Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Warum Rockmusik in uns Tierinstinkte weckt

Studie (G. Brayant, Spezialist in der Kommunikation, Universität in Kalifornien, „The Telegraph“, UK.): Rockmusik bewegt uns, weil sie Alarmzeichen der Urzeitgeschöpfe auslöst und wilde Tierinstinkte in uns weckt. Eine plötzliche und abrupte Veränderung der Lautfrequenz und Tonhöhe bauen auf gleichen emotionalen Mechanismen auf, durch welche die Tiere sich vor Gefahren warnen.

Wenn Tiere ein Alarmzeichen geben, wird ihrem Stimmapparat schnell großes Volumen an Luft zugeführt. Dies führt zur Dissonanz bzw. Misstönen, die zur Aufmerksamkeit bei anderen Tieren führt, wodurch emotionale Reaktionen hervorgerufen werden. Bei ähnlicher Begleitmusik bekommen wir Gänsehaut, weil wir darauf programmiert sind und auf diese Dissonanz reagieren. So funktioniert auch disharmonische Musik, ein quietschender Ton, welcher in Horrorfilmen verwendet wird.

Komponisten verstehen intuitiv, welche Musik beängstigend wirkt, aber wissen nicht – warum. Normalerweise verstehen sie nicht, dass sie unsere durch Evolution entwickelte Neigung zur Sorge und negative Emotionen bei bestimmten Klängen ausnutzen.

Mein Kommentar: Im Prozess der integralen Erziehung müssen wir entsprechende musikalische Einflüsse anwenden – Hintergrundmusik bei Unterhaltungen und während der Workshops. Das Anhören bzw. Abspielen von Songs mit integralem Inhalt sollte gefördert und ausgebaut werden.

Prüfung auf die Uneigennützigkeit

Frage: Was bedeutet die Liebe zum Schöpfer?

Meine Antwort: Die Liebe ist die Gelegenheit, Verlangen anderer Menschen auf Kosten Eigener zu erfüllen. In unserer Welt lieben wir nur das, was uns Freude bringt: leckere und gewohnte Gerichte, die Menschen die uns erfüllen, eigene Kinder mit denen wir durch die Kraft der Natur verbunden sind. Wir nennen das die Liebe.

Aber die spirituelle Liebe bedeutet nicht, wenn ich eigene Verlangen mit Hilfe von Irgendjemanden oder mit Irgendetwas erfülle, sondern die Erfüllung der Wünsche anderer Menschen. Das ist das Gegenteil dessen, was wir gewöhnt sind, als Liebe zu bezeichnen. Denn die spirituelle Welt ist der materiellen Welt vollkommen entgegengesetzt. Wenn ich mich über die Verlangen anderer Menschen kümmere und versuche sie so zu füllen, wie der Eine will, dann bedeutet das, dass ich ihn liebe.

Und solange diese Liebe zwischen uns herrscht und alles gut ist, schließen wir eine Allianz mit dem Schöpfer, um diese Beziehung zu erhalten, auch wenn sich diese Dinge durch allerlei möglichen äußeren Umständen ändert. Es spielt keine Rolle, egal was passiert, ich möchte zwischen uns die gleiche Kraft der Liebe und Verbindung erhalten.

Die Frage ist, wie es möglich ist zu empfangen, wenn ich plötzlich enthülle, dass der Schöpfer doch für alle meine Probleme verantwortlich ist? Mein treuer Partner und Geliebter hört plötzlich auf, mich anzusehen und bereitet mir alle möglichen Probleme und Schwierigkeiten. Er hintergeht mich in allem und tut alles gegen mich. Er verwandelt sich zu meinen wichtigsten Wiedersacher. Wie kann ich in diesen Situationen, in mir diese gutherzige Einstellung zu ihm erhalten?

Aber die Verschmelzung mit dem Schöpfer bedeutet, dass ich durch alle möglichen Zustände gegangen bin und dazu gelangt bin, dass ich absolut nichts von ihm bekomme, außer der Empfindung der Dunkelheit. Aber oberhalb davon, baue ich eine Beziehung der Liebe und Eigenschaft des Gebens auf, Verbindung trotz allem Unglück und Leiden, die Er meinem Egoismus bereitete. In diesem Fall kann man das als die Verschmelzung bezeichnen.

