Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

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Nehmt einen Flyer, ihr werdet es nicht bereuen!

Frage: Was passiert auf der spirituellen Ebene, wenn ich einer Person einen Flyer gebe?

Meine Antwort: Die materielle Welt existiert überhaupt nicht. Es gibt nur die spirituelle Welt, die Welt der Kraft. Das Verlangen ist auch eine Kraft. Und das Verlangen zu erfüllen, ist auch eine Kraft. Es gibt nur zwei Kräfte: Plus und Minus, Nordpol und und Südpol, etc.

Was passiert also, wenn Sie einer Person einen Flyer geben?

Sie schließen ihn mit in den Kreis der eigenen Verlangen ein, und ob er will oder nicht, ist er schon mit Ihnen verbunden. Wenn Sie an ihn irgendeine Information weitergeben, dann ist das nicht nur ein mit Informationen bedrucktes Blatt, sondern dieses Papierblatt personifiziert die gleichen Verlangen. Und wenn der Mensch es später liest, wird er sich damit mit seinem eigenem Verlangen verbinden.

Das heißt, wir haben hier scheinbar nicht die physische Welt, sondern das Kraftfeld, welches mit unserer physischen Teilnahme funktioniert. Wir sehen nur die äußere Hülle des Körpers, und in Wirklichkeit sind das keine Körper, sondern lediglich Kräfte. Also, auch wenn ich einen Menschen von der Straße nehme, irgendeinen Jungen, und an ihn bspw. 10 $ zahle, damit er herumläuft und unsere Flugblätter verteilt, dann würde auch das auf der gleichen Kraftebene funktionieren.

Also ist das sehr wichtig. Insbesondere ist das für die Menschen wichtig, die noch nicht in der Spiritualität sind, weil sie auf diese Weise eine spirituelle Handlung ausführen. Das kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Es stellt sich heraus, dass es in unserer Welt möglich ist, spirituelle Handlungen durchzuführen, selbst wenn man sich noch nicht in der spirituellen Verwirklichung befindet. Daher ist diese Welt als letzte Stufe gedacht, von der aus wir anfangen können, zu handeln. Immer erscheint es dem Menschen so, als ob er in der materiellen Welt ist, aber in Wirklichkeit sind das alles spirituelle Kräfte.

Auszug aus dem Gespräch während der Mahlzeit in Toronto, 19.06.2012

Genuss durch das Spiel mit dem Tod

Frage: Warum ziehen wir vor, den Leidensweg zu gehen, und verlassen ihn nicht mehr, als ob wir diesen Weg sogar genießen würden?

Meine Antwort: Wir mögen es einfach, zu leiden. Die ganze Welt erfährt Genuss durch das Leid, obwohl es eine sehr einfache Möglichkeit gibt, aus ihm herauszukommen, und so einen wunderbaren Zustand zu erreichen, welchen wir uns noch nicht einmal vorstellen können. Aber die Menschen ziehen es vor, zu leiden.

Alles wegen unserem egoistischen Verlangen, das sich zu quälen vermag. Alle unsere Genüsse resultieren aus der Überwindung des Leides, das ist eben der wahre Masochismus. Alle unsere Genüsse, vom kleinsten bis zum größten, und von jeder Art, sind nur durch das Leid möglich. Wir genießen die Tatsache, dass es uns gelungen ist, Leid zu vermeiden, uns darüber zu erheben, d.h. trotz allem liegt im Ursprung das Leid. Das ist unsere Natur – aus dem Egoismus zu empfangen.

Denn um zu genießen, sollte zunächst das Verlangen vorhanden sein, und erst dann der Inhalt. Der Wunsch ist in unserem Fall der Mangel an Inhalt, der Tod. Und der Zustand oberhalb vom Tod wird schon als Genuss bezeichnet, obwohl er immer noch mit dem Tod in Verbindung gebracht werden muss.

Die Empfindung des Genusses ist allerdings mehr als ein toter Zustand. Der spirituelle Genuss ist anders, er kommt durch die Eigenschaft des Gebens zustande. Und sogar der niedrigste Anfangszustand schenkt Lebenskraft und bedeutet Lebensqualität, weil ich nicht das Gefühl habe, das mir irgendetwas fehlt. Ich möchte nichts für mich selbst, ich bin im Zustand der Bina, „Chafez Chesed“, wie ein Einsiedler, der im Wald lebt und nicht einmal ein Hemd braucht.

