Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Die integrale Verbindung im Visier

Frage: Auf was sollen wir uns jetzt konzentrieren? Worauf sollen wir besser unser Engagement richten? Ich meine damit sowohl die Verbreitung, als auch die Gruppenarbeit.

Meine Antwort: In der Gruppenarbeit müssen unsere Bemühungen und Anstrengungen auf unsere Seminare am Sonntag gerichtet sein.

An anderen Tagen sollen es noch irgendwelche Unterrichte sein. Ich sehe, dass es einige Gruppen gibt, die das sehr ernst nehmen. Die Unterrichte sind in der Regel so angeordnet, dass sie der Verbindung dienen. Nahezu im gesamten Kursmaterial ist die Rede davon. Selbst in der „Lehre der zehn Sefirot“, wird über die Verbindung gesprochen, über die Beziehung zwischen den Seelen. Alles, was da beschrieben wird, betrifft nur die Verbindung bzw. die Beziehung der Seelen in einem einzigen System.

Darüber hinaus haben wir Kurse für die Lektoren der Bewegung „Gegenseitige Verantwortung“ geschaffen, darin werden die Lektoren für 99% vorbereitet. Sie werden später zu den Leitern und Organisatoren von Seminaren, runden Tischen, etc. sein. Bis zum heutigen Tag sind etwa 300 Menschen dafür ausgebildet und es kommen immer wieder Neue hinzu – es kommt also die nächste Welle.

In unserem Land haben wir einen Zustand erreicht, in der wir ständig als Dozenten, Berater für die Bildung in Schulen, Betrieben, im Rathaus und anderen Orten eingeladen werden.

Ich denke, dass die durch uns vorbereiteten Experten, innerhalb von wenigen Monaten im Stande sein werden, verschiedene Organisationen beitreten zu können. Denn in jedem Fall, nähern wir uns einem Zustand, in dem kein Geschäft betrieben werden kann, wenn dieses nicht intern reorganisiert wird und die Leute nicht in gewisser Weise, richtig untereinander in kleine integrale Gemeinschaften zusammengefasst werden. Ohne diese Bemühungen wird nichts funktionieren!

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 27.05.2012

Die Liebe ist eine Brücke über dem Hass

Die gesamte Realität wird in drei Teile aufgeteilt: es gibt mich, sowie einen spirituellen Funken in mir, der mich beunruhigt und zwingt, noch eine weitere Realität zu enthüllen und es gibt die mich umgebende Welt.

Die mich umgebende Welt wird aufgeteilt in nahestehende oder fremde Menschen, auf die unbelebte Natur, Pflanzen und Tiere. Dahinter verbirgt sich die Höhere Kraft. Ich nehme die gesamte sichtbare Realität außerhalb von mir wahr, als ob ich zu ihr keinen Bezug hätte. Es sind aber die Teile von mir, die ich wegen dem Zerbrechen das in meinem Bewusstsein und in der Empfindung geschah, nicht empfinde.

Als ob ich die schmerzstillende Injektion in die Hand bekäme, und sie dadurch an der Sensibilität verloren hätte, so das ich dadurch nicht fühlen könnte, dass es meine Hand ist. Man könnte sie sogar abschneiden, und ich würde es nicht bemerken, da die Narkose so stark ist.

Ebenso empfinde ich die ganze Welt, als ob sie keinen Bezug auf mich nehmen würde.
Meine Arbeit besteht eben darin, gegen diese Narkose, gegen diese Empfindung zu kämpfen.

Es wurde absichtlich so gemacht. Wenn ich daran denke, dass diese Welt nicht mir gehört, als ob ich eine Narkose gegen meine eigene Selbstsucht bekäme, dann kann ich mich zu ihr altruistisch verhalten, als ob ich sie an einen Fremden geben würde. Ich kann lernen, diese Welt zu lieben.

Ich soll keine Selbstliebe entwickeln, denn ich mag mich selbst sowieso egoistisch. Aber jetzt kann ich lernen, andere zu mögen, die von mir mithilfe dieser Narkose, dieser Illusion des Zerbrechens abgetrennt sind. Denn die Liebe ist die Eigenschaft des Schöpfers, und nicht die Eigenschaft der Schöpfung.

