Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Kongress in Charkow: Einladung zur Enthüllung der spirituellen Welt

Frage: Für welches Vorbereitungsniveau der Studenten ist der Kongress in Charkow gedacht?

Meine Antwort: Ich glaube, dass es ein Kongress der Vereinigung ist, die nicht von dem Vorbereitungsniveau des Menschen, sondern von seinem Bestreben abhängt. Wenn er begreift, dass er die Methode der Enthüllung der Höheren Welt ergründen, dem näherkommen, wenigstens einen solchen ernsthaften Schritt tun, vielleicht aber auch die Höhere Welt für sich enthüllen muss – denn das ist möglich, weil es nur von unseren gemeinsamen Anstrengungen abhängt – dann ist er ein willkommener Gast, Freund, Teilnehmer.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 15.07.2012

Die Brücken hinter sich abbrechen

Frage: Eine Woche lang während Ihrer Abwesenheit war die Weltgruppe sehr aktiv. Wir haben zum ersten Mal wirklich gespürt, dass wir voneinander abhängen. Wie schaffen wir es jetzt, den Moment nicht zu verpassen und nicht zurück in die Passivität abzurutschen?

Meine Antwort: Auf keinen Fall darf man an den vergangenen Zustand denken. Er ist vorbei, verbrannt. Man darf nicht auf ihn zurückblicken, wie es Lots Frau gemacht hat. Was vorbei ist, ist vorbei – wir wühlen nicht in der Vergangenheit, weder auf der Gefühls- noch auf der Gedankenebene. Selbst wenn du glaubst, dich von etwas Einmaligem zu trennen, ist es unwichtig. Du musst sowohl vor dem besten als auch vor dem schlechtesten Zustand fliehen.

Auf keinen Fall darfst du versuchen, dich an deine Gedanken, Verlangen, Worte zu erinnern, du versuchst nicht, etwas wiederzugeben. Mach dich von allem frei, was passiert ist. Selbst wenn es dir gut ging – jetzt wird es dir noch besser gehen. Du musst einen neuen Tag bei Null anfangen.

Keiner stört dich: weder ich noch Freunde, was auch immer sie empfinden mögen. Die Situation in der Außenwelt spielt auch keine Rolle. Du musst den nächsten Zustand, die nächste Etappe der Verbindung erreichen, durch nichts beschwert, als würdest du von nichts wissen – damit alles in deinen Augen neu ist. Die jetzige Etappe darf auf keinen Fall mit dem verglichen werden, was war. Fang alles von vorne an – nur so baust du dich auf.

Selbst wenn alle einen Erfolg erzielt haben, ist es jetzt so, als wäre nichts gewesen. Fürchtet euch nicht vor dem Verlust. Indem ihr Angst habt, etwas zu verlieren, demonstriert ihr die niedere Form des Empfangens. Was auch immer ihr erreicht oder gespürt habt, im Moment existiert das alles nicht. Und es wird auch nicht gebraucht. Denn anderenfalls kümmerst du dich nur um das eigene Empfinden. Das Wichtigste ist, mit der Vergangenheit zu brechen. Anderenfalls gibt es kein Vorankommen. Denn du schreitest dem Geben entgegen und das bedeutet, alle Brücken hinter sich abzubrechen.

Auszug aus dem Unterricht nach der Einführung zum Buch Sohar, 25.07.2012

Die Etappen auf dem Weg zum Schöpfer

Frage: Es ist unverständlich, wie der Mensch die Offenbarung des Schöpfers erlangt: Steigt er dabei hinauf oder herab? Ist es wirklich so, dass je schlechter es ihm geht, das um so besser für ihn ist?

Meine Antwort: Auf dem spirituellen Weg entwickeln sich sowohl der Kabbalist im Laufe des Lebens individuell, als auch die ganze Menschheit historisch und evolutionär egoistisch, sie leiden nur deshalb, weil sie ihre Selbstsucht als das Böse anerkennen sollen, damit sie dann darauf verzichten können.