Wünsche bzw. Verlangen, in denen ich die Verschmelzung erreiche, müssen in der Einschränkung und Verhüllung bleiben. Über ihnen befindet sich mein Schirm das reflektierende Licht und es kommt zur Verschmelzung im Verlangen des Gebens.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 17.06.2012

Antworten auf die Fragen unserer Blog-Lesern

Frage aus dem englischen Blog: Wie kann der Mensch zum Kabbalisten werden? Was soll er dafür machen?

Meine Antwort: Du sollst lernen, wie man sich unter Einwirkung der korrigierenden Kraft des Lichtes stellen kann, denn sie führen dich an die Quelle zurück. Dieses Licht kommt während des Studiums der kabbalistischen Primärquellen. Aber nur wenn das Studium mit der richtigen Absicht erfolgt und die Absicht wird in der Gruppe der Freunden vorbereitet, die den Ratschlagen des Lehrers folgen. Somit gibt es in der Methode drei Komponenten: die Bücher, den Lehrer und die Gruppe.

Frage: Wir lernen, dass der erste Schritt zum Eingang in die spirituelle Welt der Aufbau des Schirmes ist. Dafür sollen wir MaN – das Gebet erheben, welches das starke Streben zum Schöpfer spürbar macht. Aber der Schöpfer ist vor uns vollkommen verborgen. Wie kann man diesen starken Wunsch erreichen und sich davon überzeugen, dass wir uns auf dem richtigen Weg zum Erlangen des Schirmes befinden?

Meine Antwort: Man kann es nur in der Gruppe erreichen. Wenn Sie die Verbindung mit den Freunden in der Gruppe anstreben, dann befinden Sie sich auf dem richtigen Weg.

Frage: Kann man behaupten, dass Adam, Abraham u.a. keine vollständige Korrektur erreicht haben, da zu jenen Zeiten die Selbstsucht sehr niedrig war und die Gefäße der Korrektur noch ungenügend entwickelt waren?

Meine Antwort: Sie haben die vollständige Korrektur erreicht, aber diese war individuell, was ihnen aber ermöglichte, die Methode der Korrektur aller Menschen auszuarbeiten.

Frage: Wir lernen, dass uns bis zum Ende der Korrektur ca. 200 Jahre geblieben sind. Aber die heutige Situation in der Welt ist so schlecht, dass uns sogar die 200 Jahre nicht ausreichen können. Was wird geschehen, wenn sogar die riesigen Leiden die Menschen nicht zur Kabbala und zur Korrektur führen werden? Lässt die Kabbala eine solche Situation zu, wenn sich die Korrektur ohne Vorhandensein der materiellen Welt verwirklicht?

Meine Antwort: Nein, eine solche Situation wird es nicht geben. Die Menschheit wird nicht umkommen und wird unbedingt die Korrektur erlangen. Aber die Leiden könnte man dabei vermeiden.

Mit der Geschwindigkeit, mit der sich die Welt öffnet

Frage: Warum fällt es mir so leicht, über die Kabbala zu sprechen, als wäre es selbstverständlich, doch wenn ich beginne, mit den Menschen über die Bürgschaft zu sprechen, habe ich große Schwierigkeiten und muss viel überlegen und mich anstrengen?

Meine Antwort: Wunderbar! Jetzt stellst du fest, dass, wenn du über die Kabbala sprichst, du Worte benutzt, die nichts für dich bedeuten, Worte über die Welt, die du noch nicht wahrnimmst. Wenn du aber anfängst, mit den Worten dieser Welt zu sprechen, über gegenseitige Bürgschaft, Liebe, Hass, Annäherung, Entfernung, Verbindung, dann musst du deine eigenen Empfindungen einbringen, und du begreifst, wie weit du von diesen Begriffen entfernt bist.

