Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Verlangen, das die Wüste erblühen lässt

Frage: Ende Februar fahren wir erneut in die Arava-Wüste. Wie können wir dabei das, was wir beim ersten Mal erreicht haben, nicht verwischen lassen?

Meine Antwort: Dieser Durchgang unterscheidet sich vom letzten. Ihr werdet sehen, dass sich beim ersten Mal alles plötzlich ereignet hat, mit einer kindlichen, unbefangenen Naivität. Damals haben wir einen Erfolg erzielt, doch diesmal ist der Erfolg nur nach vielen Problemen, großen Überlegungen und Zweifeln möglich.

Denn das Verlangen wird mit jedem Mal größer und schlauer, leistet einen immer größeren Widerstand. Wie hoch du auch aufsteigen magst, dein böser Trieb erhebt sich über dich. Aus diesem Grund können wir das, was war, nicht wiederholen.

Das Wichtigste ist, uns damit zu beschäftigen, uns vorzubereiten, zu begreifen, dass wir uns verbinden müssen, dass es keinen anderen Ausweg gibt, dass es sich anderenfalls noch nicht einmal lohnt, damit anzufangen. Es macht keinen Sinn, in die Wüste zu fahren, wenn wir kein wahres Verlangen mitnehmen. Und ein wahres Verlangen entsteht in einem zerbrochenen Herzen.

In der Wüste gewinnt und rettet sich derjenige, der sich wirklich an dem Weg festhält. Einerseits fühlt er sich innerlich leer, andererseits hat er das Fadenende. Und dieses Fadenende ist die Verbindung mit Freunden. Denn letztendlich verlassen wir nicht die Wüste – sie verwandelt sich von allein in das Land Israel, fließt wie Milch und Honig. Die gesamte spirituelle Fülle erhalten wir „an Ort und Stelle“, wenn wir uns verbinden. Dann verwandelt sich die Wüste, die zwischen uns liegt, in das gelobte Land, in die Absicht, die zum Schöpfer gerichtet ist. Und dort werden wir Ihn enthüllen.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Vorwort zum Buch Sohar, 03.02.2012

„Ich suche meine Brüder“

„Das Gebet eines Armen“ ist genau das, was wir brauchen, wenn wir eine solche Handlung wie den Kongress in der Wüste vollbringen, und zwar das richtige Verlangen, den Mangel, finden wollen. Denn außer dem Verlangen brauchen wir nichts – wir existieren im Licht der Unendlichkeit, innerhalb des Verlangens des Schöpfers zu geben. Uns fehl nur das Gefäß, um dieses Geben empfangen zu können.

Genau das brauchen wir. Wie können wir genau wissen, was uns der Schöpfer geben will? Worum sollen wir bitten? In der Tora steht über den Beginn des Weges geschrieben: „Da fand ihn ein Mann, dass er irreging auf dem Felde; der fragte ihn und sprach: Wen suchst du? Josef antwortete: Ich suche meine Brüder“ – die Einheit mit den anderen.

Wie können wir die Einheit erreichen, wenn alle von Hass erfüllt sind und nicht wissen, wo sie sich befinden, wenn sie nicht begreifen, dass sie über ihr tierisches Dasein wachen – auf das Feld gehen, um zu jagen oder zu hüten; während derjenige, der dem Schöpfer ähnlich werden möchte, einen Menschen sucht – sich danach sehnt, denselben Teil von Adam (dem Schöpfer ähnlich) in dem anderen zu erkennen.

Damit beginnt man später, das Exil, den Pharao und die dringende Notwendigkeit zu enthüllen, seiner Gewalt zu entkommen. Alles wird in der Verbindung zwischen den Menschen enthüllt.

Deshalb, wenn wir auf das „vom Schöpfer gesegnete Feld“ gehen wollen, und zwar genau für diese Arbeit – zu spüren, dass wir uns in der Wüste befinden und die Einheit erreichen müssen -, werden wir möglicherweise in dieser Verbindung enthüllen, dass wir von Hass erfüllt sind, dass der Pharao, die Schlange, sich unter uns befindet. Doch das wird uns dazu bewegen, den Schöpfer um Hilfe zu bitten. Wollen wir hoffen, dass es geschieht.

