Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Streiche des Schöpfers

Kongress in Vilnius. Seminar 1

Frage: Im Verlauf des Seminars hatte ich das Gefühl, ein Wächter für meine Freunde zu sein. Ist dieses Gefühl zulässig? Darf man in diesem Kreis der Gleichberechtigten die Freunde beaufsichtigen, damit sie nicht vom Ziel und vom Thema des Seminares abweichen?

Meine Antwort: Ich soll die Gruppe als etwas absolut Vollkommenes wahrnehmen. Es ist ein ewiges, unendliches, vollkommenes System, in das ich wie ein Kleinkind in etwas Riesiges eingehe, das mich beeinflusst und formt.

Wenn ich mich in der Gruppe befinde und im Verhalten meiner Freunde etwas Unangenehmes wahrnehme, soll ich also verstehen, dass mir das nur so erscheint, weil ich selbst unvollkommen bin.

Anders gesagt, der Schöpfer spielt mir einen Streich, damit ich alle genau so wahrnehme – negativ. Er ist es, der hier mit mir spielt, weil „es niemanden außer Ihm gibt“. Und ich soll alles, was mir negativ auffällt, rechtfertigen, weil ich alles infolge meiner unkorrigierten Eigenschaften so wahrnehme.

Wenn ich mich in der richtigen Verbindung mit den Freunden befinden würde, könnte ich nur noch ihre Vollkommenheit sehen! Wenn es anders ist, bin ich daran schuld oder der Schöpfer (aber jedenfalls nicht die Freunde).

Auszug aus dem 1. Seminar des Kongresses in Villnius, 23.03.2012

Die Natur der Männer

Frage: Auf den Seminaren war das Bedürfnis nach dem Verlangen der Frauen – ohne das die Männer das Ziel nicht erreichen werden – nicht zu spüren. Warum ist dem so?

Meine Antwort: Damit ein Mann ein Bedürfnis nach irgendetwas verspürt, muss er erkennen, dass er ohne dieses Bedürfnis oder Verlangen sein Ziel nicht erreichen wird. Das heißt, dass sie bis jetzt diesen Zustand noch nicht erreicht haben.

Angenommen, ich versuche, etwas zu tun, und erkenne, dass es nicht funktioniert. Was fehlt mir? Aha, ich brauche ein anderes Werkzeug. Ich beginne, damit zu arbeiten und sehe, dass mir irgendein weiteres Mittel abgeht. Was heißt, nur in dem Maß, in dem ich bemerke, dass ich das Ziel nicht erreiche, suche ich nach Wegen, es zu erreichen.

Dann erkenne ich das Fehlen deutlicher, starker Unterstützung. Diese muss es auf jeden Fall geben! Genau das ist in den kabbalistischen Quellen beschrieben, und wir sehen es in einem echten Leben genauso.

Männer haben ihren eigenen ziemlich unbegründeten Stolz. Sie vergessen ihre Abhängigkeit von Frauen entsprechend ihrer Natur. Das ist die Natur eines Mannes.

Aber wenn sie sich vorwärts bewegen, beginnen sie zu erkennen, wie schwach sie sind. Und sie fühlen ein starkes Bedürfnis nach weiblicher Unterstützung.

Das ist keine Schwäche, es ist schlicht unsere Natur; wenn wir uns nur in der richtigen Kombination aufeinander stützen, erreichen wir zusammen das gemeinsame Ziel.

Im Übrigen bin ich überzeugt, dass die Männer dieses Empfinden haben – ich sehe es in ihnen. Sie fühlen es wirklich.

Jeder kann zum Glück für alle beitragen

Neben den persönlichen Informationsgenen (Reshimot), die die inneren Bedingungen eines Individuums beeinflussen, gibt es noch einen anderen Faktor, der einen großen Einfluss auf uns hat. Dies ist die allgemeine Erweckung von oben (Etaaruta deLaila), die „Wochenenden“, „Shabbats“ (Samstage) und Feiertage genannt wird, welche alle unaufhörliche relative „Aufs“ und „Abs“ markieren.

Es gibt „Sekunden“, „Minuten“, „Stunden“, „Tage“, „Nächte“, „besondere Tage der Woche“, „außergewöhnliche Tage im Monat“, „besondere Monate des Jahres“ und „Schaltjahre“, alle ineinander verschachtelt. Sie spielen eine enorme Rolle in unseren Leben, weil unser Weg diese Zustände enthält.