Und es wird tatsächlich schwierig, darüber zu reden. Denn solange du mit den Worten der Kabbala sprichst, läuft alles sehr glatt ab: Reshimot, Parzufim, Schirme bewegen sich hin und her, Einschränkung, reflektiertes Licht, direktes Licht… Alles scheint wunderbar zu sein. Du jonglierst mit Worten wie ein Zirkusartist mit Bällen. Doch noch sind es für dich nur Worte.

Wenn du aber beginnst, die Worte mit deinen Empfindungen zu verbinden und nicht die Sprache der Kabbala, sondern die Sprache dieser Welt zu sprechen, dann stellst du fest, wie fremd es für dein Herz ist. Deswegen fällt es dir so schwer.

Du musst zu den Worten übergehen, die deinem Herzen nahe sind, dann wirst du begreifen, wie sehr dein Herz dagegen ist. Gewöhne es langsam, Tropfen für Tropfen, daran. Genau das geschieht mit uns gerade, wir bewegen uns auf die richtige Art und Weise vorwärts.

Wenn wir mit der Geschwindigkeit, mit der sich die Welt uns öffnet, voranschreiten, ohne ihr Gewalt anzutun, sondern indem wir alle Gelegenheiten, die sich uns bieten, nutzen: stellen Kontakte mit verschiedenen Organisationen her, verteilen Flyer, verbreiten Material im Internet, halten Vorträge usw., dann werden wir sehen, wie uns der Weg geebnet wird.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, New York, 21.06.2012

Das Kind will wachsen!

Wir verstehen noch nicht, wie sehr unser Vorankommen von dem Vorankommen der Welt abhängt. Doch es wird sich allmählich offenbaren, und wir werden unsere Verantwortung ihr gegenüber fühlen. Ein Kind wird den Eltern nicht nur gegeben, damit sie sich an ihm erfreuen und mit ihm spielen können, sondern damit sie sich ständig darum kümmern. Und diese Arbeit wird ebenfalls zur Freude, weil Liebe diese schwere Verpflichtung in ein ersehntes Privileg verwandelt.

Wir treten in eine neue Epoche ein und die Welt möchte sich entwickeln, weiß aber nicht, in welche Richtung, sie verzweifelt von Tag zu Tag immer mehr und spürt ihre Machtlosigkeit. Das hilft uns voranzukommen. In Wirklichkeit mussten die Kabbalisten in der Vergangenheit viel schwerere Zeiten durchmachen, in denen sie keine Veränderungen in der Welt und keine Ergebnisse ihrer Arbeit beobachten konnten. Wir aber wurden dieses besonderen Privilegs würdig.

Ein Ehepaar, das keine Kinder hat, leidet sehr. Manchmal entsteht eine so starke Verbindung zwischen ihnen, dass sie beschließen, füreinander zu leben. Doch in Wirklichkeit machen nur Kinder ein Ehepaar zu einer Familie.

Deshalb, wenn wir uns um die Welt kümmern, werden wir quasi zu Eltern, die ein gemeinsames Kind haben, und das wird uns stärken. Das wird uns Erfolg in allem, was wir anstreben, bringen.

Dafür müssen wir lernen und die Methode optimieren. Jeder muss zu einem Lektor, Lehrer oder Organisator werden – auf diese Weise werden wir vorankommen. Wenn wir uns um die Menschen nicht kümmern, haben wir keine Chance, voranzukommen. Der Schöpfer braucht unser eigenes Vorankommen nicht – er braucht eben alle sieben Milliarden Verlangen, und darum müssen wir für sie arbeiten.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, New York, 21.06.2012

Positive Ladung

Dieser Weg ist schwer, wenn wir in unserem Ego bleiben und irgendwelche egoistischen Auseinandersetzungen untereinander auszufechten versuchen. Solange wir versuchen, die Probleme auf egoistischer Ebene zu lösen, werden wir uns immer streiten, unterschiedlicher Meinung sein, und es wird kein Ende nehmen.

Wenn wir uns aber über unseren Egoismus erheben, um uns zu verbinden, und alle unsere Streitereien und Reibereien als Einladung zur Verbindung, als „Gegenhilfe“ wahrnehmen, werden wir immer fröhlich, voller Kraft, Begeisterung und zu jeglichen Errungenschaften fähig sein. Und wenn wir etwas nicht schaffen, haben wir Jemanden, den wir um Hilfe bitten können. Auf diese Weise kommen wir also zur Bitte an den Höheren, zum Gebet, anderenfalls werden wir es nicht schaffen.

