Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Für den Auszug in die Welt

Frage: Es gibt so einen Begriff wie „Reichweite“. Worin sollen letztendlich unsere Handlungen bei der Durchführung von den Workshops münden?

Meine Antwort: All das tun wir nur, um dann in die Welt hinauszuziehen. Wir müssen dieses System ausarbeiten, uns an unserer Gemeinsamkeit, an dem Zentrum der Gruppe festklammern. Wir müssen spüren, wie wir beginnen, den Ausdruck des höheren Zustands, der Höheren Kraft darin zu erkennen; wie wir uns an ihr festhalten und sie uns festhält und nicht loslässt. Jeder von uns muss sich darüber klarwerden, wie er an allen seinen egoistischen Erscheinungsformen, Abstoßungen usw. arbeitet.

Wenn diese Methode sich richtig in uns entfaltet, werden wir auch die Welt mit anderen Augen betrachten. Wir werden alles, was gegen uns ist, als „Gegenhilfe“ und nicht einfach als ein „Kontra“ sehen. Und dann werden wir es in die Welt hinaustragen können.

Denn alles begann mit den Protestbewegungen in allen Ländern. Deshalb gingen wir hinaus und organisierten Runde Tische.

Nun organisieren wir diese Runden, diese Runden Tische in unserer Mitte. Jetzt müssen wir sie spirituell bereits auf einer anderen Stufe ausarbeiten, in die Welt hinausgehen und beginnen, sie dort zu verbreiten. Nicht so, wie wir es früher gemacht haben, sondern in einer intensiveren, kräftigeren Form, die mit der höheren Wurzel verbunden ist, so dass die Welt spürt, dass hier nicht einfach nur irgendein Einvernehmen zwischen uns herrscht, sondern dass hier eine Kraft aufkommt, mit deren Hilfe die Probleme gelöst werden können. Das ist das, was wichtig ist.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 20.05.2012

Die Höhe der Verbindung

Frage: Was bedeutet, „das Gespräch aus dem Zentrum der Gruppe zu führen“? Was ist das?

Meine Antwort: Wenn ich aufhöre, das Ich wahrzunehmen, und beginne, nur das Wir wahrzunehmen.

Dieses Gefühl muss in uns während der Besprechung entstehen, als wären wir untrennbar zu einem Ganzen, zu einem Körper miteinander verbunden. Mit einem solchen Gefühl muss ich den Workshop verlassen.

Frage: Bedeutet das die „Höhe der Verbindung“?

Meine Antwort: Ja. Ich kann nicht mehr alles mit anderen Augen betrachten. Auf diese Weise sehe ich bereits die Welt, mich selbst und alles um mich herum.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 20.05.2012

Die Morgenröte weckend

Frage: Sie sagen, dass das „Zentrum der Gruppe“ Malchut der Welt Azilut ist. Existiert sie jetzt, während wir diese Sachen nur theoretisch studieren?

Meine Antwort: Diese Dinge existieren, nur wenn du sie enthüllst. Und solange es nicht geschehen ist, befinden sie sich im Potential.

Sagen wir mal, du hast einen Sohn bekommen. In ihm ist das Potential aller nachfolgenden Generationen enthalten, die von ihm abstammen werden. Vorerst existieren sie nicht einmal in einem Samentropfen, aber sie sind dennoch in einem Programm der höheren Ordnung vorgesehen. Eben dies ist „die potentielle Existenz“: über uns herrscht ein Programm, eine kausale Ordnung und darin können wir nichts ändern.

Allmählich wird dieses Potential realisiert. Alles, was bis jetzt mit jedem geschehen ist, verwandelte sich aus dem Potential in die RealitätAuf diese Weise sind das Gute und das Böse gleichermaßen durch das höhere Programm bedingt, anders hätte es nicht sein können. In Bezug auf die Vergangenheit sind wir Fatalisten.

Aber die Zukunft können wir ändern, hier muss man nicht an das Schicksal glauben. Es ist richtig, dass die Reschimot unbedingt realisiert werden, dass die Lichter ihnen unbedingt entgegen stehen, jedoch bestimme ich durch meine Anstrengungen ihr Verhältnis. Wenn meine Verlangen den Lichtern ähnlich sind, ändere ich im selben Maße die Wahrnehmung auf diesem Weg – bis ins Gegenteil – und dann komme ich bequem und im guten Tempo voran. -Eben das bedeutet „das Schicksal verändern“.

