Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Fragt euch selbst!

Menschen, die seit Jahren mit uns studieren, fragen mich: „Nun, wann werde ich endlich …? Was wird am Ende dabei herauskommen?“, und ich weiß nicht, was ich ihnen antworten soll.

Ihr seid schon in der Höheren Welt, fangt an, es zu fühlen! Und wenn sie vor euch verborgen ist, tut, was ihr tun müsst, so dass sie aufgedeckt wird! Schließlich werde ich euch nicht diesen Schlüssel geben!

Warum seht ihr alle in mir jemanden, der Dinge ausführt, und nicht einen Ratgeber? Ich kann gar nichts vollbringen!

Angenommen, ich wäre der Trainer eines Athleten, der an den Olympischen Spielen teilnehmen muss. Ich kann nicht an seiner Stelle teilnehmen. Ich bin ein Trainer. Ich kann ihn anleiten und ihm etwas zeigen, ich kann ihm verschiedene Aktivitäten anbieten, die er ausführen soll: psychologisch, physisch, Massage etc., alles, was ein Athlet braucht. Aber ich kann nicht an seiner Stelle teilnehmen. Hier ist es das Gleiche!

Ein Kabbala-Lehrer ist wie ein Schul- oder Hochschullehrer, er führt dich der Welt zu. Dann musst du dein eigenes Ziel selbst erreichen, erziele deine eigenen Erfolge, indem du das Wissen benutzt, das du von deinem Lehrer erhalten hast. Hier ist es dasselbe.

Daher ist es sinnlos, mich zu fragen: „Wann?“ Ihr solltet euch selbst fragen.

Ich könnte sogar hier auf der Bühne sitzen und zwei Tage lang kein einziges Wort sagen, während ihr an eurer Innerlichkeit arbeitet. Das wäre ein wundervoller Kongress! Wir könnten ihn in die ganze Welt übertragen, und unsere Freunde in der ganzen Welt könnten dasselbe tun. Wir werden zu diesem Zustand gelangen.

Ihr könnt euch nicht vorstellen, welche Kraft dann zwischen euch auftreten würde. Das könnte eine erstaunliche Erfahrung sein!

Also, nur innerliche Konzentration!

Und im äußerlichen Bereich – die Hilfe der Freunde und meine Anleitungen.

Womit fängt das Seminar an?

Vom Beginn des Seminares an sollen wir uns konzentrieren und nur daran denken, was uns verbindet – an die Punkte im Herzen. Wir sollen sie vereinigen. Dann bekommt jeder von uns und die ganze Gruppe viel mehr Kraft.

Die Hauptsache ist, diese Kraft auf die Verbindung mit den Freunden zu richten, dann kann sie das höhere Licht anregen, das folglich auf diese Verbindung zu wirken beginnt. Wir sollen fühlen, dass in der Verbindung zwischen uns das allgemeine Licht offenbart wird.

Auszug aus dem 4. Seminar des Kongresses in Vilnius, 25.03.2012

Interview für den Fernsehsender CNN Chile

Interview, das ich gestern dem Nachrichten-Fernsehsender CNN Chile in Santiago gegeben habe.

Der Zweck der Gedanken

Frage: Erfolgt während des Workshops die Annullierung meines „Ich“ auf der Gefühlsebene? Ich fühlte, dass die Gedanken, die auftauchten im Prozess des Versuches, emotional aufzusteigen, mich daran hinderten.

Meine Antwort: Alles ereignet sich nur innerhalb der Gefühle. Falls Störungen in den Gedanken auftreten, dann ist nicht genug Gefühl vorhanden. Das bedeutet, dass du dich noch weiter vorwärts bewegen musst, dich vertiefend und mit Bezug auf Gedanken, wie man Störungen korrigiert, das heißt, die Korrektur deines Sehnens.

Aber du wirst nie durch Gedanken vorankommen können. Sie existieren nur, um die Gefühle ein bisschen abzuwandeln, konzentrierend, abschwächend und aufhebend. Aber alles findet nur in den Verlangen statt, denn Verlangen sind Materie. Somit sind die Gedanken nur dazu bestimmt, um mit den Verlangen zu arbeiten.