Infolge des Zerbrechens ermöglicht uns der Schöpfer, eine solche Eigenschaft zu bekommen, die unserer Natur nicht eigen ist, die wir von Anfang an nicht besitzen. Wir verstehen überhaupt nicht, was die Liebe ist. Wenn ich aber versuche, die Menschen und die Außenwelt, wie mich selbst zu lieben, das heißt die Nächstenliebe zu entwickeln, dann führt diese innere Arbeit zur Empfindung der wahren Liebe.

Ich arbeite gegen die Selbstsucht. Es gibt mir besondere Kraft, die die ganze Zeit meinem Egoismus widersteht. Auf diese Weise geschieht der Kampf zweier Kräfte, die in zwei verschiedenen Richtungen gelten. Das Verlangen zieht den Genuss zu sich heran, aber über ihm gibt es den Schirm (die Kraft meines Widerstands), der diesen Genuss abstößt und bereit ist, ihn nach oben zu geben.

Infolge der Wechselwirkung dieser Kräfte kann ich folglich begreifen, was es tatsächlich heißt, einen Fremden und nicht das eigene Kind, den Hund oder den eigenen Körper zu lieben.

Je weiter ich mich entwickle, desto größer wird mein Hass gegenüber meinem Nächsten – aber ich entwickle darüber die Kraft der Liebe. Nur diese Empfindung ist eben die Liebe, wenn sie über dem Hass erhoben wird. Wie es heißt: „Alle Verbrechen wird die Liebe verhüllen“. Aufgrund vom Zusammenstoß zweier entgegengesetzter Eigenschaften, kann die Schöpfung die Eigenschaft des Schöpfers erlangen. Anderenfalls wäre es unmöglich und wir würden für immer innerhalb der Natur bleiben, aus der wir geschaffen wurden.

Wenn wir wie die Schöpfung (Niwraim) werden wollen, dass heißt uns zu selbständigen Persönlichkeiten entwickeln, die sich außerhalb des Schöpfers (Bar) befinden, und gleichzeitig Seine Eigenschaften und den höheren Zustand erreichen wollen, dann sollen wir in unserem Inneren solchen kämpfenden Mechanismus aufbauen. In unserem Inneren werden immer zwei entgegengesetzten Kräfte gelten: die Kraft des Verlangens zu genießen und die Kraft des Gebens, die wir eigenständig über dem Egoismus entwickeln können, also die Liebe über dem Hass.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabasch, 01.06.2012

Das Licht ist gleich, die Verkleidungen sind verschieden

Ein Prozent der Menschheit, das den Schöpfer enthüllen möchte, muss die Verbindung zwischen Ihm und allen anderen herstellen. Eben dafür wurde uns dieses Verlangen gegeben. In Wirklichkeit verbirgt sich das Schöpfungsziel gerade in den 99%, während ein Prozent die Erweckung erhält, um nach dem direkten Willen des Schöpfers zu handeln. Somit besteht unsere einzige Aufgabe darin, den 99% zu dienen.

Frage: Ihr Ziel ist ein gutes Leben in der materiellen Welt mittels der Methode der Bürgschaft und der Vereinigung. Und unser Ziel ist der Schöpfer. Wie passt das zusammen? Wie lassen sich im Endeffekt diese zwei Ziele – das materielle und das spirituelle – vereinen?

Meine Antwort: Für dich ist dieses Ziel spirituell, weil du das Licht anziehen und den Schöpfer enthüllen musst, um etwas zu haben, was du an die anderen weitergeben kannst. Dabei gibst du das Licht bereits in einer entsprechenden Verkleidung an sie weiter.

Auch wir selbst empfangen das höhere Licht eingekleidet in unser umgebendes Licht. Und die Massen bekommen von uns die Kraft, die Anleitung und die Lösungswege eingekleidet in die Methode der Bürgschaft und der Vereinigung. Selbst wenn ihr Ziel materiell ist, wirkt das Licht dennoch von innen, geht durch uns zu ihnen – und plötzlich nehmen sie Veränderungen im Verstand und in den Gefühlen wahr.

