Kabbala und der Sinn des Lebens - Michael Laitmans persönlicher Blog

Beiträge in der Kategorie 'Allgemein'

Eine Weisheit, die Erfolg im Leben garantiert

Dr. Michael Laitman im Gespräch mit  Oren Levi und Tal Mandelbaum ben Moshe

Zusammenfassung

Frage: Nur zwei Gruppen von Menschen interessieren sich für den Schöpfer: religiöse Menschen oder große Wissenschaftler wie Einstein, die zu erforschen versuchen, ob es eine höhere Kraft gibt und wie sie zu finden ist. Aber die übrigen Menschen interessieren sich überhaupt nicht für den Schöpfer. Wie berührt Er das tägliche Leben eines normalen Menschen?

Antwort: Die Frage hat nichts damit zu tun, ob jemand religiös ist oder nicht. Der einzelne Mensch durchlebt genau so wie die Menschheit als Gesamtes verschiedene Entwicklungsschritte. Wenn er die Gesetze der menschlichen Entwicklung entdeckt, wird er in der Lage sein, ein besseres Leben zu führen.

Wenn er weiß, was ihn in einem oder zwei Tagen erwartet, in welche Richtung sich alles weiter entwickelt, kann er damit besser umgehen. Angenommen, du möchtest wissen, welcher Beruf für deinen Sohn geeignet ist? Alles wird klar sein, wenn du einen Plan hast. Du wirst alles im Voraus wissen, weil du den allgemeinen Plan, nach dem du dich entwickelst,  entdeckst und im Fluss damit bist. Deshalb ist die Enthüllung des Schöpfers für jedermann notwendig. Wir erleben heutzutage so viele Enttäuschungen und Fehlschläge, weil wir blind handeln. Die ganze Menschheit – mit dem ganzen technologischen Fortschritt, den wir haben, mit den Leiden, die wir durchlebt haben, und den bitteren Erfahrungen, die wir angehäuft haben – handelt blind, weil sie den Plan der Natur nicht kennt.

Niemand bittet uns darum, uns vor der höheren Kraft zu beugen wie in der Religion. Wir müssen sie enthüllen und kennenlernen, um unser Leben zu erleichtern und um unsere Kinder auf ein besseres Leben vorzubereiten. Ansonsten wird sich unser Leben von einer Generation zur nächsten zunehmend verschlechtern. Zweifellos wird das Leben unserer Kinder schlechter werden als unseres. Vor fünfzig oder sechzig  Jahren dachten wir, dass das Leben im Laufe der Zeit immer besser werden würde, dass die Menschheit neue Entdeckungen machen und Erfolge erreicht, dass es keine Kriege mehr gibt und dass die Welt ein wunderbarer Platz sein wird. Doch genau das Gegenteil ist der Fall.

Den Schöpfer zu erlangen, heißt, die Natur zu erlangen, den generellen Plan. Das öffnet uns die Augen und erlaubt uns einen Blick auf die Welt, in der wir leben, wer sie lenkt und wir sehen das Netzwerk, in dem wir uns befinden. All das hilft uns, erfolgreicher zu werden, und das braucht die Menschheit heute, weil sie leidet. Wir fühlen, dass wir immer mehr durch globale Bande miteinander verbunden sind, und wir wissen nicht, wie wir uns befreien können. Die EU wird nach all den erfolglosen Vereinigungsversuchen auseinander brechen, aber den betroffenen Ländern wird das schlecht bekommen. Weil sie nicht wissen, wie sie sich auf korrekte Weise vereinigen können, damit es allen gut geht.

Die Weisheit der Kabbala vermittelt uns den Plan, wie wir uns zum Guten miteinander verbinden können. Ich rate jedem, die Kabbala zu studieren. Jeder möchte in seinem Leben erfolgreich sein, und die Weisheit der Kabbala lehrt uns, wie wir das erreichen können. Und es wird ein voller Erfolg sein, ohne jemandem zu schaden oder sich Vorteile auf Kosten der Mitmenschen zu verschaffen.