Das Tempo des Vorankommens bestimmt alles. Wenn du die Realisierung der Reschimot verzögerst, rufen sie in dir sehr schlechte Empfindungen im Vergleich mit der beschleunigten Variante hervor. Jede, selbst die schönste Melodie, wenn sie langsam gesungen wird, verwandelt sich in einen Trauermarsch. Und umgekehrt, wenn du die Zeit beschleunigst, transformierst du deine Empfindungen aus einem Minus in ein Plus.

Aus demselben Grund erlebt die Welt heute eine Krise. Die Menschen sind von den
Geschehnissen überrumpelt und nicht in der Lage, die nötigen Lösungen zu finden. Es liegt daran, dass das Tempo der Entwicklung plötzlich gestiegen ist,der Mensch sich aber noch nicht umgestellt hat. Ich bin nicht „global“, nicht integral, ich kann nicht gleichzeitig viele Parameter berücksichtigen. Überall geschieht etwas, alles ist miteinander verbunden und ich versuche nach wie vor einer Geraden zu folgen, die von meiner Selbstsucht vorgebahnt wurde. Das ist der Grund, aus dem wir mit der modernen Welt nicht klar Kommen: unsere Rhythmen stimmen nicht miteinander überein.

Das Ende der Korrektur ist also vorherbestimmt, jedoch hängt von mir ab, wie ich meine Entwicklung realisiere: durch Leiden oder durch ein bewusstes Vorankommen. Das Tempo entscheidet alles. Darum steht geschrieben, dass Israel die Zeit beschleunigt. Die Realisierung der gleichen Reschimot kann entweder von positiven Empfindungen oder von viel Leiden, Kriegen, Epidemien und übrigen Katastrophen begleitet werden, welche uns zum nächsten Schritt zwingen werden. Alles hängt von der Vorbereitung – sowohl auf den Unterricht als auch auf das Leben – ab…

Es steht geschrieben: „Ich erwecke die Morgenröte und nicht die Morgenröte erweckt mich“. Man muss die Realisierung der neuen Reschimot wünschen. Denn jedes von ihnen ist eine Möglichkeit, zu einem noch größeren Gebens aufzusteigen.

Auszug aus der Lektion nach dem Vorwort zu Talmud Esser Ha Sefirot, 21.05.2012

Der Unterricht ist die Handlung, der Workshop das Mittel

Frage: Wenn der Workshop nur einmal in der Woche stattfindet, wie kann dann der Mensch diese innere Glut aufrechterhalten?

Meine Antwort: Die Morgenunterrichte müssen zu den gleichen Workshops werden. Vielleicht nicht in der gleichen Form, doch wenn wir vor dem Morgenunterricht erneut eine kollektive Handlung, die Absicht vor dem Unterricht, durchführen und dann, während des Unterrichts, versuchen, diese zu halten, nur um uns noch mehr zu verbinden, dann muss der von uns drangenommene Stoff uns dabei helfen.

Im Grunde genommen ist der Workshop viel schwächer im Vergleich zum Unterricht. Er ist einfach wichtig, weil wir die Besprechung durchführen, ohne aus dem Thema auszusteigen.

Wenn wir uns aber daran gewöhnen und uns an dieser Gemeinsamkeit, die wir zwischen uns bereits enthüllt haben, festhalten, dann ist der Unterricht für uns wichtiger. Denn während des Unterrichts, wenn wir uns zusammenhalten und zusammen sein wollen, während wir das lesen, was die Kabbalisten beschreiben, rufen wir jenes innere Licht hervor, das unsere Gemeinsamkeit entwickelt, sie effektiver, stärker macht.

Das Wichtigste ist, dass wir das, was wir während des Workshops „aufgefangen“ haben (unsere Gemeinsamkeit), im Laufe der Woche während der Unterrichte nutzen und bis zum nächsten Workshop ständig vergrößern können.

Und die Workshops sind etwas Zusätzliches, etwas Nährendes.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 20.05.2012

Aufstieg zur Spitze der Pyramide

Frage: Wie soll ich die Gruppe infolge des Workshops letztendlich wahrnehmen?