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 02.02.2012

Über dem schwarzen Abgrund

Wie kann man sich einen höheren Zustand vorstellen, in welchem der Schöpfer dir offenbart, dass Er alle deine Feinde liebt und alle hasst, die dich lieben, einschließlich deiner selbst? Es scheint so zu sein, als ob Er ganz und gar nicht das Gute tut, und es nichts Schlechteres gibt als Ihn . Vor dir stehen der Pharao, Bilam, Balak, Amalek und Hitler in einem einheitlichen Äußeren, und du weißt, wie sie zu überwinden sind. Denn alles kommt vom Schöpfer, wenn auch auf indirektem Weg.

Je weiter wir auf dem Weg der Liebe vorankommen, desto schwieriger werden die Hindernisse auf unserem Weg. Du überwindest sie, und „der Engel des Todes“ wird in deinen Augen „zum heiligen Engel“.

Frage: Ich verstehe diesen Zustand nicht. Denn der Schöpfer wird im Endeffekt wie der Gute und Gutes Tuende wahrgenommen. Werde ich dennoch die Leiden von anderen und die eigenen Leiden der Vergangenheit sehen?

Meine Antwort: Du siehst alle Leiden, die es in der Realität nur gibt. Ein schreckliches Bild enthüllt sich vor deinen Augen: Ungeheuere Qualen, kein bisschen Genuss, keine Möglichkeit zur Erholung, nur ununterbrochener Schmerz. Das Leid ist überall, wo es nur sein kann. Das Verlangen nach Genuss ist absolut leer . Nicht nur hier und dort, nicht nur von Zeit zur Zeit, sondern in ständiger Qual.

Dieser Zustand wird das „Leuchten der Schechina“ genannt. Über diesem kaum erträglichen Zustand enthüllst du Ihn als den Guten und den Gutes Schaffenden. Denn wie sonst kannst du Ihn enthüllen? Denn jetzt enthüllst du Ihn lediglich in deinen egoistischen Verlangen. Erst wenn du die ganze Tiefe des schwarzen Abgrundes deines Egos enthüllst, wird Er sich in deinen altruistischen Verlangen offenbaren, die auf die Eigenschaft des Gebens ausgerichtet sind.

Außerdem wirst du feststellen, dass Er zu den Bösen gütig und zu den Guten gemein ist. So wird es in deinen Augen erscheinen.

Unsere Arbeit besteht darin, sich über das Verlangen zu genießen zu erheben. Wenn du siehst, dass eine Handlung des Schöpfers der Eigenschaft des Gebens nicht entspricht, dann wisse, dass diese Handlung dir als das Hindernis offenbart wird, über welches du dich jetzt erheben musst.

Frage: Was wird mir nach diesem Aufstieg offenbart?

Meine Antwort: Das Verlangen zu genießen, das allgemeine Gefäß von Malchut de Ein Sof (der Welt der Unendlichkeit), welches ganz leer ist. Finsternis, Schmerz, Verzweiflung und Angst sind deine Empfindungen, die schrecklichen Leiden des Hiobs. Und du füllst diesen Zustand mit dem Licht Chassadim und der Liebe aus.

Frage: Werde ich nach der Korrektur das Gute trotz der sich offenbarenden Finsternis empfinden? Und wenn ich einen Blick auf die Vergangenheit werfe? Was werde ich sehen? Habe ich gelitten oder nicht?

Meine Antwort: Das ist dann schon die nächste Stufe, die du einnehmen sollst. Wenn du das Ende der Korrektur erreichen wirst, dann wird sich offenbaren, dass du das Gute immer empfunden hast.

Frage: Was sind es für Leiden, die ich jetzt ertragen muss?

Meine Antwort: Jetzt bist du nicht derjenige, der das Ende der Korrektur erreichen wird. Am Ziel wirst du dich mit dem jetzigen Zwischenzustand nicht gleichsetzen können. Die hinterlassenen Empfindungen sind nicht du selbst.

Frage: Was bin ich jetzt?

Meine Antwort: Du bist etwas Virtuelles.

Frage: Warum sind dann die gegenwärtigen Empfindungen überhaupt nötig?

