Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Einladungen zum Aufstieg gibt es überall

Die Korrektur erfolgt so lange nicht, bis der Mensch erkennt, dass er zur nächsten Stufe aufsteigen soll. Er soll sich eine Lösung immer so vorstellen, als ob er sich nicht im derzeitigen Zustand befände, sondern im darauffolgenden, wobei er die höhere Stufe schon erreicht hat, und mit Hilfe des Lichtes, das zur Quelle zurückführt, aufgestiegen ist.

Für gewöhnlich wollen wir unseren gegenwärtigen Zustand sofort korrigieren. Und dieses Verlangen hält uns auf, da wir stets denken, dass uns dieser Zustand gegeben wurde, damit wir ihn unmittelbar korrigieren.

Dadurch verwirren wir uns nur, denn alle Situationen werden uns als Mittel zum Aufstieg in den nächsten Zustand gegeben. Es gibt absolut nichts, was wir in der derzeitigen Situation zu korrigieren hätten. Die Korrektur dieses Zustandes besteht darin, dass ich über ihn hinaus weiter nach oben aufsteige.

Das ist sehr schwierig zu akzeptieren, weil in unserer Welt ein solches Herangehen unüblich ist, aber so funktioniert es eben im Spirituellen. Denn alle Zustände werden dem Menschen nicht dafür gegeben, dass er sie korrigiert, sondern um sich selbst zu korrigieren. Und um sich selbst zu korrigieren, muss man sich über jeden beliebigen Zustand erheben, das heißt, sich immer im Glauben über dem Verstand aufhalten.

Jedes Mal, wenn ich ein falsches, nicht wahrhaftes Verständnis oder eine solche Eigenschaft empfinde, nehme ich in ihrer Form eine Einladung wahr, über sie hinaufzusteigen. Folglich erkenne ich, dass alles, was mir zustößt, nur deshalb geschieht, damit ich meine eigenen Mängel offenbare. Ihre Behebung und die Korrektur erfolgen dann bereits auf der nächsten Stufe, weil sie im gegenwärtigen Zustand unmöglich zu verwirklichen sind.

Alle Probleme, die ich bezüglich meiner selbst, dieser Welt, der Freunde und dem Schöpfer offenbare – wobei der Schöpfer mir als böse und unvollkommen erscheint – sind in Wirklichkeit Markierungen der Stellen, über die ich mich erheben soll, um das Geben zu erlangen. Auf diese Weise werde ich immer vorankommen, bis hin zum vollkommenen Geben.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 18.04.2012

Meine Helfer: Unzufriedenheit und Hass

Kongress in Vilnius. Lektion 2

Frage: Wenn wir beginnen, uns zu vereinigen, so treten bei uns negative Gefühle auf: Unzufriedenheit oder sogar Hass. Wie arbeiten wir mit ihnen richtig?

Meine Antwort: Man sollte die Welt in zwei Teile aufteilen. Auf den Teil, der in meiner Selbstsucht erscheint, und auf den Teil, den es in Wirklichkeit gibt.

Wie ist die Welt in Wirklichkeit? Sobald wir sie in unserem gemeinsamen Gefäß enthüllen haben, werden wir erkennen, dass sie vollständig mit dem höheren Licht ausgefüllt ist und sich in absoluter Vollkommenheit befindet. Und es gibt nichts darin, was man korrigieren müsste. Das heißt, wir sollen nur unsere persönliche Einstellung gegenüber der Welt, unsere persönliche Wahrnehmung der Welt korrigieren.

Deshalb sollte man die Welt in zwei Dimensionen aufteilen. Die Welt, wie sie uns durch das Prisma der Selbstsucht erscheint, und die Welt, die sich in Wirklichkeit außerhalb von uns befindet. Sie ist einfach das höhere Licht, das sich in absoluter Ruhe befindet, und über eine einzige Eigenschaft – die Eigenschaft des Gebens und der Liebe – verfügt.

Deshalb müssen wir diese zwei Empfindungen, die irreale und die reale, sorgfältig auseinanderhalten. Eine der Empfindungen ist negativ, sie beinhaltet den Reiz, die Unzufriedenheit, den Hass, sogar die Wut, die absichtlich entstehen, damit wir uns über sie erheben. Darüberhinaus sollten wir die Gruppe als etwas Absolutes und Vollkommenes wahrnehmen und alle Freunde als die Größten in der Welt betrachten, die sich in der vollständigen Korrektur befinden. Folglich soll ich mich an sie wie ein Embryo an die Mutter anschließen. Dabei ist es unbedeutend, was sie sagen oder wie sie auf mich wirken, denn alle diese Hindernisse werden mir absichtlich gegeben, damit ich über diese hinaus in die Gruppe eintreten kann, um mich innerhalb der Freunde aufzuhalten. Dabei soll ich sie mir in absoluter Vollkommenheit, und in Ruhe befindlich vorstellen, mit mir in ihrer Mitte.