Das Auserwählte Volk meint die Menschen, die den Plan der Korrektur besitzen, und das müssen wir anerkennen. Wir sind die auserwählten Menschen und müssen die ganze Menschheit in diesen Plan integrieren; und solange wir das nicht tun, wird der Druck auf uns immer größer. Die Weisheit der Kabbala ist für jeden Menschen bestimmt und hat nichts mit Religion zu tun: weder mit dem Judentum, noch mit dem Christentum, dem Islam, und auch nicht mit irgendwelchen östlichen Glaubensrichtungen oder Mystizismus. Es geht nur um die Enthüllung der Höheren Kraft für jedermann.

Dank dieser Enthüllung wird der Mensch in seinem Leben nicht fehlgehen. Darüber hinaus wird er die Höhere Kraft entdecken und realisieren, dass unser Leben nicht zu Ende ist, wenn der Körper stirbt. Der Tod ist nur der Endpunkt einer Existenz, die auf mehrere Dekaden begrenzt ist und Leiden und Kriege durchlebt hat. Der Sinn eines solchen Lebens besteht darin, sich zu Lebzeiten auf die nächste Stufe zu erheben. Das ist keine Stufe der physischen Welt, sondern eine neue Stufe der Wahrnehmung, eine neue Stufe der Empfindung. Wir steigen in eine andere Dimension auf und entdecken neue Horizonte, eine neue Welt.

Dazu lädt die Weisheit der Kabbala jeden ein. Darum geht es bei der Enthüllung der oberen Kraft, der Erlangung des Schöpfers, der Enthüllung der Ewigkeit und der Vollkommenheit der Natur.

Aus KabTV “Neues Leben #485 – Eine Weisheit, die Erfolg im Leben garantiert” 12/28/14

[151152]

Die Brücke zwischen Liebe und Hass

Frage: Müsste man unseren Charakter und Eigenschaften ändern, um im Leben glücklicher zu sein?

Meine Antwort: Nein, man sollten nur lernen, sich richtig zu verbinden. In so einer Verbindung wird der Schöpfer offenbart, dabei bleibt jeder wie er ist. Darüber hinaus soll man sich nicht verstümmeln und den Egoismus vernichten wollen. Es genügt, sich über sein eigenes Ego mit den anderen zu verbinden.

Frage: Was ist das für eine Art der Verbindung? Gibt es in unserer Welt ein Beispiel dafür?

Meine Antwort: Nehmen wir an, Sie empfinden Hass dem anderen gegenüber. Und stellen Sie sich vor, dass Sie denjenigen zugleich lieben. Wenn man die beiden Bezugspunkte in der Mitte miteinander verbindet: ich zu dir, du zu mir – dann entsteht das richtige System der Verbindung. Wir berücksichtigen, dass das unsre Natur ist, die wir nicht ändern können, aber wir können eine Brücke der Verbindung  darüber aufbauen. Und je größer die Differenz zwischen dem egoistischen Hass und der altruistischen Liebe ist, desto mehr offenbart man die Kraft des Schöpfers zwischen sich selbst und den anderen.

Frage: Ähnelt diese Verbindung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern?

Meine Antwort: Nein, auf keinem Fall. Die Bindung zwischen Eltern und Kindern basiert auf rein tierischer Basis.

Frage: Warum gibt es kein Beispiel für richtige Verbindung?

Meine Antwort: Weil wir noch keine Möglichkeit haben, die beiden Gefühle zu verbinden: Liebe und Hass, parallel. Um dies zu tun, braucht man eine Gruppe von Gleichgesinnten.

Aus dem Unterricht auf Russisch, 1.6.2016   184462

Kaiserschnitt oder natürliche Geburt

Frage: Gibt es einen Unterschied in der Erziehung jener Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind und worauf sollte man da achten?

Meine Antwort: Der Kaiserschnitt ist sehr schädlich. Man sollte ihn nach Möglichkeit vermeiden und nur in Notsituationen anwenden. Die Geburt ist ein sehr ernsthafter, gefährlicher, aber sehr notwendiger Stress, den das Neugeborene durchmacht. Wobei es so etwas wie eine besondere Impfung bekommt. Und bei einem Kaiserschnitt fehlt ihm dies.  Doch es gibt auch Situationen, in denen ein Kaiserschnitt unumgänglich ist.

