Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Der Freund ist ein Gleichgesinnter

Frage: Wie können wir mit anderen zu Gleichgesinnten werden, wie kann man ermessen, ob wir gleich sind, denn anderenfalls werden wir doch nicht zu wahren Freunden, die untereinander die Bedingungen für die Offenbarung des Schöpfer erschaffen?

Meine Antwort: Man kann sich „höher“ oder „niedriger“ als die anderen empfinden, aber zu den Freunden werden nur diejenigen, die in einem Zustand der Gleichheit untereinander angekommen sind. In anderen Beziehungen (im Empfangen oder im Geben) seid ihr keine Freunde, sondern entweder Lehrer oder Schüler voneinander.

Als Gleichgesinnte werden somit die Menschen bezeichnet, die gleichzeitig verlangen:

1. Alles zu geben, so wie der Große dem Kleinen gibt, und sich um den anderen zu sorgen,

2. Sie sind bereit, von einem beliebigen Freund zu lernen, so wie der Schüler von seinem Lehrer lernt (wie man sagt, „von allen meinen Schülern habe ich gelernt“ – „mi koll talmidaji iskallti“).

Gerade in der Kombination dieser zwei Beziehungen von mir zu den anderen werden ich mit einem anderen gleichgestellt, d.h. werde ich zu seinem Freund.

Der fremde Blick auf sich selbst aus der mittleren Linie

Warum hat der Schöpfer alles so sonderbar gemacht? Warum hat er den Palast aufgebaut, und Seine Lieblingsgäste zu sich eingeladen? Warum hat Er dann plötzlich um den Palast herum Wächter aufgestellt, die die Gäste auf die Probe stellen, ihnen den Eingang verweigern, und ihnen Leiden und Schmerzen zufügen? Wusste denn der Schöpfer nicht im voraus, wer Ihm treu sein würde, wer Ihn lieben wird und wer nicht? Warum stößt der Schöpfer uns ab, damit nur diejenigen Ihn erreichen, die alle Hindernisse überwinden und ihre Ergebenheit und Bereitschaft zur Hingabe beweisen können?

Es geht darum, dass gerade in diesem Kampf mit den Hindernissen sich unser Verlangen (Gefäß für das Empfangen der Füllung im Palast des Königs) entwickelt. Wie könnten wir anders dieses Gefäß aufbauen? Es wird uns von oben nicht in fertiger Weise gegeben. Anderenfalls wäre es ungerecht. Denn es wäre ungerecht, vom ganzen Herzen nach dem Schöpfer zu streben, und dennoch von den Wächtern vom Berg hinuntergestoßen zu werden.

Tatasche ist, dass meine Eigenschaften den Eigenschaften derjenigen entgegengesetzt sind, die des Aufenthaltes auf dem Gipfel des Berges würdig sind. Ich bin also nicht jener Mensch, der sich im königlichen Palast aufhalten kann. Dank den Wächter verändere ich mich jedesmal, bringe meine Eigenschaften in Übereinstimmung mit den Eigenschaften des Schöpfers.

Auf diese Weise kannst du alle Hindernisse rechtfertigen, verstehen und aushalten und zwar mit Hilfe des Glaubens über dem Verstand: sowohl egoistisch, als auch gebend. Denn dieses Geben basiert auch auf dem Empfangen.

Verständlicherweise werden diese Kräfte meiner Selbstsucht als grausame und böse Wächter vorgestellt, die mir nicht gestatten, hineinzugehen. Und der Schöpfer ist der grausamste von allen, weil Er diese Wächter auf meinem Weg zu Ihm gestellt hat. Er hat meinen bösen Anfang und alle damit verbundenen Probleme und Leiden geschaffen. Als ob Er ein krankes, unglückliches Kind geboren hätte, und statt es zu bemitleiden, es auch noch verprügeln würde, als ob es selbst daran schuld wäre.

Deshalb scheinen uns all unsere Ansprüche gerechtfertigt. Aber hier geht es darum, dass der Aufbau eines korrekten Verlangens nur durch den Erhalt neuer Eigenschaften möglich ist, die in uns nicht von vornherein vorhanden sind. Und deshalb besteht die richtige Herangehensweise darin, sich selbst zu verändern. Einerseits betrachtest du die Eigenschaften, die in deinem egoistischen Verlangen vorhanden sind. Und von einem anderen Standpunkt aus beobachtest du, was sich in deinem Verlangen des Gebens, im Streben zum Schöpfer befindet – das heißt die Eigenschaften, die für den Aufstieg auf den Berg mit dem königlichen Palast notwendig sind.

