Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Schritt entgegen

Man soll sich ständig bemühen, daran zu denken, dass alles, was mit uns geschieht, nicht die Folge unseres blinden Schicksals ist, sondern vom Schöpfer kommt, außer Dem es niemanden in der Welt gibt. Und wenn ich mich plötzlich an den Schöpfer erinnere, kommt dieser Gedanke auch nicht zufällig, sondern weil der Schöpfer es so will. Deshalb soll ich dafür dankbar sein, dass Er mich diese besondere Beziehung empfinden lässt, die mir von Oben gegeben wird, um darauf entsprechend zu reagieren. Es bedeutet, dass der Schöpfer mich an Sich angenähert hat.

Diese Annäherung kann sowohl unangenehm als auch gut empfunden werden. Denn die Empfindung erfolgt in meinem Verlangen zu genießen. Und wenn die Empfindung angenehm ist, dann soll ich daran arbeiten und versuchen, für den Schöpfer etwas Angenehmes zu tun.

Die angenehme Empfindung ist allerdings ein Problem, denn dadurch genießt unsere Selbstsucht und wird vom Stolz erfüllt. Dabei genieße ich entweder meine erhobene Stimmung oder die Befriedigung meines Strebens nach Ehre, Macht und Wissen. Unter solchen Bedingungen fällt es mir schwer, mir bewusst zu werden, warum ich mich plötzlich zum Schöpfer hingezogen fühle. Ob die Anziehungskraft wegen meiner Selbstsucht empfunden wird, weil es mir jetzt gut geht und sie mich vorwärts stößt, damit der Schöpfer meinen Stolz, meinen Durst nach Macht und Ehre ausfüllt?

Es fällt mir viel einfacher und leichter, mich auf den Schöpfer zu beziehen, wenn ich gerade keine Füllung und sogar im Gegenteil, die Dunkelheit empfinde. Denn ich bekomme dann keine Kompensation für das Verlangen zu genießen. Selbst wenn ich in dieser Situation nur eine kleine Bemühung tun werde, um mit dem Schöpfer zu verschmelzen, und dabei kein Genuss empfinde, dann kann ich mich über meine Selbstsucht erheben.

Somit ergibt sich, dass die schwachen Menschen gerade in die Finsternis geführt werden, damit sie aus dieser Dunkelheit hinaufsteigen und im Glauben über dem Verstand arbeiten können. Denn sie bekommen nichts im Verstand – alles ist dunkel. Deshalb wird es gerade auf diese Weise dem Menschen möglich, sich zu entwickeln.

Die starken Menschen dagegen empfinden die Belastung des Herzens, werden durch Erfolge im Erhalten des Geldes, der Macht, des Wissens erprobt. Der Mensch fühlt das Licht, das heißt die Füllung in all diesen Verlangen, soll aber dennoch über sie hinaufsteigen und sich nicht zwecks der Belohnung mit dem Schöpfer verbinden, die er jetzt für die Selbstsucht bekommen hat. Und das ist eine sehr schwere Arbeit.

Es ist gesagt: „Rufen Sie nach dem Schöpfer, während Er in der Nähe ist!“ Aber in der Nähe wovon: von meinem Verlangen zu genießen oder von der Möglichkeit, sich über Ihn zu erheben?

Möglicherweise lässt mich der Schöpfer die unangenehme Empfindung verspüren, will mich aber dadurch an Sich annähern und mir helfen, zu Ihm über meiner Selbstsucht hinaufzusteigen. Indem er mir allerlei Füllungen in den materiellen, egoistischen Verlangen gibt, wird Er mir nicht näher, sondern im Gegenteil, Er entfernt sich von mir. Oder Er kommt dann näher, wenn ich mich trotz aller egoistischen Versuchungen mit Ihm verbinden will.

Alles wird bezüglich des Menschen bewertet, der seine Zustände prüft und analysiert. Das Wichtigste ist seine innere Arbeit, wie er alle Zustände entziffert und über sie hinaufsteigt, wie er dabei den Schöpfer rechtfertigt, der ihm entgegenkommt. Er begreift, dass der Schöpfer den ersten Schritt ihm entgegen gemacht hat. Und wenn der Mensch es versteht, dann nimmt er jeden beliebigen Zustand an, den besten und den optimalsten für die Annäherung an den Schöpfer. So kommen sie mit jedem Schritt einander näher.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Shamati“, 07.06.2012

Im Magnetfeld des Gebens

Frage: Was ist der Glaube in der Wissenschaft der Kabbala?