Und oberhalb von diesem Zustand spüre ich noch mehr Leben: mehr von der Eigenschaft des Gebens, mehr Freiheit. Und in unserem egoistischen Verlangen fühlen wir nur Tod und Leid und können dieser Empfindung nicht entkommen. Ohne sie kann unser Egoismus keinen Genuss spüren. Wir müssen der Speise ständig „Salz und Pfeffer“ für die Schärfe hinzufügen.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 27.06.2012

Gleich bedeutet nicht identisch!

Frage: Es hat sich so ergeben, dass unsere Gruppe während des vergangenen Kongresses im Norden in zwei Teile geteilt wurde: ein Teil, zehn Männer, hat sich in der ersten Etage des Zentrums von der ganzen Welt abgeschottet und die Bedingungen bei den Freunden auf dem Kongress in Israel völlig nachgeahmt, während sich der andere Teil, etwa 20-30 Männer, die aus verschiedenen Gründen nur für eine begrenzte Zeit kommen konnten, in einem anderen Raum versammelt hat.

Ich war unter den zehn Freunden, die sich eingeschlossen haben, und konnte mich gar nicht konzentrieren, ich hatte nur einen Gedanken, wie das passieren konnte, dass wir in zwei Teile geteilt wurden, hatte jedoch nicht den Mut, diese Frage mit den anderen neun Freunden zu diskutieren. Diese Frage lässt mir keine Ruhe, was soll ich tun? Kann ich diese Frage zur Diskussion vorschlagen oder wäre das gegen den Zusammenhalt der Gruppe, selbst bei einer solchen Entscheidung, während des Kongresses in zwei Teile geteilt zu sein. Ich glaube einfach, dass die Gruppenkommission darauf bestehen sollte, dass die Gruppe zusammen bleibt, egal, unter welchen Bedingungen.

Meine Antwort: Die Widersprüche bleiben bis zum Ende der Korrektur überall bestehen und besonders in der Kabbala, und in der Spiritualität vereinen sich die Widersprüche durch die gemeinsame Absicht, sie koexistieren, obwohl sie durch das Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften getrennt sind. Wir müssen uns also daran gewöhnen, dass wir unterschiedlich und dennoch zusammen sein können. Dabei sollten wir nicht danach streben, alles und alle auf das gleiche Niveau zu setzen. Gleich bedeutet nicht identisch, sondern gleich in der Ausrichtung, aber auf den unterschiedlichen Ebenen.

Wir alle sind unterschiedlich und keiner zwingt uns, gleich zu sein, wir müssen nur das gleiche Ziel anstreben. Genauso strebt auch jeder das Ziel auf eine andere Art und Weise an. Wir sind unterschiedlich wie Zellen in einem Körper. Unsere Absicht ist auf den gemeinsamen Schöpfer gerichtet, der Schöpfer vereint uns.

Bleibt als Vorbild, und jemand, der das aus objektiven Gründen nicht kann, ist nicht schlechter als ihr, wird aber zu einer anderen Untergruppe auf dem Kongress gehören, genauso wie es auch in einem Körper Organe von unterschiedlicher Bedeutung gibt, obwohl sie alle zu einem Körper gehören.

Die Gleichheit unter den Freunden bedeutet nicht, identisch zu sein!

Stellt eure Fragen, wir werden es klären.

Über die Folgen des Kongresses

Dieser Kongress war nicht nur verbindend, sondern auch trennend – in jene Gruppen, die die Forderungen (systematisches Studium, Verbreitung, Maasser) erfüllen, und jene, die die Forderungen nicht erfüllen.

Wir müssen erreichen, dass das Zentrum unserer Gruppe, unsere standhaftesten Freunde, die Forderungen des Schöpfers, Ihm auf der ersten, 1/125. Stufe der Leiter Seiner Enthüllung ähnlich zu werden, erfüllen. In diesem Fall können sie zu einem Teil der BB Weltgruppe werden, durch den das Licht zu allen anderen kommt (s. Einführung zum Buch Sohar).