Und du beobachtest dich selbst von diesen zwei Punkten aus, „aus der mittleren Linie“. Und bezüglich deines Verlangens zu genießen, ist das der grausamste Weg, auf dem keine Gerechtigkeit zu finden ist! Auch bezüglich des Verlangens zu Geben misslingt es dir, viele Rechtfertigungen und große Unterstützung zu finden. Denn man muss von beiden Seiten eine Menge Bemühungen – sowohl seitens der Selbstsucht, als auch seitens des Strebens nach Geben aufwenden.

Wichtig ist, dass du diese zwei diese Aspekte mit unabhängigem Blick, wie aus dem „Niemandsland“ betrachtest. Als ob du zu Keter aufgestiegen wärst und von da aus dich selbst beobachten würdest, wie es der Schöpfer tut. Denn deine egoistischen Eigenschaften gehören dir nicht, und können sich infolge deines Strebens, mit dem Schöpfer verglichen zu werden, verändern. Folglich kannst du genauso wie Er werden, mit Ihm vereinigt werden, und alles, was dir widerfährt, nur wie ein Mittel dazu ansehen.

Du willst mit dem Schöpfer verschmelzen, anstatt nur von deinem egoistischen Verlangen abhängig zu sein. Dabei ist das Verlangen zu genießen für dich nur das Mittel, den Schöpfer zu erreichen. Mit Hilfe der Tora (des Lichts, das zur Quelle zurückführt), sollst du diesen bösen Anfang zum Guten wenden, um damit den Schöpfer zu erreichen.

Für die Verschmelzung mit dem Schöpfer brauchst du einen guten Anfang. Du veränderst deinen bösen Anfang mit Hilfe der Tora und kannst in der Folge den Palast des Schöpfers erreichen. Das ganze Geschöpf wurde zwecks der Verschmelzung mit dem Schöpfer erschaffen. Von diesem Punkt der Verschmelzung aus, die wir erreichen wollen, soll man den ganzen Weg, den gesamten Prozess betrachten. Dann wirst du deine egoistische Wahrnehmung ändern können, du wirst in der Lage sein, dich selbst nicht aus dem Verlangen zu genießen heraus, nicht aus dem Egoismus heraus zu betrachten. Du wirst dich die ganze Zeit über ihm befinden, und in ihm nur das Mittel zur Erreichung des Ziels sehen.

Deshalb ist es so wichtig, ständig die Größe des Ziels zu betonen, den Schöpfer, die Gruppe, die Freunde zu erhöhen, und das wird dir helfen, alle Hindernisse (die Wächter auf dem Weg zum König) als Hilfsinstrumente wahrzunehmen.

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zur Lehre der Zehn Sefirot“ „, 15.05.2012

Das Gute dem Schlechten zuwenden

Frage: Der Schöpfer schuf den bösen Trieb und den guten. Es steht geschrieben, „Ich schuf den bösen Trieb.“ Und woher kommt der gute Trieb?

Meine Antwort: In Wirklichkeit gibt es keinen guten Trieb. Es gibt nur die Neigung zum Bösen, die ursprünglich vom Schöpfer erschaffen wurde. Daher informiert er uns, dass er den bösen Trieb geschaffen hat. Aber wir korrigieren ihn mit Hilfe der Tora und verwandeln ihn in den guten Trieb.

„Trieb“ ist Verlangen. Das Verlangen bleibt. Aber „böse“ bedeutet, dass ich ständig um meiner selbst willen empfangen will, und das schadet mir dann, weil ich mich in dieser Welt abschotte wie ein kleines Tier, das all die Jahre nur überlebt, die es zu leben hat. Dies ist die elendste Art von Leben, die in Wirklichkeit möglich ist.

Der gute Trieb bedeutet, dass wir versuchen, uns in der Gruppe zu vereinigen und verstehen, dass wir dazu nicht in der Lage sind, und beginnen, aufzuschreien in einem gemeinsamen Gebet. Dann erscheint das Licht, das verwandelt, und schafft Einigkeit unter uns, und im Innern dieser Einigkeit wird die Absicht zu Geben, wird das Licht enthüllt. Dann haben wir anstelle des bösen Triebes den guten, dasselbe Verlangen, aber mit der Absicht, uns mit dem Nächsten zu vereinen.
Auszug aus dem 3. Workshop des ONE Kongresses in New Jersey, 12.05.2012

Auch ein Stein wird befreit

Unterricht aus Amerika

Frage: Man sagt, dass nachdem alle Buchstaben ins Herz eingeritzt sind, wird der Mensch befreit. Wie meißeln wir diese Verlangen in unseren Herzen heraus?

