Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Antworten auf die Fragen unserer Blog-Leser

Frage: Was sagt die Kabbala über die Formel der Liebe, wenn der Funke der Liebe nicht erlischt, sondern im Gegenteil wächst und immer größer wird? Was ist dazu notwendig?

Warum soll ich mich verlieben, wenn diese Gefühle einst vergehen werden? Oder ist die Liebe doch unendlich?

Meine Antwort: Die Gefühle werden dann vergehen, wenn sie mit dem Selbstgenuss verbunden sind. Der Genuss ist weniger geworden, und es gibt keine Liebe mehr. Die wahrhafte Liebe basiert aber auf der anderen Grundlage, auf dem Geben. Zuerst steigt der Mensch über die Selbstsucht hinaus, so dass er davon nicht mehr abhängt, und beginnt die Verlangen anderer Menschen wie die eigenen wahrzunehmen. Folglich verbindet er sich mit allem, was vom Schöpfer geschaffen ist, und zwar mittels des korrigierten Verlangens (mittels der allgemeinen Seele, Adams). Indem man die Eigenschaft des Gebens und der Sorge um die Füllung der Verlangen des anderen Menschen erlangt, findet man in diesem allgemeinen Verlangen des Schöpfers die allgemeine Eigenschaft der Liebe. Eine solche Liebe ist ewig und vollkommen.

Frage: Warum leben die einen Menschen in Ländern mit dem guten Klima (buchstäblich und politisch), und die anderen müssen täglich mit der Kälte (wieder in beiden Sinnen) kämpfen? Sind die einen irgendwie „besser“ oder „schlechter“ als die anderen? Oder haben wir in den früheren Lebenskreisläufen etwas „Schlechtes“ angerichtet? Warum ist das so?

Meine Antwort: Jeder beliebige Faktor im Leben des Menschen und des Volkes ist als eine Prüfung vorgesehen, und zwar inwiefern der Mensch oder das Volk diese Hindernisse für den spirituellen Aufstieg anwenden kann. Das betrifft sowohl die günstigen Faktoren als auch die ungünstigen.

Das heißt, alle Faktoren sind nicht als die Strafe dafür gegeben, dass jemand schlechter oder besser ist, weil „die Strafe“ und „die Belohnung“ vom Menschen oder vom Volk selbst erschaffen sind, d.h. wofür der Mensch die ihm gegebenen Bedingungen verwendet: entweder für die Ausnutzung der anderen Menschen in der gegenseitigen Feindschaft, oder um die Menschen zu vereinigen.

Frage: Sie erzählen in den Unterrichten darüber, dass nach der Reinkarnation ein Teil der Informationen gespeichert wird. Aber für mich ist es außerordentlich wichtig, dass nicht die Informationen, sondern das Bewusstsein gespeichert wird.

Man kann das anhand des einfachen Beispiels erklären. Angenommen, man könnte die Informationen aus meiner Seele auf dem Chip speichern und diese dann im Gedächtnis des Neugeborenen unterbringen. Ich denke, das wird mich nicht glücklicher machen. Durchaus nicht.

Meine Antwort: Das, was Sie „Bewusstsein“ nennen, ist eher das restliche „Ich“, das nach dem Tod des Körpers bleibt, weil das Bewusstsein sich auch in unserer Welt aufgrund der Entwicklung des Selbstbegreifens, das heißt der Entwicklung des „Ich“, des Menschen, entwickelt. Das Bewusstsein der Tiere ist qualitativ anders.

Der Mensch wäre tatsächlich glücklicher, wenn er wüsste, dass sein „Ich“ auch nach seinem Tod bliebe.

Und hier muss man verstehen, was jenes „Ich“ darstellt, das bleibt. In unserer Welt klärt sich das „Ich“ des Menschen anhand der Eigenschaften des Erhaltens, der Selbstsucht, es gleicht einem Punkt, weil alle seine Kräfte, sein Ziel, auf sich selbst gerichtet ist. In der Kabbala spricht man in diesem Zusammenhang über den Körper, der spurlos stirbt. Dabei ist der Körper nur eine Form der Empfindung des spirituellen „Ich“, die auf das Niveau „unserer Welt“ heruntergestiegen ist.