Weiter, um diesen Teil herum, bilden sich andere Kreise, wie auseinandergehende Wellen – entsprechend der Erfüllung der Regeln der Ähnlichkeit mit dem Schöpfer, der Eigenschaft des Gebens.

Die Regeln wurden nicht von mir ausgedacht, sondern von den Kabbalisten vorgegeben. Wir kennen sie sehr gut, halten es aber nicht für nötig, sie genau zu befolgen, weil wir meinen, sie seien für die Enthüllung des Schöpfers nicht notwendig. Jetzt wurde uns das zum ersten Mal zu verstehen gegeben.

Diejenigen, die mit diesen Forderungen unzufrieden sind, schicke ich zum Schöpfer – vielleicht ändert Er für sie die Bedingungen für den Kontakt mit Ihm – „das Gesetz der Ähnlichkeit der Eigenschaften“ (der kommunizierenden spirituellen Gefäße/Eigenschaften).

Diejenigen, die die Unabdingbarkeit dieser Bedingungen begreifen, haben die Möglichkeit, zu wählen, wo sie sein möchten, in welchem Kreis: im zentralen oder einem der äußeren. Später werden die Bedingungen aller Kreise spezifiziert.

Ich liebe Euch alle und mir sind alle wichtig, und das alles wird gemacht, um Euch absolut alle dem Ziel näher zu bringen und von den irdischen Täuschungen auf dem spirituellen Weg zu befreien.

Umarmung, Rav

Sicherheitsgurt für den künftigen Absturz

Frage: Was ist meine Hartnäckigkeit wert, wenn alles vom Schöpfer abhängt und Er mich gleich morgen vom Weg abbringen kann? Worin genau besteht meine Arbeit?

Meine Antwort: Es ist unwichtig, ob der Schöpfer mich vom Weg abbringt oder nicht – ich muss hartnäckig bleiben. Ich muss im Vorhinein dafür sorgen, dass, selbst wenn ich spüre, dass der Schöpfer mich herauszuschleudern scheint, ich trotzdem nicht weglaufe. Ich bekomme eine solche Unterstützung von der Umgebung, die mich daran festhalten und nicht weglaufen lässt.

Und je weiter ich vorankomme, desto stärker wird der Schöpfer mich wegstoßen. Ich werde immer mehr Verachtung Ihm gegenüber spüren, und unsere Beziehung wird sich immer mehr verschlechtern. Ich werde mich fragen, warum der Schöpfer mich mit so viel Undankbarkeit für meine Arbeit belohnt – ist es denn gerecht?

Jedes Mal, wenn sich mir ein weiteres egoistisches Verlangen offenbart, wird sich unsere Beziehung mit dem Schöpfer immer mehr verschlechtern und unangenehmer, unlogischer werden. Und die Freunde werden mir immer schlechter, immer nichtiger und der Weg sinnlos vorkommen. Ich werde keine Kraft und keine vernünftige Erklärung in mir finden können, um den Schöpfer, die Gruppe, den Weg zu schätzen.

Wir befinden uns noch in einem Zustand, in dem uns das alles groß und bedeutend in unserem tierischen, irdischen Verstand, in unserem Egoismus vorkommt. Wir sehen, dass die materielle Welt nicht viel Wert im Vergleich zu jenem großen Ziel ist, das wir haben, der Grundlage, die über allem steht.

Doch so denken wir nur heute, und morgen, wenn wir an Stärke gewinnen, wird uns ein ganz anderes Bild gezeigt, und zwar, dass wir nichts haben, woran wir uns auf dem Weg festhalten können. Der Schöpfer wird uns als eine dumme, nicht real existierende Phantasie, die Gruppe als eine Versammlung von leeren, nichtsnutzigen Menschen und das Studium als ein sinnloser Zeitvertreib vorkommen, infolge dessen noch niemand Erfolge erzielen konnte.