Meine Antwort: Der Glaube bedeutet das Geben über dem Empfangen. Wir verwenden die Kraft des Glaubens, weil im Menschen die Kraft des Gebens nicht existiert – er soll sie vom Schöpfer erhalten. Infolge des Einflusses des Höheren Lichtes auf den Menschen entsteht in seinem Inneren die Fähigkeit zu geben.

Es gleicht einem Magneten, der ein Stück des Metalls festhält. Die Fähigkeit des Gebens entsteht im Menschen nur, weil sie sich unter der Einwirkung des Höheren Lichtes befindet, und deshalb heißt es der Glaube. Denn er soll diesen Eindruck vom Licht von Oben bekommen, um folglich die altruistischen Handlungen sowie die uneigennützigen Berechnungen zu begehen. Deshalb heißt es der Glaube.

Wenn das Geben aus seinen eigenen Kräften erfolgen würde, so würde es nicht Glauben heißen. Aber es existiert nur unter der Bedingung, dass das Höhere Licht dem Menschen seine Eigenschaft verleiht und darin die Fähigkeit zu geben erschafft. Die Eigenschaft des Gebens beim Geschöpf kommt infolge seiner Ähnlichkeit mit dem Höheren Licht, vom Streben zum Höheren und heißt deshalb der Glaube.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 04.06.2012

Die glückliche Kindheit im Schatten des Schöpfers

Frage: Was bedeutet es, im Glauben über dem Verstand zu arbeiten?

Meine Antwort: Die Arbeit im Glauben über dem Verstand ist das Geben. Das heißt, ich will zum Gebenden werden, die Form des Schöpfers annehmen, die Liebe verspüren, mich über die Selbstsucht zu erheben, mich für das Wohl der anderen einzusetzen, mich mit anderen zu verbinden. Es bedeutet, dass ich das Geben mehr als die eigenen Eigenschaften des Empfangens schätze.

Vor allem möchte ich aus der Macht meines egoistischen Verlangens herausgerissen werden und mich darüber erheben. Es bedeutet, dass ich die Ägyptische Sklaverei verlasse und die Eigenschaft Bina über Malchut erreiche. Und wenn ich davon befreit wurde und mich über dem Ego so erhoben habe, dass es mich nicht mehr fesseln kann, dann kann ich sogar beginnen, mit diesem Verlangen zu arbeiten.

Die Stadien des Embryos (Ibur) und der Ernährung (Yenika) symbolisieren den Aufstieg über dem Verlangen zu genießen. Und der erwachsene Zustand (Mochin) ist schon die Arbeit innerhalb dieses Verlangens. Die Arbeit am Verlangen zu genießen erfolgt im Zittern, im Geben zwecks des Gebens (Chafez Chessed), in den Eigenschaften von Bina infolge der Verschmelzung mit dem Schöpfer, in Seinem Schatten, wie das Kleinkind, das die Mutter umarmt und sich der Mutter vollständig hingibt. Folglich bekommt es die Kräfte, über seine Selbstsucht hinaufzusteigen.

Und später, wenn das Kind erwachsen wird, kann es schon selbst mit der eigenen Selbstsucht arbeiten. Dieser Zustand heißt schon die „Rückkehr mit der Liebe“.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 04.06.2012

Müdigkeit, Schweigen und sonstige Probleme

Kommentar: Nehmen wir an, dass während des Seminars ein Mensch eingeschlafen ist, aber niemand übernimmt die Verantwortung um ihn aufzuwecken.

Meine Antwort: Du sollst den Freund immer helfen. Wenn er eingeschlafen ist, wirst du dich etwa darum bemühen, dass er sich jetzt ausschlaffen kann? Es ist doch schade um seine Zeit!

Im Prinzip stört sein Schlaf nicht, besonders dann, wenn er krank oder müde ist, er schaltet sich trotzdem zusammen mit uns in den Prozess ein. Aber wir sollen daran denken, dass er lieber die Kraft und die Mühe investiert um davon mehr gewinnen bzw. profitieren kann. Deshalb ist es besser ihn aufzuwecken.