Diese Periode der Entwicklung heißt „die Droge des Todes“ (Sam Amawet), weil es dem Menschen so vorkommt, als ginge er vorwärts, und sich sehr bemüht, um „das spirituelle“ Ziel zu erreichen – aber da er selbst noch egoistisch ist, ist auch sein Verlangen egoistisch, so dass er sich selbst belügt, wenn er glaubt, sich das Spirituelle zu wünschen, weshalb ihm das Böse der Selbstsucht und der spirituelle Tod offenbart werden. Und das ist absichtlich vom höheren Licht so vorbereitet, damit er seine natürlichen Eigenschaften als Böse erkennt. Das heißt auch „Barati Jezer Ara„, oder „Ich habe das Böse erschaffen“ (die Wörter des Schöpfers).

Aber wenn er notgedrungen, infolge der Leiden, bewusst und wunschgemäß auf die Selbstsucht verzichtet, dann wirkt dasselbe Licht auf ihn ein wie ein „Elixier des Lebens“ („Sam Achaim„), und führt ihn hinauf bis zur Offenbarung des Schöpfers, zur Erfüllung mit dem Licht des Gebens und der Liebe, mit der Kraft des Geisteslebens. Und das heißt schon „Barati Tora Tawlin“ – oder „Ich habe die Tora als Gewürz erschaffen“, die Methode und das System für die Korrektur der Selbstsucht.

Somit wird auf dem Weg zunächst die Selbstsucht offenbart, wonach wir uns schlecht fühlen. Dann streben wir an, sie selbst ohne Hilfe zu korrigieren, was uns aber misslingt, wonach wir uns wieder schlecht fühlen. Und erst, nachdem wir das Böse der Selbstsucht, sowie unsere eigene Kraftlosigkeit gegenüber ihrer Macht bewusst erkennen, wenden sich die Menschen an den Schöpfer, wobei ihnen früher ihre Selbstsucht diese „Bitte an den Schöpfer“ nicht erlaubt hat! Aber sobald die Bitte eines Menschen vollständig, d.h. sein Verlangen, die Eigenschaft des Gebens zu erlangen, ernsthaft ist, wird seine Selbstsucht in diese Eigenschaft eingekleidet, oder „der Engel des Todes verwandelt sich in den Engel des Lebens“.

Das Spiel mit dem Schöpfer

Im Buch „Shamati“ gibt es viele Artikel, die über den Hass gegenüber der Selbstsucht (Sitra Achra) sprechen: wie die Selbstsucht den Menschen umgibt, wie er sie hassen und sich darüber erheben soll. Aber die ganze Arbeit mit der Selbstsucht soll unbedingt vor dem Hintergrund geschehen, dass „alles vom Schöpfer kommt„, dass es “ Niemanden außer Ihn gibt „, denn anderenfalls befinden wir uns innerhalb derselben Selbstsucht (wir arbeiten in Avoda Sara).

Deshalb ist der Mensch von vornherein verpflichtet, sich darauf einzustellen, dass es „Niemanden außer Ihn gibt„, um danach begreifen zu können, dass der Schöpfer uns absichtlich die entgegengesetzte Eigenschaft verleiht – damit wir diese Eigenschaft, die dem Schöpfer entgegengesetzt ist, hassen. (Derjenige, der den Schöpfer liebt, verspürt den Hass gegenüber dem Bösen.) Und nur im Falle des wahrhaften Hasses gegenüber der Selbstsucht, weil sie den Menschen vom Schöpfer trennt und den Schöpfer vor dem Menschen verbirgt, kann der Mensch die Selbstsucht besiegen (Vor den Händen der Bösewichte rettet Er mich).

Deshalb soll die ganze Arbeit damit anfangen, dass der Mensch sich darauf konzentriert, dass seine ganzen Zustände vom Schöpfer vorbereitet sind (da es Niemanden außer Ihn gibt) und da er versteht, dass der Schöpfer mit ihm spielt (von hinten und von vorne umgibst Du mich), stimmt er sich selbst auf dieses Spiel mit dem Schöpfer ein.

Zwei Etappen in der Arbeit

Frage: Warum ist gesagt, dass ich alle Korrekturen außerhalb von mir erlange?

Meine Antwort: Ich korrigiere nicht mich, sondern nur meine Beziehung, meine Verbindung zu den anderen Menschen. Der böse Anfang befindet sich nicht in mir, sondern zwischen mir und den anderen – in meiner Beziehung zu ihnen.

