfinden. Jede Auseinandersetzung ist ein Zusammenstoß, ein Kampf, ein Streit. Jede Überprüfung besteht darin, dass du verschiedene, ungleiche, einander entgegengesetzte Materialien verbindest und prüfst, worin sie sich unterscheiden. Die Analyse beruht immer auf dem Vergleich zweier Gegensätze – wie sehr und worin sie einander widersprechen.

Bei einer noch tieferen Analyse bedeutet das die Überprüfung jeder Eigenschaft in Bezug auf das Schlangengift, das „steinerne Herz“, den wahrhaft bösen Trieb. Auf diese Weise verlaufen alle Überprüfungen, selbst wenn es uns nicht bewusst ist, doch sie alle finden in Bezug auf das egoistische „Netto“-Verlangen, den riesigen Egoismus, statt; denn in Bezug auf das Licht können wir nichts messen.

Aus diesem Grund kann es in den Gruppen zu Auseinandersetzungen, zu Streitereien kommen – doch jede Klärung muss unbedingt mit dem Punkt beginnen, der uns vorankommen und aufbauen lässt. Wie geschrieben steht: „Die Ohrfeige eines Greises bringt den Bau voran“.

Wir sind bereit, alles zu klären und das Unbrauchbare zu zerstören (wie geschrieben steht: gerade die „Ohrfeige“ eines Greises), und das wird den Aufbau vorantreiben, es wird dazu beitragen, endlich die richtige Verbindung zu erreichen. Doch richtig muss sowohl der allererste als auch der letzte Punkt sein.

Woher sollen wir wissen, welche Handlungen richtig sind? Richtig sind jene Handlungen, die auf das allgemeine Wohl, auf das Wohl von allen gerichtet sind.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 02.02.2012

Die letzte Chance

Frage: Welche Hilfsmittel können wir bei der Vorbereitung auf den Arava-Kongress verwenden?

Meine Antwort: Versuche, dir vorzustellen, dass es deine letzte Chance ist.

Die Rede ist nicht vom materiellen Leben, auf welches viele bereit sind zu verzichten. Die Hälfte der Weltbevölkerung würde den Knopf des schmerzfreien Ausschaltens drücken, wenn es die Möglichkeit gäbe. Die Menschen haben nicht so sehr Angst vor dem Tod, sondern vor dem, was ihn begleitet.

Also müssen wir uns zum Nachdenken über die Bedingungen, die uns heute zur Verfügung stehen, verpflichten. Nach unseren Kongressen, nach den Vorbereitungen und der Verbindung gibt es einfach kein Zurück mehr. Die ganze Welt macht sich Sorgen um ihre Zukunft und weiß nicht, womit sie rechnen soll. Sie steht hilflos den Krisenprozessen gegenüber. Und wenn wir keine Kraft des Zusammenhalts finden, werden wir nichts mit uns selbst und mit der Welt tun können. Falls wir versagen, werden wir nicht dem materiellen, sondern dem spirituellen Leben ein Ende setzen.

Auch Frauen müssen das verstehen – sie sollen sich um uns sorgen und Druck auf uns ausüben. Männer müssen das ebenfalls verstehen. Wir müssen uns über alles erheben, was uns trennt, über Streitereien und Missverständnisse, über Reibereien und Konflikte. Mehr noch: soll es sie doch geben – das wird uns eine noch größere Möglichkeit geben, uns über sie zu erheben. Denn der Mensch wächst nur mit dem Wachstum des Egoismus, aus dem Gegensatz zu ihm. Soll er sich also immer höher auftürmen – wir brauchen nur Ausdauer, und wir werden jedes Mal Erfolge erzielen können.

