Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die Wichtigkeit der Morgenlektion

Frage: Nach dem Kongress trat das Gefühl auf, dass wir jetzt unsere Anstrengungen auf die Morgenlektion und auf die Vereinigung fokussieren sollen? Oder sollte man sich mehr mit der Verbreitung beschäftigen? Es entstand eine gewisse Unklarheit darüber, dass alles, was wir vorher getan haben, ungenügend ist, es muss noch um etwas ergänzt werden.

Meine Antwort: Diese Ergänzung verpflichtet uns, in an den Morgenlektionen teilzunehmen! Ohne Morgenlektionen ist es unmöglich, aufzusteigen! Ohne sie gibt es keine Entwicklung! Die Morgenlektionen sind alles, sie sind das A und O unserer Arbeit. Sie sind einfach das Fundament für die gesamte Entwicklung.

Neben der Morgenlektion gibt es andere Arbeiten, die wir in einer ganzheitlichen Atmosphäre durchführen müssen, die wir in den Morgenlektionen ständig anregen.

Am wichtigsten ist es , den Tag mit der Lektion zu beginnen. Selbst wenn du aus irgendwelchen Gründen nicht dabeisein konntest und unabhängig davon, zu welcher Zeit du aufgestanden bist, sollst du deinen Tag dennoch mit der Lektion beginnen – selbst wenn du nur eine halbe Stunde der Lektion widmen kannst. Anderenfalls zählt der ganze Tag als Verlust, und du wirst dafür später sehr lange zahlen müssen.

Auszug aus der virtuellen Lektion, 26.02.2012

Schwere Bewährungsprobe durch Ruhm

Aus dem Unterricht von Rabash: „Der Mensch muss sich beim Studieren darauf stützen, dass ihn der Glaube verpflichtet, und nicht weil die Anderen ihn für einen Gerechten halten und ihm damit die Kraft geben und zum Arbeiten inspirieren. Denn daraus folgt, dass diese Kraft auf dem Stolz und der Ehre basiert, also auf dem Egoismus statt der Heiligkeit.“.

Aus diesem Grund sollte man sich vor der äußeren Anerkennung fürchten. Im Gegenteil, wenn die Umgebung den Menschen geringschätzt, ist es einfach ein Geschenk von oben. Dadurch wird ihm die Möglichkeit gegeben, weiter um des Gebens willen zu arbeiten.

Wenn er aber verehrt wird, wird ihm damit die Energie gegeben, egoistisch, um des Ansehens willen zu arbeiten. Und man mag es ihm so oft erklären, wie man will, es wird nichts nützen – auf diese Weise arbeitet unser Körper, unser Egoismus.

Es ist nicht leicht, sich von der Belohnung und der Bestrafung der umgebenden Gesellschaft zu trennen und nur in einer Linie, die direkt zum Schöpfungsziel führt, zu arbeiten. Doch anderenfalls wird unsere gesamte Arbeit zugunsten von unreinen Kräften, zum Wohl des Pharao, unseres Egoismus gehen.

Dieses Anzeichen macht besonders klar, wo sich der Mensch befindet: wie sehr er sich von einer schlechten oder einer guten Haltung der äußeren Welt ihm gegenüber beeindrucken lässt, von dem, wie sich die Anderen über ihn äußern. Oder aber er achtet nicht darauf und geht weiter seinen Weg und nimmt jede Kritik als Hilfe von oben an. Und je mehr er von allen Seiten angegriffen wird, desto mehr wird ihm geholfen.

Auszug aus der Vorbereitung auf den Unterricht, 20.04.2012

Sicherer Halt

Die Umgebung ist ein Mittel zur eigenen Korrektur, und die eigene Korrektur ist ein Mittel zur Korrektur der Welt. Denn ein Mensch, der wenigstens ein bisschen sich selbst verändern möchte, verändert dadurch die ganze Welt.

„Gib mir einen Punkt, wo ich hintreten kann, und ich bewege die Erde“. Das ganze Problem besteht in diesem Punkt. Man kann die ganze Erde „aus den Angeln heben“, wenn man einen sicheren Halt hat.