Und es wird kein einfaches Gebet sein, sondern ein gemeinsames, wenn ich für die ganze Gruppe und nicht für mich selbst bitte. Denn alle Bitten für sich selbst helfen nicht, sondern entfernen uns im Gegenteil voneinander und werfen uns auf den Weg der Leiden.

Genauso sprechen wir am runden Tisch darüber, dass wir alle Auseinandersetzungen hinter uns lassen wollen. Wir wollen nicht streiten und klären, wer von uns mehr recht hat und wer weniger und um wie viel Prozent. Das sind keine Regierungsdebatten. Hier haben sich Menschen versammelt, die eine neue Verbindung aufbauen möchten, ohne die die Menschheit dem Tode geweiht ist.

Und das ist nur dann möglich, wenn wir alle Streitereien untereinander beenden und zu einer neuen Stufe der Verbindung aufsteigen, damit „alle Verbrechen“, die unten geblieben sind, „von der Liebe bedeckt werden“, die über allem steht. Und über die Verbrechen sprechen wir nicht, als ob es sie nicht geben würde. Dann werden wir eine Kuppel über uns bauen können.

Genau das wollen wir während der Gespräche am runden Tisch erreichen. Und bevor wir es vor dem Publikum machen, müssen wir lernen, das gleiche in unserer Gruppe umzusetzen. Deshalb sollten wir jede Gelegenheit nutzen, um uns zu verbinden, gerade trotz allen zwischen uns existierenden Streitigkeiten, Meinungsverschiedenheiten und Ablehnung.

In dieser Form übt das höhere Energiefeld einen Einfluss auf uns aus, indem es solche Reaktionen in uns auslöst und Reibungen zwischen uns hervorruft, damit wir auf die Hilfe des Höheren angewiesen sind. Wie geschrieben steht: „Der den Frieden im Himmel herrschen lässt, wird auch den Frieden zwischen uns herrschen lassen“.

Wir müssen erreichen, dass dieses Feld nicht durch seinen negativen Pol auf uns einwirkt, sondern durch seinen positiven, in der entgegengesetzten Richtung. Jedes Feld, jeder Magnet kann sowohl positiv als auch negativ wirken, entweder durch den Nord- oder durch den Südpol. Und das alles hängt von unserer Orientierung, von unserer Ladung – von unserer Ausrichtung – ab.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, New York, 21.06.2012

Ich möchte, dass es allen gut geht!

Frage: Worin genau besteht unsere Verbindung?

Meine Antwort: Die Verbindung basiert darauf, dass wir alle einer Gesellschaft angehören und sie glücklicher, gutmütiger, barmherziger, aufmerksamer jedem Menschen gegenüber machen möchten.

Ich möchte, dass es allen gut geht! Es braucht niemand enteignet werden, das Geld muss nicht den reichen Menschen weggenommen werden und es darf keine schwächere Gesellschaftsschicht – Arme, Ältere, Frauen – vernachlässigt werden. Das Eine darf nicht auf Kosten des Anderen passieren.

Das ist nur unter der Bedingung möglich, dass wir zuerst eine gerechte Gesellschaftsstruktur aufbauen, die auf der Gleichberechtigung basiert. Und aus diesem Blickwinkel werden wir alles nach dem Beispiel einer Familie betrachten, in der es Kinder und Erwachsene, einen Vater und eine Mutter, eine Menge Verpflichtungen, Schulden und Probleme gibt. Wenn wir alle an einem runden Tisch sitzen, dann verstehen wir, womit wir das Kind versorgen müssen, welches Medikament der Großvater braucht und welche Ausgaben für den Haushalt notwendig sind. Und dann schauen wir, was übrig bleibt, teilen den Rest untereinander auf und leben davon.