Meinung: Heute gibt es viele Frauen, die sich, aus welchen Gründen auch immer, bewusst für einen Kaiserschnitt entscheiden.

Meine Antwort: Das ist aus mehreren Gründen abzulehnen. Dem Kind zur Liebe sollte man auf natürlichem Wege zu entbinden versuchen: an der Geburtsvorbereitung teilnehmen, bestimmte leichte physische Übungen anwenden, usw. Man kann die Geburt erheblich erleichtern, wenn man spezielle Massage anwendet oder unterschiedliche unterstützende Maßnahmen anbietet. Nur wenn Gefahr für Mutter oder Kind durch eine natürliche Geburt besteht, sollte man auf den Kaiserschnitt zurückgreifen.

Aus der russischen Lektion, 24.4.2016.

[#193178]

Entsprechend dem Plan des Schöpfers

Tora, Deuteronomium 9:25 – 9:27:  Ich warf mich also vor dem Herrn nieder und lag vor ihm vierzig Tage und vierzig Nächte lang. Ich warf mich nieder, weil der Herr gedroht hatte, er werde euch vernichten.  Ich betete zum Herrn und sagte: Gott, mein Herr, bring nicht das Verderben über dein Volk und deinen Erbbesitz, die du in deiner Macht freigekauft und mit starker Hand aus Ägypten geführt hast.  Denk an deine Knechte, an Abraham, Isaak und Jakob! Beachte nicht den Starrsinn dieses Volkes, sein Verschulden und seine Sünde.

Moses schützt sein Volk die ganze Zeit, da er die Eigenschaft Bina symbolisiert. Er ist der einzige, der Verbindung zum Schöpfer hat. Diese Eigenschaft ist tief in uns vorhanden und heute versuchen wir, diese Verbindung zwischen den Freunden in der Gruppe zu erschaffen. Diese Eigenschaft wird uns retten.

Frage: In welchem Moment falle ich vor dem Schöpfer nieder?

Antwort: Wenn ich der Tatsache zustimme, dass alles was geschieht, von Ihm kommt und ich bereit bin, mich vor all den Handlungen, die Er durch mich durchführt, zu beugen. Dies wird als eine sehr hohe Stufe betrachtet.

Wenn ich das nicht tue, werde ich nicht in der Lage sein, jede meiner 613 Verlangen zu korrigieren, das heißt, ich werde nicht die 613 Gebote (Mitzvot) ausführen. Dies wird als „vernichte mein Volk“, bezeichnet.

Frage: Was bedeutet der Ausruf „erinnert euch an die Diener Abraham, Isaac und Jacob“?

Antwort: Die Vorväter sind nicht die Sklaven des Pharao sondern die Diener des Schöpfers. Sie legten den Grundstein der drei Linien in unserer Seele. Dank ihrer Vorbereitung in uns können wir weitergehen. Sie halten ständig die Verbindung zwischen den Menschen und dem Schöpfer.

Frage: Mit anderen Worten, ist es eine Bitte? Es gibt uns die Gelegenheit, entlang der Mittellinie zu gehen, nachdem wir ständig nach links abweichen.

Antwort: So sollte es sein. Ein Mensch sollte sich freuen, wenn ihm etwas Starkes und Ernsthaftes zufällt. Dies bedeutet, dass er jetzt zu solch einem Zustand aufgestiegen ist, in dem er eine zusätzliche Bürde aufnehmen kann und außerdem mit dem Schöpfer verbunden ist.

Frage: Normalerweise kommen solche Zustände, wenn wir sie nicht erwarten.

Können wir sie selbst verursachen, können wir uns in einer Sackgasse befinden und mit ihnen zu arbeiten beginnen?

Antwort: Ich persönlich sehe keine Zustände, die ein Mensch selbst verursachen, auslösen oder verschulden kann. Der Schöpfer hat Seinen Plan, Seine Bestimmungen. Er arbeitet damit sehr präzise, da alles aus zehn Sefirot, fünf Parzufim, 125 Stufen, 613 Verlangen und so weiter, auf jeder Stufe besteht. Das bedeutet, dass alles abgestimmt und von oben nach unten erbaut wurde. Und von unten nach oben können wir nur nach den gleichen Gesetzen aufsteigen

Von Kab TV „Geheimnisse des ewigen Buches“ 11/5/16

(193231)

Zwischen den Atomen

Das österreichische Magazin NZZ veröffentlichte mein Interview mit dem Titel „Zwischen den Atomen“ mit Michael Fleischhacker, Journalist, Moderator, Chefredakteur von NZZ und früherer Chefredakteur von „Die Presse“.