Auszug aus der 2. Lektion des Kongresses in Vilnius, 23.03.2012


Die Beschreibung des gesamten Weges in einem Wort

Frage: Wenn die Tora die unsere Instruktion für den spirituellen Weg ist, wie können wir dann ihr folgen, wenn wir nichts außer dieser Welt empfinden können?

Meine Antwort: Vor allem müssen wir erst aufsteigen. Die Tora ist nicht für die Menschen in dieser Welt geschrieben, nicht für die Menschen, die sich unterhalb des Machsom befinden. Sogar, wenn sie von irgendwelchen Ereignissen in dieser Welt erzählt – seien es der Auszug aus Ägypten, die Urväter oder Babylon – und den wahrhaften Sinn des Gesagten kann nur derjenige enthüllen, der sich in der spirituellen Arbeit, also über dem Machsom befindet.

Alles hängt vom Niveau der Offenbarung der spirituellen Begriffe ab. Zum Beispiel gibt das Buch Sohar dem Wort „Bereschit“ eine solche Erklärung (Am Anfang), die den ganzen spirituellen Weg vom Anfang und bis zum Ende beinhaltet.

Auszug aus der Lektion nach dem Artikel von Rabasch, 15.04.2012

Eine grenzenlose Welt

Frage: Welchen Sinn haben die endlosen Übergänge von einem Zustand hinüber in den nächsten, deren Ende nicht abzusehen ist?

Meine Antwort: Irgendwann wird diese Kette zu Ende gehen. Jedesmal erlangst du eine andere Dimension, als ob die Welt sich ausbreiten würde, und du dich in einem quadratischen Raum aufhalten würdest. Und daraus steigst du in den Raum hinauf, der sich auf einer noch höheren Stufe befindet, und so weiter und weiter hinauf, als ob man von einem Himmel in den anderen hinaufsteigen würde. Dabei werden Zeit, Bewegung und Raum auf jeder vorangegangenen Stufe (die die Grundlage bildet) bezüglich der höheren Stufe für dich fest und unbelebt.

Immer wieder erlangst du zwischen den zwei Augenblicken des Wechsels von einer Stufe zur nächsten die neue Dimension. Dabei wird die gesamte vorhergehende Stufe für dich unwichtig und verliert ihre Lebenskraft, gleich unserer Welt. Das ganze Leben wird gerade während des Überganges empfunden; deshalb unterscheidet sich dieses Lebensgefühl so sehr von dem Leben, das wir jetzt empfinden.

Wir befinden uns außerhalb der Spiritualität gerade deswegen, weil wir in einem konstanten Zustand wie in einem Kokon eingeschlossen sind. Und später wirst du plötzlich durch das winzige Loch in die riesige Welt herausgerissen werden. Aber dieses Loch existiert in der Realität noch nicht – du sollst es infolge des stufenweisen Übergangs selbst erschaffen.

Infolge dieser Übergangszustände entwickelt sich eben der spirituelle Parzuf des Menschen. Dieser Parzuf weist eine qualitative Struktur auf, die sich aus deinen Bemühungen beim Vollbringen solcher Übergänge bildet. Deshalb existiert er nicht selbständig in der Realität – es gibt nur seinen Träger, auf dem er sich später aufbauen kann.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 17.04.2012

Wenn alle Zweifel sich auflösen

Frage: Wie kann ich überprüfen, ob meine Handlungen wirklich um des Gebens willen erfolgen, und das nicht nur eine Illusion ist?

Meine Antwort: Wenn es wirklich eine Handlung des Gebens wäre, hättest du keine Zweifel, weil der Schöpfer darin enthüllt werden würde, daran in eben dem Maß teilhaben würde, in dem du an Ihn geben willst.

Das Ziel einer Handlung des Gebens ist, an den Schöpfer zu geben. Es ist unmöglich, das ohne den letztlichen Empfänger zu tun. Falls eine solche Handlung stattfindet, wirst du entdecken, in welchem Ausmaß du wirklich an den Schöpfer gibst, was bedeutet, dass du Ihn entdecken wirst.