Unter der Einwirkung des Lichts spüren wir, dass sich etwas in unserem Inneren verändert hat. Die Welt erlebt das nicht, obwohl auch sie sich mit der Zeit verändert. Doch jetzt werden die Menschen auch Veränderungen spüren, die von einer gewissen inneren Kraft ausgelöst werden. Sie wird sie verändern, und plötzlich werden sie anfangen, die Welt mit anderen Augen zu betrachten, anders über die Geschehnisse und über sich selbst zu urteilen… Das ist das Resultat der Einwirkung des Lichts, das zur Quelle zurückführt. Eben dieses Licht vollzieht das aus dem Inneren heraus und nicht wir. Wir müssen lediglich die Verbindung zwischen dem Schöpfer und allen anderen herstellen. Die belebende Tinktur muss durch die ganze Schöpfung über den Kanal, der von der Unendlichkeit bis zur tiefsten Stufe führt, durchlaufen.

Letztendlich, wenn die Botschaft über die Einheit von uns kommt, wird sie unbedingt in die Tat umgesetzt, und die Situation beginnt sich zu verbessern.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Wesen der Wissenschaft Kabbala“, 01.06.2012

Zeig dem Licht nicht deine Rückseite

Frage: Wenn ich mit meinem Zustand nicht einverstanden bin und mich verändern will, wo befindet sich dann jener Hauptschlüsselpunkt, auf den ich einwirken muss, um die Veränderung zu bewirken?

Meine Antwort: Wenn du die Veränderung hervorrufen wirst, dann sollst du verstehen, dass jeder spirituelle Aufstieg eine noch größere Vereinigung bedeutet. Nur wenn wir an die Vereinigung, an die Einheit denken, tragen wir zur eigenen Korrektur bei.

Aber wir vergessen es ständig und denken nicht daran, weil es unserem heutigen Zustand, unserer Selbstsucht, entgegengesetzt ist. Wir sind mit allem anderen, nur nicht damit einverstanden. Dieser Punkt der Vereinigung existiert für mich nicht, ich tue so, als ob ich ihn nicht erkennen würde. Ich kann ihn direkt vor mir haben und trotzdem nicht bemerken, weil er sich nicht im Fokus meiner Sehkraft befindet.

Die einzige Möglichkeit besteht in der Ausführung der mechanischen Handlungen in der Gruppe, dem eigenen Verlangen entgegen, weil solche Handlungen das umgebende Licht heranziehen.

Wir befinden uns in einer Welt, in der wir absichtlich falsch handeln können! Ich mag dich nicht, kann dich nicht ertragen, aber erkenne dennoch, dass ich keine andere Wahl habe, und beginne, dich zu umarmen. So umarme ich dich ungewollt und beginne plötzlich zu fühlen, dass meine Einstellung sich auch verändert.

In der spirituellen Welt ist diese Veränderung unmöglich, sie geschieht nur auf dieser niedrigsten Stufe unserer Welt. Du kannst in der spirituellen Welt niemanden umarmen, wenn du es dir vom ganzen Herzen nicht wünschst, ihn zu umarmen. Dort bedeutet eben das Verlangen die Handlung.

Aber in unserer Welt ist es anders, hier existieren das Verlangen und die Handlung abgesondert voneinander. Ich kann dich auch ohne Eigenwunsch umarmen, und das Licht wird dennoch mein Verlangen korrigieren, damit es meiner Handlung entspricht. Eine solche wunderbare Möglichkeit existiert nur in unserer Welt. Es ist die Welt der Lügen, die dennoch unserem Wohl dient.