Sie ist eine der ganz alten Weisheitslehren der Menschheit und immer noch voll im Trend: die Kabbala. Einer der prominentesten Vertreter der Kabbala erklärt im Gespräch, warum wir uns ein Instrument bauen müssen, um Gott zu entdecken.

Interview Michael Fleischhacker und Michael Laitman

Michael Fleischhacker Wir haben für dieses Magazin einige österreichische Künstler gebeten, uns ein Bild zu zeichnen. Das Bild sollte zeigen, was auch der Titel des Magazins ist: Mein Gott. Auch Zenita Komad hat ein Bild für uns gezeichnet. Aus diesem Bild lese ich heraus, dass in ihrem Verständnis Gott eigentlich Kommunikation ist, dass Gott nicht dadurch entsteht, dass vereinzelte Atome herumirren – sondern dadurch, dass zwischen diesen Atomen Kommunikation aufgebaut wird, und erst, wenn die hergestellt ist, klärt sich Gott auf oder wird Gott sichtbar, wenn man so will. Teilen Sie diese Sicht?

Michael Laitman Das ist absolut richtig. Ich stimme Zenita zu. Gott ist keine Persönlichkeit, sondern eine Kraft; die allgemeine Kraft, die alle Naturkräfte in sich vereint. Diese Kraft verbindet und beinhaltet die gesamte Schöpfung. Leitet alles, lenkt alles, organisiert alles, ordnet alles. Alles in allem ist sie Energie. Um diese Kraft zu entdecken, müssen wir einen Detektor bauen, wie in unserer Welt, wo man ein Instrument braucht, um etwa eine magnetische oder radioaktive Kraft zu messen. Zum Beispiel spüren wir an uns selbst die Schwerkraft. Eine magnetische Kraft spüren wir nicht, dazu brauchen wir ein Instrument. Genauso ein Instrument müssen wir in uns herstellen, um Gott, diese allgemeine Kraft, zu fühlen und zu entdecken.

Ich stelle mir das gerade sehr technisch-praktisch vor. Wie in einer „Universum“-Sendung, wo der Mensch beginnt, sich so einen Gottesdetektor zu bauen, der etwa aussieht wie die Roboter aus Star Wars?

Ja, genauso ist es, aber im Unterschied dazu muss das im Innersten des Menschen gebaut werden.

Gibt es irgendwo Bauanleitungen dafür, oder muss man das selbst erfinden? Kann man sich das aus dem Internet herunterladen? Anleitungen für das Star-Wars-Lego meines Kindes zum Beispiel kann ich aus dem Internet laden …

Natürlich gibt es die. Darum geht es ja in der Weisheit der Kabbala. 6000 Jahre fast schon spricht sie darüber, wie wir unsere Verbindungen bauen, um die Göttlichkeit zu entdecken. [Rest des Beitrags lesen →]

Rosh HaShana

Der spirituelle Aufstieg vollzieht sich von dem Empfangen für sich hin zum Geben an die anderen, was als „Glaube über dem Verstand” bezeichnet wird. Es bedeutet, wenn man das „Geben dem Empfangen vorzieht” und Genuss vom Geben empfängt.

Man muss Begeisterung und Freude verspüren, weil man sich über seinen Egoismus erheben kann und nicht mehr darauf achten wird, was man durch ihn bekommen kann. Doch man braucht dazu das Licht und die Kraft, um in sich eine solche Veränderung zu vollziehen!

Das bedeutet: „Ich zu meinem Geliebten und der Geliebte zu mir”, wenn der Schöpfer und ich miteinander zu reden und einander zu verstehen beginnen. Ich verstehe, warum der Schöpfer mein Leben leer erscheinen lässt und mir die Möglichkeit gegeben hat, mich der Gruppe anzuschließen, um zu das Thema Geben klären.