Zunächst wird die Offenbarung im Verborgenen stattfinden: zu Geben, um zu Geben. Es ist für uns schwer zu verstehen, was das heißt, denn die Absicht zu Geben um des Gebens willen ist Bina, eine Handlung, die von unserem Verlangen zu Empfangen losgelöst ist. Wir können uns die Absicht, zu Empfangen um des Gebens willen irgendwie vorstellen als etwas, das uns entgegengesetzt ist. Aber wenn das ausschließlich geschieht, um zu geben, ist es unmöglich zu verstehen, wie man ohne Verbindung zu den eigenen Wünschen leben kann, als würde man in der Luft hängen.

Einigkeit – oben und unten

Frage: Unser Verlangen sollen wir von der Gruppe, sowie von den Massen empfangen. Worin besteht hier der Unterschied?

Meine Antwort: Es gibt unsere Gruppe – Bnei Baruch (BB), und es gibt die Völker der Welt. Selbst wenn in Zukunft die Einheit der Völker erreicht wird, kann sie nur einen Schrei, der nach oben gerichtet ist, bewirken. Sie vereinen sich, um sich an uns anzuschließen. Unsere Einheit ihrerseits schließt sich dem Einzigen an.

Also, es gibt die Vereinigung des Volkes, es gibt die Vereinigung von uns untereinander, und es gibt die Vereinigung von uns mit dem Volk. Für letztere ist die innere Einheit unten und die innere Einheit oben notwendig, dann werden wir alle vereinigt und bilden ein Ganzes mit dem Schöpfer zusammen.

So sollen wir, wie die drei oberen Sefirot von Bina (GAR de Bina- Gimel Rishomot de Bina), die Korrektur ihren unteren sieben Sefirot (SAT de Bina-Seir Anpin Tiferet de Bina) gewährleisten.

Frage: Bedeutet das, dass es zwei Niveaus der Korrektur gibt: wir vereinigen uns, um die Eigenschaft des Gebens zu erreichen, und die Massen sollen ihren Egoismus auf dem materiellen Niveau korrigieren?

Meine Antwort: Dort unter dem Volk korrigieren wir nichts. Wir verbinden uns mit den Menschen und nehmen ihre Verlangen in uns auf. Diese Verlangen helfen uns, noch stärker vereinigt zu werden und die Verbindung mit der höheren Kraft, mit dem Licht herbeizuführen. Das Licht seinerseits wirkt durch uns auf das Volk ein.

Im Endeffekt wir verwirklichen die Arbeit, und nicht die Massen tun es. Sie sind selbst nicht in der Lage, diese Arbeit zu leisten, sie geben an uns das Bedürfnis nach Korrektur weiter, sonst nichts. Es ist richtig, dass auch sie, wie wir, nach Vereinigung streben sollen, aber realistisch gesehen ist niemand dazu in der Lage, nicht einmal wir. Nur das Licht realisiert die Verbindung. Deshalb ist das Wichigste, dass sie verstehen: ohne Einheit unter ihnen ist ein gutes Leben nicht erreichbar.

Und wir werden dieses Bedürfnis aufgreifen, wir werden von ihrer Bitternis durchdrungen werden und sie schließlich in ein Gebet umwandeln.

Auszug aus der Lektion nach einem Artikel von Rabasch, 08.04.2012

Das Licht der Freiheit am Horizont

In „Exil“ (Galut) fehlt nur der Buchstabe Aleph, um die Erlösung (Geula) zu erreichen. Dieser Buchstabe symbolisiert das Auftreten des Schöpfers, das wirkliche Empfinden der Erscheinung der Eigenschaft des Gebens und der Liebe, die wir an demselben Ort empfinden, an dem wir während unserer Zeit im Exil uns so sehr danach gesehnt haben, sie zu erleben und zu fühlen, wie sie die Leitung übernimmt und uns füllt.

Deshalb besteht unsere ganze Arbeit darin, die Erlösung im wahren Sinn des Wortes herbeizusehnen. In dem Moment, in dem wir sie uns so konkret wie möglich vorstellen, so sehr wir eben können in unserem Egoismus, der dem Geben so entgegengesetzt ist, und in dem Maß, in dem wir näher an das herankommen, was Liebe, Geben, Verbindung, Gegenseitigkeit und ein gemeinsames Herz anstatt vieler einzelner Leute genannt wird – in diesem Maß werden wir der Erlösung näherkommen.

Wir sollten uns diese Struktur vorstellen, die Form, das Verlangen, den Mangel, all seine Details und Komponenten, so genau wie wir können. Jeder sollte sich in dieser Richtung Gedanken machen. Das ist schon die ganze Arbeit, mit der wir die Zeit beschleunigen und die Erlösung erlangen werden – die Enthüllung des Schöpfers – schon bald.