Meine Antwort: Die Gruppe bedeutet „Einer“, denn es wurde nur eine Seele erschaffen. Und je mehr ich diesen Aufbau der vereinten Seele enthülle, desto mehr enthülle ich dadurch die Gruppe.

Die Gruppe ist kein materieller Begriff, es sind nicht die zehn physischen Körper, die in einem Kreis sitzen. Die Gruppe ist das, was wir über unserem Egoismus durch die Verbindung unter uns aufbauen, indem wir unser Ego annullieren und die Wichtigkeit der Verbindung, des Schöpfers, des Lichts erhöhen. Je weiter wir diese beiden entgegengesetzten Punkte auseinandertreiben und die Wichtigkeit des Gebens, der Liebe, der Verbindung erheben, desto mehr fangen wir an, uns dort oben als Eins zu fühlen.

Jeder spürt nicht sich selbst, sondern nur diesen gemeinsamen Einen – außerhalb seines Körpers, seiner Gedanken und Verlangen. Wir alle nehmen nur ein Verlangen und einen Gedanken wahr, „wie ein Mensch mit einem Herzen“. Das bedeutet Gruppe.

Wenn alle auf diese Weise während des Workshops vorgehen, bauen wir in unserer Gruppe ein gemeinsames Ortungsgerät auf, das beginnt, alle anderen „Einsen“ im Raum, die sich aus jedem Kreis gebildet haben oder sich dem nähern, zu orten. Später beginne ich mithilfe dieses Sensors alle Seelen der Gerechten, alles in der spirituellen Welt Existierende wahrzunehmen – das wird zu meinem Gefäß, mit dem ich in der Spiritualität arbeite.

Das alles geschieht dank der Gruppe, aus diesem Grund tun wir uns in Gruppen zu zehn und mehr Menschen zusammen, und dann verbinden sich die Gruppen untereinander. Auf diese Weise vereinen wir uns immer mehr entlang der Pyramide, bis wir ganz zur Spitze aufgestiegen und wirklich zu einem Ganzen geworden sind.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Fragen zu den vergangenen Kongressen“, 17.05.2012

Den Blick auf die Welt der Wahrheit gerichtet

Frage: Wie können wir den Workshop nutzen, um die Welt durch das Prisma der Gruppe sehen zu können?

Meine Antwort: Dazu wird es kommen, wenn ein solches Prisma entsteht, sprich wenn die Kraft, die zwischen uns erschaffen wurde, eine solche Stärke erreicht, dass sie uns nicht von ihr abschalten lässt. Ich werde ständig in ihrem Inneren sein wollen und verstehen, dass ich allein von dort über alles im richtigen Licht urteilen kann, ohne mich zu irren.

Nur das, was ich durch diesen gemeinsamen Blickwinkel der Gruppe, durch den zentralen Punkt des Kreises sehe, ist auch die Welt der Wahrheit. Auf diese Weise kann ich urteilen und mich niemals in meinen Urteilen irren! Das alles wird sich dem Menschen eröffnen, darum wird er diese Verbindung niemals loslassen wollen, sondern wird danach streben, diesen Punkt unserer Einheit immer mehr zu verstärken.

Auf diese Weise werden wir beginnen, die Stufen hochzusteigen. Je mehr wir uns zusammenschließen und unsere Verbindung verstärken, sowohl quantitativ als auch qualitativ, desto höher steigen wir die spirituelle Leiter – bis wir den Schöpfer und die Verbindung zwischen uns in Form von Parzufim und Sefirot enthüllen. Dann fangen wir an zu erkennen, dass alles, was in den Urquellen geschrieben steht, zwischen uns stattfindet.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Fragen zu den vergangenen Kongressen“, 20.05.2012


Die Hand am gemeinsamen Puls

Frage: Während des Kongresses ist immer das Gefühl der Erfüllung und eines grenzenlosen Genusses da, doch sobald der Kongress zu Ende ist, kommt sofort das Gefühl der Schwere, der Leere und der Unlust, diesen Weg weiter zu gehen, auf. Was bedeutet eine solche Verhärtung des Herzens und wie können wir damit arbeiten?