Frage: Kann der Mensch während des Seminars einfach nur schweigen?

Meine Antwort: Es gibt Menschen, denen es schwer fällt nur einen Satz, vor allen in einer Runde zu sagen, es fällt ihnen sehr schwer, sie müssen sich ständig überwinden. Es gibt verschiedene Zustände: manchmal können sie viel sprechen und können nicht aufhören und manchmal kriegen sie nicht mal ihren Mund auf.

Man muss sich dazu zwingen, etwas Druck auf sich selbst auszuüben. Wenn der Mensch das nicht macht, wird er nicht die Motivation haben, um zu verstehen worum es im Seminar geht und kann sich nicht an der allgemeinen Diskussion beteiligen.

Er muss das Gefühl der Angst haben, einen Druck von Innen, Furcht und Scham verspüren. Das wird ihn nach vorne bringen! Und warum brauchen wir alle diese Eigenschaften? Wie würden wir uns ohne sie entwickeln?

Kommentar: In der Fokus-Gruppe saßen Männer mit Erfahrung, und es war erstaunlich zu sehen, dass der Mensch wie ein Kind sein kann und die ganze Zeit alles von Neuem beginnt.

Meine Antwort: Bezüglich der spirituellen Welt gehen wir immer auf eine neue Ebene zu und werden quasi „neugeboren“, darin ist absolut nichts bekannt, du beginnst alles von Neuem: neuer Sinn, neuer Geschmack, alles ist dir neu.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 27.05.2012

Die integrale Verbindung im Visier

Frage: Auf was sollen wir uns jetzt konzentrieren? Worauf sollen wir besser unser Engagement richten? Ich meine damit sowohl die Verbreitung, als auch die Gruppenarbeit.

Meine Antwort: In der Gruppenarbeit müssen unsere Bemühungen und Anstrengungen auf unsere Seminare am Sonntag gerichtet sein.

An anderen Tagen sollen es noch irgendwelche Unterrichte sein. Ich sehe, dass es einige Gruppen gibt, die das sehr ernst nehmen. Die Unterrichte sind in der Regel so angeordnet, dass sie der Verbindung dienen. Nahezu im gesamten Kursmaterial ist die Rede davon. Selbst in der „Lehre der zehn Sefirot“, wird über die Verbindung gesprochen, über die Beziehung zwischen den Seelen. Alles, was da beschrieben wird, betrifft nur die Verbindung bzw. die Beziehung der Seelen in einem einzigen System.

Darüber hinaus haben wir Kurse für die Lektoren der Bewegung „Gegenseitige Verantwortung“ geschaffen, darin werden die Lektoren für 99% vorbereitet. Sie werden später zu den Leitern und Organisatoren von Seminaren, runden Tischen, etc. sein. Bis zum heutigen Tag sind etwa 300 Menschen dafür ausgebildet und es kommen immer wieder Neue hinzu – es kommt also die nächste Welle.

In unserem Land haben wir einen Zustand erreicht, in der wir ständig als Dozenten, Berater für die Bildung in Schulen, Betrieben, im Rathaus und anderen Orten eingeladen werden.

Ich denke, dass die durch uns vorbereiteten Experten, innerhalb von wenigen Monaten im Stande sein werden, verschiedene Organisationen beitreten zu können. Denn in jedem Fall, nähern wir uns einem Zustand, in dem kein Geschäft betrieben werden kann, wenn dieses nicht intern reorganisiert wird und die Leute nicht in gewisser Weise, richtig untereinander in kleine integrale Gemeinschaften zusammengefasst werden. Ohne diese Bemühungen wird nichts funktionieren!

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 27.05.2012

Die Liebe ist eine Brücke über dem Hass

Die gesamte Realität wird in drei Teile aufgeteilt: es gibt mich, sowie einen spirituellen Funken in mir, der mich beunruhigt und zwingt, noch eine weitere Realität zu enthüllen und es gibt die mich umgebende Welt.

Die mich umgebende Welt wird aufgeteilt in nahestehende oder fremde Menschen, auf die unbelebte Natur, Pflanzen und Tiere. Dahinter verbirgt sich die Höhere Kraft. Ich nehme die gesamte sichtbare Realität außerhalb von mir wahr, als ob ich zu ihr keinen Bezug hätte. Es sind aber die Teile von mir, die ich wegen dem Zerbrechen das in meinem Bewusstsein und in der Empfindung geschah, nicht empfinde.