Meine Antwort: Wir gestatten dem Licht einzuwirken. Nachdem ich dem Licht ermögliche, an mir zu arbeiten, schafft es in mir die Formen der Buchstaben, meißelt sie auf meinem Steinherz, arbeitet sie heraus. Denn mein ganzes Herz ist ein riesiger Stein.

Stellen Sie sich den Granitfelsen vor, auf dem man alle Buchstaben der Tora ausmeißeln soll – angefangen mit „Bet“, mit dem ersten Buchstaben des ersten Wortes „Bereschit“ („Am Anfang“), und bis zu „Lamed“, bis zum letzten Buchstaben des letzten Wortes „Israel“.

Denn die gesamte Tora ist ein Kode der Korrektur des Verlangens infolge der konsequenten Einprägung aller existierenden ТАNТА (des vollen Kli/Gefäßes: taamim, nekudot, tagin, otijot – Lichter, Punkte, Zeichen über den Buchstaben, Buchstaben). Das alles soll auf dem Stein eingeritzt werden.

Folglich bekommt der Stein eine neue Form (empfängt nicht mehr für sich). Er arbeitet vollständig für das Geben, weil alle Buchstaben Ausdrücke des Gebens seitens des Steines, seitens unserer Natur sind.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 11.05.2012

Schirm ist einfach…

ONE Kongress in New Jersey. Workshop 4

Frage: Kann ein einzelner Mensch den anti-egoistischen Schirm erlangen oder ist es nur über die Gruppe möglich? Oder ist der Schöpfer der einzige, der uns den Schirm geben kann?

Meine Antwort: Das Licht kommt über die Gruppe auf meine Bitte hin und baut in mir den Schirm auf, der mir hilft, mich über mein Ego zu erheben und mich mit der Gruppe zu verbinden. Der Schirm ist die Verbindung zwischen mir und der Gruppe oder zwischen mir und dem Schöpfer, was ein und dasselbe ist. Er hilft mir, mich über den Egoismus zu erheben, und, nachdem ich mich über mich selbst erhoben habe, mich mit dem Licht, dem Schöpfer, dem Kern der Gruppe, der sich in ihrer Mitte offenbart, zu verbinden.

Außer dem Schirm brauchen wir nichts. Es gibt mein Verlangen und es gibt die Gruppe, in deren Innerem sich das Licht und der Schöpfer befinden – und der Schirm hilft mir, mich mit ihnen zu verbinden. Auf diese Weise trete ich in die spirituelle Welt – in die Mitte der Gruppe – ein.

Auszug aus dem 4. Workshop des ONE Kongresses in New Jersey, 13.05.2012

Der Blick auf die Gruppe im Licht der Liebe

ONE Kongress in New Jersey. Lektion 2

Frage: Welche Anstrengungen soll die Gruppe unternehmen, um die Korrektur im gleichen Lebensabschnitt, in dem sie die Wissenschaft der Kabbala enthüllt, zu erreichen?

Meine Antwort: Die Anstrengungen bestehen darin, den Freund in der Gruppe nicht nach den Zuständen, die er gerade durchläuft, zu beurteilen. Wir sind alle „Waschlappen“, wie Rabash zu sagen pflegte, wir sind alle unkorrigiert. In jedem von uns gibt es alle Makel.

Derjenige, der hohe spirituelle Stufen erreicht, enthüllt im Grunde genommen derart widerliche Verlangen in sich, dass es ihn erschaudern lässt, wie er sie nur haben kann. Das kann man sich noch nicht einmal vorstellen! Denn als Ergebnis des Zerbrechens schließt jeder von uns alle Verlangen in sich ein. Aus diesem Grund ist es uns verboten, den anderen als unkorrigiert zu sehen.