Ich bin optimistisch gestimmt. Wir haben Kräfte in Israel und auf der ganzen Welt. Selbst wenn einige Gruppen schwierige Zustände durchlaufen, wird sich alles zum Besten fügen, so ist der Weg. Die Kinderkrankheiten lassen sich nicht umgehen – mehr noch: sie stärken unser Immunsystem für das ganze Leben.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 03.03.2012

Verlangen, das die Wüste erblühen lässt

Frage: Ende Februar fahren wir erneut in die Arava-Wüste. Wie können wir dabei das, was wir beim ersten Mal erreicht haben, nicht verwischen lassen?

Meine Antwort: Dieser Durchgang unterscheidet sich vom letzten. Ihr werdet sehen, dass sich beim ersten Mal alles plötzlich ereignet hat, mit einer kindlichen, unbefangenen Naivität. Damals haben wir einen Erfolg erzielt, doch diesmal ist der Erfolg nur nach vielen Problemen, großen Überlegungen und Zweifeln möglich.

Denn das Verlangen wird mit jedem Mal größer und schlauer, leistet einen immer größeren Widerstand. Wie hoch du auch aufsteigen magst, dein böser Trieb erhebt sich über dich. Aus diesem Grund können wir das, was war, nicht wiederholen.

Das Wichtigste ist, uns damit zu beschäftigen, uns vorzubereiten, zu begreifen, dass wir uns verbinden müssen, dass es keinen anderen Ausweg gibt, dass es sich anderenfalls noch nicht einmal lohnt, damit anzufangen. Es macht keinen Sinn, in die Wüste zu fahren, wenn wir kein wahres Verlangen mitnehmen. Und ein wahres Verlangen entsteht in einem zerbrochenen Herzen.

In der Wüste gewinnt und rettet sich derjenige, der sich wirklich an dem Weg festhält. Einerseits fühlt er sich innerlich leer, andererseits hat er das Fadenende. Und dieses Fadenende ist die Verbindung mit Freunden. Denn letztendlich verlassen wir nicht die Wüste – sie verwandelt sich von allein in das Land Israel, fließt wie Milch und Honig. Die gesamte spirituelle Fülle erhalten wir „an Ort und Stelle“, wenn wir uns verbinden. Dann verwandelt sich die Wüste, die zwischen uns liegt, in das gelobte Land, in die Absicht, die zum Schöpfer gerichtet ist. Und dort werden wir Ihn enthüllen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 03.02.2012

„Ich suche meine Brüder“

„Das Gebet eines Armen“ ist genau das, was wir brauchen, wenn wir eine solche Handlung wie den Kongress in der Wüste vollbringen, und zwar das richtige Verlangen, den Mangel, finden wollen. Denn außer dem Verlangen brauchen wir nichts – wir existieren im Licht der Unendlichkeit, innerhalb des Verlangens des Schöpfers zu geben. Uns fehl nur das Gefäß, um dieses Geben empfangen zu können.

Genau das brauchen wir. Wie können wir genau wissen, was uns der Schöpfer geben will? Worum sollen wir bitten? In der Tora steht über den Beginn des Weges geschrieben: „Da fand ihn ein Mann, dass er irreging auf dem Felde; der fragte ihn und sprach: Wen suchst du? Josef antwortete: Ich suche meine Brüder“ – die Einheit mit den anderen.

Wie können wir die Einheit erreichen, wenn alle von Hass erfüllt sind und nicht wissen, wo sie sich befinden, wenn sie nicht begreifen, dass sie über ihr tierisches Dasein wachen – auf das Feld gehen, um zu jagen oder zu hüten; während derjenige, der dem Schöpfer ähnlich werden möchte, einen Menschen sucht – sich danach sehnt, denselben Teil von Adam (dem Schöpfer ähnlich) in dem anderen zu erkennen.

Damit beginnt man später, das Exil, den Pharao und die dringende Notwendigkeit zu enthüllen, seiner Gewalt zu entkommen. Alles wird in der Verbindung zwischen den Menschen enthüllt.