Und das spirituelle „Ich“ ist nicht nur ein Punkt. Es existiert selbständig in der Verbindung der drei Formen: „Welt, Jahr, Seele“, was den Umfang schafft, in dem die Erfahrungen meiner Entwicklung gesammelt werden. Außerdem gibt es in der Spiritualität kein abgesondertes „Ich“, das in unserem egoistischen Verständnis existiert; jedes einzelne Ich befindet sich wie „eine Zelle im Körper“ der allgemeinen Seele und ist ein Träger der Information. Deshalb heißt es eben, dass die Informationen bleiben, aber nicht der Punkt, sondern der ganze Komplex.

Frage: Was sagt die Kabbala über die Intuition? Mich interessiert die weibliche Vorahnung der Krankheit der Kinder. Was ist das? Ziehen wir die Krankheit durch unsere Befürchtungen heran oder bereitet uns der Schöpfer auf den bevorstehenden Test vor?

Meine Antwort: Viele Wissenschaftler, die die Arbeit des Gehirns erforschen, sagen, dass es nichts selbst generiert, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach ein „Empfänger“ der Informationen ist, die „außerhalb“ existieren. In der Kabbala wird über die Einheit der zwei Zustände der Schöpfung, des Anfangs- und des korrigierten Zustands, gesprochen. Obwohl die Kabbala nicht über unsere Welt spricht, stimmen ihre Erkenntnisse mit den Behauptungen der Wissenschaftler über die Existenz der einheitlichen Informationen, die nicht auf die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft aufgeteilt sind, überein. Dabei ist die Gegenwart ein Maß der Offenbarung durch den Menschen der Einheit zwischen der Vergangenheit und der Zukunft.

Deshalb kann man die Intuition des Menschen in unserer Welt (nach Meinung der Forscher des Gehirns) anhand „des Empfängers“ erklären – inwiefern er gegenüber den allgemeinen Informationen aufnahmefähig ist. Außerdem gibt es die natürliche, „tierische“, Intuition – diejenigen, die der Natur nah sind und zu ihrer Zyklizität, zur Vorempfindung ihrer Erscheinungen, begabt sind -, und die „menschliche“, erfahrungsgemäße, Intuition, die auf dem unterbewussten Niveau verarbeitet wird und „die abgesonderten Ergebnisse dieser Verarbeitung ins Bewusstsein“ weitergibt.

Über die weibliche Intuition: Sogar das erwachsene Kind wird von der Mutter wie ihr eigener Teil empfunden.

Außerdem sind wir fähig, die Krankheit und die Leiden durch unsere egoistische Einstellung heranzuziehen, da wir ständig mit uns selbst beschäftigt sind und über alles schlecht denken, wobei der Schöpfer uns dadurch ermöglicht, unsere Beziehung zu Ihm „zu korrigieren“ – das ist eine Möglichkeit für uns, mit Ihm zu sprechen.

Die Handlung ohne Absicht gleicht einem Körper ohne Seele

Frage: Welche Handlung ist am wirkungsvollsten?

Meine Antwort: Bei der die Absicht stärker ist. Die Handlung ohne Absicht für den Nutzen meines Nächsten ist wirkungslos (leer), weil in Wirklichkeit die Einwirkung nicht die physische Handlung erzeugt, sondern die begleitende Absicht, „wofür die Handlung ausgeführt wird“, oder genauer, „Für wessen Nutzen, für mich oder für die anderen?“

Wenn wir also allerlei gute Handlungen begehen werden, wie die Wohltäter „Jaffej Nefesch“ es tun, dabei aber keine richtige Absicht haben, d.h. die Menschheit nicht zur Einheit bewegen, welche der Schöpfer (die Natur) von vornherein in der Wurzel unserer Entwicklung anstrebt, dann werden alle unsere Handlungen den vollen Misserfolg erleiden, weil ihnen an der Kraft des Lichts mangeln wird, d.h. an der einzigen Kraft, die etwas verändern kann. Wenn wir uns ohne der Einwirkung seitens dieser Kraft bemühen, dann rufen wir nur die mechanischen Veränderungen hervor…

Und deshalb ist es notwendig – bevor wir irgendwelche Handlung begehen -, eine richtige Absicht zu formulieren, damit jede unsere Handlung die Kraft der Korrektur auf sich hervorruft und das erwünschte Ergebnis, die Korrektur, erzeugt wird, wodurch es den Menschen besser gehen wird. Wenn wir aber etwas ohne die richtige Absicht tun, dann hat eine solche Handlung keine richtige Folge, und im Endeffekt wäre es sogar besser, wenn wir diese nicht begangen hätten.

Als Beispiel dienen uns die Protestaktionen in Israel: Obwohl es uns anfangs eben so vorkam, dass wir die Senkung der Preise erreicht haben, blieb aber im Laufe des Jahres von der Senkung nichts übrig, und die Menschen wurden nur mehr enttäuscht, so dass sie um ihre Verlangen nicht mehr kämpfen wollen.

