Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Niemand darf vergessen werden

Frage: Wie können wir unser gemeinsames Gebet vor dem Kongress im Norden Israels so ausrichten, dass es jeden persönlich berührt, damit wir dessen Wichtigkeit für die Gruppe und für die Welt spüren können?

Meine Antwort: Solche Kongresse sind sehr nützlich. Ich sehe es auch an den Gruppen, die ich in letzter Zeit besucht habe. Wir müssen die Absicht zu geben an alle unsere Freunde weltweit richten, das übt einen sehr großen Einfluss aus und bringt sie bedeutend voran.

Jedes Mal stelle ich mit Freuden fest, dass der Abstand zwischen den Gruppen sich immer mehr verringert. Besonders jetzt, wo sie sich den Massen gegenüber öffnen und wir von den Kongressen der Einheit und besonders von den Workshops unterstützt werden, werden sehr große Veränderungen in den Gruppen spürbar. Die Entfernung zwischen ihnen verschwindet, alle werden allmählich zu einer Gruppe, und das ist sehr erfreulich.

Der Kongress im Norden beginnt am nächsten Donnerstag, und ich hoffe sehr, dass unsere Freunde sich von der Arbeit losreißen können. Heutzutage ist es nicht einfach, weil es Unannehmlichkeiten seitens des Arbeitgebers geben kann. Ich möchte euch warnen: riskiert nicht euren Arbeitsplatz, wenn es mit den Urlaubstagen nicht klappt.

Und wir werden unsererseits versuchen, eine lückenlose Übertragung zu gewährleisten.

Was die Vorbereitung angeht, ist die Verbindung das Wichtigste, und zwar eine wahrhaft tiefe, innere Verbindung zwischen uns allen, zwischen allen Gruppen und allen Freunden, damit niemand von uns vergessen wird. Wir müssen uns auf eine engere und geschlossenere Handlung vorbereiten. Ab dem nächsten Sonntag werden wir Sonderlektionen diesem Thema widmen. Seid mit uns, und es wird alles gelingen.

Auszug aus dem Unterricht zu der Einführung in das Buch Sohar, 26.06.2012

Das Tagesprogramm

Frage: Wie kann man das Programm für einen Tag vorbereiten, um schneller die Eigenschaft des Gebens zu erlangen?

Meine Antwort: Gemeinsam mit allen unseren Gruppen, zusammen mit allen Freunden weltweit – unabhängig davon, ob sie jetzt den Unterricht anschauen, arbeiten oder schlafen -, sollen wir vereinbaren, einander zu unterstützen, damit niemand von uns vergisst: Nur in der Einheit werden wir den Schöpfer offenbaren. Die ganze Zeit werde ich nur daran denken, wie man Ihn in der Vereinigung offenbaren kann.

Unsere Vereinigung wird zum Mittel, zum wünschenswerten Ergebnis gegenüber dem Zerbrechen werden. Folglich werden wir in dieser Einheit die Kraft des Gebens und der Liebe, die Erfüllung und das ewige Leben enthüllen.

Ich soll mich den ganzen Tag nur darum sorgen, dass niemand von der Freunden, niemand von den Menschen mit dem Punkt im Herzen das Wichtigste vergisst – dass man nur in der Einheit das Gefäß für die Offenbarung des Schöpfers erschaffen kann. Von uns wird nichts Unerfüllbares gefordert. Wenn wir zusammen mit allen Kräften daran denken werden, dann wird Er auch von uns offenbart. Alles liegt in unseren Händen. Haben wir uns abgesprochen?

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zum Buch Sohar“, 28.06.2012

Hilfe für die Verwirrten

Kongress in Miami. Lektion 3

Frage: Wenn ich verwirrt werde, wie kann ich dann überprüfen, ob ich mich korrekt weiterentwickle?

Meine Antwort: Es ist unmöglich, in Handlungen verwirrt zu werden: Es ist dabei offensichtlich, ob ich etwas tue, um anderen zu nützen, oder mir selbst. All die Klärungen betreffen die Absicht, und sie werden mit Hilfe der Gruppe durchgeführt.

Wenn ihr in der Gruppe seid und darin Handlungen ausführt, so wie man sagt: „Schaffe dir einen Lehrer, kaufe einen Freund und versuche, jeden zu rechtfertigen“, und ihr all das mit der Absicht tut, den Schöpfer zu erreichen, dass könnt ihr nicht fehlgehen. Wenn ihr euch von der Gruppe isoliert, dann seid ihr sicher nicht mehr auf dem richtigen Weg.