Das Wichtigste ist Verbindung und Liebe

Frage: Wie soll die Freundesversammlung auf dem Kongress aussehen?

Meine Antwort: Die Freundesversammlung auf dem Kongress soll alle Gruppen weltweit mit einbeziehen.

Es können Begrüßungen eingebaut werden, sie dürfen jedoch nicht zu lang sein. Die Gruppe, die die Möglichkeit für eine Begrüßung bekommen hat, muss sparsam mit der Zeit umgehen – dafür reichen sogar 15 Sekunden. Darin soll sich ihre ganze Liebe, Verbindung usw. konzentrieren.

Die Freundesversammlung selbst muss in erster Linie die Weltgruppe – sprich unsere enorme Dimension – widerspiegeln. Es sollten viele kleinere Clips vorbereitet werden, damit der Eindruck eines riesigen gemeinsamen weltweiten Verlangens entsteht, welches über allen Kontinenten, Unterschieden, über Zeit und Raum vereint ist, damit wir sehen, dass wir viele sind; damit wir die gegenseitige Abhängigkeit, Verbindung und Liebe spüren können.

Darauf kommt es im Grunde genommen bei einer weltweiten Freundesversammlung an – wir sollen einander für die Wichtigkeit des Ziels, für die Größe der eigenen Kraft und der Bestrebung begeistern.

Frage: Wie stellen Sie sich die Kulturabende während des Kongresses vor?

Meine Antwort: Ich glaube, dass ein Kulturabend ohne viele Worte verlaufen und seinen Ausdruck eher in Musik und Liedern finden soll, wobei wahrscheinlich eher in Melodien ohne Text – damit es möglichst international wird. Obwohl es in den Gastgeberländern eigenes südamerikanisches Kolorit mit feurigen Rhythmen gibt, sollten auch alle anderen Menschen berücksichtigt werden. Deshalb könnte die Hälfte der Zeit der lokalen Folklore und die andere Hälfte unseren gemeinsamen Melodien gewidmet sein, besser sogar ohne Texte, wobei wir alle zusammen einfach das Motiv mitsingen könnten.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 22.04.2012

Der Trainingsbedarf

Wir müssen verstehen, dass unser Training ein Beispiel für das ist, womit wir uns jeden Tag beschäftigen sollten.

Es ist nicht nötig, sich dafür mit der Gruppe zu treffen. Sie können 10 – 15 Minuten vor der Lektion organisiert werden, als Gruppenvorbereitung auf die Lektion. Sie könnten geleitet werden, und während der Pause zwischen den Studien sowie am Ende. Es kann am Ende eines Arbeitstages getan werden – zu jeder Zeit.

Dieses regelmäßige Training sollte uns an den Punkt bringen, dass wir beginnen, während unseres gesamten Lebens zu fühlen, dass wir uns in einem Feld höherer Informationen befinden, das alles in uns erschafft und durch uns wirkt. Aber so etwas wie eine Person existiert nicht.

Dann werden wir anfangen, zu empfinden, dass ein menschliches Wesen eine völlig andere Struktur darstellt, die wir uns heute gar nicht vorstellen können. Aber wir sind bereits dabei, dieses Neuland zu betreten und uns dem anzunähern.

Genießt den Kongress, so viel ihr nur wollt!

Frage: Der Kongress ist ein immenses Vergnügen. Wie können wir vermeiden, in egoistischen Genuss zu verfallen?

Meine Antwort: Legt los, genießt es egoistisch, denn auch das ist eine gute Sache. Eine Person muss genießend leben, so lasst sie genießen. Und danach wird sie allmählich diese Freuden tiefer ergründen.

Das heißt, unter keinen Umständen sollte man in Depression verfallen, sich in irgendeiner Art der Kritik engagieren, oder sich mit Rezension, Einsichten oder Analyse befassen, welche zu Ablehnung, Spaltung und einem Abstieg führen könnten. Man sollte sich nur an Integrität und dem Aufstieg beteiligen!