„Jeder urteilt über den anderen aus der eigenen Verdorbenheit heraus“. Wenn ich einen Fehler in dem anderen sehe, dann nur, weil ich selbst verdorben bin. Denn wenn ich korrigiert wäre, würde ich den anderen entsprechend meinem Korrekturgrad sehen, und zwar in einem vollkommen korrigierten Zustand, weil alle diese Stufen bereits existieren. Und das, was ich jetzt sehe, ist eine Projektion meines Egos. Gerade dieses zeichnet mir dieses Bild.

Darum besteht die Hauptarbeit in der Gruppe darin, jeden Freund als das eigene geliebte neugeborene Kind wahrzunehmen. Es ist unwichtig, was es macht: dir keine Ruhe lässt, alles bekleckert oder kaputt macht, du weißt trotzdem, dass es dein Kleines ist. Die gleiche Einstellung muss man dem Freund entgegenbringen. Das ist ein Zeichen der Liebe.

Wenn ich von einem Freund spreche, meine ich einen Menschen, der auch imstande ist, sich den anderen gegenüber genauso zu verhalten, und nicht jemanden, der einfach gekommen ist und sich in die Gruppe eingetragen hat. Die gegenseitige Hilfe besteht darin, auf den persönlichen Zustand eines jeden Rücksicht zu nehmen.

Auszug aus der 2. Lektion des ONE Kongresses in New Jersey, 12.05.2012

Seminar mit dem Schöpfer

Lektion aus USA

Frage: Während der Seminare in der Gruppe reden einige Menschen viel und andere weniger, einige sind extrovertierter, andere wiederum weniger. Wie soll man sich richtig dazu verhalten?

Meine Antwort: Wenn ich zusammen mit anderen Menschen im Kreis sitze, soll ich jeden von ihnen wie ein Mannequin betrachten, durch das der Schöpfer spricht. Es ist nicht der Mensch, der mir gegenüber sitzt, sondern auf diese Weise stellt sich mir der Schöpfer in allerlei Formen vor. Wenn sie Dummheiten sagen, dann ist das unwichtig für mich, ich huldige ihnen. Wenn sie plötzlich mir unangenehm, abstoßend und unsympathisch erscheinen, dann soll ich als Gegengewicht dazu verstehen, dass Er in mir diese Gefühle, diese Antipathie erweckt. Und hier ist ein Platz für viel Arbeit.

Über den großen Weisen Rabbi Jossi Ben Kisma steht geschrieben, dass er eine Gruppe von Schülern hatte, die absolute Anfänger waren, aber er stellte sich noch niedriger als sie, und somit wurden sie Groß in seinen Augen und er konnte durch sie das ganze spirituelle Begreifen vom Schöpfer offenbaren.

Es gibt nicht „höher“ und „niedriger“ – denn diese Wahrnehmung erfolgt nur laut unserer Einschätzung. Deshalb kann ich in einer Gruppe von denen, die „von der Straße gekommen sind“, sitzen und es ist unbedeutend, dass sie Anfänger sind. Alles hängt davon ab, wie ich mich ihnen gegenüber stellen werde.

Auszug aus der Lektion nach dem Artikel aus dem Buch „Schamati“, 10.05.2012

Verliere dich nicht

Kongress in Brasilien. Lektion №5

Frage: Kann ein beliebiges physisches Verlangen – zum Beispiel die Sucht nach Sex – auf dem spirituellen Weg zum Hinderniss werden?

Meine Antwort: Die physischen Verlangen (Essen, Sex, Familie, Geld, Ehre, Macht und Wissen) können den spirituellen Aufstieg des Menschen nicht verhindern. Man sollte sich nicht abgesondert mit dem beschäftigen, was zum Körper gehört. Man sollte sich nur um seinen Hass gegenüber den Freunden sorgen, und gleich danach um den Hass gegenüber der ganzen Welt.

Wenn du fünf Portionen anstelle einer aufessen willst, dann ist das schlecht für den Körper, stört dich aber auf dem spirituellen Weg nicht. Dasselbe betrifft auch Sex.

Denke an die Verbindung mit dem Schöpfer mit Hilfe der Freunde, und sorge dich nicht um deine physischen Verlangen.

Auszug aus der 5.Lektion des Kongresses in Brasilien, 06.05.2012

Das ewige Wechselspiel

Brasilien-Kongress. Lektion 5

Frage: Wie können wir uns vergewissern, dass unsere Verbindung in der Gruppe für die Arbeit, die wir bewerkstelligen wollen, ausreichend ist?