Deshalb warte nicht ab, sondern handele. Je mehr du dich bemühen wirst, desto stärker wird das Licht leuchten. In jedem Augenblick, in welchem du verpflichtet warst, etwas zu tun, und es nicht getan hast, leuchtet dir das Licht von seiner Rückseite. Denn du hast dich von ihm abgewendet, statt ihm dein Gesicht zu zeigen. Wenn das Licht von der Rückseite leuchtet, infolge dieser Inversion, empfindest du den Schlag anstelle des Guten. Aber dieser Schmerz weckt dich auf und erzwingt im Endeffekt, richtig in Aktion zu treten.

Manchmal kommt es dem Menschen vor, als ob er wieder und in den selben Zustand zurückkehrt. Denn er erfüllt nicht das, worauf ihn das Licht hinweist, und kehrt dem Licht den Rücken zu. Und es dauert so lange, bis diese Rückseite des Lichtes einen so riesigen Umfang annimmt, die seine Leiden unerträglich macht. Dann wird er fragen: „Warum leide ich, mit welchem Ziel?“; er begreift, dass er damit etwas machen muss.

Die Rückseite des Lichtes wächst und vergrößert nicht nur meine Leiden, sondern verändert jedesmal ihren Charakter. Deshalb habe ich Probleme mit der Gesundheit, schlechte Stimmung, Leiden des Ehrgeizes, Scham, furchtbare Enttäuschungen. Dann erkenne ich, dass ich mich endlich verändern soll. Die Schläge wachsen nicht nur quantitativ, sondern auch nach der Qualität der Einwirkung auf den Menschen.

So wirkt das Licht auf die Rückseite ein, die du nicht korrigiert hast. Es lädt dich ein, sich zu Ihm umzudrehen, und ihm dein Gesicht zu zeigen.

Auszug aus dem Unterricht nach „der Lehre der Zehn Sefirot“ „, 31.05.2012

Der Sünder oder der Gerechte – ist nicht gesagt

Der Mensch verfügt über keine Kraft der Bestrebung zur Korrektur des Egoismus, aber wenn er sich unter den Menschen befindet, die nach der Korrektur streben und wenn diese Menschen ihm auch noch angenehm sind, so kann er von ihnen die Kraft für dir Überwindung des eigenen Egoismus bekommen und wird von ihren Verlangen, Streben und Werten inspiriert.

Auch dann, wenn er laut der eigenen Eigenschaften über solche Verlangen wie Streben und die Kraft des Geistes nicht verfügt. Aber gerade Dank der Zuneigung und der Achtung vor diesen Menschen bekommt er das neue Streben und die Kräfte dafür.

(Nach dem Artikel von Baal HaSulam aus dem Buch „Schamati“, Artikel 99 „Der Sünder oder der Gerechte – ist nicht gesagt“)

Der Hauptzeuge wird gebraucht

Frage: Wie kann der Bund mit einem Freund aufrechterhalten werden, wenn er darauf verzichtet?

Meine Antwort: Wir können keinen Vertrag miteinander abschließen, wenn der Schöpfer nicht als Bürge für dessen Erfüllung auftritt. Wie können wir eine Verpflichtung einander gegenüber eingehen, wenn wir nicht über uns selbst verfügen, sondern vollkommen von oben gesteuert werden? Kann ich ernsthaft etwas für den morgigen Tag versprechen und etwas von mir selbst erwarten? Das ist doch vollkommen naiv.

Wir müssen den Schöpfer herbeirufen, damit er als Zeuge für unseren Vertrag auftritt, und dann wird der Vertrag eingehalten.

Wenn wir einen beliebigen Vertrag abschließen, klären wir als erstes, ob du der vollberechtigte Besitzer dieses Eigentums bist. Wenn aber über dieses Land, diesen Besitz, dieses Bankkonto noch jemand anderer verfügt und der Besitzer nicht bei dem Vertragsabschluss dabei ist, welchen Sinn macht es dann, den Vertrag zu unterschreiben?

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 29.05.2012

Für den Auszug in die Welt

Frage: Es gibt so einen Begriff wie „Reichweite“. Worin sollen letztendlich unsere Handlungen bei der Durchführung von den Workshops münden?