Meine Antwort: Du erprobst sie, um dich vorzubereiten und tust alles, was in deiner Kraft steht. Es steht geschrieben: „er hat gearbeitet und hat gefunden“. Du bereitest dich vor, bis du eines Tages tatsächlich finden wirst, das heißt, du erreichst den Aufstieg über den Machsom. Solange dies nicht geschehen ist, gibt es dich nicht.

Auszug aus dem Unterricht nach dem „Vorwort zur Lehre der Zehn Sefirot“, 30.01.2012

Der Krieg um das Nadelöhr

Frage: Wie ist in der Arbeit der Eingang in die Spiritualität durch das „Nadelöhr“ zu finden?

Meine Antwort: Dieser Eingang ist genauso eng, wie „ein Nadelöhr“, weil wir anhand unserer gemeinsamen Bemühungen versuchen, über die Selbstsucht hinaufzusteigen, es ist das Streben zum gegenseitigen Geben. Und diese Arbeit erfolgt trotz dem Hass und der Trennung, trotz der egoistischen Beziehung gegenüber den Freunden.

Und diese Beziehung soll bleiben, aber wir sollen sie lieben lernen, weil das die Enthüllung des Pharaos ist, der sich in uns verbirgt. Er soll in unserem Inneren immer anwesend sein. Beide diese Ebenen sollen parallel zueinander existieren.

Und je weiter wir vorwärts gehen werden, desto mehr wird die Selbstsucht in uns hoch kommen. Und wir sollen jedesmal darüber mit dem noch größeren gegenseitigen Verlangen des Gebens, der Liebe und der Verbindung hinaufsteigen. Und so werden wir mit ihr wieder und wieder kämpfen.

Die Selbstsucht und das Geben werden sich von einander niemals trennen. Bis zum Ende der Korrektur wird dieser Krieg des Schöpfers und des Amalek fortdauern.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 30.01.2012

Zusammenfassung der Prinzipien und Ratschläge aus dem Morgenunterricht vom 01.02.12

* Einen Mangel nach geben zu besitzen, ist die Fähigkeit, geben zu können. Und wenn ich in so einer Form existiere, so wird es mir niemals an etwas fehlen, da über das Licht des Genusses vom Geben, Chasadim, keine Einschränkung gemacht wurde, und so kann ich mich in ständigen Genuss befinden, den Schöpfer als gut und gütig wahrnehmend. Und so gelangt man zu Ejn Sof – Ejn Sof Fülle, Erfüllung der Gefäße. All das resultiert aus der Veränderung der Wahrnehmung eines Menschen, der alles als gut und gütig betrachtet.

*Wir müssen versuchen, uns mit unseren Freunden Zahnrädern gleich, zu verbinden, im gegenseitigen Geben, sodass wir zuerst eine Verbindung untereinander aufbauen und dann im weiteren Entwicklungsverlauf wir uns sogar in eine Richtung drehen. Und wenn wir damit beginnen, uns in eine Richtung zu bewegen, so werden wir Hilfe von einer äußeren Kraft benötigen, die diese Handlung mit uns ausführt, da wir ohne diese Kraft uns nicht bewegen werden können. Und dann werden wir sie bitten, dass sie alle Zahnräder gemeinsam bewegt.

*Wenn es irgendeinen Defekt, in Teilen des Kli gibt, so ist das gesamte Kli defekt, und alle tragen für das Geschehene die Schuld…das gesamte Kli muss sich um die Heilung all seiner Teile sorgen. Kein Teilchen kann sich sicher sein, ob es keine Krisen durchmachen wird – alle werden dies durchmachen, jedoch wenn alle sich darum sorgen, dies zu heilen – zuerst gedanklich und danach mehr in physischer Form, dann kommt es zur Heilung.

*Wenn der Mangel ist, den Nächsten zu fühlen, und man ihm beschenkt, so hat der Nächste bereits einen Teil von Dir. Und jetzt musst du in ihm die Fähigkeit erschaffen, dir zurückgeben zu können, um ihm die Möglichkeit zu geben, die Scham zu überwinden – ansonsten wird in ihm Hass dir gegenüber entstehen. Freunde sind Gleichgesinnte, und dort wo es keine Gleichheit gibt, kann auch keine Liebe entstehen. Der Schöpfer macht das Gleiche mit uns – wenn er uns nur schenken würde, hätten wir ihm gehasst. Jedoch andersrum gelangen wir dazu ihm zu rechtfertigen und zu verstehen.