Deshalb muss man lernen, die Handlungen zu begehen, die die richtigen wünschenswerten Folgen haben – dafür ist eben die integrale Erziehung vorbestimmt.

Den Maßstab setzt der Schöpfer

Frage: Heute im Unterricht haben Sie extreme Forderungen an diejenigen, die am Vereinigungskongress vom 5.-7.07.2012 teilnehmen möchten, gestellt: regelmäßige Anwesenheit im Unterricht, Zahlung des Maassers, Beteiligung an der Verbreitung, Ankunft am Kongressort nicht später als um 6 Uhr früh am 6.07., keine Abreise bis zum Kongressende usw. Warum sind Sie so streng zu den Kongressteilnehmern?

Meine Antwort: Die Vereinigung hat zum Ziel, diejenigen, die danach streben, an die Bedingungen der Enthüllung des Schöpfers in ihrer Verbindung heranzuführen. Wir kommen regelmäßig auf solchen Vereinigungskongressen zusammen, und jedes Mal müssen sich die Bedingungen immer mehr jenen notwendigen Bedingungen, unter denen sich der Schöpfer enthüllt, annähern. Wozu sollten wir uns sonst bemühen und eine halbe Sache auf die Beine stellen, wir könnten auch einfach ein Picknick veranstalten… Und wenn wir es schon in Angriff nehmen, dann ernsthaft. Den Maßstab setzt der Schöpfer selbst und nicht wir.

Jeder Freund ist Gold wert

Kongress in Miami. Lektion Nr. 1

Um das Licht empfinden zu können, müssen wir dies üben, wobei die Übung nur in der Gruppe möglich ist. Als Beispiel können wir einen Tanzlehrer nehmen: Zusammen mit mir übt er die verschiedenen Bewegungen: ein Schritt vorwärts, ein Schritt rückwärts, drehen, etc. Da die Gruppe sich vor meinen Augen befindet, kann ich sie fühlen sowie mit ihr zusammen arbeiten und somit vorangehen.

Ja, es ist für mein Ego sehr unangenehm, weil ich jedes Mal der Gruppe Vorrang geben muss, nicht ich, sondern sie führt in diesem „Tango“. Freunde bringen ihr Verlangen zum Ausdruck, und ich muss ihm folgen. Man sagt dazu: „Mein eigenes Verlangen seinetwegen aufgeben.“ Ich lerne meine Selbstsucht zu verringern, das Verlangen der Gruppe als einen führenden Partner zu akzeptieren, um folglich zur Zusammenarbeit, zur Verbindung mit den Freunden zu kommen. Ich fange an, ihre Verlangen zu empfinden: Es stellt sich heraus, dass neben mir ein wahrer, vertrauter, geliebter und ergebener Tanzpartner steht. Ich tue alles für ihn, und er für mich. Und dann verwandelt sich unsere Einheit in eine richtige Gruppe.

Denn die „Gruppe“ ist im Wesentlichen ein gemeinsames Verlangen der Freunde, miteinander verbunden zu sein. In diesem zwischen uns geborenen Verlangen gibt es kein „Ich“ und „Sie“, aber es gibt ein Ganzes, eine neue Realität – nicht die Verbindung selbst, sondern das Ergebnis. Das ist nämlich der spirituelle Fötus, der aus dem Mutterleib kommt. Darin empfinden wir die Einheit, und darin wird uns das Licht des Schöpfers offenbart, in dem Verlangen, welches wir hervorgerufen und erschaffen haben, welches durch unsere Einheit erreicht wurde. In der Spiritualität gibt es keine geteilte Menge, sondern es herrscht die Einheit.

Baal HaSulam schreibt im Brief 13: Unabhängig davon, dass in der Gruppe bestimmte Eigenschaften vorhanden sind, sollte man wissen, dass eine Menge Funken der Heiligkeit, bzw. der Spiritualität in jedem der Freunde existieren. Und wenn sich alle diese Funken an einem Ort versammeln, in brüderlicher Gemeinschaft, in Liebe und Freundschaft, dann haben sie in diesem Augenblick eine sehr wichtige Stufe der Spiritualität erreicht.

Der Mensch kann sich in vielfältiger Weise in die Gruppenarbeit einschalten: durch abwechselnde „Abläufe“ von ganzem Herzen oder mit Vorsicht. Und dennoch gibt es in jedem von uns ein einzigartiges Teilchen des Lichts, das jeden aus dem Leib unserer Welt herauszieht. Und deshalb müssen wir jeden respektieren, und dies gilt gleichermaßen für Frauen und für Männer.