Meine Antwort: Ihr könnt euch davon in der Praxis überzeugen, wenn ihr trotz Reibereien dennoch versucht, euch zu verbinden und zusammen zu arbeiten. Dann handelt ihr in zwei Ebenen: unten sind Streitereien, Hass, Abstoßung, Unverständnis, mit anderen Worten, Egoismus, der uns trennt; oben hingegen verbindet ihr euch in Liebe.

Indem ihr diese zwei Schichten aufrechterhaltet, steigt ihr in ihnen beiden immer höher: der Egoismus erhebt sich über die Liebe und ihr hasst euch, dann erhebt ihr die Liebe über den Egoismus, immer und immer wieder, vergleichbar damit, wie wir unsere Beine beim Gehen abwechselnd benutzen. Positives und Negatives, Absorbieren und Ausscheiden wechseln sich ständig ab – das ganze Leben beruht auf diesem Wechsel, anders können wir nicht vorankommen.

Wenn der gewachsene Hass jedoch die Liebe unterdrückt und ihr euch damit zufrieden gebt, zerreißt die Verbindung zwischen euch und die Gruppe zerfällt. Deshalb sollte man stets daran denken, was der Schöpfer gesagt hat: „Ich erschuf den bösen Trieb“. Er erneuert ständig euren Egoismus, damit ihr euch fortwährend über ihn zum Guten erheben könnt.

– Wo soll ich es aber her nehmen?

Bitte den Schöpfer darum. Auf diese Weise verbindest du dich mit Ihm immer wieder. Er verstärkt deine Eigenliebe gerade dafür, damit du die Verbindung herstellst und um Hilfe bittest. Dieser Prozess muss sonnenklar sein. Allein auf diese Weise kommen wir in der Gruppe voran, anderenfalls sind wir zum Scheitern verurteilt.

Auszug aus der 5. Lektion des Brasilien-Kongresses, 06.05.2012

Die Verbindung mit der Gruppe überprüfen

Wir müssen verstehen, dass es in unserem Leben, in unserer Realität nur zwei Zustände gibt: Einen Zustand der Dunkelheit, einen Schatten, oder einen Zustand des Lichtes, Verbindung, der Offenbarung des Guten und Gütigen. Es gibt nichts dazwischen. Wenn jemand, der davon hört, stets versucht, die Zustände, die er durchlebt, zu klären, ob es sich um einen Schatten handelt oder um die Enthüllung des Schöpfers, dann wird er entlang der mittleren Linie voranschreiten.

Baal HaSulam, Shamati, Artikel 8: „Was ist der Unterschied zwischen dem Schatten von Kedusha und dem Schatten von Sitra Achra?“: „Alle Veränderungen sind vielmehr in den Empfängern. Wir müssen zweierlei Einsichten betrachten in diesem Schatten …

Die erste tritt auf, wenn jemand sich noch mit den Freunden vereinen kann, indem er die Gedanken an Trennung und die Trübung der Sinne überwindet. Er kann die Dunkelheit und Verhüllung des Lichtes noch bewältigen; er versteht noch, dass er das Ziel aus den Augen verloren hat, den Weg zum Schöpfer.

Aber im Großen und Ganzen betreibt niemand wirklich Selbstkritik, „Warum empfinde ich so? Woher kommt dieses Gefühl?“ Ich bin nicht mein eigener Psychologe, ich fühle mich nur gut oder schlecht, wie ein Kind. Ich ermittle nicht, wer mir diese Gedanken und Gefühle schickt. Ich „schmore“ darin und versinke in meinem Körper, wie ein kleines Kind.

Trotzdem sollte man sich selbst kennen und fragen: „Was hat meine Gefühle und Gedanken hervorgerufen? Wie kann ich mich über mich selbst erheben, über den gegenwärtigen Zustand? Wie kann ich diesen Sumpf hinter mich bringen, indem ich mich selbst an den Haaren herausziehe?“ Man betrachtet sich stets selbst von der Seite, „Ja, ich befinde mich tief verstrickt in mein egoistisches Verlangen. Ja, es beherrscht mich. Es ist wahr, es erlaubt mir nicht, mich zu verbinden, es lässt mich nicht zur Lektion aufstehen, es zwingt mich, den Kontakt zu unterbrechen, es lässt mir das alltägliche Leben mit all seinen Anliegen wichtiger erscheinen. Aber ich sehe, dass ich in diesem Zustand bin, und dass er dem Ziel entgegengesetzt ist.“

Wie kann ich das verstehen und erkennen? Wenn ich noch mit etwas äußerlich verbunden bin, mit der Gruppe. Hier kommt der Moment der Wahrheit, ich kann prüfen, ob ich wirklich mit der Gruppe verbunden war oder nicht. Falls ich nicht verbunden war, empfinde ich nur mich selbst: Ich fühle mich schlecht, ich möchte überhaupt nichts mehr, usw. Außerdem versuche ich gar nicht erst, mir darüber Rechenschaft abzulegen, und bewege mich weg ohne irgendwelche besonderen Gedanken oder Begehren.