Selbst wenn der linke Teil des Hebels ein Meter lang und der rechte, sagen wir mal, Millionen oder Milliarden von Metern lang ist, wirst du mit der Druckkraft von einem Gramm die Welt bewegen können.

Man soll ein Held nicht in der Quantität, sondern in der Qualität sein. Es geht darum, inwiefern du das Spirituelle dem Materiellen, d.h. das Innere dem Äußeren vorziehst. Genau das bedeutet, dass du dir einen sicheren Halt suchst. Wenn du das Spirituelle vor dem Äußeren in deinen Augen ausreichend erhoben hast, ist es unwichtig, wie „schwer“ unsere Welt ist, denn du hast einen Hebel, um sie bewegen zu können. So funktioniert die „himmlische Mechanik“.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Holocaust-Gedenktag“, 19.04.2012

Erschaffe den Schöpfer in dir

Europäischer Kongress. Workshop 1

Frage: Wie kann ich die Wichtigkeit des Ziels im Herzen spüren?

Meine Antwort: Den Schöpfer oder die Eigenschaft der Liebe zum Nächsten zu spüren ist praktisch ein und dasselbe. Nur ist die Nächstenliebe quasi ein Kli/Gefäß/Verlangen, in dem die Erfüllung mit dem Licht stattfindet.

Deshalb kann man sich das eigentlich ganz gut vorstellen. In unseren Bedingungen können wir Anstrengungen unternehmen und uns vorstellen, was Geben, Liebe, Zusammenwirken, Verbindung bedeutet; wir können die Gruppe höher als uns selbst, als uns oder als notwendige Kraft des Gebens an die Gruppe bestimmen – das alles können wir tun. Doch den Schöpfer können wir uns natürlich gar nicht vorstellen.

In Wirklichkeit gibt es ein solches Objekt wie den Schöpfer nicht. Den Schöpfer erschaffen wir selbst in uns!

Der Schöpfer bedeutet die allgemeine Eigenschaft des Gebens und der Liebe, die wir allmählich in uns entwickeln. Ohne den Menschen gibt es keinen Schöpfer. Es gibt kein solches Objekt, das für sich allein existiert. Und das Licht existiert nur innerhalb des Verlangens, welches sich darauf ausrichtet, anderenfalls gibt es das auch nicht.

Das alles steht in den kabbalistischen Büchern. Also formen wir aus uns eine solche Schöpfung, in der sich der Schöpfer enthüllt. Und es ist unmöglich, Ihn außerhalb von uns wahrzunehmen.

Auszug aus dem ersten Workshop des Europäischen Kongresses, 23.03.2012

Die Wellen des Kongresses spülen allen Dreck fort

Frage: Wie können wir die Wichtigkeit des Zieles vor den bevorstehenden Kongressen in Süd- und Nordamerika steigern? Es gibt derzeit viele ernste Hindernisse; wie können wir uns über sie erheben?

Meine Antwort: Es ist gut, dass es so viele Hindernisse gibt. Der Mensch braucht eine doppelte Wahrnehmung: Einerseits spürt er die Hindernisse: wie sehr er alle verachtet, und wie sehr er es hasst, mit ihnen zusammen zu sein, wenn sein Stolz ihn über jeden anderen erhebt und er von ihnen wegstrebt.

Dies kann sowohl einer Einzelperson als auch einer ganzen Gruppe zustoßen, und es zerstört sie wirklich. Die Frage ist, ob die Gruppe sich darüber erheben kann. Der Kongress gibt den Gruppen, die sich in einem zerbrochenen Zustand befinden und fast keine positiven Kräfte mehr haben, die sie verbinden könnten, eine solche Chance.

Es gibt Gruppen, die sich nur noch auf einer negativen Basis verbinden: gegen den Lehrer und gegen das, was er sagt, oder gegen einen anderen Teil der Gruppe. Nur das hält sie zusammen. Der Kongress bietet jedoch eine Möglichkeit, in eine größere und stärkere Umgebung einzutreten, die sich oberhalb der einzelnen Gruppe befindet. Darin kann die problematische Gruppe korrigiert werden, wenn sie bereit ist, sich zu annullieren: jedes einzelne Mitglied und die Gruppe als Ganzes.