Deshalb, wenn wir auf das „vom Schöpfer gesegnete Feld“ gehen wollen, und zwar genau für diese Arbeit – zu spüren, dass wir uns in der Wüste befinden und die Einheit erreichen müssen -, werden wir möglicherweise in dieser Verbindung enthüllen, dass wir von Hass erfüllt sind, dass der Pharao, die Schlange, sich unter uns befindet. Doch das wird uns dazu bewegen, den Schöpfer um Hilfe zu bitten. Wollen wir hoffen, dass es geschieht.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 02.02.2012

Über dem schwarzen Abgrund

Wie kann man sich einen höheren Zustand vorstellen, in welchem der Schöpfer dir offenbart, dass Er alle deine Feinde liebt und alle hasst, die dich lieben, einschließlich deiner selbst? Es scheint so zu sein, als ob Er ganz und gar nicht das Gute tut, und es nichts Schlechteres gibt als Ihn . Vor dir stehen der Pharao, Bilam, Balak, Amalek und Hitler in einem einheitlichen Äußeren, und du weißt, wie sie zu überwinden sind. Denn alles kommt vom Schöpfer, wenn auch auf indirektem Weg.

Je weiter wir auf dem Weg der Liebe vorankommen, desto schwieriger werden die Hindernisse auf unserem Weg. Du überwindest sie, und „der Engel des Todes“ wird in deinen Augen „zum heiligen Engel“.

Frage: Ich verstehe diesen Zustand nicht. Denn der Schöpfer wird im Endeffekt wie der Gute und Gutes Tuende wahrgenommen. Werde ich dennoch die Leiden von anderen und die eigenen Leiden der Vergangenheit sehen?

Meine Antwort: Du siehst alle Leiden, die es in der Realität nur gibt. Ein schreckliches Bild enthüllt sich vor deinen Augen: Ungeheuere Qualen, kein bisschen Genuss, keine Möglichkeit zur Erholung, nur ununterbrochener Schmerz. Das Leid ist überall, wo es nur sein kann. Das Verlangen nach Genuss ist absolut leer . Nicht nur hier und dort, nicht nur von Zeit zur Zeit, sondern in ständiger Qual.

Dieser Zustand wird das „Leuchten der Schechina“ genannt. Über diesem kaum erträglichen Zustand enthüllst du Ihn als den Guten und den Gutes Schaffenden. Denn wie sonst kannst du Ihn enthüllen? Denn jetzt enthüllst du Ihn lediglich in deinen egoistischen Verlangen. Erst wenn du die ganze Tiefe des schwarzen Abgrundes deines Egos enthüllst, wird Er sich in deinen altruistischen Verlangen offenbaren, die auf die Eigenschaft des Gebens ausgerichtet sind.

Außerdem wirst du feststellen, dass Er zu den Bösen gütig und zu den Guten gemein ist. So wird es in deinen Augen erscheinen.

Unsere Arbeit besteht darin, sich über das Verlangen zu genießen zu erheben. Wenn du siehst, dass eine Handlung des Schöpfers der Eigenschaft des Gebens nicht entspricht, dann wisse, dass diese Handlung dir als das Hindernis offenbart wird, über welches du dich jetzt erheben musst.

Frage: Was wird mir nach diesem Aufstieg offenbart?

Meine Antwort: Das Verlangen zu genießen, das allgemeine Gefäß von Malchut de Ein Sof (der Welt der Unendlichkeit), welches ganz leer ist. Finsternis, Schmerz, Verzweiflung und Angst sind deine Empfindungen, die schrecklichen Leiden des Hiobs. Und du füllst diesen Zustand mit dem Licht Chassadim und der Liebe aus.

Frage: Werde ich nach der Korrektur das Gute trotz der sich offenbarenden Finsternis empfinden? Und wenn ich einen Blick auf die Vergangenheit werfe? Was werde ich sehen? Habe ich gelitten oder nicht?

Meine Antwort: Das ist dann schon die nächste Stufe, die du einnehmen sollst. Wenn du das Ende der Korrektur erreichen wirst, dann wird sich offenbaren, dass du das Gute immer empfunden hast.