Er leuchtet mir ein wenig, als würde Er sagen: „Nimm das!”, damit ich den ersten Schritt machen kann. Doch die Umsetzung liegt bei mir. Malchut des Höheren (die Eigenschaft des Gebens) wird von meinem Egoismus Keter (Rosh, Kopf) als dunkel und leer gesehen. Doch wenn ich beschließe, dass mein Keter (Bestreben) danach strebt, mich an die Gruppe durch mein Verlangen zu geben anzuheften, dann erscheint mir Malchut des Höheren nicht mehr leer – und dann hefte ich mich an sie als an eine höhere Stufe an.

Genau dies bedeutet auch den Beginn eines neuen Weges. Der Anfang heißt Neujahr (Rosh HaShana – Haupt des Jahres), das dem Monat Elul folgt – Akronym von „Ich zu meinem Geliebten und der Geliebte zu mir”.

 interessiert an der „Wissenschaft der Kabbala“  >    Kabbala Akademie

Zwischen Hass und Liebe

Frage: Sie sagten, unser Leben verläuft zwischen Liebe und Hass. Doch inwiefern ist Liebe mit Hass verbunden und andersrum genauso?

Meine Antwort: Wenn es keinen Hass gäbe, würde es auch keine Liebe geben. Wenn ich keine Verlangen und keine Erfüllung hätte, woher wüsste ich, dass ich es liebe? Das Maß der Liebe, ihr Charakter und ihre Kraft hängen von Maß, Charakter und der Kraft des Hasses ab. Wenn ich etwas hasse, möchte ich mich davon distanzieren, oder wenn ich leide, hasse ich das Leid, denn ich will es nicht. Hass und Liebe beschreiben das ganze Spektrum der Beziehungen. Und es gibt nichts anderes, als das, was ich hasse und was ich liebe.

Wir wurden aus dem Wunsch zu genießen erschaffen, und darum gibt es Dinge, die ich hasse und von denen ich mich entfernen möchte, weil sie mein Verlangen zu genießen negativ beeinflussen. Umgekehrt ist es genau so, es gibt Dinge, die ich liebe und denen ich mich hingeben möchte, weil sie auf mich positiv wirken. Und zwischen den beiden befindet sich mein ganzes Leben: Es zieht mich etwas an oder stößt mich ab; ich pendle zwischen dem Hass für das Schlechte und der Liebe für das Gute hin und her.

Womöglich sollten wir uns selbst erziehen, und die Vorstellungen von dem, was schlecht und was gut ist, wovon wir genießen und wovon nicht überdenken. Und darum brauchen wir eine spezielle Bildung und damit einhergehend eine Veränderung in der Beziehung des Menschen zu dem, was ihm als gut und angenehm scheint und was er als schlecht und unangenehm empfindet.

Wir können unsere Einstellung dazu ändern und Wahrheit und Lüge, süß und bitter in unsere Betrachtungsweise einbeziehen. Immerhin gibt es Dinge, die man liebt, obwohl man weiß, dass sie schädlich sind. Und es gibt Dinge, die man hasst und verachtet, aber nichtsdestotrotz richtig sind. Und mit deren Hilfe man tatsächlich zum Guten kommen kann.

Das heißt, man sollte sein Leben nicht nach dem instinktiven oder erworbenen gesellschaftlichen Vorstellungen und Gefühlen von Gut und Böse betrachten, sondern eine Klärung im Verstand durchführen: was wirklich gut oder schlecht ist, und nicht was mir angenehm oder unangenehm erscheint oder was ich selbst als richtig oder falsch empfinde.

Dies ist möglich, weil der Mensch ein soziales Wesen ist und deshalb bestimmen kann, was gut und schlecht in Bezug auf die Gesellschafft ist. Die Gesellschaft respektiert mich oder verachtet mich. Und da ich sehr unter dem Einfluss der Gesellschaft stehe, kann ich meine Werte  ändern und etwas hassen, was ich früher geliebt habe und umgekehrt.

Früher verhielt ich mich zum Beispiel, wie es mir in den Sinn kam, und plötzlich in der neuen Umgebung merke ich, dass es gar nicht gut ankommt, ich werde missachtet, nicht respektiert. Weil ich mich vielleicht falsch benehme oder ungepflegt bin..