Ich muss mich ständig in der Verbindung mit den anderen befinden, um folglich klären zu können, ob diese gut oder schlecht ist und ob sie Veränderungen fordert. Die erste Stufe ist die Offenbarung dieses Verbindungnetzes. Von diesem Augenblick an und weiter beginne ich schon bewusst voranzukommen und die Eigenschaften zu offenbaren, welche die Korrektur erfordern: welche Beziehungen und Eigenschaften sollen zuallererst und welche später korrigiert werden.

Auf diese Weise offenbare ich das ganze System der Beziehungen zwischen mir und den anderen Menschen (die mir zuerst fremd vorkommen). Aber später kläre ich auf, dass es eigentlich die Verbindung mit dem Schöpfer war. Das sind zwei Etappen in der Arbeit.

Wenn ich selbstlos an mir arbeiten werde, so wird mir offenbart, dass sich hinter meinem Nächsten in Wirklichkeit der Schöpfer verborgen hat. Und davor, in der Zeit, wo ich noch irgendwelche egoistische Berechnungen durchführen kann, hilft mir der Schöpfer bei der Klärung, welche Berechnung richtig ist, und erscheint deshalb vor mir in Form der Freunde, mit denen ich gegenseitig arbeiten kann.

Auszug aus den Unterricht nach einem Rabash- Artikel, 09.07.2012

Kongress in Charkow: die nächste Stufe

Frage: Was muss auf dem Kongress in Charkow passieren, damit es wirklich zu unserer nächsten Stufe wird?

Meine Antwort: Wie wir wissen, gibt es die Kraft im qualitativen Sinne und die Kraft im quantitativen Sinne.

Als wir auf dem Kongress im Norden zusammengekommen sind, haben wir versucht, eben die Kraft im qualitativen Sinne zu erschaffen. Und wir hatten Erfolg dabei.

Das war wirklich eine starke Versammlung, was die Intensität, die Kraft, die Möglichkeiten der Menschen betrifft. Auf dem Kongress gab es Menschen, die wirklich ernsthaft, intensiv mit uns studieren und minimale, aber ernsthafte, notwendige Bedingungen für das Vorankommen zur Einheit erfüllen.

Und der Kongress in Charkow ist als ein allgemeiner Kongress für den gesamten russischsprachigen Raum gedacht. Natürlich werden auch unsere Freunde aus Europa kommen, doch im Großen und Ganzen werden es Vertreter aus Russland und dem nahen Ausland, der ehemaligen GUS, sein. Im Unterschied zu dem Nordkongress ist er also für einen ziemlich breiten Teilnehmerkreis bestimmt.

Doch gerade die Verbindung jeder Konzentration an Qualität, die auf dem Kongress im Norden erreicht wurde, mit der Quantität, die wir in Charkow hoffentlich erreichen werden, soll ein ernsthaftes Ergebnis und die nächste Stufe bringen.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 08.07.2012

Workshop ist ein Transporter in die spirituelle Welt

Frage: Wie wichtig ist für alle Teilnehmer des Kongresses in Charkow die Teilnahme an den Workshops?

Meine Antwort: Für alle ohne Ausnahme! Workshops sind wichtiger als Lektionen! Workshops sind eben jene spirituelle Praxis, durch die der Mensch mit Hilfe der Gruppe – in ihrem Inneren als Mittel des Vorankommens – in die spirituelle Welt gelangt. Ohne Workshops gelangt er nirgendwohin. Nirgendwohin! Es ist wirklich schade, zum Kongress zu kommen und nicht an den Workshops teilzunehmen – es bringt einfach nichts.

Auszug aus dem virtuellen Unterricht, 08.07.2012

Beschuldige nicht zu vorschnell die anderen

Frage: Wie kann ich meine Umgebung verbessern?

Meine Antwort: Übe Druck auf sie aus, verpflichte sie, sei ein Vorbild für sie – das Vorbild kommt an erster Stelle. Wenn es nicht besonders hilft, fange an, langsam Druck auszuüben. Wenn auch das nicht hilft, zwinge und verlange!