Selbst der niedrigste Zustand enthält alle anderen wie ein holographisches Bild. Wir sind mit einem besonderen Licht verbunden, das für uns scheint und dadurch das Umgebende Licht modifiziert, so dass wir an verschiedenen Tagen unterschiedliche Arten des Umgebenden Lichtes empfangen, selbst wenn wir uns weiterhin in gleichem Maß darum bemühen.

Unsere Arbeit bleibt unverändert, aber durch die schlichte Tatsache, dass Montag ist, unterscheidet sich das Umgebende Licht von dem Licht, das wir am Sonntag hatten. Wir verändern unsere Arbeit „von Unten“ – und im selben Moment werden die Bedingungen „von Oben“ auch verändert, um unserer Arbeit zu entsprechen und sie mit den äußeren Bedingungen in Übereinstimmung zu bringen, die „die Welt, ein Jahr, eine Seele“ genannt werden.

Dies trifft insbesondere auf die unterschiedlichen Zeitabschnitte, so wie „Sekunden und Minuten“ usw. zu, denn es bringt uns mit Ihnen in Übereinstimmung. Die Erweckung von Oben ist eine große Hilfe für uns. Veränderungen in der Höheren Welt finden unaufhörlich statt, in jeder einzelnen Sekunde. So werden wir mit zusätzlichen Reihen von Veränderungen versorgt, die unseren Weg zur Spiritualität verkürzen.

Das System ist auf eine ungewöhnlich weise Art aufgebaut. Mit unserem persönlichen Wachstum korrigieren wir gleichzeitig auch das gesamte System im großen Maßstab, weil die Erweckung von Oben in uns einen außergewöhnlichen Zustand in uns erzeugt. Dadurch beeinflußt selbst eine mikroskopische Veränderung, die wir erreichen, das ganze System und verbessert die Bedingungen anderer Leute, indem sie ihnen eine Menge Glück bringt.

Die Entfernung verringern

Wir können uns nicht vorstellen, dass sowohl die Entfernung zwischen mir und dem Schöpfer, als auch die Entfernung zwischen mir und meinem Nächsten ein und dieselbe sind.

Wir bezeichnen den Menschen als unseren „Nächsten“, obwohl er sich von uns in der selben Entfernung wie der Schöpfer befindet. In derselben Entfernung!

Versuchen Sie, ihren Nächsten nicht physisch, sondern innerlich zu erreichen, und Sie werden denselben Abgrund offenbaren. Deshalb unterschätzen wir, was uns aufgegeben ist. „Also, was nützt mir die Beziehung zu meinem Nächsten? Ich sehe um mich herum so seltsame Figuren …“ Wir begreifen nicht, das diese Beziehung ein Indikator von absoluter Genauigkeit für unserer Beziehung zum Verborgenen in der Natur ist. Ebenso, wie der Schöpfer vor mir verborgen ist, ist vor mir mein Freund verborgen.

Stellen Sie sich vor – wir haben diesen Abgrund zwischen uns noch nicht enthüllt! Wir vertuschen ihn die ganze Zeit, wir füllen ihn mit den oberflächlichen Dingen, und erkennen deshalb diesen riesigen schwarzen Abgrund einfach nicht.

Wenn du jedoch in der Gruppe ernsthaft arbeitest, so beginnst du infolge deiner Arbeit zu verstehen, dass du gerade an diesem Punkt (der Abtrennung) arbeiten musst, um darin folglich den Schöpfer zu offenbaren. Du darfst nur nicht vergessen, dass im Maß der Klärung deiner Beziehungen mit den Freunden auch deine Beziehung mit dem Schöpfer geklärt wird. Das Ende der Handlung soll unbedingt mit dem Schöpfer verbunden sein, denn dann werden wir das Höhere Licht empfangen können.

Darin unterscheidet sich eben die Methode der Kabbala von jeder anderen Methodik: wenn wir das Ende der Handlung erreichen, das sich in die Höhere Kraft erstreckt, dann empfangen wir daraus das Höhere Licht, das uns verändert. Das Wichtigste ist, nicht zu vergessen, dass alle unsere Handlungen darauf gerichtet sein sollen, sich im Endeffekt an Ihn, an die Höhere Kraft anzunähern, um Ihr gleich zu werden, um mit Ihr zu verschmelzen und wie Sie zu handeln, um auf Ihrem Niveau alles erkennen, begreifen und verbinden zu können, damit mein ganzer innerer Teil dem Schöpfer absolut gleich wird.