Dem Menschen werden dermaßen „die Augen geöffnet“, dass er nur wie durch ein Wunder auf dem Weg bleiben und ihn fortsetzen kann. Jetzt, unter der Berücksichtigung unserer Schwäche, wird uns noch das Gefühl gegeben, als gäbe es irgendeine Wichtigkeit in der Gruppe, in den Freunden, in dem Lehrer, in den Büchern. Stellt euch jedoch vor, der Lehrer würde euch verlassen, die Gruppe unwichtig werden und die Bücher auf den Regalen verstauben – das war es, Ende.

Aus diesem Grund sollten wir uns auf die fortgeschrittenen Zustände vorbereiten, die sehr schwer sein können. Ich sehe aber, dass die Menschen vor kleinen Unannehmlichkeiten davonlaufen und ihren Aufwand nicht rechtfertigen können; und das, noch bevor man sie von Oben anfängt, durcheinander zu bringen und von der Spiritualität wegzustoßen – und sie laufen jetzt schon davon.

Wir müssen verstehen, dass der Schöpfer hinter dem ganzen von uns wahrgenommenen Bild steht – hinter der Wahrnehmung unserer selbst und der Welt. Das Weltbild ist nicht nur das, was ich vor mir sehe, sondern meine gesamten Empfindungen. Und nachdem ich dieses Bild annehme und versuche, es im Verstand und im Herzen in seiner ganzen Tiefe und in allen Richtungen zu verinnerlichen, muss ich sagen, dass es niemanden außer dem Schöpfer gibt und dass Er mir dieses Bild absichtlich so zeichnet, damit ich richtig darauf reagiere.

Es steht geschrieben: „Aus Deinen Handlungen erkennen wir Dich“. Diese Welt und ich selbst sind seine Handlungen. Und ich werde Ihn dadurch erkennen, dass ich mich durch all das zu Ihm hindurchgraben und Ihn als die Kraft des Gebens, gut und Gutes vollbringend, kennenlernen will.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Brief von Baal HaSulam, 03.07.2012

Ich wähle Euch, Brüder!

Wenn der Mensch begreift, worin seine Arbeit besteht, beginnt er, eine andere Einstellung seiner Umgebung gegenüber zu entwickeln. Denn er sieht, dass er kein eigenes Verlangen besitzt, sondern alles vom Schöpfer kommt und erlaubt es ihm deshalb noch nicht, als Schöpfung bezeichnet zu werden.

Als Schöpfung wird er erst dann bezeichnet, wenn er sich an seine Umgebung wendet und von ihr die Verlangen empfängt. Dann werden diese Verlangen ihm zugerechnet.

Er muss sich also beugen und begreifen, dass nur jene Verlangen, die er von der Umgebung empfängt, als Shechina bezeichnet werden, als Ort der Enthüllung des Schöpfers, der Shochen heißt. Darum ist der Einschluss in die Gruppe für das spirituelle Vorankommen absolut notwendig.

Aus diesem Grund steht über die Notwendigkeit der Liebe zu den Freunden geschrieben: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“. Denn gerade in dieser Verbindung zwischen allen, die Liebe heißt, enthüllt der Mensch die spirituelle Welt, den Schöpfer.

In Wirklichkeit suche ich die Freunde nicht aus. Meine Wahl werde ich erst später treffen. Doch zuerst bringt mich der Schöpfer in die Gruppe und darin habe ich keine Freiheit. Meine Wahl beginnt später, wenn ich mich wirklich mit ihnen verbinde und die Frage beantworten muss: Wozu brauche ich sie, was will ich von ihnen haben?

Auf diese Weise komme ich voran, indem ich jedes Mal die Freunde wähle, weil ich sie immer größer sehen muss, obwohl sie mir immer unbedeutender, unwichtiger und leerer vorkommen. Genau das bedeutet, dass ich sie wähle! Denn ich wähle jetzt genau die Freunde, die der Schöpfer mir für das spirituelle Vorankommen gegeben hat.

Auf diesem Wege schreite ich voran und baue mein eigenes, neues Verlangen in mir auf. Genau dieses Verlangen, das ich von der Umgebung bekomme und in dem ich dem Schöpfer ähnlich werden möchte, die Kraft des Gebens enthüllen möchte, nennt sich Mensch.