Das würde bedeuten, dass sie zum Kongress wie zu einer Mikwe (einem rituellen Reinigungsbad) kommen werden, aber um das zu tun, müssen sie „ein Opfer bringen”, ihr Ego als Opfer darbringen. Wenn sie dazu bereit sind, wird der Kongress eine solche Gruppe heilen.

Wenn nicht, werden wir erleben, wie sie infolge des Kongresses noch weiter wegtreiben, und vielleicht gehen sie sogar ihren eigenen Weg. Ich glaube, dass der Kongress stark genug sein sollte, so dass jeder klar begreift: entweder annulliert er sich und mit Hilfe der Umgebung, die wir als Faktor unserer Entwicklung und als Vertreter des Schöpfers zusammen aufbauen, in Richtung Ziel vorwärtskommt, oder er verlässt diesen Weg, nachdem er feststellt, dass das nichts für ihn ist.

Lasst uns hoffen, dass dies geschehen wird. Genug der kindischen Spiele und Streitereien um Macht und Ehre, die die Gruppen zerreißen. Es ist Zeit für ernsthaften Fortschritt und Zeit, damit aufzuhören, sich wie streitende Kinder im Sandkasten zu benehmen. Es ist Zeit für wichtige und verantwortungsbewusste Handlungen, die die Menschheit von uns erwartet.

Wenn ihr dazu bereit seid, ist das großartig, lasst uns an die Arbeit gehen. Wenn nicht, ist es besser, wenn ihr schlicht verschwindet. Eins vom beiden. Auf diese Art sollte der Kongress jedem helfen, zu klären, wo er steht und welcher Sache er den Rest seines Lebens widmen will.

Wenn die ganze weltweite Gruppe sich während des Kongresses verbindet, schafft das die stärkste Umgebung, die für den Aufstieg höchst effektiv ist. Deshalb ist es sehr wichtig, in diesen Tagen darin eingeschlossen zu sein und gänzlich an dem, was passiert, teilzunehmen: sowohl physisch als auch innerlich mit ganzer Seele. Dadurch setzt der Mensch sich dem stärksten Einfluss für seinen Aufstieg aus, der in unserer Welt nur möglich ist.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 19.04.2012

Die Kongressmaterialien in sich aufnehmen

Frage: Sie sagten, dass es in den nächsten Tagen eher zu empfehlen ist, unseren inneren Punkt zu stärken, um die Einheit zu stärken, als sich in der Verbreitung zu engagieren …

Meine Antwort: Ich glaube, dass wir stetig, in unserer gesamten Freizeit, die Materialien über die wechselseitige Bürgschaft, Einheit, Gegenseitigkeit und Ganzheitlichkeit nochmals durchgehen sollten. Vielleicht ist es besser, die bearbeitete Fassung als die Originalversion zu verwenden, weil die Originale in einer speziellen Sprache geschrieben sind, die uns davon ablenkt, dieses Material direkt in unserem Leben zu erfahren. Vielleicht sollten wir schlicht den Kongress noch einmal ansehen.

Du solltest damit leben und es wieder und wieder durchgehen, um das stärkstmögliche Reshimo zu formen – das bedeutet Erinnerungen, Gefühle – und mit diesen Empfindungen arbeiten. Du wirst plötzlich entdecken, dass wir dort über Dinge gesprochen haben, die deiner Aufmerksamkeit entgangen sind, oder du hast sie möglicherweise in einem anderen Zusammenhang gehört, aus einer anderen Perspektive gesehen. Du solltest durchgehen, was dir dort passiert ist, und das mehrere Male.

Ich habe oft beobachtet, dass die Leute sehr selektiv zuhören. Gott helfe dir, etwas aus der Information herauszuziehen, die ich hineingelegt habe, nicht insgeheim in meinen Worten verborgen, sondern klar, wörtlich. In Wirklichkeit nehmen die Leute nicht mehr als 10 – 15 Prozent von dem auf, was sie hören. Ich persönlich ging jeden Tag mindestens zweimal jede Lektion mit Rabash nochmals durch ( Jede Lektion! Ich erwähne unsere Kongresse nicht einmal), neben der Tatsache, dass ich daran teilgenommen habe.