Daher besteht all unsere Willensfreiheit nur darin, die beste und stärkste Umgebung zu wählen. Andernfalls werden all unsere Handlungen auf einem unbewussten, animalischen Niveau durchgeführt werden, und es wird darin keine Freiheit geben, als würdest du nicht als eine unabhängige Person existieren, sondern vollständig deinen inneren Impulsen und Instinkten gehorchen.

Nur, wenn du dich der Gruppe hingibst und mit ihrem Einfluss auf dich einverstanden bist, kannst du in dieser Form vorankommen.

Auszug aus der 3.Lektion des Miami-Kongresses, 23.05.2012

Wenn man keine Lebenskraft hat …

Frage: Wie kann ein Mensch eine wachsende Gleichgültigkeit überwinden? Heute verlieren sogar Menschen in kreativen Berufen ihr Interesse an allem, geschweige die Anderen. Zum Beispiel: Ein professioneller Fliesenleger hat mit Mühe eine Fliese gelegt und sitzt den ganzen Tag davor – das war es, weiter kann er nicht. Wie kann man eine notwendige Motivation schaffen, wenn diese nicht existiert?

Meine Antwort: Man kann nichts machen. Man kann dem Menschen nicht zeigen, dass es notwendig für ihn ist. Er ist nicht in der Lage, sich zu zwingen.

Unser Verlangen hat aufgehört, sich linear zu entwickeln. Es geht mit allen anderen in ein einziges integriertes System über. Und wenn Sie den Menschen nicht nehmen – im wahrsten Sinne des Wortes „an die Hand nehmen“ – und in dieses integrierte System hineinführen, kann er nichts tun, weil er linear sein neues in ihm entfaltetes integrales System der Erfüllung nicht ausfüllen kann.

Das sind zwei sehr unterschiedliche Systeme: das Individuell/Lineare und Diskret/Analoge. Wir kommen nun auf die analog-integrale Ebene, und hier gibt es ein Problem: wachsende allgemeine Müdigkeit, Weltfremdheit – die in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts bei der Jugend begann. Aber heute taucht das wieder auf, aber in viel ernsterer Form.

Mangel am Verlangen – ist Mangel an Kraft, da das Verlangen, der Wunsch, die Grundlage unserer Existenz ist. Wenn es früher möglich war, die Gleichgültigkeit mit der Bedrohung durch Hunger oder Strafe zu überwinden, funktioniert es heute nicht mehr. Ein Mensch kann nichts mit sich selbst machen, beim besten Willen nicht!

Das ist der Abgrund, an dem die Menschheit eine neue Gruppenpsychologie benötigt.

Aus dem Gespräch über die integrale Erziehung, 23.05.2012

Warum Rockmusik in uns Tierinstinkte weckt

Studie (G. Brayant, Spezialist in der Kommunikation, Universität in Kalifornien, „The Telegraph“, UK.): Rockmusik bewegt uns, weil sie Alarmzeichen der Urzeitgeschöpfe auslöst und wilde Tierinstinkte in uns weckt. Eine plötzliche und abrupte Veränderung der Lautfrequenz und Tonhöhe bauen auf gleichen emotionalen Mechanismen auf, durch welche die Tiere sich vor Gefahren warnen.

Wenn Tiere ein Alarmzeichen geben, wird ihrem Stimmapparat schnell großes Volumen an Luft zugeführt. Dies führt zur Dissonanz bzw. Misstönen, die zur Aufmerksamkeit bei anderen Tieren führt, wodurch emotionale Reaktionen hervorgerufen werden. Bei ähnlicher Begleitmusik bekommen wir Gänsehaut, weil wir darauf programmiert sind und auf diese Dissonanz reagieren. So funktioniert auch disharmonische Musik, ein quietschender Ton, welcher in Horrorfilmen verwendet wird.

Komponisten verstehen intuitiv, welche Musik beängstigend wirkt, aber wissen nicht – warum. Normalerweise verstehen sie nicht, dass sie unsere durch Evolution entwickelte Neigung zur Sorge und negative Emotionen bei bestimmten Klängen ausnutzen.

Mein Kommentar: Im Prozess der integralen Erziehung müssen wir entsprechende musikalische Einflüsse anwenden – Hintergrundmusik bei Unterhaltungen und während der Workshops. Das Anhören bzw. Abspielen von Songs mit integralem Inhalt sollte gefördert und ausgebaut werden.