Auszug aus der 5. Lektion des Europäischen Kongresses, 25.03.2012

Verbreitung: was ist erlaubt und was ist verboten

Frage: In letzter Zeit kommen Fragen bezüglich der Verbreitung auf. Erläutern Sie bitte Ihre Haltung in Bezug auf die Verbreitung, was ist erlaubt und was ist verboten?

Meine Antwort: Die Welt braucht die Korrektur, sprich integrale Erziehung und Bildung (Arvut) – diese Methode muss massenhaft und offen verbreitet werden, sie darf auf keinen Fall mit Kabbala in Verbindung gebracht werden, sondern durch eine eigene Website und auf den Straßen – durch Flyer, Zeitungen, CDs und weitere Mittel – verbreitet werden.

Kabbala darf nur durch die eigene Website und nur virtuell verbreitet werden, damit kein Außenstehender sie mit der integralen Erziehung in Verbindung bringen kann – bis die Menschen von alleine begreifen, dass Kabbala selbst eben dieses Erziehungs- und Korrektursystem für den Menschen ist.

Sprecht nur über die höhere Stufe!

Europäischer Kongress. Workshop 1

Während des Seminars sitzen wir wie kleine Kinder im Kreis, um das Erwachsensein zu spielen – also jenes Niveau nachzuahmen, auf das wir aufsteigen wollen. Wir sprechen ausschließlich darüber!

Wir erzählen keine Lebensgeschichten, wir vergleichen nicht unser Leben mit der Spiritualität.

Wir sprechen nur über das Niveau, welches wir offenbaren wollen. Wir spielen diese Stufe, und nichts außer ihr. Wie das Kind einen Erwachsenen nachahmt, so streben wir nach dieser Stufe. Nur nach ihr!

Wir erzählen keine Geschichten aus der Vergangenheit, überhaupt nichts Materielles! Wir sprechen nur über die höhere Stufe!

Auszug aus dem 1. Workshop des Europäischen Kongresses, 23.03.2012

Die Wichtigkeit der Morgenlektion

Frage: Nach dem Kongress trat das Gefühl auf, dass wir jetzt unsere Anstrengungen auf die Morgenlektion und auf die Vereinigung fokussieren sollen? Oder sollte man sich mehr mit der Verbreitung beschäftigen? Es entstand eine gewisse Unklarheit darüber, dass alles, was wir vorher getan haben, ungenügend ist, es muss noch um etwas ergänzt werden.

Meine Antwort: Diese Ergänzung verpflichtet uns, in an den Morgenlektionen teilzunehmen! Ohne Morgenlektionen ist es unmöglich, aufzusteigen! Ohne sie gibt es keine Entwicklung! Die Morgenlektionen sind alles, sie sind das A und O unserer Arbeit. Sie sind einfach das Fundament für die gesamte Entwicklung.

Neben der Morgenlektion gibt es andere Arbeiten, die wir in einer ganzheitlichen Atmosphäre durchführen müssen, die wir in den Morgenlektionen ständig anregen.

Am wichtigsten ist es , den Tag mit der Lektion zu beginnen. Selbst wenn du aus irgendwelchen Gründen nicht dabeisein konntest und unabhängig davon, zu welcher Zeit du aufgestanden bist, sollst du deinen Tag dennoch mit der Lektion beginnen – selbst wenn du nur eine halbe Stunde der Lektion widmen kannst. Anderenfalls zählt der ganze Tag als Verlust, und du wirst dafür später sehr lange zahlen müssen.

Auszug aus der virtuellen Lektion, 26.02.2012

Schwere Bewährungsprobe durch Ruhm

Aus dem Unterricht von Rabash: „Der Mensch muss sich beim Studieren darauf stützen, dass ihn der Glaube verpflichtet, und nicht weil die Anderen ihn für einen Gerechten halten und ihm damit die Kraft geben und zum Arbeiten inspirieren. Denn daraus folgt, dass diese Kraft auf dem Stolz und der Ehre basiert, also auf dem Egoismus statt der Heiligkeit.“.

Aus diesem Grund sollte man sich vor der äußeren Anerkennung fürchten. Im Gegenteil, wenn die Umgebung den Menschen geringschätzt, ist es einfach ein Geschenk von oben. Dadurch wird ihm die Möglichkeit gegeben, weiter um des Gebens willen zu arbeiten.