Als ob ich die schmerzstillende Injektion in die Hand bekäme, und sie dadurch an der Sensibilität verloren hätte, so das ich dadurch nicht fühlen könnte, dass es meine Hand ist. Man könnte sie sogar abschneiden, und ich würde es nicht bemerken, da die Narkose so stark ist.

Ebenso empfinde ich die ganze Welt, als ob sie keinen Bezug auf mich nehmen würde.
Meine Arbeit besteht eben darin, gegen diese Narkose, gegen diese Empfindung zu kämpfen.

Es wurde absichtlich so gemacht. Wenn ich daran denke, dass diese Welt nicht mir gehört, als ob ich eine Narkose gegen meine eigene Selbstsucht bekäme, dann kann ich mich zu ihr altruistisch verhalten, als ob ich sie an einen Fremden geben würde. Ich kann lernen, diese Welt zu lieben.

Ich soll keine Selbstliebe entwickeln, denn ich mag mich selbst sowieso egoistisch. Aber jetzt kann ich lernen, andere zu mögen, die von mir mithilfe dieser Narkose, dieser Illusion des Zerbrechens abgetrennt sind. Denn die Liebe ist die Eigenschaft des Schöpfers, und nicht die Eigenschaft der Schöpfung.

Infolge des Zerbrechens ermöglicht uns der Schöpfer, eine solche Eigenschaft zu bekommen, die unserer Natur nicht eigen ist, die wir von Anfang an nicht besitzen. Wir verstehen überhaupt nicht, was die Liebe ist. Wenn ich aber versuche, die Menschen und die Außenwelt, wie mich selbst zu lieben, das heißt die Nächstenliebe zu entwickeln, dann führt diese innere Arbeit zur Empfindung der wahren Liebe.

Ich arbeite gegen die Selbstsucht. Es gibt mir besondere Kraft, die die ganze Zeit meinem Egoismus widersteht. Auf diese Weise geschieht der Kampf zweier Kräfte, die in zwei verschiedenen Richtungen gelten. Das Verlangen zieht den Genuss zu sich heran, aber über ihm gibt es den Schirm (die Kraft meines Widerstands), der diesen Genuss abstößt und bereit ist, ihn nach oben zu geben.

Infolge der Wechselwirkung dieser Kräfte kann ich folglich begreifen, was es tatsächlich heißt, einen Fremden und nicht das eigene Kind, den Hund oder den eigenen Körper zu lieben.

Je weiter ich mich entwickle, desto größer wird mein Hass gegenüber meinem Nächsten – aber ich entwickle darüber die Kraft der Liebe. Nur diese Empfindung ist eben die Liebe, wenn sie über dem Hass erhoben wird. Wie es heißt: „Alle Verbrechen wird die Liebe verhüllen“. Aufgrund vom Zusammenstoß zweier entgegengesetzter Eigenschaften, kann die Schöpfung die Eigenschaft des Schöpfers erlangen. Anderenfalls wäre es unmöglich und wir würden für immer innerhalb der Natur bleiben, aus der wir geschaffen wurden.

Wenn wir wie die Schöpfung (Niwraim) werden wollen, dass heißt uns zu selbständigen Persönlichkeiten entwickeln, die sich außerhalb des Schöpfers (Bar) befinden, und gleichzeitig Seine Eigenschaften und den höheren Zustand erreichen wollen, dann sollen wir in unserem Inneren solchen kämpfenden Mechanismus aufbauen. In unserem Inneren werden immer zwei entgegengesetzten Kräfte gelten: die Kraft des Verlangens zu genießen und die Kraft des Gebens, die wir eigenständig über dem Egoismus entwickeln können, also die Liebe über dem Hass.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 01.06.2012

Das Licht ist gleich, die Verkleidungen sind verschieden

Ein Prozent der Menschheit, das den Schöpfer enthüllen möchte, muss die Verbindung zwischen Ihm und allen anderen herstellen. Eben dafür wurde uns dieses Verlangen gegeben. In Wirklichkeit verbirgt sich das Schöpfungsziel gerade in den 99%, während ein Prozent die Erweckung erhält, um nach dem direkten Willen des Schöpfers zu handeln. Somit besteht unsere einzige Aufgabe darin, den 99% zu dienen.