Ich machte auch einen Plan: Warum erklärt er genau auf diese Weise, wo sind Anfang und Ende, wie beginnt er eine Frage, wie beendet er sie, wie gelangt er von Anfang zum Ende, entwickelt die Thematik, stellt zusätzliche Fragen oder platziert einige unklare Aufgabenstellungen in der Mitte. Ich versuche, in seinen Kopf „einzudringen“, seinen Ansatz zu durchdringen. Als Ergebnis geschah es, dass ich dank dieser mechanischen Arbeit ihn zu fühlen begann und anfing, besser wahrzunehmen.

Es ist notwendig. Das meinte ich, als ich sagte, im Moment solltet ihr nichts anderes tun. Ihr wart es, wart diejenigen, die den Kongress erlebt haben und mittendrin waren, und die ihn nun gut in sich aufnehmen müssen.

Spirituelles Ergebnis

Frage: Warum ist der spirituelle Prozess für eine Frau so schmerzhaft? Wann werden wir endlich das Ergebnis empfinden, denn der Kongress ist noch nicht beendet, er geht doch weiter?

Meine Antwort: Jeder kann das Ergebnis entsprechend seinen Anstrengungen und seiner Teilnahme empfinden. Wir klären unsere Zustände und analysieren unsere Gefühle, wir suchen ständig nach neuen Empfindungen, aus denen wir das neue Organ – unsere Seele – bilden.

Dieses Organ entsteht aus mehr oder weniger angenehmen Verbindungen mit anderen, also aus unseren verschiedenen Interaktionen. Meine Seele ist ein Integralorgan. In dem Maß, in dem wir uns untereinander noch aktiver verbinden, um die Integrität zu offenbaren, in dem Maß werden wir die allgemeine Vereinigung und den Schöpfer als die Höhere Kraft enthüllen. Dies folgt aus dem Gesetz der Gleichheit der Eigenschaften.

Uns bleibt nichts anderes, als nur in dieser Richtung zu arbeiten. Es gibt Menschen, die es empfinden, und Menschen, die es nicht empfinden. Heute ist eine solche Möglichkeit tatsächlich für alle gegeben: sowohl für Männer, als auch für Frauen. Bemühen Sie sich, sich etwas mehr Klarheit darüber zu verschaffen.

Auszug aus der virtuellen Lektion, 26.02.2012

Steigere den Umfang des Punktes im Herzen

Frage: Sie haben gesagt, dass wir die Welt durch das Prisma der Gruppe betrachten. In anderen Worten, was auch immer in unserem körperlichen Leben passiert, sollte uns daran erinnern, dass wir zum Nachdenken über die Freunde und dem Grad der Einheit zwischen uns zurückkehren müssen. Habe ich richtig verstanden, dass alles, was geschieht, nur eine Erinnerung ist? Ist dies das Prisma der Gruppe?

Meine Antwort: Es gibt hier keine Erinnerung. Du existierst in einer gigantischen, integralen, unendlichen Welt. Der Schöpfer hat nichts geschaffen außer der Welt der Unendlichkeit. Alles, was in unserem Begreifen und in unseren Empfindungen existiert, abgesehen von der Welt der Unendlichkeit, ist eine eingeschränkte Wahrnehmung derselben Welt der Unendlichkeit.

Wir empfangen das großartige Umgebende Licht (Or Makif), das Licht der Korrektur, in dem Ausmaß unserer Fähigkeit, uns zur Wahrnehmung der integralen Welt zu bringen. In anderen Worten: Wir müssen versuchen, ihr näher zu sein, sie als ein allgemeines, ewiges, vollkommenes Licht zu spüren, auf die Art, wie sie in Wirklichkeit ist, und nicht so, wie wir uns sie vorstellen. Wir erwecken die Erleuchtung von der oberen Stufe auf uns im Ausmaß unserer Anstrengungen, und dementsprechend wachsen wir.