Meine Antwort: Ich glaube, solche Post-Kongress-Zustände gehören bereits der Vergangenheit an. Momentan sollten sie nicht mehr entstehen, denn wir arbeiten bereits nicht nur von Kongress zu Kongress, weswegen wir nach jedem Kongress einen Abstieg erlebten, wie nach einem Geschenk, das wir für eine kurze Zeit erhielten, aber nicht lange halten konnten.

Doch nun möchten wir die kontinuierliche Arbeit am Aufbau eines gemeinsamen Gefäßes/Verlangens aufnehmen und dürfen deshalb keine derart tiefen Abstiege erleben. Obwohl uns auf diesem Wege ebenfalls Auf- und Abstiege erwarten, wie es sich auch gehört, denn die höhere Lenkung kommt durch die „direkte“ und die „kreisförmige“ Einwirkung zum Vorschein. Während der „direkten“ Einwirkung öffnet sich die höhere Lenkung ein wenig, und die „kreisförmige“ Einwirkung ruft die Exilzeiten hervor.
Diese sich wechselnden „Exile“ und „Erlösungen“ durchlebt jeder einzelne Mensch, eine ganze Gruppe oder sogar die gesamte Welt. Diese Zustände laufen einer nach dem anderen ab, die Natur durchläuft fortwährend Änderungen: die Jahreszeiten wechseln sich ab, die geologischen und ökologischen Epochen – es läuft ein unaufhörlicher Prozess.

Darum müssen wir diese Zustände durchlaufen, doch das Vorankommen muss die gerade – die mittlere – Linie entlang verlaufen. Wir werden sie noch klären, denn wir fangen als erste mit diesem Prozess an, als die „letzte Generation“ der egoistischen Welt. Deshalb glaube ich nicht, dass es nach den Kongressen zu irgendwelchen besonderen Abstiegen kommen wird. Unsere Treffen werden eine andere Form annehmen, die sich in den nächsten Monaten definieren wird.

Die Frage über den Post-Kongress-Abstieg wird sich kaum noch stellen. Wenn jemand dennoch spürt, dass er sich im Abstieg befindet, muss er die Freunde um Hilfe bitten. Und wenn sich die ganze Gruppe im Abstieg befindet, muss sie sich Hilfe von den anderen Gruppen holen, von denen sie abhängt, wie ein einzelner Mensch.

Auf diese Weise müssen sich alle gegenseitig helfen, indem sie die Hand am gemeinsamen Puls halten und dafür sorgen, dass kein einziger Freund untergeht und keine einzige Gruppe derart absteigt, dass der Abstieg nicht mehr dem Ziel dient.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Fragen zu den vergangenen Kongressen“, 20.05.2012

Alles hängt von euch ab

Das Durcheinander im Kopf,  das nach der Lektion bleibt, ist gut. Ihr habt eine Menge Zustände erlebt und wisst nicht weiter.

Kommt doch am Abend zu unserem Workshop und besprecht zusammen eure Zukunft. In dem Maße der Verbindung bekommt ihr die Antwort. Anders kann nichts offenbart werden.

Wollen wir hoffen, dass es auch geschehen wird. Lasst uns im Laufe des Tages vorbereiten, mehr daran denken, allen anderen Gedanken loswerden – um maximal vorbereitet auf die Vereinigung mit den Freunden zu kommen.

Erwartet nichts von mir. An meiner Stelle kann jeder andere sitzen – alles hängt nur von der Einheit der Freunde ab. Natürlich, werde ich mich bemühen, den Lauf des Workshops zu lenken, aber alles hängt von euch ab.

Auszug aus dem Unterricht nach „dem Vorwort zur Talmud Esser HaSefirot“, 20.05.2012

Sich mit den Zähnen festklammern oder wie Zahnräder verbinden

Um mit dem Schöpfer im Gleichgewicht zu sein, um mich mit ihm zu verbinden, muss ich mich verändern. Wie ist das möglich? Immerhin ist Gleichgewicht Ähnlichkeit.