Wenn wir in der gleichen Form, mit Liebe zu allen, handeln und Probleme lösen würden, würde sich niemand beschweren können, warum es gerade so gemacht wurde. Denn alle würden sehen und wissen, dass alles gerecht entschieden wurde, weil ein Kind das eine und ein älterer Mensch etwas anderes braucht. Also müssen wir in erster Linie eine Verbindung wie in einer guten Familie erreichen.

Und dann, selbst wenn wir keine besonders großen Ressourcen haben, werden sie ausreichen, niemand wird sich Sorgen machen und sich benachteiligt fühlen. Denn das ist der wichtigste Anspruch, den der Mensch für gewöhnlich hat, weil er spürt: ich habe nicht das, was der andere hat, und das auf meine Kosten.

Auszug aus dem Workshop in Toronto, 20.06.2012

Urteile nicht über das, was noch nicht reif ist

Baal HaSulam „Einführung in das Buch Sohar“ Punkt 4: Und um all diese Fragen und Untersuchungen zu verstehen, gibt es ein Mittel: Auf das Ende der Handlung zu schauen, das heißt, auf das Schöpfungsziel, weil es unmöglich ist, etwas in der Mitte des Prozesses zu verstehen, außer wenn man den Abschluss betrachtet..

Bisher sind unsere Fragen auch ohne Antwort geblieben. Am Anfang der Arbeit verstehen wir diese noch nicht, sehen nicht, woher sie kommen. Man muss zuerst die Schöpfung vollständig erfassen und begreifen, und das Wichtigste ist, das Ende zu betrachten. Erst dann werden wir die Anfangsetappe verstehen.

Immerhin bestimmen nicht wir die Arbeit, sondern erfüllen diese und sind nur die Folge davon. Dies bedeutet, dass wir nur aus dem Ende ihre Anfänge erkennen werden.

Im Gegensatz zu uns benötigt der Schöpfer den Prozess nicht, der uns vom Ausgangspunkt zum Endpunkt führt. Für Ihn ist der Anfang, der Weg und das Ende eine einzige Wirklichkeit. Wir dagegen müssen durch die Etappen unserer Entwicklung gehen. Nur nachdem man mit der Arbeit fertig ist, kann man den zurückgelegten Weg und die ursprüngliche Ursache des Vorfalls verstehen.

Deshalb schreibt Baal HaSulam, dass wir den gesamten Prozess bis zum Ende erforschen sollen. Denn auf dem Weg scheint die gewünschte Frucht immer unreif, minderwertig, verdorben zu sein – wie jedes Ding, das seinen endgültigen Zustand noch nicht erreicht hat.

Die wirkliche Antwort auf unsere Fragen erhalten wir nur nach dem Erreichen des Ziels, am Ende der Korrektur. Jede Frage von uns stellt die Leere dar, ein Gefäß, welches wir auffüllen müssen; denn diese Füllung ist im Grunde genommen auch die Antwort. Also werden die Fragen über den Sinn und das Wesen unseres Daseins mit Antworten erst nach dem Erreichen des eigentlichen Ziels erfüllt werden.

Auszug aus dem Unterricht nach der „Einführung in das Buch Sohar“, 14.06.2012

Die gute Umgebung für die Welt

Frage: Die Gruppe, die Bücher und der Lehrer sind unsere Umgebung. Was wird eine richtige Umgebung für die Massen sein?

Meine Antwort: Wir. Denn die gute Umgebung ist die an uns angrenzende höhere Stufe. Wenn ich mich an sie von unten wende und stelle die Freunde auf die höhere Stufe, dann bekomme ich als Antwort von ihnen die richtige Einwirkung.

Heute ist die höchste Stufe für uns der Lehrer, die Gruppe und das Studium. Und für die Völker der Welt stellen wir, die Organisation Bnei Baruch (BB), mit anderen Wörtern, die Bürgschaft, eine höhere Stufe dar.

Es existieren drei Stufen: die Völker der Welt (99 %), wir (1 %) und die höchste Stufe, der Schöpfer. Also ist auf uns die Rolle des Bindegliedes übertragen: einerseits arbeiten wir, um uns mit dem Schöpfer zu verbinden, und andererseits, um der Welt zu helfen. Ebenso wird Bina in zwei Teile aufgeteilt: in drei obere Sefirot (GAR) und sieben untere (SAT).