Prüfung auf die Uneigennützigkeit

Frage: Was bedeutet die Liebe zum Schöpfer?

Meine Antwort: Die Liebe ist die Gelegenheit, Verlangen anderer Menschen auf Kosten Eigener zu erfüllen. In unserer Welt lieben wir nur das, was uns Freude bringt: leckere und gewohnte Gerichte, die Menschen die uns erfüllen, eigene Kinder mit denen wir durch die Kraft der Natur verbunden sind. Wir nennen das die Liebe.

Aber die spirituelle Liebe bedeutet nicht, wenn ich eigene Verlangen mit Hilfe von Irgendjemanden oder mit Irgendetwas erfülle, sondern die Erfüllung der Wünsche anderer Menschen. Das ist das Gegenteil dessen, was wir gewöhnt sind, als Liebe zu bezeichnen. Denn die spirituelle Welt ist der materiellen Welt vollkommen entgegengesetzt. Wenn ich mich über die Verlangen anderer Menschen kümmere und versuche sie so zu füllen, wie der Eine will, dann bedeutet das, dass ich ihn liebe.

Und solange diese Liebe zwischen uns herrscht und alles gut ist, schließen wir eine Allianz mit dem Schöpfer, um diese Beziehung zu erhalten, auch wenn sich diese Dinge durch allerlei möglichen äußeren Umständen ändert. Es spielt keine Rolle, egal was passiert, ich möchte zwischen uns die gleiche Kraft der Liebe und Verbindung erhalten.

Die Frage ist, wie es möglich ist zu empfangen, wenn ich plötzlich enthülle, dass der Schöpfer doch für alle meine Probleme verantwortlich ist? Mein treuer Partner und Geliebter hört plötzlich auf, mich anzusehen und bereitet mir alle möglichen Probleme und Schwierigkeiten. Er hintergeht mich in allem und tut alles gegen mich. Er verwandelt sich zu meinen wichtigsten Wiedersacher. Wie kann ich in diesen Situationen, in mir diese gutherzige Einstellung zu ihm erhalten?

Aber die Verschmelzung mit dem Schöpfer bedeutet, dass ich durch alle möglichen Zustände gegangen bin und dazu gelangt bin, dass ich absolut nichts von ihm bekomme, außer der Empfindung der Dunkelheit. Aber oberhalb davon, baue ich eine Beziehung der Liebe und Eigenschaft des Gebens auf, Verbindung trotz allem Unglück und Leiden, die Er meinem Egoismus bereitete. In diesem Fall kann man das als die Verschmelzung bezeichnen.

Wünsche bzw. Verlangen, in denen ich die Verschmelzung erreiche, müssen in der Einschränkung und Verhüllung bleiben. Über ihnen befindet sich mein Schirm das reflektierende Licht und es kommt zur Verschmelzung im Verlangen des Gebens.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 17.06.2012

Antworten auf die Fragen unserer Blog-Lesern

Frage aus dem englischen Blog: Wie kann der Mensch zum Kabbalisten werden? Was soll er dafür machen?

Meine Antwort: Du sollst lernen, wie man sich unter Einwirkung der korrigierenden Kraft des Lichtes stellen kann, denn sie führen dich an die Quelle zurück. Dieses Licht kommt während des Studiums der kabbalistischen Primärquellen. Aber nur wenn das Studium mit der richtigen Absicht erfolgt und die Absicht wird in der Gruppe der Freunden vorbereitet, die den Ratschlagen des Lehrers folgen. Somit gibt es in der Methode drei Komponenten: die Bücher, den Lehrer und die Gruppe.

Frage: Wir lernen, dass der erste Schritt zum Eingang in die spirituelle Welt der Aufbau des Schirmes ist. Dafür sollen wir MaN – das Gebet erheben, welches das starke Streben zum Schöpfer spürbar macht. Aber der Schöpfer ist vor uns vollkommen verborgen. Wie kann man diesen starken Wunsch erreichen und sich davon überzeugen, dass wir uns auf dem richtigen Weg zum Erlangen des Schirmes befinden?

Meine Antwort: Man kann es nur in der Gruppe erreichen. Wenn Sie die Verbindung mit den Freunden in der Gruppe anstreben, dann befinden Sie sich auf dem richtigen Weg.