Ich sehe, dass ich gar keine Wahl habe und mein Verhalten korrigieren muss; ich erkenne den Einfluss der Umgebung, in der man klar nach gut und schlecht beurteilt wird. Ich fange an, die Missachtung der Umgebung als etwas Schlechtes zu sehen, das mir schadet und ich strenge mich an, mein Verhalten und meine Einstellung zu korrigieren. Meine Werte ändern sich.

So sind wir in der Lage, die Dinge zu ändern, die wir lieben und die wir hassen.

„Neues Leben“. Folge Nr. 692

180094

Was ist der Pentateuch?


Aus „Geheimnisse des Ewigen Buches

(…) Die Geheimnisse des Ewigen Buches enthüllt, wie man den Pentateuch (die Fünf Bücher Mose) richtig liest, wie man seine äußere Schale durchbricht – die scheinbar physischen Handlungen, über die dieses Buch erzählt – und herausfindet, was tatsächlich dahinter steckt. Beginnen wir mit den Namen dieser fünf Bücher. Auf deutsch heißen sie Genesis, Exodus, Levitikus, Numeri und Deuteronomium, wohingegen die hebräischen Bezeichnungen wie folgt lauten: Bereshit (Im Anfang), Shemot (Namen), Vayikra (Und er rief), Bamidbar (In der Wüste), Devarim (Worte).

Wenn Sie den Pentateuch aufklappen und zu lesen beginnen, merken Sie gar nicht, dass der Inhalt verschlüsselt ist. Sie lesen und glauben, dass es sich dabei lediglich um einen Haufen seltsamer Geschichten handelt; manchmal halten Sie inne und fragen sich, warum man so einen Wind drüber macht. Auf dem Pentateuch fußen immerhin die drei Weltreligionen, aus ihm zitierten unaufhörlich Weise, Philosophen, Schriftsteller und – Politiker. Doch was ist so besonders daran? Falls Sie den Pentateuch nicht als epochales, historisches Werk betrachten, ist nichts falsch an Ihnen. Es ist nur ein Zeichen dafür, dass Sie sich über dessen verborgenen Bedeutung Gedanken machen; und wenn Sie wirklich zu den Suchenden gehören, werden Sie mit Sicherheit fündig.

Sie bombardieren weise Menschen mit Ihren Fragen, doch diese können Ihnen keine Antworten liefern. Sie durchforsten stapelweise Literatur, doch nichts hilft Ihnen weiter. Sie suchen nach dem Code für dieses Buch, versuchen eine geheime Tür zu finden, durch deren Spalt Sie einen Blick auf das Verborgene werfen und den inneren Code entschlüsseln können. Seit Jahrtausenden versuchten die Gelehrten vergebens, das Geheimnis dieses Codes zu enthüllen. Sie wollten ihm hauptsächlich mit Hilfe des Verstandes auf die Schliche kommen, doch genau das verursachte ihr Scheitern. Man kann diesen Code nicht mit dem Verstand knacken, also bemühen Sie sich erst gar nicht.

Um die Geheimnisse des Pentateuch zu enthüllen, benötigt man nur ein einziges Werkzeug – einen Wunsch oder ein Verlangen. Dies sind ein magische Worte, die immer wieder hier auftauchen werden. Wie fangen Sie also an, wenn Sie sich entschlossen haben, in die Tiefen der wichtigsten Frage des Lebens vorzudringen? Sie öffnen das Buch und sagen sich selbst: „Das handelt von mir. Alles, was hier geschrieben steht, enthüllt mir den Weg in die verborgensten Teile meiner Seele.“

Es stimmt, die Spuren haben sich über die Jahre verwischt. So lange Sie sich erinnern können, waren Sie ausschließlich mit der äußeren Welt beschäftigt: Geldmangel, Job, unerfüllte Liebe, Betrug, Verrat, schlechtes Essen, die Unzuverlässigkeit öffentlicher Verkehrsmittel. Gefreut haben Sie sich über das neue Haus, das neue Auto, die neuen Möbel, gutes Essen, schöne Filme… Und lange dachten Sie, dass Ihnen das ausreicht.