Wir bereiten uns gemeinsam auf die Versammlung in Arava vor

*Wir müssen uns täglich selbst die Frage stellen ob wir Tag für Tag mehr verstehen, was der Zweck der Vorbereitung auf die Erlösung ist, das Kli, welches wir vorbereiten müssen, um aus der Wüste auszuziehen – ob wir einen Mangel danach haben. Dieser Mangel sollte aus 2 Teilen bestehen: Aus Malchut, dem Mangel, dass es mir fehlt, und aus Keter, dass ich diesen Mangel respektiere. Das, was wir brauchen, ist der Massach und Or Choser – die Fähigkeit zu Geben….und der Massach und Or Choser werden mittels Awiut geschaffen, und ohne Awiut existieren diese nicht. Deshalb kann es Liebe ohne Hass nicht geben, genauso wie es Awiut ohne dazugehörige Überwindung nicht gibt.

Deswegen, sobald wir zur Attacke schreiten, müssen wir überprüfen, ob wir wirklich unser Ego enthüllt haben, diesen Willen zu empfangen, den wir attackieren müssen…

Vorbereitung auf die Morgenlektion

Frage eines Schülers: Auf welche Weise bittet man während des Soharstudiums?

Rav: es ist bereits zu spät, warum stellst du mir diese Frage erst jetzt?! Woran hast du vorhe gedacht?!

Schüler: ich bin mit einem Mangel von zuhause gekommen und denke bereits einige Tage daran, lasse ihn in mir kochen, verändere ihn jedes Mal ein bisschen, komme an beim Sohar und weiß, nicht
was ich tun soll.

Rav: Warum?

Schüler: Es scheint….

Rav: Nein, das, was du im Sohar liest, soll keinen Einfluss haben. Es ist unwichtig, was auf den Seiten geschrieben steht. Du bist jetzt da, um zu bitten. Denn der Unterricht ist eine Möglichkeit, die man dir gibt, um an eine wichtige Person heranzutreten [in sie hereinzutreten, wörtlich] und zu bitten.
Das heißt du trittst sein Zimmer, um um etwas zu bitten und fragst „worum soll ich bitten“? So ist es? So ist der Weg der Welt?

Schüler: ich frage nicht „wonach“ sondern „wie“.

Rav: Das musst du noch machen, bevor du eintrittst. Wozu bist du hergekommen?! Jetzt verstehst du, warum wir einander gleich sind??

*Wenn wir beim Lesen, nicht an die Handlung des Lichtes denken, welches auf uns Einfluss hat, so befinden wir uns in einem sehr langsamen oder sogar negativen Entwicklungsprozess. Aber wenn wir die richtige Absicht hinzufügen, so entwickelt uns das Licht, das zur Quelle zurückführt, von der Selbstliebe zur Nächstenliebe, und uns werden die Augen geöffnet.

Verbreitung/Der Mensch in einer integralen Welt

*Bei den Kabbalisten, wird die Größe nicht anhand des Erlangens hoher Stufen der Leiter gemessen, sondern darin, wie sehr sie zum Volk herabsteigen.

*Es ist einfach eine Lüge und ein großer Fehler, den gleichen Kurs fortzusetzen, den die Menschheit die letzten Jahrhunderte gegangen ist – je mehr wir produzieren, desto mehr entwickelt sich die Gesellschaft. Wir müssen uns nur zu einer Sache hin entwickeln – Möglichkeiten zu entwickeln und zu schaffen um uns das physische Leben zu erleichtern, und nicht ein mehr an Kleidung, Produkten, Behausung, Heizung, Warmwasser, Sicherheit usw. – und das, solange wir nicht die Welt zu einer gleichmäßigen Verteilung und sozialen Gerechtigkeit gebracht haben. Zuerst müssen wir von der Natur lernen – die Natur fordert Gleichgewicht von uns – das bedeutet, ich lebe ein normales Leben und decke meine Grundbedürfnisse mit nicht mehr, als diese Welt tragen kann. Und die übrige Zeit soll der Mensch seinem spirituellen Aufstieg widmen, da unsere nächste Stufe in der Verbindung miteinander liegt und der Erlangung der Stufe des Höheren, dem Gleichgewicht mit dem gesamten, integralen System.