Wir müssen ein spirituelles Gefäß vorbereiten, das uns in die Lage versetzen wird, ein großes Verlangen darin aufzubauen, und uns schon fast die erhoffte Form, das zukünftige Bild vorzustellen, während wir es herbeisehnen.

Die weiblichen und männlichen Kräfte – Die Bedingung des spirituellen Aufstiegs

Kongress in Vilnius. Lektion 2

Wir studieren die Rolle des Mannes und der Frau in ihrem Ursprung, im System der spirituellen Welten. Wir sollen aus diesem System und nicht aus unserer Welt die Beispiele nehmen.

Auch wenn es in unserer Welt viele Theorien gibt, können wir dennoch erkennen, dass wir bis heute nicht wissen, worin eigentlich die richtige Rolle des Mannes und der Frau besteht. Deshalb ist unsere Welt so zerrüttet.

In der Spiritualität gibt es die Eigenschaft des Gebens – „Bina“, wir sollen unsere Eigenschaften dieser angleichen. Dazu sollen wir auf solch summarische Weise vereinigt werden, dass die Kraft der Vereinigung „Zeir Anpin“ erreicht, denn „SA“ wird uns zu „Bina“ erheben. Es ist ein sehr kompliziertes System mit einer Menge einzelner Elemente. Es lenkt uns, daraus steigen alle Signale zu den Seelen nieder. Diese Signale wirken auf uns und wir steigen folglich zu diesem System auf.

Laut diesem System gibt es in der Welt zwei Kräfte – die weibliche und die männliche Kraft. Es ist unmöglich, nur mit Hilfe einer Kraft aufzusteigen. Nur der richtige Einsatz von beiden Kräften schafft die notwendigen Bedingungen für den Aufstieg.

Der weibliche Anfang bildet das riesige Verlangen. Dieses Verlangen kann aber nicht selbständig realisiert werden, da es einfach ein Wunsch ist, der keine Möglichkeit für die eigene Realisierung hat. Neben diesem Wunsch befindet sich eine andere Kraft – die Männliche. Seitens der Frau besteht die Notwendigkeit des Aufstiegs und deshalb treibt sie de männlichen Teil Richtung Ziel. Die Frau bringt also ihr riesiges Verlangen mit, sie begeistert, motiviert, betet und formt. Sie stößt die Männer voran, wie die Mutter ihre Kinder für die Schule, oder die Frau die ihren Mann auf die Arbeit vorbereitet. Sie schafft die Bemühungen, dank welchen sie sich entwickeln können, anderenfalls würden sie nicht aufsteigen können.

Wenn die Männer das weibliche Verlangen spüren, können sie es realisieren und aufsteigen. Die Frau symbolisiert einen Mangel der Füllung, das riesige Verlangen, ohne welches buchstäblich nichts existieren kann. Und der Mann ist eine Kraft, die diesen Mangel in die Triebkraft umwandelt und den Schöpfer erreicht. Mit Hilfe jenes Wunsches, den er vom weiblichen Teil empfangen hat, erreicht er den Schöpfer. Er und sie zusammen richten dieses Verlangen zum Schöpfer und miteinander realisieren sie diesen Wunsch.

So war es in unserer Welt früher. Der Mann ging auf die Jagd hinaus und brachte seine Beute nach Hause. Heute geht er arbeiten und bringt sein Gehalt nach Hause. So existiert die Familie, so existiert die Welt. In unserer Gruppe dürfen wir diese natürlichen Bedingungen nicht verletzen. Anderenfalls werden wir dem höheren System nicht gleich werden. Wir sollen die ganze Zeit die Gleichheit mit dem höheren Parzuf anstreben.

Deshalb brauchen wir das weibliche Verlangen, die weiblichen Anstrengungen und ihr Gebet, das aus der Tiefe des Herzes ausgeht. Mit schweigsamen Verlangen können die Frauen die Männer so beeinflussen, dass diese förmlich spüren, wie die Frauen sie anschreien, wobei sie in Wirklichkeit kein einziges Wort aussprechen, sondern es einfach nur schweigsam verlangen. Die Männer werden das weibliche Verlangen empfinden.

Der Mann hat die Möglichkeit, das Verlangen der Frau so zu empfinden, dass er gleich dieses Verlangen realisieren will. Er muss dieses Chissaron realisieren – so sind wir veranlasst. Wenn wir unsere gemeinsamen Wünsche richtig ausrichten, werden wir gewiss das Ziel erreichen.