Meine Antwort: All das tun wir nur, um dann in die Welt hinauszuziehen. Wir müssen dieses System ausarbeiten, uns an unserer Gemeinsamkeit, an dem Zentrum der Gruppe festklammern. Wir müssen spüren, wie wir beginnen, den Ausdruck des höheren Zustands, der Höheren Kraft darin zu erkennen; wie wir uns an ihr festhalten und sie uns festhält und nicht loslässt. Jeder von uns muss sich darüber klarwerden, wie er an allen seinen egoistischen Erscheinungsformen, Abstoßungen usw. arbeitet.

Wenn diese Methode sich richtig in uns entfaltet, werden wir auch die Welt mit anderen Augen betrachten. Wir werden alles, was gegen uns ist, als „Gegenhilfe“ und nicht einfach als ein „Kontra“ sehen. Und dann werden wir es in die Welt hinaustragen können.

Denn alles begann mit den Protestbewegungen in allen Ländern. Deshalb gingen wir hinaus und organisierten Runde Tische.

Nun organisieren wir diese Runden, diese Runden Tische in unserer Mitte. Jetzt müssen wir sie spirituell bereits auf einer anderen Stufe ausarbeiten, in die Welt hinausgehen und beginnen, sie dort zu verbreiten. Nicht so, wie wir es früher gemacht haben, sondern in einer intensiveren, kräftigeren Form, die mit der höheren Wurzel verbunden ist, so dass die Welt spürt, dass hier nicht einfach nur irgendein Einvernehmen zwischen uns herrscht, sondern dass hier eine Kraft aufkommt, mit deren Hilfe die Probleme gelöst werden können. Das ist das, was wichtig ist.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 20.05.2012

Die Höhe der Verbindung

Frage: Was bedeutet, „das Gespräch aus dem Zentrum der Gruppe zu führen“? Was ist das?

Meine Antwort: Wenn ich aufhöre, das Ich wahrzunehmen, und beginne, nur das Wir wahrzunehmen.

Dieses Gefühl muss in uns während der Besprechung entstehen, als wären wir untrennbar zu einem Ganzen, zu einem Körper miteinander verbunden. Mit einem solchen Gefühl muss ich den Workshop verlassen.

Frage: Bedeutet das die „Höhe der Verbindung“?

Meine Antwort: Ja. Ich kann nicht mehr alles mit anderen Augen betrachten. Auf diese Weise sehe ich bereits die Welt, mich selbst und alles um mich herum.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 20.05.2012

Die Morgenröte weckend

Frage: Sie sagen, dass das „Zentrum der Gruppe“ Malchut der Welt Azilut ist. Existiert sie jetzt, während wir diese Sachen nur theoretisch studieren?

Meine Antwort: Diese Dinge existieren, nur wenn du sie enthüllst. Und solange es nicht geschehen ist, befinden sie sich im Potential.

Sagen wir mal, du hast einen Sohn bekommen. In ihm ist das Potential aller nachfolgenden Generationen enthalten, die von ihm abstammen werden. Vorerst existieren sie nicht einmal in einem Samentropfen, aber sie sind dennoch in einem Programm der höheren Ordnung vorgesehen. Eben dies ist „die potentielle Existenz“: über uns herrscht ein Programm, eine kausale Ordnung und darin können wir nichts ändern.

Allmählich wird dieses Potential realisiert. Alles, was bis jetzt mit jedem geschehen ist, verwandelte sich aus dem Potential in die RealitätAuf diese Weise sind das Gute und das Böse gleichermaßen durch das höhere Programm bedingt, anders hätte es nicht sein können. In Bezug auf die Vergangenheit sind wir Fatalisten.

Aber die Zukunft können wir ändern, hier muss man nicht an das Schicksal glauben. Es ist richtig, dass die Reschimot unbedingt realisiert werden, dass die Lichter ihnen unbedingt entgegen stehen, jedoch bestimme ich durch meine Anstrengungen ihr Verhältnis. Wenn meine Verlangen den Lichtern ähnlich sind, ändere ich im selben Maße die Wahrnehmung auf diesem Weg – bis ins Gegenteil – und dann komme ich bequem und im guten Tempo voran. -Eben das bedeutet „das Schicksal verändern“.