*Bezugnehmend zur Entlassungswelle, welche jetzt beginnt: die Menschen werden aufhören zu arbeiten, da sie aufhören werden, Dinge zu produzieren, nach denen es keinen Bedarf gibt. Dinge die man logischerweise braucht, bleiben erhalten, und alles andere wird verschwinden. Man muss darin das wirkende Naturgesetz beobachten – auf so eine Weise wird die Evolution unserer Weiterentwicklung uns dazu überreden, verpflichten, uns von allen Dingen zu trennen, an denen es keinen Bedarf in unserem Leben gibt. Das ist das Gesetz der menschlichen Entwicklung, welche die Menschheit zu einer neuen Weltordnung, unabhängig von derer Regierungen in den Ländern, bringen wird. Und in dieser Phase wird die Öffentlichkeit über das Leben in einer neuen Welt, lernen müssen.

*Die Menschen, die heute in Statistik der Entlassungen fallen, sind nicht entlassen – sie befreien sich von der Sklaverei, an der es keinen Bedarf gibt, die der Umwelt nur schadet, etc. Einfach so etwas zu produzieren und dann wegzuschmeißen, damit Tycoone noch weitere Nullen auf ihren Konten verzeichnen können. Und auch unser Erdball kann nicht so weiter existieren, wie wir ihn verschmutzen. Deshalb müssen wir aufhören, unsere Entwicklung in Prozenten zu messen, China hat 10% Wachstum – das ist keine Entwicklung, bald werden wir sehen, was für eine Luftverschmutzung dort herrschen wird und noch mehr Probleme aufkommen. Es gibt nichts Beneidenswertes in China, und die Welt denkt, dass China auf dem aufsteigenden Ast sitzt und sich entwickelt. Worin besteht die Entwicklung? Indem ihr diesen ganzen Mist produziert? Wie viele Tonnen an Müll entstehen aus diesen Produktionen, es ist bereits nicht mehr möglich in Beijing zu atmen, und man kann dort nichts mehr anpflanzen. Und wenn man aufhören wird, dort zu kaufen, wird es keinen Aufstand geben, sondern die Menschen dort werden anfangen, sich gegenseitig aufzufressen.

*Wir müssen verstehen, dass wir keine andere Wahl haben, als unseren Konsum maximal zu halten. Und den tausenden von neuen Arbeitslosen müssen wir Orte und Lernprogramme zur Verfügung stellen, in denen sie lernen, wie das Leben in einer neuen Welt ist. Und der Staat soll den Arbeitslosen nur unter der Voraussetzung Geld geben, dass er das neue Lernprogramm verwendet.

Spirituelles Gefäß ist keine Hosentasche

Frage: Wie soll das Ergebnis des Arava-Kongresses sein?

Meine Antwort: Das Wort „Ergebnis“ an sich scheint darauf hinzudeuten, dass wir uns einen Profit davon erhoffen, dass wir etwas in die Finger bekommen wollen.

In Wirklichkeit muss ich mich über mich selbst erheben, mich verlieren und stattdessen uns wahrnehmen. Das ist alles, was wir brauchen – wir müssen das erste spirituelle Gefäß erlangen. Dieses Gefäß ist im Grunde das Verlangen, der Mangel und keine egoistische Beute. Uns wird eben das Verlangen enthüllt, zusammen mit den anderen zu sein, uns mit den anderen zu verbinden. Wenn es ständig in mir herrscht, dann bedeutet es, dass ich das Gefäß erlangt habe.

Ihr aber rechnet mit einer angenehmen Empfindung von unserer Verbindung, sprich mit einer egoistischen Erfüllung. Fangt an, nachzudenken und den Unterschied zu erkennen. Hier verbergen sich viele Details, und es ist gut, wenn ihr sie beim Analysieren und bei der Klärung der Wahrheit durcheinander bringt.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zu Talmud Esser ha Sefirot, 30.01.2012

Bist du bereit zur Attacke?

Wir möchten uns auf den Kongress in der Arava-Wüste vorbereiten – wenn er stattfindet. Denn wir können die Kongresstermine nicht nach einem Kalender, sondern nur nach der Bereitschaft richten.