Unsere Funken sind ein echtes Geschenk von Oben. Einen Menschen nennt man „der Mensch“ (Adam), wenn er diesen Funken besitzt, der ihn zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer führt. Wenn er keinen Funken hat, dann befindet er sich noch auf der tierischen Ebene. Und es hat nichts mit Minderwertigkeit zu tun, sondern einige von uns bekommen eine „doppelte“ Aufgabe, nämlich vor den anderen spirituell geboren zu werden und allen dabei zu helfen. Sie sind wie der Kopf der Menschheit und müssen somit die Menschheit nach vorne führen.

Deshalb müssen wir verstehen, dass jeder Freund eine besondere Stellung besitzt bzw. von Oben empfangen hat, vom Licht, welches ihn einkleidet. In seiner Seele, seiner spirituellen Wurzel, liegt wirklich etwas Besonderes, so dass er nahe dem Licht ist, dieser Bestimmung würdig wird. Natürlich steigt er nicht egoistisch über die Menschheit – wir schätzen unseren Freund dafür, dass er würdig geworden ist, eine besondere Rolle einzunehmen. Und in keinem Fall behandeln wir andere mit Verachtung – schließlich hängt diese Mission nicht von uns ab.

Das ist, warum ich jeden Freund in höchstem Maße respektieren muss: er wurde von Oben ausgewählt, vom Licht, um mein Partner zu sein. Ohne ihn werde ich nie geboren, und die Menschheit auch nicht.

Auszug aus der ersten Lektion des Kongresses in Miami, 23.05.2012

Kein kindliches Abenteuer

Frage: Was Neues bringt uns der Kongress im Norden Israels im Vergleich zum letzten Kongress in der Arava?

Meine Antwort: Wir haben darüber bereits gestern während der Freundesversammlung gesprochen, als wir darüber diskutiert haben, wie unsere Eindrücke von den Workshops und unsere Einstellung zu ihnen sich verändern. Offensichtlich fällt uns der Einstieg jedes Mal immer schwerer: uns fällt es schwer, zum Workshop zu kommen, dafür findet das Eintauchen in das Gefühl der Einheit schneller statt und die Begeisterung wächst und wird klarer, gewinnt an Form.

Das Gleiche gilt für Kongresse. Denn ein Kongress ist eine Art Workshop, nur ist er komplexer, besteht aus mehreren Teilen. Und dementsprechend müssen wir ihn auch betrachten.

Es ist klar, dass es für uns schwerer ist, uns vor dem bevorstehenden Kongress auf die Begeisterung, die wir brauchen, vorzubereiten, als es vor dem Arava-Kongress der Fall war, wo wir uns gefühlt haben, als würden wir aus Ägypten ausziehen und uns dem Berg Sinai nähern. Dort hatten wir einen Hauch von Legende, dort gab es Abenteuer. Und heute wird es zur Routine für uns: wir kommen an einem neuen Ort an, bauen alles Notwendige zusammen, führen Unterrichte durch… Es fehlt die frühere Begeisterung, sie wurde von dem „Standardablauf“ abgelöst.

Und das ist gut so. Auf diese Weise formt unsere Natur eine reifere Herangehensweise an die Sache, damit wir versuchen, ins Innere unserer Empfindung durchzudringen und uns von den tieferen Dingen begeistern zu lassen.

Sagen wir so: In der Arava haben wir die Wurzelstufe unseres Gefäßes/Verlangens erreicht, in uns hat sich ein Feuer entfacht, und wir haben uns als Helden gefühlt, auf die Abenteuer im unerforschten Neuland warten. Und nun sind wir zur ersten oder zweiten Stufe übergegangen: hier ist das Verlangen „dicker“, und die Einstellung muss ernsthafter sein. Hier gibt es keinen Platz mehr für die „luftige“ Euphorie, für den kindlichen Enthusiasmus – wir müssen im Inneren, in den Tiefen der Empfindung und des Verständnisses, in der Tiefe des Notwendigkeitsgefühls danach suchen. Das ist das, was wichtig ist.

Heute müssen wir die Einheit unter schwierigen Bedingungen erreichen, ohne die von Anfang an gegebene Begeisterung, in einem tieferen Verlangen. Und wir müssen dankbar dafür sein, dass wir diese Tiefe erhalten haben. Anscheinend haben wir doch in der Vergangenheit etwas geschafft, und nun müssen wir eine stärkere Begeisterung als früher erreichen, keine kindliche, sondern eine reifere.