Ohne Frauen ist die Bewegung vorwärts unmöglich. Sie provozieren diese Bewegung, sie reagieren schnell auf die Veränderungen in der Welt und auf unsere Methodik. Die Männer sollen sich untereinander verbinden und diese Methodik realisieren. Warum? Weil die Kraft, die uns nach oben zieht, die Kraft des Gebens ist. Von den Frauen kommt der Mangel, das Bedürfnis, und die Männern generieren aus diesem Mangel die Kraft des Gebens.

Auf diesem Prinzip bauen wir unsere Gruppen auf.

Auszug aus der 2. Lektion des Kongresses in Villnius, 23.03.2012

Alles fängt mit der Frau an

Kongress in Vilnius. Lektion 2

Frage: Inwiefern ist die praktische Arbeit der Frauen wichtig? Inwiefern ist es zum Beispiel wichtig, dass die Frauen an den Seminaren auch teilnehmen und diese Zeit nicht für andere Angelegenheiten nutzen?

Meine Antwort: Die Männer für sich alleine können nichts bewerkstelligen. Absolut nichts!

Sie können sich versammeln und singen oder einfach stehen, und das ist auch gut so, aber das ist nur die Vorbereitung. Die richtige Arbeit kann nicht ohne einen starken weiblichen Teil erfolgen, der gleichzeitig das Streben zum Ziel erzeugt. Wir sehen es überall und immer wieder. In der Geschichte gibt es eine Menge von Beispielen. Es hat seinen Ursprung im System der Parzufim der höheren Welten: wenn wir dieses Verlangen zur Malchut nicht erheben, dann entwickelt sie sich nicht und es wird auch nichts geschehen. Die Frauen müssen ihre Arbeit sehr ernst nehmen.

In erster Linie widme ich meine Aufmerksamkeit dem weiblichen Teil, weil alles mit der Frau anfängt. Ich bitte Sie sehr, zu verstehen, dass hier tatsächlich alles von den Frauen abhängig ist. Die Männer kann man „aufmuntern“, man kann sie beeinflussen und die Frau weiß das sehr gut. Die richtige Beeinflussung des männlichen Teils besteht darin ihn auf das Ziel auszurichten. Die Frauen können es buchstäblich mit ihrem Wunsch oder einem Halbwort machen. Für sie ist es sehr einfach, für die Männer dagegen sehr schwierig. Es ist unmöglich für einen Mann ohne Hilfe der Frau aufzusteigen.

Deshalb existierte in der Kabbala immer ein Gesetz das besagte, dass ein unverheirateter Mann nicht zum Studium zugelassen werden kann. Denn ohne ein weibliches Verlangen neben ihm, das daran denkt, dass er vorankommen wird, kann er nicht wirklich aufsteigen.

Auszug aus der 2. Lektion des Kongresses in Vilnius, 23.03.2012

Die Schwelle der Lichtsensibilität

Frage: Wenn ich die Kabbala im Internet studiere, also – virtuell, werde ich dann genauso der Einwirkung des Lichts, das zur Quelle zurückführt, ausgesetzt?

Meine Antwort: Sogar in unserer materiellen Welt gibt es besondere Teilchen – Neutrinos, welche sich durch die Materie frei bewegen und dabei ihre Geschwindigkeit nicht verlieren.

Das höhere Licht befindet sich in absoluter Ruhe. Diese Erscheinung hat keine Hindernisse in unserer Welt, sie befindet sich über unserer Natur. Wenn wir also die Einwirkung des Lichts hervorrufen wollen, müssen wir uns dem Licht angleichen, das heißt unsere Eigenschaften ihm ähnlich machen. In diesem Maß werden wir ins Licht integriert und empfangen die Resultate seiner Wirkung. Deshalb ist unsere Arbeit darauf ausgerichtet dem Licht in seinen Eigenschaften gleich zu werden.

Das Licht hat keine Form. Unsere Gefäße, d.h. unsere Verlangen sollen die Eigenschaften des Lichts empfangen. Das Verlangen zu genießen besteht aus mehreren Schichten, Stufen. Deshalb verläuft sein Aufstieg zur Gleichheit mit dem Licht etappenweise. Unsere Aufgabe besteht darin dem Licht immer ähnlicher zu werden. Denn das Ziel der Schöpfung ist die Erreichung der vollständigen Gleichheit mit dem Licht. Davon abgeleitet, bedeutet der Titel unserer Wissenschaft: „Kabbala“ – „Empfangen“. Sie unterrichtet uns darin wie wir in uns Eigenschaften des Lichts heranbilden und Ihm dadurch gleich werden.

Auszug aus der Lektion nach dem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 12.04.2012