Frage: Kann man behaupten, dass Adam, Abraham u.a. keine vollständige Korrektur erreicht haben, da zu jenen Zeiten die Selbstsucht sehr niedrig war und die Gefäße der Korrektur noch ungenügend entwickelt waren?

Meine Antwort: Sie haben die vollständige Korrektur erreicht, aber diese war individuell, was ihnen aber ermöglichte, die Methode der Korrektur aller Menschen auszuarbeiten.

Frage: Wir lernen, dass uns bis zum Ende der Korrektur ca. 200 Jahre geblieben sind. Aber die heutige Situation in der Welt ist so schlecht, dass uns sogar die 200 Jahre nicht ausreichen können. Was wird geschehen, wenn sogar die riesigen Leiden die Menschen nicht zur Kabbala und zur Korrektur führen werden? Lässt die Kabbala eine solche Situation zu, wenn sich die Korrektur ohne Vorhandensein der materiellen Welt verwirklicht?

Meine Antwort: Nein, eine solche Situation wird es nicht geben. Die Menschheit wird nicht umkommen und wird unbedingt die Korrektur erlangen. Aber die Leiden könnte man dabei vermeiden.

Mit der Geschwindigkeit, mit der sich die Welt öffnet

Frage: Warum fällt es mir so leicht, über die Kabbala zu sprechen, als wäre es selbstverständlich, doch wenn ich beginne, mit den Menschen über die Bürgschaft zu sprechen, habe ich große Schwierigkeiten und muss viel überlegen und mich anstrengen?

Meine Antwort: Wunderbar! Jetzt stellst du fest, dass, wenn du über die Kabbala sprichst, du Worte benutzt, die nichts für dich bedeuten, Worte über die Welt, die du noch nicht wahrnimmst. Wenn du aber anfängst, mit den Worten dieser Welt zu sprechen, über gegenseitige Bürgschaft, Liebe, Hass, Annäherung, Entfernung, Verbindung, dann musst du deine eigenen Empfindungen einbringen, und du begreifst, wie weit du von diesen Begriffen entfernt bist.

Und es wird tatsächlich schwierig, darüber zu reden. Denn solange du mit den Worten der Kabbala sprichst, läuft alles sehr glatt ab: Reshimot, Parzufim, Schirme bewegen sich hin und her, Einschränkung, reflektiertes Licht, direktes Licht… Alles scheint wunderbar zu sein. Du jonglierst mit Worten wie ein Zirkusartist mit Bällen. Doch noch sind es für dich nur Worte.

Wenn du aber beginnst, die Worte mit deinen Empfindungen zu verbinden und nicht die Sprache der Kabbala, sondern die Sprache dieser Welt zu sprechen, dann stellst du fest, wie fremd es für dein Herz ist. Deswegen fällt es dir so schwer.

Du musst zu den Worten übergehen, die deinem Herzen nahe sind, dann wirst du begreifen, wie sehr dein Herz dagegen ist. Gewöhne es langsam, Tropfen für Tropfen, daran. Genau das geschieht mit uns gerade, wir bewegen uns auf die richtige Art und Weise vorwärts.

Wenn wir mit der Geschwindigkeit, mit der sich die Welt uns öffnet, voranschreiten, ohne ihr Gewalt anzutun, sondern indem wir alle Gelegenheiten, die sich uns bieten, nutzen: stellen Kontakte mit verschiedenen Organisationen her, verteilen Flyer, verbreiten Material im Internet, halten Vorträge usw., dann werden wir sehen, wie uns der Weg geebnet wird.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, New York, 21.06.2012

Das Kind will wachsen!

Wir verstehen noch nicht, wie sehr unser Vorankommen von dem Vorankommen der Welt abhängt. Doch es wird sich allmählich offenbaren, und wir werden unsere Verantwortung ihr gegenüber fühlen. Ein Kind wird den Eltern nicht nur gegeben, damit sie sich an ihm erfreuen und mit ihm spielen können, sondern damit sie sich ständig darum kümmern. Und diese Arbeit wird ebenfalls zur Freude, weil Liebe diese schwere Verpflichtung in ein ersehntes Privileg verwandelt.

Wir treten in eine neue Epoche ein und die Welt möchte sich entwickeln, weiß aber nicht, in welche Richtung, sie verzweifelt von Tag zu Tag immer mehr und spürt ihre Machtlosigkeit. Das hilft uns voranzukommen. In Wirklichkeit mussten die Kabbalisten in der Vergangenheit viel schwerere Zeiten durchmachen, in denen sie keine Veränderungen in der Welt und keine Ergebnisse ihrer Arbeit beobachten konnten. Wir aber wurden dieses besonderen Privilegs würdig.