Denn wenn du von ihnen abhängst, hast du keine andere Wahl. Du hängst von den Freunden ab, bis du die richtige Haltung ihnen gegenüber in dir entwickelst. In dem Augenblick, in dem du deine Haltung korrigierst, wirst du plötzlich feststellen, dass alle vollkommen in Ordnung waren. Sie sind schon bereit und waren immer bereit, und nur du warst nicht bereit, sie korrigiert zu sehen.

Deshalb steht geschrieben, dass „jeder in dem Maße seiner eigenen Mängel urteilt“.

Auszug aus dem Unterricht nach dem Talmud Esser haSefirot, 11.07.2012

Hilfe für diejenigen, die nicht von der Stelle kommen

Frage: Warum entstehen jedes Mal, wenn ich mich auf dem Weg festige und in die Gruppe investiere, immer größere Probleme vor mir?

Meine Antwort: Um dir dabei zu helfen, voranzukommen, werden dir immer größere Hindernisse in den Weg gestellt. Auf diese Weise werden die Hindernisse riesig, aber auch dein Verlangen, diese zu überwinden, ist ebenfalls riesig.

Wenn du das Ganze aber hinschmeißt und dieses Hindernis nicht überwindest, wächst dein Verlangen nicht. Dann werden dir dieselben Hindernisse in den Weg gestellt, als würde dein Auto nicht von der Stelle kommen, nur die Räder würden durchdrehen.

Und das bedeutet, dass du die Zeit nicht sparst, sondern sie umsonst vergeudest. Und anstatt innerhalb einiger Jahre voranzukommen und in die spirituelle Welt einzutreten, wirst du 20-40 Jahre lang dorthin kriechen oder kommst dort gar nicht erst an.

Du wirst glauben, dein ganzes Leben dem gewidmet, für den Schöpfer gearbeitet und danach gestrebt zu haben, Ihn zu erreichen. In Wirklichkeit hast du nach gar nichts gestrebt.

Aus diesem Grund haben wir vor dem Vereinigungskongress äußere Bedingungen gestellt, damit der Mensch sich wenigstens auf diese Weise kontrollieren kann, ob er in sein Vorankommen investiert oder nicht: ist er jeden Tag im Unterricht anwesend, nimmt er täglich an der Verbreitung teil, zahlt er Maasser. Er wird jede Woche den Fragebogen darüber ausfüllen müssen, was er für die Gruppe getan hat, um sich kritisch bewerten zu können.

Denn wenn du nicht jeden Augenblick Anstrengungen für die Erschaffung eines neuen Gefäßes/Verlangens in dir unternimmst und es für die Enthüllung des Schöpfers vorbereitest, wie willst du dann vorankommen?

Du befindest dich im Inneren des Systems wie eine Spinne im Spinnennetz und alle deine Gedanken und Verlangen, die mit der inneren Arbeit, mit dem spirituellen Ziel zu tun haben, erfahren den Einfluss des Lichts. Das Licht übt einen Einfluss auf dich aus und hilft dir voranzukommen. Aus allen diesen Schwierigkeiten, Problemen, Ausstößen, aus „Zion“ (hebr. Jezia – Ausgang) wird die Tora herauskommen.

Du kannst es jedoch nicht allein tun. Wenn du nicht jeden Tag am Unterricht teilnimmst, an die Verbreitung denkst, zusammen mit den Freunden arbeitest, den Fragebogen „Was habe ich für die Gruppe getan“ ausfüllst, wird es kein Vorankommen geben. Diese Forderungen entstehen nicht aus der Nörgelsucht, sondern aus dem Bestreben, dir wenigstens in einer mechanischen Form beim Vorankommen zu helfen. Wenn du steckengeblieben bist und nicht von der Stelle kommst, dann wollen wir dich von der Stelle bewegen und zum Voranschreiten verpflichten.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 12.07.2012

Krieg gegen Geringschätzung

Frage: Was wird uns als Anstrengung angerechnet?

Meine Antwort: Die wichtigste Anstrengung besteht darin, gegen die eigene Gleichgültigkeit, gegen die Geringschätzung, das Gefühl der Unwichtigkeit des Gebens anzukämpfen.

Der wichtigste und ständige Krieg muss gegen die Geringschätzung des Gebens geführt werden, und dabei müssen wir fortwährend danach suchen, wodurch wir uns stärken können.

Auszug aus dem Unterricht nach einem Artikel von Rabash, 12.07.2012