Wir haben jetzt ein Stadium erreicht, in dem wir fähig sind, die Welt zu betrachten und sie als ein einziges Ganzes wahrzunehmen, und uns selbst als diejenigen, die das offenbaren. Dies ist notwendig.

Warum brauchen wir eine Gruppe? Unser gemeinsames Kli (Verlangen) zerbrach nur, damit wir beginnen, es mit Hilfe unserer eigenen Anstrengungen wieder zusammenzusetzen. Diese Bemühungen erwecken das Umgebende Licht. Einerseits steigert das Umgebende Licht die Empfindung unserer Individualität, was bedeutet, dass unser Egoismus wächst (die linke Seite, die linke Linie). Aber andererseits schenkt uns das Licht die Empfindung der Einheit, die Enthüllung der Eigenschaft des Gebens (die rechte Seite, die rechte Linie).

Wenn wir uns nicht in der Welt der Unendlichkeit, sondern 125 Stufen unter ihr befinden, ziehen wir im Maß unseres Strebens das Höhere Licht aus derselben Welt der Unendlichkeit an uns heran, indem wir uns zu ihr hochziehen, mit aller Kraft, wie an einem Reck. Dieses Licht vergrößert sowohl unseren Egoismus, als auch die Eigenschaft des Gebens – zwei gegensätzliche Eigenschaften.

Auf diese Art zeigst du, dass die Welt der Unendlichkeit in ihrer Stärke 620mal größer ist als zuvor. Wenn du dich zuvor auf dem niedrigsten Niveau, Null, befunden hast, dann steigerst du dich mit dem Erreichen der 125sten Stufe um das 620-fache. Du erlangst all die Lichter von Nefesh, Ruach, Neshama, Haya und Yechida, du steigst von Malchut durch Seir Anpin, Bina und Chochma bis zu Keter auf, und dementsprechend kommst du an im Zustand der Unendlichkeit – von unserer Welt ausgehend.

All diese Empfindungen sind nicht physisch; sie sind innerhalb von dir. Es ist, als würdest du innerhalb von dir ein wahrnehmendes Organ entwickeln, das anfangs nur ein Punkt ist, und deswegen bezeichnet man es als den Punkt im Herzen, wo du noch nichts fühlen kannst. Du lässt ihn nach und nach anschwellen, indem du zwei gegensätzliche Linien nutzt: Eine Linie des Empfangens und eine Linie des Gebens, die Wünsche etwas zu empfangen und die Absichten zu Geben.

Du wächst, wie du diese Stufen hinaufsteigst, im Ausmaß deiner Absicht zu Geben und deinem Verlangen. Dementsprechend hängt alles von unserem Druck ab, von deinem Streben nach dem nächsten und immer höheren Niveau.

Wir müssen den Ausweg finden

Obwohl die Methode, sich zu einer Gruppe zu vereinigen und durch sie die höhere Realität zu erreichen, bereits seit über 550 Jahren existiert, ist sie nie in irgendeiner der Quellen beschrieben worden. Dafür bestand schlicht kein Bedarf, weil unser Ego sich noch nicht genügend entwickelt hatte, um uns zu veranlassen, Veränderungen in uns und der Welt zu fordern. Der Egoismus musste seine Insolvenz selbst entdecken; er musste erkennen, dass er in seiner Entwicklung das tote Ende der Sackgasse erreicht hat – als wir gemeinsam, weltweit, auf dem ganzen Planeten zu empfinden begannen, dass es unmöglich ist, weiter dieses Leben zu führen.

Obwohl eine Menge Leute und Gesellschaften glauben, dass wir immer noch eine Zukunft haben, die sich anzustreben lohnt, und etwas in unserer Entwicklung erreichen können, denkt niemand mehr im Ernst daran. In der Zwischenzeit setzt sich die Bewegung aufgrund ihrer Trägheit fort. Die Regierungen und Ökonomen sind hilflos, aber sie fahren damit fort, zu behaupten, dass alles bald vorübergehen wird und das Leben wieder normal sein wird. Aber in der Tat weiß jeder, dass es keinen Ausweg gibt.