Aus diesem Grund müssen wir uns jeden Tag dieses Monats vor dem Kongress bewusst werden: sind wir wirklich bereit zur Attacke?

Sagen wir mal, es gibt einen Schneider. Er bekommt Aufträge und näht für die Menschen mal Hosen, mal Hemden, mal Kopfbedeckungen. So lebt er, und es reicht für ihn zum Leben. Lohnt es sich für ihn, Werbung für sich zu machen, oder nicht? Wenn er ein guter Schneider ist und etwas bieten kann, dann lohnt sich die Werbung für ihn. Wenn er aber keine richtigen Werbesprüche vorbereitet hat, wenn er nicht genau weiß, wie er sich präsentieren kann und nicht an den Erfolg glaubt, ist es besser für ihn, zu schweigen und dort zu bleiben, wo er ist. Denn wenn er Werbung für sich macht und es bekannt wird, dass er nicht arbeiten kann, wird er sich noch nicht einmal wie früher Brot verdienen können.

Darum sollten wir gründlich darüber nachdenken, bevor wir den Sprung zum spirituellen Wachstum wagen: haben wir ein Mittel zum Aufstieg in der Hand oder nicht, haben wir das Verlangen, den Mangel, die Bereitschaft, haben wir etwas, womit wir in die Attacke gehen können?

Auszug aus dem Sohar-Unterricht, 30.01.2012

Mit wem soll ich in die Attacke gehen?

Frage: Was kann ich auf dem Kongress in der Arava erreichen?

Meine Antwort: Du erreichst das, was du willst, worauf du dich vorbereitest. Vielleicht wirst du dich darauf vorbereiten, die Arbeit der Feldküche zu würdigen?

In unserer Einheit wollen wir zum wahren Verlangen kommen – und mit der entsprechenden Bestrebung müssen wir zum Kongress fahren. Das muss uns bis ins Innerste klar sein.

Frage: Sollten wir uns eine Bedingung stellen, die wir vor dem Kongress erfüllen müssen? Würde uns das helfen, das richtige Verlangen zu klären?

Meine Antwort: Natürlich. Können wir etwa ohne Vorbedingungen auskommen? Heute können wir ohne Vorbereitungen nicht handeln. Wer sich nicht vorbereitet, sollte nicht hinfahren. Denn dadurch stellt er sich selbst und den Freunden ein Bein – und wird spirituell bestraft, wie ein Narr, der ein Loch ins gemeinsame Boot bohrt. Jeder soll sich über die Geschehnisse im Klaren sein, jeder hat Zeit, sich selbst entsprechend den Bedingungen, die ihr stellt, zu korrigieren.

Diese Bedingungen sollen jedem, den ihr für geeignet zur Attacke haltet, vorgelegt werden. Denkt also darüber nach, wen ihr mitnehmen solltet und wen nicht. Macht eine Namensliste. Als Kriterium sollte hier nicht das Wissensvolumen oder die Studienjahre, sondern die Intensität des Verlangens dienen: wie sehr der Mensch helfen will und kann.

Auf einem Schiff muss jeder seine Verpflichtungen erfüllen: vom Kapitän bis zum letzten Schiffsjungen. Die Frage ist nur, wie sehr alle auf das Ziel gerichtet sind.

Frage: Was ist das für eine spirituelle Bestrafung?

Meine Antwort: Wenn ich die Freunde durch meine unkorrekte Teilnahme im Stich lasse, werde ich natürlich dafür bestraft. Der Schaden, den ich zufüge, wird als Bumerang zu mir zurückkehren.

Genauso werde ich die Belohnung durch meine Freunde bekommen können, wenn ich zusammen mit ihnen voranschreite und Kraft, Ausrichtung, Versorgung, Hilfe von ihnen beziehe und lediglich eine Kleinigkeit von mir selbst hinzufüge. Genauso kann ich in unserer Welt meinen Lohn gegen Tausende von Waren und Dienstleistungen tauschen, die die anderen für mich zur Verfügung stellen. Indem ich mich mit ihnen verbinde, versorge ich mich mit allem Nötigen für ein schönes Leben. In der Spiritualität ist es genauso: in irgendeiner entfernten Schiffsecke verrichte ich gewissenhaft meine Arbeit – und komme zusammen mit allen anderen im Zielhafen an. Hätte ich etwa alleine den Ozean überqueren können?