Ein Ehepaar, das keine Kinder hat, leidet sehr. Manchmal entsteht eine so starke Verbindung zwischen ihnen, dass sie beschließen, füreinander zu leben. Doch in Wirklichkeit machen nur Kinder ein Ehepaar zu einer Familie.

Deshalb, wenn wir uns um die Welt kümmern, werden wir quasi zu Eltern, die ein gemeinsames Kind haben, und das wird uns stärken. Das wird uns Erfolg in allem, was wir anstreben, bringen.

Dafür müssen wir lernen und die Methode optimieren. Jeder muss zu einem Lektor, Lehrer oder Organisator werden – auf diese Weise werden wir vorankommen. Wenn wir uns um die Menschen nicht kümmern, haben wir keine Chance, voranzukommen. Der Schöpfer braucht unser eigenes Vorankommen nicht – er braucht eben alle sieben Milliarden Verlangen, und darum müssen wir für sie arbeiten.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, New York, 21.06.2012

Positive Ladung

Dieser Weg ist schwer, wenn wir in unserem Ego bleiben und irgendwelche egoistischen Auseinandersetzungen untereinander auszufechten versuchen. Solange wir versuchen, die Probleme auf egoistischer Ebene zu lösen, werden wir uns immer streiten, unterschiedlicher Meinung sein, und es wird kein Ende nehmen.

Wenn wir uns aber über unseren Egoismus erheben, um uns zu verbinden, und alle unsere Streitereien und Reibereien als Einladung zur Verbindung, als „Gegenhilfe“ wahrnehmen, werden wir immer fröhlich, voller Kraft, Begeisterung und zu jeglichen Errungenschaften fähig sein. Und wenn wir etwas nicht schaffen, haben wir Jemanden, den wir um Hilfe bitten können. Auf diese Weise kommen wir also zur Bitte an den Höheren, zum Gebet, anderenfalls werden wir es nicht schaffen.

Und es wird kein einfaches Gebet sein, sondern ein gemeinsames, wenn ich für die ganze Gruppe und nicht für mich selbst bitte. Denn alle Bitten für sich selbst helfen nicht, sondern entfernen uns im Gegenteil voneinander und werfen uns auf den Weg der Leiden.

Genauso sprechen wir am runden Tisch darüber, dass wir alle Auseinandersetzungen hinter uns lassen wollen. Wir wollen nicht streiten und klären, wer von uns mehr recht hat und wer weniger und um wie viel Prozent. Das sind keine Regierungsdebatten. Hier haben sich Menschen versammelt, die eine neue Verbindung aufbauen möchten, ohne die die Menschheit dem Tode geweiht ist.

Und das ist nur dann möglich, wenn wir alle Streitereien untereinander beenden und zu einer neuen Stufe der Verbindung aufsteigen, damit „alle Verbrechen“, die unten geblieben sind, „von der Liebe bedeckt werden“, die über allem steht. Und über die Verbrechen sprechen wir nicht, als ob es sie nicht geben würde. Dann werden wir eine Kuppel über uns bauen können.

Genau das wollen wir während der Gespräche am runden Tisch erreichen. Und bevor wir es vor dem Publikum machen, müssen wir lernen, das gleiche in unserer Gruppe umzusetzen. Deshalb sollten wir jede Gelegenheit nutzen, um uns zu verbinden, gerade trotz allen zwischen uns existierenden Streitigkeiten, Meinungsverschiedenheiten und Ablehnung.

In dieser Form übt das höhere Energiefeld einen Einfluss auf uns aus, indem es solche Reaktionen in uns auslöst und Reibungen zwischen uns hervorruft, damit wir auf die Hilfe des Höheren angewiesen sind. Wie geschrieben steht: „Der den Frieden im Himmel herrschen lässt, wird auch den Frieden zwischen uns herrschen lassen“.

Wir müssen erreichen, dass dieses Feld nicht durch seinen negativen Pol auf uns einwirkt, sondern durch seinen positiven, in der entgegengesetzten Richtung. Jedes Feld, jeder Magnet kann sowohl positiv als auch negativ wirken, entweder durch den Nord- oder durch den Südpol. Und das alles hängt von unserer Orientierung, von unserer Ladung – von unserer Ausrichtung – ab.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, New York, 21.06.2012