Frage: Ihr Ziel ist ein gutes Leben in der materiellen Welt mittels der Methode der Bürgschaft und der Vereinigung. Und unser Ziel ist der Schöpfer. Wie passt das zusammen? Wie lassen sich im Endeffekt diese zwei Ziele – das materielle und das spirituelle – vereinen?

Meine Antwort: Für dich ist dieses Ziel spirituell, weil du das Licht anziehen und den Schöpfer enthüllen musst, um etwas zu haben, was du an die anderen weitergeben kannst. Dabei gibst du das Licht bereits in einer entsprechenden Verkleidung an sie weiter.

Auch wir selbst empfangen das höhere Licht eingekleidet in unser umgebendes Licht. Und die Massen bekommen von uns die Kraft, die Anleitung und die Lösungswege eingekleidet in die Methode der Bürgschaft und der Vereinigung. Selbst wenn ihr Ziel materiell ist, wirkt das Licht dennoch von innen, geht durch uns zu ihnen – und plötzlich nehmen sie Veränderungen im Verstand und in den Gefühlen wahr.

Unter der Einwirkung des Lichts spüren wir, dass sich etwas in unserem Inneren verändert hat. Die Welt erlebt das nicht, obwohl auch sie sich mit der Zeit verändert. Doch jetzt werden die Menschen auch Veränderungen spüren, die von einer gewissen inneren Kraft ausgelöst werden. Sie wird sie verändern, und plötzlich werden sie anfangen, die Welt mit anderen Augen zu betrachten, anders über die Geschehnisse und über sich selbst zu urteilen… Das ist das Resultat der Einwirkung des Lichts, das zur Quelle zurückführt. Eben dieses Licht vollzieht das aus dem Inneren heraus und nicht wir. Wir müssen lediglich die Verbindung zwischen dem Schöpfer und allen anderen herstellen. Die belebende Tinktur muss durch die ganze Schöpfung über den Kanal, der von der Unendlichkeit bis zur tiefsten Stufe führt, durchlaufen.

Letztendlich, wenn die Botschaft über die Einheit von uns kommt, wird sie unbedingt in die Tat umgesetzt, und die Situation beginnt sich zu verbessern.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 01.06.2012

Zeig dem Licht nicht deine Rückseite

Frage: Wenn ich mit meinem Zustand nicht einverstanden bin und mich verändern will, wo befindet sich dann jener Hauptschlüsselpunkt, auf den ich einwirken muss, um die Veränderung zu bewirken?

Meine Antwort: Wenn du die Veränderung hervorrufen wirst, dann sollst du verstehen, dass jeder spirituelle Aufstieg eine noch größere Vereinigung bedeutet. Nur wenn wir an die Vereinigung, an die Einheit denken, tragen wir zur eigenen Korrektur bei.

Aber wir vergessen es ständig und denken nicht daran, weil es unserem heutigen Zustand, unserer Selbstsucht, entgegengesetzt ist. Wir sind mit allem anderen, nur nicht damit einverstanden. Dieser Punkt der Vereinigung existiert für mich nicht, ich tue so, als ob ich ihn nicht erkennen würde. Ich kann ihn direkt vor mir haben und trotzdem nicht bemerken, weil er sich nicht im Fokus meiner Sehkraft befindet.

Die einzige Möglichkeit besteht in der Ausführung der mechanischen Handlungen in der Gruppe, dem eigenen Verlangen entgegen, weil solche Handlungen das umgebende Licht heranziehen.

Wir befinden uns in einer Welt, in der wir absichtlich falsch handeln können! Ich mag dich nicht, kann dich nicht ertragen, aber erkenne dennoch, dass ich keine andere Wahl habe, und beginne, dich zu umarmen. So umarme ich dich ungewollt und beginne plötzlich zu fühlen, dass meine Einstellung sich auch verändert.

In der spirituellen Welt ist diese Veränderung unmöglich, sie geschieht nur auf dieser niedrigsten Stufe unserer Welt. Du kannst in der spirituellen Welt niemanden umarmen, wenn du es dir vom ganzen Herzen nicht wünschst, ihn zu umarmen. Dort bedeutet eben das Verlangen die Handlung.