Wir müssen diesen Ausweg finden, ihn verwirklichen, und ein Beispiel für jeden werden. Weil heute ein solches Bedürfnis existiert, wird auch die Methode offenbart, die in der Vergangenheit ausschließlich vom Lehrer an den Schüler weitergegeben wurde, durch eine Kette unabhängiger Individuen in jeder Generation bis in unsere Zeit. Folglich war mein Lehrer der Erste in der Geschichte, der über die Gruppe in seinen Artikeln geschrieben hat. Niemand hat jemals vor ihm über die Arbeit in der Gruppe geschrieben. Man kann nur wenige Sätze und Abschnitte in den historischen Quellen von vor 300 bis 500 oder sogar 1000 Jahren finden, aber sie sind nur kurze Kommentare und nichts weiter.

Mein Lehrer Rabasch war derjenige, der zuerst die systemische Arbeit in der Gruppe beschrieb und dabei verdeutlichte, wie wir uns miteinander verbinden müssen, um ein Sinnesorgan für die Empfindung der Höheren Welt zu erzeugen. Alles begann mit jenem berühmten Stück Silberfolie einer Zigarettenpackung, auf die er den ersten Artikel notiert hat, der mit den Worten beginnt: „Wir haben uns hier versammelt, um eine Gesellschaft für all diejenigen zu gründen, die dem Weg und der Methode von Baal HaSulam zu folgen wünschen – dem Weg, durch den man die Stufen eines Menschen erklimmt und nicht als ein Tier verbleibt …“ Und das tun wir.

Einladungen zum Aufstieg gibt es überall

Die Korrektur erfolgt so lange nicht, bis der Mensch erkennt, dass er zur nächsten Stufe aufsteigen soll. Er soll sich eine Lösung immer so vorstellen, als ob er sich nicht im derzeitigen Zustand befände, sondern im darauffolgenden, wobei er die höhere Stufe schon erreicht hat, und mit Hilfe des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, aufgestiegen ist.

Für gewöhnlich wollen wir unseren gegenwärtigen Zustand sofort korrigieren. Und dieses Verlangen hält uns auf, da wir stets denken, dass uns dieser Zustand gegeben wurde, damit wir ihn unmittelbar korrigieren.

Dadurch verwirren wir uns nur, denn alle Situationen werden uns als Mittel zum Aufstieg in den nächsten Zustand gegeben. Es gibt absolut nichts, was wir in der derzeitigen Situation zu korrigieren hätten. Die Korrektur dieses Zustandes besteht darin, dass ich über ihn hinaus weiter nach oben aufsteige.

Das ist sehr schwierig zu akzeptieren, weil in unserer Welt ein solches Herangehen unüblich ist, aber so funktioniert es eben im Spirituellen. Denn alle Zustände werden dem Menschen nicht dafür gegeben, dass er sie korrigiert, sondern um sich selbst zu korrigieren. Und um sich selbst zu korrigieren, muss man sich über jeden beliebigen Zustand erheben, das heißt, sich immer im Glauben über dem Verstand aufhalten.

Jedes Mal, wenn ich ein falsches, nicht wahrhaftes Verständnis oder eine solche Eigenschaft empfinde, nehme ich in ihrer Form eine Einladung wahr, über sie hinaufzusteigen. Folglich erkenne ich, dass alles, was mir zustößt, nur deshalb geschieht, damit ich meine eigenen Mängel offenbare. Ihre Behebung und die Korrektur erfolgen dann bereits auf der nächsten Stufe, weil sie im gegenwärtigen Zustand unmöglich zu verwirklichen sind.

Alle Probleme, die ich bezüglich meiner selbst, dieser Welt, der Freunde und dem Schöpfer offenbare – wobei der Schöpfer mir als böse und unvollkommen erscheint – sind in Wirklichkeit Markierungen der Stellen, über die ich mich erheben soll, um das Geben zu erlangen. Auf diese Weise werde ich immer vorankommen, bis hin zum vollkommenen Geben.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 18.04.2012