Und jeder muss seine Liebe zu der Gruppe zeigen, denn wir müssen einander unterstützen, was als gegenseitige Bürgschaft bezeichnet wird. Jeder bürgt für alle anderen, dass alle ausreichend Kraft haben werden, die Kraft des Gebens zu enthüllen und die Ähnlichkeit mit dem Schöpfer zu erlangen. Deshalb bin ich für alle verantwortlich, ich habe für sie gebürgt. Ihre Spiritualität liegt in meinen Händen, genauso wie meine Spiritualität in ihren Händen liegt.

Und wenn auch nur einer von uns ein Loch ins gemeinsame Boot bohrt, gehen wir alle in unserem Egoismus, in den eigennützigen Absichten unter und werden den Schöpfer nicht enthüllen können.

Deshalb, je weiter wir uns der Enthüllung des Schöpfers entgegenbewegen werden, desto härter und fordernder werden die Bedingungen. Und wir müssen verstehen, dass wir vor den Gesetzen der Natur des Lichts und des Verlangens stehen, und hier kann es keine Kompromisse und keine Nachsicht geben. Alles geschieht entsprechend den Gesetzen der Beziehung zwischen diesen beiden Kräften.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 05.07.2012

Antworten auf die Fragen unserer Blog-Leser

Frage: Was sagt die Kabbala über die Formel der Liebe, wenn der Funke der Liebe nicht erlischt, sondern im Gegenteil wächst und immer größer wird? Was ist dazu notwendig?

Warum soll ich mich verlieben, wenn diese Gefühle einst vergehen werden? Oder ist die Liebe doch unendlich?

Meine Antwort: Die Gefühle werden dann vergehen, wenn sie mit dem Selbstgenuss verbunden sind. Der Genuss ist weniger geworden, und es gibt keine Liebe mehr. Die wahrhafte Liebe basiert aber auf der anderen Grundlage, auf dem Geben. Zuerst steigt der Mensch über die Selbstsucht hinaus, so dass er davon nicht mehr abhängt, und beginnt die Verlangen anderer Menschen wie die eigenen wahrzunehmen. Folglich verbindet er sich mit allem, was vom Schöpfer geschaffen ist, und zwar mittels des korrigierten Verlangens (mittels der allgemeinen Seele, Adams). Indem man die Eigenschaft des Gebens und der Sorge um die Füllung der Verlangen des anderen Menschen erlangt, findet man in diesem allgemeinen Verlangen des Schöpfers die allgemeine Eigenschaft der Liebe. Eine solche Liebe ist ewig und vollkommen.

Frage: Warum leben die einen Menschen in Ländern mit dem guten Klima (buchstäblich und politisch), und die anderen müssen täglich mit der Kälte (wieder in beiden Sinnen) kämpfen? Sind die einen irgendwie „besser“ oder „schlechter“ als die anderen? Oder haben wir in den früheren Lebenskreisläufen etwas „Schlechtes“ angerichtet? Warum ist das so?

Meine Antwort: Jeder beliebige Faktor im Leben des Menschen und des Volkes ist als eine Prüfung vorgesehen, und zwar inwiefern der Mensch oder das Volk diese Hindernisse für den spirituellen Aufstieg anwenden kann. Das betrifft sowohl die günstigen Faktoren als auch die ungünstigen.

Das heißt, alle Faktoren sind nicht als die Strafe dafür gegeben, dass jemand schlechter oder besser ist, weil „die Strafe“ und „die Belohnung“ vom Menschen oder vom Volk selbst erschaffen sind, d.h. wofür der Mensch die ihm gegebenen Bedingungen verwendet: entweder für die Ausnutzung der anderen Menschen in der gegenseitigen Feindschaft, oder um die Menschen zu vereinigen.

Frage: Sie erzählen in den Unterrichten darüber, dass nach der Reinkarnation ein Teil der Informationen gespeichert wird. Aber für mich ist es außerordentlich wichtig, dass nicht die Informationen, sondern das Bewusstsein gespeichert wird.

Man kann das anhand des einfachen Beispiels erklären. Angenommen, man könnte die Informationen aus meiner Seele auf dem Chip speichern und diese dann im Gedächtnis des Neugeborenen unterbringen. Ich denke, das wird mich nicht glücklicher machen. Durchaus nicht.