Doch dann geschah etwas… Es beschlich Sie zunehmend der Gedanke, dass diese ganzen Dinge vergänglich und nutzlos sind. Sie wollten sich nicht mehr damit abfinden, dass der Mensch – diese großartige Kombination aus Intellekt und Herz – nur geboren wird, um dem Körperlichen zu frönen um danach für immer zu verschwinden. Gedanken, dass das Leben ewig sein könnte, nisteten sich in Ihrem Kopf ein. Doch woher kamen diese Ideen, die ein wenig nach Science Fiction klingen? Könnte es sein, dass Ihre Intuition vielleicht richtig ist? Sie ist es. Sie können tatsächlich ewig leben. Diese Ideen kommen aus Ihrem tiefsten Inneren zu Ihnen. Dort gibt es einen Ort, an dem die Ewigkeit lebt. Sie ruft Ihnen unaufhörlich zu, dass der ganze Rest nichts außer Beiwerk ist.

Sie haben diese Stimme erst gehört, als Sie reif dafür waren. Sie waren vor solchen profunden Überlegungen „geschützt“ wie ein Kind, das solange mit Autos spielt, bis es erwachsen wird und letztendlich hinter dem Steuer eines echten Autos sitzt. Dasselbe trifft auf Sie zu. Sie waren ein voll erwachsenes Kind. Seit vielen Jahren, seit Jahrtausenden „spielten Sie mit Autos“ und wurden sich plötzlich der Frage bewusst, die in Ihnen schlummerte: „Ist das wirklich das, wofür ich lebe?“ Und das war’s. In dem Moment, als diese Frage in Ihnen auftauchte, hörten Sie auf, Kind zu sein.

Und nun ist der Zeitpunkt gekommen, da Sie dieses Buch wirklich brauchen können – eine Art Landkarte für all jene, die sich die Frage über den Sinn des Lebens stellen. Es ist eine Anleitung, die Ihnen die Tür in die spirituelle Welt in Ihrem Inneren eröffnet – eine ewige Welt, voller Gelassenheit und Freude. Diese Welt ist der Quell Ihres Lebenslichtes (…)

(…) Die ersten fünf Bücher der Bibel werden im Hebräischen „Tora“ genannt (vom Wort Horaa – „Anleitung“ oder vom Wort Ohr – „Licht“). Wenn man entlang des Strahles, der in die Dunkelheit unserer Welt gesandt wurde, vorankommen möchte, kann man das Licht als Leitfaden betrachten. Die Arbeit besteht lediglich darin, es zu fangen und ganz fest zu halten. Wenn Sie den Instruktionen dieses Leitfadens folgen, wird sich die spirituelle Welt vor Ihnen öffnen und Ihnen die Antworten auf all Ihre Fragen enthüllen. Wenn sich alle oberflächlichen Dinge verflüchtigen, werden Sie klar erkennen, wie sich die Wirklichkeit stufenweise um Sie herum verändert. Sie realisieren, dass Sie ihr ganzes Leben lang geschlafen haben, wobei Sie aber immer glaubten, wach zu sein. Sie realisieren, dass all die Dinge, die Ihnen äußerst wertvoll erschienen, nie materieller Natur waren. Alles was Sie für wahr hielten, ist tatsächlich falsch und jeglicher irdischer Genuss kann nicht damit verglichen werden, was Sie erwartet.

Wenn Sie diesen Blick noch nicht haben, dann bleiben Sie zumindest bei diesem einen Gedanken: „Diese Buch handelt von mir“. Wenn Sie hartnäckig genug in sich selbst suchen, werden Sie hinter den Geschichten der Vorväter die Geschichte Ihres eigenen Selbst entdecken. Zwischen den Zeilen auf den Seiten dieses Buches werden Sie neue Welten offenbaren, da sich eine spirituelle Kraft hinter jedem Buchstaben, jedem Symbol und jedem Satzzeichen verbirgt. Und Sie werden tatsächlich spüren, wie das Licht sich sammelt und nach einem Weg sucht, in Sie einzudringen – nicht in Ihren physischen Körper, sondern in Ihre Seele, welche ewig währt. Wenn das Licht eintritt und anfängt, Sie zu reinigen, werden all die Dinge, die zu fantastisch und unwirklich erschienen, plötzlich klar, offensichtlich und ganz natürlich (…)

Die Brücke zwischen Liebe und Hass

Frage: Müssen wir unsere Charaktere und Eigenschaften ändern, um im Leben glücklicher zu sein?