Das Tempo des Vorankommens bestimmt alles. Wenn du die Realisierung der Reschimot verzögerst, rufen sie in dir sehr schlechte Empfindungen im Vergleich mit der beschleunigten Variante hervor. Jede, selbst die schönste Melodie, wenn sie langsam gesungen wird, verwandelt sich in einen Trauermarsch. Und umgekehrt, wenn du die Zeit beschleunigst, transformierst du deine Empfindungen aus einem Minus in ein Plus.

Aus demselben Grund erlebt die Welt heute eine Krise. Die Menschen sind von den
Geschehnissen überrumpelt und nicht in der Lage, die nötigen Lösungen zu finden. Es liegt daran, dass das Tempo der Entwicklung plötzlich gestiegen ist,der Mensch sich aber noch nicht umgestellt hat. Ich bin nicht „global“, nicht integral, ich kann nicht gleichzeitig viele Parameter berücksichtigen. Überall geschieht etwas, alles ist miteinander verbunden und ich versuche nach wie vor einer Geraden zu folgen, die von meiner Selbstsucht vorgebahnt wurde. Das ist der Grund, aus dem wir mit der modernen Welt nicht klar Kommen: unsere Rhythmen stimmen nicht miteinander überein.

Das Ende der Korrektur ist also vorherbestimmt, jedoch hängt von mir ab, wie ich meine Entwicklung realisiere: durch Leiden oder durch ein bewusstes Vorankommen. Das Tempo entscheidet alles. Darum steht geschrieben, dass Israel die Zeit beschleunigt. Die Realisierung der gleichen Reschimot kann entweder von positiven Empfindungen oder von viel Leiden, Kriegen, Epidemien und übrigen Katastrophen begleitet werden, welche uns zum nächsten Schritt zwingen werden. Alles hängt von der Vorbereitung – sowohl auf den Unterricht als auch auf das Leben – ab…

Es steht geschrieben: „Ich erwecke die Morgenröte und nicht die Morgenröte erweckt mich“. Man muss die Realisierung der neuen Reschimot wünschen. Denn jedes von ihnen ist eine Möglichkeit, zu einem noch größeren Gebens aufzusteigen.

Auszug aus der Lektion nach dem Vorwort zu Talmud Esser Ha Sefirot, 21.05.2012

Der Unterricht ist die Handlung, der Workshop das Mittel

Frage: Wenn der Workshop nur einmal in der Woche stattfindet, wie kann dann der Mensch diese innere Glut aufrechterhalten?

Meine Antwort: Die Morgenunterrichte müssen zu den gleichen Workshops werden. Vielleicht nicht in der gleichen Form, doch wenn wir vor dem Morgenunterricht erneut eine kollektive Handlung, die Absicht vor dem Unterricht, durchführen und dann, während des Unterrichts, versuchen, diese zu halten, nur um uns noch mehr zu verbinden, dann muss der von uns drangenommene Stoff uns dabei helfen.

Im Grunde genommen ist der Workshop viel schwächer im Vergleich zum Unterricht. Er ist einfach wichtig, weil wir die Besprechung durchführen, ohne aus dem Thema auszusteigen.

Wenn wir uns aber daran gewöhnen und uns an dieser Gemeinsamkeit, die wir zwischen uns bereits enthüllt haben, festhalten, dann ist der Unterricht für uns wichtiger. Denn während des Unterrichts, wenn wir uns zusammenhalten und zusammen sein wollen, während wir das lesen, was die Kabbalisten beschreiben, rufen wir jenes innere Licht hervor, das unsere Gemeinsamkeit entwickelt, sie effektiver, stärker macht.

Das Wichtigste ist, dass wir das, was wir während des Workshops „aufgefangen“ haben (unsere Gemeinsamkeit), im Laufe der Woche während der Unterrichte nutzen und bis zum nächsten Workshop ständig vergrößern können.

Und die Workshops sind etwas Zusätzliches, etwas Nährendes.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 20.05.2012