Frage: Was sind es für Leiden, die ich jetzt ertragen muss?

Meine Antwort: Jetzt bist du nicht derjenige, der das Ende der Korrektur erreichen wird. Am Ziel wirst du dich mit dem jetzigen Zwischenzustand nicht gleichsetzen können. Die hinterlassenen Empfindungen sind nicht du selbst.

Frage: Was bin ich jetzt?

Meine Antwort: Du bist etwas Virtuelles.

Frage: Warum sind dann die gegenwärtigen Empfindungen überhaupt nötig?

Meine Antwort: Du erprobst sie, um dich vorzubereiten und tust alles, was in deiner Kraft steht. Es steht geschrieben: „er hat gearbeitet und hat gefunden“. Du bereitest dich vor, bis du eines Tages tatsächlich finden wirst, das heißt, du erreichst den Aufstieg über den Machsom. Solange dies nicht geschehen ist, gibt es dich nicht.

Auszug aus dem Unterricht nach dem „Vorwort zur Lehre der Zehn Sefirot“, 30.01.2012

Der Krieg um das Nadelöhr

Frage: Wie ist in der Arbeit der Eingang in die Spiritualität durch das „Nadelöhr“ zu finden?

Meine Antwort: Dieser Eingang ist genauso eng, wie „ein Nadelöhr“, weil wir anhand unserer gemeinsamen Bemühungen versuchen, über die Selbstsucht hinaufzusteigen, es ist das Streben zum gegenseitigen Geben. Und diese Arbeit erfolgt trotz dem Hass und der Trennung, trotz der egoistischen Beziehung gegenüber den Freunden.

Und diese Beziehung soll bleiben, aber wir sollen sie lieben lernen, weil das die Enthüllung des Pharaos ist, der sich in uns verbirgt. Er soll in unserem Inneren immer anwesend sein. Beide diese Ebenen sollen parallel zueinander existieren.

Und je weiter wir vorwärts gehen werden, desto mehr wird die Selbstsucht in uns hoch kommen. Und wir sollen jedesmal darüber mit dem noch größeren gegenseitigen Verlangen des Gebens, der Liebe und der Verbindung hinaufsteigen. Und so werden wir mit ihr wieder und wieder kämpfen.

Die Selbstsucht und das Geben werden sich von einander niemals trennen. Bis zum Ende der Korrektur wird dieser Krieg des Schöpfers und des Amalek fortdauern.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 30.01.2012

Zusammenfassung der Prinzipien und Ratschläge aus dem Morgenunterricht vom 01.02.12

* Einen Mangel nach geben zu besitzen, ist die Fähigkeit, geben zu können. Und wenn ich in so einer Form existiere, so wird es mir niemals an etwas fehlen, da über das Licht des Genusses vom Geben, Chasadim, keine Einschränkung gemacht wurde, und so kann ich mich in ständigen Genuss befinden, den Schöpfer als gut und gütig wahrnehmend. Und so gelangt man zu Ejn Sof – Ejn Sof Fülle, Erfüllung der Gefäße. All das resultiert aus der Veränderung der Wahrnehmung eines Menschen, der alles als gut und gütig betrachtet.

*Wir müssen versuchen, uns mit unseren Freunden Zahnrädern gleich, zu verbinden, im gegenseitigen Geben, sodass wir zuerst eine Verbindung untereinander aufbauen und dann im weiteren Entwicklungsverlauf wir uns sogar in eine Richtung drehen. Und wenn wir damit beginnen, uns in eine Richtung zu bewegen, so werden wir Hilfe von einer äußeren Kraft benötigen, die diese Handlung mit uns ausführt, da wir ohne diese Kraft uns nicht bewegen werden können. Und dann werden wir sie bitten, dass sie alle Zahnräder gemeinsam bewegt.