Aber wenn ich mit der Gruppe verbunden wäre, wenn ich einen Bund mit den Freunden geschlossen hätte, gemäß dem sie mir helfen müssen, selbst wenn ich falle und mich in eine andere Richtung wende – die innerlichen Verbindungen werden gehalten, mir wäre es wichtig, wie sie mich sehen, und ich würde meine Verpflichtung nicht völlig vergessen. Sie würden mich unterstützen, und ich wäre in der Lage, mich selbst von der Seite her zu betrachten und meine Gefühle zu klären.

Hierdurch werde ich zweigeteilt: In mein eigenes Selbst und meine Einstellung zur Gruppe. Ich werde nur dann etwas klären und mich überprüfen können, wenn ich die Verbindung mit den Freunden halte, und dadurch den Aufstieg in Gang setzen können, der auf den Abstieg folgt. Andernfalls habe ich keine Chance; ich scheitere schlicht und verlasse die anderen. Demnach kann man die erste Art von Schatten überwinden, indem man den derzeitigen Zustand rechtfertigt und versteht, dass er einem vom Schöpfer gesandt wurde. Dann kann man den Schöpfer um Hilfe bitten.

Warum sollte man sich an Ihn wenden? Nicht, um sich besser zu fühlen, denn dann würde ich darum bitten, meine negativen Neigungen abzuschaffen, die doch Er geschaffen hat, mit der Tora als Gewürz dazu. Also sollte ich nach dem Gewürz fragen, so dass die Kraft der Liebe und des Gebens, die Kraft der Verbindung, von oben dazukommen werden und mich befähigen, mich zur anderen Linie hin zu entwickeln.

„Wenn jemand noch die Fähigkeit besitzt, die Dunkelheit und die Verschleierung, die er fühlt, zu überwinden, den Schöpfer zu rechtfertigen und zum Schöpfer zu beten, dass der Schöpfer ihm die Augen öffnen möge, damit er versteht, dass alle Verschleierungen, die einer fühlt, von Schöpfer kommen.“

Wenn jemand hilflos alleingelassen wird und keinen Ausweg sieht, wenn er den Schöpfer verflucht, die Freunde und das Leben, betrachtet er sich immer noch von der Seite und sieht plötzlich eine Chance für einen Durchbruch, er kann verlangen, dass der Schöpfer ihn retten möge. Warum? Weil er einen Zustand nicht akzeptiert, die Fürsorge des Schöpfers mangelhaft zu sein scheint, und er ihn nicht rechtfertigen kann. Jemand fühlt sich schlecht, weil er schlecht denkt vom Guten und Gütigen, wenn er gegenteilig zu Ihm ist. Wenn einem das Leben schlecht erscheint, ist das ein Zeichen, dass ich entgegengesetzt zum Schöpfer bin.

Wir müssen einen Massach (Schirm) aufbauen und das Reflektierte Licht (Or Choser) über all die schwierigen Situationen. Selbst in den schlimmsten Situationen muss ich den Schöpfer als ihren Ursprung sehen, als das Licht voll all des unbegrenzten Überflusses, das aber in mir zerbrochen ist und sich in ein schlechtes Gefühl verwandelt, in einen Schatten, in Dunkelheit, weil meine Eigenschaften dem Guten und Gütigen gegenüberliegen, der Eigenschaft von Geben und Liebe entgegengesetzt sind.

Somit kommen wir jedesmal vorwärts, wenn wir die Dinge richtig abklären. Die Hauptsache ist, ständig den Punkt zu erforschen, „Was fühle ich? Wer schickt mir dieses Gefühl? Warum erfahre ich dieses Gefühl?“ Dies ist das ganze Prinzip unserer Arbeit, und das ist es, was die Menschheit in die 1% und die 99% aufteilt.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Buch Schamati, 03.05.2012