Frage: Wie kann ich prüfen, ob ich zum Kongress bereit bin?

Meine Antwort: Frag deine Freunde überall auf der Welt, was für sie Vorbereitung bedeutet? Ihr müsst es selbst aufschreiben, damit jeder sich selbst prüfen kann, unabhängig davon, ob er physisch kommt oder virtuell teilnimmt. Dabei sollten Frauen und Männer es getrennt voneinander aufschreiben und dann besprechen und die getroffenen Entscheidungen genauestens befolgen.

Das Wichtigste ist das Verlangen, wir brauchen nichts anderes. Die Rede ist also von der Klärung des Verlangens oder aber der Hindernisse auf dem Weg zum Verlangen: welche davon brauche ich, um sie mitzunehmen, zu verschärfen und zur Korrektur zu bringen?

Frage: Für wen soll ich während des Unterrichts um das Verlangen bitten: für mich selbst oder für alle?

Meine Antwort: Es steht geschrieben: „Wer für den Freund bittet, wird der Antwort als erster würdig“. Wenn du aber bittest, um den anderen zuvorzukommen, bekommst du keine Antwort. Denn das ist kein Gebet mehr für den Freund.

Frage: Das letzte Mal vor der Fahrt in die Wüste wurde uns die Möglichkeit zur Überwindung geboten. Diesmal müssen wir ein solches Verlangen selbst in uns entfachen. Wird uns dieses Minimum reichen?

Meine Antwort: Heute wird von euch viel mehr gefordert. Damals habt ihr eine gewisse Enthüllung erwartet, wir haben aber nicht darüber gesprochen, was genau sich enthüllen soll. Und jetzt sprechen wir darüber: Wir müssen das Verlangen, den Mangel enthüllen. Ich brauche nichts außer diesem Verlangen.

Worauf ist es denn gerichtet? Auf die Enthüllung des Schöpfers? Nein. Es ist auf das Geben gerichtet. Keiner von uns hat das Verlangen zu geben – und wir wollen, dass es sich in allen enthüllt. Denn das mich erfüllende Verlangen zu geben ist eben das Licht. Ich freue mich darauf, geben zu wollen, und ich brauche nichts anderes. Selbst wenn der Schöpfer mir keine Möglichkeit zu geben gibt, das Verlangen an sich erfüllt mich und bereitet mir Genuss.

Und später beginnen wir, Details zu erkennen – auf den Berg zu steigen, auf dem der königliche Palast steht.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Wir haben die Möglichkeit, das richtige Verlangen zu erreichen, welches auch zur Erfüllung wird. Mehr brauchen wir nicht.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zu Talmud Esser ha Sefirot, 29.01.2012

Die Suche nach dem Höheren

Die ganze Arbeit des Menschen, der seinen spirituellen Weg begonnen hat, besteht in der Suche nach dem Höheren. Die gesamte Weltordnung ist so erschaffen, dass es den Höheren und den Niedrigeren gibt und nichts anderes. Und jene große Welt, die uns scheinbar umgibt, die höheren Welten und diese Welt – sind in Wirklichkeit die inneren Verlangen des Menschen selbst, die ihm nur als äußerlich erscheinen.

In der Realität existieren nur der Höhere und der Niedrigere – die Reihenfolge der spirituellen Stufen, die sich von oben nach unten erstrecken. Und diese Stufen der Welten existieren nicht an und für sich allein, sondern befinden sich in uns. In dem Maße, in dem wir uns entwickeln, enthüllt sich uns ein immer größerer Teil unseres Verlangens, der sich mit der Wahrnehmung des Universums füllt, und das wird als unsere nächste Stufe bezeichnet.

Das heißt, die ganze spirituelle Leiter befindet sich im Inneren des Menschen, der entlang dieser Stufen wächst und sich auf diese Weise wahrnimmt – als jemand, der immer mehr begreift, empfindet und wählt.

Wer sind sie nun, der Höhere und der Niedrigere – die einzigen, die im Universum existieren? Der Höhere bin ich in meinem nächsten, zukünftigen Zustand. Und der Niedrigere bin ich, wie ich heute existiere.