*Wenn es irgendeinen Defekt, in Teilen des Kli gibt, so ist das gesamte Kli defekt, und alle tragen für das Geschehene die Schuld…das gesamte Kli muss sich um die Heilung all seiner Teile sorgen. Kein Teilchen kann sich sicher sein, ob es keine Krisen durchmachen wird – alle werden dies durchmachen, jedoch wenn alle sich darum sorgen, dies zu heilen – zuerst gedanklich und danach mehr in physischer Form, dann kommt es zur Heilung.

*Wenn der Mangel ist, den Nächsten zu fühlen, und man ihm beschenkt, so hat der Nächste bereits einen Teil von Dir. Und jetzt musst du in ihm die Fähigkeit erschaffen, dir zurückgeben zu können, um ihm die Möglichkeit zu geben, die Scham zu überwinden – ansonsten wird in ihm Hass dir gegenüber entstehen. Freunde sind Gleichgesinnte, und dort wo es keine Gleichheit gibt, kann auch keine Liebe entstehen. Der Schöpfer macht das Gleiche mit uns – wenn er uns nur schenken würde, hätten wir ihm gehasst. Jedoch andersrum gelangen wir dazu ihm zu rechtfertigen und zu verstehen.

Wir bereiten uns gemeinsam auf die Versammlung in Arava vor

*Wir müssen uns täglich selbst die Frage stellen ob wir Tag für Tag mehr verstehen, was der Zweck der Vorbereitung auf die Erlösung ist, das Kli, welches wir vorbereiten müssen, um aus der Wüste auszuziehen – ob wir einen Mangel danach haben. Dieser Mangel sollte aus 2 Teilen bestehen: Aus Malchut, dem Mangel, dass es mir fehlt, und aus Keter, dass ich diesen Mangel respektiere. Das, was wir brauchen, ist der Massach und Or Choser – die Fähigkeit zu Geben….und der Massach und Or Choser werden mittels Awiut geschaffen, und ohne Awiut existieren diese nicht. Deshalb kann es Liebe ohne Hass nicht geben, genauso wie es Awiut ohne dazugehörige Überwindung nicht gibt.

Deswegen, sobald wir zur Attacke schreiten, müssen wir überprüfen, ob wir wirklich unser Ego enthüllt haben, diesen Willen zu empfangen, den wir attackieren müssen…

Vorbereitung auf die Morgenlektion

Frage eines Schülers: Auf welche Weise bittet man während des Soharstudiums?

Rav: es ist bereits zu spät, warum stellst du mir diese Frage erst jetzt?! Woran hast du vorhe gedacht?!

Schüler: ich bin mit einem Mangel von zuhause gekommen und denke bereits einige Tage daran, lasse ihn in mir kochen, verändere ihn jedes Mal ein bisschen, komme an beim Sohar und weiß, nicht
was ich tun soll.

Rav: Warum?

Schüler: Es scheint….

Rav: Nein, das, was du im Sohar liest, soll keinen Einfluss haben. Es ist unwichtig, was auf den Seiten geschrieben steht. Du bist jetzt da, um zu bitten. Denn der Unterricht ist eine Möglichkeit, die man dir gibt, um an eine wichtige Person heranzutreten [in sie hereinzutreten, wörtlich] und zu bitten.
Das heißt du trittst sein Zimmer, um um etwas zu bitten und fragst „worum soll ich bitten“? So ist es? So ist der Weg der Welt?

Schüler: ich frage nicht „wonach“ sondern „wie“.

Rav: Das musst du noch machen, bevor du eintrittst. Wozu bist du hergekommen?! Jetzt verstehst du, warum wir einander gleich sind??

*Wenn wir beim Lesen, nicht an die Handlung des Lichtes denken, welches auf uns Einfluss hat, so befinden wir uns in einem sehr langsamen oder sogar negativen Entwicklungsprozess. Aber wenn wir die richtige Absicht hinzufügen, so entwickelt uns das Licht, das zur Quelle zurückführt, von der Selbstliebe zur Nächstenliebe, und uns werden die Augen geöffnet.