Meine Antwort: Das, was Sie „Bewusstsein“ nennen, ist eher das restliche „Ich“, das nach dem Tod des Körpers bleibt, weil das Bewusstsein sich auch in unserer Welt aufgrund der Entwicklung des Selbstbegreifens, das heißt der Entwicklung des „Ich“, des Menschen, entwickelt. Das Bewusstsein der Tiere ist qualitativ anders.

Der Mensch wäre tatsächlich glücklicher, wenn er wüsste, dass sein „Ich“ auch nach seinem Tod bliebe.

Und hier muss man verstehen, was jenes „Ich“ darstellt, das bleibt. In unserer Welt klärt sich das „Ich“ des Menschen anhand der Eigenschaften des Erhaltens, der Selbstsucht, es gleicht einem Punkt, weil alle seine Kräfte, sein Ziel, auf sich selbst gerichtet ist. In der Kabbala spricht man in diesem Zusammenhang über den Körper, der spurlos stirbt. Dabei ist der Körper nur eine Form der Empfindung des spirituellen „Ich“, die auf das Niveau „unserer Welt“ heruntergestiegen ist.

Und das spirituelle „Ich“ ist nicht nur ein Punkt. Es existiert selbständig in der Verbindung der drei Formen: „Welt, Jahr, Seele“, was den Umfang schafft, in dem die Erfahrungen meiner Entwicklung gesammelt werden. Außerdem gibt es in der Spiritualität kein abgesondertes „Ich“, das in unserem egoistischen Verständnis existiert; jedes einzelne Ich befindet sich wie „eine Zelle im Körper“ der allgemeinen Seele und ist ein Träger der Information. Deshalb heißt es eben, dass die Informationen bleiben, aber nicht der Punkt, sondern der ganze Komplex.

Frage: Was sagt die Kabbala über die Intuition? Mich interessiert die weibliche Vorahnung der Krankheit der Kinder. Was ist das? Ziehen wir die Krankheit durch unsere Befürchtungen heran oder bereitet uns der Schöpfer auf den bevorstehenden Test vor?

Meine Antwort: Viele Wissenschaftler, die die Arbeit des Gehirns erforschen, sagen, dass es nichts selbst generiert, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach ein „Empfänger“ der Informationen ist, die „außerhalb“ existieren. In der Kabbala wird über die Einheit der zwei Zustände der Schöpfung, des Anfangs- und des korrigierten Zustands, gesprochen. Obwohl die Kabbala nicht über unsere Welt spricht, stimmen ihre Erkenntnisse mit den Behauptungen der Wissenschaftler über die Existenz der einheitlichen Informationen, die nicht auf die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft aufgeteilt sind, überein. Dabei ist die Gegenwart ein Maß der Offenbarung durch den Menschen der Einheit zwischen der Vergangenheit und der Zukunft.

Deshalb kann man die Intuition des Menschen in unserer Welt (nach Meinung der Forscher des Gehirns) anhand „des Empfängers“ erklären – inwiefern er gegenüber den allgemeinen Informationen aufnahmefähig ist. Außerdem gibt es die natürliche, „tierische“, Intuition – diejenigen, die der Natur nah sind und zu ihrer Zyklizität, zur Vorempfindung ihrer Erscheinungen, begabt sind -, und die „menschliche“, erfahrungsgemäße, Intuition, die auf dem unterbewussten Niveau verarbeitet wird und „die abgesonderten Ergebnisse dieser Verarbeitung ins Bewusstsein“ weitergibt.

Über die weibliche Intuition: Sogar das erwachsene Kind wird von der Mutter wie ihr eigener Teil empfunden.

Außerdem sind wir fähig, die Krankheit und die Leiden durch unsere egoistische Einstellung heranzuziehen, da wir ständig mit uns selbst beschäftigt sind und über alles schlecht denken, wobei der Schöpfer uns dadurch ermöglicht, unsere Beziehung zu Ihm „zu korrigieren“ – das ist eine Möglichkeit für uns, mit Ihm zu sprechen.