Um das zu tun, wird uns eine Umgebung gegeben. Das Gleichgewicht mit dem Schöpfer erreicht man, indem man mit der Umgebung ins Gleichgewicht kommt, in der man ihn entdeckt. Die Reshimot (Erinnerungen), die innerlich erweckt werden, schenkt mir die Gruppe, und meine Arbeit wird echt, jetzt beschäftige ich mich mit etwas vertrautem, alles wird unter Freunden aufgeklärt.

Wie ist es möglich, mit der Gruppe ins Gleichgewicht zu kommen? Durch wechselseitige Garantie, die die ausgleichende Kraft, das Gesetz des Gleichgewichts ist.

Gemäß diesem Gesetz ist die ganze Welt untereinander verbunden, genau wie Zahnräder in einem bestimmten System. Keines der Zahnräder kann sich unabhängig drehen, ohne all die anderen Räder mitzudrehen und von ihnen gedreht zu werden. Das ist genau wie bei zwei Kupplungsscheiben, wenn sie einander berühren.

Aber ein Entwicklungsgesetz arbeitet in diesem Mechanismus. Zunächst wird das Kupplungspedal herutergedrückt, und die Verbindung zwischen ihnen ist noch schwach. An diesem Punkt stören wir einander nicht, sondern helfen uns eher, wenn wir uns drehen und nicht spüren, dass wir zu einem Ganzen verbunden sind. Die Staaten und Nationen sind getrennt; einige wissen nicht einmal, dass es andere gibt.

Mit der Zeit wächst das innere Ego, und die Zahnräder werden enger verbunden. In anderen Worten wird das Kupplungspedal losgelassen, und die Scheiben nähern sich einander zunehmend, bis sie sehr eng verbunden sind. Auf diese Art entwickelt sich die gesamte Menschheit hin zu wechselseitiger Zusammenarbeit: Länder bauen Verbindungen auf, neue Kontinente werden entdeckt, der internationale Handel und die Industrie blühen, Gesellschaften wandeln sich, die Anzahl unterschiedlicher Berufe wächst, und die Leute werden in steigendem Maß voneinander abhängig, bis sie völlig voneinander abhängig sind.

Diese Entwicklung ist sehr schwierig, da das Ego und die Reshimot, die sich entwickeln, uns enger zusammenbringen und bedrängen, bis an einem bestimmten Moment diese allzu enge Verbindung uns zu beunruhigen beginnt. Wir können uns nicht voneinander loslösen, um ohne einander zu leben, selbst wenn wir das möchten. Daher bringt uns die Natur, der Schöpfer in einen neuen Zustand, in dem wir entdecken, dass wir nicht mehr auseinanderbrechen können. Wenn wir nicht die richtige wechselseitige Verbindung unter uns herausfinden, dann zerstören wir uns vielleicht selbst.

Die wechselseitige Garantie verpflichtet uns, wechselseitig füreinander verantwortlich zu sein. Wir sind wie Zahnräder: Jedes Rad, das sich dreht, dreht all die anderen mit. Das Kupplungspedal wird losgelassen und die Scheiben kommen zueinander, die Zähne greifen ineinander und wir finden uns alle in einem riesigen, miteinander verbundenen System wieder, das keinem einzigen Zahnrad erlaubt, sich frei zu drehen. Jetzt müssen alle anderen ihm zustimmen, bezüglich der Richtung und der Geschwindigkeit übereinstimmen. Ohne diese Übereinstimmung wird keiner in der Lage sein, sich zu bewegen.

Schließlich wird jeder eine „seltame Hand um seinen Hals“ entdecken. Stell dir jemanden vor, der an eine Infusion angeschlossen ist, ohne die er vielleicht stirbt, aber einige Billionen Zapfstellen sind in den Schlauch eingebaut, in dem die lebenswichtige Flüssigkeit fließt. Jeder kann seinen eigenen Zapfhahn öffnen, und das war´s dann, das ist das Ende.