Aber in unserer Welt ist es anders, hier existieren das Verlangen und die Handlung abgesondert voneinander. Ich kann dich auch ohne Eigenwunsch umarmen, und das Licht wird dennoch mein Verlangen korrigieren, damit es meiner Handlung entspricht. Eine solche wunderbare Möglichkeit existiert nur in unserer Welt. Es ist die Welt der Lügen, die dennoch unserem Wohl dient.

Deshalb warte nicht ab, sondern handele. Je mehr du dich bemühen wirst, desto stärker wird das Licht leuchten. In jedem Augenblick, in welchem du verpflichtet warst, etwas zu tun, und es nicht getan hast, leuchtet dir das Licht von seiner Rückseite. Denn du hast dich von ihm abgewendet, statt ihm dein Gesicht zu zeigen. Wenn das Licht von der Rückseite leuchtet, infolge dieser Inversion, empfindest du den Schlag anstelle des Guten. Aber dieser Schmerz weckt dich auf und erzwingt im Endeffekt, richtig in Aktion zu treten.

Manchmal kommt es dem Menschen vor, als ob er wieder und in den selben Zustand zurückkehrt. Denn er erfüllt nicht das, worauf ihn das Licht hinweist, und kehrt dem Licht den Rücken zu. Und es dauert so lange, bis diese Rückseite des Lichtes einen so riesigen Umfang annimmt, die seine Leiden unerträglich macht. Dann wird er fragen: „Warum leide ich, mit welchem Ziel?“; er begreift, dass er damit etwas machen muss.

Die Rückseite des Lichtes wächst und vergrößert nicht nur meine Leiden, sondern verändert jedesmal ihren Charakter. Deshalb habe ich Probleme mit der Gesundheit, schlechte Stimmung, Leiden des Ehrgeizes, Scham, furchtbare Enttäuschungen. Dann erkenne ich, dass ich mich endlich verändern soll. Die Schläge wachsen nicht nur quantitativ, sondern auch nach der Qualität der Einwirkung auf den Menschen.

So wirkt das Licht auf die Rückseite ein, die du nicht korrigiert hast. Es lädt dich ein, sich zu Ihm umzudrehen, und ihm dein Gesicht zu zeigen.

Auszug aus dem Unterricht nach „der Lehre der Zehn Sefirot“ „, 31.05.2012

Der Sünder oder der Gerechte – ist nicht gesagt

Der Mensch verfügt über keine Kraft der Bestrebung zur Korrektur des Egoismus, aber wenn er sich unter den Menschen befindet, die nach der Korrektur streben und wenn diese Menschen ihm auch noch angenehm sind, so kann er von ihnen die Kraft für dir Überwindung des eigenen Egoismus bekommen und wird von ihren Verlangen, Streben und Werten inspiriert.

Auch dann, wenn er laut der eigenen Eigenschaften über solche Verlangen wie Streben und die Kraft des Geistes nicht verfügt. Aber gerade Dank der Zuneigung und der Achtung vor diesen Menschen bekommt er das neue Streben und die Kräfte dafür.

(Nach dem Artikel von Baal HaSulam aus dem Buch „Schamati“, Artikel 99 „Der Sünder oder der Gerechte – ist nicht gesagt“)

Der Hauptzeuge wird gebraucht

Frage: Wie kann der Bund mit einem Freund aufrechterhalten werden, wenn er darauf verzichtet?

Meine Antwort: Wir können keinen Vertrag miteinander abschließen, wenn der Schöpfer nicht als Bürge für dessen Erfüllung auftritt. Wie können wir eine Verpflichtung einander gegenüber eingehen, wenn wir nicht über uns selbst verfügen, sondern vollkommen von oben gesteuert werden? Kann ich ernsthaft etwas für den morgigen Tag versprechen und etwas von mir selbst erwarten? Das ist doch vollkommen naiv.

Wir müssen den Schöpfer herbeirufen, damit er als Zeuge für unseren Vertrag auftritt, und dann wird der Vertrag eingehalten.

Wenn wir einen beliebigen Vertrag abschließen, klären wir als erstes, ob du der vollberechtigte Besitzer dieses Eigentums bist. Wenn aber über dieses Land, diesen Besitz, dieses Bankkonto noch jemand anderer verfügt und der Besitzer nicht bei dem Vertragsabschluss dabei ist, welchen Sinn macht es dann, den Vertrag zu unterschreiben?

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 29.05.2012