Die Handlung ohne Absicht gleicht einem Körper ohne Seele

Frage: Welche Handlung ist am wirkungsvollsten?

Meine Antwort: Bei der die Absicht stärker ist. Die Handlung ohne Absicht für den Nutzen meines Nächsten ist wirkungslos (leer), weil in Wirklichkeit die Einwirkung nicht die physische Handlung erzeugt, sondern die begleitende Absicht, „wofür die Handlung ausgeführt wird“, oder genauer, „Für wessen Nutzen, für mich oder für die anderen?“

Wenn wir also allerlei gute Handlungen begehen werden, wie die Wohltäter „Jaffej Nefesch“ es tun, dabei aber keine richtige Absicht haben, d.h. die Menschheit nicht zur Einheit bewegen, welche der Schöpfer (die Natur) von vornherein in der Wurzel unserer Entwicklung anstrebt, dann werden alle unsere Handlungen den vollen Misserfolg erleiden, weil ihnen an der Kraft des Lichts mangeln wird, d.h. an der einzigen Kraft, die etwas verändern kann. Wenn wir uns ohne der Einwirkung seitens dieser Kraft bemühen, dann rufen wir nur die mechanischen Veränderungen hervor…

Und deshalb ist es notwendig – bevor wir irgendwelche Handlung begehen -, eine richtige Absicht zu formulieren, damit jede unsere Handlung die Kraft der Korrektur auf sich hervorruft und das erwünschte Ergebnis, die Korrektur, erzeugt wird, wodurch es den Menschen besser gehen wird. Wenn wir aber etwas ohne die richtige Absicht tun, dann hat eine solche Handlung keine richtige Folge, und im Endeffekt wäre es sogar besser, wenn wir diese nicht begangen hätten.

Als Beispiel dienen uns die Protestaktionen in Israel: Obwohl es uns anfangs eben so vorkam, dass wir die Senkung der Preise erreicht haben, blieb aber im Laufe des Jahres von der Senkung nichts übrig, und die Menschen wurden nur mehr enttäuscht, so dass sie um ihre Verlangen nicht mehr kämpfen wollen.

Deshalb muss man lernen, die Handlungen zu begehen, die die richtigen wünschenswerten Folgen haben – dafür ist eben die integrale Erziehung vorbestimmt.

Den Maßstab setzt der Schöpfer

Frage: Heute im Unterricht haben Sie extreme Forderungen an diejenigen, die am Vereinigungskongress vom 5.-7.07.2012 teilnehmen möchten, gestellt: regelmäßige Anwesenheit im Unterricht, Zahlung des Maassers, Beteiligung an der Verbreitung, Ankunft am Kongressort nicht später als um 6 Uhr früh am 6.07., keine Abreise bis zum Kongressende usw. Warum sind Sie so streng zu den Kongressteilnehmern?

Meine Antwort: Die Vereinigung hat zum Ziel, diejenigen, die danach streben, an die Bedingungen der Enthüllung des Schöpfers in ihrer Verbindung heranzuführen. Wir kommen regelmäßig auf solchen Vereinigungskongressen zusammen, und jedes Mal müssen sich die Bedingungen immer mehr jenen notwendigen Bedingungen, unter denen sich der Schöpfer enthüllt, annähern. Wozu sollten wir uns sonst bemühen und eine halbe Sache auf die Beine stellen, wir könnten auch einfach ein Picknick veranstalten… Und wenn wir es schon in Angriff nehmen, dann ernsthaft. Den Maßstab setzt der Schöpfer selbst und nicht wir.

Jeder Freund ist Gold wert

Kongress in Miami. Lektion Nr. 1

Um das Licht empfinden zu können, müssen wir dies üben, wobei die Übung nur in der Gruppe möglich ist. Als Beispiel können wir einen Tanzlehrer nehmen: Zusammen mit mir übt er die verschiedenen Bewegungen: ein Schritt vorwärts, ein Schritt rückwärts, drehen, etc. Da die Gruppe sich vor meinen Augen befindet, kann ich sie fühlen sowie mit ihr zusammen arbeiten und somit vorangehen.