Der höhere, zukünftige Zustand ist der, in dem ich dem Schöpfer mehr entspreche. Denn alle meine Zustände, von hier und weiter bis zum vollkommenen Zustand, beinhalten immer größere Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, mit den Stufen des Menschen, der dem Höheren ähnlich ist.

Alles ist immer in zehn Sefirot unterteilt – das ist die volle Portion, die vollständige Veränderung meiner Verlangen, von einem „ganzheitlichen“ Zustand zum nächsten (von Yechida zu Yechida). Diese minimale abgeschlossene Veränderung von mir wird als Stufe bezeichnet.

Die Stufe des Höheren in Bezug auf die Stufe des Niedrigeren ist wie der Schöpfer in Bezug auf das Geschöpf. Und wenn ich zur höheren Stufe aufsteige, d.h. mich dem Schöpfer in den Eigenschaften angleiche, werde ich wie Er, und jene höhere Stufe, die sich mir in diesem Augenblick enthüllt, ist der Schöpfer (Bore), was bedeutet „komme und siehe“. Denn ich bin dorthin aufgestiegen und „sehe“, also empfange das Licht Chochma in meine spirituellen Gefäße.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 27.01.2012

Theater ohne Statisten

Frage: Es fällt uns schwer, einander durch äußere Handlungen zu erwecken, und die inneren entgleiten uns. Was sollen wir tun?

Meine Antwort: Es ist so, dass jeder von euch einschläft und verzweifelt. Das ist natürlich und wird so weiter gehen, bis ihr spürt, dass jeder von den anderen abhängt und für die anderen sorgen muss. Ich muss begreifen, dass mein Verlangen von dir und dein Verlangen von mir abhängt. Erst dann werden wir zum wahren Verlangen kommen.

Heute sucht ihr nach diesem Verlangen persönlich, individuell und nicht gemeinsam. Jeder denkt darüber nach, wie er den eigenen Mangel vergrößern kann, und das ist falsch. Es wird dir nicht gelingen, im Gegenteil, du wirst in den Schlaf verfallen und auf die Nachsicht von Oben hoffen. Es kann nichts anderes geben, solange der Mensch nur mit eigenen Berechnungen beschäftigt ist. Niemand kann allein auch nur den geringsten Kontakt mit der Spiritualität herstellen, denn sie ist ihm vollkommen entgegengesetzt. Wir können uns die ganze Tiefe dieses Abgrunds noch nicht vorstellen.

Wir haben jedoch die Möglichkeit, einen Sprung zu machen, die Entfernung zwischen uns und der spirituellen Welt zu verkürzen. Und das hängt von der Gruppe ab, davon, wie wir in ihr spielen, und zwar ein solches Spiel spielen, dem wir einfach nicht entkommen können. Die Freunde müssen mir ständig ihre Entourage, ihre permanente Bühnenpräsenz demonstrieren: Wir sind in jedem Bild, in jedem Akt zusammen auf der Bühne. Keine anderen Mittel werden mir sonst helfen.

Es steht geschrieben: „Ein Held wird nicht gerettet durch eigene Kraft“. Dafür ist die Kraft des Schöpfers nötig, und diese kann nur durch die Gruppe hervorgerufen werden. Wir müssen in diese Richtung denken und wie im Theater spielen. Wir müssen dieses Theaterstück aufbauen, an dem sich alle ausnahmslos beteiligen werden. In unserer Theateraufführung bürgen wir füreinander, zeigen Teilnahme, Aufmerksamkeit, Bedürfnis jedes einzelnen nach allen und aller nach jedem einzelnen. Denn anderenfalls werden wir nicht aus Ägypten ausziehen können.

Wenn ihr daran arbeitet und auf diesem Wege mit einigen Hindernissen konfrontiert werdet, werden wir in die Arava fahren können. Denn wir werden etwas haben, womit wir fahren können, wir werden das Leiden des gesamten Kli haben, das nicht in der Lage ist, sich zu verbinden. Darüber steht geschrieben: „Und die Söhne Israel schrien auf vor ihrer Arbeit“. Für ihren Egiosmus haben sie die wunderschönen Städte Pitom und Ramses errichtet, doch sich selbst haben sie in den unglückseligen Städten wiedergefunden, die sie nicht aus dem Exil ausziehen lassen drohten.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zu Talmud Esser ha Sefirot, 26.01.2012