Verbreitung/Der Mensch in einer integralen Welt

*Bei den Kabbalisten, wird die Größe nicht anhand des Erlangens hoher Stufen der Leiter gemessen, sondern darin, wie sehr sie zum Volk herabsteigen.

*Es ist einfach eine Lüge und ein großer Fehler, den gleichen Kurs fortzusetzen, den die Menschheit die letzten Jahrhunderte gegangen ist – je mehr wir produzieren, desto mehr entwickelt sich die Gesellschaft. Wir müssen uns nur zu einer Sache hin entwickeln – Möglichkeiten zu entwickeln und zu schaffen um uns das physische Leben zu erleichtern, und nicht ein mehr an Kleidung, Produkten, Behausung, Heizung, Warmwasser, Sicherheit usw. – und das, solange wir nicht die Welt zu einer gleichmäßigen Verteilung und sozialen Gerechtigkeit gebracht haben. Zuerst müssen wir von der Natur lernen – die Natur fordert Gleichgewicht von uns – das bedeutet, ich lebe ein normales Leben und decke meine Grundbedürfnisse mit nicht mehr, als diese Welt tragen kann. Und die übrige Zeit soll der Mensch seinem spirituellen Aufstieg widmen, da unsere nächste Stufe in der Verbindung miteinander liegt und der Erlangung der Stufe des Höheren, dem Gleichgewicht mit dem gesamten, integralen System.

*Bezugnehmend zur Entlassungswelle, welche jetzt beginnt: die Menschen werden aufhören zu arbeiten, da sie aufhören werden, Dinge zu produzieren, nach denen es keinen Bedarf gibt. Dinge die man logischerweise braucht, bleiben erhalten, und alles andere wird verschwinden. Man muss darin das wirkende Naturgesetz beobachten – auf so eine Weise wird die Evolution unserer Weiterentwicklung uns dazu überreden, verpflichten, uns von allen Dingen zu trennen, an denen es keinen Bedarf in unserem Leben gibt. Das ist das Gesetz der menschlichen Entwicklung, welche die Menschheit zu einer neuen Weltordnung, unabhängig von derer Regierungen in den Ländern, bringen wird. Und in dieser Phase wird die Öffentlichkeit über das Leben in einer neuen Welt, lernen müssen.

*Die Menschen, die heute in Statistik der Entlassungen fallen, sind nicht entlassen – sie befreien sich von der Sklaverei, an der es keinen Bedarf gibt, die der Umwelt nur schadet, etc. Einfach so etwas zu produzieren und dann wegzuschmeißen, damit Tycoone noch weitere Nullen auf ihren Konten verzeichnen können. Und auch unser Erdball kann nicht so weiter existieren, wie wir ihn verschmutzen. Deshalb müssen wir aufhören, unsere Entwicklung in Prozenten zu messen, China hat 10% Wachstum – das ist keine Entwicklung, bald werden wir sehen, was für eine Luftverschmutzung dort herrschen wird und noch mehr Probleme aufkommen. Es gibt nichts Beneidenswertes in China, und die Welt denkt, dass China auf dem aufsteigenden Ast sitzt und sich entwickelt. Worin besteht die Entwicklung? Indem ihr diesen ganzen Mist produziert? Wie viele Tonnen an Müll entstehen aus diesen Produktionen, es ist bereits nicht mehr möglich in Beijing zu atmen, und man kann dort nichts mehr anpflanzen. Und wenn man aufhören wird, dort zu kaufen, wird es keinen Aufstand geben, sondern die Menschen dort werden anfangen, sich gegenseitig aufzufressen.

*Wir müssen verstehen, dass wir keine andere Wahl haben, als unseren Konsum maximal zu halten. Und den tausenden von neuen Arbeitslosen müssen wir Orte und Lernprogramme zur Verfügung stellen, in denen sie lernen, wie das Leben in einer neuen Welt ist. Und der Staat soll den Arbeitslosen nur unter der Voraussetzung Geld geben, dass er das neue Lernprogramm verwendet.