Ja, es ist für mein Ego sehr unangenehm, weil ich jedes Mal der Gruppe Vorrang geben muss, nicht ich, sondern sie führt in diesem „Tango“. Freunde bringen ihr Verlangen zum Ausdruck, und ich muss ihm folgen. Man sagt dazu: „Mein eigenes Verlangen seinetwegen aufgeben.“ Ich lerne meine Selbstsucht zu verringern, das Verlangen der Gruppe als einen führenden Partner zu akzeptieren, um folglich zur Zusammenarbeit, zur Verbindung mit den Freunden zu kommen. Ich fange an, ihre Verlangen zu empfinden: Es stellt sich heraus, dass neben mir ein wahrer, vertrauter, geliebter und ergebener Tanzpartner steht. Ich tue alles für ihn, und er für mich. Und dann verwandelt sich unsere Einheit in eine richtige Gruppe.

Denn die „Gruppe“ ist im Wesentlichen ein gemeinsames Verlangen der Freunde, miteinander verbunden zu sein. In diesem zwischen uns geborenen Verlangen gibt es kein „Ich“ und „Sie“, aber es gibt ein Ganzes, eine neue Realität – nicht die Verbindung selbst, sondern das Ergebnis. Das ist nämlich der spirituelle Fötus, der aus dem Mutterleib kommt. Darin empfinden wir die Einheit, und darin wird uns das Licht des Schöpfers offenbart, in dem Verlangen, welches wir hervorgerufen und erschaffen haben, welches durch unsere Einheit erreicht wurde. In der Spiritualität gibt es keine geteilte Menge, sondern es herrscht die Einheit.

Baal HaSulam schreibt im Brief 13: Unabhängig davon, dass in der Gruppe bestimmte Eigenschaften vorhanden sind, sollte man wissen, dass eine Menge Funken der Heiligkeit, bzw. der Spiritualität in jedem der Freunde existieren. Und wenn sich alle diese Funken an einem Ort versammeln, in brüderlicher Gemeinschaft, in Liebe und Freundschaft, dann haben sie in diesem Augenblick eine sehr wichtige Stufe der Spiritualität erreicht.

Der Mensch kann sich in vielfältiger Weise in die Gruppenarbeit einschalten: durch abwechselnde „Abläufe“ von ganzem Herzen oder mit Vorsicht. Und dennoch gibt es in jedem von uns ein einzigartiges Teilchen des Lichts, das jeden aus dem Leib unserer Welt herauszieht. Und deshalb müssen wir jeden respektieren, und dies gilt gleichermaßen für Frauen und für Männer.

Unsere Funken sind ein echtes Geschenk von Oben. Einen Menschen nennt man „der Mensch“ (Adam), wenn er diesen Funken besitzt, der ihn zur Ähnlichkeit mit dem Schöpfer führt. Wenn er keinen Funken hat, dann befindet er sich noch auf der tierischen Ebene. Und es hat nichts mit Minderwertigkeit zu tun, sondern einige von uns bekommen eine „doppelte“ Aufgabe, nämlich vor den anderen spirituell geboren zu werden und allen dabei zu helfen. Sie sind wie der Kopf der Menschheit und müssen somit die Menschheit nach vorne führen.

Deshalb müssen wir verstehen, dass jeder Freund eine besondere Stellung besitzt bzw. von Oben empfangen hat, vom Licht, welches ihn einkleidet. In seiner Seele, seiner spirituellen Wurzel, liegt wirklich etwas Besonderes, so dass er nahe dem Licht ist, dieser Bestimmung würdig wird. Natürlich steigt er nicht egoistisch über die Menschheit – wir schätzen unseren Freund dafür, dass er würdig geworden ist, eine besondere Rolle einzunehmen. Und in keinem Fall behandeln wir andere mit Verachtung – schließlich hängt diese Mission nicht von uns ab.

Das ist, warum ich jeden Freund in höchstem Maße respektieren muss: er wurde von Oben ausgewählt, vom Licht, um mein Partner zu sein. Ohne ihn werde ich nie geboren, und die Menschheit auch nicht.

Auszug aus der ersten Lektion des Kongresses in Miami, 23.05.2012