Meine Antwort: Nein, wir sollten nur lernen, uns richtig zu verbinden. In so einer Verbindung wird der Schöpfer offenbart, dabei bleibt jeder wie er ist. Darüber hinaus soll man sich nicht „verstümmeln“ und den Egoismus vernichten wollen. Es genügt sich über sein eigenes Ego mit den anderen zu verbinden.

Frage: Was ist das für eine Art der Verbindung? Gibt es in unserer Welt ein Beispiel dafür?

Meine Antwort: Nehmen wir an, Sie empfinden Hass jemandem anderen gegenüber. Und stellen Sie sich vor, dass Sie denjenigen zugleich lieben. Wenn man die beiden Bezugspunkte in der Mitte miteinander verbindet: ich zu dir, du zu mir – dann entsteht das richtige System der Verbindung. Wir berücksichtigen, dass das unsere Natur ist, die wir nicht ändern können, aber wir können eine Brücke der Verbindung darüber aufbauen. Und je größer die Differenz zwischen dem egoistischen Hass und der altruistischen Liebe ist, desto mehr offenbart man die Kraft des Schöpfers zwischen sich und den anderen.

Frage: Ähnelt diese Verbindung der Beziehung zwischen Eltern und Kindern?

Meine Antwort: Nein, auf keinem Fall. Die Bindung zwischen Eltern und Kindern basiert auf einer rein tierischen Basis.

Frage: Warum gibt es kein Beispiel für richtige Verbindung?

Meine Antwort: Weil wir noch keine Möglichkeit haben, die Liebe und Hass zu einem Ganzen zu verbinden. Um dies zu tun, braucht man eine Gruppe Gleichgesinnter, die an einer solchen Verbindung interessiert sind.

Aus dem Unterricht auf Russisch.

184462

Die Weisheit der Kabbala verbietet überhaupt nichts

Frage: Wenn es notwendig ist, das ganze Leben der spirituellen Entwicklung zu widmen und „andere Dinge“ auszuklammern, wann hat man dann noch Zeit zu leben? Warum hat der Schöpfer alles so kompliziert gemacht?

Meine Antwort: Und wofür lebt eine Person? Wenn wir beginnen, die Methode der Weisheit der Kabbala zu studieren, fangen wir an sie zu leben. Wir fühlen, über welche Kräfte sie spricht, wie es möglich ist, sie zu entdecken und zu verstehen, wie die Welt funktioniert.

Die Weisheit der Kabbala ist die Grundlage der menschlichen Kultur, aller Religionen und alles Wissens, weil sie über das Höhere Leitsystem spricht. Alles, was in unserer Welt existiert, ist ein Resultat dieses Systems. Durch das Studium der Weisheit der Kabbala ist es möglich, sich in dieses System zu integrieren.

Es gibt in der Weisheit der Kabbala keine Verbote von irdischen Vergnügungen. Es ist möglich, in Ruhe fischen zu gehen, ein Fußballspiel anzuschauen, Sport zu treiben, sich um die Familie zu kümmern usw. Es ist nicht notwendig, irdische Interessen aufzugeben. Eine Ausnahme ist der Gebrauch harter Drogen, weil sie den Menschen von der Realität trennen, und davon, das Höhere System zu verstehen.

Die Weisheit der Kabbala verbietet überhaupt nichts. Sie hat nichts zu tun mit Klosterleben, Askese oder Selbsteinschränkung. Sie spricht nur darüber, wie man dem Leben besondere höhere Genüsse hinzufügen kann.

Dennoch wissen wir, dass wir für jedes Vergnügen, für jeden erfüllten Wunsch und für das ganze Wissen mit unserer Kraft und Zeit bezahlen müssen. Genauso ist es hiermit.

Aus der russischen Kabbalalektion vom  4/17/16

[191725]