Wenn er aber verehrt wird, wird ihm damit die Energie gegeben, egoistisch, um des Ansehens willen zu arbeiten. Und man mag es ihm so oft erklären, wie man will, es wird nichts nützen – auf diese Weise arbeitet unser Körper, unser Egoismus.

Es ist nicht leicht, sich von der Belohnung und der Bestrafung der umgebenden Gesellschaft zu trennen und nur in einer Linie, die direkt zum Schöpfungsziel führt, zu arbeiten. Doch anderenfalls wird unsere gesamte Arbeit zugunsten von unreinen Kräften, zum Wohl des Pharao, unseres Egoismus gehen.

Dieses Anzeichen macht besonders klar, wo sich der Mensch befindet: wie sehr er sich von einer schlechten oder einer guten Haltung der äußeren Welt ihm gegenüber beeindrucken lässt, von dem, wie sich die Anderen über ihn äußern. Oder aber er achtet nicht darauf und geht weiter seinen Weg und nimmt jede Kritik als Hilfe von oben an. Und je mehr er von allen Seiten angegriffen wird, desto mehr wird ihm geholfen.

Auszug aus der Vorbereitung auf den Unterricht, 20.04.2012

Sicherer Halt

Die Umgebung ist ein Mittel zur eigenen Korrektur, und die eigene Korrektur ist ein Mittel zur Korrektur der Welt. Denn ein Mensch, der wenigstens ein bisschen sich selbst verändern möchte, verändert dadurch die ganze Welt.

„Gib mir einen Punkt, wo ich hintreten kann, und ich bewege die Erde“. Das ganze Problem besteht in diesem Punkt. Man kann die ganze Erde „aus den Angeln heben“, wenn man einen sicheren Halt hat.

Selbst wenn der linke Teil des Hebels ein Meter lang und der rechte, sagen wir mal, Millionen oder Milliarden von Metern lang ist, wirst du mit der Druckkraft von einem Gramm die Welt bewegen können.

Man soll ein Held nicht in der Quantität, sondern in der Qualität sein. Es geht darum, inwiefern du das Spirituelle dem Materiellen, d.h. das Innere dem Äußeren vorziehst. Genau das bedeutet, dass du dir einen sicheren Halt suchst. Wenn du das Spirituelle vor dem Äußeren in deinen Augen ausreichend erhoben hast, ist es unwichtig, wie „schwer“ unsere Welt ist, denn du hast einen Hebel, um sie bewegen zu können. So funktioniert die „himmlische Mechanik“.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Holocaust-Gedenktag“, 19.04.2012

Erschaffe den Schöpfer in dir

Europäischer Kongress. Workshop 1

Frage: Wie kann ich die Wichtigkeit des Ziels im Herzen spüren?

Meine Antwort: Den Schöpfer oder die Eigenschaft der Liebe zum Nächsten zu spüren ist praktisch ein und dasselbe. Nur ist die Nächstenliebe quasi ein Kli/Gefäß/Verlangen, in dem die Erfüllung mit dem Licht stattfindet.

Deshalb kann man sich das eigentlich ganz gut vorstellen. In unseren Bedingungen können wir Anstrengungen unternehmen und uns vorstellen, was Geben, Liebe, Zusammenwirken, Verbindung bedeutet; wir können die Gruppe höher als uns selbst, als uns oder als notwendige Kraft des Gebens an die Gruppe bestimmen – das alles können wir tun. Doch den Schöpfer können wir uns natürlich gar nicht vorstellen.

In Wirklichkeit gibt es ein solches Objekt wie den Schöpfer nicht. Den Schöpfer erschaffen wir selbst in uns!

Der Schöpfer bedeutet die allgemeine Eigenschaft des Gebens und der Liebe, die wir allmählich in uns entwickeln. Ohne den Menschen gibt es keinen Schöpfer. Es gibt kein solches Objekt, das für sich allein existiert. Und das Licht existiert nur innerhalb des Verlangens, welches sich darauf ausrichtet, anderenfalls gibt es das auch nicht.

Das alles steht in den kabbalistischen Büchern. Also formen wir aus uns eine solche Schöpfung, in der sich der Schöpfer enthüllt. Und es ist unmöglich, Ihn außerhalb von uns wahrzunehmen.

Auszug aus dem ersten Workshop des Europäischen Kongresses, 23.03.2012