Wir werden bald spüren, dass wir in einer sehr unangenehmen Lage sind. Deshalb wird uns die Weisheit der Kabbala im Voraus offenbart, um unser Leben auf die neuen Bedingungen vorzubereiten. Schließlich ereignet sich alles zum Zweck der Korrektur; die Frage ist nur, wie wir diese ganze Sache betrachten können. Wenn wir im Voraus wissen, dass alles geschieht, um der Suche nach der richtigen wechselseitigen Verbindung zwischen uns zu dienen, was gegenseitige Garantie bedeutet, dann werden die Zahnräder so angeordnet, wie sie sein sollten, und sie werden sich in die richtige Richtung drehen, in Harmonie. Darüber hinaus wird das wechselseitige Balance ihnen helfen, mit der allgemeinen Kraft ins Gleichgewicht zu kommen, die sie in ein System einschließt zusammen mit dem Schöpfer. Auf diese Art wird die Welt die erhoffte Korrektur erreichen.

Auszug aus dem ONE  Kongress in New Jersey 12.05.2012, Unterricht 3

Der Kongress endet nie

Frage: Wie können wir von heute an den Zustand eines permanenten Kongresses in uns aufrechterhalten?

Meine Antwort: Ein Kongress ist ein Sprung mittels der Verbindung. Und wenn wir einmal die Woche eine verbindungsfördernde Übung durchführen, indem wir intensive Workshops, sogenannte „Freundesversammlungen“, veranstalten, werden wir möglicherweise keine Kongresse mehr zum Vorankommen brauchen. Wir werden von Woche zu Woche aufsteigen und uns zwischen diesen Versammlungen auf das nächste Treffen vorbereiten.

Alles hängt von der Vorbereitung ab, die bestimmt, welche Verbindung wir auf dem Workshop erreichen können. Wir brauchen ein großes Verlangen, die Erkenntnis der Wichtigkeit, der Einzigartigkeit eines solchen Treffens als einer besonderen Handlung – der einzigen Methode, wie wir den Ort für die Enthüllung des Schöpfers erschaffen können.

Von Woche zu Woche werden wir in dem Gefühl der sich nähernden Freundesversammlung und jeden Tag in Erwartung des Unterrichts leben. Vor dem Unterricht kann man sich genauso wie vor dem Workshop fühlen. Dieser kann mit der gleichen Intensität verlaufen, denn während des Unterrichts ist die Rede von der gleichen inneren Arbeit, nur mit etwas anderen Worten. Im Grunde genommen wird das gleiche Thema besprochen – die Enthüllung des Schöpfers den Geschöpfen: wo sie stattfindet und unter welchen Bedingungen.

Von diesem Blickwinkel müssen alle unsere gemeinsamen Handlungen betrachtet werden, was auch immer wir tun mögen. Alles hängt davon ab, wie sehr der Mensch jede Möglichkeit, die sich ihm bietet, schätzt. Daher macht es keinen Sinn, auf Kongresse zu warten, wenn es keine Vorbereitung von Unterricht zu Unterricht, zwischen den wöchentlichen Freundesversammlungen und von Kongress zu Kongress gibt.

Anderenfalls wird der große Kongress an sich keinen Nutzen bringen. Er wird eine vorübergehende Erweckung hervorrufen, jedoch zu keinem Aufstieg führen. Wenn der Mensch ohne eine vorausgehende Begeisterung kommt, verdient er keinen Aufstieg, keine größere Verbindung. Denn er hat sich nicht darauf vorbereitet, hat es nicht angestrebt, hat kein Verlangen danach. Er wird sich einfach von allen anderen begeistern lassen, jedoch keine konkrete Realisierung erreichen.

Daraus folgt, dass wir uns von Kongress zu Kongress begeistern lassen, dann aber wieder abstürzen. Die Begeisterung muss aber bereits vor dem Kongress herrschen und der Kongress selbst muss eine Stufe aufwärts sein. Auf diesem Kongress ist es uns ein wenig gelungen. Nachdem wir aber zur nächsten Stufe aufgestiegen sind und uns in einem Abstieg, Enttäuschung, Nebel wiedergefunden haben, müssen wir unverzüglich damit beginnen, uns auf die nächste Versammlung vorzubereiten. Und diese Versammlung kann sowohl der nächste Unterricht als auch die wöchentliche Versammlung oder aber ein großer Kongress sein.

Alles wird von der Vorbereitung bestimmt. Es darf keine tote, leere Zeit geben, in der ich einfach nur sitze und warte – ich muss entweder das Verlangen vergrößern oder es in der Vereinigung realisieren.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Fragen zu den vergangenen Kongressen“, 17.05.2012