Auszug aus dem Unterricht zum Thema „Fragen zum Kongress“, 02.07.2012

Auf „hoffentlich“ nicht zu hoffen

Frage: Wie soll eine Frau, die Kabbala studiert, das Gleichgewicht zwischen dem Materiellen und dem Spirituellen Leben halten? Ist es überhaupt notwendig? Oder soll sie vielleicht das Materielle vernachlässigen und nur das Spirituelle anstreben?

Meine Antwort: Ich verstehe nicht, warum sie nur die Frauen erwähnen? Warum sprechen Sie nicht über jeden beliebigen Menschen? Erstens hat es keine Bedeutung, ob es eine Frau oder ein Mann ist.

Keinesfalls darf man sich vom materiellen Leben abwenden. Die Kabbala ist in keiner Weise für das Mönchtum oder die Einsiedelei. Wir müssen unbedingt an diese Welt denken, über unsere Existenz, denn darüber wird auch in der Kabbala gesprochen. Der Mensch soll sich bemühen, das Vorhandensein alles Notwendigen zu gewährleisten und nicht auf „hoffentlich wird mir jemand helfen“ hoffen. Er soll eine Wohnung haben und in einem normalen, vernünftigen Wohlstand leben. Das ist eben notwendig, und darum muss man sich zuallererst kümmern! Nicht den anderer Menschen zur Last fallen und Hilfe erwarten.

Auszug aus dem Gespräch während des Abendmahls in Toronto, 19.06.2012

Von dem Licht der Einheit erleuchtet

Vereinigung und Gemeinsamkeit im Höheren ist das Licht für den Unteren. Es gibt kein Licht an und für sich. Die Erfüllung wird von jenen zusätzlichen Eigenschaften erzeugt, die wir entwickeln, von dem Schirm, unserer Einstellung, unseren Werten. Das alles erfüllt uns und dient uns als Licht! In Wirklichkeit wird das alles durch unsere Einstellung bestimmt.

Was nehmen wir von dem Schöpfer wahr? – Seine Haltung. Das Höhere Licht ist kein Licht aus der Glühbirne, sondern ein Eindruck im Inneren des Menschen. Deshalb enthüllt die Gruppe, die sich verbindet und nacheinander alle Stadien durchläuft, im letzten, vierten Stadium ihrer Verbindung den Schöpfer.

Unsere maximale Vereinigung ist jener Zustand der Endbereitschaft, in dem wir den spirituellen Funken, die Kraft, die zu uns vom Schöpfer kommt, enthüllen. In diesem Zustand erfassen wir jenen Punkt, der indirekt von Ihm gekommen ist. Und das alles wird innerhalb der Gruppe, innerhalb der Verbindung realisiert, worüber geschrieben steht: „Der Schöpfer wohnt in seinem Volk“.

Deshalb ist einerseits kein Vorankommen ohne Verbindung in der Gruppe und andererseits ohne Studium und Verbreitung möglich. Durch diese beiden Handlungen rufen wir die allgemeine Korrektur hervor.

Aus dem Gespräch über allgemeine Fragen, 29.06.2012

Durch die Schleusen in die höhere Welt

Das gemeinsame Verlangen in der Gruppe wird nur durch das gemeinsame Ziel erreicht. Der Grund, der uns zur Vereinigung verpflichtet, ist der Schöpfer, der jenen Punkt darstellt, der uns alle verbindet. Außerdem dürfen wir die restliche Welt nicht vergessen. Denn wir können nicht mit unserer Arbeit vorankommen, wenn wir nicht an jene denken und uns nicht um jene kümmern, die unsere Hilfe benötigen, während sie in dieser Welt leiden.

Wir müssen ihnen helfen und sollten uns beeilen, um sie jedes Mal immer höher zu erheben. Das könnte man mit der Durchfahrt eines Schiffes durch die Schleusen des Panamakanals vergleichen. Das Schiff fährt in die Schleusenkammer ein, wo der Wasserspiegel auf dem gleichen Niveau liegt. Dann wird das Schleusentor geschlossen, und die Schleuse füllt sich mit Wasser, wodurch das Schiff auf ein höheres Niveau gehoben wird, das dem Wasserspiegel in der nächsten Schleuse entspricht, in die es dann einfährt. Dort wird das Schleusentor wieder geschlossen und das Schiff wird noch höher gehoben. Auf diese Weise kommt es immer weiter voran.