Frage: Aber wie kann ein Prozent zur richtigen Umgebung für die restlichen 99 Prozent werden?

Meine Antwort: Dieses eine Prozent ist um vieles stärker als die übrigen 99, da seine Qualität höher ist. Es ist gesagt: „Der Gerechte bildet die Grundlage der Welt“.

Genauso ist die pflanzliche Natur höher, entwickelter als die gesamte unbelebte Materie des Universums, und die tierische Natur ist höher als die pflanzliche. Es ist eben die Pyramide: unabhängig davon, wie groß die Herde ist, sie geht immer hinter dem Hirten. Die Massen haben keine Verbindung mit der Kraft, die in unserer Realität agiert. Milliarden von Menschen bilden eine kleine, schwache Stufe. Sie sind kraftlos und verwirrt, sie streiten sich nur, sind feindlich und wollen die Welt zerstören; denn sie haben alles Schöpferische in sich schon ausgeschöpft.

Und deshalb ist es gesagt: „Ihr seid die wenigen aus den Völkern“. Für die Welt genügen nur einige Tausende, sogar weniger, um den Prozess richtig zu lenken. Auch die weltweiten Kommunikationsmittel haben sich im Grunde genommen nur dazu gebildet.

Insgesamt ist ein bestimmtes Programm unserer Entwicklung von Oben vorbereitet, und wir sollen genau das machen, was uns auferlegt ist, und davon überzeugt sein: dass, wenn wir unsere Arbeit richtig erledigen werden, auch mit der Welt alles in Ordnung sein wird.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Das Rohrhorn des Maschiachs“, Toronto, 20.06.2012

Leichte Feder mit dem Gewicht von hundert Tonnen

Frage: Welche Anstrengungen genau dienen als Mittel zum spirituellen Vorankommen, und kann ich einem Freund bei diesen Anstrengungen helfen oder beraube ich ihn auf diese Weise seiner Arbeit?

Meine Antwort: Anstrengungen sind das, was über dem Menschenmöglichen liegt. Ich kann nicht dem Anderen helfen und die Arbeit für ihn erledigen, doch ich kann ihm ein Beispiel geben, damit es ihm leichter fällt, seine eigenen Anstrengungen zu unternehmen.

Auf diese Weise beraube ich ihn nicht seiner Arbeit, sondern helfe ihm im Gegenteil dabei. Je mehr wir durch das eigene Beispiel einander helfen, damit es dem Freund leicht fällt, die schwerste Anstrengung zu unternehmen, desto effektiver werden wir vorankommen.

Dadurch tauschen wir materielle Anstrengungen gegen spirituelle! Die materielle Arbeit erscheint unwahrscheinlich schwer, die spirituelle Arbeit ist dagegen sehr leicht, denn du fügst die Kraft der Gruppe hinzu. Du sollst also eine Last mit dem Gewicht von hundert Tonnen von einer Stelle zur anderen verschieben – und du verschiebst sie, denn dir zur Hilfe kommen eine Million Menschen, die sie mit dir zusammen schieben.

Du musst nicht das Gewicht dieser Last von hundert Tonnen, die vor dir liegt, spüren. Diese hundert Tonnen schwere Last brauchst du nur, um durch sie die Verbindung mit einer Million Menschen zu erreichen.

Deshalb braucht niemand unsere sinnlosen Leiden. Von uns wird nur verlangt, zu begreifen, warum wir leiden. Wenn du an irgendeiner Stelle Schwierigkeiten, Leiden, Abstoßung, Bitterkeit empfindest, dann bedeutet es, dass du nicht richtig arbeitest. Wie geschrieben steht: „Nicht, dass du mich hättest gerufen, Jakob“. Wenn du diese Last, die dir vom Schöpfer gegeben wurde, mit viel Mühe und schweißgebadet trägst, dann sind deine Anstrengungen nicht richtig und diese Last gehört nicht dem Schöpfer, sondern jemand anderem.

Der ganze Genuss bei der Arbeit kommt davon, für wen wir arbeiten.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 15.06.2012