Auszug aus dem vituellen Unterricht, 22.04.2012

Workshops sind die wahre Verwirklichung der Kabbala

Frage: Warum organisieren wir Workshops, und wie hilfreich sind sie?

Meine Antwort: Kabbala ist eine praktische Wissenschaft. Deshalb war sie während all der Jahrtausende, in denen wir keine praktische Arbeit ausführen mussten, vor dem Volk verborgen, und nur wenige Wissenschaftler, Kabbalisten, entwickelten diese Methode und passten sie zu jeder Zeit an die Generation an, in der sie lebten.

Aber sie legten diese Methoden den Leuten nicht dar, sondern veränderten sie einfach auf ihrem Weg von Generation zu Generation, während sie sich entwickelten, bis die gesamte Menschheit unsere Zeit erreichte und sich in einer integralen, globalen Krise wiederfand, das heißt, in einem offensichtlich egoistischen Ägypten, in einem Gefühl des Exils von irgendetwas Gutem, Freundlichem, Natürlichem und Normalen.

Wir sehen, dass unsere Natur uns zerstört, wir können da nicht selbst herauskommen und sind Geiseln unseres Egoismus, der uns zu so gefährlichen Aktionen treibt, dass wir möglicherweise schlicht die gesamte Zivilisation ruinieren. Wir sind dabei, die Natur zu zerstören, die Erde, und die Umwelt, in der wir leben, und erschaffen ganz allgemein eine schreckliche Zukunft für unsere Kinder.

Warum ziehen wir sie groß? Ich betrachte die Kinder, deren Eltern im Voraus unerträgliche Bedingungen schaffen. Warum bringen sie sie zur Welt? Heute liebt ihr sie, aber was wird morgen mit ihnen geschehen? Ihr verhaltet euch so, dass sie nicht fähig sein werden, zu überleben! Sie werden einen qualvollen Tod sterben! Fühlt ihr das denn nicht? Nein, das menschliche Wesen fühlt es nicht, es ist immer noch blind.

Allerdings beginnt dieses Wesen langsam, das zu erkennen. Aber selbst wenn es darum weiß, kann es sich bislang nicht verändern und anders handeln. Trotz allem benutzt es immer noch alles, was nur möglich ist, lässt dabei nichts aus, nimmt auf nichts Rücksicht; es ist egal, was seinen Kindern bleibt. So gehen wir mit der Natur um, mit der Gesellschaft, mit allem.

Deshalb wird die Wissenschaft der Kabbala heute offengelegt, um zu erklären, das man das Sklaverei nennt; es ist das, was die Vertreibung aus der Spiritualität genannt wird; und zwar ist dies der schlimmste Zustand, der der Spiritualität am meisten entgegengesetzte. Und um uns dabei zu helfen, uns da herauszuholen, um da auszusteigen, wird die Wissenschaft der Kabbala offengelegt. Dazu wird sie heute enthüllt, wo wir all ihre Ratschläge, Gesetze und Regeln nutzen sollten.

Aber um sie in die Praxis umzusetzen, müssen wir zuerst einmal lernen.

Und wir müssen das, wie üblich, in Gruppen erlernen, in der Schule, indem wir einander helfen, indem wir Bücher studieren und Workshops in kleinen Gruppen durchführen – als Modell für die zukünftige Arbeit mit der gesamten Menschheit.

Dafür sind die Workshops notwendig; sie sind die wichtigste Sache überhaupt! Sie sind die wirkliche, echte Realisation der Kabbala an sich; sie existiert zu diesem Zweck. Sie ist keine theoretische Wissenschaft, keine Philosophie, sondern im wahren Sinn des Wortes eine Praxis.

Ein Feld für die innere Arbeit

Frage: Was kann ich während der Seminare durch die Worte der Freunde offenbaren, was ich nicht auch in den Unterrichten mit dem Lehrer erreichen kann?