Und auf diese Weise müssen wir alle Völker der Welt durch die Schleusen in die höhere Welt führen. Zuerst müssen wir uns mit den Menschen verbinden, gemeinsame Punkte mit ihnen finden, „die Tore für sie öffnen“, sie uns näherbringen, in unser System integrieren, d.h. das Schleusentor schließen, und dann beginnen, sie zusammen mit dem Wasserspiegel bis zu einem neuen Niveau zu heben.

Danach werden sie zur nächsten „Schleuse“ übergehen, im nächsten Kurs studieren können. Auf diese Weise werden wir sie allmählich von einer Welt in die nächste führen können.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Artikel „Die Gabe der Tora“, 01.07.2012

Auf der Suche nach dem wahren Geschmack des Gebens

Frage: Was ist ein Anzeichen dafür, dass wir wahrhaft Anstrengungen bei der Arbeit unternehmen?

Meine Antwort: Der Mensch unternimmt wahrhafte Anstrengungen, wenn er maximal mit allen anderen zusammen arbeitet, um mit dem Herzen zu verstehen. Das ganze Verständnis spielt sich im Herzen ab, wenn im Herzen – in Bina, im Gefäß des Gebens – das Licht Chochma sich enthüllt, was als Verständnis bezeichnet wird, wie geschrieben steht: „Gerade das Herz versteht“.

Der Mensch, der mit der spirituellen Arbeit beginnt, um sich selbst zu korrigieren und zu einem Detektor für die Enthüllung des Schöpfers, des Lichtes Chassadim, zu werden, muss die innere Zuversicht erreichen, dass diese ganzen Begriffe – das Licht Chochma und das Gefäß dafür, das Licht Chassadim, Empfangen und Geben – in ihm selbst, in seinem Verlangen, in seinen Empfindungen realisiert werden müssen.

Er muss versuchen, einen Platz zu schaffen, der frei von allen möglichen Meinungen, Erlebnissen, Eindrücken ist, die im Moment von ihm als seinem Körper am nächsten wahrgenommen werden, damit dieser mit spirituellen Eindrücken gefüllt werden kann. Er muss versuchen, den wahren Geschmack in allen diesen Begriffen zu spüren: Chochma, Chassadim, Empfangen, Geben, Verbindung, Annäherung, Entfernung.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Shamati-Artikel, 28.06.2012

Die Umgebung wie das geliebte Kind großziehen

Frage: Wie kann ich die Umgebung stärken, um von ihr das Gefühl der Wichtigkeit des Ziels zu bekommen?

Meine Antwort: Wenn du der Umgebung die Wichtigkeit beimisst, wird sie die Wichtigkeit des Ziels ebenfalls an dich weitergeben. Und achte nicht darauf, wie diese Umgebung sich verhält. Es ist unwichtig, was du siehst, denn du siehst nichts in seiner wahren Form.

Du musst einfach ständig in die Umgebung investieren, als würde sie alles in sich hineinschlingen. Deine Aufgabe besteht darin, der Umgebung die Wichtigkeit des Ziels, die Wichtigkeit des Schöpfers, des spirituelles Weges, des Studiums zu geben. Es kann durchaus sein, dass du daraufhin siehst, wie alle das verschmähen, wie sie dich verschmähen – das arrangiert schon der Schöpfer für dich.

Du musst verstehen, dass du gegen den Schöpfer arbeitest, der sich dir in Form der Umgebung präsentiert. Und es kann sein, dass der Schöpfer dir die Umgebung in einer ganz schlechten Form zeigt. Doch das ist unwichtig, du musst trotzdem in sie investieren und an sie geben – in eine Richtung.

Und die andere Richtung – dein Empfangen von ihnen – ist nur dafür da, um dir beizubringen, wie du dich noch mehr vervollkommnen und ihnen trotz allem die Wichtigkeit des Ziels geben kannst. Lass alle Berechnungen in Bezug darauf, wie viel du zurückbekommen könntest. Alle Gegenberechnungen sind egoistisch. Wenn du anfängst, daran zu denken, wie du gekränkt wurdest und wie sich die anderen dir gegenüber verhalten, dann ist das alles Egoismus.

Du musst die Gruppe so vor dir sehen, dass es dich nicht kümmert, was in Bezug auf dich passiert. Es ist unwichtig, wie man auf dich reagiert, du musst daraufhin nur geben und geben, wie an kleine Kinder, solange sie noch nicht erwachsen sind.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 26.06.2012