Meine Antwort: Wenn der Lehrer spricht, dann schweigen alle. Das heißt, sie stimmen dem zu, was er sagt. Daran gibt es ein Plus, aber auch ein Minus.

Zu dieser Zeit ist keine innere Arbeit möglich, weil du vom Wissen notgedrungen erdrückt, gedämpft bist, von der Höhe des Lehrers, da er immerhin von vornherein auf einem höheren Niveau ist.

Wenn du dich neben dem Freund befindest, dann arbeitest du mit jemanden zusammen, der sich entweder auf einem höheren, oder einem niedrigeren, oder aber einem gleichen Niveau befindet. Und hier hast du eine riesige Arbeit vor dir, dich zu annullieren: dein eigenes „ich“ zu entfernen einerseits; und jeden der Freunde als den Größten in der Generation anzusehen andererseits. So passt du dich „dem Schöpfer“ an und bereitest dich auf die Eigenschaft des Gebens vor, durch `Glauben über dem Verstand`.

Auszug aus der virtuellen Lektion, 22.04.2012

Workshops, workshops, workshops…

Frage: Wie kann ich mich richtig auf den Workshop ausrichten? Was gebe ich als Teilnehmer während des Workshops an die gesamte Gruppe weiter?

Meine Antwort: Ich als Leiter „werfe“ eine Frage oder irgendeine Idee oder einen Zustand ein. Diesen Zustand müssen wir besprechen.

Jeder muss daran denken, was er in Bezug auf diesen Zustand sagen kann und wie er das vor ihm Gesagte ergänzen – nicht wiederholen, sondern eben ergänzen – kann, damit eine gemeinsame Meinung zu diesem Thema entsteht.

Frage: Was müssen wir während der Workshops vermeiden? Was dürfen wir nicht sagen?

Meine Antwort: Es dürfen keine negativen Sachen angesprochen werden, nur positive.

Überhaupt basiert der gesamte Kongress darauf, dass wir uns über alle unsere negativen Probleme erheben: über persönliche, gruppenbezogene, globale. Wir denken nur an die Vereinigung und leben nur davon. Deshalb schneiden wir keine Probleme an. Wir werden sie ein wenig während der Lektionen ansprechen, doch der Workshop basiert nur auf der Erhebung.

Wir sprechen über jene Stufe, zu der wir aufsteigen sollen. Wir stellen sie uns vor, wir versuchen die ganze Zeit, uns ihr anzupassen. Durch die Annullierung unserer selbst , durch die Verbindung zwischen uns versuchen wir wahrzunehmen, was für eine höhere Stufe das ist, was für Licht das ist, welches uns umgibt, was für Eigenschaft das ist usw. Wir dürfen also auf keinen Fall tiefer als jene Stufe, zu der wir aufsteigen möchten, gehen.

Frage: Wie können wir wissen, ob der Workshop erfolgreich war oder nicht?

Meine Antwort: Der Workshop ist gelungen, wenn die Menschen ihn mit dem Gefühl verlassen, dass sie etwas sehr Wichtiges erhalten haben.

Frage: Was sollen während der Workshops diejenigen tun, die sich virtuell mit uns verbinden: einzelne Menschen oder Gruppen?

Meine Antwort: Zusammen mit uns am Workshop teilnehmen.

Derjenige, der allein vor dem Computer sitzt, wird erstens unsere Atmosphäre spüren. Er wird die Fokusgruppe hören – wir werden sie extra für diejenigen, die allein sind, übertragen.

Was die Gruppen betrifft, werden sie ebenfalls die gleichen Fragen besprechen, die ich in die Gruppen, die sich vor mir befinden, „einwerfe“. Für mich spielt es keine Rolle, wer sich hier vor mir befindet und wer sich irgendwo auf der Welt befindet.

Die Gruppen weltweit besprechen das Workshopthema und machen das gleiche, was auch die Gruppen vor mir machen. Wenn es ein einzelner Mensch ist, hört er der Fokusgruppe zu und nimmt quasi zusammen mit ihr daran teil.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 22.04.2012